5 Axiome der Kommunikation


5 Axiome der Kommunikation
5 Axiome der Kommunikation
Einleitung
Die 5 Axiome der Kommunikation erklären, warum Gespräche gelingen oder scheitern können. Sie wurden von Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson formuliert. Ein Axiom ist hier eine grundlegende Annahme über Kommunikation.
Du lernst, Gespräche, Streit und Missverständnisse besser zu verstehen. Das Thema gehört zum Fach Deutsch und eignet sich für die Klassen 8 bis 13.

Lernziele
Du kannst nach dem Kurs:
- die fünf Axiome in eigenen Worten erklären,
- Beispiele aus Alltag, Schule und Medien zuordnen,
- verbale und nonverbale Signale unterscheiden,
- Konflikte mit den Axiomen untersuchen,
- bewusster und fairer kommunizieren.
Lernvideo
Sieh Dir zuerst das Video an. Notiere zu jedem Axiom ein Stichwort und ein Beispiel.
Aufgaben zum Video
- Vorwissen: Was bedeutet für Dich gute Kommunikation? Schreibe zwei Sätze vor dem Anschauen.
- Beobachtungsauftrag: Notiere beim Schauen die fünf Axiome in der Reihenfolge des Videos.
- Beispielsuche: Schreibe zu jedem Axiom ein Beispiel aus dem Video auf.
- Körpersprache: Achte auf Mimik, Gestik und Tonfall. Welche Wirkung haben sie?
- Konfliktanalyse: Wähle eine Szene oder ein Beispiel aus dem Video. Erkläre, warum ein Missverständnis entsteht.
- Transfer: Erfinde eine kurze Schulszene, in der zwei Axiome gleichzeitig sichtbar werden.
Die fünf Axiome
1. Man kann nicht nicht kommunizieren
Jedes Verhalten kann eine Botschaft sein. Auch Schweigen, Wegsehen oder das Verlassen eines Raumes wirken auf andere.

Beispiel: Du antwortest nicht auf eine Frage. Trotzdem kann Dein Schweigen als Unsicherheit, Ablehnung oder Müdigkeit verstanden werden.
2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
Der Inhaltsaspekt sagt, was mitgeteilt wird. Der Beziehungsaspekt zeigt, wie die Personen zueinander stehen. Tonfall, Wortwahl und Körpersprache beeinflussen die Wirkung.
Beispiel: Der Satz „Mach bitte das Fenster zu“ kann freundlich, genervt oder befehlend klingen.
3. Kommunikation ist kreisförmig
Menschen setzen den Anfang eines Konflikts oft an verschiedene Stellen. Jede Person erlebt das eigene Verhalten als Reaktion auf die andere. Watzlawick nennt diese Gliederung Interpunktion.

Beispiel: Eine Person zieht sich zurück, weil die andere schimpft. Die andere schimpft, weil sich die erste Person zurückzieht.
4. Kommunikation ist digital und analog
Digital meint vor allem Wörter und klare Zeichen. Analog meint zum Beispiel Mimik, Gestik, Blickkontakt, Haltung und Tonfall. Beide Ebenen können zusammenpassen oder sich widersprechen.

Beispiel: Jemand sagt „Alles gut“, schaut aber traurig auf den Boden.
5. Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär
Bei symmetrischer Kommunikation begegnen sich Menschen eher gleichrangig. Bei komplementärer Kommunikation haben sie unterschiedliche Rollen oder Aufgaben.
Beispiel: Ein Gespräch unter Freundinnen und Freunden ist oft symmetrisch. Ein Gespräch zwischen Lehrkraft und Lernenden ist häufig komplementär.
Merksatz
Die Axiome sind keine einfachen Regeln für „richtig“ oder „falsch“. Sie helfen Dir, die Wirkung von Verhalten, Sprache, Rollen und Beziehungen zu untersuchen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was sagt das erste Axiom aus? (Man kann nicht nicht kommunizieren) (!Nur gesprochene Wörter sind Kommunikation) (!Kommunikation beginnt erst mit einer Antwort) (!Schweigen beendet jede Kommunikation)
Welche zwei Seiten hat jede Mitteilung nach dem zweiten Axiom? (Inhalt und Beziehung) (!Frage und Antwort) (!Sprache und Schrift) (!Sender und Technik)
Was bedeutet Interpunktion in einem Konflikt? (Personen setzen den Anfang des Ablaufs unterschiedlich) (!Sätze erhalten Satzzeichen) (!Ein Gespräch wird schriftlich bewertet) (!Eine Person spricht besonders deutlich)
Was gehört zur analogen Kommunikation? (Mimik und Gestik) (!Nur geschriebene Wörter) (!Nur Zahlen und Daten) (!Nur Grammatikregeln)
Was ist ein Beispiel für digitale Kommunikation? (Ein klar formulierter Satz) (!Ein trauriger Blick) (!Eine verschränkte Körperhaltung) (!Ein genervter Tonfall)
Wann ist Kommunikation symmetrisch? (Wenn sich Personen eher gleichrangig begegnen) (!Wenn eine Person immer schweigt) (!Wenn nur über Medien gesprochen wird) (!Wenn ein Gespräch besonders laut ist)
Wann ist Kommunikation komplementär? (Wenn unterschiedliche Rollen das Gespräch prägen) (!Wenn alle genau dieselbe Aufgabe haben) (!Wenn niemand auf die andere Person reagiert) (!Wenn nur Körpersprache verwendet wird)
Welche Aussage zeigt einen Widerspruch zwischen digitaler und analoger Ebene? (Jemand sagt Alles gut und schaut traurig) (!Jemand begrüßt freundlich eine bekannte Person) (!Jemand liest einen sachlichen Text vor) (!Jemand erklärt ruhig eine Rechenaufgabe)
Warum kann Schweigen eine Botschaft sein? (Weil auch Verhalten von anderen gedeutet wird) (!Weil Schweigen immer Zustimmung bedeutet) (!Weil Schweigen keine Wirkung hat) (!Weil nur laute Signale verständlich sind)
Wozu helfen die fünf Axiome? (Sie helfen Kommunikationsabläufe zu untersuchen) (!Sie verhindern automatisch jeden Streit) (!Sie ersetzen jedes Gespräch) (!Sie geben für jede Situation eine feste Antwort)
Memory
| Nicht kommunizieren | unmöglich |
| Inhaltsaspekt | Sachinformation |
| Beziehungsaspekt | Verhältnis der Personen |
| Interpunktion | gesetzter Anfang eines Ablaufs |
| Digital | Wörter und klare Zeichen |
| Analog | Mimik Gestik und Tonfall |
| Symmetrisch | eher gleichrangig |
| Komplementär | unterschiedliche Rollen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Erklärung |
|---|---|
| Nicht kommunizieren ist unmöglich | Auch Schweigen und Wegsehen wirken auf andere |
| Inhalt und Beziehung | Jede Botschaft hat eine Sachseite und eine Beziehungsseite |
| Interpunktion | Personen setzen den Anfang eines Konflikts verschieden |
| Digital und analog | Wörter wirken zusammen mit Körpersprache und Tonfall |
| Symmetrisch und komplementär | Gespräche werden durch gleiche oder verschiedene Rollen geprägt |
Kreuzworträtsel
| Watzlawick | Wer ist der bekannteste Mitbegründer der fünf Axiome? |
| Beziehung | Welcher Aspekt zeigt das Verhältnis zwischen Personen? |
| Interpunktion | Wie heißt das Setzen eines Anfangs im Kommunikationsablauf? |
| Digital | Wie heißt die Ebene der Wörter und klaren Zeichen? |
| Symmetrisch | Wie heißt Kommunikation zwischen eher Gleichrangigen? |
| Metakommunikation | Wie nennt man Kommunikation über Kommunikation? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Axiom-Karte: Gestalte eine Karte zu einem Axiom mit Erklärung und Beispiel.
- Standbild: Stelle mit einer Partnerperson ein Axiom ohne Worte dar.
- Dialog: Schreibe einen kurzen Dialog, in dem Tonfall und Inhalt nicht zusammenpassen.
- Video-Notiz: Fasse das Lernvideo in fünf einfachen Sätzen zusammen.
Standard
- Schulalltag: Untersuche ein typisches Missverständnis aus der Schule mit zwei Axiomen.
- Comic: Zeichne einen Comic mit vier Bildern zu einem kreisförmigen Streit.
- Rollenspiel: Spiele dieselbe Bitte einmal freundlich und einmal genervt. Vergleicht die Wirkung.
- Interview: Frage drei Personen, was Schweigen für sie bedeuten kann. Werte die Antworten aus.
Schwer
- Szenenanalyse: Analysiere eine Filmszene mit allen fünf Axiomen.
- Podcast: Produziere einen kurzen Podcast mit Beispielen zu digitaler und analoger Kommunikation.
- Konfliktlösung: Schreibe einen Streit so um, dass beide Personen ihre Beziehungsebene offen ansprechen.
- Modellvergleich: Vergleiche die fünf Axiome mit dem Vier-Seiten-Modell.


Lernkontrolle
- Fallanalyse: Zwei Personen geben sich gegenseitig die Schuld für einen Streit. Erkläre den Kreislauf mit dem dritten Axiom und schlage einen Ausstieg vor.
- Wirkungsanalyse: Der Satz „Das hast Du ja toll gemacht“ wird spöttisch gesprochen. Untersuche Inhalt, Beziehung sowie digitale und analoge Ebene.
- Perspektivwechsel: Erkläre, warum Schweigen von verschiedenen Personen unterschiedlich gedeutet werden kann.
- Rollenvergleich: Vergleiche ein Gespräch unter Freunden mit einem Gespräch zwischen Lehrkraft und Lernendem. Zeige Chancen und Probleme beider Beziehungsformen.
- Transfer: Entwickle drei Regeln für eine faire Klassendiskussion und begründe jede Regel mit einem Axiom.
- Medienanalyse: Prüfe einen Chatverlauf ohne Emojis. Erkläre, welche analogen Hinweise fehlen und wie dadurch Missverständnisse entstehen können.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du:
- alle fünf Axiome verständlich erklären,
- zu jedem Axiom ein passendes Beispiel geben,
- einen Kommunikationskonflikt untersuchen,
- digitale und analoge Signale unterscheiden,
- symmetrische und komplementäre Beziehungen vergleichen,
- einen begründeten Lösungsvorschlag für ein Missverständnis entwickeln.
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