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Weitere Verfolgte des Nationalsozialismus - Deutschland

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Weitere Verfolgte des Nationalsozialismus - Deutschland



Weitere Verfolgte des Nationalsozialismus - Deutschland


Einleitung

Der Nationalsozialismus teilte Menschen in erwünschte und unerwünschte Gruppen ein. Die Nationalsozialisten behaupteten, eine einheitliche sogenannte „Volksgemeinschaft“ schaffen zu wollen. Wer nach ihrer rassistischen, politischen oder sozialen Ideologie nicht dazugehören sollte, konnte ausgegrenzt, entrechtet, überwacht, verfolgt, inhaftiert, zur Arbeit gezwungen oder ermordet werden.

Dieser aiMOOC beschäftigt sich mit weiteren Verfolgten des Nationalsozialismus neben den europäischen Jüdinnen und Juden, deren systematische Ermordung als Holocaust oder Schoah bezeichnet wird. Dabei ist wichtig: Die verschiedenen Opfergruppen wurden aus unterschiedlichen Gründen verfolgt. Auch Art, Umfang und Ziel der Verfolgung unterschieden sich. Deshalb dürfen ihre Erfahrungen nicht einfach gleichgesetzt werden.

Du lernst verschiedene Opfergruppen kennen und untersuchst vor allem die Mechanismen der Ausgrenzung: Wie wurden Vorurteile zu staatlicher Politik? Welche Rolle spielten Gesetze, Polizei, Verwaltung, Medizin, Propaganda, Denunziation und Konzentrationslager? Und warum wurden manche Opfergruppen erst Jahrzehnte nach 1945 öffentlich anerkannt?

Die Tafel zeigt das Kennzeichnungssystem für Häftlinge in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Solche Zeichen machten deutlich, dass Menschen von der SS in Kategorien eingeteilt wurden. Die Kategorien entsprachen jedoch nicht neutralen Beschreibungen, sondern häufig rassistischen, politischen oder stigmatisierenden Zuschreibungen.


Die Idee der „Volksgemeinschaft“

Die Nationalsozialisten versprachen vielen Deutschen Gemeinschaft, Ordnung und nationale Stärke. Gleichzeitig beruhte dieses Versprechen auf Ausschluss. Zur sogenannten „Volksgemeinschaft“ sollte nur gehören, wer den Vorstellungen des Regimes entsprach.

Menschen konnten ausgeschlossen werden, weil sie als politische Gegner galten, weil sie einer Minderheit angehörten, weil sie eine Behinderung hatten, weil ihre Religion nicht mit dem Führerkult vereinbar war, weil ihre sexuelle Orientierung verfolgt wurde oder weil Behörden ihre Lebensweise als „unangepasst“ bewerteten.

Ausgrenzung begann häufig nicht erst mit Haft oder Mord. Sie konnte mit abwertender Sprache, Propaganda, Berufsverboten, Meldepflichten, Überwachung, der Erfassung in Karteien oder dem Verlust von Rechten beginnen. Gerade darin zeigt sich, wie eine Diktatur unterschiedliche staatliche Einrichtungen miteinander verbinden konnte.


Mechanismen der Ausgrenzung und Verfolgung

Die nationalsozialistische Verfolgung beruhte auf mehreren miteinander verbundenen Mechanismen:

  1. Ideologie: Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Sozialdarwinismus und die Vorstellung einer angeblich biologisch bestimmten „Volksgemeinschaft“ lieferten Rechtfertigungen für Ausgrenzung.
  2. Propaganda: Zeitungen, Plakate, Unterrichtsmaterialien, Filme und Reden verbreiteten Feindbilder und stellten Verfolgte als Gefahr oder Belastung dar.
  3. Gesetzgebung: Gesetze und Verordnungen schränkten Rechte ein, verschärften Strafnormen und ermöglichten Zwangsmaßnahmen.
  4. Bürokratie: Behörden sammelten Daten, führten Karteien, erstellten Gutachten und organisierten Transporte, Haft und Zwangsarbeit.
  5. Polizei und Justiz: Gestapo, Kriminalpolizei, Gerichte und andere Institutionen verhafteten, verurteilten und überwachten Menschen.
  6. Medizinische Verfolgung: Ärztinnen, Ärzte und Gesundheitsbehörden wirkten an Zwangssterilisationen, Selektionen und Krankenmorden mit.
  7. Konzentrationslager: Häftlinge wurden entrechtet, misshandelt, zur Zwangsarbeit eingesetzt und vielfach ermordet.
  8. Denunziation: Anzeigen aus der Bevölkerung konnten Verfolgung auslösen oder verschärfen.
  9. Verschleierung: Begriffe wie „Schutzhaft“, „Sonderbehandlung“ oder „Euthanasie“ verschleierten Gewalt und Mord.


Politische Gegnerinnen und Gegner

Zu den ersten Verfolgten nach der Machtübernahme 1933 gehörten Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter sowie weitere politische Gegnerinnen und Gegner. Parteien und Gewerkschaften wurden ausgeschaltet, oppositionelle Zeitungen verboten und viele Menschen verhaftet.

Frühe Konzentrationslager dienten zunächst besonders dazu, politische Gegner einzuschüchtern und auszuschalten. Im Lagersystem wurden politische Häftlinge häufig mit einem roten Winkel gekennzeichnet.

Widerstand konnte sehr unterschiedlich aussehen: illegale Flugblätter, geheime Treffen, Hilfe für Verfolgte, Kritik am Regime, Sabotage oder die Mitarbeit in Widerstandsgruppen. Das Risiko reichte von Überwachung und Haft bis zur Todesstrafe.


Sinti und Roma

Sinti und Roma waren bereits vor 1933 Vorurteilen und staatlicher Kontrolle ausgesetzt. Das NS-Regime verschärfte diese Diskriminierung und deutete sie rassistisch um. Menschen wurden registriert, untersucht, entrechtet, deportiert und in Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt.

Der Mord an den europäischen Sinti und Roma war ein Völkermord. Mehrere Hunderttausend Menschen wurden ermordet; Schätzungen reichen bis zu etwa 500.000 Opfern.

Besonders deutlich wird der Zusammenhang von Vorurteil, Verwaltung und Gewalt: Rassistische Forschung, Polizeikarteien und behördliche Entscheidungen schufen Voraussetzungen für Deportation und Mord.

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin erinnert an die Opfer und macht zugleich deutlich, dass ihre Anerkennung in der deutschen Erinnerungskultur lange erkämpft werden musste.


Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen

Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen wurden von den Nationalsozialisten als angeblich „minderwertig“ oder als wirtschaftliche „Belastung“ diffamiert.

Mit dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von 1933 wurden Hunderttausende Menschen gegen ihren Willen sterilisiert. Ab 1939 begann die organisierte Ermordung von Kindern und Erwachsenen.

Die sogenannte Aktion T4 war ein zentral organisiertes Mordprogramm. Der Name bezieht sich auf die Berliner Adresse Tiergartenstraße 4. In sechs Tötungsanstalten wurden mehr als 70.000 Menschen mit Gas ermordet. Auch nach dem offiziellen Stopp der zentralen Aktion im Jahr 1941 gingen Krankenmorde dezentral weiter. Insgesamt wurden im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmorde weit über 200.000 Menschen getötet.

Der Begriff „Euthanasie“ war dabei ein beschönigender Täterbegriff. Es handelte sich nicht um Sterbehilfe, sondern um staatlich organisierte Morde.


Homosexuelle und weitere queere Verfolgte

Besonders homosexuelle Männer wurden durch den verschärften Paragraph 175 verfolgt. Polizei und Gestapo führten Razzien durch, legten Karteien an und nahmen Männer fest. Rund 50.000 Männer wurden während der NS-Zeit wegen homosexueller Handlungen verurteilt. Tausende gelangten in Konzentrationslager; dort wurden viele mit dem rosa Winkel gekennzeichnet.

Die Verfolgung lesbischer Frauen sowie trans- und intergeschlechtlicher Menschen verlief anders und lässt sich nicht vollständig mit der Verfolgung homosexueller Männer gleichsetzen. Sie wurden nicht als einheitliche eigene Häftlingsgruppe erfasst, konnten aber aufgrund ihrer Lebensweise, anderer Zuschreibungen oder zusätzlicher Verfolgungsgründe in den Blick von Polizei und Behörden geraten.

Auch nach 1945 wirkte die Verfolgung fort. Paragraph 175 blieb in der Bundesrepublik zunächst bestehen. Viele Verfolgte wurden deshalb lange nicht als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt.


Zeugen Jehovas

Zeugen Jehovas wurden verfolgt, weil ihre religiösen Überzeugungen mit zentralen Forderungen des NS-Staates kollidierten. Viele verweigerten den Hitlergruß, den Eid auf Hitler und den Kriegsdienst.

Die Gestapo überwachte ihre Treffen und Schriften. Viele Zeugen Jehovas wurden inhaftiert, in Konzentrationslager gebracht oder wegen Kriegsdienstverweigerung hingerichtet. Im Lagersystem wurden sie häufig mit einem violetten Winkel gekennzeichnet.

Ihre Verfolgung zeigt, dass das Regime nicht nur Menschen nach angeblich „rassischen“ Kriterien ausgrenzte. Auch religiöse Überzeugungen konnten als politische Gefahr betrachtet werden, wenn Menschen dem Anspruch des Staates auf vollständige Unterordnung widersprachen.


Als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ Verfolgte

Die Begriffe „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ waren stigmatisierende Kategorien des NS-Staates. Sie konnten Menschen treffen, die arm oder wohnungslos waren, bettelten, als alkoholkrank galten, Sexarbeit leisteten oder aus anderen Gründen nicht in die gesellschaftlichen Normen des Regimes passten.

Diese Gruppen waren nicht einheitlich. Gerade die Unschärfe der Begriffe gab Polizei und Behörden großen Spielraum. Menschen konnten ohne reguläres Strafverfahren in sogenannte Vorbeugungshaft und in Konzentrationslager gebracht werden.

Im Lager wurden als „Asoziale“ bezeichnete Menschen häufig mit einem schwarzen Winkel, als „Berufsverbrecher“ bezeichnete Häftlinge mit einem grünen Winkel gekennzeichnet.

Ihre Anerkennung als NS-Opfer erfolgte besonders spät. Erst 2020 erkannte der Deutsche Bundestag die als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ Verfolgten ausdrücklich als Opfer des Nationalsozialismus an.


Schwarze Menschen in Deutschland

Auch Schwarze Deutsche und andere Schwarze Menschen in Deutschland waren rassistischer Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Die nationalsozialistische Ideologie erklärte sie zu angeblich „rassisch Minderwertigen“.

Ein besonders schweres Verbrechen waren Zwangssterilisationen, unter anderem an Kindern mit afrikanischen Vätern und deutschen Müttern. Daneben gab es Ausgrenzung aus Schule und Beruf, rassistische Überwachung und weitere Formen staatlicher Verfolgung.

Es gab jedoch kein einheitliches zentral gesteuertes Vernichtungsprogramm gegen Schwarze Menschen, das mit der Shoah oder dem Völkermord an Sinti und Roma gleichgesetzt werden könnte. Gerade deshalb ist es wichtig, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Verfolgungsformen genau zu untersuchen.


Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter

Während des Zweiten Weltkriegs verschleppte das Deutsche Reich Millionen Menschen aus besetzten Ländern zur Arbeit nach Deutschland und in andere vom NS-Staat kontrollierte Gebiete.

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen unterschieden sich nach Herkunft und rassistischer Einstufung. Besonders Menschen aus Polen und der Sowjetunion waren extremen Vorschriften, schlechter Versorgung, Gewalt und harter Arbeit ausgesetzt.

Zwangsarbeit fand nicht nur in großen Rüstungsbetrieben statt. Auch kleinere Firmen, Landwirtschaft, Kommunen, Kirchen und Privathaushalte konnten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter einsetzen. Dadurch war das System im Alltag vieler Orte sichtbar.


Unangepasste Jugendliche, Deserteure und weitere Verfolgte

Auch Jugendliche konnten verfolgt werden, wenn sie sich der Gleichschaltung widersetzten, verbotene Musik hörten, eigene Gruppen bildeten oder sich dem Zugriff von Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel entzogen. Beispiele sind Teile der Edelweißpiraten oder der Swing-Jugend.

Soldaten, die desertierten oder als „Wehrkraftzersetzer“ verurteilt wurden, konnten mit langen Haftstrafen oder dem Tod bestraft werden. Auch hier dauerte die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung als Opfer des NS-Unrechts lange.

Weitere Menschen wurden wegen religiöser Überzeugungen, tatsächlicher oder angeblicher Widerstandstätigkeit, ihrer Herkunft oder wegen Verstößen gegen rassistische Besatzungsregeln verfolgt.


Vom Vorurteil zum Verbrechen

Ausgrenzung geschah nicht in einem einzigen Schritt. Häufig lässt sich eine Eskalation beobachten:

  1. Menschen wurden durch Sprache und Propaganda abgewertet.
  2. Behörden erfassten und kategorisierten sie.
  3. Gesetze und Verordnungen schränkten ihre Rechte ein.
  4. Polizei und Justiz kontrollierten, verhafteten oder verurteilten sie.
  5. Eigentum, Beruf, Wohnung oder soziale Beziehungen konnten verloren gehen.
  6. Betroffene wurden in Gefängnisse, Heime oder Konzentrationslager gebracht.
  7. Zwangsarbeit, medizinische Gewalt und Mord konnten folgen.

Diese Entwicklung war nicht automatisch. Sie wurde von Menschen beschlossen, organisiert, umgesetzt, unterstützt oder hingenommen. Deshalb gehört zur historischen Analyse immer auch die Frage nach Verantwortung und Handlungsspielräumen.


Erinnerung nach 1945

Nach 1945 wurden nicht alle NS-Verfolgten gleichermaßen anerkannt. Manche Gruppen erhielten erst sehr spät Entschädigung oder öffentliches Gedenken. Vorurteile, die bereits vor 1933 bestanden hatten, wirkten weiter.

Besonders homosexuelle Männer, Sinti und Roma sowie als „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ Verfolgte mussten lange um Anerkennung kämpfen. Auch die Opfer der Krankenmorde wurden in vielen Familien und Institutionen jahrzehntelang kaum öffentlich thematisiert.

Erinnerungskultur verändert sich deshalb. Denkmäler, Stolpersteine, Gedenkstätten, Archive, Forschungsprojekte und Biografien können dazu beitragen, Verfolgte wieder als einzelne Menschen mit Namen und Lebensgeschichte sichtbar zu machen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Gruppe gehörte zu den ersten politischen Verfolgten nach 1933? (Kommunisten und Sozialdemokraten) (!NSDAP-Funktionäre) (!Mitglieder der Hitlerjugend) (!Wehrmachtsoffiziere allgemein)




Wozu diente das Kennzeichnungssystem mit farbigen Winkeln in Konzentrationslagern? (Zur Einteilung von Häftlingen nach zugeschriebenen Kategorien) (!Zur Kennzeichnung ihrer Schulbildung) (!Zur Anzeige ihres genauen Geburtsortes) (!Zur Festlegung ihrer Essensrationen nach Alter)




Welche Aussage beschreibt die Verfolgung von Sinti und Roma zutreffend? (Sie wurden rassistisch verfolgt und Opfer eines Völkermords) (!Sie wurden nur wegen politischer Opposition verfolgt) (!Sie waren von Konzentrationslagern ausgenommen) (!Ihre Verfolgung endete bereits 1935)




Was war die sogenannte Aktion T4? (Ein organisiertes Mordprogramm an Menschen mit Behinderungen und Erkrankungen) (!Ein Programm zur Förderung von Krankenhäusern) (!Eine Widerstandsgruppe gegen Hitler) (!Ein Evakuierungsplan für Berlin)




Welche Personengruppe wurde besonders durch den verschärften Paragraph 175 verfolgt? (Homosexuelle Männer) (!Zeugen Jehovas) (!Politische Gegnerinnen) (!Zwangsarbeiter aus Polen)




Warum wurden Zeugen Jehovas vom NS-Regime verfolgt? (Weil viele zentrale Loyalitätsforderungen des Regimes ablehnten) (!Weil sie eine politische Partei gründeten) (!Weil sie ausschließlich im Ausland lebten) (!Weil sie Teil der Wehrmachtführung waren)




Was zeigt die Kategorie „Asoziale“ besonders deutlich? (Dass stigmatisierende Zuschreibungen großen staatlichen Spielraum schaffen konnten) (!Dass nur rechtskräftig verurteilte Straftäter betroffen waren) (!Dass Armut im NS-Staat nicht verfolgt wurde) (!Dass diese Kategorie nur für Ausländer verwendet wurde)




Was war eine Funktion von Bürokratie bei der NS-Verfolgung? (Sie erfasste Menschen und organisierte Verfolgungsmaßnahmen) (!Sie schützte automatisch alle Minderheiten) (!Sie verhinderte Deportationen grundsätzlich) (!Sie arbeitete vollständig unabhängig vom Regime)




Welche Aussage zur Verfolgung verschiedener Opfergruppen ist wichtig? (Verfolgungsgründe und Verfolgungsformen müssen unterschieden werden) (!Alle Gruppen wurden aus exakt demselben Grund verfolgt) (!Alle Gruppen wurden mit demselben Zeichen gekennzeichnet) (!Alle Gruppen wurden nach 1945 sofort anerkannt)




Warum ist Erinnerungskultur auch ein Thema der Gegenwart? (Weil Anerkennung und öffentliche Erinnerung sich historisch verändert haben) (!Weil alle Opfergruppen schon 1945 vollständig entschädigt wurden) (!Weil historische Forschung seit 1945 verboten ist) (!Weil Gedenkstätten nur militärische Ereignisse behandeln)





Memory

Roter Winkel Politische Häftlinge
Rosa Winkel Homosexuelle Männer
Violetter Winkel Zeugen Jehovas
Aktion T4 Krankenmorde
Paragraph 175 Strafverfolgung männlicher Homosexualität
Antiziganismus Feindbilder gegen Sinti und Roma
Denunziation Anzeige bei Behörden





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Propaganda Verbreitung von Feindbildern
Bürokratie Erfassung und Kategorisierung
Justiz Strafrechtliche Verfolgung
Zwangsarbeit Ausbeutung unter Zwang
Gedenkstätte Erinnerung und historische Bildung




...


Kreuzworträtsel

Widerstand Wie nennt man Handlungen gegen die nationalsozialistische Herrschaft?
Ausgrenzung Wie heißt der Ausschluss von Menschen aus Gesellschaft und Rechten?
Denunziation Wie heißt das Anzeigen anderer Menschen bei Behörden?
Sterilisation Welche Zwangsmaßnahme sollte Betroffene an Fortpflanzung hindern?
Zwangsarbeit Wie heißt Arbeit, die Menschen gegen ihren Willen leisten müssen?
Propaganda Wie nennt man gezielte politische Beeinflussung durch Medien und Botschaften?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Nationalsozialisten wollten eine angeblich einheitliche

schaffen. Politische Gegner gehörten zu den ersten Menschen, die nach 1933 in

gebracht wurden. Sinti und Roma wurden aus rassistischen Gründen verfolgt und Opfer eines

. Die organisierte Ermordung vieler Menschen mit Behinderungen wurde unter anderem als Aktion

bekannt. Homosexuelle Männer wurden besonders durch den verschärften Paragraphen

verfolgt. Zeugen Jehovas verweigerten häufig zentrale Loyalitätsforderungen des

. Stigmatisierende Begriffe wie „Asoziale“ ermöglichten Behörden große

. Die Erfassung von Menschen in Akten und Karteien zeigt die Bedeutung der

. Anzeigen durch andere Personen werden als

bezeichnet. Nach 1945 dauerte die gesellschaftliche Anerkennung vieler Opfergruppen oft noch

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Opfergruppe: Erstelle ein Kurzporträt einer im aiMOOC behandelten Opfergruppe und erkläre in eigenen Worten, warum sie verfolgt wurde.
  2. Begriffsarbeit: Wähle drei Täterbegriffe wie „Asoziale“, „Schutzhaft“ oder „Euthanasie“ und erkläre, warum ihre Sprache problematisch oder verschleiernd ist.
  3. Gedenkort: Suche einen Gedenkort in Deiner Region, der an NS-Verfolgte erinnert, und dokumentiere ihn mit Foto, Skizze oder kurzer Beschreibung.
  4. Zeitleiste: Gestalte eine kleine Zeitleiste mit fünf Stationen, die zeigt, wie Ausgrenzung in Verfolgung übergehen konnte.


Standard

  1. Biografiearbeit: Recherchiere die Lebensgeschichte eines verfolgten Menschen und zeige, welche Behörden oder Institutionen an seiner Verfolgung beteiligt waren.
  2. Quellenanalyse: Untersuche eine historische Verordnung, einen Meldebogen oder eine Häftlingskennzeichnung und formuliere Fragen an die Quelle.
  3. Erinnerungskultur: Vergleiche zwei Denkmäler für unterschiedliche NS-Opfergruppen und untersuche, wie sie Erinnerung gestalten.
  4. Podcast: Produziere einen fünfminütigen Podcast über einen Mechanismus der Ausgrenzung und verbinde ihn mit mindestens einer konkreten Biografie.


Schwer

  1. Vergleich: Vergleiche zwei Opfergruppen und arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Verfolgungsgrund, Institutionen, Maßnahmen und Erinnerung nach 1945 heraus.
  2. Lokale Geschichte: Recherchiere in einem Stadtarchiv, einer Gedenkstätte oder einer digitalen Datenbank nach NS-Verfolgten aus Deiner Region und präsentiere die Ergebnisse quellenkritisch.
  3. Ausstellung: Entwickle eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Vom Vorurteil zur Verfolgung“ und verbinde historische Quellen, Biografien und heutige Erinnerungsorte.
  4. Interviewprojekt: Führe ein Interview mit einer Person aus einer Gedenkstätte, einem Archiv oder einer Erinnerungsinitiative über die Frage, warum manche Opfergruppen lange wenig beachtet wurden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Mechanismen der Verfolgung: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, wie Ideologie, Bürokratie und Polizei zusammenwirken konnten.
  2. Historischer Vergleich: Vergleiche die Verfolgung homosexueller Männer mit der Verfolgung von Zeugen Jehovas und benenne mindestens zwei Unterschiede und eine Gemeinsamkeit.
  3. Urteilsbildung: Beurteile die Aussage „Ausgrenzung beginnt erst mit staatlicher Gewalt“ anhand der im aiMOOC behandelten Beispiele.
  4. Quellenkritik: Erkläre, warum Begriffe aus NS-Akten nicht unkritisch als neutrale Bezeichnungen übernommen werden sollten.
  5. Erinnerungspolitik: Entwickle eine begründete Erklärung dafür, warum manche Opfergruppen erst Jahrzehnte nach 1945 stärker öffentlich anerkannt wurden.
  6. Transfer: Formuliere drei Warnzeichen dafür, dass staatliche Kategorisierung und gesellschaftliche Vorurteile die Rechte von Minderheiten gefährden können, ohne historische Situationen gleichzusetzen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. wichtige Opfergruppen des Nationalsozialismus benennen und ihre unterschiedlichen Verfolgungsgründe erklären kannst,
  2. zwischen rassistischer, politischer, religiöser, sozialer und strafrechtlicher Verfolgung unterscheiden kannst,
  3. zentrale Mechanismen wie Propaganda, Gesetzgebung, Bürokratie, Polizei, Justiz, Medizin und Lagerhaft in Zusammenhang bringen kannst,
  4. Täterbegriffe und beschönigende Sprache kritisch einordnen kannst,
  5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Verfolgungsgeschichten sachlich darstellen kannst,
  6. eine historische Quelle oder Biografie quellenkritisch untersuchen kannst,
  7. erklären kannst, warum Anerkennung und Erinnerung nach 1945 für verschiedene Gruppen unterschiedlich verliefen,
  8. eine begründete historische Bewertung formulierst, ohne unterschiedliche Opfererfahrungen gleichzusetzen.




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