Ten Years After - I'm going home


Ten Years After - I'm going home
Ten Years After - I'm going home
Einleitung
Ten Years After - I'm going home führt Dich in einen der bekanntesten Live-Titel des britischen Bluesrock ein. Im Mittelpunkt stehen nicht lange Erklärungen, sondern das genaue Hören: schnelle Licks, ein drängender Groove, musikalische Kommunikation und die Energie einer Band, die einen Song auf der Bühne immer neu formt.
Die erste veröffentlichte Fassung erschien 1968 auf dem Livealbum Undead. Weltberühmt wurde das Stück durch den Auftritt von Ten Years After beim Woodstock-Festival am 17. August 1969 und durch seine Verwendung im späteren Konzertfilm und auf dem Soundtrack.[1]

Die Band
Die klassische Besetzung bestand aus Alvin Lee an Gitarre und Gesang, Leo Lyons am Bass, Ric Lee am Schlagzeug und Chick Churchill an Orgel und Keyboard. Die 1966 gegründete Band verband Blues, Rock ’n’ Roll, Jazz und harte Rockklänge zu einem beweglichen Live-Sound.[2]
- Alvin Lee: schnelle Läufe, rauer Gesang, starke Bühnenpräsenz
- Leo Lyons: bewegliche Basslinien und sichtbare Interaktion mit der Gitarre
- Ric Lee: treibender Puls, Akzente und dynamische Steigerungen
- Chick Churchill: Orgelklang, harmonische Fläche und rhythmische Verdichtung

Besonderheiten des Songs
I'm going home ist weniger ein fest abgeschlossenes Studiostück als ein offenes Live-Modell. Gesangsteile, Gitarrensoli, Breaks und spontane Übergänge können unterschiedlich lang ausfallen.
- Live-Ursprung: Schon die erste Albumfassung war eine Konzertaufnahme.
- Offene Form: Die Band kann Abschnitte verlängern, verkürzen oder steigern.
- Medley-Prinzip: Livefassungen greifen Motive älterer Blues- und Rock-’n’-Roll-Stücke wie Baby Please Don't Go, Blue Suede Shoes oder Whole Lotta Shakin' Goin' On auf.[3]
- Virtuosität: Alvin Lees Geschwindigkeit wirkt nicht allein durch viele Töne, sondern durch Akzente, Wiederholungen, Pausen und Steigerungen.
- Rückkehr: Nach ausgedehnten Solopassagen kehrt die Band zum Hauptmotiv zurück.
Musik-Sprache
| Fachbegriff | Das kannst Du hören |
|---|---|
| Riff | Eine kurze, wiederkehrende Tonfolge gibt dem Stück Wiedererkennung. |
| Lick | Kleine melodische Bausteine werden verändert und neu kombiniert. |
| Pentatonik | Fünftönige Skalen bilden eine wichtige Grundlage der Soli. |
| Bluestonleiter | Zusätzliche Blue Notes erzeugen Spannung und einen rauen Ausdruck. |
| Bending | Eine Saite wird gezogen, sodass der Ton hörbar ansteigt. |
| Vibrato | Ein gehaltener Ton schwankt leicht in seiner Höhe. |
| Call and Response | Stimme, Gitarre und Band reagieren wie in einem musikalischen Gespräch. |
| Break | Der durchgehende Fluss wird kurz unterbrochen und danach verstärkt fortgesetzt. |
| Improvisation | Ein Teil der Musik entsteht im Moment der Aufführung. |
| Dynamik | Lautstärke, Dichte und Energie werden gezielt gesteigert oder zurückgenommen. |

Hörkarte
Höre eine Livefassung und orientiere Dich an fünf Phasen. Die genaue Dauer kann je nach Aufnahme abweichen.
- Eröffnung: Gitarre und Band setzen das zentrale Bewegungsmuster.
- Gesang: Kurze Textzeilen und Wiederholungen schaffen Direktheit.
- Gitarrendialog: Sololicks werden von Bass und Schlagzeug beantwortet.
- Rock-’n’-Roll-Medley: Bekannte Stilzitate verdichten das Stück.
- Finale: Tempoempfinden, Tonzahl und Lautstärke steigern sich bis zum Schluss.
Gitarre und Klang
Alvin Lee spielte häufig seine rote Gibson ES-335, eine elektrische Halbresonanzgitarre. Sein Klang verbindet einen klaren Anschlag mit Verzerrung, schnellen Tonfolgen und deutlich artikulierten Saitenziehern. Die Gitarre wird dadurch zugleich Melodieinstrument, Rhythmusinstrument und Bühnenstimme.

Typische Spielmittel sind:
- Wiederholung: Ein kurzes Lick wird mehrfach gespielt und verdichtet.
- Sequenz: Ein Motiv wird auf anderen Tonhöhen wiederholt.
- Bending und Vibrato: Einzelne Töne erhalten eine fast gesungene Qualität.
- Temposchub: Schnelle Läufe erzeugen Dringlichkeit.
- Pause: Kurze Stille macht den nächsten Einsatz wirkungsvoller.
Blues und Rock ’n’ Roll
Das Stück folgt nicht durchgehend einem einzigen starren Schema. Dennoch hörst Du typische Elemente des zwölftaktigen Blues, der Bluestonleiter und des schnellen Rock ’n’ Roll. Gerade der Wechsel zwischen vertrautem Grundmodell und freier Livegestaltung macht den Song spannend.

Woodstock und Wirkung
Der Woodstock-Auftritt machte Ten Years After international deutlich bekannter. Entscheidend war nicht nur die Geschwindigkeit der Gitarre: Filmaufnahme, Nahbilder, Bühnengesten und Publikumsreaktionen verwandelten die Darbietung in ein starkes audiovisuelles Ereignis. Der Song zeigt deshalb auch, wie Musikfilm, Konzert und Medienwirkung zusammenarbeiten.

Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Auf welchem Album erschien die erste veröffentlichte Fassung von I'm going home? (Undead) (!Stonedhenge) (!Cricklewood Green) (!A Space in Time)
Bei welchem Festival wurde die bekannteste Fassung des Songs 1969 gespielt? (Woodstock) (!Monterey) (!Glastonbury) (!Wacken)
Wer spielte in der klassischen Besetzung die Leadgitarre? (Alvin Lee) (!Leo Lyons) (!Ric Lee) (!Chick Churchill)
Welcher Begriff bezeichnet eine kurze wiederkehrende musikalische Figur? (Riff) (!Kadenz) (!Libretto) (!Requiem)
Was bedeutet Bending auf der Gitarre? (Eine Saite wird gezogen und der Ton steigt) (!Die Gitarre wird leiser gestimmt) (!Der Rhythmus wird vollständig angehalten) (!Zwei Gitarren werden gleichzeitig gespielt)
Welche Skala ist für viele Bluesrock-Soli besonders wichtig? (Bluestonleiter) (!Ganztonleiter) (!Kirchentonleiter ohne Grundton) (!Chromatische Tonleiter ohne Auswahl)
Was beschreibt Call and Response? (Musikalische Frage und Antwort) (!Eine Aufnahme ohne Publikum) (!Ein gleichbleibender Dauerton) (!Das Stimmen der Instrumente)
Welche Funktion hat ein Break häufig? (Es unterbricht kurz den Fluss und verstärkt den Wiedereinsatz) (!Es beendet jedes Stück sofort) (!Es ersetzt den Grundschlag dauerhaft) (!Es entfernt alle Instrumente aus der Aufnahme)
Warum können verschiedene Livefassungen des Songs unterschiedlich lang sein? (Weil Teile improvisiert und erweitert werden) (!Weil jede Aufnahme schneller abgespielt wird) (!Weil der Song keine Instrumente enthält) (!Weil nur der Text wiedergegeben wird)
Welches Instrument spielte Chick Churchill? (Orgel und Keyboard) (!Saxofon) (!Kontrabass) (!Trompete)
Memory
| Alvin Lee | Gitarre und Gesang |
| Leo Lyons | Bass |
| Ric Lee | Schlagzeug |
| Chick Churchill | Orgel |
| Riff | Wiederkehrende Tonfigur |
| Bending | Gezogener Ton |
| Woodstock | Festivalauftritt 1969 |
| Undead | Livealbum von 1968 |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Musikalische Funktion |
|---|---|
| Riff | Wiedererkennbares Grundmotiv |
| Vibrato | Schwankung eines gehaltenen Tons |
| Break | Kurze Unterbrechung des musikalischen Flusses |
| Improvisation | Gestaltung im Moment der Aufführung |
| Dynamik | Veränderung von Lautstärke und Energie |
| Medley | Verbindung mehrerer musikalischer Vorlagen |
Kreuzworträtsel
| Woodstock | Bei welchem Festival entstand die berühmteste Fassung? |
| Bluesrock | Welches Genre verbindet Blues und Rock? |
| Undead | Wie heißt das Livealbum von 1968? |
| Improvisation | Wie heißt spontanes musikalisches Gestalten? |
| Pentatonik | Welche fünftönige Skala prägt viele Soli? |
| Churchill | Wie lautet der Nachname des Keyboarders? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Notiere beim Anhören fünf Stellen, an denen sich Lautstärke, Dichte oder Energie verändern.
- Instrumentenkunde: Ordne Gitarre, Bass, Schlagzeug und Orgel ihren hörbaren Aufgaben im Song zu.
- Musikwortschatz: Erkläre die Begriffe Riff, Lick, Break und Bending mit eigenen Worten.
- Covergestaltung: Entwirf ein alternatives Konzertplakat für den Woodstock-Auftritt von Ten Years After.
Standard
- Formanalyse: Erstelle eine grafische Hörkarte mit Gesang, Solo, Medley und Finale.
- Versionsvergleich: Vergleiche die Woodstock-Fassung mit einer weiteren Liveaufnahme und beschreibe mindestens fünf Unterschiede.
- Bandkommunikation: Untersuche, wie Bass und Schlagzeug auf die Leadgitarre reagieren.
- Podcast: Produziere einen dreiminütigen Audiobeitrag über die Wirkung des Songs, ohne längere Musik- oder Textausschnitte zu übernehmen.
Schwer
- Improvisationsprojekt: Entwickle über einem Bluesmodell ein eigenes Solo mit Wiederholung, Sequenz, Pause und Steigerung.
- Medienanalyse: Untersuche, wie Kameraführung und Schnitt des Woodstock-Films die Wahrnehmung von Virtuosität beeinflussen.
- Stilgeschichte: Recherchiere die im Medley aufgegriffenen Blues- und Rock-’n’-Roll-Traditionen und stelle ihre Verbindung zum Song dar.
- Konzertkonzept: Plane eine moderne Liveinszenierung, die die offene Form des Songs erhält, aber neue Klangmittel verwendet.


Lernkontrolle
- Transferanalyse: Erkläre, warum ein sehr einfacher Text trotzdem Teil einer komplexen musikalischen Wirkung sein kann.
- Vergleich: Übertrage die Begriffe Riff, Break und Improvisation auf einen selbst gewählten Song eines anderen Genres.
- Wirkungsmodell: Zeige an drei Beispielen, wie Tempo, Lautstärke und Wiederholung gemeinsam Spannung erzeugen.
- Live und Studio: Begründe, welche musikalischen Möglichkeiten eine offene Liveform bietet und welche Risiken sie mit sich bringt.
- Medienkompetenz: Beurteile, ob die Berühmtheit der Woodstock-Fassung eher durch die Musik, die Filmaufnahmen oder das historische Ereignis entstand.
- Ensemblepraxis: Entwickle Regeln, mit denen eine Band lange Soli begleitet, ohne dass der musikalische Zusammenhang verloren geht.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sollst Du zeigen, dass Du:
- zentrale Merkmale von Ten Years After - I'm going home hörend erkennst,
- die Aufgaben der vier Instrumentalisten beschreiben kannst,
- mindestens fünf Begriffe der Musik-Sprache korrekt anwendest,
- eine Livefassung strukturiert analysierst,
- Improvisation, Medley und offene Form voneinander unterscheidest,
- die Wirkung des Woodstock-Films kritisch einordnest,
- eigene musikalische oder mediale Gestaltungsideen nachvollziehbar begründest.
Quellen und Medienhinweise
- Wikipedia: Ten Years After
- Wikimedia Commons: Ten Years After
- Bethel Woods Center: Ten Years After
- Offizielle Website von Ten Years After
- Guitar World: Interview mit Leo Lyons
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