Rom und Germania - Deutschland

Rom und Germania - Deutschland
Rom und Germania - Deutschland
Einleitung
Vor ungefähr 2000 Jahren gab es noch kein Deutschland als Staat. Auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands trafen unterschiedliche Welten aufeinander: das Römische Reich und zahlreiche Gruppen, die römische Autoren unter dem Sammelbegriff Germanen zusammenfassten. Diese Gruppen bildeten aber kein gemeinsames Volk mit einer Regierung. Sie hatten unterschiedliche Namen, Siedlungsgebiete, Bündnisse und Interessen.
Die Römer nannten große Gebiete östlich des Rheins und nördlich der Donau Germania magna. Teile des heutigen West- und Süddeutschlands gehörten dagegen zeitweise zum Römischen Reich. Deshalb ist wichtig: Germania war nicht einfach das antike Deutschland. Moderne Grenzen lassen sich nicht auf die Antike übertragen.
Zwischen Römern und germanischen Gruppen gab es nicht nur Krieg. Menschen handelten miteinander, dienten in Armeen, schlossen Verträge, tauschten Waren und übernahmen einzelne Gewohnheiten voneinander. Gleichzeitig kam es immer wieder zu Konflikten. Besonders bekannt sind die Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. und der spätere Limes.

Die Karte zeigt römische Herrschafts- und Einflussräume in Germanien. Karten sind Modelle: Grenzen waren in der Antike oft weniger eindeutig als heutige Staatsgrenzen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du wichtige Zusammenhänge zwischen Rom und Germania erklären.
- Germania und Deutschland unterscheiden: Du kannst erklären, warum Germania kein früher deutscher Nationalstaat war.
- Grenzen beschreiben: Du kannst die Bedeutung von Rhein, Donau und Limes für römische Herrschaft einordnen.
- Konflikte erklären: Du kennst Ursachen und Folgen wichtiger Auseinandersetzungen.
- Kontakte untersuchen: Du kannst zeigen, dass Grenzräume auch Räume des Handels und Austauschs waren.
- Quellen kritisch lesen: Du kannst römische Texte und archäologische Funde miteinander vergleichen.
Germania und das Gebiet des heutigen Deutschlands
Was bedeutete „Germania“?
Für Römer war Germania eine Bezeichnung für Gebiete nördlich und östlich ihrer Reichsgrenzen sowie für bestimmte römische Provinzen am Rhein. Antike Autoren beschrieben dort viele verschiedene Gruppen, zum Beispiel Cherusker, Chatten, Friesen, Brukterer oder Markomannen.
Diese Gruppen verstanden sich nicht als einheitliche „deutsche Nation“. Der Begriff Germanen ist deshalb ein Sammelbegriff. Er hilft bei der Orientierung, kann aber leicht zu falschen Vorstellungen führen, wenn man sich „die Germanen“ wie ein einziges Volk vorstellt.
Große Teile des heutigen Deutschlands lagen zeitweise im Einflussbereich Roms. Westlich des Rheins entstanden römische Städte, Straßen und Militärlager. Im Süden reichte römische Herrschaft über die Donau hinaus in Gebiete zwischen Rhein und Donau. Andere Regionen blieben außerhalb dauerhafter römischer Provinzverwaltung.
Das Video von MrWissen2go Geschichte / Terra X erklärt, warum „die Germanen“ kein einheitliches Volk waren.
Natürliche und gebaute Grenzen
Der Rhein und die Donau waren wichtige Verkehrswege und zugleich häufig Grenzräume. Flüsse waren jedoch keine undurchdringlichen Mauern. Menschen, Waren und Armeen konnten sie überqueren.
Später bauten die Römer in Teilen des heutigen Deutschlands den Obergermanisch-Raetischen Limes aus. Dieser bestand je nach Abschnitt aus Straßen, Wachtürmen, Palisaden, Gräben, Mauern und Kastellen. Der Limes war nicht einfach eine durchgehende Mauer. Er half, Bewegungen zu beobachten, Übergänge zu kontrollieren, Abgaben zu organisieren und Truppen bereitzuhalten.

Die Karte zeigt den Verlauf des Obergermanisch-Raetischen Limes zwischen Rhein und Donau.
Rom greift nach Germanien
Römische Expansion unter Augustus
Unter Kaiser Augustus versuchte Rom, seine Herrschaft östlich des Rheins auszudehnen. Römische Heere zogen tief in germanische Gebiete. Sie legten Lager und Wege an und versuchten, politische Kontrolle aufzubauen.
Römische Macht beruhte nicht nur auf Waffen. Das Reich nutzte Verwaltung, Bündnisse, Steuern, Bürgerrechte und Militärdienst. Menschen aus unterworfenen oder verbündeten Gruppen konnten in den Auxiliartruppen dienen. So kamen sie mit römischer Sprache, Ausrüstung, Organisation und Lebensweise in Berührung.

Rekonstruktion eines römischen Legionärs mit Marschgepäck. Solche Darstellungen helfen, Ausrüstung zu verstehen, sind aber moderne Rekonstruktionen.
Planet Schule zeigt, wie Organisation, Ausrüstung und Befestigungen zur Stärke der römischen Armee beitrugen.
Die Varusschlacht
Arminius zwischen zwei Welten
Arminius gehörte zu den Cheruskern. Er hatte im römischen Heer gedient, besaß das römische Bürgerrecht und kannte römische Militärstrukturen. Trotzdem stellte er sich gegen Rom.
Im Jahr 9 n. Chr. führte der römische Statthalter Varus drei Legionen mit Hilfstruppen und Tross durch Germanien. Ein von Arminius geführtes Bündnis mehrerer germanischer Gruppen griff die römischen Truppen an. Das römische Heer erlitt eine schwere Niederlage.
Wichtig ist: Nicht „alle Germanen“ kämpften gemeinsam gegen „die Römer“. Einige germanische Gruppen waren mit Rom verbündet, andere standen Rom feindlich gegenüber. Auch innerhalb einzelner Gruppen gab es unterschiedliche Interessen.
Kalkriese und die Archäologie
Die antiken Schriftquellen nennen keinen modernen Ort, an dem man die gesamte Schlacht einfach auf einer Karte markieren könnte. Die Fundregion Kalkriese bei Osnabrück gilt heute als besonders wichtiger archäologischer Ort im Zusammenhang mit der Varusschlacht. Dort wurden zahlreiche römische Funde entdeckt. Über den genauen Ablauf und die Ausdehnung der Kämpfe wird weiter geforscht.

Die sogenannte Kalkriese-Maske gehört zu den bekanntesten römischen Funden aus der Fundregion.

Rekonstruktion einer Geländesituation in Kalkriese. Rekonstruktionen zeigen eine mögliche Vorstellung des früheren Zustands, sind aber keine Fotografie der Vergangenheit.
Terra X untersucht Ursachen, Verlauf und Deutungen der Varusschlacht.
Folgen der Niederlage
Die Niederlage von 9 n. Chr. bedeutete nicht, dass Rom Germanien sofort vollständig aufgab. Unter Germanicus unternahmen römische Truppen zwischen 14 und 16 n. Chr. weitere große Feldzüge östlich des Rheins.
Danach konzentrierte Rom seine dauerhafte Herrschaft stärker auf die Gebiete entlang des Rheins, der Donau und später des Limes. Das bedeutete aber keineswegs das Ende der Beziehungen. Kontakte über die Grenze hinweg blieben wichtig.
Der Limes als Grenz- und Kontaktzone
Kein zweiter „Eiserner Vorhang“
Wenn Du das Wort Grenze hörst, denkst Du vielleicht an einen Zaun zwischen zwei Staaten. Der römische Limes funktionierte anders. Er bestand aus vielen einzelnen Anlagen. Kastelle lagen an wichtigen Wegen. Wachtürme ermöglichten Beobachtung und Signalübermittlung. Übergänge konnten kontrolliert werden.
Der Obergermanisch-Raetische Limes erreichte in seiner späteren Ausbaustufe eine Länge von ungefähr 550 Kilometern. Er verlief vom Rhein bis zur Donau. An manchen Stellen gab es Palisaden, Gräben oder Mauern, an anderen spielten natürliche Hindernisse eine größere Rolle.

Eine Karte des Limes in der Zeit des Kaisers Antoninus Pius im 2. Jahrhundert n. Chr.
Kastelle und Soldaten
Entlang der Grenze lebten nicht nur Soldaten. In der Nähe von Kastellen entstanden häufig zivile Siedlungen. Händler, Handwerker, Familien und Reisende kamen mit dem Militär in Kontakt.
Das Kastell Saalburg im heutigen Hessen wurde in der Neuzeit weitgehend rekonstruiert. Es vermittelt heute eine Vorstellung davon, wie ein römisches Kastell aufgebaut sein konnte. Die heutige Anlage ist also kein vollständig erhaltenes Originalgebäude aus der Antike.

Das rekonstruierte Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg.
Terra X erklärt Aufbau und Funktion des Limes.
Kontakte zwischen Römern und germanischen Gruppen
Handel über die Grenze
An einer Grenze endet Handel nicht automatisch. Zwischen dem Römischen Reich und Gebieten jenseits des Limes wurden Waren ausgetauscht. Aus römischen Gebieten gelangten unter anderem Keramik, Glasgefäße, Metallwaren, Schmuck und Textilien nach Norden. In die andere Richtung wurden beispielsweise Vieh, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Felle und Bernstein gehandelt. Auch versklavte Menschen wurden in der Antike verkauft. Das zeigt die gewaltsame Seite damaliger Wirtschaftsbeziehungen.
Archäologische Funde sind hier besonders wichtig. Wenn römische Münzen, Gefäße oder andere Gegenstände weit außerhalb des Reiches auftauchen, fragen Forschende: Wurden sie gekauft, verschenkt, als Sold bezahlt, geraubt oder auf andere Weise weitergegeben?

Römische Glasgefäße, die in Deutschland gefunden wurden. Solche Funde zeigen die Reichweite römischer Produktion und Handelsnetze.
Menschen in Bewegung
Nicht nur Waren überquerten Grenzen. Menschen dienten als Soldaten, arbeiteten als Händler, wurden als Geiseln ausgetauscht, reisten als Gesandte oder lebten zeitweise auf der jeweils anderen Seite.
Arminius ist ein besonders bekanntes Beispiel für diese Verflechtung: Er war Cherusker und zugleich mit der römischen Militärwelt eng vertraut. Andere Männer aus Grenzregionen dienten in römischen Hilfstruppen und konnten nach langer Dienstzeit das römische Bürgerrecht erhalten.
Darum lässt sich die Geschichte nicht sinnvoll als einfache Geschichte von zwei völlig getrennten Blöcken erzählen.
Alltag jenseits der römischen Städte
Viele germanische Gemeinschaften lebten in ländlichen Siedlungen. Häuser bestanden häufig aus Holz, Lehm und anderen regional verfügbaren Materialien. Landwirtschaft und Viehhaltung waren wichtige Lebensgrundlagen. Archäologische Rekonstruktionen versuchen, aus Pfostenlöchern, Werkzeugen, Keramik und anderen Funden frühere Lebenswelten nachzubauen.

Rekonstruiertes Haus und Backofen in einem Freilichtmuseum. Solche Nachbauten beruhen auf archäologischen Erkenntnissen, bleiben aber Rekonstruktionen.
Konflikte im 2. und 3. Jahrhundert
Auch nach der Zeit des Augustus blieb die Grenze unruhig. Manche Gruppen schlossen Verträge mit Rom, andere griffen römisches Gebiet an. Rom führte seinerseits Feldzüge über die Grenze.
Im 3. Jahrhundert geriet das Römische Reich in schwere Krisen. Gleichzeitig traten größere germanische Verbände wie die Alamannen stärker in Erscheinung. Um 259/260 n. Chr. gab Rom die rechtsrheinischen Gebiete des sogenannten Dekumatlandes und den Obergermanisch-Raetischen Limes weitgehend auf. Die militärische Grenze wurde wieder stärker an Rhein und Donau ausgerichtet.
Das bedeutete nicht, dass Römer und germanische Gruppen nun getrennte Welten wurden. Handel, Militärdienst, Bündnisse und Konflikte gingen weiter.
Zeitleiste: Orientierung in der Zeit
| Zeit | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| ab dem späten 1. Jahrhundert v. Chr. | Römische Feldzüge östlich des Rheins | Rom versucht, Herrschaft in Germanien auszuweiten. |
| 9 n. Chr. | Varusschlacht | Drei römische Legionen werden unter Varus schwer geschlagen. |
| 14–16 n. Chr. | Germanicus-Feldzüge | Rom unternimmt weitere große militärische Vorstöße. |
| 1.–2. Jahrhundert n. Chr. | Ausbau des Limes | Grenzkontrolle, Militärstützpunkte und Austausch verdichten sich. |
| 2.–3. Jahrhundert n. Chr. | Handel und wiederkehrende Konflikte | Grenzräume bleiben zugleich Kontakt- und Konfliktzonen. |
| um 259/260 n. Chr. | Aufgabe des Obergermanisch-Raetischen Limes | Rom zieht seine dauerhafte Grenzverteidigung wieder stärker an Rhein und Donau zurück. |
Quellen und Perspektiven
Was wissen wir überhaupt?
Unser Wissen stammt aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören Texte römischer Autoren, Inschriften, Münzen, Waffen, Keramik, Siedlungsspuren, Gräber und andere archäologische Funde.
Ein berühmter Autor ist Tacitus. In seiner Schrift Germania beschreibt er germanische Gruppen aus römischer Sicht. Solche Texte sind wertvoll, aber nicht neutral. Tacitus schrieb für ein römisches Publikum und verfolgte eigene Ziele. Außerdem kannte er nicht jeden beschriebenen Ort aus eigener Anschauung.
Deshalb vergleichen Historikerinnen und Historiker schriftliche Aussagen mit archäologischen Funden. Wenn beide nicht genau zusammenpassen, ist das kein Problem, sondern eine wichtige Forschungsfrage.
Erinnerung: Arminius wird zu „Hermann“
Viele Jahrhunderte nach der Varusschlacht wurde Arminius in Deutschland zum Nationalhelden umgedeutet. Im 19. Jahrhundert erhielt er häufig den deutschen Namen „Hermann“. Das Hermannsdenkmal bei Detmold wurde 1875 eingeweiht.
Diese Erinnerung erzählt viel über das 19. Jahrhundert, aber nicht automatisch über das Jahr 9 n. Chr. Damals gab es keinen deutschen Nationalstaat und keine gemeinsame deutsche Nation im heutigen Sinn. Historische Ereignisse können später für politische Ideen, Mythen und nationale Erzählungen benutzt werden.

Das Hermannsdenkmal zeigt eine Deutung des Arminius aus dem 19. Jahrhundert. Es ist deshalb zugleich Quelle für Erinnerungskultur.
Zusammenfassung
Rom und Germania waren keine zwei vollständig getrennten Welten. Das Gebiet des heutigen Deutschlands war in der Antike politisch und kulturell vielfältig. Einige Regionen gehörten zum Römischen Reich, andere lagen außerhalb dauerhafter römischer Herrschaft.
Rhein, Donau und Limes waren wichtige Grenzräume. Dort trafen militärische Kontrolle, Handel, Migration und Alltag aufeinander. Die Varusschlacht zeigt einen schweren Konflikt, aber sie erklärt nicht die gesamte Beziehung zwischen Römern und germanischen Gruppen.
Für ein gutes Geschichtsbild brauchst Du deshalb mehrere Perspektiven: Karten zeigen Räume, Texte zeigen Sichtweisen und archäologische Funde liefern materielle Spuren. Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass Germania nicht mit dem späteren Deutschland gleichgesetzt werden darf.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum darf Germania nicht einfach mit dem heutigen Deutschland gleichgesetzt werden? (Weil es in der Antike keinen deutschen Nationalstaat gab und die Räume anders gegliedert waren) (!Weil Germania nur der antike Name der heutigen Bundesrepublik war) (!Weil Römer das Wort Germania niemals verwendeten) (!Weil das heutige Deutschland vollständig außerhalb römischer Kontakte lag)
Welche Flüsse waren besonders wichtige Grenz- und Verkehrsachsen zwischen Rom und Germania? (Rhein und Donau) (!Elbe und Oder) (!Weser und Main) (!Spree und Havel)
In welchem Jahr fand die Varusschlacht statt? (9 n. Chr.) (!44 v. Chr.) (!117 n. Chr.) (!476 n. Chr.)
Was macht Arminius zu einem Beispiel für enge Kontakte zwischen Rom und germanischen Gruppen? (Er hatte im römischen Heer gedient und kannte die römische Militärwelt) (!Er war Kaiser des Römischen Reiches) (!Er baute den gesamten Limes) (!Er schrieb die Germania des Tacitus)
Was war der Limes am ehesten? (Ein System aus Grenzanlagen zur Kontrolle und Sicherung eines Grenzraums) (!Eine durchgehende Betonmauer um ganz Europa) (!Eine mittelalterliche Stadtmauer) (!Eine Straße ausschließlich für Händler)
Welche Aussage beschreibt Kontakte über die römische Grenze richtig? (Waren und Menschen bewegten sich trotz der Grenze in beide Richtungen) (!Jeder Handel über die Grenze war unmöglich) (!Nur römische Soldaten durften Grenzen überqueren) (!Germanische Gruppen kannten keine römischen Produkte)
Welche Fundart kann auf Austausch zwischen Rom und Gebieten jenseits des Limes hinweisen? (Römische Gefäße oder Münzen außerhalb des Reichsgebiets) (!Moderne Autos in einer heutigen Stadt) (!Gedruckte Schulbücher aus dem Mittelalter) (!Fotografien aus der Antike)
Was geschah ungefähr 259 bis 260 n. Chr. am Obergermanisch-Raetischen Limes? (Rom gab große rechtsrheinische Gebiete und viele Limesstellungen auf) (!Rom eroberte erstmals ganz Skandinavien) (!Die Varusschlacht begann) (!Das Hermannsdenkmal wurde eingeweiht)
Warum müssen Texte des Tacitus kritisch gelesen werden? (Weil er aus römischer Perspektive schrieb und eigene Ziele hatte) (!Weil antike Texte grundsätzlich wertlos sind) (!Weil Tacitus im 19. Jahrhundert lebte) (!Weil Tacitus ausschließlich archäologische Grabungsberichte schrieb)
Warum ist das Hermannsdenkmal auch eine Quelle für Erinnerungskultur? (Weil es zeigt, wie Arminius im 19. Jahrhundert national gedeutet wurde) (!Weil es direkt im Jahr 9 n. Chr. errichtet wurde) (!Weil es ein originales römisches Kastell ist) (!Weil es von Tacitus gebaut wurde)
Memory
| Limes | Grenzsystem |
| Kalkriese | Fundregion |
| Arminius | Cheruskerführer |
| Auxiliartruppen | Hilfstruppen |
| Tacitus | Geschichtsschreiber |
| Saalburg | Römerkastell |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Rhein | Grenzfluss |
| Kastell | Militärstützpunkt |
| Handel | Warenaustausch |
| Kalkriese | Archäologischer Fundplatz |
| Hermannsdenkmal | Erinnerungskultur |
...
Kreuzworträtsel
| Limes | Wie heißt das römische Grenzsystem zwischen Rhein und Donau? |
| Arminius | Wie heißt der cheruskische Anführer, der im römischen Heer gedient hatte? |
| Kalkriese | Wie heißt die wichtige Fundregion im Zusammenhang mit der Varusschlacht? |
| Saalburg | Wie heißt das rekonstruierte Römerkastell im heutigen Hessen? |
| Tacitus | Welcher römische Autor schrieb eine berühmte Germania? |
| Rhein | Welcher Fluss bildete einen besonders wichtigen Grenzraum im Westen Germaniens? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Grenzkarte gestalten: Zeichne eine vereinfachte Karte mit Rhein, Donau, Limes und mindestens drei Orten. Markiere römische und nicht dauerhaft römisch beherrschte Räume unterschiedlich.
- Begriffslexikon erstellen: Erkläre in eigenen Worten die Begriffe Germania, Germanen, Limes, Kastell, Legion und Auxiliartruppen.
- Fundstück beschreiben: Wähle eines der Bilder im aiMOOC und schreibe einen kurzen Museumstext dazu. Trenne sicher erkennbare Beobachtungen von Vermutungen.
- Comic zur Grenze: Zeichne vier bis sechs Bilder über eine Begegnung zwischen einem Händler aus einer römischen Provinz und Menschen jenseits des Limes.
Standard
- Interview mit Arminius: Entwirf ein fiktives Interview, in dem Arminius über seine Erfahrungen im römischen Heer und seinen späteren Konflikt mit Rom spricht. Kennzeichne erfundene Aussagen deutlich.
- Limesmodell bauen: Baue aus Papier, Karton oder digital ein Modell mit Wachturm, Kastell, Weg und Grenzübergang. Erkläre die Funktionen der einzelnen Teile.
- Quellenvergleich durchführen: Vergleiche eine Aussage eines römischen Autors mit einem archäologischen Fund. Notiere, welche Informationen beide Quellen liefern und was offenbleibt.
- Mini-Dokumentation drehen: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Video zur Frage „War der Limes eher Trennlinie oder Kontaktzone?“. Nutze mindestens drei Belege aus dem aiMOOC.
Schwer
- Grenzraum-Debatte: Bereite eine Debatte zur These „Grenzen trennen Menschen stärker, als sie sie verbinden“ vor. Nutze Beispiele aus der römisch-germanischen Geschichte und einen Vergleich zur Gegenwart, ohne die Zeiten gleichzusetzen.
- Hermannsdenkmal untersuchen: Recherchiere Entstehungszeit, Gestaltung und politische Bedeutung des Denkmals. Erkläre, warum es mehr über das 19. Jahrhundert als über das Jahr 9 n. Chr. verrät.
- Archäologische Exkursion planen: Entwickle eine Exkursion zu einem Römermuseum, Kastell oder archäologischen Fundort in Deiner Region. Formuliere Forschungsfragen, Beobachtungsaufträge und Regeln für die Dokumentation.
- Digitale Ausstellung kuratieren: Gestalte eine kleine Online-Ausstellung mit sechs Objekten oder Bildern zu „Grenzen, Kontakte und Konflikte“. Begründe die Auswahl und ordne jedes Objekt einer historischen Fragestellung zu.


Lernkontrolle
- Grenze oder Kontaktzone: Erkläre anhand von mindestens drei Beispielen, warum der Limes gleichzeitig Grenze und Kontaktzone war. Ordne jedes Beispiel den Bereichen Militär, Wirtschaft oder Alltag zu.
- Arminius einordnen: Beurteile die Aussage „Arminius war ein deutscher Freiheitskämpfer“. Unterscheide dabei zwischen antiker Geschichte und späterer Erinnerungskultur.
- Quellenproblem lösen: Ein römischer Text beschreibt eine germanische Gruppe als besonders kriegerisch, archäologische Funde zeigen aber zahlreiche Handelskontakte. Entwickle zwei mögliche Erklärungen für diesen Unterschied.
- Karte auswerten: Erkläre, warum eine moderne Deutschlandkarte nur begrenzt geeignet ist, um die politische Situation um 100 n. Chr. darzustellen. Schlage eine bessere Darstellungsweise vor.
- Folgen der Varusschlacht: Entwickle eine Ursache-Folge-Kette von der römischen Expansion über die Varusschlacht bis zur späteren Grenzpolitik. Kennzeichne Punkte, bei denen einfache Erklärungen zu kurz greifen.
- Historischer Vergleich: Vergleiche einen römischen Grenzraum mit einer heutigen Staatsgrenze. Nenne zwei Gemeinsamkeiten und mindestens drei Unterschiede und erkläre, warum historische Vergleiche vorsichtig verwendet werden müssen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur einzelne Jahreszahlen kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären kannst.
- Du kannst Germania vom modernen Deutschland unterscheiden.
- Du kannst auf einer Karte Rhein, Donau und den ungefähren Verlauf des Limes einordnen.
- Du kannst erklären, warum die Varusschlacht wichtig war, ohne sie als einzigen Wendepunkt der gesamten Geschichte darzustellen.
- Du kannst zeigen, dass Römer und germanische Gruppen Handel trieben, Bündnisse schlossen, Militärdienst leisteten und Konflikte austrugen.
- Du kannst den Limes als militärisches Kontrollsystem und zugleich als Kontaktzone erklären.
- Du kannst schriftliche Quellen und archäologische Funde unterscheiden und kritisch vergleichen.
- Du kannst die spätere Deutung des Arminius und des Hermannsdenkmals als Erinnerungskultur erklären.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
Die Geschichte von Rom und Germania verbindet politische Geschichte, Alltagsgeschichte, Archäologie, Geographie und Erinnerungskultur. Besonders wichtig sind die Beziehungen zwischen Herrschaft, Grenze, Handel, Militär und Quellen.
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