Regionale Bräuche - Deutschland

Regionale Bräuche - Deutschland
Regionale Bräuche - Deutschland
Einleitung
Deutschland besteht aus vielen Regionen, in denen Menschen unterschiedliche Feste, Rituale und Gewohnheiten pflegen. Manche Bräuche sind nur in wenigen Dörfern verbreitet, andere kennt man in einem ganzen Bundesland oder weit darüber hinaus. Ein Brauch kann mit einer Jahreszeit, einer Religion, einem Beruf, einem Verein, einer Sprache oder einem historischen Ereignis verbunden sein.
Ein Brauch ist eine Handlung, die von einer Gemeinschaft wiederholt und mit einer bestimmten Bedeutung verbunden wird. Eine Tradition entsteht, wenn Wissen, Handlungen oder Vorstellungen über längere Zeit weitergegeben werden. Dabei gilt: Traditionen bleiben nicht einfach unverändert. Menschen entscheiden immer wieder neu, was sie bewahren, verändern oder weglassen.
In diesem aiMOOC vergleichst Du regionale Bräuche aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Du untersuchst, was sie miteinander verbindet, wodurch sie sich unterscheiden und warum sie sich wandeln. Für jüngere Lernende steht das Beobachten, Beschreiben und Vergleichen im Mittelpunkt. Ältere Lernende können zusätzlich Fragen nach Identität, immateriellem Kulturerbe, Tourismus, Medien, Teilhabe und gesellschaftlichem Wandel untersuchen.
Wichtige Begriffe einfach erklärt
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Brauch | Eine Handlung, die Menschen zu bestimmten Anlässen wiederholen und mit einer Bedeutung verbinden. |
| Tradition | Etwas, das über längere Zeit weitergegeben wird. Traditionen können sich dabei verändern. |
| Region | Ein Gebiet, das kleiner als ein Staat ist und durch Landschaft, Geschichte, Sprache oder Kultur geprägt sein kann. |
| Brauchtum | Die Gesamtheit von Bräuchen, die in einer Gemeinschaft oder Region gepflegt werden. |
| Immaterielles Kulturerbe | Lebendiges Wissen und Können, zum Beispiel Feste, Rituale, Musik, Tanz, Sprache oder Handwerkstechniken, die Menschen weitergeben. |
| Wandel | Eine Veränderung im Laufe der Zeit. |
Warum gibt es regionale Unterschiede?
Regionale Bräuche haben viele Ursachen. Landschaft und Klima beeinflussen zum Beispiel Arbeitsweisen und Jahresfeste. Religionen haben Feiertage und Rituale geprägt. Frühere politische Grenzen, Handelswege und Städte hinterließen ebenfalls Spuren. Hinzu kommen Dialekte, Minderheitensprachen und lokale Vereine.
Deshalb ist es zu einfach zu sagen: „So feiern die Deutschen.“ Schon bei der Zeit vor der christlichen Fastenzeit begegnen Dir verschiedene Wörter und Formen: Im Rheinland ist häufig von Karneval die Rede, in Teilen Süddeutschlands von Fastnacht oder „Fasnet“, in Bayern und anderen Regionen oft von Fasching. Die Wörter überschneiden sich, aber die örtlichen Bräuche können sehr unterschiedlich aussehen.
Norden: Biikebrennen in Nordfriesland
Beim Biikebrennen werden am 21. Februar in Nordfriesland große Feuer entzündet. Der Brauch wird unter anderem auf Sylt, Amrum, Föhr, den Halligen und auf dem nordfriesischen Festland gepflegt. „Biiki“ bezeichnet ein Zeichen beziehungsweise Feuermal. Heute gehören gemeinsames Feiern, Reden und vielerorts auch ein anschließendes Grünkohlessen dazu.
Ein gutes Beispiel für Wandel ist der Termin: Die Feuer wurden früher nicht überall am selben Tag entzündet. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich der 21. Februar als gemeinsamer Termin durch. Der Brauch zeigt damit, dass selbst etwas, das „traditionell“ wirkt, in einer bestimmten Zeit neu geordnet werden kann.

Für die Untersuchung kannst Du fragen: Welche Bedeutung hat das Feuer heute? Geht es vor allem um Geschichte, regionale Identität, Gemeinschaft oder Tourismus? Welche Regeln zu Sicherheit und Umweltschutz beeinflussen die Durchführung?
Westen: Karneval im Rheinland
Der rheinische Karneval ist besonders mit Städten wie Köln, Düsseldorf, Bonn und Mainz verbunden. Kostüme, Musik, Sitzungen und Umzüge gehören zu vielen lokalen Formen. In Köln ist der Rosenmontagszug ein besonders bekanntes Ereignis. Motivwagen können dabei aktuelle politische und gesellschaftliche Themen satirisch kommentieren.
Karneval ist zugleich ein Beispiel dafür, wie Traditionen durch neue Themen, neue Musik, Medien und veränderte Vorstellungen von Teilhabe weiterentwickelt werden. Schulen und Vereine gestalten eigene Gruppen und Wagen. Angebote für Menschen mit Behinderungen zeigen außerdem, dass sich auch die Frage verändert, wie möglichst viele Menschen an einem Brauch teilnehmen können.

Vergleichsidee: Beobachte ein Bild eines historischen Karnevalszugs und ein heutiges Foto. Achte auf Kleidung, Fahrzeuge, Zuschauende, Technik und dargestellte Themen. Was blieb ähnlich, was hat sich sichtbar verändert?
Norden und Westen: Schützenwesen und Schützenfeste
Das Schützenwesen ist in vielen Teilen Deutschlands verbreitet, aber nicht überall gleich. Es reicht von christlich geprägten Bruderschaften im Rheinland und in Westfalen über städtische und bürgerliche Vereine bis zu unterschiedlichen regionalen Schützengesellschaften.
Bei vielen Schützenfesten spielen Umzüge, Musik, Vereinsleben und gemeinschaftliche Feiern eine wichtige Rolle. Historisch haben sich Aufgaben, Selbstverständnis und Formen des Schützenwesens mehrfach verändert. Heute können deshalb Fragen nach Vereinsleben, Ehrenamt, Geschlechterrollen, Nachwuchs und öffentlicher Wahrnehmung besonders spannend sein.

Das Video über das Schützenfest in Hannover eignet sich besonders für ältere Lernende: Untersuche nicht nur das Fest selbst, sondern auch die Organisation dahinter. Welche Arbeiten sind nötig, damit aus einem regionalen Brauch eine große öffentliche Veranstaltung werden kann?
Osten: Sorbische Bräuche in der Lausitz
Die Sorben sind eine anerkannte nationale Minderheit mit eigenständigen Sprachen und kulturellen Traditionen. Ihr Siedlungsgebiet liegt vor allem in der Lausitz in Sachsen und Brandenburg. Zu den sorbischen Bräuchen im Jahreslauf gehören unter anderem die Vogelhochzeit, Fastnachtsbräuche, Osterbräuche und Erntefeste.
Besonders bekannt ist das Osterreiten in der katholisch geprägten Oberlausitz. Am Ostersonntag ziehen festlich gekleidete Reiter in Prozessionen von einer Gemeinde zur anderen. Gesang, Gebet, geschmückte Pferde und religiöse Symbole gehören zum Brauch.

Sorbische Bräuche zeigen sehr deutlich, dass Sprache, Religion, regionale Zugehörigkeit und Minderheitenkultur miteinander verbunden sein können. Sie verändern sich dennoch. Regionale Unterschiede entstehen, neue Generationen übernehmen Aufgaben, Medien machen die Bräuche über die Lausitz hinaus sichtbar und gesellschaftliche Fragen nach Beteiligung werden diskutiert.
Ein besonders anschauliches Beispiel für Wandel war das Jahr 2020: Während der Kontaktbeschränkungen konnte das Osterreiten nicht in seiner üblichen Form stattfinden. Menschen entwickelten digitale Formen des Erinnerns und gemeinsamen Erlebens. Ein Brauch kann also zeitweise seine äußere Form ändern, ohne dass seine Bedeutung für eine Gemeinschaft verschwinden muss.
Südwesten: Schwäbisch-alemannische Fastnacht
Die Schwäbisch-alemannische Fastnacht wird vor allem in Baden-Württemberg und angrenzenden Gebieten in vielen lokalen Varianten gefeiert. Häufig begegnen Dir handgeschnitzte Holzmasken, besondere Gewänder, Narrenfiguren, Musik und festgelegte Abläufe. In vielen Orten heißen die Festtage „Fasnet“.
Die Masken und Figuren sind nicht bloß Verkleidungen. Sie können eine überlieferte Rolle, eine lokale Geschichte oder eine symbolische Bedeutung darstellen. Gleichzeitig entstehen neue Formen der Organisation und Präsentation. Tourismus, Fernsehen und soziale Medien machen örtliche Bräuche einem großen Publikum bekannt.
Für den Vergleich mit dem rheinischen Karneval ist wichtig: Beide gehören zur Zeit vor der Fastenzeit, doch Kleidung, Figuren, Sprache, Vereinsformen und lokale Rituale können deutlich verschieden sein. Ähnliche Zeit im Kalender bedeutet also nicht automatisch gleicher Brauch.
Süden: Almabtrieb und Viehscheid im Allgäu
Beim Almabtrieb werden Tiere am Ende des Bergsommers von den hoch gelegenen Weiden zurück ins Tal gebracht. Im Allgäu wird der Vorgang häufig Viehscheid genannt, weil die Tiere im Tal wieder den jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieben zugeordnet werden.
Je nach Region und Wetter findet der Abtrieb meist im frühen Herbst statt. Wenn der Bergsommer für Mensch und Tier gut verlaufen ist, werden Tiere in manchen Orten besonders geschmückt. Aus einem notwendigen Schritt der Landwirtschaft kann so zugleich ein Fest für die Dorfgemeinschaft und für Gäste werden.

Der Viehscheid eignet sich gut, um mehrere Seiten eines Brauchs zu untersuchen: Landwirtschaft, Tierhaltung, regionale Wirtschaft, Tourismus, Kleidung, Musik und Vermarktung treffen aufeinander. Ältere Lernende können zusätzlich fragen, wie sich Vorstellungen von Tierwohl, Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Zukunft solcher Veranstaltungen auswirken.
Bayern: Das Oktoberfest in München
Das Oktoberfest in München begann 1810 im Zusammenhang mit den Feiern zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese. Ein Pferderennen am 17. Oktober 1810 gilt als Ausgangspunkt. Aus diesem historischen Ereignis entwickelte sich über viele Veränderungen hinweg ein sehr großes Volksfest auf der Theresienwiese.
Heute gehören Fahrgeschäfte, Festzelte, Musik, gastronomische Angebote und verschiedene traditionelle Programmpunkte dazu. Der Trachten- und Schützenzug zeigt Gruppen aus Bayern und darüber hinaus. Gleichzeitig ist das Oktoberfest eine internationale Touristenattraktion und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Am Oktoberfest lässt sich besonders gut erkennen, dass Tradition und Modernisierung nebeneinander bestehen können. Historische Elemente werden bewusst gezeigt, während Technik, Sicherheitskonzepte, Verkehr, Werbung und internationale Gäste das Fest ständig verändern. Die „Oide Wiesn“ greift seit dem Jubiläum 2010 bewusst historische Formen und Fahrgeschäfte auf und macht damit sogar das Erinnern an ältere Festformen selbst zu einem Teil des heutigen Festes.
Bräuche vergleichen
Ein guter Vergleich nennt nicht nur Unterschiede. Er untersucht dieselben Merkmale bei mehreren Beispielen.
| Brauch | Region | Typische Elemente | Interessante Frage zum Wandel |
|---|---|---|---|
| Biikebrennen | Nordfriesland | Feuer, Gemeinschaft, regionales Fest | Warum wurde ein gemeinsamer Termin wichtig? |
| Rheinischer Karneval | Rheinland | Kostüme, Musik, Umzüge, Satire | Wie verändern aktuelle Themen, Medien und Teilhabe die Feier? |
| Schützenwesen | viele Regionen Deutschlands | Vereine, Umzüge, Musik, Feste | Wie reagieren Vereine auf gesellschaftliche Veränderungen? |
| Sorbisches Osterreiten | Oberlausitz | Prozession, Pferde, Gesang, religiöse Symbole | Wie werden Sprache, Religion und Brauch an neue Generationen weitergegeben? |
| Schwäbisch-alemannische Fastnacht | Südwestdeutschland | Masken, Gewänder, Narrenfiguren, Umzüge | Wie bleiben lokale Formen erkennbar, obwohl sie medial bekannt werden? |
| Viehscheid | Allgäu | Viehtrieb, Landwirtschaft, Fest | Wie verändern Tourismus und heutige Vorstellungen von Tierwohl die Wahrnehmung? |
| Oktoberfest | München | Volksfest, Fahrgeschäfte, Festzelte, Umzüge | Wie wurde aus einem Fest von 1810 ein internationales Großereignis? |
Warum verändern sich Traditionen?
Traditionen sind lebendig. Sie werden von Menschen ausgeübt und weitergegeben. Deshalb verändern sie sich, wenn sich das Leben der Menschen verändert.
| Ursache des Wandels | Mögliche Wirkung auf einen Brauch |
|---|---|
| Neue Generationen | Junge Menschen übernehmen Aufgaben, setzen andere Schwerpunkte oder entwickeln neue Formen. |
| Migration und kultureller Austausch | Neue Bewohnerinnen und Bewohner lernen regionale Bräuche kennen, beteiligen sich oder verbinden unterschiedliche Erfahrungen. |
| Medien | Fernsehen, YouTube und soziale Medien machen lokale Feste weit über die Region hinaus sichtbar. |
| Tourismus | Ein lokales Fest bekommt mehr Gäste, Einnahmen und Aufmerksamkeit, kann aber auch stärker vermarktet werden. |
| Technik und Sicherheit | Beleuchtung, Verkehr, Absperrungen, Brandschutz oder digitale Organisation verändern die Durchführung. |
| Gesellschaftliche Werte | Fragen nach Gleichberechtigung, Barrierefreiheit, Tierwohl oder Nachhaltigkeit können neue Diskussionen auslösen. |
| Krisen | Kriege, Pandemien oder andere Notlagen können Feste unterbrechen und zu Ersatzformen führen. |
Wichtig: Wandel bedeutet nicht automatisch Verlust. Eine Tradition kann sich verändern und trotzdem für eine Gemeinschaft wichtig bleiben. Umgekehrt kann etwas äußerlich „alt“ aussehen, obwohl seine heutige Form erst später entstanden ist. Deshalb solltest Du bei historischen Aussagen immer nach Quellen fragen.
Tradition, Identität und immaterielles Kulturerbe
Bräuche können Menschen das Gefühl geben, zu einem Ort oder zu einer Gemeinschaft zu gehören. Dieses Gefühl nennt man kulturelle Identität. Es ist aber nicht für alle Menschen gleich. Manche nehmen begeistert teil, andere beobachten nur, wieder andere fühlen sich einem Brauch gar nicht verbunden.
Die Deutsche UNESCO-Kommission beschreibt Immaterielles Kulturerbe als lebendige kulturelle Ausdrucksformen, die von Menschen getragen, weitergegeben und weiterentwickelt werden. In das Bundesweite Verzeichnis wurden beispielsweise das Biikebrennen, die schwäbisch-alemannische Fastnacht, die gesellschaftlichen Bräuche der Lausitzer Sorben und das Schützenwesen aufgenommen.
Eine Eintragung bedeutet nicht, dass ein Brauch „eingefroren“ werden soll. Gerade die Weitergabe und die Fähigkeit zur Veränderung gehören zu lebendigem Kulturerbe. Das ist eine wichtige Erkenntnis für Deine Untersuchung: Tradition und Wandel sind keine Gegensätze.
So arbeitest Du je nach Klassenstufe
| Klassenstufe | Schwerpunkt | Beispiel |
|---|---|---|
| 3–4 | erkennen, beschreiben, zuordnen | Beschreibe Kleidung, Musik, Tiere, Feuer oder Umzüge auf einem Bild. |
| 5–6 | vergleichen und erste Gründe erklären | Vergleiche Biikebrennen und Viehscheid nach Ort, Jahreszeit und Bedeutung. |
| 7–8 | Ursachen des Wandels untersuchen | Erkläre, wie Tourismus oder soziale Medien einen Brauch verändern können. |
| 9–10 | Quellen prüfen, Perspektiven abwägen und urteilen | Beurteile, wie Tradition, Teilhabe, Kommerzialisierung und kulturelle Identität miteinander zusammenhängen. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt einen Brauch am besten? (Eine wiederkehrende Handlung mit Bedeutung für eine Gemeinschaft) (!Eine zufällige Handlung ohne Zusammenhang) (!Ein Gesetz des Deutschen Bundestages) (!Eine einmalige private Entscheidung)
In welcher Region wird das Biikebrennen besonders gepflegt? (Nordfriesland) (!Erzgebirge) (!Ruhrgebiet) (!Odenwald)
An welchem Tag wird das Biikebrennen heute traditionell gefeiert? (Am 21. Februar) (!Am 1. Mai) (!Am 3. Oktober) (!Am 24. Dezember)
Zu welcher Kultur gehört das Osterreiten in der Oberlausitz? (Zur sorbischen Kultur) (!Zur friesischen Kultur) (!Zur bayerischen Hofkultur) (!Zur hanseatischen Kaufmannskultur)
Was geschieht bei einem Almabtrieb? (Vieh wird von Bergweiden ins Tal geführt) (!Schiffe fahren aus einem Hafen) (!Wein wird in Fässer abgefüllt) (!Masken werden verbrannt)
Wie wird die schwäbisch-alemannische Fastnacht regional häufig genannt? (Fasnet) (!Biike) (!Viehscheid) (!Kirmes)
Welche Aussage zum Schützenwesen in Deutschland stimmt? (Es besitzt viele unterschiedliche regionale Ausprägungen) (!Es wird nur in Hannover gepflegt) (!Es ist überall genau gleich organisiert) (!Es entstand erst im einundzwanzigsten Jahrhundert)
Welche Aussage beschreibt lebendige Traditionen am besten? (Sie werden weitergegeben und können sich verändern) (!Sie dürfen niemals verändert werden) (!Sie bestehen nur aus alten Gegenständen) (!Sie verschwinden automatisch nach einer Generation)
Wie können Medien einen regionalen Brauch beeinflussen? (Sie können ihn über die Region hinaus sichtbar machen) (!Sie verhindern jede Form von Veränderung) (!Sie machen historische Quellen überflüssig) (!Sie sorgen dafür dass alle Bräuche gleich werden)
Was gehört zu einem fairen Vergleich zweier Bräuche? (Dieselben Merkmale bei beiden Bräuchen untersuchen) (!Nur den bekannteren Brauch beschreiben) (!Nur persönliche Vorlieben nennen) (!Alle Unterschiede ohne Belege bewerten)
Memory
| Biikebrennen | Nordfriesland |
| Osterreiten | Lausitz |
| Fasnet | Südwestdeutschland |
| Viehscheid | Allgäu |
| Rosenmontagszug | Rheinland |
| Schützenwesen | Vereinsleben |
| Oktoberfest | München |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Region oder Merkmal |
|---|---|
| Biikebrennen | Nordfriesland |
| Osterreiten | Oberlausitz |
| Fasnet | Südwestdeutschland |
| Viehscheid | Allgäu |
| Rosenmontagszug | Rheinland |
| Oktoberfest | München |
...
Kreuzworträtsel
| Nordfriesland | In welcher Region werden am 21. Februar die Biiken entzündet? |
| Lausitz | In welcher Region ist das sorbische Osterreiten besonders bekannt? |
| Fasnet | Wie heißt die Fastnacht in vielen Orten Südwestdeutschlands? |
| Viehscheid | Wie heißt der Almabtrieb im Allgäu häufig? |
| Karneval | Welcher Brauch ist im Rheinland für Kostüme und Rosenmontagszüge bekannt? |
| Tradition | Wie nennt man etwas das über längere Zeit weitergegeben wird? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Brauch-Steckbrief: Wähle einen Brauch aus Deiner Region. Notiere Ort, Zeitpunkt, Beteiligte, typische Handlungen und Bedeutung. Ergänze eine Zeichnung oder ein eigenes Symbol.
- Bilder vergleichen: Wähle zwei Bilder aus diesem aiMOOC. Beschreibe fünf sichtbare Gemeinsamkeiten oder Unterschiede, ohne zunächst zu bewerten.
- Bräuche-Karte: Zeichne eine einfache Deutschlandkarte und markiere Nordfriesland, Rheinland, Lausitz, Allgäu und München mit je einem passenden Brauch.
- Mini-Interview: Frage eine Person, welchen regionalen Brauch sie kennt und was sie daran wichtig findet. Hole vorher die Erlaubnis ein, wenn Du Aussagen aufschreibst oder aufnimmst.
Standard
- Brauchvergleich: Vergleiche zwei Bräuche nach Ort, Jahreszeit, Beteiligten, Kleidung, Musik, Bedeutung und heutiger Form. Formuliere danach ein begründetes Fazit.
- Generationen-Interview: Befrage zwei Menschen unterschiedlichen Alters zum selben Brauch. Untersuche, welche Veränderungen sie wahrgenommen haben.
- Fotoreportage: Dokumentiere einen lokalen Brauch, ein Fest oder dessen Vorbereitung mit eigenen Fotos. Beachte Persönlichkeitsrechte und erkläre zu jedem Bild, was es über den Brauch zeigt.
- Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Video, in dem Du erklärst, warum sich ein ausgewählter Brauch verändert. Nutze nur Medien, die Du verwenden darfst.
Schwer
- Quellencheck: Suche drei unterschiedliche Quellen zu einem Brauch, zum Beispiel eine Vereinsseite, einen öffentlich-rechtlichen Bericht und einen Lexikonartikel. Vergleiche Perspektive, Aktualität und Belege.
- Wandelanalyse: Untersuche einen Brauch über mindestens drei Zeitpunkte. Zeige, was gleich blieb, was sich änderte und welche Ursachen Du belegen kannst.
- Streitfrage: Entwickle eine Diskussion zur Frage „Wie weit darf sich ein Brauch verändern und trotzdem derselbe Brauch bleiben?“. Beziehe Teilhabe, Tourismus, Nachhaltigkeit oder Tierwohl ein.
- Brauch der Zukunft: Entwirf eine zukunftsfähige Form eines regionalen Brauchs für das Jahr 2050. Begründe, welche Elemente Du bewahrst, welche Du veränderst und wie unterschiedliche Menschen beteiligt werden können.


Lernkontrolle
- Transfervergleich: Ein Dorf möchte ein altes Frühlingsfest wiederbeleben. Entwickle fünf Vergleichsfragen, mit denen geprüft werden kann, ob es Ähnlichkeiten zu Biikebrennen, Fasnet oder einem anderen Brauch gibt.
- Ursachen erklären: Ein früher kleines Fest wird durch soziale Medien plötzlich überregional bekannt. Erkläre drei mögliche Chancen und drei mögliche Probleme für die örtliche Gemeinschaft.
- Quellen bewerten: Zwei Texte widersprechen sich beim angeblichen Alter eines Brauchs. Beschreibe, wie Du herausfinden würdest, welche Aussage besser belegt ist.
- Perspektiven abwägen: Erkläre, warum derselbe Brauch für eine Bewohnerin, einen Touristen, ein Vereinsmitglied und eine Schülerin unterschiedliche Bedeutungen haben kann.
- Zukunft gestalten: Entwickle zwei konkrete Vorschläge, wie ein großes regionales Fest umweltverträglicher werden könnte, ohne seine wichtigsten kulturellen Elemente aufzugeben.
- Teilhabe untersuchen: Wähle einen Brauch und prüfe, wer aktiv teilnehmen kann, wer eher zuschaut und welche Veränderungen mehr Beteiligung ermöglichen könnten.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Namen von Bräuchen auswendig kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.
- Du kannst mehrere regionale Bräuche Deutschlands räumlich zuordnen und ihre wichtigsten Merkmale beschreiben.
- Du kannst mindestens zwei Bräuche anhand gemeinsamer Kriterien vergleichen.
- Du kannst erklären, warum Traditionen trotz Weitergabe nicht unverändert bleiben.
- Du kannst Beispiele für den Einfluss von Medien, Tourismus, Krisen oder gesellschaftlichen Werten nennen.
- Du kannst zwischen Beobachtung, persönlicher Meinung und belegbarer historischer Aussage unterscheiden.
- Du kannst Quellen zu einem Brauch prüfen und unterschiedliche Perspektiven erkennen.
- Du kannst begründet beurteilen, welche Elemente eines Brauchs für seine Trägergemeinschaft wichtig sein könnten.
- Du kannst eine eigene Untersuchung, Präsentation, Karte, Reportage oder ein Medienprodukt zum Thema erstellen.
OERs zum Thema
Die oben eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Über den jeweiligen Dateinamen gelangst Du zu den Angaben über Urheber, Herkunft und freie Lizenz. Damit kannst Du zugleich lernen, wie freie Bildungsmedien korrekt genutzt werden.
Verknüpfte Lernbereiche
Regionale Bräuche verbinden Kultur, Geschichte, Geografie, Sprache und gesellschaftliches Lernen. Du kannst untersuchen, wo ein Brauch verbreitet ist, wie er entstand, welche Gruppen ihn tragen, welche Wörter und Sprachen dazugehören und wie er sich verändert.
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