Mittelstand - Deutschland

Mittelstand - Deutschland
Einleitung
Der Mittelstand prägt die deutsche Wirtschaft besonders stark. Gemeint sind nicht nur kleine und mittlere Unternehmen, kurz KMU. Im deutschen Verständnis spielt häufig auch eine qualitative Idee eine Rolle: Eigentümerinnen oder Eigentümer tragen unternehmerisches Risiko und beeinflussen die Leitung des Unternehmens unmittelbar. Deshalb können sich statistische KMU-Abgrenzungen und der wirtschaftskulturelle Begriff Mittelstand überschneiden, ohne völlig identisch zu sein.
Für Ausbildung und Studium ist das Thema wichtig, weil mittelständische Unternehmen Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze, Innovationen, Investitionen und regionale Wertschöpfung verbinden. Du findest sie im Handwerk, im Handel, im Baugewerbe, in Dienstleistungen, in freien Berufen und im verarbeitenden Gewerbe. Viele Zulieferer und spezialisierte Industriebetriebe arbeiten im Hintergrund, obwohl ihre Produkte für internationale Wertschöpfungsketten wichtig sein können.

Das folgende Video stellt Beispiele des deutschen Mittelstands und seine Innovationsrolle vor.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Mittelstand und KMU: verschiedene Definitionen unterscheiden und erklären, warum Statistiken voneinander abweichen können.
- Wirtschaftsstruktur: die Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen für Beschäftigung, Wertschöpfung und Ausbildung einordnen.
- Unternehmensführung: Chancen und Grenzen eigentümergeführter Unternehmen analysieren.
- Transformation: Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Innovation und Unternehmensnachfolge als zentrale Handlungsfelder beurteilen.
Was bedeutet Mittelstand?
KMU ist zunächst eine statistische Größenkategorie. Die Europäische Union zählt nach ihrer Empfehlung Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten zu den KMU, wenn zusätzlich die vorgesehenen Grenzen für Umsatz oder Bilanzsumme sowie das Unabhängigkeitskriterium erfüllt sind. Das IfM Bonn verwendet für nationale Analysen ebenfalls Größenmerkmale, grenzt aber in seiner verbreiteten KMU-Definition Unternehmen bis unter 500 Beschäftigte und bis 50 Millionen Euro Jahresumsatz ein.
Der Mittelstand wird in Deutschland außerdem qualitativ verstanden. Typisch ist die enge Verbindung von Eigentum, Leitung, Haftung und unternehmerischem Risiko. Ein größeres Familienunternehmen kann deshalb mittelständisch geprägt sein, obwohl es eine statistische KMU-Grenze überschreitet. Umgekehrt kann ein kleines Tochterunternehmen eines Konzerns zwar klein sein, aber die qualitative Idee wirtschaftlicher Unabhängigkeit nicht erfüllen.
Auch Forschungsinstitutionen arbeiten mit eigenen Abgrenzungen. Das KfW-Mittelstandspanel untersucht beispielsweise private Unternehmen mit einem Jahresumsatz von höchstens 500 Millionen Euro. Deshalb musst Du bei jeder Mittelstandsstatistik zuerst prüfen, welche Definition, welches Berichtsjahr und welche Grundgesamtheit verwendet wurden.
| Abgrenzung | Typischer Zweck | Kerngedanke |
|---|---|---|
| EU-KMU | Vergleichbare Statistik und Förderlogik in Europa | Weniger als 250 Beschäftigte sowie Umsatz-, Bilanz- und Unabhängigkeitskriterien |
| IfM-Bonn-KMU | Deutsche Mittelstandsforschung | Quantitative Annäherung an eine stark mittelständisch geprägte Unternehmenslandschaft |
| Qualitativer Mittelstand | Analyse von Eigentum und Führung | Einheit von Eigentum, Leitung, Risiko und wirtschaftlicher Unabhängigkeit |
| KfW-Mittelstandspanel | Repräsentative Mittelstandsanalyse | Private Unternehmen bis zu einer festgelegten Umsatzobergrenze |
Wirtschaftsstruktur in Deutschland
Nach den Unternehmensstrukturstatistiken des Statistischen Bundesamtes entfielen im Berichtsjahr 2023 in den erfassten Wirtschaftsabschnitten 99,3 Prozent der Unternehmen auf KMU. Sie stellten 53,3 Prozent der tätigen Personen, erwirtschafteten 26,2 Prozent des Nettoumsatzes, tätigten 41,5 Prozent der Bruttoinvestitionen in Sachanlagen und erzeugten 40,9 Prozent der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten. Diese Werte zeigen: Sehr viele Unternehmen sind klein oder mittelgroß, während Großunternehmen trotz ihrer geringen Zahl einen hohen Anteil an Umsatz und Wertschöpfung erreichen.
Das KfW-Mittelstandspanel 2025 kommt mit seiner breiteren Mittelstandsdefinition für das Jahr 2024 auf 3,87 Millionen mittelständische Unternehmen. Das entsprach dort 99,95 Prozent aller Unternehmen der betrachteten Grundgesamtheit. Im Mittelstand arbeiteten nach dieser Erhebung 33,01 Millionen Menschen. Die unterschiedlichen Werte zu anderen Statistiken sind kein Widerspruch, sondern vor allem eine Folge anderer Definitionen und Erhebungsgrundlagen.

Mittelstand ist deshalb keine einzelne Branche, sondern eine Unternehmensstruktur. Ein kleiner IT-Dienstleister, eine Bäckerei, ein Bauunternehmen, eine Arztpraxis, ein Maschinenbauer oder ein spezialisierter Industriezulieferer können in entsprechenden Statistiken dazugehören. Besonders viele Unternehmen sind sehr klein. Das KfW-Mittelstandspanel zeigt für 2024, dass 81 Prozent der erfassten mittelständischen Unternehmen weniger als fünf Beschäftigte hatten.
Beschäftigung, Regionen und Netzwerke
Mittelständische Unternehmen wirken häufig unmittelbar in ihrer Region. Sie beschäftigen Fachkräfte, vergeben Aufträge an andere Betriebe und arbeiten mit Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Berufsschulen, Hochschulen und regionalen Finanzinstituten zusammen. Dadurch entstehen lokale und überregionale Unternehmensnetzwerke.
Ihre geringe oder mittlere Größe kann kurze Entscheidungswege und engen Kundenkontakt ermöglichen. Gleichzeitig fehlen kleinen Unternehmen oft die personellen und finanziellen Reserven großer Konzerne. Ein einzelner Auftrag, der Ausfall einer Schlüsselperson oder eine große Investition kann deshalb relativ stärker ins Gewicht fallen.
Ausbildung, Studium und Fachkräfte
Die duale Berufsausbildung verbindet Lernen im Betrieb mit Unterricht in der Berufsschule. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind dafür bedeutsam. Das Bundeswirtschaftsministerium weist darauf hin, dass mehr als 70 Prozent der Auszubildenden in Deutschland in KMU beschäftigt sind. Für Unternehmen ist Ausbildung zugleich Personalentwicklung: Sie können Nachwuchskräfte praxisnah an betriebliche Prozesse heranführen und später als Fachkräfte übernehmen.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelte für 2024 rund 396.800 Ausbildungsbetriebe und eine Ausbildungsbetriebsquote von 18,7 Prozent. Gleichzeitig ging die Zahl der Ausbildungsbetriebe gegenüber dem Vorjahr zurück; der Rückgang betraf besonders Kleinst- und Kleinbetriebe. Damit wird sichtbar, wie eng Fachkräftemangel, Betriebsgröße und Ausbildungsfähigkeit zusammenhängen.

Die betriebliche Ausbildung hat in Deutschland eine lange Geschichte. Historische Bilder können zeigen, wie stark sich Technik, Didaktik und Arbeitswelt verändert haben.

Das Erklärvideo des BIBB zeigt den Aufbau der dualen Berufsausbildung.
Für Studierende bietet der Mittelstand ebenfalls viele Kontaktpunkte: Praktika, duale Studiengänge, Werkstudententätigkeiten, Abschlussarbeiten, Forschungskooperationen und direkter Berufseinstieg. Hochschulen können mittelständische Betriebe etwa durch Technologietransfer, Gründungsberatung oder gemeinsame Forschungsprojekte unterstützen. Umgekehrt bringen Unternehmen reale Problemstellungen, Daten und Anwendungserfahrung in Kooperationen ein.
Innovation, Spezialisierung und Hidden Champions
Mittelstand bedeutet nicht automatisch Hochtechnologie. Dennoch gibt es zahlreiche spezialisierte Unternehmen, die mit Prozesswissen, Nischenprodukten oder kundenspezifischen Lösungen innovativ sind. Manche gehören zu den sogenannten Hidden Champions: Unternehmen, die in einem eng abgegrenzten Markt international führend sind, außerhalb ihrer Branche aber wenig bekannt bleiben.
Wichtig ist die Unterscheidung: Nicht jeder Mittelständler ist ein Hidden Champion, und nicht jeder Hidden Champion ist nach jeder Definition ein KMU. Das Konzept hilft jedoch zu verstehen, wie Spezialisierung, Exportorientierung, langfristige Kundenbeziehungen und technisches Know-how zusammenwirken können.

Das folgende Video zeigt Beispiele deutscher Hidden Champions und macht sichtbar, wie spezialisierte Unternehmen Nischenmärkte besetzen.
Finanzierung und Unternehmensführung
Mittelständische Unternehmen finanzieren Investitionen häufig aus einer Mischung aus einbehaltenen Gewinnen, Eigenkapital, Bankkrediten, Leasing und Fördermitteln. Anders als große börsennotierte Konzerne haben kleinere Unternehmen oft keinen direkten Zugang zum Kapitalmarkt. Dadurch können Beziehungen zu Hausbanken, Förderbanken und Bürgschaftsinstrumenten besonders wichtig sein.
Eigentümergeführte Unternehmen können langfristig planen, weil Eigentum und Entscheidung eng verbunden sind. Das kann schnelle Abstimmung und eine hohe Bindung an Betrieb, Beschäftigte und Standort fördern. Gleichzeitig entstehen Risiken: Entscheidungen können stark von wenigen Personen abhängen, Nachfolgefragen können strategische Investitionen verzögern, und eine zu geringe Kapitalbasis kann Wachstum begrenzen.
Digitalisierung, KI und Innovation
Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle, Produktion, Verwaltung, Vertrieb und Zusammenarbeit. Automatisierung oder digitale Plattformen sind jedoch keine Selbstzwecke. Entscheidend ist, ob eine Investition Produktivität, Qualität, Kundennutzen oder Resilienz verbessert.
Der KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025 berichtete 2026, dass zuletzt 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen Digitalisierungsprojekte durchgeführt hatten. Gleichzeitig blieb eine deutliche Lücke zwischen größeren und kleineren Mittelständlern bestehen. Für KI meldete KfW Research 2026 einen Einsatz in rund 20 Prozent der mittelständischen Unternehmen. Der KfW-Innovationsbericht Mittelstand 2025 stellte außerdem fest, dass 41 Prozent der Unternehmen in den vorangegangenen drei Jahren mindestens eine Innovation hervorgebracht hatten.
Solche Kennzahlen zeigen Chancen, aber auch Unterschiede innerhalb des Mittelstands. Ein Unternehmen mit 200 Beschäftigten verfügt meist über andere IT-Ressourcen als ein Betrieb mit drei Personen. Deshalb sind Investitionsfähigkeit, Qualifikation der Beschäftigten, Datenqualität, Cybersecurity und verfügbare Zeit wichtige Bedingungen der digitalen Transformation.
Aktuelle Herausforderungen
Eine KfW-Sonderbefragung für 2025 nannte mehrere gleichzeitig wirkende Belastungen: Bürokratie, Fachkräftemangel, Kostensteigerungen, schwache Auftragslage und politische Unsicherheit. Hinzu kommen je nach Branche hohe Energiepreise, internationale Handelskonflikte, technischer Wandel und Finanzierungskosten. Die Bedeutung einzelner Faktoren unterscheidet sich stark nach Unternehmensgröße und Geschäftsmodell.
Ein weiteres Strukturthema ist die Unternehmensnachfolge. Wenn Inhaberinnen oder Inhaber ausscheiden, muss geklärt werden, wer Eigentum und Führung übernimmt. Das kann innerhalb der Familie, durch Beschäftigte, externe Käufer oder andere Unternehmen geschehen. Scheitert die Nachfolge, kann auch ein wirtschaftlich tragfähiger Betrieb vom Markt verschwinden. Deshalb ist Nachfolge nicht nur eine private Frage, sondern kann regionale Arbeitsmärkte und Lieferketten betreffen.
Ökonomische Einordnung
| Stärke mittelständischer Strukturen | Mögliche Grenze oder Zielkonflikt |
|---|---|
| Kurze Entscheidungswege | Starke Abhängigkeit von einzelnen Führungspersonen |
| Kundennähe und Spezialisierung | Begrenzte Skaleneffekte |
| Regionale Verankerung | Teilweise kleiner Arbeitskräftepool |
| Langfristige Eigentümerperspektive | Schwierige Unternehmensnachfolge |
| Flexible Nischenstrategien | Begrenzte Investitions- und Digitalisierungskapazität |
Für eine volkswirtschaftliche Bewertung reicht es deshalb nicht, Mittelstand grundsätzlich als „gut“ oder „schlecht“ zu bewerten. Interessant ist vielmehr, wie Unternehmensgröße, Eigentumsstruktur, Wettbewerb, Finanzierung, Qualifikation und Technologie zusammenwirken. In einer sozialen Marktwirtschaft ergänzen sich kleine, mittlere und große Unternehmen in Lieferketten und im Wettbewerb.
Daten richtig lesen
Wenn Du mit Mittelstandsdaten arbeitest, prüfe zuerst die Definition. Frage dann nach Berichtsjahr, Wirtschaftszweigen, Unternehmensbegriff und Messgröße. „Anteil der Unternehmen“, „Anteil der Beschäftigten“, „Umsatzanteil“ und „Wertschöpfungsanteil“ sind unterschiedliche Kennzahlen. Eine hohe Zahl kleiner Unternehmen bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sie auch denselben Anteil am Gesamtumsatz erzielen.
Für diesen aiMOOC wurden insbesondere aktuelle Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes, des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn, von KfW Research, des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesinstituts für Berufsbildung abgeglichen. Die Jahresangaben im Text gehören jeweils zur genannten Erhebung und sollten bei späterer Nutzung auf Aktualität geprüft werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was unterscheidet den qualitativen Mittelstandsbegriff besonders von einer reinen KMU-Statistik? (Die Verbindung von Eigentum Leitung und unternehmerischem Risiko) (!Die ausschließliche Zugehörigkeit zum produzierenden Gewerbe) (!Ein vorgeschriebener Börsenhandel) (!Eine einheitliche Zahl von Beschäftigten in allen Definitionen)
Warum können verschiedene Mittelstandsstatistiken unterschiedliche Unternehmenszahlen nennen? (Weil Definitionen Grundgesamtheiten und Berichtsjahre unterschiedlich sein können) (!Weil Unternehmen in Deutschland nicht gezählt werden) (!Weil nur Großunternehmen Umsätze melden) (!Weil KMU grundsätzlich keine Beschäftigtenstatistik führen)
Welche Aussage zur EU-KMU-Definition trifft zu? (Sie arbeitet unter anderem mit Beschäftigtenzahl und finanziellen Größen) (!Sie gilt nur für Handwerksbetriebe) (!Sie umfasst automatisch jedes Familienunternehmen) (!Sie verlangt mindestens fünfhundert Beschäftigte)
Welche Rolle spielen KMU in der dualen Ausbildung? (Sie beschäftigen einen großen Teil der Auszubildenden) (!Sie dürfen keine Berufsausbildung anbieten) (!Sie bilden ausschließlich an Hochschulen aus) (!Sie beschäftigen nur bereits ausgebildete Fachkräfte)
Was beschreibt einen Hidden Champion am besten? (Ein wenig bekanntes Unternehmen mit starker Stellung in einem spezialisierten Markt) (!Ein staatliches Unternehmen ohne Wettbewerb) (!Ein Unternehmen ohne internationale Kunden) (!Ein Betrieb der ausschließlich Konsumgüter verkauft)
Warum ist Unternehmensnachfolge für den Mittelstand ein Strukturthema? (Weil Eigentum Führung Arbeitsplätze und Fortbestand eines Betriebs betroffen sein können) (!Weil dadurch automatisch alle Steuern entfallen) (!Weil Nachfolge nur bei Großkonzernen vorkommt) (!Weil jede Nachfolge eine Börsennotierung verlangt)
Was ist bei der Interpretation des hohen KMU-Anteils an allen Unternehmen wichtig? (Unternehmensanteil und Umsatzanteil sind unterschiedliche Kennzahlen) (!Jedes Unternehmen beschäftigt gleich viele Personen) (!Alle KMU erzielen denselben Jahresumsatz) (!Großunternehmen haben keinen Anteil an der Wertschöpfung)
Welche Kombination gehört typischerweise zur Finanzierung mittelständischer Investitionen? (Eigenmittel Bankkredite Leasing und Fördermittel) (!Nur Kryptowährungen) (!Nur Aktienemissionen an der Börse) (!Ausschließlich staatliche Zuschüsse)
Was kann Digitalisierung in einem mittelständischen Unternehmen bewirken? (Sie kann Prozesse Produkte und Kundenbeziehungen verändern) (!Sie beseitigt automatisch jeden Fachkräftemangel) (!Sie macht Unternehmensführung überflüssig) (!Sie garantiert unabhängig vom Geschäftsmodell höhere Gewinne)
Welche Analyse ist für eine ökonomische Bewertung des Mittelstands besonders geeignet? (Das Zusammenspiel von Größe Eigentum Wettbewerb Finanzierung und Qualifikation) (!Nur die Zahl der Unternehmenslogos) (!Nur das Alter der Firmengebäude) (!Nur die Entfernung zur nächsten Großstadt)
Memory
| Mittelstand | Eigentum und Leitung eng verbunden |
| KMU | Größenbezogene Unternehmenskategorie |
| Duale Ausbildung | Betrieb und Berufsschule |
| Hidden Champion | Spezialisierter Marktführer mit geringer Bekanntheit |
| Eigenkapital | Eigene Finanzierungsbasis |
| Digitalisierung | Veränderung durch digitale Technologien |
| Nachfolge | Übergang von Führung oder Eigentum |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Unternehmensgröße | Quantitative Abgrenzung von Unternehmen |
| Eigentümerführung | Qualitatives Merkmal des Mittelstands |
| Berufsschule | Theoretischer Lernort der dualen Ausbildung |
| Spezialisierung | Konzentration auf bestimmte Produkte oder Märkte |
| Digitalisierung | Veränderung von Prozessen durch digitale Technologien |
| Unternehmensnachfolge | Übergang der Verantwortung an eine neue Führung |
...
Kreuzworträtsel
| Mittelstand | Wie heißt die in Deutschland besonders prägende Unternehmensstruktur aus vielen kleinen mittleren und eigentümergeführten Betrieben? |
| Eigentum | Welcher Begriff bezeichnet die rechtliche oder wirtschaftliche Zuordnung eines Unternehmens zu seinen Inhabenden? |
| Ausbildung | Wie heißt die berufliche Qualifizierung die im dualen System Betrieb und Berufsschule verbindet? |
| Innovation | Wie nennt man die Einführung neuer oder deutlich verbesserter Produkte Prozesse oder Verfahren? |
| Nachfolge | Wie heißt der geplante Übergang eines Unternehmens an neue Verantwortliche? |
| Digitalisierung | Wie heißt die Transformation von Prozessen und Geschäftsmodellen durch digitale Technologien? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Unternehmensprofil: Wähle einen mittelständischen Betrieb aus Deiner Region und erstelle ein Kurzprofil zu Branche, Produkten, Beschäftigten und Kundengruppen.
- Wirtschaftsstatistik: Suche eine aktuelle KMU-Kennzahl und erkläre in eigenen Worten, was sie aussagt und was sie nicht aussagt.
- Duale Ausbildung: Erstelle eine Grafik, die Betrieb, Berufsschule, Kammer und Auszubildende in Beziehung setzt.
- Berufserkundung: Finde drei Ausbildungs- oder Studienberufe, die in einem mittelständischen Unternehmen vorkommen können, und beschreibe typische Aufgaben.
Standard
- Betriebsinterview: Führe ein Interview mit einer Person aus einem kleinen oder mittleren Unternehmen über Fachkräfte, Digitalisierung und Wettbewerb.
- Unternehmensvergleich: Vergleiche einen regionalen KMU-Betrieb mit einem Großunternehmen derselben Branche anhand von mindestens fünf Kriterien.
- Digitalisierungsprojekt: Entwickle für einen fiktiven Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb ein realistisches Digitalisierungsprojekt mit Nutzen, Kosten, Risiken und Qualifikationsbedarf.
- Hidden Champion: Recherchiere einen Hidden Champion und prüfe kritisch, ob er nach EU-Kriterien zugleich ein KMU ist.
Schwer
- Unternehmensnachfolge: Entwickle für einen fiktiven Familienbetrieb drei Nachfolgeszenarien und bewerte Auswirkungen auf Finanzierung, Beschäftigte und Strategie.
- Standortanalyse: Untersuche einen Landkreis oder eine Stadt hinsichtlich Branchenmix, Ausbildungsangeboten und mittelständischer Unternehmensstruktur.
- Investitionsentscheidung: Erstelle eine Entscheidungsvorlage für eine Automatisierungsinvestition und berücksichtige Kapitalbedarf, Produktivität, Beschäftigung und Risiko.
- Wirtschaftspolitik: Entwirf ein kurzes Policy-Paper mit zwei Maßnahmen zur Stärkung von KMU und diskutiere jeweils mögliche Nebenwirkungen.


Lernkontrolle
- Definitionsvergleich: Ein Unternehmen hat 320 Beschäftigte, ist vollständig familiengeführt und wirtschaftlich unabhängig. Erkläre, warum seine Einordnung je nach Definition unterschiedlich ausfallen kann.
- Statistikinterpretation: KMU stellen fast alle Unternehmen, erzielen aber einen deutlich kleineren Anteil am Gesamtumsatz. Erkläre diesen scheinbaren Gegensatz mit einem einfachen Zahlenbeispiel.
- Ausbildungsökonomie: Analysiere, warum ein kleiner Betrieb trotz Fachkräftemangel auf Ausbildung verzichten könnte und welche Unterstützungsmaßnahmen seine Entscheidung verändern könnten.
- Digitalisierung und Produktivität: Beurteile, unter welchen Bedingungen eine neue Software tatsächlich zu höherer Produktivität führt und wann sie zusätzliche Belastungen erzeugen kann.
- Regionalwirtschaft: Erkläre, wie die Schließung eines mittelständischen Zulieferers andere Betriebe, Beschäftigte und kommunale Strukturen beeinflussen könnte.
- Unternehmensstrategie: Vergleiche eine Nischenstrategie mit einer Massenmarktstrategie und beurteile, welche Chancen und Risiken sich für ein mittelständisches Unternehmen ergeben.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- Begriffsabgrenzung: Mittelstand, KMU und Familienunternehmen voneinander unterscheiden kannst.
- Kennzahlenanalyse: statistische Werte mit Definition, Berichtsjahr und Grundgesamtheit korrekt interpretierst.
- Wirtschaftsstruktur: Beschäftigung, Ausbildung, Wertschöpfung und regionale Vernetzung zusammenhängend erklärst.
- Unternehmensführung: Chancen und Risiken von Eigentümerführung und Nachfolge beurteilst.
- Transformation: Digitalisierung, Innovation und Fachkräftesicherung an einem konkreten Beispiel analysierst.
- Transfer: eine betriebliche oder wirtschaftspolitische Entscheidung begründet bewerten kannst.
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