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Manierismus - Kunst

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Manierismus - Kunst



Manierismus - Kunst


Einleitung

Der Manierismus ist eine europäische Kunstrichtung zwischen Renaissance und Barock. Er entstand um 1520 in Italien. Statt vollkommener Harmonie suchten viele Künstlerinnen und Künstler nach Spannung, Eleganz und Überraschung. Körper wurden verlängert, Räume wirkten unsicher und Farben oft ungewöhnlich.

Du lernst, typische Merkmale zu erkennen, Werke zu vergleichen und selbst mit manieristischen Gestaltungsmitteln zu experimentieren.


Zeit und Kontext

Bereich Kurz erklärt
Epoche Etwa 1520 bis um 1600; regional wirkte der Stil bis ins frühe 17. Jahrhundert.
Ursprung Vor allem Florenz und Rom, später weitere europäische Höfe und Kunstzentren.
Ausgangspunkt Künstler lösten sich von der Ausgewogenheit der Hochrenaissance.
Übergang Bewegung, Dramatik und starke Wirkungen bereiteten Entwicklungen des Barock vor.


Was bedeutet Manierismus?

Das Wort hängt mit dem italienischen Begriff maniera zusammen: Art, Stil oder künstlerische Handschrift. Im Manierismus wurde sichtbare Kunstfertigkeit besonders wichtig. Die Abweichung von natürlichen Proportionen war meist bewusst gestaltet und kein Versehen.


Typische Merkmale

Merkmal Woran erkennst Du es? Wirkung
Proportion Sehr lange Hälse, Arme, Finger oder Beine elegant, künstlich, manchmal fremd
Figura serpentinata Körper drehen sich schraubenförmig bewegt und spannungsvoll
Komposition Schräge Achsen, dichte Gruppen, wenig Ruhe instabil und dramatisch
Farbe Kühle, helle oder überraschende Farbkombinationen unwirklich und ausdrucksstark
Raumdarstellung Unklare Größenverhältnisse und ungewöhnliche Perspektiven rätselhaft und irritierend
Virtuosität Schwierige Posen und auffällige Kunstgriffe demonstriert Können

Bildimpuls: Suche bei Pontormo nach schrägen Körperachsen, leuchtenden Farben und fehlender räumlicher Ruhe.


Malerei: ausgewählte Beispiele


Parmigianino

In der Madonna mit dem langen Hals übersteigert Parmigianino die Körperformen. Der lange Hals, die schlanken Finger und der ungewöhnlich gelagerte Jesusknabe erzeugen eine künstliche Eleganz.


Bronzino

Bronzino malte höfische Porträts mit glatten Oberflächen, kostbaren Stoffen und kontrollierter Haltung. Die Personen wirken vornehm, aber häufig distanziert.


Arcimboldo

Giuseppe Arcimboldo setzte Früchte, Blumen und andere Gegenstände zu Köpfen zusammen. Seine Bilder verbinden Naturbeobachtung, Rätsel und höfische Allegorie.


El Greco

Bei El Greco erscheinen Körper oft langgezogen, Farben intensiv und Bewegungen stark gesteigert. Sein Laokoon zeigt, wie Ausdruck und Spannung wichtiger werden als ruhige Harmonie.


Skulptur und Architektur

In der Skulptur sollten Figuren aus mehreren Blickrichtungen interessant sein. Die Drehung des Körpers führte den Blick um das Werk herum.

Beobachtung: Gehe gedanklich um Giambolognas Figurengruppe herum. Welche Formen verbinden die drei Körper?

In der Architektur wurden klassische Regeln spielerisch gebrochen. Im Palazzo Te in Mantua schuf Giulio Romano Räume, in denen gemalte Architektur, Stürze und Bewegung die Grenzen des Raumes scheinbar auflösen.


Ausbreitung in Europa

  1. Italien: Zentren waren unter anderem Florenz, Rom, Mantua und Parma.
  2. Fontainebleau: Italienische Künstler prägten den französischen Hofstil.
  3. Prag: Am Hof Rudolfs II. arbeiteten Künstler wie Arcimboldo und Bartholomäus Spranger.
  4. Spanien: El Greco entwickelte in Toledo eine eigenständige, stark expressive Bildsprache.
  5. Nordeuropa: Druckgrafik und reisende Künstler verbreiteten neue Formen und Motive.


Renaissance, Manierismus und Barock vergleichen

Frage Hochrenaissance Manierismus Barock
Körper ausgewogen und idealisiert verlängert und verdreht kraftvoll und bewegt
Komposition klar und stabil komplex und spannungsvoll dramatisch und raumgreifend
Raum geordnet häufig irritierend tief und bühnenhaft
Wirkung Harmonie künstliche Eleganz emotionale Überwältigung


Bildanalyse in fünf Schritten

  1. Erster Eindruck: Notiere Wirkung und Stimmung.
  2. Beschreibung: Benenne Figuren, Farben, Formen und Raum.
  3. Analyse: Untersuche Achsen, Proportionen, Licht und Blickführung.
  4. Deutung: Erkläre, wie die Gestaltung eine Aussage unterstützt.
  5. Vergleich: Prüfe Unterschiede zu Renaissance oder Barock.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zwischen welchen Kunstepochen liegt der Manierismus? (Zwischen Renaissance und Barock) (!Zwischen Romanik und Gotik) (!Zwischen Rokoko und Klassizismus) (!Zwischen Realismus und Impressionismus)




Welches Merkmal ist für viele manieristische Figuren typisch? (Verlängerte Körperformen) (!Streng würfelförmige Körper) (!Völlig fehlende Bewegung) (!Nur naturgetreue Proportionen)




Was bezeichnet die Figura serpentinata? (Eine schraubenförmig gedrehte Figur) (!Eine Landschaft mit Fluss) (!Ein streng symmetrisches Gebäude) (!Eine Drucktechnik mit Holzplatten)




Wer malte die Madonna mit dem langen Hals? (Parmigianino) (!Rembrandt) (!Claude Monet) (!Albrecht Dürer)




Was fällt an Pontormos Kreuzabnahme besonders auf? (Leuchtende Farben und instabile Körpergruppen) (!Eine ruhige Zentralperspektive) (!Eine einfarbige graue Fläche) (!Eine sachliche Stadtansicht)




Wofür ist Bronzino besonders bekannt? (Für höfische Porträts) (!Für romantische Landschaften) (!Für abstrakte Farbfelder) (!Für mittelalterliche Glasfenster)




Wie soll eine manieristische Skulptur häufig betrachtet werden? (Aus mehreren Blickrichtungen) (!Nur aus großer Entfernung) (!Nur von oben) (!Nur durch einen Spiegel)




Welcher Künstler gestaltete die Sala dei Giganti im Palazzo Te? (Giulio Romano) (!Vincent van Gogh) (!Caspar David Friedrich) (!Pablo Picasso)




Woraus setzte Arcimboldo viele seiner Köpfe zusammen? (Aus Pflanzen und Gegenständen) (!Aus geometrischen Metallplatten) (!Aus Buchstaben und Zahlen) (!Aus reinen Schattenflächen)




Welche Wirkung unterscheidet den Manierismus oft von der Hochrenaissance? (Spannung statt ruhiger Harmonie) (!Zufall statt Gestaltung) (!Leere statt Figuren) (!Sachlichkeit statt Ausdruck)





Memory

Figura serpentinata schraubenförmig gedrehte Körperhaltung
Parmigianino Madonna mit dem langen Hals
Pontormo Kreuzabnahme
Bronzino höfisches Porträt
Giambologna mehransichtige Skulptur
Giulio Romano Palazzo Te





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Wirkung
Verlängerte Körper künstliche Eleganz
Schräge Achsen instabile Komposition
Ungewöhnliche Farben gesteigerte Spannung
Komplexer Bildraum räumliche Unsicherheit
Drehbewegung Rundumsicht




...


Kreuzworträtsel

Manierismus Wie heißt die Kunstrichtung zwischen Hochrenaissance und Barock?
Parmigianino Wer malte die Madonna mit dem langen Hals?
Serpentinata Welcher Fachbegriff bezeichnet die schraubenförmige Figurenhaltung?
Bronzino Welcher Künstler ist für kühle höfische Porträts bekannt?
Giambologna Wer schuf berühmte mehransichtige Figurengruppen?
Fontainebleau Welcher französische Hof wurde zu einem Zentrum des Stils?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Manierismus entwickelte sich nach der

. Sein Name hängt mit dem italienischen Wort

zusammen. Viele Kunstschaffende entfernten sich vom Ideal vollkommener

. Körper wurden häufig bewusst

. Eine schraubenförmig gedrehte Figur heißt figura

. Parmigianino malte die Madonna mit dem langen

. Pontormo steigerte die Wirkung durch leuchtende

. Giambolognas Skulpturen laden zur Betrachtung aus mehreren

ein. Giulio Romano gestaltete im Palazzo Te die Sala dei

. Arcimboldo arbeitete am Hof Rudolfs II. in

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Merkmalssuche: Markiere auf einer Werkabbildung drei typische Merkmale und beschrifte sie.
  2. Farbkarte: Stelle fünf Farben aus Pontormos Kreuzabnahme als kleine Farbflächen zusammen und beschreibe ihre Wirkung.
  3. Posenstudie: Zeichne eine einfache Figur zuerst gerade und danach als gedrehte figura serpentinata.
  4. Museumsschild: Verfasse ein Schild mit Künstler, Werk, Epoche und einem Erkennungsmerkmal.


Standard

  1. Bildanalyse: Analysiere ein Werk von Parmigianino, Pontormo oder Bronzino mit den fünf Schritten des Kurses.
  2. Epochenvergleich: Vergleiche ein Werk der Hochrenaissance mit einem manieristischen Werk in einer Tabelle.
  3. Fotografie: Inszeniere mit Deiner Gruppe ein Foto mit schrägen Achsen, verlängerten Gesten und ungewöhnlichen Farben.
  4. Collage: Gestalte nach Arcimboldos Vorbild ein Porträt aus gezeichneten oder ausgeschnittenen Gegenständen.


Schwer

  1. Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Schulausstellung mit fünf Werken, Leitfrage, Reihenfolge und kurzen Wandtexten.
  2. Architekturentwurf: Verändere eine klassische Fassade so, dass Regeln bewusst gebrochen werden, und begründe Deine Entscheidungen.
  3. Kunsturteil: Diskutiere schriftlich die Aussage: Manieristische Verzerrungen sind keine Fehler, sondern Ausdrucksmittel.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zweiminütiges Lernvideo, in dem Du ein unbekanntes Werk stilistisch einordnest.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Stilbestimmung: Du erhältst ein unbekanntes Bild. Entscheide, ob es eher zur Hochrenaissance, zum Manierismus oder zum Barock gehört, und belege Deine Entscheidung mit vier Beobachtungen.
  2. Wirkungsanalyse: Erkläre, wie Proportion, Farbe und Komposition gemeinsam eine unsichere oder elegante Wirkung erzeugen können.
  3. Vergleichende Analyse: Untersuche zwei Darstellungen desselben Themas und zeige, wie unterschiedliche Stile die Aussage verändern.
  4. Transfer in die Gegenwart: Finde in Werbung, Modefotografie, Comic oder Film ein Beispiel für übersteigerte Körper oder instabile Bildräume und vergleiche es mit dem Manierismus.
  5. Kuratorische Entscheidung: Wähle drei Werke für eine Ausstellung mit dem Titel Kunst aus dem Gleichgewicht und begründe Reihenfolge, Auswahl und verbindende Idee.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du:

  1. den Manierismus zeitlich und kunstgeschichtlich einordnest,
  2. zentrale Merkmale an Bildern nachweist,
  3. Fachbegriffe wie Proportion, Komposition und Figura serpentinata korrekt nutzt,
  4. ein Werk strukturiert beschreibst, analysierst und deutest,
  5. Manierismus, Hochrenaissance und Barock begründet vergleichst,
  6. eine eigene Gestaltungsidee entwickelst und reflektierst,
  7. verwendete Bildquellen und Informationen nachvollziehbar angibst.




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