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Märchen Merkmale 1

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Märchen Merkmale 1




Einleitung

Märchen sind kurze bis mittellange Erzählungen, in denen die Wirklichkeit häufig mit wunderbaren oder magischen Elementen verbunden wird. Du begegnest sprechenden Tieren, Hexen, Feen, verwunschenen Menschen, geheimnisvollen Gegenständen oder Aufgaben, die mit normalen Mitteln kaum lösbar wären. Besonders bekannt sind die von Jacob und Wilhelm Grimm gesammelten und bearbeiteten Kinder- und Hausmärchen. Märchen gibt es jedoch in vielen Kulturen und in sehr unterschiedlichen Formen.

Dieser aiMOOC zeigt Dir, woran Du typische Märchen erkennen kannst. Du lernst Merkmale von Figuren, Handlung, Sprache, Raum und Zeit kennen, vergleichst Volksmärchen und Kunstmärchen und übst, Märchentexte selbstständig zu untersuchen. Dabei ist wichtig: Nicht jedes Märchen besitzt jedes Merkmal in derselben Form. Die Merkmale sind typische Orientierungspunkte und keine starre Checkliste.


Was ist ein Märchen?

Das Wort Märchen hängt sprachgeschichtlich mit dem mittelhochdeutschen Wort „maere“ zusammen, das eine Nachricht, Kunde oder Erzählung bezeichnete. In der Literaturwissenschaft versteht man unter Märchen eine Form der erzählenden Literatur, in der häufig wunderbare Ereignisse selbstverständlich zur erzählten Welt gehören.

Im Märchen kann ein Tier sprechen, ein Mensch verwandelt werden oder ein Gegenstand magische Kräfte besitzen, ohne dass die Figuren lange nach einer naturwissenschaftlichen Erklärung suchen. Das Wunderbare ist Teil der Märchenwelt.

Märchen wurden über lange Zeit mündlich erzählt und später gesammelt, aufgeschrieben und bearbeitet. Daneben entstanden Märchen, deren Verfasserinnen und Verfasser bekannt sind. Deshalb unterscheidet man häufig zwischen Volksmärchen und Kunstmärchen.


Volksmärchen und Kunstmärchen

Volksmärchen wurden über längere Zeit mündlich weitergegeben. Dabei konnten sich Handlung, Figuren und Formulierungen verändern. Bei vielen Volksmärchen lässt sich deshalb kein einzelner ursprünglicher Autor bestimmen. Bekannte Sammler und Bearbeiter im deutschsprachigen Raum waren die Brüder Grimm.

Kunstmärchen sind dagegen bewusst von bekannten Autorinnen oder Autoren geschaffene literarische Texte. Sie können typische Märchenmotive aufgreifen, sind jedoch häufig sprachlich individueller, psychologisch ausführlicher und komplexer gestaltet. Beispiele finden sich etwa bei Hans Christian Andersen, E. T. A. Hoffmann oder Wilhelm Hauff.

Die Brüder Grimm waren nicht die „Erfinder“ aller Märchen ihrer Sammlung. Sie sammelten, verglichen und bearbeiteten überlieferte Stoffe und prägten durch ihre Ausgaben die Vorstellung davon, wie ein klassisches deutschsprachiges Märchen klingt.


Typische Merkmale von Märchen

Märchen lassen sich oft an einem Bündel von Merkmalen erkennen. Ein einzelnes Merkmal genügt meistens nicht zur sicheren Einordnung. Erst das Zusammenspiel mehrerer Merkmale macht eine Erzählung typisch märchenhaft.

Bereich Typische Ausprägung Beispiel
Anfang häufig unbestimmt und formelhaft „Es war einmal …“
Zeit meist nicht genau datiert keine konkrete Jahreszahl
Ort oft allgemein oder symbolisch Wald, Schloss, Hütte, Königreich
Figuren häufig klare Rollen und starke Gegensätze gut und böse, arm und reich
Magie Wunderbares wird selbstverständlich Zauber, Verwandlung, sprechende Tiere
Aufgaben Heldinnen und Helden müssen Prüfungen bestehen Rätsel lösen, jemanden retten, Verbot beachten
Zahlen bestimmte Zahlen treten auffällig auf drei, sieben, zwölf
Sprache häufig klar, anschaulich und wiederholend gleiche Formulierungen bei mehreren Versuchen
Schluss Konflikte werden oft eindeutig gelöst Belohnung, Rettung, Hochzeit oder Heimkehr


Unbestimmte Zeit und unbestimmter Ort

Viele Märchen nennen keine genaue Jahreszahl und keinen realistisch überprüfbaren Ort. Formulierungen wie „Es war einmal“ oder Angaben wie „hinter den sieben Bergen“ schaffen Abstand zum Alltag. Die Handlung soll dadurch nicht an ein einzelnes historisches Ereignis gebunden sein.

Auch typische Schauplätze wirken oft allgemein: ein dunkler Wald, ein Schloss, eine Hütte, ein Dorf, ein Brunnen, ein Berg oder ein fremdes Königreich. Solche Orte können zugleich eine symbolische Funktion übernehmen. Der Wald kann beispielsweise Gefahr, Orientierungslosigkeit, Prüfung oder Veränderung bedeuten.

Bei Hänsel und Gretel wird der Wald zu einem entscheidenden Handlungsraum: Die Kinder verlieren die Sicherheit ihres Zuhauses und müssen sich in einer gefährlichen Umgebung bewähren.


Typische Figuren und Gegensätze

Figuren in vielen Volksmärchen werden weniger durch ausführliche psychologische Beschreibungen als durch ihre Rolle in der Handlung gekennzeichnet. Häufig treten starke Gegensätze auf: arm und reich, mächtig und machtlos, gut und böse, schön und hässlich, fleißig und faul.

Typische Rollen sind etwa die Heldin oder der Held, ein Gegenspieler, ein Helfer, ein König, eine Prinzessin, ein armer Handwerker, ein jüngstes Geschwisterkind, eine Hexe oder ein geheimnisvolles Tier.

Die Figuren können sich im Verlauf der Handlung bewähren. Eine scheinbar schwache Person kann durch Mut, Klugheit, Hilfsbereitschaft oder Ausdauer erfolgreich sein. Gleichzeitig können Hochmut, Grausamkeit oder Habgier negative Folgen haben.


Das Wunderbare und Magische

Ein besonders auffälliges Märchenmerkmal ist das Wunderbare. Naturgesetze gelten nicht immer so wie in der Alltagswelt. Menschen können verzaubert werden, Tiere sprechen, Gegenstände handeln scheinbar selbstständig oder Wünsche verändern das Leben einer Figur.

Typische magische Elemente sind:

  1. Zauber: Ein Spruch oder eine magische Handlung verändert die Wirklichkeit.
  2. Verwandlung: Menschen oder Tiere wechseln ihre Gestalt.
  3. Magische Gegenstände: Spiegel, Schuhe, Schlüssel oder andere Dinge besitzen besondere Kräfte.
  4. Sprechende Tiere: Tiere beraten, warnen, helfen oder täuschen.
  5. Übernatürliche Figuren: Hexen, Feen, Riesen oder andere Wesen greifen in die Handlung ein.

Bei Aschenputtel werden außergewöhnliche Hilfen und symbolisch aufgeladene Gegenstände Teil einer Welt, in der das Wunderbare nicht grundsätzlich angezweifelt wird.


Prüfungen, Verbote und Aufgaben

Viele Märchen entwickeln ihre Spannung durch eine Prüfung. Eine Figur muss etwas Schwieriges tun, eine Gefahr überwinden, ein Rätsel lösen oder ein Verbot beachten. Solche Aufgaben zeigen, wie eine Figur handelt, wenn sie unter Druck gerät.

Häufig wiederholt sich ein ähnlicher Versuch mehrmals. Zwei Figuren können scheitern, bevor eine dritte erfolgreich ist. Eine Heldin kann mehrere Aufgaben nacheinander lösen. Durch diese Struktur können Zuhörende oder Lesende Erwartungen entwickeln: Du erkennst ein Muster und fragst Dich, ob es beim nächsten Versuch durchbrochen wird.


Märchenzahlen

Bestimmte Zahlen erscheinen in europäischen Märchen besonders häufig. Dazu gehören vor allem drei, sieben und manchmal zwölf. Sie strukturieren die Handlung und erleichtern das Erinnern beim Erzählen.

Die Zahl drei kann beispielsweise bei drei Aufgaben, drei Geschwistern oder drei Versuchen auftreten. Die Sieben begegnet Dir in bekannten Titeln und Motiven, etwa bei den sieben Zwergen in Schneewittchen. Eine Märchenzahl ist jedoch kein zwingendes Merkmal. Ein Text bleibt auch dann ein Märchen, wenn keine typische Zahl vorkommt.


Wiederholungen und Formeln

Märchen arbeiten häufig mit sprachlichen und erzählerischen Wiederholungen. Wiederkehrende Sätze erleichterten besonders in mündlichen Erzähltraditionen das Erinnern und Zuhören. Gleichzeitig erzeugen sie Rhythmus und Spannung.

Typische Anfangs- und Schlussformeln machen den Eintritt in die Märchenwelt und die Rückkehr aus ihr deutlich. Sehr bekannt ist der Anfang „Es war einmal …“. Auch Schlussformulierungen können zeigen, dass die Handlung abgeschlossen ist.

Wiederholungen erscheinen außerdem im Aufbau: Eine Aufgabe wird dreimal versucht, eine Frage wird mehreren Figuren gestellt oder eine Warnung wird wiederholt.


Sprache und Erzählweise

Viele Volksmärchen erzählen relativ geradlinig. Die Handlung schreitet von Ereignis zu Ereignis fort. Lange Beschreibungen innerer Gedanken treten im Vergleich zu vielen modernen Erzählungen häufig zurück.

Typisch können sein: eine klare Handlung, direkte Rede, feste Wendungen, Wiederholungen, Steigerungen und deutliche Gegensätze. Die Sprache eines Kunstmärchens kann deutlich komplexer und individueller sein.

Märchen werden häufig in einer Vergangenheitsform erzählt. Im Deutschen ist in schriftlichen Erzählungen besonders das Präteritum verbreitet. Dennoch ist eine bestimmte Zeitform allein kein sicheres Märchenmerkmal.


Aufbau eines Märchens

Viele Märchen lassen sich in einen einfachen Spannungsverlauf gliedern.

Am Anfang wird eine Ausgangslage vorgestellt. Eine Figur lebt beispielsweise in Armut, erlebt Unrecht oder erhält einen Auftrag. Dann entsteht ein Problem oder eine Aufgabe. Die Figur verlässt häufig den vertrauten Bereich und begegnet Gefahren, Helfern oder Gegnern. Nach mehreren Prüfungen kommt es zu einer entscheidenden Bewährungsprobe. Am Ende wird der Konflikt oft klar gelöst.

Eine mögliche Struktur lautet:

  1. Ausgangssituation: Du lernst die Hauptfigur und ihre Lage kennen.
  2. Konflikt: Ein Problem, Verbot, Wunsch oder Auftrag bringt die Handlung in Gang.
  3. Prüfung: Die Figur muss Hindernisse überwinden.
  4. Höhepunkt: Eine entscheidende Begegnung oder Aufgabe bestimmt den Ausgang.
  5. Lösung: Die Ordnung wird neu hergestellt und die Handlung abgeschlossen.

Diese Struktur ist ein hilfreiches Analysemodell, aber keine Vorschrift für jedes Märchen.


Gut und Böse – einfache Moral?

Viele bekannte Volksmärchen arbeiten mit deutlichen Wertungen. Hilfsbereitschaft, Mut oder Treue können belohnt werden, während Grausamkeit, Habgier oder Betrug negative Folgen haben. Trotzdem sollte man Märchen nicht auf eine einzige „Moral“ reduzieren.

Eine Fabel enthält häufig eine deutlicher erkennbare Lehre oder Nutzanwendung. Ein Märchen kann dagegen mehrere Deutungen zulassen. Es kann Ängste, Wünsche, soziale Konflikte, Erwachsenwerden, Familie, Macht oder Gerechtigkeit thematisieren.


Bekannte Märchen als Beispiele

Rotkäppchen enthält den gefährlichen Wald, einen sprechenden Wolf, ein Verbot beziehungsweise eine Warnung und eine existenzielle Bedrohung.

Hänsel und Gretel verbindet Armut und Verlassenwerden mit dem Wald als Prüfungsraum, einer Hexe und einer gefährlichen Zauberwelt.

Aschenputtel arbeitet mit sozialem Gegensatz, Demütigung, außergewöhnlicher Hilfe, Prüfungen und einem Aufstieg der zunächst benachteiligten Figur.

Der Froschkönig zeigt das Märchenmotiv der Verwandlung und verbindet es mit einem Versprechen.

Schneewittchen enthält starke Gegensätze, magische Gegenstände, eine böse Gegenspielerin und die bekannte Märchenzahl sieben.


Märchen erkennen und analysieren

Wenn Du einen unbekannten Text untersuchst, solltest Du nicht nur einzelne Stichwörter suchen. Ein Schloss allein macht noch kein Märchen. Auch in einem Fantasyroman kann Magie auftreten. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Textmerkmalen.

Du kannst bei der Analyse fragen: Sind Ort und Zeit bestimmt oder unbestimmt? Welche Rollen haben die Figuren? Gibt es Magie oder Wunder? Muss die Hauptfigur Prüfungen bestehen? Werden Handlungen wiederholt? Gibt es typische Zahlen? Wie beginnt und endet der Text? Sind die Gegensätze deutlich? Ist die Sprache eher knapp und formelhaft oder individuell und ausführlich?

Aus Deinen Beobachtungen formulierst Du anschließend ein begründetes Urteil. Statt nur „Das ist ein Märchen“ zu schreiben, nennst Du Merkmale und belegst sie am Text.


Ein Märchen selbst schreiben

Beim Schreiben eines eigenen Märchens kannst Du typische Merkmale gezielt einsetzen. Wähle zunächst eine einfache Ausgangssituation und eine Hauptfigur mit einem Wunsch oder Problem. Lass die Figur eine Prüfung bestehen und entscheide, welche magischen Elemente sinnvoll zur Handlung passen. Wiederholungen oder Märchenzahlen können die Struktur unterstützen.

Achte darauf, dass Deine Märchenmerkmale nicht nur Dekoration sind. Ein Zauberring sollte beispielsweise eine Funktion für die Handlung haben. Ein dunkler Wald sollte eine besondere Herausforderung darstellen. So entsteht aus einzelnen Merkmalen eine zusammenhängende Geschichte.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Merkmal ist für viele Märchen typisch? (Das Wunderbare gehört selbstverständlich zur erzählten Welt) (!Jeder Ort ist mit einer echten Adresse angegeben) (!Alle Figuren sind historische Personen) (!Jede Handlung wird wissenschaftlich erklärt)




Welche Anfangsformel ist besonders typisch für Märchen? (Es war einmal) (!Am 14. März um 8 Uhr) (!Laut Polizeibericht) (!In der folgenden Versuchsanordnung)




Was kennzeichnet ein Volksmärchen besonders? (Es wurde häufig über längere Zeit mündlich überliefert) (!Es besitzt immer einen bekannten Einzelautor) (!Es muss im 21. Jahrhundert spielen) (!Es enthält grundsätzlich keine Magie)




Was ist ein Kunstmärchen? (Ein bewusst von einer bekannten Autorin oder einem bekannten Autor geschaffenes Märchen) (!Ein Märchen ohne sprachliche Gestaltung) (!Eine ausschließlich mündlich überlieferte Nachricht) (!Ein Sachtext über historische Könige)




Welche Zahl gilt als besonders typische Märchenzahl? (Drei) (!Achtunddreißig) (!Einhundertsieben) (!Vierundneunzig)




Welche Figurenkonstellation kommt in vielen Märchen vor? (Deutliche Gegensätze zwischen Helfern und Gegnern) (!Nur Figuren ohne Ziele) (!Ausschließlich reale Politiker) (!Nur Erzähler ohne handelnde Personen)




Welche Funktion haben Wiederholungen in Märchen häufig? (Sie strukturieren die Handlung und schaffen Erwartungen) (!Sie verhindern jede Spannung) (!Sie machen Figuren immer historisch überprüfbar) (!Sie ersetzen vollständig die Handlung)




Was ist bei einer Märchenanalyse besonders wichtig? (Mehrere Merkmale am Text zu belegen) (!Nur den Titel des Textes abzuschreiben) (!Jeden Text mit einem Schloss automatisch Märchen zu nennen) (!Nur nach der Textlänge zu urteilen)




Was ist für viele Märchenschauplätze typisch? (Sie sind eher allgemein als geografisch genau bestimmt) (!Sie enthalten immer GPS-Koordinaten) (!Sie liegen ausschließlich in Großstädten) (!Sie müssen auf Landkarten eingezeichnet sein)




Welche Aussage zu Märchenmerkmalen ist richtig? (Nicht jedes Märchen enthält jedes typische Merkmal) (!Jedes Märchen muss exakt dieselben Figuren besitzen) (!Jedes Märchen endet mit einer Hochzeit) (!Jedes Märchen enthält genau drei Aufgaben)





Memory

Unbestimmte Zeit Es war einmal
Märchenzahl Sieben
Magisches Wesen Hexe
Prüfungsort Wald
Wunderbares Ereignis Verwandlung
Erzählstruktur Wiederholung
Gegenspieler Bedrohung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Beschreibung
Anfangsformel Es war einmal
Märchenzahl Drei Aufgaben
Magie Verwandlung eines Menschen
Prüfung Schwierige Aufgabe der Hauptfigur
Schlusslösung Überwindung des zentralen Konflikts




...


Kreuzworträtsel

Zauberei Wie nennt man übernatürliche Kräfte oder magische Handlungen im Märchen?
Verwandlung Wie heißt der Wechsel einer Figur in eine andere Gestalt?
Wiederholung Welches Stilmittel tritt bei Aufgaben und Formulierungen häufig mehrfach auf?
Volksmärchen Wie heißt ein über längere Zeit mündlich überlieferter Märchentyp?
Kunstmärchen Wie heißt ein Märchentyp mit bekanntem Autor?
Märchenzahl Wie nennt man eine auffällig oft wiederkehrende Zahl wie drei oder sieben?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Viele Märchen beginnen mit einer

Zeitangabe. Ein besonders bekanntes sprachliches Signal ist die Formel

. Orte wie Wald, Schloss oder Hütte werden häufig nur

beschrieben. Das Übernatürliche erscheint in der Märchenwelt oft als etwas

. Sprechende Tiere und Zaubergegenstände gehören zum Bereich des

. Die Hauptfigur muss im Verlauf der Handlung häufig eine

bestehen. Zahlen wie drei oder sieben werden als typische

bezeichnet. Wiederkehrende Handlungen oder Formulierungen nennt man

. Volksmärchen wurden häufig lange Zeit

überliefert. Kunstmärchen haben dagegen einen bekannten

. Bei einer Analyse solltest Du mehrere Merkmale nennen und mit Textstellen

. Nicht jedes Märchen enthält jedes typische

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Märchenmerkmale erkennen: Wähle ein bekanntes Märchen und markiere mindestens fünf typische Merkmale. Notiere zu jedem Merkmal ein konkretes Beispiel aus der Handlung.
  2. Märchenfigur gestalten: Zeichne oder digitalisiere eine eigene Märchenfigur. Beschreibe anschließend ihre Rolle, ihr Ziel, ihre Stärke und ihre mögliche Schwäche.
  3. Märchenanfang: Schreibe einen kurzen Märchenanfang mit einer unbestimmten Zeit, einem typischen Schauplatz und einem Problem der Hauptfigur.
  4. Märchenzahlen: Suche in drei Märchen nach wiederkehrenden Zahlen. Vergleiche, welche Funktion die Zahlen für den Aufbau der Handlung haben.


Standard

  1. Märchenvergleich: Vergleiche zwei bekannte Märchen. Untersuche Figuren, Schauplätze, magische Elemente, Prüfungen und Schluss.
  2. Märchen-Storyboard: Erstelle ein Storyboard mit mindestens sechs Bildern für ein selbst gewähltes Märchen. Kennzeichne Ausgangssituation, Konflikt, Prüfung, Höhepunkt und Lösung.
  3. Märcheninterview: Führe ein erfundenes Interview mit einer Märchenfigur. Stelle Fragen zu ihren Entscheidungen und beantworte sie aus der Perspektive der Figur.
  4. Märchen umschreiben: Versetze ein bekanntes Märchen in die Gegenwart. Entscheide bewusst, welche klassischen Merkmale Du beibehältst und welche Du veränderst.


Schwer

  1. Volksmärchen und Kunstmärchen vergleichen: Wähle ein Volksmärchen und ein Kunstmärchen. Analysiere Unterschiede bei Sprache, Figurenzeichnung, Erzählweise und Magie.
  2. Märchenfilm analysieren: Untersuche eine filmische Märchenadaption. Zeige, welche traditionellen Merkmale übernommen, verändert oder weggelassen wurden.
  3. Märchen aus verschiedenen Kulturen: Recherchiere zwei Märchen aus unterschiedlichen Kulturräumen und vergleiche Motive, Figuren, Werte und Erzählstrukturen.
  4. Eigenes Märchen produzieren: Schreibe ein vollständiges Märchen und setze es anschließend als Hörspiel, Bildergeschichte, Video oder digitales Buch um. Begründe, welche Märchenmerkmale Du bewusst verwendet hast.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Märchen oder nicht?: Du erhältst zwei kurze Erzähltexte. Begründe anhand mehrerer Merkmale, welcher Text stärker märchenhaft gestaltet ist. Berücksichtige dabei auch Merkmale, die fehlen.
  2. Wirkung von Märchenmerkmalen: Erkläre, wie sich die Wirkung eines Märchens verändern würde, wenn alle magischen Elemente entfernt und alle Orte exakt benannt würden.
  3. Figurenkonflikt übertragen: Übertrage den Gegensatz zwischen einer benachteiligten Hauptfigur und einem mächtigen Gegenspieler in eine moderne Alltagssituation. Zeige, welche Struktur märchenhaft bleibt.
  4. Märchenzahl deuten: Untersuche eine Handlung mit drei ähnlichen Prüfungen. Erkläre, welche Erwartungen die Wiederholung bei Lesenden erzeugt und warum der dritte Versuch besonders wirkungsvoll sein kann.
  5. Volksmärchen und Kunstmärchen: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie die Kenntnis der Autorschaft und der sprachlichen Gestaltung die Einordnung eines Märchens beeinflusst.
  6. Märchen neu gestalten: Plane eine alternative Fassung eines bekannten Märchens, in der der vermeintliche Gegenspieler zum Helfer wird. Beschreibe, wie sich dadurch Konflikt, Aussage und Schluss verändern.




Lernnachweis

Für einen gelungenen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du Märchen nicht nur wiedererkennst, sondern ihre Gestaltung erklären und auf neue Texte übertragen kannst.

  1. Du kannst typische Märchenmerkmale in einem unbekannten Text erkennen und mit Textbelegen nachweisen.
  2. Du kannst erklären, warum einzelne Merkmale allein nicht zur sicheren Einordnung eines Textes genügen.
  3. Du kannst Volksmärchen und Kunstmärchen unterscheiden und typische Unterschiede erläutern.
  4. Du kannst die Funktion von Magie, Prüfungen, Wiederholungen, Gegensätzen und Märchenzahlen untersuchen.
  5. Du kannst Aufbau und Spannungsverlauf eines Märchens nachvollziehbar darstellen.
  6. Du kannst ein eigenes Märchen so gestalten, dass die eingesetzten Merkmale eine Funktion für die Handlung haben.
  7. Du kannst Märchen aus unterschiedlichen Zeiten, Medien oder Kulturen vergleichen und Deine Ergebnisse begründen.




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