Zum Inhalt springen

John Rawls Gerechtigkeit Philosophie

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel

John Rawls Gerechtigkeit Philosophie




John Rawls: Gerechtigkeit / Philosophie


Einleitung

John Rawls gehört zu den einflussreichsten Philosophen der politischen Moderne. Seine Theorie der Gerechtigkeit als Fairness fragt nicht zuerst danach, was einzelne Menschen in einer Gesellschaft zufällig besitzen, leisten oder erreichen, sondern danach, welche Grundordnung einer Gesellschaft als gerecht gelten kann. Rawls untersucht, nach welchen Prinzipien freie und gleiche Bürgerinnen und Bürger zusammenleben könnten, wenn sie faire Bedingungen für alle akzeptieren müssten.

Sein wichtigstes Werk, A Theory of Justice aus dem Jahr 1971, erneuerte die politische Philosophie im 20. Jahrhundert. Rawls knüpft an die Tradition der Vertragstheorie an, entwickelt aber ein modernes Gedankenexperiment: Menschen sollen über die Grundregeln der Gesellschaft entscheiden, ohne zu wissen, welchen Platz sie später in dieser Gesellschaft einnehmen werden. Dieses Gedankenexperiment nennt er den Urzustand unter dem Schleier des Nichtwissens.


Lernziele

  1. John Rawls: Du kannst Rawls als Vertreter der modernen politischen Philosophie einordnen.
  2. Gerechtigkeit als Fairness: Du erklärst, warum Rawls Gerechtigkeit als faire Grundordnung versteht.
  3. Urzustand: Du beschreibst das Gedankenexperiment des Urzustands.
  4. Schleier des Nichtwissens: Du erläuterst, warum Unwissen über die eigene Position zu unparteiischen Entscheidungen führen soll.
  5. Gerechtigkeitsprinzipien: Du unterscheidest Rawls' Prinzip gleicher Grundfreiheiten, fairer Chancengleichheit und das Differenzprinzip.
  6. Transfer: Du wendest Rawls' Theorie auf aktuelle Fragen zu Bildungsgerechtigkeit, Sozialstaat, Demokratie und KI-Ethik an.


Historischer und philosophischer Hintergrund


John Rawls und die politische Philosophie

John Bordley Rawls wurde 1921 in den USA geboren und starb 2002. Er lehrte unter anderem an der Harvard University und prägte die Politische Philosophie nachhaltig. Rawls fragte, wie eine gerechte Gesellschaft aussehen kann, wenn ihre Mitglieder sich als frei und gleich anerkennen. Dabei wollte er eine Alternative zu rein nutzenorientierten Modellen wie dem Utilitarismus entwickeln.

Der Utilitarismus beurteilt Handlungen oder Institutionen häufig danach, ob sie den Gesamtnutzen maximieren. Rawls hält dagegen: Eine Gesellschaft darf die Nachteile einzelner Gruppen nicht einfach dadurch rechtfertigen, dass andere insgesamt profitieren. Gerechtigkeit verlangt nach Rawls, dass die Grundrechte jeder Person geschützt werden und dass soziale Ungleichheiten besonders gegenüber den am wenigsten Begünstigten begründet werden müssen.


Das Werk A Theory of Justice

Mit A Theory of Justice legte Rawls eine systematische Theorie der Gerechtigkeit vor. Er nennt seine Position Justice as Fairness, auf Deutsch meist Gerechtigkeit als Fairness. Gemeint ist: Gerechtigkeit entsteht nicht durch bloßen Zufall, durch Macht oder durch Tradition, sondern durch faire Regeln, denen vernünftige Menschen unter fairen Bedingungen zustimmen könnten.

Rawls interessiert sich besonders für die Grundstruktur der Gesellschaft. Dazu gehören zum Beispiel Verfassung, Rechtsstaat, Eigentum, Bildungssystem, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik und politische Teilhaberechte. Diese Institutionen beeinflussen, welche Chancen Menschen im Leben haben. Deshalb muss ihre Gestaltung gerechtfertigt werden.


Zentrale Begriffe bei Rawls


Gerechtigkeit als Fairness

Gerechtigkeit als Fairness bedeutet: Die grundlegenden Regeln einer Gesellschaft sollen so gewählt werden, dass niemand durch Zufälle wie Herkunft, Vermögen, soziale Stellung, Begabung, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung ungerecht bevorzugt oder benachteiligt wird. Rawls geht nicht davon aus, dass alle Menschen gleich leben müssen. Er fragt vielmehr, welche Ungleichheiten gerechtfertigt werden können.

Für Rawls sind Menschen moralisch als freie und gleiche Personen zu achten. Sie verfolgen unterschiedliche Lebenspläne, sollen aber unter gemeinsamen gerechten Institutionen zusammenleben können. Deshalb unterscheidet Rawls zwischen persönlichen Vorstellungen vom guten Leben und politischen Prinzipien der Gerechtigkeit.


Der Urzustand

Der Urzustand ist kein historisches Ereignis. Rawls behauptet nicht, dass Menschen tatsächlich einmal in einem solchen Zustand Verträge abgeschlossen hätten. Der Urzustand ist ein Gedankenexperiment. Es soll prüfen, welche Regeln vernünftige Menschen wählen würden, wenn die Entscheidungssituation fair ist.

Im Urzustand wählen die Beteiligten die Grundprinzipien einer Gesellschaft. Sie wissen allgemeine Dinge über Menschen, Gesellschaft, Wirtschaft und Psychologie. Sie wissen aber nicht, welche konkrete Rolle sie später selbst einnehmen werden. Dadurch soll verhindert werden, dass sie Regeln nur zu ihrem eigenen Vorteil festlegen.


Der Schleier des Nichtwissens

Der Schleier des Nichtwissens ist der entscheidende Bestandteil des Urzustands. Die Personen wissen nicht, ob sie später reich oder arm, gesund oder krank, privilegiert oder benachteiligt, religiös oder nicht religiös, besonders begabt oder durchschnittlich begabt sein werden. Sie kennen auch ihre spätere gesellschaftliche Position nicht.

Dieses Nichtwissen soll zu Unparteilichkeit führen. Wer nicht weiß, ob er später zu den Stärksten oder Schwächsten gehört, hat gute Gründe, Regeln zu wählen, die für alle akzeptabel sind. Der Schleier des Nichtwissens zwingt die Beteiligten, über Gerechtigkeit aus einer allgemeinen Perspektive nachzudenken.


Die Maximin-Regel

Die Maximin-Regel ist eine Entscheidungsregel, bei der man die schlechtestmögliche Position besonders berücksichtigt und die Alternative wählt, deren schlechtester Ausgang am besten ist. Bei Rawls spielt diese Überlegung eine wichtige Rolle: Da niemand im Urzustand weiß, ob er später zu den am wenigsten Begünstigten gehört, werden die Beteiligten keine Gesellschaftsordnung wählen, die extreme Not oder Rechtlosigkeit zulässt.

Wichtig ist: Rawls reduziert Gerechtigkeit nicht auf bloße Angst vor Risiken. Die Maximin-Überlegung ist Teil eines umfassenderen Arguments für faire Grundrechte, faire Chancen und eine gerechte Behandlung sozialer Ungleichheit.


Die zwei Gerechtigkeitsprinzipien


Erstes Prinzip: gleiche Grundfreiheiten

Das erste Gerechtigkeitsprinzip fordert gleiche grundlegende Freiheitsrechte für alle. Dazu gehören zum Beispiel Meinungsfreiheit, Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit, politische Beteiligungsrechte, Schutz der Person und rechtsstaatliche Sicherheiten. Diese Freiheiten dürfen nicht einfach geopfert werden, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.

Rawls gibt den Grundfreiheiten einen besonderen Vorrang. Eine Gesellschaft kann nach Rawls nicht gerecht sein, wenn sie zwar Wohlstand schafft, aber einzelnen Gruppen grundlegende Rechte verweigert. Freiheit ist deshalb nicht nur ein Mittel, sondern ein zentraler Bestandteil der Gerechtigkeit.


Zweites Prinzip: faire Chancengleichheit und Differenzprinzip

Das zweite Gerechtigkeitsprinzip betrifft soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten. Rawls akzeptiert, dass Gesellschaften Unterschiede in Einkommen, Verantwortung und Positionen aufweisen können. Aber solche Ungleichheiten sind nur gerechtfertigt, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind.

Erstens müssen Ämter und Positionen unter Bedingungen fairer Chancengleichheit allen offenstehen. Es genügt nicht, dass eine Stelle formal ausgeschrieben ist. Menschen müssen realistische Chancen haben, sie unabhängig von sozialer Herkunft erreichen zu können. Deshalb sind Bildung, Gesundheitsversorgung und faire Startbedingungen politisch wichtig.

Zweitens müssen Ungleichheiten so gestaltet sein, dass sie den am wenigsten Begünstigten den größtmöglichen Vorteil bringen. Das nennt Rawls das Differenzprinzip. Es rechtfertigt Ungleichheit nicht beliebig, sondern nur dann, wenn sie auch denen nutzt, die gesellschaftlich am schlechtesten gestellt sind.


Beispiel zum Differenzprinzip

Stell Dir zwei Gesellschaften vor. In Gesellschaft A verdienen alle gleich wenig, und die ärmsten Menschen haben kaum Zugang zu guter Bildung. In Gesellschaft B gibt es höhere Einkommen für bestimmte Berufe, aber durch Steuern, öffentliche Bildung und soziale Sicherung geht es den am wenigsten Begünstigten deutlich besser als in Gesellschaft A. Rawls würde fragen, welche Grundordnung die Lage der am wenigsten Begünstigten am besten schützt und verbessert.

Das Differenzprinzip ist daher kein einfacher Ruf nach Gleichmacherei. Es ist ein Prüfmaßstab für gerechte Ungleichheit. Ungleichheit muss begründet werden, nicht Gleichheit.


Rawls im Vergleich


Rawls und der Utilitarismus

Rawls kritisiert den Utilitarismus, weil dieser in manchen Fällen Opfer einzelner Personen oder Gruppen rechtfertigen könnte, wenn dadurch der Gesamtnutzen steigt. Rawls setzt dagegen auf die Unverletzlichkeit grundlegender Rechte. Für ihn hat jede Person eine eigene Würde, die nicht einfach gegen den Nutzen anderer aufgerechnet werden darf.

Ein Beispiel: Wenn eine Politik vielen Menschen kleine Vorteile bringt, aber einer Minderheit grundlegende Rechte nimmt, wäre sie aus Rawls' Perspektive problematisch. Gerechtigkeit verlangt mehr als Nutzenmaximierung.


Rawls und die Vertragstheorie

Rawls steht in der Tradition von Thomas Hobbes, John Locke, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant. Wie diese Denker fragt er nach Prinzipien, denen freie Menschen zustimmen könnten. Anders als klassische Vertragstheorien beschreibt Rawls aber keinen Naturzustand als historische Vorstufe des Staates. Er konstruiert eine faire Wahlposition, in der niemand seine zufälligen Vorteile ausnutzen kann.

Sein Ansatz ist stark von kantischem Denken geprägt: Menschen sind nicht nur Träger von Interessen, sondern autonome Personen, die nach vernünftigen Prinzipien handeln können.


Rawls und der politische Liberalismus

In seinem späteren Werk Politischer Liberalismus beschäftigt sich Rawls stärker mit der Frage, wie eine gerechte Ordnung in pluralistischen Gesellschaften möglich ist. Menschen vertreten unterschiedliche Religionen, Weltanschauungen und Lebensentwürfe. Trotzdem sollen sie gemeinsame politische Prinzipien anerkennen können.

Rawls spricht hier vom übergreifenden Konsens. Damit meint er eine Zustimmung zu politischen Grundprinzipien, die aus unterschiedlichen weltanschaulichen Gründen möglich ist. Eine Demokratie braucht nach Rawls außerdem öffentliche Vernunft: Politische Entscheidungen sollen mit Gründen gerechtfertigt werden, die freie und gleiche Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich nachvollziehen können.


Kritik und Diskussion


Libertäre Kritik

Aus libertärer Perspektive wurde Rawls vorgeworfen, dass sein Differenzprinzip zu starke Eingriffe in Eigentumsrechte rechtfertige. Vertreter wie Robert Nozick betonen individuelle Eigentumsrechte und freiwilligen Austausch stärker. Aus dieser Sicht ist nicht jede ungleiche Verteilung ungerecht, wenn sie durch rechtmäßige Prozesse entstanden ist.

Rawls würde dagegen antworten, dass auch Eigentumsordnung, Marktregeln und Startchancen Teil der gesellschaftlichen Grundstruktur sind. Deshalb müssen sie gerechtfertigt werden.


Kommunitaristische Kritik

Kommunitaristische Kritiker betonen, dass Menschen nicht nur abstrakte Individuen sind, sondern durch Gemeinschaften, Traditionen und soziale Beziehungen geprägt werden. Sie fragen, ob Rawls' Urzustand Menschen zu stark von ihren konkreten Bindungen löst.

Rawls' Antwort liegt darin, dass der Urzustand kein vollständiges Menschenbild liefern soll. Er ist ein politisches Gedankenexperiment, das faire Grundregeln sichtbar machen soll.


Feministische und globale Perspektiven

Feministische Kritik fragt, ob Rawls' Theorie familiäre Machtverhältnisse, Sorgearbeit und Geschlechtergerechtigkeit ausreichend berücksichtigt. Globale Gerechtigkeitstheorien fragen, ob Rawls' Ansatz zu stark auf einzelne Staaten bezogen ist und ob das Differenzprinzip auch weltweit gelten müsste.

Diese Diskussionen zeigen, dass Rawls' Theorie nicht abgeschlossen ist. Sie ist ein Ausgangspunkt für weiterführende Debatten über soziale Gerechtigkeit, Globale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Bildungsgerechtigkeit und Care-Arbeit.


Aktualität


Bildungsgerechtigkeit

Rawls' Theorie hilft, Bildungssysteme zu beurteilen. Wenn Kinder aus wohlhabenden Familien bessere Chancen haben als Kinder aus armen Familien, ist formale Gleichheit allein nicht genug. Faire Chancengleichheit verlangt, dass gesellschaftliche Institutionen Nachteile ausgleichen, die aus sozialer Herkunft entstehen.

Eine rawlsianische Frage lautet: Würdest Du einem Bildungssystem zustimmen, wenn Du nicht wüsstest, ob Du später in einer privilegierten oder benachteiligten Familie geboren wirst?


Sozialstaat und Wirtschaft

Rawls begründet keinen beliebigen Sozialstaat, aber er liefert starke Argumente für Institutionen, die Grundfreiheiten sichern, Chancen fairer machen und die Lage der am wenigsten Begünstigten verbessern. Dazu können öffentliche Bildung, Gesundheitsversorgung, soziale Sicherung, faire Besteuerung und arbeitsrechtliche Mindeststandards gehören.

Die zentrale Frage ist nicht, ob Ungleichheit existiert, sondern ob sie gerechtfertigt ist und wem sie nützt.


Demokratie und öffentliche Vernunft

In demokratischen Gesellschaften streiten Menschen über Werte, Religion, Moral und Politik. Rawls fordert, dass Grundfragen politischer Ordnung mit Gründen diskutiert werden, die andere Bürgerinnen und Bürger als freie und gleiche Personen respektieren. Das bedeutet nicht, dass persönliche Überzeugungen unwichtig sind. Es bedeutet aber, dass staatliche Macht öffentlich rechtfertigungsbedürftig ist.


KI-Ethik und algorithmische Fairness

Auch in Debatten über Künstliche Intelligenz ist Rawls' Denken anschlussfähig. Wenn Algorithmen über Kredite, Bewerbungen, Versicherungen oder Bildungschancen mitentscheiden, stellt sich die Frage, ob ihre Regeln fair sind. Ein rawlsianischer Test könnte lauten: Würdest Du diesem System zustimmen, wenn Du nicht wüsstest, welcher sozialen Gruppe Du angehörst oder wie der Algorithmus Dich bewertet?

Damit wird Rawls' Theorie zu einem Werkzeug, um technische Systeme politisch und ethisch zu hinterfragen.


Zusammenfassung

Rawls entwickelt eine Theorie der Gerechtigkeit, die faire Regeln für die Grundstruktur der Gesellschaft sucht. Der Urzustand und der Schleier des Nichtwissens sollen eine unparteiische Perspektive ermöglichen. Die gewählten Prinzipien schützen gleiche Grundfreiheiten, faire Chancengleichheit und eine Begrenzung sozialer Ungleichheiten zugunsten der am wenigsten Begünstigten. Rawls' Theorie ist besonders wichtig, weil sie Freiheit und Gleichheit nicht als Gegensätze behandelt, sondern als zusammengehörige Bedingungen einer gerechten demokratischen Ordnung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie nennt Rawls seine Theorie der Gerechtigkeit? (Gerechtigkeit als Fairness) (!Gerechtigkeit als Gehorsam) (!Gerechtigkeit als Zufall) (!Gerechtigkeit als Stärke)




Was beschreibt der Schleier des Nichtwissens? (Unwissen über die eigene spätere gesellschaftliche Position) (!Das Verbot politischer Diskussionen) (!Die vollständige Abschaffung von Eigentum) (!Ein historisches Dokument der Demokratie)




Was ist der Urzustand bei Rawls? (Eine hypothetische faire Wahlposition) (!Ein tatsächlicher Naturzustand in der Geschichte) (!Eine religiöse Offenbarung) (!Ein wirtschaftliches Marktmodell ohne Staat)




Was schützt Rawls' erstes Gerechtigkeitsprinzip vor allem? (Gleiche Grundfreiheiten für alle) (!Ungleiche Wahlrechte für Besitzende) (!Vorrang der reichsten Gruppe) (!Abschaffung aller persönlichen Freiheiten)




Wann sind soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten nach dem Differenzprinzip gerechtfertigt? (Wenn sie den am wenigsten Begünstigten größtmöglich nützen) (!Wenn sie ausschließlich den Leistungsstärksten nützen) (!Wenn sie zufällig entstanden sind) (!Wenn sie von der Mehrheit unbemerkt bleiben)




Welche Entscheidungsregel richtet den Blick auf den bestmöglichen schlechtesten Fall? (Maximin-Regel) (!Mehrheitsregel) (!Zufallsregel) (!Gewohnheitsregel)




Welches Werk machte Rawls 1971 besonders bekannt? (A Theory of Justice) (!Leviathan) (!Das Kapital) (!Der Gesellschaftsvertrag)




Zu welcher philosophischen Tradition knüpft Rawls besonders an? (Vertragstheorie) (!Hedonismus) (!Skeptizismus) (!Naturalismus)




Was bedeutet faire Chancengleichheit bei Rawls? (Positionen sollen unter fairen Bedingungen für alle erreichbar sein) (!Nur reiche Menschen dürfen politische Ämter übernehmen) (!Alle Menschen müssen denselben Beruf wählen) (!Chancen hängen ausschließlich vom Zufall ab)




Worum geht es Rawls im politischen Liberalismus besonders? (Gerechte Ordnung trotz vernünftigem Pluralismus) (!Herrschaft einer einzigen Weltanschauung) (!Abschaffung demokratischer Verfahren) (!Politik ohne öffentliche Begründung)





Memory

Urzustand Faire Ausgangssituation
Schleier des Nichtwissens Unwissen über eigene Position
Differenzprinzip Vorteil der am wenigsten Begünstigten
Grundfreiheiten Gleiche Rechte für alle
Maximin-Regel Schutz des schlechtesten Falls
Übergreifender Konsens Zustimmung trotz verschiedener Weltanschauungen
Öffentliche Vernunft Politische Gründe für alle Bürger





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schleier des Nichtwissens Keine Kenntnis eigener Vorteile
Urzustand Hypothetische faire Wahlposition
Differenzprinzip Ungleichheit nur bei Nutzen für Benachteiligte
Grundfreiheiten Gleiche politische und persönliche Rechte
Faire Chancengleichheit Positionen realistisch offen für alle
Öffentliche Vernunft Begründungen für freie und gleiche Bürger






Kreuzworträtsel

Rawls Welcher Philosoph entwickelte die Theorie der Gerechtigkeit als Fairness?
Fairness Mit welchem Begriff verbindet Rawls seine Gerechtigkeitstheorie besonders?
Urzustand Wie heißt die hypothetische faire Wahlposition bei Rawls?
Schleier Welches Bild verwendet Rawls für das Nichtwissen über die eigene Position?
Maximin Welche Regel achtet besonders auf den bestmöglichen schlechtesten Fall?
Freiheit Welches Grundgut schützt das erste Gerechtigkeitsprinzip besonders?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

John Rawls entwickelte eine Theorie, die er Gerechtigkeit als

bezeichnete. Im Gedankenexperiment des

wählen Menschen Regeln, ohne ihre eigene gesellschaftliche Position zu kennen. Dieser Zustand wird durch den

des Nichtwissens beschrieben. Das erste Gerechtigkeitsprinzip schützt gleiche grundlegende

. Das zweite Prinzip verbindet faire Chancen mit dem

. Nach diesem Prinzip sind Ungleichheiten nur dann gerechtfertigt, wenn sie den am wenigsten

zugutekommen. Die Maximin-Regel richtet den Blick auf die schlechteste

. Rawls will damit keine einzelne Lebensform vorschreiben, sondern gerechte

begründen. In pluralistischen Gesellschaften sucht Rawls nach einem übergreifenden

. Seine Theorie ist bis heute wichtig für Debatten über Sozialstaat, Bildung und politische

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsplakat: Gestalte ein Plakat zu den Begriffen Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Grundfreiheiten und Differenzprinzip.
  2. Alltagsbeispiel: Beschreibe eine Situation aus Schule, Sport oder Familie, in der eine Regel fair oder unfair wirkt.
  3. Gedankenexperiment: Schreibe fünf Regeln für eine Klasse, ohne zu wissen, welche Rolle Du in dieser Klasse später haben wirst.
  4. Kurzvortrag: Erkläre in drei Minuten, warum Rawls den Schleier des Nichtwissens verwendet.


Standard

  1. Bildungsgerechtigkeit: Analysiere Dein Schulsystem mit Rawls' Idee fairer Chancengleichheit.
  2. Vergleich: Vergleiche Rawls' Differenzprinzip mit der Vorstellung, dass Leistung allein über Einkommen entscheiden soll.
  3. Debatte: Führt eine Diskussion zur Frage, ob höhere Gehälter gerecht sind, wenn dadurch auch die Lage der Schwächsten verbessert wird.
  4. Fallanalyse: Prüfe eine politische Maßnahme, zum Beispiel kostenlose Nachhilfe oder ein Stipendium, aus der Perspektive des Urzustands.


Schwer

  1. Politische Philosophie: Vergleiche Rawls mit dem Utilitarismus und arbeite heraus, welches Menschenbild jeweils vorausgesetzt wird.
  2. Kritik: Recherchiere eine Kritik an Rawls, zum Beispiel von Robert Nozick, und bewerte ihre Stärke.
  3. KI-Ethik: Entwickle einen rawlsianischen Prüfkatalog für einen Algorithmus, der Bewerbungen vorsortiert.
  4. Globale Gerechtigkeit: Diskutiere, ob das Differenzprinzip auch zwischen Staaten gelten sollte.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe: Beurteile eine Schulregel aus der Perspektive des Schleiers des Nichtwissens und formuliere eine gerechtere Alternative.
  2. Argumentation: Erkläre, warum Rawls Grundfreiheiten nicht einfach gegen wirtschaftliche Vorteile eintauschen würde.
  3. Fallvergleich: Vergleiche zwei Gesellschaftsmodelle und entscheide mithilfe des Differenzprinzips, welches gerechter ist.
  4. Kritische Prüfung: Zeige an einem Beispiel, wo Rawls' Theorie Schwierigkeiten haben könnte.
  5. Anwendung: Entwickle Kriterien für ein gerechtes Stipendienprogramm nach Rawls.
  6. Urteilsbildung: Nimm begründet Stellung zur Frage, ob faire Chancengleichheit mehr verlangt als gleiche Gesetze.




Lernnachweis

  1. Begriffskompetenz: Du erklärst die zentralen Begriffe Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Grundfreiheiten, faire Chancengleichheit und Differenzprinzip.
  2. Textverständnis: Du fasst Rawls' Argumentation in eigenen Worten zusammen.
  3. Analysefähigkeit: Du untersuchst gesellschaftliche Institutionen mit Rawls' Gerechtigkeitsprinzipien.
  4. Vergleichskompetenz: Du vergleichst Rawls mit mindestens einer anderen Position, zum Beispiel Utilitarismus, Libertarismus oder Kommunitarismus.
  5. Urteilskompetenz: Du formulierst ein begründetes eigenes Urteil zu einer aktuellen Gerechtigkeitsfrage.
  6. Transferleistung: Du wendest Rawls' Gedankenexperiment auf ein neues Problem aus Politik, Schule, Wirtschaft oder Technik an.




OERs zum Thema


Links


Kategorien


aiMOOC-Projekte