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Georges Braque - Kunst

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Georges Braque - Kunst




Georges Braque - Kunst


Einleitung

Georges Braque (1882–1963) war ein französischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Gemeinsam mit Pablo Picasso entwickelte er den Kubismus. Dabei wurden Dinge nicht mehr nur aus einem Blickwinkel gezeigt: Formen wurden zerlegt, neu geordnet und auf der flachen Bildfläche zusammengesetzt.

In diesem aiMOOC lernst Du Braques Lebensweg, seine wichtigsten Bildideen und die Unterschiede zwischen analytischem und synthetischem Kubismus kennen. Außerdem gestaltest Du ein eigenes kubistisches Stillleben.


Leben und künstlerischer Weg

  1. 1882: Braque wurde in Argenteuil bei Paris geboren.
  2. Le Havre: Er wuchs in der Hafenstadt auf und lernte zunächst Dekorationsmalerei.
  3. Paris: Dort studierte er Kunst und begegnete der modernen Avantgarde.
  4. 1906–1907: Seine Bilder standen dem farbstarken Fauvismus nahe.
  5. 1908–1914: Mit Picasso entwickelte er den Kubismus.
  6. Ab 1917: Nach einer schweren Verwundung im Ersten Weltkrieg nahm er seine künstlerische Arbeit wieder auf.
  7. Spätes Werk: Stillleben, Ateliers, Vögel, Druckgrafik und Skulpturen wurden wichtig.
  8. 1963: Braque starb in Paris.

L’Estaque bei Marseille war für Braque ein wichtiger Ort. Hier vereinfachte er Landschaften zu klaren Flächen und kantigen Formen.


Vom Fauvismus zum Kubismus


Fauvismus: Farbe wird frei

Im Fauvismus setzte Braque kräftige, unnatürliche Farben ein. Farbe musste nicht mehr genau so aussehen wie in der Wirklichkeit. Sie konnte Stimmung erzeugen und Flächen ordnen.


Cézanne als Vorbild

Die Bilder von Paul Cézanne zeigten Braque, dass Landschaften aus einfachen Grundformen aufgebaut werden können. Häuser, Felsen und Bäume erschienen wie Zylinder, Kugeln oder kantige Körper.


L’Estaque und die „Würfel“

1908 malte Braque in L’Estaque Landschaften mit stark vereinfachten Häusern und Bäumen. Der Kritiker Louis Vauxcelles sprach später von „Würfeln“. Aus diesem Zusammenhang entstand die Bezeichnung Kubismus.


Die Bildsprache des Kubismus

Der Kubismus untersucht, wie wir sehen. Ein Gegenstand kann gleichzeitig von vorn, von der Seite und von oben angedeutet werden. Die Bildfläche bleibt sichtbar flach.

Merkmal Analytischer Kubismus Synthetischer Kubismus
Zeit ungefähr 1909–1912 ab ungefähr 1912
Formen stark zerlegt und verschachtelt größer, klarer und neu zusammengesetzt
Farben häufig Braun, Grau und Ocker wieder kräftiger und kontrastreicher
Materialien vor allem Malerei und Zeichnung Papier, Schrift, Tapetenmuster und Collage
Wirkung Gegenstände müssen entschlüsselt werden Wirklichkeit und Bild werden spielerisch verbunden


Analytischer Kubismus

Braque zerlegte Motive in kleine Flächen. Konturen wurden unterbrochen, Raum und Gegenstand gingen ineinander über. Einzelne Hinweise – etwa eine Saite, ein Schallloch oder Buchstaben – helfen beim Erkennen.


Synthetischer Kubismus und Papier collé

1912 setzte Braque bedrucktes Papier in ein Bild ein. Dieses Verfahren heißt Papier collé. Alltagsmaterial wurde damit Teil der Kunst. Gemaltes Holz konnte neben echtem Tapetenpapier stehen.


Motive und Techniken

  1. Stillleben: Flaschen, Gläser, Zeitungen, Früchte und Tische.
  2. Musikinstrument: Violine, Gitarre, Mandoline und Klarinette.
  3. Mehrperspektivität: Mehrere Ansichten erscheinen in einem Bild.
  4. Collage: Papier und Drucksachen werden aufgeklebt.
  5. Schrift im Bild: Buchstaben erinnern an Plakate, Zeitungen oder Etiketten.
  6. Materialwirkung: Sand, Holzmaserung und strukturierte Farbe machen Oberflächen spürbar.
  7. Farbpalette: Gedämpfte Erdtöne unterstützen die Konzentration auf Form und Raum.


Ein Werk untersuchen

Nutze bei einer Bildbetrachtung drei Schritte:

  1. Beschreiben: Welche Gegenstände, Farben, Linien, Flächen und Materialien erkennst Du?
  2. Untersuchen: Wo wird ein Gegenstand zerlegt? Welche Blickrichtungen sind angedeutet?
  3. Deuten: Wie verändert die Darstellung Deine Wahrnehmung? Wirkt das Bild ruhig, rätselhaft, bewegt oder geordnet?

Beobachtungstipp: Suche zuerst nach kleinen Erkennungszeichen. Ein Wirbel kann zu einer Violine gehören, Buchstaben können auf eine Zeitung hinweisen und eine runde Linie kann ein Glas andeuten.


Braque und Picasso

Braque und Pablo Picasso arbeiteten vor dem Ersten Weltkrieg sehr eng zusammen. Sie besuchten sich, verglichen Bilder und übernahmen Ideen voneinander. Manche Werke dieser Zeit ähneln sich so stark, dass die Zusammenarbeit wichtiger erscheint als eine einfache Trennung nach einzelnen Erfindungen.

Braque brachte Erfahrungen aus der Dekorationsmalerei ein: Holzmaserung, Schablonenschrift und Materialeffekte wurden wichtige Mittel des Kubismus. Picasso und Braque öffneten damit den Weg für Collage, Assemblage und viele Formen der abstrakten Kunst.


Kunst praktisch: Dein kubistisches Stillleben

Material: Zeichenpapier, Bleistift, schwarze Stifte, Wasserfarben oder Buntstifte, alte Zeitungen, Verpackungspapier, Schere und Klebstoff.

  1. Lege drei bis fünf Gegenstände auf einen Tisch, zum Beispiel Flasche, Tasse, Obst und Instrument.
  2. Zeichne jeden Gegenstand aus mindestens zwei Blickrichtungen.
  3. Zerlege die Formen mit geraden und gebogenen Linien.
  4. Verschiebe und überlagere einzelne Teile.
  5. Klebe Papierstücke als Papier collé ein.
  6. Ergänze Buchstaben, Muster und eine begrenzte Farbpalette.
  7. Prüfe, ob das Motiv noch teilweise erkennbar bleibt.


Bedeutung

Braque gehört zu den wichtigsten Künstlern der Klassischen Moderne. Der Kubismus veränderte die Vorstellung, ein Bild müsse ein Fenster zur Wirklichkeit sein. Stattdessen wurde die Bildfläche zu einem Ort, an dem Wahrnehmung, Material und Zeichen neu geordnet werden.

1937 wurden Werke Braques in Deutschland als sogenannte Entartete Kunst beschlagnahmt. Heute befinden sich seine Arbeiten in bedeutenden Museen weltweit.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Kunstrichtung half Georges Braque mitzuentwickeln? (Kubismus) (!Impressionismus) (!Barock) (!Romantik)




Mit welchem Künstler arbeitete Braque besonders eng zusammen? (Pablo Picasso) (!Claude Monet) (!Vincent van Gogh) (!Salvador Dalí)




Welcher Ort war für Braques Landschaftsbilder von 1908 wichtig? (L’Estaque) (!Venedig) (!Berlin) (!Madrid)




Welcher Künstler beeinflusste Braques Aufbau von Landschaften besonders? (Paul Cézanne) (!Edvard Munch) (!Gustav Klimt) (!Franz Marc)




Was ist typisch für den analytischen Kubismus? (Stark zerlegte Formen) (!Naturgetreue Perspektive) (!Nur leuchtende Grundfarben) (!Glatt modellierte Körper)




Was bedeutet Papier collé? (Aufgeklebtes Papier im Kunstwerk) (!Farbe auf feuchtem Putz) (!Druck auf Metall) (!Zeichnung mit Kreide)




Welches Motiv erscheint häufig in Braques Werken? (Musikinstrument) (!Raumrakete) (!Ritterburg) (!Unterwasserstadt)




Welcher Stil prägte Braques farbstarke Frühphase? (Fauvismus) (!Minimalismus) (!Pop Art) (!Dadaismus)




Warum nutzten Kubisten mehrere Blickrichtungen? (Sie wollten Wahrnehmung neu ordnen) (!Sie wollten Fotografien kopieren) (!Sie wollten nur Größen messen) (!Sie wollten Schatten vermeiden)




Welche Aussage passt zum synthetischen Kubismus? (Materialien und Formen werden neu zusammengesetzt) (!Es wird nur nach der Natur gemalt) (!Jede Form bleibt räumlich korrekt) (!Schrift darf nicht im Bild erscheinen)





Memory

Georges Braque Kubismus
L’Estaque Landschaftsort
Papier collé geklebtes Papier
Analytischer Kubismus zerlegte Formen
Synthetischer Kubismus Collageelemente
Stillleben Alltagsgegenstände





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Gedämpfte Farbpalette Analytischer Kubismus
Eingeklebte Materialien Synthetischer Kubismus
Leuchtende Farben Fauvismus
Flasche und Instrument Stillleben
Papier auf Bildgrund Papier collé






Kreuzworträtsel

Braque Wie lautet der Nachname des Künstlers Georges?
Kubismus Welche Kunstrichtung entwickelte Braque mit Picasso?
Estaque Welcher südfranzösische Ort war für Braques Landschaften wichtig?
Collage Wie heißt ein Bild aus aufgeklebten Materialien?
Violine Welches Streichinstrument malte Braque häufig?
Cezanne Welcher Künstler beeinflusste Braques Landschaftsaufbau?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Georges Braque war ein französischer

. Gemeinsam mit Pablo Picasso entwickelte er den

. In L’Estaque vereinfachte er Landschaften zu kantigen

. Der analytische Kubismus zerlegt Gegenstände in viele kleine

. Beim Papier collé wird bedrucktes Papier auf den Bildgrund

. Häufig malte Braque ein

. Musikinstrumente und Zeitungen liefern Hinweise auf das dargestellte

. Mehrere Blickrichtungen nennt man

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildbeschreibung: Wähle ein Werk Braques und notiere fünf sichtbare Formen, vier Farben und drei erkennbare Gegenstände.
  2. Farbpalette: Stelle aus Buntstiften oder Farbproben eine Palette aus Braun, Grau, Ocker und einem Kontrastton zusammen.
  3. Mehrperspektivität: Zeichne eine Tasse einmal von vorn und einmal von oben und verbinde beide Ansichten.
  4. Museumsschild: Schreibe ein Schild mit Künstler, Titel, Technik und einer verständlichen Erklärung in höchstens 60 Wörtern.


Standard

  1. Kubistisches Stillleben: Gestalte ein Bild mit drei Alltagsgegenständen, überlagerten Ansichten und mindestens einem Papierstück.
  2. Bildvergleich: Vergleiche ein Landschaftsbild von Cézanne mit einem Bild Braques aus L’Estaque.
  3. Kunstpodcast: Nimm einen zweiminütigen Audiobeitrag auf, in dem Du analytischen und synthetischen Kubismus erklärst.
  4. Materialexperiment: Erprobe Holzmaserung, Sandstruktur, Schablonenschrift und Zeitungspapier auf vier kleinen Probeflächen.


Schwer

  1. Kuratorisches Konzept: Plane eine kleine Schulausstellung mit fünf Stationen von Fauvismus bis Papier collé.
  2. Kunstkritik: Begründe, ob ein kubistisches Bild eher abstrakt oder gegenständlich ist, und belege Deine Position am Werk.
  3. Picasso und Braque: Untersuche Gemeinsamkeiten und Unterschiede an zwei Bildern aus derselben Zeit, ohne einfache Wertung.
  4. Transferprojekt: Übertrage kubistische Prinzipien auf eine Fotografie, ein Plakat oder eine digitale Collage und dokumentiere Deine Entscheidungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Wahrnehmung und Darstellung: Erkläre an einem selbst gewählten Gegenstand, weshalb mehrere Ansichten in einem einzigen Bild mehr zeigen können als eine Zentralperspektive.
  2. Material und Bedeutung: Analysiere, wie Zeitungspapier oder Tapetenmuster die Grenze zwischen Kunstwerk und Alltag verändern.
  3. Stilvergleich: Ordne zwei unbekannte Bilder begründet dem analytischen oder synthetischen Kubismus zu.
  4. Gestaltungsentscheidung: Entwickle einen Plan für ein kubistisches Klassenplakat und begründe Farbwahl, Formzerlegung und Schrift.
  5. Historischer Transfer: Erkläre, warum der Kubismus für spätere Collage, Grafikdesign oder digitale Bildbearbeitung wichtig wurde.
  6. Urteilskompetenz: Bewerte die Aussage „Kubistische Bilder zeigen die Wirklichkeit falsch“ und formuliere eine begründete Gegenposition.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Braques Rolle bei der Entwicklung des Kubismus erklären kannst.
  2. Merkmale von Fauvismus, analytischem und synthetischem Kubismus unterscheidest.
  3. ein Werk mit den Schritten Beschreiben, Untersuchen und Deuten erschließt.
  4. Fachbegriffe wie Mehrperspektivität, Collage, Papier collé und Stillleben richtig verwendest.
  5. eigene Gestaltungsentscheidungen begründest.
  6. einen Zusammenhang zwischen Bildform, Material und Wirkung herstellst.

Als Lernprodukt eignet sich eine Werkmappe mit Bildanalyse, eigenem Stillleben, Prozessfotos und kurzer Reflexion.




OERs zum Thema

  1. Wikimedia Commons: Georges Braque
  2. Tate: Papier collé
  3. Metropolitan Museum of Art: Cubism
  4. Museum of Modern Art: Georges Braque



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