GERTIE THE DINOSAUR

GERTIE THE DINOSAUR
Einleitung
GERTIE THE DINOSAUR ist ein US-amerikanischer Animationskurzfilm aus dem Jahr 1914. Regie führte der Zeichner, Comic-Künstler und Animationspionier Winsor McCay. Der Film gehört zu den bekanntesten Werken der frühen Film- und Animationsgeschichte. Besonders wichtig ist Gertie selbst: Der Dinosaurier ist nicht nur ein bewegtes Bild, sondern verhält sich wie eine wiedererkennbare Figur mit eigener Persönlichkeit. Gertie ist verspielt, manchmal widerspenstig, neugierig, empfindlich und zugleich beeindruckend groß.
Der Film ist nicht der erste Zeichentrickfilm überhaupt. Schon vor 1914 hatten Künstler wie J. Stuart Blackton, Émile Cohl und auch McCay selbst mit gezeichneten Bewegungsbildern gearbeitet. GERTIE THE DINOSAUR gilt jedoch als besonders bedeutend, weil hier eine gezeichnete Figur über Bewegung, Reaktion, Haltung und Timing als eigenständiger Charakter erfahrbar wird. Außerdem ist Gertie der früheste bekannte Dinosaurier, der in einem Animationsfilm als Hauptfigur auftritt.

Der Film eignet sich besonders gut, um zu untersuchen, wie Character Design, Pose-to-pose-Animation, Keyframe-Animation, Zwischenzeichnungen, Realfilm und Zeichentrickfilm zusammenwirken. Du kannst dabei beobachten, wie aus einzelnen Zeichnungen Bewegung entsteht und wie ein Zeichner eine Figur so gestaltet, dass sie nicht nur bewegt, sondern lebendig wirkt.
Was Du in diesem aiMOOC lernst
- Gertie als Filmfigur: Du untersuchst, wodurch Gertie wie eine eigenständige Persönlichkeit wirkt.
- Character Design: Du erkennst, wie Silhouette, Proportionen, Gesicht, Körperhaltung und Bewegung eine Figur prägen.
- Pose-to-pose-Methode: Du verstehst, wie wichtige Posen geplant und durch Zwischenzeichnungen verbunden werden.
- Zeichentrickfilm und Realfilm: Du analysierst, wie gefilmte Menschen, Zeichnungen, Schnitt und Bühnenillusion miteinander verbunden werden.
- Filmanalyse: Du beschreibst nicht nur, was geschieht, sondern begründest, wie Gestaltung und Technik eine Wirkung erzeugen.
Filmsteckbrief
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Titel | GERTIE THE DINOSAUR |
| Erscheinungsjahr | 1914 |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Regie | Winsor McCay |
| Filmform | Animationskurzfilm mit Realfilm-Rahmenhandlung |
| Ton | Stummfilm mit Zwischentiteln |
| Länge | ungefähr 12 Minuten, je nach überlieferter Fassung |
| Zielgruppe dieses aiMOOC | Klasse 5–8 |
Winsor McCay und die frühe Animation

Winsor McCay war bereits als Zeichner und Comic-Künstler bekannt, bevor er Gertie erschuf. Seine Comics arbeiteten mit ungewöhnlichen Perspektiven, Veränderungen von Formen und klar geplanten Bewegungsfolgen. Diese Erfahrungen halfen ihm beim Übergang vom gedruckten Bild zum bewegten Bild.
Vor GERTIE THE DINOSAUR hatte McCay unter anderem den Animationsfilm Little Nemo von 1911 und How a Mosquito Operates von 1912 geschaffen. Deshalb ist es falsch, GERTIE THE DINOSAUR als McCays ersten Animationsfilm oder als ersten Zeichentrickfilm überhaupt zu bezeichnen. Neu und besonders wirkungsvoll war vielmehr die Verbindung von präziser Bewegung, Persönlichkeit, Bühnenauftritt und gezeichneter Figur.
Vom Bühnenakt zum Kinofilm
Gertie wurde zunächst für McCays Auftritte im Vaudeville entwickelt. Vaudeville war eine populäre Bühnenform, bei der verschiedene kurze Nummern hintereinander gezeigt wurden. McCay stand dabei vor der Leinwand und sprach scheinbar mit Gertie. Er gab ihr Anweisungen, und die vorher genau geplante Animation reagierte im richtigen Moment darauf. Für das Publikum entstand dadurch die Illusion, eine gezeichnete Figur könne den Menschen auf der Bühne hören und spontan antworten.
Für Kinoaufführungen wurde eine Realfilm-Rahmenhandlung ergänzt. Darin wird unter anderem gezeigt, wie McCay die Aufgabe übernimmt, einen Dinosaurier durch Zeichnungen zum Leben zu erwecken. Danach führt der Film in die gezeichnete Welt Gerties.

Das Bild mit den gestapelten Zeichnungen macht sichtbar, wie arbeitsintensiv frühe Animation war. Bewegung musste Bild für Bild vorbereitet werden. Dabei ging es nicht nur um viele Zeichnungen, sondern vor allem darum, dass Körperform, Position und Timing von Bild zu Bild glaubwürdig zusammenpassten.
Gertie als eigenständige Dinosaurierfigur
Gertie ist keine naturwissenschaftliche Rekonstruktion eines Dinosauriers. Sie ist eine gestaltete Filmfigur. Ihr Körper ist stark vereinfacht und so gezeichnet, dass ihre Silhouette sofort erkennbar bleibt. Der große, runde Körper, der lange Hals, der kleine Kopf und die kräftigen Beine erzeugen einen deutlichen Kontrast zwischen gewaltiger Masse und kindlich-verspieltem Verhalten.

Die Persönlichkeit entsteht vor allem durch Verhalten. Gertie reagiert auf Aufforderungen, zögert, bewegt den Kopf, hebt die Füße, trinkt, tanzt und zeigt Stimmungen. Entscheidend ist: Eine Figur wirkt nicht allein deshalb lebendig, weil sie sich bewegt. Sie wirkt lebendig, wenn ihre Bewegungen wie Entscheidungen und Reaktionen erscheinen.
Character Design: Persönlichkeit durch Form
Character Design bezeichnet die bewusste Gestaltung einer Figur. Dazu gehören Form, Proportion, Gesicht, Silhouette, wiederkehrende Posen und die Frage, welche Eigenschaften das Publikum sofort erkennen soll.
| Gestaltungsmittel | Beobachtung bei Gertie | Wirkung |
|---|---|---|
| Silhouette | Langer Hals, kleiner Kopf und großer Körper sind klar voneinander unterscheidbar. | Gertie bleibt auch in einfacher Schwarz-Weiß-Zeichnung leicht erkennbar. |
| Proportionen | Ein sehr großer Körper trifft auf einen vergleichsweise kleinen Kopf. | Die Figur wirkt gleichzeitig mächtig und komisch-sanft. |
| Gesicht | Augen, Maul und Kopfhaltung werden deutlich eingesetzt. | Reaktionen lassen sich auch ohne gesprochene Sprache verstehen. |
| Körperhaltung | Aufrichten, Beugen, Kopfneigen und Fußheben verändern Gerties Ausdruck. | Die Pose vermittelt Stimmung und Absicht. |
| Bewegungsstil | Gertie bewegt sich nicht wie eine Maschine, sondern mit Pausen, Gewicht und Reaktionen. | Die Bewegung wird Teil ihrer Persönlichkeit. |

Wenn Du Character Design untersuchst, solltest Du deshalb nicht nur fragen: Wie sieht die Figur aus? Ebenso wichtig ist die Frage: Wie muss die Figur gestaltet sein, damit ihre Bewegungen und Gefühle lesbar werden?
Bewegung erzählt Charakter
Gerties Persönlichkeit entsteht aus einer Verbindung von Zeichnung und Timing. Eine langsame Bewegung kann schwer und vorsichtig wirken. Eine schnelle Reaktion kann Überraschung oder Ungeduld zeigen. Eine Pause vor einer Handlung kann den Eindruck erzeugen, Gertie denke nach.
McCay nutzte außerdem wiederholte Bewegungsfolgen, sogenannte Animationsloops. So konnte eine Folge von Zeichnungen mehrfach verwendet werden, etwa um wiederkehrende Bewegungen zu zeigen. Bei Gerties Atmung konnte derselbe Zeichnungsablauf wiederholt werden. Dadurch wird deutlich, dass auch kleine Bewegungen wichtig sind: Eine Figur muss nicht ständig große Aktionen ausführen, um lebendig zu wirken.

Die Originalzeichnungen zeigen außerdem, wie wichtig die Wiedererkennbarkeit der Figur von Bild zu Bild ist. Wenn Hals, Körper oder Kopf plötzlich ohne Absicht ihre Größe ändern würden, könnte die Bewegung instabil wirken. Animierende müssen deshalb sowohl Veränderung als auch Kontinuität kontrollieren.
Pose-to-pose-Methode und McCays Split System
Bei der Pose-to-pose-Methode werden nicht alle Bilder einfach der Reihe nach improvisiert. Stattdessen werden zuerst besonders wichtige Haltungen einer Bewegung geplant. Solche Haltungen nennt man Schlüsselposen oder Key Poses. Danach werden die fehlenden Zwischenbilder ergänzt.
Historisch ist bei McCay das sogenannte McCay Split System belegt. Dabei zerlegte er eine Bewegung in wichtige Posen und ergänzte anschließend die fehlenden Zwischenstufen. Dieses Verfahren lässt sich als frühe Form des später so genannten Pose-to-pose-Prinzips verstehen.
| Arbeitsschritt | Bedeutung | Einfaches Beispiel |
|---|---|---|
| Schlüsselpose A | Eine wichtige Ausgangshaltung wird festgelegt. | Gertie steht mit allen Füßen am Boden. |
| Schlüsselpose B | Eine deutlich veränderte Zielhaltung wird geplant. | Gertie hat einen Vorderfuß angehoben. |
| Zwischenpose | Eine Haltung zwischen A und B wird ergänzt. | Der Fuß befindet sich auf halber Höhe. |
| Weitere Zwischenzeichnungen | Die Abstände werden weiter verfeinert. | Die Bewegung wirkt flüssiger. |
| Timing prüfen | Es wird entschieden, wie lange die einzelnen Phasen sichtbar sein sollen. | Langsames Heben wirkt schwerer als schnelles Heben. |
Die Gegenidee wird häufig Straight-ahead-Animation genannt. Dabei entsteht eine Bewegung Zeichnung für Zeichnung von Anfang bis Ende. Das kann spontan und lebendig wirken, bietet aber weniger Kontrolle über Endpose, Proportionen und genaue Dauer. Pose-to-pose hilft besonders dann, wenn eine Handlung klar geplant und die Figur über viele Bilder hinweg stabil bleiben soll.
Zwischenzeichnungen, Passmarken und Papier
Eine Zwischenzeichnung verbindet zwei wichtige Posen. Sie entscheidet mit darüber, ob eine Bewegung weich, langsam, schnell, schwer oder leicht wirkt. McCay arbeitete bei Gertie auf Papier und nutzte Techniken, die das genaue Übereinanderlegen und Vergleichen von Zeichnungen erleichterten.
Dazu gehörten Passmarken beziehungsweise Registrierungspunkte. Sie halfen dabei, Zeichnungen beim Fotografieren möglichst genau auszurichten. Durchscheinendes Papier erleichterte das Nachzeichnen und Vergleichen. Wiederholte Bewegungsfolgen konnten als Zyklen eingesetzt werden.

Heute übernehmen Animationsprogramme viele Hilfsfunktionen digital. Das Grundproblem ist jedoch dasselbe geblieben: Eine Figur muss von Bild zu Bild kontrolliert verändert werden, damit die Bewegung verständlich und glaubwürdig erscheint.
Wie Zeichentrick und Realfilm kombiniert werden
GERTIE THE DINOSAUR verbindet Realfilm und Zeichentrickfilm auf mehreren Ebenen. Die Kino-Fassung beginnt mit gefilmten Menschen in einer realen Umgebung. Die Realfilm-Rahmenhandlung erklärt, warum McCay einen Dinosaurier zeichnen und animieren will. Danach wechselt der Film in die gezeichnete Welt.
Wichtig ist: Realfilm und Zeichnung werden hier nicht ständig technisch zu einem einzigen Mischbild zusammengesetzt. Die Verbindung entsteht vor allem durch Schnitt, Rahmenhandlung, Zwischentitel, genaues Timing und die Idee, dass McCay mit seiner Figur über die Grenze zwischen Bühne und Leinwand hinweg kommuniziert.

Besonders spannend ist, dass McCay am Ende als gezeichnete Version seiner selbst in Gerties Welt erscheint. Damit wird die Grenze zwischen dem realen Künstler und seiner gezeichneten Schöpfung spielerisch überschritten. Aus einem Menschen vor der Leinwand wird eine Zeichentrickfigur innerhalb der Leinwand.

Du kannst dabei drei Ebenen unterscheiden: die reale Person Winsor McCay, seine gezeichnete Stellvertreterfigur und Gertie als vollständig gezeichnete Figur. Gerade dieser Wechsel macht den Film zu einem frühen Beispiel für spielerisches Nachdenken über Mediengrenzen.
Bühne, Leinwand und Illusion
Bei McCays ursprünglichem Bühnenauftritt war die Animation genau vorbereitet. Trotzdem wirkte es so, als reagiere Gertie spontan auf Zurufe. Dieser Effekt beruht auf präzisem Timing. Der Künstler musste wissen, wann eine gezeichnete Reaktion auf der Leinwand einsetzen würde, und seine eigene Aktion passend dazu ausführen.
Dadurch entsteht eine wichtige Erkenntnis für die Medienkompetenz: Was auf einer Leinwand spontan aussieht, kann vorher sehr genau geplant worden sein. Filmische Wirkung entsteht häufig durch Vorbereitung, Auswahl, Rhythmus und Inszenierung.
Ein Bild lesen: Pose, Gewicht und Raum

Betrachte Gerties Körperhaltung. Der große Körper nimmt viel Bildraum ein. Hals und Kopf führen den Blick nach vorn. Die Füße wirken fest auf dem Boden verankert. Solche Entscheidungen vermitteln Gewicht. Gleichzeitig kann eine kleine Veränderung der Kopfhaltung Neugier oder Überraschung andeuten.
Für eine Filmanalyse reicht deshalb die Aussage „Gertie bewegt sich“ nicht aus. Genauer wäre etwa: „Gertie senkt den langen Hals langsam, während der schwere Körper weitgehend stabil bleibt. Dadurch wirkt die Bewegung vorsichtig und das Tier sehr massig.“
Warum der Film filmgeschichtlich wichtig ist
GERTIE THE DINOSAUR ist bedeutsam, weil der Film mehrere Entwicklungen der frühen Animation besonders anschaulich zusammenführt: eine wiedererkennbare Figur, geplante Schlüsselposen, Zwischenzeichnungen, Bewegungszyklen, genaue Ausrichtung der Zeichnungen und eine Inszenierung, die das Verhältnis zwischen Künstler und gezeichneter Figur zum Thema macht.
Gertie wird häufig als eine der ersten großen Persönlichkeiten des Zeichentrickfilms beschrieben. Vorsicht ist jedoch bei Superlativen wichtig. GERTIE THE DINOSAUR war nicht der erste Animationsfilm. McCay selbst hatte bereits zuvor animierte Filme geschaffen. Die besondere Leistung liegt darin, dass Gertie über Bewegung und Verhalten einen starken, wiedererkennbaren Charakter erhält.
1991 wurde GERTIE THE DINOSAUR in das National Film Registry der Vereinigten Staaten aufgenommen. Dort werden Filme bewahrt, die als kulturell, historisch oder ästhetisch besonders bedeutend gelten.
Beobachtungsauftrag zum Film
| Beobachte | Leitfrage |
|---|---|
| Silhouette | Woran erkennst Du Gertie auch dann, wenn Du nur ihre Umrissform betrachtest? |
| Posen | Welche Körperhaltungen zeigen Freude, Widerstand, Neugier oder Überraschung? |
| Timing | Wo wirken Pausen oder langsame Bewegungen besonders wichtig? |
| Gewicht | Wie vermittelt die Animation, dass Gertie sehr groß und schwer ist? |
| Medienwechsel | An welcher Stelle wechselt der Film zwischen Realfilm und Zeichentrick? |
| Grenzüberschreitung | Wie gelangt McCay als gezeichnete Figur in Gerties Welt? |
Merksatz
GERTIE THE DINOSAUR zeigt, dass eine Zeichentrickfigur nicht allein durch viele Bilder lebendig wird. Persönlichkeit entsteht, wenn Character Design, Pose, Timing, Zwischenzeichnung und Inszenierung zusammenarbeiten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer führte bei GERTIE THE DINOSAUR Regie? (Winsor McCay) (!Émile Cohl) (!Walt Disney) (!Max Fleischer)
In welchem Jahr erschien GERTIE THE DINOSAUR? (1914) (!1906) (!1928) (!1937)
Was macht Gertie für die frühe Character-Animation besonders interessant? (Sie zeigt eine deutlich erkennbare Persönlichkeit) (!Sie spricht mit einer aufgenommenen Stimme) (!Sie wurde vollständig am Computer erzeugt) (!Sie ist eine naturwissenschaftlich genaue Rekonstruktion)
Was beschreibt Character Design am besten? (Die bewusste Gestaltung einer Figur und ihrer Wirkung) (!Nur die Wahl der Filmmusik) (!Nur den Schnitt zwischen zwei Szenen) (!Die chemische Entwicklung eines Filmstreifens)
Was geschieht bei der Pose-to-pose-Methode zuerst? (Wichtige Schlüsselposen werden geplant) (!Alle Hintergründe werden vertont) (!Der fertige Film wird rückwärts abgespielt) (!Jede Bewegung wird ohne Zielpose improvisiert)
Wozu dienen Zwischenzeichnungen? (Sie verbinden wichtige Posen einer Bewegung) (!Sie ersetzen die Hauptfigur durch Realfilm) (!Sie schreiben die Zwischentitel des Films) (!Sie färben automatisch jede Zeichnung ein)
Was ist ein Animationsloop? (Eine wiederholte Bewegungsfolge) (!Eine Kameraeinstellung ohne Bewegung) (!Ein gesprochener Dialog) (!Eine einzelne unbewegte Zeichnung)
Wie verbindet die Kino-Fassung Realfilm und Zeichentrick? (Durch Rahmenhandlung Schnitt Timing und den Wechsel zur gezeichneten Welt) (!Durch digitale Computertricks) (!Durch dreidimensionale Hologramme) (!Durch ausschließlich reale Dinosaurieraufnahmen)
Wofür wurde Gertie ursprünglich besonders eingesetzt? (Für McCays Vaudeville-Bühnenauftritt) (!Für eine Fernsehnachrichtensendung) (!Für ein Computerspiel) (!Für einen Tonfilm mit Dialoggesang)
Welche Aussage zur Filmgeschichte ist richtig? (GERTIE THE DINOSAUR ist nicht der erste Zeichentrickfilm überhaupt) (!GERTIE THE DINOSAUR war McCays erste Begegnung mit Animation) (!Vor 1914 gab es keine gezeichneten Bewegungsfilme) (!Der Film entstand nach dem ersten abendfüllenden Disney-Zeichentrickfilm)
Memory
| Gertie | eigenständige Dinosaurierfigur |
| Winsor McCay | Regisseur und Animator |
| Schlüsselpose | wichtiger Bewegungsmoment |
| Zwischenzeichnung | Verbindung zwischen Posen |
| Realfilm | gefilmte Rahmenhandlung |
| Animationsloop | wiederholte Bewegungsfolge |
| Vaudeville | Bühnenprogramm mit verschiedenen Nummern |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion im Film und in der Animation |
|---|---|
| Character Design | gestaltet Aussehen und Persönlichkeit einer Figur |
| Schlüsselpose | legt einen wichtigen Zustand einer Bewegung fest |
| Zwischenzeichnung | verbindet zwei wichtige Posen miteinander |
| Realfilmrahmen | zeigt McCay und andere Personen in gefilmten Szenen |
| Animationssequenz | lässt Gertie in der gezeichneten Welt handeln |
...
Kreuzworträtsel
| McCay | Wie lautet der Nachname des Regisseurs? |
| Gertie | Wie heißt die Dinosaurierfigur? |
| Keyframe | Wie heißt ein englischer Begriff für ein wichtiges Schlüsselbild? |
| Vaudeville | Wie heißt die Bühnenform, in der McCay mit Gertie auftrat? |
| Animation | Wie heißt die Kunst, Einzelbilder als Bewegung erscheinen zu lassen? |
| Silhouette | Wie heißt die erkennbare Umrissform einer Figur? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Silhouette: Zeichne Gertie nur als schwarze Umrissform und markiere anschließend drei Merkmale, an denen die Figur trotzdem erkennbar bleibt.
- Pose: Entwirf drei verschiedene Körperhaltungen für dieselbe Figur, die Freude, Trotz und Überraschung zeigen, ohne Text oder Sprechblasen zu benutzen.
- Filmszene: Wähle eine kurze Szene aus GERTIE THE DINOSAUR und beschreibe möglichst genau, was Kopf, Hals, Beine und Körper nacheinander tun.
- Storyboard: Zeichne vier Felder, die den Wechsel von einer Realfilm-Situation in eine gezeichnete Welt verständlich machen.
Standard
- Daumenkino: Erstelle ein kleines Daumenkino mit zwei geplanten Schlüsselposen und mindestens drei Zwischenzeichnungen und erkläre, warum Deine Bewegung flüssig wirkt.
- Character Design: Entwickle eine eigene große, freundliche Fantasiefigur und begründe fünf Gestaltungsentscheidungen zu Silhouette, Proportion, Gesicht, Haltung und Bewegung.
- Filmanalyse: Untersuche ungefähr eine Minute des Films und notiere, wie Timing, Pause und Bewegungsrichtung Gerties Persönlichkeit beeinflussen.
- Realfilm und Animation: Produziere mit einer Partnerperson ein kurzes Video, in dem eine reale Person scheinbar mit einer selbst gezeichneten Figur kommuniziert, und plane die Reaktionen vorher genau.
Schwer
- Pose-to-pose-Methode: Plane eine komplexe Bewegung mit mindestens fünf Schlüsselposen, ergänze passende Zwischenzeichnungen und begründe die Abstände zwischen den Posen.
- Quellenkritik: Recherchiere die Behauptung, Gertie sei die erste echte Zeichentrickfigur, vergleiche mindestens zwei seriöse Quellen und formuliere eine vorsichtige, begründete Aussage.
- Animationsgeschichte: Vergleiche GERTIE THE DINOSAUR mit einem deutlich späteren Animationsfilm und untersuche, welche Grundideen von Character Design und Pose-to-pose trotz technischer Unterschiede ähnlich geblieben sind.
- Ausstellungskonzept: Gestalte eine kleine digitale Ausstellung mit vier Wikimedia-Commons-Bildern zu Gertie und schreibe zu jedem Bild eine kurze Erklärung, was es über Figurenentwurf, Produktion oder Filmgeschichte zeigt.


Lernkontrolle
- Figurenanalyse: Du erhältst eine unbekannte gezeichnete Figur in drei verschiedenen Posen. Erkläre, welche Persönlichkeit die Figur vermittelt, und belege Deine Deutung mit Silhouette, Proportion und Körperhaltung.
- Animationstransfer: Plane, wie eine schwere Figur einen kleinen Gegenstand aufhebt. Entscheide, welche Schlüsselposen nötig sind und wie viele Zwischenzeichnungen Du ungefähr einsetzen würdest, damit das Gewicht glaubwürdig wirkt.
- Methodenvergleich: Entscheide für eine ruhige, genau geplante Bewegung und für eine wilde, unvorhersehbare Bewegung jeweils, ob Pose-to-pose oder Straight-ahead geeigneter wäre, und begründe Deine Wahl.
- Medienwechsel: Entwirf ein fünfteilige Storyboard, in dem eine reale Person mit einer gezeichneten Figur interagiert, ohne dass beide technisch im selben Bild zusammengesetzt werden müssen.
- Filmgeschichte: Erkläre, warum GERTIE THE DINOSAUR filmgeschichtlich wichtig sein kann, obwohl der Film nicht der erste Zeichentrickfilm der Geschichte ist.
- Quellenbewertung: Eine Internetseite behauptet, GERTIE THE DINOSAUR habe die Animation erfunden. Formuliere drei Fragen, mit denen Du diese Behauptung prüfen würdest, und nenne Merkmale einer verlässlichen Quelle.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu GERTIE THE DINOSAUR ist wichtig, dass Du nicht nur Daten auswendig kennst, sondern Gestaltung und Wirkung miteinander verbinden kannst.
- Filmanalyse: Du kannst eine konkrete Szene mit Fachbegriffen beschreiben und Deine Aussagen an sichtbaren Bewegungen oder Posen belegen.
- Character Design: Du kannst erklären, wie Silhouette, Proportion, Gesicht und Haltung zur Persönlichkeit Gerties beitragen.
- Pose-to-pose-Methode: Du kannst Schlüsselposen und Zwischenzeichnungen unterscheiden und eine einfache Bewegung selbst planen.
- McCay Split System: Du kannst erklären, warum McCays historisches Verfahren als früher Vorläufer des Pose-to-pose-Prinzips verstanden werden kann.
- Realfilm und Zeichentrick: Du kannst die Realfilm-Rahmenhandlung, den Wechsel zur Animation und McCays gezeichnetes Doppel voneinander unterscheiden.
- Mediengeschichte: Du kannst die Bedeutung des Films erklären, ohne die falsche Behauptung zu wiederholen, er sei der erste Zeichentrickfilm überhaupt.
- Transfer: Du kannst mindestens ein Gestaltungsprinzip aus GERTIE THE DINOSAUR auf eine eigene Animation oder eine moderne Filmfigur übertragen.
OERs zum Thema
Wikimedia Commons: Freie Medien zu Gertie the Dinosaur
Library of Congress: Film Registry Essay zu Gertie the Dinosaur
Public Domain Review: Gertie the Dinosaur
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