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Friedrich II. - Geschichte

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Friedrich II. - Geschichte



Friedrich II. - Geschichte

Studienfach: Geschichte | Niveau: Studium | Epoche: Frühe Neuzeit | Schwerpunkt: Preußen, Aufklärung, Absolutismus, Europäische Geschichte des 18. Jahrhunderts

Anton Graffs Altersbildnis Friedrichs II. Das Porträt prägt bis heute die Vorstellung vom „Alten Fritz“, entstand aber erst gegen Ende seiner Herrschaft.


Einleitung

Dieser aiMOOC behandelt Friedrich II. von Preußen (1712–1786), seit 1740 König in Preußen und seit 1772 König von Preußen. Er gehört zu den umstrittensten Herrschern der Frühen Neuzeit. Zeitgenossen und spätere Generationen sahen in ihm einen aufgeklärten Philosophenkönig, einen effizienten Staatslenker, einen bedeutenden Feldherrn, einen Eroberer und einen Repräsentanten des Absolutismus. Seine Herrschaft verband Reformen im Rechtswesen, Förderung von Wissenschaft und Kultur sowie eine pragmatische Religionspolitik mit dynastischer Machtpolitik, langen Kriegen, sozialer Ungleichheit und der Beteiligung an der Ersten Teilung Polen-Litauens.

Im Studium der Geschichte genügt es deshalb nicht, Friedrich II. entweder zu verehren oder zu verurteilen. Du untersuchst vielmehr, wie Herrschaft funktionierte, welche Handlungsspielräume verschiedene Bevölkerungsgruppen besaßen, wie Quellen Interessen spiegeln und wie aus einer historischen Person ein politischer Mythos wurde. Der Kurs verbindet Biografie, Politische Geschichte, Militärgeschichte, Sozialgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte, Jüdische Geschichte und Erinnerungskultur.

Das Video bietet einen ersten Überblick. Prüfe seine Auswahl und Darstellung anschließend anhand der differenzierteren Kapitel dieses Kurses.


Abgrenzung: Welcher Friedrich II.?

Der Name Friedrich II. bezeichnet mehrere historische Personen. In diesem aiMOOC ist grundsätzlich Friedrich II. von Preußen gemeint. Der staufische Kaiser Friedrich II. des Heiligen Römischen Reiches lebte von 1194 bis 1250 und gehört in die Geschichte des Mittelalters.

Person Lebenszeit Herrschaftsraum Historischer Kontext
Friedrich II. von Preußen 1712–1786 Königreich Preußen Aufklärung, Absolutismus, Schlesische Kriege, Siebenjähriger Krieg
Kaiser Friedrich II. 1194–1250 Heiliges Römisches Reich und Königreich Sizilien Staufer, Konflikte mit dem Papsttum, Kreuzzug


Kompetenzziele

Nach der Bearbeitung kannst Du:

  1. Historische Einordnung: Friedrichs Herrschaft in die europäische Staatenordnung des 18. Jahrhunderts einordnen.
  2. Quellenkritik: Selbstzeugnisse, Kabinettsordres, Gesetze, Briefe, Karten und spätere Historienbilder nach Entstehung, Perspektive und Zweck analysieren.
  3. Multiperspektivität: Die Politik Friedrichs aus Sicht des Hofes, der Verwaltung, des Adels, der Bauern, der Soldaten, religiöser Minderheiten und der Nachbarstaaten beurteilen.
  4. Kontinuität und Wandel: Reformen von fortbestehenden Strukturen des ständischen Systems unterscheiden.
  5. Historisches Urteil: Den Begriff aufgeklärter Absolutismus als Deutungsmodell prüfen.
  6. Erinnerungskultur: Zwischen Friedrichs eigener Herrschaft, dem späteren Preußenmythos und gegenwärtiger Geschichtskultur unterscheiden.


Historischer Kontext


Brandenburg-Preußen vor 1740

Das Herrschaftsgebiet der Hohenzollern war kein geschlossener Nationalstaat, sondern eine räumlich verstreute Kompositmonarchie. Zu ihr gehörten unter anderem die Mark Brandenburg, das außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gelegene Herzogtum Preußen sowie westliche Territorien. Seit der Königskrönung Friedrichs I. 1701 führten die Hohenzollern den Titel „König in Preußen“. Die Formulierung zeigte, dass nur ein Teil ihrer Länder als Königreich galt.

Friedrichs Vater Friedrich Wilhelm I., der sogenannte „Soldatenkönig“, stärkte Armee, Verwaltung und Finanzen. Das 1723 geschaffene Generaldirektorium verband zentrale Aufgaben der Innen-, Finanz- und Militärverwaltung. Friedrich II. übernahm daher 1740 keinen unfertigen Staat, sondern einen vergleichsweise handlungsfähigen Machtapparat mit großer Armee und gefüllter Staatskasse. Seine spätere Politik beruhte wesentlich auf diesen Voraussetzungen.


Europa im Zeitalter der Mächtekonkurrenz

Das europäische Staatensystem war von dynastischen Erbansprüchen, wechselnden Bündnissen und dem Streben nach einem Mächtegleichgewicht geprägt. Die Habsburgermonarchie, Frankreich, Großbritannien, Russland und das Osmanische Reich konkurrierten um Einfluss. Kolonialkriege und europäische Konflikte waren eng miteinander verbunden. Der Siebenjährige Krieg wurde deshalb nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in Nordamerika, Indien, Afrika und auf den Weltmeeren geführt.

Europa zu Beginn des Österreichischen Erbfolgekrieges 1740. Karten sind keine neutralen Abbilder: Prüfe Grenzziehungen, Farbgebung, Beschriftung und den dargestellten Raum.


Biografie und Herrschaftsantritt


Kindheit, Erziehung und Konflikt mit dem Vater

Friedrich wurde am 24. Januar 1712 in Berlin als Sohn Friedrich Wilhelms I. und Sophie Dorothea von Hannover geboren. Seine Erziehung sollte ihn auf Regierung, Militär und protestantische Pflichterfüllung vorbereiten. Zugleich entwickelte er starke Interessen an französischer Literatur, Philosophie und Musik. Der Gegensatz zwischen dem kulturell orientierten Kronprinzen und seinem autoritären Vater wurde später häufig als dramatischer Kampf zwischen Geist und Militarismus erzählt. Diese Deutung enthält einen wahren Konfliktkern, vereinfacht aber die komplexe höfische und dynastische Situation.

1730 versuchte Friedrich, sich dem väterlichen Zugriff durch Flucht zu entziehen. Der Plan scheiterte. Sein Vertrauter Hans Hermann von Katte wurde wegen Beteiligung am Fluchtversuch hingerichtet; Friedrich musste die Exekution in Küstrin miterleben. Anschließend wurde der Kronprinz schrittweise wieder in Verwaltung und Militär integriert. Das Ereignis war biografisch einschneidend, darf aber nicht als alleinige Erklärung seiner späteren Politik verwendet werden.


Ehe, Rheinsberg und philosophische Selbstdarstellung

1733 heiratete Friedrich auf Wunsch des Vaters Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern. Die Ehe blieb kinderlos und wurde nach dem Regierungsantritt weitgehend auf repräsentative Funktionen reduziert. Für eine geschlechtergeschichtliche Analyse ist wichtig, Elisabeth Christine nicht nur als Randfigur der Königsbiografie zu betrachten, sondern ihre eigene Hofhaltung, Repräsentation und dynastische Rolle zu untersuchen.

Das Herrscherpaar in höfischer Repräsentation. Frage nach Kleidung, Gesten, Rangzeichen und der politischen Funktion dynastischer Porträts.

Auf Schloss Rheinsberg entwickelte Friedrich einen Musenhof. Er korrespondierte mit Voltaire, komponierte und spielte Flöte. In seinem französisch verfassten Anti-Machiavel kritisierte er das Bild eines skrupellosen Fürsten und entwarf das Ideal eines vernünftigen, dem Gemeinwohl verpflichteten Herrschers. Das Werk wurde 1740 veröffentlicht. Schon der Angriff auf Schlesien im selben Jahr machte jedoch sichtbar, wie weit politische Praxis und philosophische Selbstdarstellung auseinanderliegen konnten.


Regierungsantritt 1740

Am 31. Mai 1740 folgte Friedrich seinem Vater auf den Thron. Er übernahm eine gut organisierte Armee, leistungsfähige Verwaltungsstrukturen und finanzielle Reserven. Früh setzte er Zeichen, die als aufgeklärt galten: Er schränkte die Anwendung der Folter ein, lockerte die Zensur für nichtpolitische Inhalte und präsentierte sich als zugänglicher Monarch. Gleichzeitig beanspruchte er die letztgültige Entscheidung in Regierung und Verwaltung. Kollegiale Beratung blieb möglich, doch die politische Verantwortung war nicht parlamentarisch kontrolliert.


Krieg, Diplomatie und Aufstieg Preußens


Der Griff nach Schlesien

Nach dem Tod Kaiser Karls VI. 1740 trat Maria Theresia die Herrschaft in den habsburgischen Ländern an. Friedrich nutzte die europäische Krise und ließ seine Armee in das wohlhabende Schlesien einmarschieren. Er berief sich auf ältere dynastische Ansprüche, handelte aber vor allem aus Gründen der Staatsräson und Machtsteigerung.

Die ersten beiden Schlesischen Kriege von 1740 bis 1742 und 1744 bis 1745 sicherten Preußen den größten Teil Schlesiens. Dadurch gewann die Monarchie Bevölkerung, Steuereinnahmen, Gewerberegionen und strategische Tiefe. Für die Habsburgermonarchie bedeutete der Verlust eine schwere Herausforderung. Die Konkurrenz zwischen Preußen und Österreich prägte fortan die mitteleuropäische Politik.

Zentrale Konflikträume der Schlesischen Kriege und des Siebenjährigen Krieges. Untersuche, welche politischen Räume die Karte hervorhebt und welche sie ausblendet.


Bündniswechsel und Siebenjähriger Krieg

Die Diplomatische Revolution von 1756 veränderte die Bündnisse: Österreich näherte sich seinem früheren Gegner Frankreich an, während Preußen mit Großbritannien kooperierte. Friedrich eröffnete den Krieg mit dem Einmarsch in das neutrale Kurfürstentum Sachsen. Aus preußischer Sicht sollte dies einem gegnerischen Angriff zuvorkommen; aus völkerrechtlicher und sächsischer Perspektive war es eine Aggression und Besetzung.

Im Siebenjährigen Krieg kämpfte Preußen vor allem gegen Österreich, Russland, Frankreich, Schweden und die Reichsarmee. Siege wie bei Roßbach und Leuthen 1757 begründeten Friedrichs Ruf als Feldherr. Schwere Niederlagen, etwa bei Kunersdorf 1759, brachten Preußen zugleich an den Rand des Zusammenbruchs. Der Tod der russischen Kaiserin Elisabeth Anfang 1762 und der außenpolitische Kurswechsel ihres Nachfolgers Peter III. entlasteten Friedrich entscheidend. In der älteren preußischen Erinnerung wurde dies als „Mirakel des Hauses Brandenburg“ bezeichnet; wissenschaftlich ist es als kontingenter dynastisch-diplomatischer Wendepunkt zu analysieren.

Schematische Darstellung eines Manövers in der Schlacht bei Leuthen. Militärkarten reduzieren komplexe Gewalt auf Bewegungen und Formationen; ergänze sie gedanklich um Verwundung, Tod, Versorgung und Erfahrungen der Zivilbevölkerung.


Frieden von Hubertusburg und Folgen

Der Frieden von Hubertusburg 1763 bestätigte im Wesentlichen den territorialen Vorkriegsstand in Mitteleuropa. Preußen behauptete Schlesien und war nun dauerhaft als europäische Großmacht anerkannt. Dieser Erfolg war teuer erkauft. Regionen waren verwüstet, Bevölkerung und Wirtschaft belastet, Soldaten gefallen oder desertiert. Die Kriegsfinanzierung, Rekrutierung und Besatzungspolitik trafen unterschiedliche soziale Gruppen ungleich.

Der Krieg stärkte den Mythos vom kleinen, disziplinierten Preußen, das sich gegen eine übermächtige Koalition behauptet habe. Eine europäische und globale Perspektive zeigt dagegen, dass britische Subsidien, koloniale Konflikte, russische Entscheidungen und die Interessen zahlreicher Verbündeter für den Ausgang ebenso wichtig waren wie Friedrichs militärische Führung.


Die Erste Teilung Polen-Litauens 1772

1772 beteiligten sich Preußen, Russland und die Habsburgermonarchie an der Ersten Teilung der polnisch-litauischen Adelsrepublik. Preußen annektierte unter anderem weite Teile des später so genannten Westpreußen und das Ermland; Danzig und Thorn blieben zunächst außerhalb des preußischen Gebiets. Die Annexion schuf eine Landverbindung zwischen Brandenburg und Ostpreußen und stärkte Friedrichs Kontrolle über Handelswege.

Die Teilung war keine bloße Grenzkorrektur, sondern ein gewaltsamer Eingriff in die Souveränität eines Nachbarstaates. Erklärungen, die ausschließlich auf innere Schwächen Polen-Litauens verweisen, übernehmen leicht die Rechtfertigungen der Teilungsmächte. Eine multiperspektivische Analyse berücksichtigt polnisch-litauische Reformbemühungen, die Interessen der drei Monarchien und die Folgen für die betroffene Bevölkerung.

Die Erste Teilung Polen-Litauens 1772. Vergleiche die räumliche Darstellung mit schriftlichen Quellen aus Preußen, Russland, der Habsburgermonarchie und Polen-Litauen.
Zeitgenössische Allegorie der Teilung. Personifikationen und Herrscherfiguren machen Machtverhältnisse sichtbar, sind aber selbst parteiliche politische Bildaussagen.


Herrschaftspraxis im Inneren


Der „erste Diener des Staates“

Friedrich beschrieb den Monarchen als „ersten Diener des Staates“. Damit grenzte er sich rhetorisch von rein dynastischer Willkür ab. Der Herrscher sollte vernünftig regieren, arbeiten und das Gemeinwohl fördern. Dennoch blieb der Staat kein vom König unabhängiger Verfassungsstaat. Friedrich entschied kraft ererbter monarchischer Autorität, kontrollierte zentrale Ressorts durch Kabinettsordres und griff häufig persönlich in Verwaltungsfragen ein.

Der Ausdruck „erster Diener“ bezeichnet daher keine Demokratie und keine Gewaltenteilung. Er formuliert ein Herrschaftsethos innerhalb des Absolutismus. Für die Analyse musst Du zwischen politischer Sprache, institutioneller Struktur und tatsächlicher Praxis unterscheiden.


Verwaltung und Kabinettsregierung

Friedrich behielt die unter seinem Vater entwickelten Zentralbehörden bei, regierte aber in zunehmendem Maße über sein persönliches Kabinett. Minister und Beamte mussten Berichte einreichen, die der König mit knappen Randentscheidungen versah. Diese Arbeitsweise ermöglichte Kontrolle und schnelle Eingriffe, erzeugte aber auch Abhängigkeit von der Person des Monarchen und von der Qualität der eingehenden Informationen.

Die Verwaltung war nicht modern im heutigen demokratischen Sinn. Ämterzugang, soziale Herkunft und ständische Privilegien spielten weiterhin eine große Rolle. Zugleich entwickelten sich Praktiken der Aktenführung, Statistik, Steuerung und fachlichen Spezialisierung, die Historikerinnen und Historiker mit dem Begriff Staatsbildung untersuchen.


Recht und Justiz

Friedrich schränkte 1740 die Folter stark ein; 1754 wurde sie ohne Vorbehalte abgeschafft. Unter dem Justizreformer Samuel von Cocceji sollten Verfahren vereinheitlicht und beschleunigt werden. Der König griff jedoch selbst in einzelne Prozesse ein, wenn er Urteile für ungerecht hielt. Der bekannte Müller-Arnold-Fall von 1779 zeigt das Spannungsverhältnis zwischen königlichem Gerechtigkeitsanspruch, richterlicher Unabhängigkeit und persönlicher Machtausübung.

Das Allgemeine Landrecht trat erst 1794, also nach Friedrichs Tod, in Kraft. Seine Entstehung gehört dennoch in den längeren Zusammenhang der unter ihm geförderten Kodifikationsbestrebungen. Es wäre ungenau, Friedrich als Schöpfer eines bereits vollendeten modernen Rechtsstaates darzustellen.


Religionstoleranz und ihre Grenzen

Friedrichs Religionspolitik wird häufig mit der Formel verbunden, jeder solle „nach seiner Façon selig werden“. Katholiken konnten im überwiegend protestantischen Staat Kirchen errichten, und nach der Eroberung Schlesiens arbeitete die Regierung pragmatisch mit katholischen Institutionen zusammen. Religiöse Vielfalt wurde geduldet, wenn sie Staatsinteressen, Bevölkerungswachstum und wirtschaftlicher Entwicklung nicht entgegenstand.

Diese Toleranz war jedoch weder allgemeine Gleichheit noch ein modernes Menschenrecht. Besonders die jüdische Bevölkerung blieb durch Sonderabgaben, Aufenthaltsbeschränkungen und gestufte Schutzrechte diskriminiert. Auch soziale und politische Teilhabe war nicht konfessionsunabhängig. Der Begriff Toleranz muss daher nach betroffener Gruppe, Rechtsstatus und konkreter Praxis differenziert werden.


Wirtschaft, Landwirtschaft und Bevölkerungspolitik

Friedrichs Wirtschaftspolitik folgte weitgehend dem Merkantilismus beziehungsweise Kameralismus. Der Staat förderte Manufakturen, versuchte Importe zu ersetzen, warb Fachkräfte und Siedler an und investierte in Infrastruktur. Die Trockenlegung und Besiedlung des Oderbruchs steht beispielhaft für die Verbindung von Landesausbau, Bevölkerungswachstum, Steuerinteressen und Eingriffen in Landschaft und Lebenswelten.

Die Kartoffel wurde in deutschen Territorien bereits vor Friedrich angebaut. Seine Regierung förderte ihren Anbau, besonders als krisenfestes Nahrungsmittel. Die populäre Behauptung, Friedrich habe die Kartoffel in Deutschland eingeführt, ist daher ein Geschichtsmythos. Das heutige Niederlegen von Kartoffeln an seinem Grab zeigt, wie wirksam solche vereinfachenden Erzählungen sein können.

Kartoffeln auf Friedrichs Grabplatte in Sanssouci: ein Beispiel dafür, wie Erinnerungskultur historische Fakten, Legenden und Rituale verbindet.


Schule, Wissen und Wissenschaft

Das Generallandschulreglement von 1763 ordnete das ländliche Schulwesen genauer. Eine Schulpflicht war in Preußen bereits zuvor formuliert worden; unter Friedrich wurde sie systematisiert, blieb aber wegen fehlender Gebäude, Lehrkräfte, Finanzierung und lokaler Widerstände lückenhaft. Zwischen Normtext und sozialer Wirklichkeit bestand ein erheblicher Abstand.

Friedrich förderte die Berliner Akademie, bevorzugte jedoch die französische Sprache und Kultur. Seine Beziehung zur deutschen Literatur war distanziert. Für eine Wissenschaftsgeschichte der Aufklärung ist deshalb zu fragen, welche Wissensformen, Sprachen und Personen gefördert wurden und welche außerhalb des königlichen Geschmacks lagen.


Bauern, Adel, Militär und soziale Ordnung

Die preußische Gesellschaft blieb ständisch geprägt. Der Adel stellte einen großen Teil des Offizierskorps und besaß auf vielen Gütern Herrschaftsrechte über die Landbevölkerung. Formen persönlicher Abhängigkeit und Gutsherrschaft bestanden fort. Friedrich begrenzte einzelne Missstände auf königlichen Domänen, hob die bäuerliche Unfreiheit aber nicht grundsätzlich auf.

Die Armee war ein zentrales Instrument der Monarchie. Das Kantonssystem verband regionale Rekrutierung mit langer militärischer Dienstpflicht, während zahlreiche Soldaten außerhalb der Übungs- und Kriegszeiten in ihren Heimatorten lebten. Disziplin, Desertion, Zwang, soziale Herkunft und Versorgung müssen gemeinsam untersucht werden. Eine reine Feldherrngeschichte blendet die Erfahrungen einfacher Soldaten und Zivilpersonen aus.


Aufklärung, Kultur und Sanssouci


Philosophenkönig und Voltaire

Friedrich verstand sich als Teil der europäischen République des Lettres. Er schrieb überwiegend auf Französisch, korrespondierte mit Gelehrten und lud Voltaire nach Preußen ein. Voltaire lebte von 1750 bis 1753 am Hof. Die Beziehung war von gegenseitiger Bewunderung, politischem Nutzen, literarischer Zusammenarbeit und heftigen Konflikten geprägt.

Ein Friedrich zugeschriebenes Bilderrätsel für Voltaire. Solche spielerischen Quellen erschließen höfische Kommunikation, benötigen aber eine Prüfung von Überlieferung und Zuschreibung.

Der Hof von Sanssouci wurde später als freier Gesprächskreis großer Geister inszeniert. Tatsächlich war er zugleich ein monarchischer Raum mit klaren Rangordnungen. Wer eingeladen wurde, entschied der König. Frauen waren bei Friedrichs berühmter Tafelrunde kaum präsent. Das Ideal offenen Gesprächs bestand innerhalb sozialer und politischer Grenzen.

Adolph von Menzels Darstellung der Tafelrunde entstand im 19. Jahrhundert. Sie ist keine Augenzeugenquelle für das 18. Jahrhundert, sondern eine Quelle zur späteren Friedrich-Rezeption.


Musik und höfische Kultur

Friedrich war Flötist und komponierte Sonaten, Konzerte und weitere Werke. Musiker wie Johann Joachim Quantz und Carl Philipp Emanuel Bach wirkten in seinem Umfeld. Musik war persönliche Leidenschaft, höfische Praxis und Bestandteil monarchischer Repräsentation.

Menzels „Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci“ von 1852 verbindet historische Recherche mit der Bildsprache des 19. Jahrhunderts.


Schloss Sanssouci als Quelle

Schloss Sanssouci wurde 1745 bis 1747 nach Vorstellungen Friedrichs und Plänen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs errichtet. Der Name bedeutet „ohne Sorge“. Das vergleichsweise kleine Sommerschloss diente als Rückzugsort, Herrschaftsbühne und kulturelles Programm. Architektur, Garten, Bildausstattung und Raumordnung können wie Texte als historische Quellen gelesen werden.

Schloss Sanssouci und die Weinbergterrassen. Analysiere das Ensemble als Verbindung von Naturgestaltung, Arbeit, Repräsentation und königlicher Selbstdarstellung.

Nach dem Siebenjährigen Krieg ließ Friedrich das monumentale Neue Palais errichten. Es demonstrierte, dass Preußen trotz der Kriegsbelastungen weiterhin repräsentationsfähig war. Der Gegensatz zwischen privaterem Rückzugsideal und öffentlicher Machtdemonstration gehört zu den produktiven Spannungen der friderizianischen Kultur.


Friedrich II. als „aufgeklärter Absolutist“

Der Begriff Aufgeklärter Absolutismus bezeichnet eine Herrschaftsform, in der Monarchen Reformideen der Aufklärung aufnahmen, ohne ihre souveräne Entscheidungsgewalt aufzugeben. Friedrich eignet sich als Fallstudie, weil sich Fortschritt und Begrenzung besonders deutlich gegenüberstellen lassen.

Aufklärerische Elemente Absolutistische und ständische Grenzen
Einschränkung und spätere Abschaffung der Folter Keine demokratische Mitbestimmung und keine verantwortliche Volksvertretung
Kodifikations- und Justizreformen Persönliche Eingriffe des Königs in einzelne Gerichtsverfahren
Pragmatische Duldung verschiedener christlicher Konfessionen Fortbestehende Diskriminierung insbesondere jüdischer Einwohner
Förderung von Schule, Wissenschaft und Verwaltung Lückenhafte Umsetzung und Vorrang staatlicher Nützlichkeit
Herrscherideal des „ersten Dieners des Staates“ Erbliche Monarchie, soziale Privilegien und weitgehend erhaltene Gutsherrschaft
Förderung von Kultur und philosophischem Austausch Höfische Auswahl, Zensur politischer Kritik und persönliche Geschmacksurteile

Die Tabelle ist kein abschließendes Urteil. Sie dient als Heuristik. Untersuche jeweils, für wen eine Maßnahme galt, wie sie umgesetzt wurde, welche Interessen sie erfüllte und welche Alternativen Zeitgenossen diskutierten.


Quellen und Methoden des Geschichtsstudiums


Quellengattungen

Für eine wissenschaftliche Arbeit über Friedrich II. lassen sich unterschiedliche Quellengattungen kombinieren:

  1. Selbstzeugnis: Briefe, Gedichte, philosophische Schriften und politische Testamente zeigen Selbstbilder, Argumentationen und adressatenbezogene Rollen.
  2. Normative Quelle: Edikte, Reglements und Kabinettsordres formulieren Regeln, beweisen aber nicht automatisch deren Umsetzung.
  3. Verwaltungsquelle: Akten, Berichte, Statistiken und Petitionen geben Einblick in Entscheidungswege und Konflikte.
  4. Militärische Quelle: Operationspläne, Musterungslisten, Feldpost und Versorgungsakten erschließen Krieg aus unterschiedlichen Ebenen.
  5. Bildquelle: Porträts, Allegorien, Karten und Historiengemälde konstruieren Sichtweisen durch Auswahl und Gestaltung.
  6. Sachquelle: Schlösser, Gärten, Uniformen, Musikinstrumente, Münzen und Graborte verbinden materielle Kultur mit Herrschaft.
  7. Rezeptionsquelle: Schulbücher, Filme, Denkmäler, Ausstellungen und politische Reden zeigen, wie Friedrich später verwendet wurde.


Leitfragen der Quellenkritik

  1. Provenienz: Wer schuf die Quelle, wann, wo und in welchem institutionellen Zusammenhang?
  2. Adressat: Für wen war sie bestimmt, und war sie öffentlich, geheim oder privat?
  3. Intention: Sollte sie informieren, anweisen, rechtfertigen, überzeugen, erinnern oder unterhalten?
  4. Überlieferung: Liegt ein Original, eine Abschrift, eine Edition, eine Übersetzung oder eine spätere Bearbeitung vor?
  5. Perspektivität: Welche Gruppen erscheinen, welche bleiben stumm, und welche Begriffe strukturieren die Wahrnehmung?
  6. Kontextualisierung: Welche politischen, sozialen, sprachlichen und medialen Konventionen prägten die Aussage?
  7. Vergleich: Welche unabhängigen Quellen bestätigen, ergänzen oder widersprechen der Darstellung?


Fallbeispiel Menzel

Adolph von Menzel wurde 1815 geboren, also fast drei Jahrzehnte nach Friedrichs Tod. Seine Bilder über Friedrich II. sind deshalb keine unmittelbaren Abbilder der friderizianischen Zeit. Sie beruhen auf Studien historischer Räume, Objekte und Überlieferungen, verbinden diese aber mit Fragen und ästhetischen Entscheidungen des 19. Jahrhunderts. Nutze Menzel doppelt: als rekonstruierende Darstellung des 18. Jahrhunderts und als Primärquelle für die Preußenrezeption im 19. Jahrhundert.


Erinnerungskultur und Deutungskämpfe


Vom König zum „Alten Fritz“

Schon zu Lebzeiten entstand ein königliches Image aus Arbeitsamkeit, Einfachheit, Schlagfertigkeit und militärischem Erfolg. Nach 1786 wurde Friedrich zunehmend zum „Alten Fritz“ stilisiert. Anekdoten erzählten vom volksnahen König, der persönlich Recht spreche, Kartoffeln verbreite und mit einfachen Soldaten rede. Solche Geschichten konnten reale Bezüge besitzen, verdichteten aber komplexe Herrschaft zu leicht erinnerbaren moralischen Szenen.


Nationalismus, Kaiserreich und Film

Im 19. Jahrhundert wurde Friedrich in preußisch-deutschen Geschichtsbildern als Wegbereiter staatlicher Größe gedeutet. Denkmäler, Jubiläen und Historienmalerei verbanden Monarchie, Armee und Nation. Im 20. Jahrhundert griffen nationalistische und nationalsozialistische Medien auf den Fridericus-Mythos zurück. Die Vorstellung eines genialen Führers, der trotz aussichtsloser Lage durchhält, konnte zur politischen Mobilisierung missbraucht werden.

Eine direkte Linie von Friedrich zu späteren Diktaturen ist historisch ebenso problematisch wie eine unkritische Heldenverehrung. Wissenschaftliche Analyse untersucht konkrete Aneignungen, institutionelle Kontinuitäten und Brüche, ohne unterschiedliche Epochen gleichzusetzen.


Friedrich-Bilder nach 1945

Nach 1945 wurde die Geschichte Preußens in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich bewertet. In der frühen DDR dominierte eine kritische Sicht auf Militarismus und Feudalismus; später wurde Friedrich differenzierter in das nationale Kulturerbe eingeordnet. In der Bundesrepublik wechselten Distanz, kulturhistorisches Interesse und neue Popularisierung. Ausstellungen und Jubiläen machten immer wieder sichtbar, dass jede Gegenwart eigene Fragen an Friedrich richtet.

Friedrich war 1786 zunächst in der Potsdamer Garnisonkirche bestattet worden. Nach mehreren Umbettungen wurde sein Sarg 1991 auf der Terrasse von Sanssouci beigesetzt. Der Ort ist heute ein Erinnerungsraum, an dem Monarchiegeschichte, Tourismus, Verehrung, Kritik und Legenden zusammentreffen.


Chronologie

Jahr Ereignis Historische Bedeutung
1712 Geburt in Berlin Dynastische Herkunft und Erziehung im brandenburgisch-preußischen Hof
1730 Gescheiterter Fluchtversuch und Hinrichtung Kattes Zuspitzung des Konflikts mit Friedrich Wilhelm I.
1733 Heirat mit Elisabeth Christine Dynastische Pflichtheirat; die Ehe bleibt kinderlos
1740 Regierungsantritt, Veröffentlichung des Anti-Machiavel, Einmarsch in Schlesien Gleichzeitigkeit von philosophischem Anspruch, Reformbeginn und Expansion
1740–1742 Erster Schlesischer Krieg Erwerb des größten Teils Schlesiens
1744–1745 Zweiter Schlesischer Krieg Behauptung des schlesischen Besitzes
1745–1747 Bau von Schloss Sanssouci Kulturelle Selbstdarstellung und königlicher Rückzugsort
1750–1753 Voltaire am preußischen Hof Höhepunkt und Krise der Beziehung zwischen Monarch und Philosoph
1756–1763 Siebenjähriger Krieg Existenzielle Belastung Preußens und Bestätigung als Großmacht
1763 Frieden von Hubertusburg und Generallandschulreglement Ende des Krieges und Ausbau innerer Ordnung
1772 Beteiligung an der Ersten Teilung Polen-Litauens Territorialgewinn und Wechsel zum Titel „König von Preußen“
1779 Müller-Arnold-Fall Konflikt zwischen königlicher Gerechtigkeitspolitik und richterlicher Autonomie
1786 Tod in Sanssouci Beginn einer besonders wirkmächtigen Nachgeschichte
1991 Beisetzung auf der Terrasse von Sanssouci Neuordnung eines zentralen Erinnerungsortes nach der deutschen Vereinigung


Zentrale Kontroversen


War Friedrich ein aufgeklärter Herrscher?

Eine bejahende Antwort verweist auf Rechtsreformen, religiösen Pragmatismus, Bildungsförderung, Wissenschaft und das Dienstethos des Monarchen. Eine kritische Antwort betont Eroberungskriege, politische Zensur, soziale Privilegien, jüdische Diskriminierung und fehlende Partizipation. Historisch tragfähig ist kein einfaches Entweder-oder. Entscheidend ist, Aufklärung nicht als einheitliches Programm zu behandeln und die Reichweite einzelner Maßnahmen empirisch zu prüfen.


Modernisierte Friedrich den Staat?

Die Regierung verbesserte Verwaltung, Landesausbau, Steuerung und wirtschaftliche Förderung. Vieles setzte jedoch ältere Entwicklungen fort. Ständische Herrschaft, Gutsherrschaft und adlige Privilegien blieben bestehen. Der Begriff Modernisierung darf nicht als automatische Bewegung auf die heutige Demokratie hin verstanden werden. Er bezeichnet selektive Veränderungen, die auch militärische und fiskalische Leistungsfähigkeit steigerten.


War Friedrich ein militärisches Genie?

Friedrich gewann bedeutende Schlachten und zeigte operative Risikobereitschaft. Er beging zugleich schwere Fehler, erlitt verlustreiche Niederlagen und war auf Offiziere, Soldaten, Verwaltung, Finanzen, Verbündete und gegnerische Entscheidungen angewiesen. Die Kategorie „Genie“ individualisiert komplexe Prozesse. Militärgeschichte auf Studienniveau verbindet Operationsgeschichte mit Logistik, Sozialgeschichte, Diplomatie und Gewaltgeschichte.


Wie ist seine Polenpolitik zu bewerten?

Aus preußischer Machtperspektive stärkte die Erste Teilung die territoriale Verbindung und Einnahmebasis. Aus polnisch-litauischer Perspektive war sie ein Angriff auf Souveränität und Reformfähigkeit. Eine historische Erklärung der Teilung ist keine moralische Rechtfertigung. Wissenschaftliches Urteilen verbindet Kontextkenntnis mit klarer Benennung von Herrschaft, Gewalt und Betroffenheit.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welchen Friedrich II. behandelt dieser aiMOOC hauptsächlich? (Den preußischen König des 18. Jahrhunderts) (!Den staufischen Kaiser des 13. Jahrhunderts) (!Den sächsischen Kurfürsten des 16. Jahrhunderts) (!Den römischen Kaiser der Antike)




In welchem Jahr bestieg Friedrich II. den preußischen Thron? (1740) (!1712) (!1756) (!1786)




Welche Provinz eroberte Friedrich II. überwiegend von der Habsburgermonarchie? (Schlesien) (!Bayern) (!Holland) (!Kurland)




Welcher Krieg bestätigte 1763 Preußens Besitz Schlesiens? (Der Siebenjährige Krieg) (!Der Dreißigjährige Krieg) (!Der Krimkrieg) (!Der Deutsch-Französische Krieg)




Was bezeichnet der Ausdruck erster Diener des Staates bei Friedrich II.? (Ein monarchisches Dienstethos) (!Eine demokratische Verfassung) (!Die Abschaffung des Königtums) (!Eine parlamentarische Ministerverantwortung)




Welche Maßnahme gehört zu Friedrichs Justizpolitik? (Die vollständige Abschaffung der Folter 1754) (!Die Einführung allgemeiner Geschworenengerichte) (!Die Abschaffung aller Standesrechte) (!Die Einführung des Frauenwahlrechts)




Welche Aussage zur Religionspolitik Friedrichs II. ist zutreffend? (Sie verband pragmatische Duldung mit fortbestehender Ungleichheit) (!Sie gewährte allen Einwohnern vollständige rechtliche Gleichheit) (!Sie verbot den Katholizismus in Schlesien) (!Sie hob sämtliche Sonderabgaben für jüdische Einwohner auf)




Was ist an der verbreiteten Kartoffelerzählung problematisch? (Die Kartoffel wurde bereits vor Friedrich in deutschen Territorien angebaut) (!Friedrich verbot den Kartoffelanbau vollständig) (!Kartoffeln waren im 18. Jahrhundert in Europa unbekannt) (!Die Grabstätte Friedrichs liegt in Südamerika)




An welcher territorialen Veränderung beteiligte sich Friedrich II. im Jahr 1772? (An der Ersten Teilung Polen-Litauens) (!An der Gründung des Deutschen Kaiserreichs) (!An der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches) (!An der Teilung Deutschlands)




Warum sind Menzels Friedrich-Bilder keine unmittelbaren Augenzeugenquellen für dessen Herrschaft? (Menzel wurde erst nach Friedrichs Tod geboren) (!Menzel malte ausschließlich abstrakte Kunst) (!Menzel lebte im antiken Rom) (!Menzel verweigerte jede historische Recherche)





Memory

Anti-Machiavel Philosophische Herrscherkritik
Schlesien Zentraler territorialer Gewinn
Hubertusburg Friedensschluss von 1763
Sanssouci Sommerresidenz in Potsdam
Voltaire Französischer Aufklärer am Hof
Oderbruch Landesausbau und Kolonisation
Kabinettsordre Instrument persönlicher Regierung
Menzel Spätere bildliche Erinnerung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Herrschaftsantritt Beginn der Regierung Friedrichs
Schlesische Kriege Konflikte zwischen Preußen und Österreich
Diplomatische Revolution Umkehr traditioneller Bündnisse
Hubertusburger Frieden Bestätigung des Vorkriegsstandes
Generallandschulreglement Ordnung des ländlichen Schulwesens
Erste Teilung Annexion polnisch-litauischer Gebiete
Tafelrunde Inszenierter philosophischer Austausch
Preußenmythos Spätere politische und kulturelle Überhöhung





Kreuzworträtsel

Schlesien Welche Region stand im Zentrum der Kriege zwischen Preußen und Österreich?
Sanssouci Wie heißt Friedrichs Potsdamer Sommerschloss?
Voltaire Welcher französische Aufklärer lebte zeitweise an Friedrichs Hof?
Toleranz Welcher Begriff beschreibt die begrenzte Duldung verschiedener Religionen?
Leuthen Bei welchem Ort errang Friedrich 1757 einen bekannten Sieg?
Absolutismus Welche Herrschaftsform behielt die monarchische Entscheidungsgewalt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Friedrich II. wurde im Jahr

König in Preußen. Sein Angriff auf

verband dynastische Ansprüche mit machtpolitischen Interessen. Im Siebenjährigen Krieg behauptete Preußen seinen Rang als europäische

. Friedrich bezeichnete den Monarchen als ersten

des Staates. Die Folter wurde unter seiner Regierung im Jahr

vollständig abgeschafft. Seine Religionspolitik gewährte Duldung, aber keine vollständige rechtliche

. Das ländliche Schulwesen wurde durch das Generallandschulreglement von

genauer geordnet. Friedrich beteiligte sich 1772 an der Ersten Teilung

. Schloss

diente als Rückzugsort und Herrschaftsbühne. Die berühmten Friedrich-Bilder Adolph von Menzels entstanden erst im

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsnetz: Erstelle ein Begriffsnetz aus den Begriffen Aufklärung, Absolutismus, Staatsräson, Schlesien, Toleranz, Sanssouci und Preußen. Begründe jede Verbindung in einem vollständigen Satz.
  2. Bildanalyse: Wähle ein Porträt Friedrichs aus diesem Kurs und beschreibe systematisch Komposition, Kleidung, Körperhaltung, Symbole und vermutete Bildfunktion.
  3. Chronologie: Gestalte einen kommentierten Zeitstrahl mit zehn Ereignissen. Kennzeichne politische, militärische, soziale und kulturelle Entwicklungen unterschiedlich.
  4. Mythencheck: Prüfe die Behauptung, Friedrich habe die Kartoffel in Deutschland eingeführt. Trenne gesicherte Befunde, plausible Deutungen und Legenden.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche eine Passage aus dem Anti-Machiavel mit einer Quelle zum Einmarsch in Schlesien. Arbeite Unterschiede zwischen normativem Anspruch und politischer Praxis heraus.
  2. Multiperspektivität: Verfasse vier kurze Stellungnahmen zur Ersten Teilung Polen-Litauens aus preußischer, österreichischer, russischer und polnisch-litauischer Perspektive. Markiere Interessen und Wertungen.
  3. Museumskonzept: Entwirf für ein Seminar eine kleine Ausstellung „Friedrich II. zwischen Flöte und Krieg“. Wähle sechs Objekte aus, schreibe Beschriftungen und begründe die Anordnung.
  4. Podcast: Produziere eine achtminütige Podcastfolge zur Frage „Wie aufgeklärt war Friedrich II.?“. Verwende mindestens drei unterschiedliche Quellengattungen und nenne Unsicherheiten.


Schwer

  1. Forschungsessay: Diskutiere auf Grundlage wissenschaftlicher Literatur, ob „aufgeklärter Absolutismus“ für Friedrichs Herrschaft ein analytisch hilfreicher Begriff ist. Definiere Kriterien und berücksichtige Gegenargumente.
  2. Mikrogeschichte: Rekonstruiere anhand digitalisierter Quellen die Auswirkungen eines Krieges oder einer Reform auf einen konkreten Ort in Brandenburg, Schlesien, Sachsen oder Westpreußen.
  3. Rezeptionsanalyse: Vergleiche ein Menzel-Gemälde, einen Fridericus-Film und eine neuere Ausstellung. Untersuche, wie jedes Medium Friedrich auswählt, emotionalisiert und politisch deutet.
  4. Digitale Quellenedition: Erstelle eine kommentierte digitale Edition einer kurzen Kabinettsordre oder eines Briefes. Dokumentiere Überlieferung, Transkription, Begriffe, Adressatenbezug und historische Einordnung.




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Lernkontrolle

  1. Strukturvergleich: Erkläre anhand zweier Politikfelder, wie aufklärerische Reformziele und ständisch-absolutistische Herrschaft gleichzeitig bestehen konnten. Verwende konkrete Belege und formuliere ein abgewogenes Urteil.
  2. Kausalanalyse: Entwickle ein Wirkungsdiagramm zum Aufstieg Preußens. Beziehe geerbte Ressourcen, Verwaltung, Armee, Diplomatie, Krieg, Zufall und gegnerische Entscheidungen ein. Gewichte die Faktoren.
  3. Perspektivwechsel: Analysiere die Erste Teilung Polen-Litauens aus Sicht eines preußischen Beamten und eines polnisch-litauischen Reformers. Zeige, wie Standort und Interesse die Kausalitätserzählung verändern.
  4. Norm und Praxis: Wähle ein Edikt oder Reglement aus Friedrichs Herrschaft und entwirf einen Forschungsplan, mit dem Du seine tatsächliche Umsetzung prüfen könntest.
  5. Bildkritik: Beurteile, welche Aussagen ein Menzel-Gemälde über Friedrichs Zeit erlaubt und welche Aussagen nur die Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts betreffen.
  6. Kontrafaktische Reflexion: Untersuche vorsichtig, welche strukturellen und kontingenten Faktoren sich ändern müssten, damit Preußen den Siebenjährigen Krieg nicht übersteht. Trenne plausible Alternativen von freier Spekulation.
  7. Gesamturteil: Formuliere ein historisches Urteil zur Bezeichnung „Friedrich der Große“. Lege Kriterien offen, berücksichtige Betroffene seiner Politik und unterscheide zeitgenössische von heutigen Wertmaßstäben.




Lernnachweis

Für einen qualifizierten Lernnachweis sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Eine präzise Einordnung Friedrichs II. in Frühe Neuzeit, europäisches Staatensystem und brandenburgisch-preußische Staatsbildung.
  2. Die sichere Unterscheidung zwischen Friedrich II. von Preußen und Kaiser Friedrich II..
  3. Eine quellenkritische Analyse von mindestens einer schriftlichen Quelle und einer Bild-, Karten- oder Sachquelle.
  4. Die Erklärung von Ursachen, Verlauf und Folgen der Schlesischen Kriege, des Siebenjährigen Krieges und der Ersten Teilung Polen-Litauens.
  5. Eine differenzierte Bewertung von Justiz, Religion, Schule, Wirtschaft, Sozialordnung und Militär unter Friedrich.
  6. Die reflektierte Anwendung der Begriffe Aufklärung, Absolutismus, Staatsräson, Modernisierung und Erinnerungskultur.
  7. Ein eigenständiges historisches Urteil, das Kriterien, Perspektiven, Gegenargumente und Grenzen der Quellen offenlegt.
  8. Eine korrekte wissenschaftliche Arbeitsweise mit nachvollziehbaren Nachweisen, sauberer Trennung von Quelle und Forschung sowie transparenter Kennzeichnung von Unsicherheit.




OERs zum Thema

  1. Friedrich II. (Preußen): Biografischer Überblick und weiterführende Literatur.
  2. Schlesische Kriege: Konfliktgeschichte zwischen Preußen und der Habsburgermonarchie.
  3. Siebenjähriger Krieg: Europäische und globale Kriegsschauplätze.
  4. Aufgeklärter Absolutismus: Begriff, Vergleichsfälle und Forschungsprobleme.
  5. Erste Teilung Polens: Vorgeschichte, Akteure und territoriale Folgen.
  6. Schloss Sanssouci: Architektur-, Kultur- und Erinnerungsgeschichte.
  7. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten: Schloss Sanssouci
  8. Deutsches Historisches Museum: Ende des Siebenjährigen Krieges
  9. Bundeszentrale für politische Bildung: Friedrich II. und seine Rezeption
  10. Wikimedia Commons: Frei lizenzierte Medien zu Friedrich II.



Verknüpfte Lernbereiche


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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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