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Forschungsinstitute in Baden-Württemberg – Außeruniversitäre Forschung und Karrierewege

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Forschungsinstitute in Baden-Württemberg – Außeruniversitäre Forschung und Karrierewege



Forschungsinstitute in Baden-Württemberg (Außeruniversitäre Forschung und Karrierewege; Studium/lebenslanges Lernen; Wissenschaft; viele Medien; Sprache angepasst; mittellanger Text; exakt diesen Titel übernehmen)


Einleitung

Baden-Württemberg ist ein dicht vernetzter Wissenschaftsraum. Neben Universitäten und Hochschulen arbeiten dort zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Sie erforschen grundlegende Fragen, entwickeln neue Technologien, betreiben große Forschungsinfrastrukturen, stellen Daten und Wissen bereit und bringen Forschungsergebnisse in Wirtschaft und Gesellschaft. Für Dich sind diese Einrichtungen nicht nur als Orte der Wissenschaft interessant, sondern auch als mögliche Arbeitgeber, Praktikumsorte, Kooperationspartner für Abschlussarbeiten oder Stationen auf dem Weg zur Promotion.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der gymnasialen Oberstufe, in Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Fachbegriffe werden erklärt, ohne die wissenschaftliche Genauigkeit aufzugeben. Die genannten Zahlen und Organisationszuordnungen sind eine Momentaufnahme; Institute können umbenannt, neu gegründet, zusammengeführt oder anders zugeordnet werden. Für Bewerbungen und konkrete Projekte solltest Du deshalb immer die aktuelle Website der jeweiligen Einrichtung prüfen.

Die Karte hilft Dir bei der räumlichen Orientierung: wichtige Forschungsstandorte liegen unter anderem in Stuttgart, Heidelberg, Tübingen, Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, Ulm, Konstanz, Oberwolfach, Pfinztal und Lampoldshausen.


Was bedeutet außeruniversitäre Forschung?

Eine Forschungseinrichtung ist eine Organisation, in der systematisch wissenschaftliche Fragen untersucht werden. Außeruniversitär bedeutet, dass die Einrichtung nicht einfach ein Institut innerhalb einer Universität ist. Viele dieser Einrichtungen werden von Bund und Ländern gemeinsam finanziert, andere vom Land, von Stiftungen, Unternehmen oder internationalen Organisationen. Häufig arbeiten sie sehr eng mit Hochschulen zusammen.

Der Unterschied zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung ist deshalb keine harte Trennlinie. Forschende können beispielsweise an einem Max-Planck-Institut arbeiten und gleichzeitig an einer Universität lehren. Eine Doktorarbeit kann überwiegend an einem Forschungszentrum entstehen, während der akademische Doktorgrad von einer Universität vergeben wird. Das Karlsruher Institut für Technologie ist sogar ein Sonderfall: Es verbindet Universität und Großforschungsbereich und gehört zugleich zur Helmholtz-Gemeinschaft.

Am Heidelberger Neuenheimer Feld wird besonders sichtbar, wie eng Universität, Kliniken, Forschungszentren und weitere wissenschaftliche Einrichtungen räumlich und fachlich zusammenarbeiten.


Grundtypen der Forschungslandschaft

Die großen Forschungsorganisationen haben unterschiedliche Profile. Diese Einteilung ist eine Orientierung, keine starre Grenze:

Organisation bzw. Typ Typisches Profil Beispiele in Baden-Württemberg Typische Tätigkeiten
Max-Planck-Gesellschaft anwendungsoffene Grundlagenforschung Institute in Heidelberg, Stuttgart, Tübingen, Freiburg und Konstanz Experimente, Theorie, Modellierung, Langzeitforschung, Publikationen
Fraunhofer-Gesellschaft anwendungsorientierte Forschung und Technologietransfer unter anderem Fraunhofer IPA und IAO in Stuttgart, ISE und IAF in Freiburg, IOSB in Karlsruhe/Ettlingen, ICT in Pfinztal Entwicklung, Prototypen, Industrieprojekte, Demonstratoren, Transfer
Helmholtz langfristige Forschung an großen gesellschaftlichen Herausforderungen und umfangreiche Infrastruktur Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Großforschungsbereich des KIT Großgeräte, Dateninfrastrukturen, Gesundheits-, Energie- und Systemforschung
DLR Luft- und Raumfahrt, Energie, Verkehr, Digitalisierung und Sicherheit Stuttgart, Lampoldshausen und Ulm Simulation, Versuchsanlagen, Antriebe, Energie- und Mobilitätsforschung
Leibniz-Gemeinschaft erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung sowie wissenschaftliche Infrastruktur FIZ Karlsruhe, GESIS, IDS, IWM, MFO und ZEW Daten, Sprache, Sozial- und Wirtschaftsforschung, Mathematik, Wissensmedien
Innovationsallianz Baden-Württemberg wirtschaftsnahe, anwendungsorientierte Forschung unter anderem Hahn-Schickard, DITF, NMI, ZSW, fem und weitere Institute Auftragsforschung, Entwicklung, Prüfungen, Transfer in Unternehmen


Wichtige Forschungsorganisationen und Beispiele


Max-Planck-Institute: Fragen an den Grenzen des Wissens

Die Max-Planck-Gesellschaft konzentriert sich vor allem auf Grundlagenforschung. In Baden-Württemberg reicht das Spektrum von Astronomie und Kernphysik über Festkörperforschung, Biologie und medizinische Forschung bis zu intelligenten Systemen, Verhaltensbiologie sowie Rechtswissenschaften. Beispiele sind das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart, das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart und Tübingen, das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz/Radolfzell.

Grundlagenforschung fragt häufig noch nicht zuerst nach einem fertigen Produkt. Sie untersucht Mechanismen, Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge. Gerade daraus können später Anwendungen entstehen, die am Anfang eines Projekts noch gar nicht absehbar waren.

Das Video zum Forschungsumfeld von Cyber Valley zeigt beispielhaft, wie außeruniversitäre Institute, Hochschulen, öffentliche Hand und Unternehmen in der Region Stuttgart–Tübingen bei Künstlicher Intelligenz zusammenwirken.


Fraunhofer: Forschung mit Anwendungsperspektive

Die Fraunhofer-Gesellschaft steht besonders für anwendungsorientierte Forschung. Ein Projekt beginnt oft mit einer praktischen Herausforderung: Wie lässt sich Produktion automatisieren? Wie kann Solarenergie effizienter genutzt werden? Wie erkennt ein System Objekte zuverlässig? Wie werden Werkstoffe leichter, sicherer oder langlebiger?

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart arbeitet beispielsweise an Produktion, Automatisierung und verwandten Zukunftstechnologien. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg forscht an erneuerbaren Energiesystemen. Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung in Karlsruhe und Ettlingen verbindet unter anderem Sensorik, Bildauswertung und informationstechnische Systeme.

Für Karrierefragen ist Fraunhofer besonders interessant, weil wissenschaftliche Arbeit und Transfer eng verbunden sind. Forschungsprojekte können zu Prototypen, Patenten, Ausgründungen, Beratungsangeboten oder neuen Industrieprozessen führen.


Helmholtz, DKFZ und KIT: große Herausforderungen und Infrastruktur

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft. Dort wird zu Ursachen, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krebs geforscht. Charakteristisch ist die Verbindung von Grundlagenforschung, Datenanalyse und translationaler Forschung, bei der Erkenntnisse möglichst wirksam in die medizinische Praxis übertragen werden sollen.

Das KIT verbindet Universität und Großforschung. Gerade dieser Doppelcharakter zeigt, dass Studium und außeruniversitäre Forschung in der Praxis stark ineinandergreifen können. Am Helmholtz-Institut Ulm arbeiten Partner unter anderem an elektrochemischer Energiespeicherung und Batterieforschung.


DLR: Raumfahrt, Energie und Mobilität

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist in Baden-Württemberg an den Standorten Stuttgart, Lampoldshausen und Ulm vertreten. In Stuttgart liegen Schwerpunkte unter anderem in Energie- und Verkehrsforschung, technischen Systemen und Materialfragen. Lampoldshausen ist besonders mit der Entwicklung und Erprobung von Raumfahrtantrieben verbunden. Ulm ist unter anderem ein Standort für Energie- und Systemforschung.

Das Beispiel eines Teststands macht sichtbar, warum außeruniversitäre Forschung oft besondere Infrastruktur braucht. Einige Experimente erfordern Anlagen, die für einzelne Hochschulinstitute zu groß, teuer oder dauerhaft aufwendig wären.


Leibniz: von Sprache und Gesellschaft bis Mathematik und Daten

Die Leibniz-Gemeinschaft ist besonders vielfältig. In Baden-Württemberg gehören dazu unter anderem das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim, das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, das Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach.

Hier wird deutlich: Forschungsinstitute sind nicht nur Labore mit Reagenzgläsern. Es gibt Forschung zu Sprache, Wirtschaft, Gesellschaft, Lernen, Dateninfrastrukturen und Mathematik. Berufliche Chancen entstehen deshalb auch für Menschen aus Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- und Informationswissenschaften.


Weitere Einrichtungen: landesnah, wirtschaftsnah und international

Zur Forschungslandschaft gehören außerdem Einrichtungen der Innovationsallianz Baden-Württemberg, die als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten. Beispiele sind Hahn-Schickard mit Mikrosystemtechnik, die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf, das NMI Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut in Reutlingen, das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg sowie weitere wirtschaftsnahe Institute.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften verbindet Gelehrtengesellschaft und außeruniversitäre Forschung, besonders in den Geisteswissenschaften. In Heidelberg arbeitet außerdem das European Molecular Biology Laboratory als internationale Forschungsorganisation. In Karlsruhe sind mit dem Max Rubner-Institut und der Bundesanstalt für Wasserbau auch Ressortforschungseinrichtungen des Bundes vertreten. Diese Vielfalt zeigt, dass „außeruniversitär“ kein einheitliches Organisationsmodell bezeichnet.


Wie Forschung von der Idee zur Wirkung kommt

Forschung lässt sich nicht immer in eine einfache Reihenfolge pressen. Trotzdem hilft ein Modell: Eine Beobachtung oder ein gesellschaftliches Problem führt zu einer Forschungsfrage. Forschende entwickeln Methoden, erheben oder erzeugen Daten, prüfen Hypothesen, dokumentieren Ergebnisse und diskutieren sie mit anderen. Danach können weitere Studien, Prototypen, Standards, Patente, politische Empfehlungen, Datensätze oder Bildungsangebote entstehen.

In der Grundlagenforschung kann der Weg zur Anwendung Jahrzehnte dauern. In anwendungsorientierten Instituten ist ein konkreter Nutzungskontext oft schon am Anfang vorhanden. Gute Forschung bleibt in beiden Fällen an wissenschaftliche Qualitätsstandards gebunden: nachvollziehbare Methoden, sorgfältiger Umgang mit Daten, Gute wissenschaftliche Praxis, kritische Prüfung und transparente Kommunikation.

Technologietransfer bedeutet nicht nur „ein Produkt verkaufen“. Dazu gehören auch Wissenstransfer, Kooperationen mit Unternehmen und Behörden, Patente, Lizenzen, Ausgründungen, Normen, Open-Source-Software, öffentlich zugängliche Daten oder Beratung. Gerade deshalb arbeiten in Forschungsinstituten viele Berufsgruppen zusammen.


Karrierewege in außeruniversitären Forschungsinstituten


Einstieg während Schule, Ausbildung und Studium

Der erste Kontakt kann schon vor dem Studium entstehen, etwa durch Schülerlabore, Praktika, Wettbewerbe oder öffentliche Wissenschaftsveranstaltungen. Das DLR betreibt beispielsweise School_Labs. Einrichtungen wie das DKFZ bieten Praktika, Ausbildungsmöglichkeiten und duale Studiengänge an.

Während eines Studiums sind studentische Hilfskraftstellen, Forschungspraktika sowie Bachelor- und Masterarbeiten typische Einstiegspunkte. Wichtig ist nicht nur der Name Deines Studiengangs. Institute suchen häufig bestimmte Methodenkompetenzen: Programmieren, Statistik, Laborverfahren, Messtechnik, Simulation, wissenschaftliches Schreiben oder Projektarbeit.

Ein Praktikum ist besonders wertvoll, wenn Du nicht nur „zuschauen“, sondern eine klar umrissene Aufgabe bearbeiten kannst. Frage deshalb vorab: Welche Methoden lerne ich? Wer betreut mich? Welche Ergebnisse soll ich dokumentieren? Darf ich an Teammeetings teilnehmen?


Promotion an einem Forschungsinstitut

Eine Promotion kann zu großen Teilen an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung stattfinden. Der Doktorgrad wird jedoch in der Regel von einer Universität verliehen; Forschungsinstitute kooperieren dafür mit Hochschulen. Viele Einrichtungen bieten strukturierte Programme, Graduiertenschulen oder Promotionsstellen an.

Am DKFZ gibt es beispielsweise ein internationales PhD-Programm. In der Max-Planck-Gesellschaft existieren unter anderem International Max Planck Research Schools. Solche Programme verbinden die eigene Dissertation oft mit Kursen zu Methoden, Präsentation, Forschungsintegrität, Datenmanagement oder Karriereentwicklung.

Promotionsstellen und andere Qualifikationsstellen sind häufig befristet. Das macht frühzeitige Karriereplanung wichtig. Prüfe bei einer Stelle nicht nur das Thema, sondern auch Betreuung, Vertragsdauer, Finanzierung, Publikationsmöglichkeiten, Arbeitskultur, Weiterbildung und Perspektiven nach dem Projekt.


Postdoc, Forschungsgruppe und wissenschaftliche Leitung

Nach der Promotion folgt häufig eine Postdoc-Phase. In dieser Phase werden wissenschaftliche Selbstständigkeit, ein eigenes Profil und internationale Vernetzung wichtiger. Typische Aufgaben sind Publikationen, Projektanträge, Betreuung jüngerer Forschender, Konferenzbeiträge und der Aufbau neuer Kooperationen.

Ein möglicher nächster Schritt ist die Leitung einer Nachwuchs- oder Forschungsgruppe. Von dort können Wege in eine Professur, eine dauerhafte wissenschaftliche Leitungsfunktion oder in andere Bereiche führen. Es gibt aber keine einzige „richtige“ Karriereleiter. Gerade außerhalb der Universität sind Wechsel zwischen Forschung, Industrie, öffentlichem Sektor und Wissenschaftsmanagement üblich.


Karrierewege jenseits der klassischen Wissenschaftslaufbahn

Ein Forschungsinstitut braucht mehr als Forschende. Je nach Einrichtung arbeiten dort auch Fachkräfte in wissenschaftlich-technischer Assistenz, Werkstätten, Elektronik, Laborbetrieb, Tierpflege, Bibliotheken, Forschungsdatenmanagement, Softwareentwicklung, IT-Sicherheit, Kommunikation, Personal, Finanzen, Einkauf, Gebäudetechnik und Verwaltung.

Weitere Karrierefelder sind Wissenschaftsmanagement, Fördermittelmanagement, Wissenschaftskommunikation, Forschungssoftwareentwicklung, Datenanalyse, Patent- und Lizenzmanagement, Qualitätsmanagement sowie Innovations- und Technologietransfer. Wer gerne zwischen Fachwelten vermittelt, kann hier besonders passende Aufgaben finden.

Ein Wechsel aus der Forschung in Unternehmen oder Behörden ist ebenfalls kein „Abbruch“ wissenschaftlicher Entwicklung. Methodenkompetenz, analytisches Denken, Datenkompetenz und Projektarbeit sind in vielen Bereichen gefragt. Gute Karriereplanung bedeutet deshalb, mehrere Optionen bewusst zu prüfen.


Studium und lebenslanges Lernen

Außeruniversitäre Forschung beeinflusst Studium auf mehreren Wegen. Forschende übernehmen Lehraufträge oder gemeinsame Professuren, betreuen Abschlussarbeiten und Promotionen und arbeiten in Graduiertenprogrammen mit Hochschulen zusammen. Studierende erhalten dadurch Zugang zu Speziallaboren, Datensätzen, großen Geräten oder interdisziplinären Teams.

Lebenslanges Lernen ist in der Wissenschaft besonders wichtig, weil sich Methoden, Software, Geräte, rechtliche Rahmenbedingungen und Forschungsfragen verändern. Wer vor zehn Jahren einen Abschluss gemacht hat, muss heute beispielsweise neue Verfahren der Datenanalyse, Künstliche Intelligenz, Open-Science-Praktiken oder Anforderungen an Forschungsdaten kennenlernen.

Die Fraunhofer Academy bietet wissenschaftlich fundierte berufliche Weiterbildung in Form von Seminaren, Zertifikatskursen und berufsbegleitenden Studienangeboten. Die Planck Academy richtet sich an Beschäftigte der Max-Planck-Gesellschaft und verbindet Präsenz- und Onlineformate, Workshops und Beratung. Auch Helmholtz-Zentren, Leibniz-Institute und einzelne Einrichtungen bieten fachliche Weiterbildung, Career Services, Summer Schools, Workshops und Konferenzen an.

Weiterbildung ist damit nicht nur etwas „nach dem Studium“. Sie begleitet eine wissenschaftliche oder wissenschaftsnahe Laufbahn dauerhaft. Sinnvoll ist ein persönliches Lernportfolio: Welche Methoden kannst Du bereits? Welche brauchst Du für Dein nächstes Projekt? Welche überfachlichen Kompetenzen fehlen Dir noch?


Welche Kompetenzen sind wichtig?

Für eine Karriere in Forschungseinrichtungen brauchst Du eine Mischung aus Fachwissen und überfachlichen Fähigkeiten. Je nach Bereich zählen Laborpraxis, Mathematik, Statistik, Programmierung, Modellierung, Sprachen oder Quellenarbeit. Fast überall wichtig sind saubere Dokumentation, Teamarbeit, kritisches Denken, wissenschaftliches Schreiben und die Fähigkeit, Unsicherheit auszuhalten.

Englisch ist in vielen internationalen Forschungsgruppen Arbeitssprache. Gleichzeitig bleibt gute deutsche Kommunikation wichtig, zum Beispiel im Austausch mit Verwaltung, Politik, Unternehmen, Schulen oder Öffentlichkeit. Wissenschaftskommunikation bedeutet, komplexe Inhalte verständlich zu erklären, ohne sie falsch zu vereinfachen.

Ebenso zentral ist Forschungsethik. Dazu gehören je nach Fach der verantwortungsvolle Umgang mit personenbezogenen Daten, Versuchspersonen, Tieren, Umweltfolgen, Sicherheitsfragen oder Dual-Use-Risiken. Forschungskompetenz besteht deshalb nicht nur darin, etwas technisch zu können, sondern auch darin, Folgen und Grenzen zu reflektieren.


So findest Du passende Institute und Stellen

Beginne nicht mit der Frage „Welches Institut ist am berühmtesten?“, sondern mit „Welche Fragen und Methoden passen zu mir?“. Suche dann nach Arbeitsgruppen, Projekten und Infrastrukturen. Lies aktuelle Publikationen oder Projektseiten und vergleiche sie mit Stellenausschreibungen.

Für eine gute Bewerbung solltest Du zeigen, warum Deine Erfahrungen zur konkreten Aufgabe passen. Ein allgemeines Interesse an „Wissenschaft“ reicht selten. Nenne zum Beispiel eine Methode, die Du beherrschst, ein Projekt, das Du durchgeführt hast, oder eine Forschungsfrage, die Dich interessiert. Bei technischen und administrativen Berufen zählen ebenso praktische Erfahrung, Zuverlässigkeit und Verständnis für den Forschungsbetrieb.

Plane außerdem Alternativen. Eine Bewerbung auf eine Promotionsstelle kann gleichzeitig mit Bewerbungen auf Forschungsassistenz, Data Science, Entwicklung oder Transfer sinnvoll sein. Karrierewege in der Wissenschaft sind oft weniger linear als Schul- oder Studienpläne vermuten lassen.


Chancen und Herausforderungen

Baden-Württemberg bietet eine große Dichte unterschiedlicher Forschungsumgebungen. Du kannst zwischen Grundlagenforschung, angewandter Entwicklung, Großforschung, Dateninfrastruktur, Gesundheitsforschung sowie geistes- und sozialwissenschaftlichen Instituten wählen. Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen erleichtern Wechsel zwischen Sektoren.

Gleichzeitig sind wissenschaftliche Laufbahnen kompetitiv. Befristete Verträge, Projektfinanzierung, Ortswechsel oder Publikationsdruck können eine Rolle spielen. Deshalb gehört zur Karrierekompetenz auch, Arbeitsbedingungen zu vergleichen, Mentoring zu suchen, Netzwerke aufzubauen und früh über verschiedene berufliche Wege nachzudenken.

Ein guter Forschungsstandort ist nicht nur durch große Namen gekennzeichnet. Entscheidend sind auch wissenschaftliche Qualität, faire Betreuung, verlässliche Infrastruktur, offene Kommunikation, Integrität, Diversität und die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.


Quellen und Aktualität

Die Forschungslandschaft verändert sich. Nutze für aktuelle Zahlen, Institutsnamen und Stellen immer Primärquellen. Besonders hilfreich sind:

  1. Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: Außeruniversitäre Forschung
  2. Max-Planck-Gesellschaft: Institute nach Bundesland
  3. Fraunhofer-Gesellschaft: Institute und Einrichtungen
  4. Leibniz-Gemeinschaft: Institute nach Bundesland
  5. Deutsches Krebsforschungszentrum: Karriere
  6. Research in Germany: Promotion an außeruniversitären Einrichtungen
  7. Fraunhofer Academy: wissenschaftlich fundierte Weiterbildung
  8. Max-Planck-Gesellschaft: Weiterbildung und Karriereentwicklung

Stand der Recherche: August 2026.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung am besten? (Sie forscht außerhalb der Organisationsstruktur einer Universität und kooperiert häufig mit Hochschulen) (!Sie darf grundsätzlich keine wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichen) (!Sie beschäftigt ausschließlich Professorinnen und Professoren) (!Sie arbeitet grundsätzlich ohne öffentliche Finanzierung)




Wofür ist die Max-Planck-Gesellschaft besonders bekannt? (Anwendungsoffene Grundlagenforschung) (!Berufsschulunterricht) (!Kommunale Bauverwaltung) (!Ausschließlich industrielle Serienproduktion)




Welches Profil ist für Fraunhofer besonders typisch? (Anwendungsorientierte Forschung und Technologietransfer) (!Ausschließlich historische Quellenedition) (!Nur astronomische Grundlagenforschung) (!Vergabe staatlicher Schulabschlüsse)




Wer verleiht bei einer Promotion, die überwiegend an einem außeruniversitären Institut durchgeführt wird, in der Regel den Doktorgrad? (Eine Universität) (!Das Forschungsprojekt selbst) (!Eine Industrie- und Handelskammer) (!Die jeweilige Stadtverwaltung)




In welcher Stadt befindet sich das Deutsche Krebsforschungszentrum? (Heidelberg) (!Ulm) (!Konstanz) (!Pforzheim)




Womit ist der DLR-Standort Lampoldshausen besonders verbunden? (Forschung und Tests zu Raumfahrtantrieben) (!Sprachlexikografie) (!Wirtschaftsprognosen) (!Mittelalterarchäologie)




Was zeigt die Leibniz-Landschaft in Baden-Württemberg besonders deutlich? (Außeruniversitäre Forschung umfasst auch Sprache, Gesellschaft, Wirtschaft, Daten und Mathematik) (!Außeruniversitäre Forschung findet nur in Chemielaboren statt) (!Leibniz-Institute beschäftigen nur Ingenieurinnen und Ingenieure) (!Alle Leibniz-Institute arbeiten ausschließlich an Raumfahrt)




Welcher Beruf kann ebenfalls in einem Forschungsinstitut wichtig sein? (Forschungssoftwareentwicklerin oder Forschungssoftwareentwickler) (!Nur Schulleitung) (!Nur Berufsschullehrkraft) (!Nur professionelle Sportlerin oder professioneller Sportler)




Welches Angebot ist ein Beispiel für lebenslanges Lernen im Forschungsumfeld? (Wissenschaftlich fundierte Zertifikatskurse und berufsbegleitende Weiterbildung) (!Der endgültige Verzicht auf neue Methoden nach dem Studienabschluss) (!Nur Prüfungen ohne Lernangebote) (!Ausschließlich Grundschulunterricht)




Was ist bei der Suche nach einem passenden Forschungsinstitut besonders sinnvoll? (Eigene Interessen und Methodenkompetenzen mit Projekten und Stellenprofilen abgleichen) (!Nur nach dem bekanntesten Institutsnamen auswählen) (!Ausschließlich auf die Entfernung zum Wohnort achten) (!Alle Stellenausschreibungen unabhängig vom Profil identisch behandeln)





Memory

Max Planck Grundlagenforschung
Fraunhofer Anwendungsorientierung
DKFZ Krebsforschung
DLR Lampoldshausen Raumfahrtantriebe
ZEW Wirtschaftsforschung
IDS Deutsche Sprache
FIZ Karlsruhe Informationsinfrastruktur
Hahn-Schickard Mikrosystemtechnik





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Institutsrecherche und Praktikum Berufsorientierung
Abschlussarbeit und studentische Mitarbeit Studium
Dissertation in Kooperation mit einer Hochschule Promotion
Eigenständiges Forschungsprofil und Publikationen Postdoc
Patente, Ausgründungen und Unternehmenskooperationen Technologietransfer




...


Kreuzworträtsel

Fraunhofer Welche Forschungsorganisation ist besonders für anwendungsorientierte Forschung bekannt?
Helmholtz Welche Gemeinschaft verbindet Großforschung mit langfristigen gesellschaftlichen Herausforderungen?
Leibniz Welche Forschungsorganisation umfasst in Baden-Württemberg unter anderem ZEW, IDS und IWM?
Promotion Wie heißt die wissenschaftliche Qualifikationsphase mit einer Dissertation?
Transfer Welches Wort bezeichnet die Überführung von Forschungsergebnissen in Anwendung und Gesellschaft?
Postdoc Wie heißt häufig die Karrierephase direkt nach der Promotion?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Forschungseinrichtungen außerhalb von Universitäten werden häufig als

bezeichnet.
Die Max-Planck-Gesellschaft ist besonders mit

verbunden.
Fraunhofer steht besonders für

Forschung.
Das DKFZ befindet sich in

.
Bei einer kooperativen Promotion wird der Doktorgrad in der Regel von einer

verliehen.
Am DLR-Standort Lampoldshausen spielen Raumfahrtantriebe und ihre

eine wichtige Rolle.
Die Fraunhofer Academy ist ein Beispiel für berufliche

.
Der Weg von Forschungsergebnissen in Wirtschaft oder Gesellschaft heißt häufig

.
Für viele moderne Forschungsfelder ist digitale und methodische

wichtig.
Befristete Qualifikationsphasen machen frühzeitige

sinnvoll.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Forschungslandkarte: Wähle fünf Forschungsstandorte in Baden-Württemberg aus und erstelle eine Karte mit je einem Institut und einem Forschungsschwerpunkt.
  2. Berufsprofil: Suche einen Beruf, der in einem Forschungsinstitut vorkommt, und beschreibe Aufgaben, nötige Kompetenzen und mögliche Ausbildungswege.
  3. Medienanalyse: Wähle eines der eingebetteten Videos aus und notiere drei Aussagen darüber, wie Forschung organisiert oder durchgeführt wird.
  4. Fachbegriffe: Erkläre die Begriffe Grundlagenforschung, angewandte Forschung, Promotion, Postdoc und Technologietransfer in eigenen Worten.


Standard

  1. Institutsvergleich: Vergleiche ein Max-Planck- und ein Fraunhofer-Institut in Baden-Württemberg hinsichtlich Forschungsfrage, Methoden, Partnern und möglichen Berufen.
  2. Stellenanzeigenanalyse: Untersuche zwei aktuelle Stellenausschreibungen eines Forschungsinstituts. Markiere Fachkompetenzen, überfachliche Kompetenzen und Hinweise auf Karriereentwicklung.
  3. Wissenschaftsinterview: Führe ein Interview mit einer Person aus Hochschule, Forschung, Labor, IT oder Wissenschaftsmanagement über ihren Berufsweg und fasse zentrale Wendepunkte zusammen.
  4. Weiterbildungsplan: Erstelle für eine fiktive Person mit Bachelor- oder Berufsabschluss einen dreijährigen Lernplan mit fachlichen, digitalen und kommunikativen Kompetenzen.


Schwer

  1. Forschungsdesign: Entwickle zu einem gesellschaftlichen Problem eine Forschungsfrage und entscheide begründet, ob eher Grundlagenforschung, angewandte Forschung oder eine Kombination geeignet ist.
  2. Karriereroadmap: Entwirf drei unterschiedliche Wege vom Studium in ein Forschungsinstitut, darunter einen wissenschaftlichen, einen technischen und einen wissenschaftsnahen Weg.
  3. Transferprojekt: Entwickle aus einem fiktiven Forschungsergebnis ein Transferkonzept. Entscheide, ob Patent, Open Source, Beratung, Standard, Ausgründung oder öffentliche Kommunikation passend ist.
  4. Forschungsethik: Analysiere ein selbst gewähltes Forschungsbeispiel auf mögliche Fragen zu Datenschutz, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Dual Use oder guter wissenschaftlicher Praxis.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Forschungsstrategie: Ein Team entwickelt einen neuartigen Batteriesensor. Begründe, welche Teile des Projekts eher zu Grundlagenforschung und welche eher zu anwendungsorientierter Forschung passen.
  2. Institutswahl: Eine Studentin interessiert sich für maschinelles Lernen, Robotik und eine spätere Promotion. Entwickle Kriterien, mit denen sie Forschungsgruppen in Stuttgart und Tübingen sinnvoll vergleichen kann.
  3. Karriereentscheidung: Ein promovierter Biologe möchte weniger publizieren, aber weiter wissenschaftsnah arbeiten. Entwickle mindestens drei realistische Karriereoptionen in einem Forschungsinstitut und begründe sie.
  4. Transferbewertung: Ein Institut entwickelt eine neue Software für medizinische Bildanalyse. Diskutiere Chancen und Risiken verschiedener Transferwege, zum Beispiel Open Source, Lizenzierung oder Unternehmensgründung.
  5. Wissenschaft und Gesellschaft: Erkläre an einem Beispiel, warum öffentliche Finanzierung von Forschung Transparenz, wissenschaftliche Integrität und verständliche Kommunikation besonders wichtig macht.
  6. Lebenslanges Lernen: Entwirf für eine Person mit fünf Jahren Berufserfahrung einen Weiterbildungsplan, der fachliche, digitale und kommunikative Entwicklung miteinander verbindet.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Institutsnamen kennst, sondern Zusammenhänge verstehst.

  1. Forschungslandschaft: Du kannst erklären, warum Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen unterschiedliche Rollen haben und trotzdem eng kooperieren.
  2. Organisationen: Du kannst die Profile von Max Planck, Fraunhofer, Helmholtz, DLR und Leibniz anhand typischer Aufgaben unterscheiden.
  3. Karrierewege: Du kannst Wege von Praktikum und Studium über Promotion und Postdoc bis zu technischen, administrativen und transferorientierten Berufen darstellen.
  4. Promotion: Du verstehst die Kooperation zwischen Forschungsinstitut und Universität bei der Vergabe des Doktorgrads.
  5. Technologietransfer: Du kannst verschiedene Wege beschreiben, wie Forschung gesellschaftliche oder wirtschaftliche Wirkung entfaltet.
  6. Lebenslanges Lernen: Du kannst begründen, warum Weiterbildung in wissenschaftlichen und wissenschaftsnahen Berufen dauerhaft notwendig ist.
  7. Forschungsethik: Du kannst Chancen, Grenzen und Verantwortung wissenschaftlicher Arbeit reflektieren.
  8. Berufsorientierung: Du kannst Kriterien entwickeln, mit denen Du ein Institut, eine Arbeitsgruppe oder eine Stelle passend zu Deinen Interessen auswählst.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel Forschungseinrichtung bietet einen allgemeinen Einstieg in Begriffe und Organisationsformen von Forschungseinrichtungen.

Die in diesem aiMOOC eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons und stehen dort unter freien Lizenzen oder sind gemeinfrei. Prüfe für eine Weiterverwendung jeweils die konkrete Lizenz- und Attributionsangabe der Dateiseite.



Verknüpfte Lernbereiche

Forschungsinstitute verbinden Fachwissen mit Berufsorientierung, Wissenschaftsmethoden, gesellschaftlicher Verantwortung und Weiterbildung.


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