Filmgeschichte in Deutschland

Filmgeschichte in Deutschland
Filmgeschichte in Deutschland
Einleitung
Die Filmgeschichte in Deutschland beginnt nicht mit einem einzigen „Erfinder des Films“. Um 1895 experimentierten in mehreren Ländern Techniker, Fotografen und Schausteller mit bewegten Bildern. In Berlin gehörten Max Skladanowsky und sein Bruder Emil zu den Pionieren: Am 1. November 1895 zeigten sie im Varieté Wintergarten kurze „lebende Bilder“ mit ihrem Projektionsapparat, dem Bioskop. Von solchen Attraktionen führte ein langer Weg zum Kinosaal, zum Tonfilm, zum Fernsehen, zur digitalen Produktion und zum Streaming.
Deutsche Filmgeschichte ist eng mit deutscher Geschichte verbunden. Die Weimarer Republik brachte international einflussreiche Filmkunst hervor. Nach 1933 wurde das Kino in die nationalsozialistische Diktatur eingebunden. Nach 1945 entstanden in DDR und Bundesrepublik unterschiedliche Filmkulturen. Seit 1990 prägen Wiedervereinigung, Migration, Globalisierung, Digitalisierung, internationale Koproduktionen und neue Vertriebswege das Filmschaffen. Wenn Du Filmgeschichte untersuchst, fragst Du deshalb nicht nur: „Welche Filme waren berühmt?“, sondern auch: Wer durfte Filme machen? Wer finanzierte sie? Welche Bilder einer Gesellschaft wurden gezeigt – und welche fehlten?

Filmgeschichte untersuchen: Mehr als eine Liste berühmter Filme
Ein Film ist zugleich Kunstwerk, Ware, technisches Produkt, historische Quelle und Teil öffentlicher Kommunikation. Für eine fundierte Analyse kannst Du vier Ebenen verbinden: Form wie Kamera, Montage, Licht, Ton und Schauspiel; Produktion wie Studios, Finanzierung und Arbeitsbedingungen; Gesellschaft wie Politik, Geschlechterrollen, Migration oder soziale Konflikte; und Rezeption wie Kritik, Publikum, Zensur, Festivals oder spätere Wiederentdeckung.
Wichtige Fachbegriffe sind Montage für die Verbindung einzelner Einstellungen, Mise-en-scène für die Gestaltung dessen, was vor der Kamera angeordnet ist, Genre für wiederkehrende Erzähl- und Stilformen sowie Zensur für staatliche oder institutionelle Eingriffe. Für Oberstufe und Studium kommt eine weitere Frage hinzu: Wie entsteht ein Filmkanon? Ein Kanon ist keine neutrale Bestenliste. Archive, Festivals, Filmkritik, Forschung, Verleih, Restaurierung und Unterricht beeinflussen, welche Werke sichtbar bleiben.
1895 bis 1918: Frühes Kino zwischen Technik, Varieté und Massenunterhaltung
Das frühe Kino war zunächst häufig Teil von Jahrmärkten und Varietéprogrammen. Kurze Aufnahmen von Tänzen, Akrobatik, Alltagsereignissen oder komischen Szenen beeindruckten gerade deshalb, weil sich fotografierte Bilder plötzlich bewegten. In Berlin projizierten die Skladanowskys 1895 mit dem Bioskop kurze Filme vor zahlendem Publikum. Ihr Verfahren setzte sich technisch nicht dauerhaft durch, doch die Vorführungen markieren einen wichtigen Punkt der deutschen Kinogeschichte.

Um 1900 entstanden ortsfeste Kinos. Filme wurden länger, Erzählweisen komplexer und Produktionsfirmen professioneller. Bald bildeten sich Stars, Genres, Verleihstrukturen und große Kinobauten. 1912 entstand in Babelsberg bei Berlin ein frühes großes Atelier, aus dem sich einer der wichtigsten Filmstandorte Europas entwickelte. Der Erste Weltkrieg verstärkte zugleich das politische Interesse am Film: Unterhaltung, Nachrichtenbilder und Propaganda konnten ein Massenpublikum erreichen.
1918 bis 1933: Weimarer Kino, Ufa und filmische Moderne
Die Zeit der Weimarer Republik gilt als eine besonders innovative Phase. Die 1917 gegründete Ufa entwickelte sich zu einem mächtigen Studiokonzern. Daneben arbeiteten zahlreiche andere Produktionsfirmen. Deutsche Filme wurden international wahrgenommen, obwohl wirtschaftliche Krisen, Inflation und starke Konkurrenz die Branche prägten.
Der filmische Expressionismus arbeitete oft mit verzerrten Räumen, harten Licht-Schatten-Kontrasten und psychologisch aufgeladenen Bildern. Ein berühmtes Beispiel ist Das Cabinet des Dr. Caligari von 1920. Andere Filme richteten den Blick stärker auf Großstadt, Alltag und soziale Wirklichkeit. Damit reicht Weimarer Kino weit über ein einziges Stilwort hinaus.
Auch technische und künstlerische Großprojekte entstanden. Fritz Langs Metropolis von 1927 verband monumentale Architektur, Spezialeffekte, Science-Fiction und soziale Konflikte. Der Film war bei seiner Erstveröffentlichung wirtschaftlich problematisch, wurde stark gekürzt und später aufwendig rekonstruiert. Heute zeigt seine Restaurierung, dass Filmgeschichte auch Archivgeschichte ist: Fassungen können verloren gehen, wiedergefunden und neu zusammengesetzt werden.

Neben Fritz Lang oder F. W. Murnau gehören auch Filmschaffende wie Lotte Reiniger in diese Geschichte. Ihr Silhouetten-Animationsfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed von 1926 zeigt, wie vielfältig das Kino der 1920er-Jahre war. Gegen Ende des Jahrzehnts setzte sich der Tonfilm durch. Sprache, Musik und Geräusche veränderten Schauspiel, Produktion, Kinotechnik und internationale Vermarktung.
1933 bis 1945: Film im Nationalsozialismus
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden Filmproduktion und Filmberufe zunehmend kontrolliert und gleichgeschaltet. Jüdische sowie politisch verfolgte Filmschaffende wurden ausgegrenzt, entrechtet, vertrieben oder verfolgt; viele gingen ins Exil. Staatliche Institutionen beeinflussten, wer arbeiten durfte, welche Stoffe produziert wurden und wie Filme verbreitet wurden.
Film diente der Diktatur als Propagandamittel, aber Propaganda bestand nicht nur aus offen politischen Filmen. Auch Unterhaltung, Stars, Melodramen oder Komödien konnten gesellschaftliche Normen stabilisieren und vom Kriegsgeschehen ablenken. Besonders eindeutig propagandistische und antisemitische Produktionen müssen als historische Quellen kritisch kontextualisiert werden. Bei der Analyse fragst Du deshalb nach Auftraggebern, Zielgruppen, Auslassungen, Inszenierungsstrategien und der Wirkungsgeschichte.

Filme von Leni Riefenstahl wie Triumph des Willens und Olympia werden in der Filmwissenschaft unter anderem wegen ihrer Bildgestaltung untersucht, zugleich aber nur sinnvoll im Zusammenhang mit nationalsozialistischer Machtinszenierung und Propaganda verstanden. Formale Innovation und politische Funktion dürfen nicht voneinander getrennt werden. Genau hier zeigt sich, warum Filmanalyse auch Quellenkritik sein muss.
1945 bis Anfang der 1960er-Jahre: Neubeginn und geteilte Filmkulturen
Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Filmwirtschaft wie große Teile des Landes in Trümmern. Schon 1946 wurde in der sowjetischen Besatzungszone die DEFA gegründet. Wolfgang Staudtes Die Mörder sind unter uns von 1946 war der erste in Deutschland nach Kriegsende fertiggestellte deutsche Spielfilm und setzte sich mit Schuld und Verantwortung auseinander.
Mit der Gründung von Bundesrepublik und DDR 1949 entwickelten sich zwei unterschiedliche politische und wirtschaftliche Filmsysteme. In Westdeutschland entstanden neben anspruchsvollen Produktionen erfolgreiche Unterhaltungsgenres wie Heimatfilm, Schlagerfilm und Komödie. Filme wie Die Brücke von Bernhard Wicki zeigten zugleich, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Krieg und Nationalsozialismus möglich war. Das rasch wachsende Fernsehen wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren zu einer neuen Konkurrenz für das Kino.
In der DDR war die DEFA der zentrale Spielfilmproduzent. Sie produzierte Unterhaltung, Literaturverfilmungen, Kinderfilme, Gegenwartsfilme und historische Stoffe. Film entstand jedoch innerhalb eines staatlich gelenkten Kultursystems: Genehmigungsverfahren und politische Vorgaben konnten Projekte verändern oder verhindern.

DDR-Film: DEFA zwischen Alltag, Kunst und Zensur
DEFA-Filme lassen sich nicht auf „Staatspropaganda“ reduzieren. Viele Regisseurinnen und Regisseure, Autorinnen und Autoren, Schauspielerinnen und Schauspieler suchten nach künstlerischen Formen für Alltagserfahrungen, Geschichte und gesellschaftliche Widersprüche. Gleichzeitig blieben politische Grenzen real. Besonders deutlich wurde das nach dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED 1965: Fast eine gesamte Jahresproduktion von DEFA-Spielfilmen wurde verboten oder gestoppt.

Frank Beyers Spur der Steine und Kurt Maetzigs Das Kaninchen bin ich gehören zu den bekannten Beispielen der 1965/66 unterdrückten Filme. Ihre spätere Wiederaufführung macht sichtbar, dass sich der historische Sinn eines Films verändert: Ein Werk kann zunächst verboten, Jahrzehnte später restauriert und dann als Zeugnis seiner Zeit neu gelesen werden.
Bis 1990 entstanden bei der DEFA sehr unterschiedliche Werke, darunter Konrad Wolfs Ich war neunzehn, Heiner Carows Die Legende von Paul und Paula und Coming Out. Letzterer hatte am 9. November 1989 Premiere – an dem Abend, an dem die Berliner Mauer geöffnet wurde. Solche Überschneidungen zeigen, wie eng Film- und Zeitgeschichte manchmal zusammenfallen.
Bundesrepublik: Oberhausener Manifest und Neuer Deutscher Film
In der Bundesrepublik kritisierten jüngere Filmschaffende Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre die erstarrten Strukturen des kommerziellen Nachkriegskinos. Am 28. Februar 1962 forderten 26 Unterzeichner beim Kurzfilmfestival in Oberhausen einen neuen deutschen Film. Das Oberhausener Manifest wurde zum Symbol eines Generationenwechsels.
Der daraus hervorgehende Neue Deutsche Film war keine einheitliche Stilrichtung. Regisseure wie Alexander Kluge, Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und Wim Wenders experimentierten mit Erzählformen, Autorenkino und Gesellschaftskritik. Margarethe von Trotta, Helma Sanders-Brahms und weitere Filmemacherinnen erweiterten die Perspektiven auf Geschlechterverhältnisse, Erinnerung und politische Konflikte. Öffentliche Filmförderung und die Zusammenarbeit mit Fernsehsendern wurden für viele Produktionen wichtig.



Filme wie Fassbinders Angst essen Seele auf, Wenders’ Alice in den Städten oder Volker Schlöndorffs und Margarethe von Trottas Die verlorene Ehre der Katharina Blum verbanden individuelle Geschichten mit Fragen nach Gesellschaft und Medien. In den 1980er-Jahren kamen internationale Großproduktionen und publikumsstarke Filme wie Das Boot hinzu. „Deutscher Film“ war damit längst keine rein nationale Kategorie mehr.
Seit 1990: Wiedervereinigung, Migration und neue Filmsprachen
Die deutsche Wiedervereinigung veränderte Institutionen, Produktionsfirmen und Themen. Filme wie Sonnenallee, Good Bye, Lenin! oder Das Leben der Anderen erzählten später sehr unterschiedliche Geschichten über DDR, Teilung und Erinnerung. Solche Filme sind keine unmittelbaren Abbilder der Vergangenheit, sondern Deutungen aus ihrer jeweiligen Entstehungszeit.
Seit den 1990er- und 2000er-Jahren wurde außerdem sichtbarer, dass deutsche Filmgeschichte eine Migrationsgeschichte ist. Fatih Akıns Gegen die Wand gewann 2004 den Goldenen Bären der Berlinale. Regisseurinnen und Regisseure mit unterschiedlichen Familiengeschichten und transnationalen Biografien stellen die Vorstellung infrage, „deutsch“ ließe sich über eine einzige Herkunft oder Erzähltradition definieren.

Mit dem Begriff Berliner Schule werden seit den 1990er-Jahren lose verbundene Filmschaffende wie Christian Petzold, Angela Schanelec oder Thomas Arslan bezeichnet. Häufig werden ihren Filmen genaue Beobachtung, reduzierte Dramaturgie und ein Interesse an unsicheren sozialen Räumen zugeschrieben. Die „Berliner Schule“ war jedoch keine Organisation mit einem gemeinsamen Manifest.

Gegenwart: Kino im digitalen und internationalen Medienraum
Heute entstehen Filme in Deutschland oft als internationale Koproduktionen. Filmförderungen, Fernsehsender, Streamingdienste, Produktionsfirmen, Filmhochschulen und Festivals bilden ein komplexes Netzwerk. Digitale Kameras, computergestützte Effekte, digitale Projektion und Restaurierung haben Produktion und Archivierung verändert. Zugleich konkurriert der Kinosaal mit Serien, Mediatheken und globalen Streamingplattformen.
Internationale Erfolge wie Maren Ades Toni Erdmann, Nora Fingscheidts Systemsprenger, Edward Bergers Im Westen nichts Neues oder İlker Çataks Das Lehrerzimmer zeigen die stilistische und thematische Breite der 2010er- und 2020er-Jahre. Dabei bleibt die Frage offen, was „deutscher Film“ heute bedeutet: Sprache, Produktionsort, Finanzierung, Thema, beteiligte Filmschaffende und Koproduktionsländer können in verschiedene Richtungen weisen.

Die Berlinale sind dabei zugleich Schaufenster, Markt, Diskussionsraum und Teil einer globalen Festivalkultur. Sie zeigen, dass nationale Filmgeschichte immer auch international verflochten ist.

Zeitleiste: Orientierung in den Epochen
| Zeitraum | Historischer Rahmen | Filmgeschichtlicher Schwerpunkt | Beispiele |
|---|---|---|---|
| 1895–1918 | Kaiserreich und Erster Weltkrieg | Frühes Kino, Varieté, feste Kinos, erste Studios | Skladanowsky, Asta Nielsen, frühes Babelsberg |
| 1918–1933 | Weimarer Republik | Expressionismus, Neue Sachlichkeit, Ufa, Übergang zum Tonfilm | Das Cabinet des Dr. Caligari, Metropolis, Die Abenteuer des Prinzen Achmed |
| 1933–1945 | Nationalsozialistische Diktatur | Gleichschaltung, Vertreibung, Zensur, Propaganda und Unterhaltung | Exil vieler Filmschaffender, staatlich gelenkte Filmwirtschaft |
| 1945–1962 | Besatzungszeit, BRD und DDR | Neubeginn, DEFA, westdeutsches Unterhaltungskino, Fernsehen | Die Mörder sind unter uns, Die Brücke |
| 1960er–1980er | Zwei deutsche Staaten | DEFA zwischen Kunst und Zensur, Neuer Deutscher Film, Filmförderung | Spur der Steine, Fassbinder, von Trotta, Wenders |
| Seit 1990 | Wiedervereinigung und Globalisierung | Erinnerung, Migration, Berliner Schule, Digitalisierung, Koproduktionen | Gegen die Wand, Toni Erdmann, Systemsprenger, Das Lehrerzimmer |
Methodenwerkstatt: Wie Du einen historischen Film analysierst
Beginne mit einer genauen Beobachtung: Welche Einstellungen, Kameraperspektiven, Bewegungen, Farben, Geräusche, Musik und Schnitte fallen auf? Beschreibe zuerst, bevor Du deutest. Ordne den Film danach in seinen Produktionskontext ein: Wer finanzierte ihn? Unter welchen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen entstand er? Für welches Publikum war er gedacht?
Prüfe anschließend, was der Film sichtbar macht und was er ausblendet. Bei Spielfilmen ist besonders wichtig: Eine Handlung, die in einer historischen Epoche spielt, ist nicht automatisch eine zuverlässige Darstellung dieser Epoche. Ein Film über die DDR aus dem Jahr 2003 ist zugleich eine Quelle über die Erinnerungskultur des Jahres 2003. Bei Propagandamaterial musst Du außerdem Herkunft, Zweck, Inszenierung und Überlieferung kritisch prüfen.
Für eine vertiefte Analyse kannst Du verschiedene Fassungen, zeitgenössische Kritiken, Produktionsakten, Zensurdokumente, Plakate oder Interviews heranziehen. So wird Filmgeschichte zur Verbindung von Geschichtswissenschaft, Medienwissenschaft, Kunst und politischer Bildung.
Quellen und Medienhinweise
- Deutsche Kinemathek: Der deutsche Film – von den Anfängen bis zur Gegenwart
- Bundesarchiv: Max Skladanowsky und das frühe Kino
- filmportal.de: Geschichte der Ufa
- Bundeszentrale für politische Bildung: Film im NS-Staat
- DEFA-Stiftung: Geschichte des DEFA-Spielfilms
- filmportal.de: Oberhausener Manifest und das Filmjahr 1962
- Wikipedia: Deutscher Film
Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Die Videos verweisen auf YouTube-Angebote unter anderem von Deutsche Welle, SWR und der DEFA-Stiftung. Bei externen Medien können Verfügbarkeit und Rechtehinweise durch die jeweiligen Anbieter geändert werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Gerät nutzten die Skladanowskys 1895 für ihre Berliner Filmvorführungen? (Bioskop) (!Kinemacolor) (!Fernsehempfänger) (!Magnetophon)
Welche Epoche ist besonders mit dem filmischen Expressionismus verbunden? (Weimarer Republik) (!Deutsches Kaiserreich um 1871) (!Bundesrepublik der 1950er Jahre) (!Deutschland nach 1990)
Wer führte bei Metropolis Regie? (Fritz Lang) (!Rainer Werner Fassbinder) (!Konrad Wolf) (!Fatih Akın)
Was kennzeichnet die Filmwirtschaft im Nationalsozialismus besonders? (Politische Kontrolle und Gleichschaltung) (!Vollständige Unabhängigkeit vom Staat) (!Abschaffung aller Unterhaltungsfilme) (!Ausschließliche Produktion von Dokumentarfilmen)
In welchem Jahr wurde die DEFA gegründet? (1946) (!1917) (!1933) (!1990)
Was geschah nach dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED 1965 mit vielen DEFA-Filmen? (Sie wurden verboten oder gestoppt) (!Sie wurden automatisch Oscar-Kandidaten) (!Sie wurden ausschließlich im Ausland produziert) (!Sie wurden zu Stummfilmen umgeschnitten)
Wofür steht das Oberhausener Manifest von 1962 in der westdeutschen Filmgeschichte? (Für die Forderung nach einem neuen deutschen Film) (!Für die Gründung der Ufa) (!Für die Einführung des Tonfilms) (!Für die Auflösung der Berlinale)
Wer gehört zum Neuen Deutschen Film? (Rainer Werner Fassbinder) (!Max Skladanowsky) (!Friedrich Wilhelm Murnau) (!Emil Jannings als Regisseur des Oberhausener Manifests)
Was bezeichnet die Berliner Schule im Filmkontext? (Eine lose Strömung des neueren deutschen Autorenfilms) (!Eine technische Berufsschule für Filmprojektoren) (!Die Filmabteilung der Ufa von 1917) (!Ein Genre ausschließlich für historische Dokumentarfilme)
Welche Entwicklung prägt die deutsche Filmproduktion der Gegenwart? (Internationale Koproduktionen und digitale Vertriebswege) (!Die vollständige Rückkehr zum Stummfilm) (!Das Ende aller Filmfestivals) (!Die ausschließliche Produktion auf analogem Filmmaterial)
Memory
| Bioskop | Skladanowsky |
| Caligari | Expressionismus |
| Ufa | Babelsberg |
| DEFA | DDR-Filmproduktion |
| Oberhausener Manifest | Neuer Deutscher Film |
| Berliner Schule | Christian Petzold |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Varieté und kurze Attraktionen | Frühes Kino |
| Expressionismus und filmische Moderne | Weimarer Kino |
| Gleichschaltung und Propaganda | Film im Nationalsozialismus |
| Staatliches Studiosystem der DDR | DEFA |
| Autorenkino und gesellschaftliche Kritik | Neuer Deutscher Film |
...
Kreuzworträtsel
| Bioskop | Wie hieß der Projektionsapparat der Skladanowskys? |
| Caligari | Welcher Name steht im Titel eines berühmten expressionistischen Films von 1920? |
| Metropolis | Welcher Fritz-Lang-Film von 1927 zeigt eine futuristische Großstadt? |
| Propaganda | Wie nennt man gezielte mediale Beeinflussung für politische Zwecke? |
| Babelsberg | Welcher Filmstandort bei Berlin entwickelte sich seit 1912 zu einem bedeutenden Studiozentrum? |
| Berlinale | Wie heißt das große internationale Filmfestival in Berlin? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Filmplakat: Wähle ein historisches deutsches Filmplakat aus Wikimedia Commons. Beschreibe Bildaufbau, Schrift und Wirkung und formuliere zwei Fragen, die das Plakat als historische Quelle aufwirft.
- Zeitleiste: Gestalte eine visuelle Zeitleiste mit acht Stationen von 1895 bis heute und ordne jeder Station einen Film, eine Person oder eine Institution zu.
- Filmanalyse: Untersuche eine Minute eines geeigneten Films oder Trailers. Notiere Einstellungsgrößen, Kamerabewegung, Licht, Ton und Schnitt und erkläre deren Wirkung.
- Podcast: Nimm eine zweiminütige Audio-Erklärung zu einem Begriff wie Bioskop, DEFA, Ufa oder Neuer Deutscher Film auf.
Standard
- Epochenvergleich: Vergleiche zwei Filme aus unterschiedlichen Epochen. Untersuche, wie beide Stadt, Familie, Arbeit oder Jugend darstellen, und belege Deine Aussagen mit konkreten Szenen.
- Kinogeschichte im Interview: Befrage eine ältere Person zu Kino- und Fernseherfahrungen ihrer Jugend. Trenne persönliche Erinnerung von überprüfbaren historischen Fakten.
- Stummfilm-Experiment: Produziere einen einminütigen Kurzfilm ohne gesprochenen Dialog. Nutze Licht, Bildkomposition, Montage und Musik, um eine Handlung verständlich zu machen.
- Lokale Kinogeschichte: Recherchiere ein ehemaliges oder bestehendes Kino in Deiner Region. Sammle historische Anzeigen, Fotos oder Programmhinweise und erstelle daraus eine kleine digitale Ausstellung.
Schwer
- Propaganda quellenkritisch analysieren: Analysiere einen kurzen, im Unterricht bereitgestellten Ausschnitt aus nationalsozialistischem Filmmaterial. Unterscheide Beschreibung, filmische Gestaltung, politische Funktion und historische Einordnung.
- DEFA und BRD im Vergleich: Vergleiche einen DDR- und einen BRD-Film aus einem ähnlichen Zeitraum. Prüfe, wie Produktionssystem, Zensur oder Förderung und gesellschaftliche Konflikte die Filme beeinflussen.
- Kino und Streaming: Entwickle eine Forschungsfrage dazu, wie Streamingplattformen Filmproduktion, Vertrieb und Publikum verändert haben. Nutze mindestens drei seriöse Quellen und stelle unterschiedliche Positionen gegenüber.
- Eigene Retrospektive: Kuratiere ein fiktives Festival „130 Jahre Filmgeschichte in Deutschland“ mit sechs Filmen. Begründe Auswahl, Reihenfolge, historische Kontexte und mögliche Lücken Deines Programms.


Lernkontrolle
- Periodisierung prüfen: Erkläre, warum die Einteilung in Epochen wie Weimarer Kino, NS-Film, DEFA oder Neuer Deutscher Film hilfreich ist, aber zugleich Übergänge und Gegenbeispiele verdecken kann.
- Film und Politik: Vergleiche zwei unterschiedliche Formen politischer Einflussnahme auf Film, etwa NS-Gleichschaltung, DDR-Zensur oder öffentliche Filmförderung in einer Demokratie. Arbeite Gemeinsamkeiten und fundamentale Unterschiede heraus.
- Erinnerungskultur: Ein Film von 2003 erzählt eine Geschichte über die DDR. Begründe, warum er sowohl etwas über die dargestellte Vergangenheit als auch über die Entstehungszeit 2003 aussagen kann.
- Kanonkritik: Entwirf Kriterien für einen schulischen Filmkanon, der künstlerische Bedeutung, historische Relevanz und vielfältige Perspektiven berücksichtigt. Begründe, welche Konflikte zwischen den Kriterien entstehen können.
- Medienwandel: Erkläre anhand zweier Epochen, wie eine technische Neuerung – etwa Tonfilm, Fernsehen, digitale Produktion oder Streaming – nicht nur Geräte, sondern auch Erzählweisen, Arbeitsprozesse und Publikum verändert.
- Transnationalität: Beurteile die Aussage „Ein deutscher Film ist ein Film aus Deutschland“. Entwickle eine differenziertere Definition, die Sprache, Finanzierung, Produktionsort, Biografien und Koproduktion berücksichtigt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern Zusammenhänge erklären und Filme methodisch untersuchen kannst.
- Du kannst zentrale Phasen der Filmgeschichte in Deutschland zeitlich einordnen und begründet miteinander verbinden.
- Du kannst filmische Gestaltungsmittel fachsprachlich beschreiben und ihre Wirkung an konkreten Beispielen analysieren.
- Du kannst zwischen Film als künstlerischem Werk, wirtschaftlichem Produkt und historischer Quelle unterscheiden.
- Du kannst politische Rahmenbedingungen wie Gleichschaltung, Zensur, Förderung und Medienpolitik differenziert einordnen.
- Du kannst Quellen und Filmausschnitte kritisch auf Herkunft, Zweck, Perspektive und Auslassungen prüfen.
- Du kannst erklären, warum Frauen, Exil, Migration, DDR- und BRD-Geschichte sowie internationale Koproduktionen zu einer pluralen deutschen Filmgeschichte gehören.
- Du kannst selbstständig eine Fragestellung entwickeln, geeignete Quellen auswählen und Deine Ergebnisse nachvollziehbar belegen.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
NEWSLernweltNOAH fragen