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Ferdinand Magellan - Geschichte

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Ferdinand Magellan - Geschichte



Ferdinand Magellan - Geschichte


Einleitung

Die von Ferdinand Magellan vorbereitete und zunächst geführte Expedition von 1519 bis 1522 gehört zu den folgenreichsten Unternehmungen der Frühen Neuzeit. Ihr ursprüngliches Ziel war nicht, die Erde zu umrunden. Die spanische Krone wollte vielmehr einen westlichen Seeweg zu den Molukken, den damals wirtschaftlich höchst bedeutenden Gewürzinseln, erschließen. Erst der weitere Verlauf der Fahrt führte dazu, dass die Victoria unter Juan Sebastián Elcano 1522 die erste historisch belegte Weltumsegelung vollendete. Magellan selbst starb bereits 1521 auf der philippinischen Insel Mactan.[1]

Der aiMOOC untersucht die Expedition als Ereignis der Globalgeschichte. Du lernst nicht nur Stationen, Personen und nautische Leistungen kennen, sondern analysierst auch wirtschaftliche Interessen, europäische Machtpolitik, interkulturelle Begegnungen, Gewalt, koloniale Deutungsmuster und Erinnerungskulturen. Dabei übst Du zentrale Methoden des Geschichtsstudiums: die Arbeit mit Quellen, die Unterscheidung von Quelle und späterer Darstellung, den Vergleich verschiedener Perspektiven sowie ein begründetes historisches Urteil.

Die Karte zeigt den Verlauf der Expedition von Spanien über den Atlantik, durch die später so genannte Magellanstraße, über den Pazifik bis Südostasien und anschließend über den Indischen Ozean und das Kap der Guten Hoffnung zurück nach Spanien. Sie macht sichtbar, dass die erste Weltumsegelung nicht die Leistung eines einzelnen Mannes war, sondern das Ergebnis des Handelns vieler Seeleute, Übersetzer, Lotsen, Händler und lokaler Akteure.


Leitfragen

  1. Historische Fragestellung: Warum finanzierte die spanische Krone eine von einem Portugiesen geführte Expedition zu den Molukken?
  2. Weltumsegelung: Weshalb ist es ungenau, Magellan allein als ersten Weltumsegler zu bezeichnen?
  3. Globalgeschichte: Wie verband die Expedition weit entfernte Räume, Märkte und Gesellschaften?
  4. Kolonialismus: Wo gingen Erkundung, Handel, Missionierung, Herrschaftsanspruch und Gewalt ineinander über?
  5. Quellenkritik: Was können wir aus Antonio Pigafettas Bericht erfahren, und wo liegen seine Grenzen?
  6. Erinnerungskultur: Warum wird Magellan je nach Ort und Perspektive als Entdecker, Eroberer, Seefahrer oder Symbol kolonialer Gewalt dargestellt?


Lernziele und Kompetenzen

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du die Expedition zeitlich und räumlich einordnen, ihre politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erläutern, wichtige Stationen der Fahrt rekonstruieren und die Rollen Magellans, Elcanos, Pigafettas sowie lokaler Herrscher differenziert bewerten. Du kannst Karten, Reiseberichte, Porträts und spätere Historienbilder quellenkritisch untersuchen. Außerdem kannst Du erklären, weshalb die Fahrt einerseits Wissen über die Größe der Erde und die Verteilung der Ozeane erweiterte, andererseits aber Teil europäischer Expansion und kolonialer Gewaltgeschichte war.


Historischer Kontext


Europa und die maritime Expansion um 1500

Seit dem 15. Jahrhundert suchten europäische Herrscher, Kaufleute und Seefahrer nach direkten Seewegen zu den Handelszentren Afrikas und Asiens. Portugal baute schrittweise Stützpunkte entlang der afrikanischen Küsten auf. Bartolomeu Dias umfuhr 1488 die Südspitze Afrikas, und Vasco da Gama erreichte 1498 Indien auf dem Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung. Die portugiesische Krone versuchte anschließend, den Handel im Indischen Ozean militärisch und wirtschaftlich zu kontrollieren.

Die kastilische Krone hatte mit der Fahrt von Christoph Kolumbus 1492 einen westlichen Zugang zu Asien gesucht, war dabei aus europäischer Sicht jedoch auf einen bis dahin nicht entsprechend eingeordneten Kontinent gestoßen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts setzte sich in Europa zunehmend die Erkenntnis durch, dass zwischen Atlantik und Asien eine große Landmasse und ein weiterer Ozean lagen. 1513 erreichte Vasco Núñez de Balboa nach der Durchquerung des Isthmus von Panama den Pazifik, den er Südmeer nannte.

Die Vorstellung von einer kugelförmigen Erde war unter gebildeten Menschen Europas keineswegs neu. Die Herausforderung bestand vielmehr darin, Entfernungen, Küstenverläufe und insbesondere Längengrade zuverlässig zu bestimmen. Magellans Expedition sollte daher nicht beweisen, dass die Erde rund sei. Sie sollte einen praktisch nutzbaren westlichen Weg zu den Gewürzinseln finden und die dortigen Handelschancen für Kastilien sichern.

Die Weltkarte aus dem Portolanatlas von Battista Agnese entstand 1544, also mehr als zwei Jahrzehnte nach der Rückkehr der Victoria. Sie zeigt, wie die Weltumsegelung später kartografisch verarbeitet wurde. Solche Karten sind keine neutralen Abbilder: Sie ordnen Räume aus der Perspektive ihrer Hersteller und Auftraggeber.


Gewürze, Handel und Profit

Gewürznelken, Muskatnuss, Zimt und Pfeffer waren in Europa begehrte Handelswaren. Sie dienten zum Würzen, als Arzneimittel, als Duftstoffe und als Statussymbole. Besonders die Molukken im heutigen Indonesien waren für den europäischen Gewürzhandel wichtig, weil Gewürznelken damals nur in einer begrenzten Region angebaut wurden. Zwischen den Produktionsgebieten und europäischen Märkten lagen weit verzweigte asiatische, arabische, afrikanische und mediterrane Handelsnetze.

Die europäische Expansion schuf diese Netze nicht neu. Portugiesische und später spanische Akteure versuchten vielmehr, sich in bestehende Handelsbeziehungen einzuschalten, Zwischenhandel zu umgehen und profitable Routen mit bewaffneten Schiffen zu kontrollieren. Deshalb muss die Geschichte der Expedition zugleich als Geschichte von Handel, Imperialismus, Wissenstransfer und Gewalt gelesen werden.


Vertrag von Tordesillas und globale Machtansprüche

Im Vertrag von Tordesillas von 1494 teilten Kastilien und Portugal außereuropäische Anspruchsräume entlang einer gedachten Linie im Atlantik untereinander auf. Die Vereinbarung ignorierte die politischen Rechte und Lebenswelten der Menschen in Afrika, Amerika und Asien. Weil die genaue Lage der gegenüberliegenden Trennlinie auf der anderen Seite der Erdkugel nicht eindeutig bestimmbar war, blieb umstritten, ob die Molukken in der portugiesischen oder kastilischen Sphäre lagen.

Magellans Projekt war eng mit diesem Konflikt verbunden. Er behauptete gemeinsam mit dem Kosmografen Rui Faleiro, die Molukken auf einem westlichen Weg erreichen zu können und sie lägen im kastilischen Teil der Welt. Die Expedition war daher zugleich ein Handelsunternehmen, ein geopolitisches Projekt und eine wissenschaftlich-nautische Erkundungsfahrt.


Ferdinand Magellan: Person und Karriere


Herkunft und Dienste für Portugal

Ferdinand Magellan hieß auf Portugiesisch Fernão de Magalhães. Er wurde um 1480 in Portugal geboren; der genaue Geburtsort ist nicht zweifelsfrei geklärt. Er stammte vermutlich aus dem niederen Adel. Als junger Mann stand er im Dienst der portugiesischen Krone und sammelte Erfahrungen im Indischen Ozean. Er war unter anderem im Umfeld portugiesischer Unternehmungen in Indien und Südostasien tätig. Dadurch gewann er Kenntnisse über Schifffahrt, militärische Operationen und die Bedeutung des Gewürzhandels.

Ein wichtiger Kontakt war sein Freund Francisco Serrão, der auf den Molukken lebte. Briefe Serrãos bestärkten Magellan in der Annahme, die Inseln könnten von Europa aus auf einer westlichen Route erreicht werden. Als der portugiesische König Manuel I. Magellans Vorhaben nicht unterstützte, verließ Magellan Portugal und bot seine Dienste der kastilischen Krone an.


Wechsel in kastilische Dienste

In Spanien gewann Magellan Unterstützer, darunter den Kaufmann Cristóbal de Haro. Am 22. März 1518 schloss er mit König Karl I. von Kastilien, dem späteren Kaiser Karl V., die Kapitulation von Valladolid. Der Vertrag regelte Auftrag, Privilegien und mögliche Gewinnanteile. Magellan und Rui Faleiro sollten einen westlichen Weg zu den Gewürzinseln finden, ohne portugiesische Herrschaftsgebiete zu verletzen.

Der Wechsel eines portugiesischen Seefahrers in kastilische Dienste zeigt, dass frühneuzeitliche Expeditionen nicht einfach nationale Projekte im modernen Sinn waren. Besatzungen, Geldgeber und Fachleute kamen aus verschiedenen Regionen. Loyalitäten richteten sich häufig auf Herrscherhäuser, Verträge, persönliche Netzwerke und wirtschaftliche Chancen.


Das Problem der Heldenbiografie

Porträts wie das bekannte Bild Magellans entstanden nicht als fotografisch genaue Zeugnisse seines Aussehens. Das häufig reproduzierte Gemälde ist anonym und wird in das 16. oder 17. Jahrhundert datiert. Es trägt dennoch stark dazu bei, Magellan als entschlossenen Einzelhelden darzustellen.

Eine moderne geschichtswissenschaftliche Betrachtung fragt deshalb nicht nur nach Magellan, sondern auch nach den vielen anderen Beteiligten: Seeleuten aus unterschiedlichen Regionen Europas, versklavten und freien Übersetzern, indigenen Lotsen, lokalen Herrschern, Händlern, Gegnern und Verbündeten. Besonders wichtig ist Enrique von Malakka, ein aus Südostasien stammender Mann in Magellans Gefolge, der als Dolmetscher wirkte. Ob Enrique selbst als erster Mensch die Erde umrundete, lässt sich nicht sicher beweisen, weil sein genauer Geburtsort und sein weiterer Lebensweg nach 1521 unbekannt sind.


Planung, Flotte und Besatzung


Die Armada de Molucca

Die Flotte wurde als Armada de Molucca bezeichnet. Sie bestand aus fünf Schiffen. Die erhaltenen Angaben zu Mannschaftsstärken und Tonnagen unterscheiden sich je nach Quelle und Zählweise. Sicher ist, dass nur die Victoria nach Spanien zurückkehrte und die vollständige Umrundung vollendete.

Schiff Funktion zu Beginn Erster Kapitän Weiteres Schicksal
Trinidad Flaggschiff Ferdinand Magellan Blieb 1521 wegen Reparaturen auf den Molukken zurück und geriet später in portugiesische Hand
San Antonio Größtes Schiff der Flotte Juan de Cartagena Desertierte 1520 in der Magellanstraße und kehrte nach Spanien zurück
Concepción Versorgung und Transport Gaspar de Quesada Wurde 1521 auf den Philippinen aufgegeben und verbrannt
Victoria Handelsschiff Luis de Mendoza Vollendete 1522 unter Juan Sebastián Elcano die Weltumsegelung
Santiago Kleinstes Schiff, auch zur Erkundung eingesetzt João Serrão Schiffbruch 1520 an der patagonischen Küste; die Besatzung wurde gerettet

Das Bild der Victoria stammt aus einer späteren Karte von Abraham Ortelius. Es ist keine zeitgenössisch-technische Zeichnung des realen Schiffes. Historische Darstellungen von Schiffen müssen daher auf Entstehungszeit, Zweck und künstlerische Konventionen geprüft werden.


Zusammensetzung der Besatzung

Die Flotte umfasste ungefähr 270 Menschen; in der Forschung und populären Darstellung schwanken die Zahlen. Die Männer kamen unter anderem aus Kastilien, dem Baskenland, Portugal, Italien, Frankreich, Griechenland, dem Heiligen Römischen Reich, England, Flandern, Nordafrika und Südostasien. Diese Vielfalt machte die Expedition sprachlich und sozial komplex. An Bord befanden sich Seeleute, Offiziere, Priester, Handwerker, Kanoniere, Schreiber, Diener und Dolmetscher.

Die Schiffsordnung war hierarchisch. Nahrung, Unterbringung, Lohn und Einfluss waren ungleich verteilt. Konflikte entstanden nicht nur zwischen angeblich klar getrennten „Nationen“, sondern auch aus Rangstreitigkeiten, Misstrauen, persönlicher Rivalität und der extremen Belastung der Reise.


Zur Navigation dienten Kompass, Jakobsstab, Astrolabium, Sanduhren, Lotleinen, Seekarten und astronomische Beobachtungen. Die geografische Breite ließ sich näherungsweise bestimmen. Die Ermittlung des Längengrads auf See blieb dagegen äußerst schwierig. Seeleute kombinierten deshalb Messungen mit Koppelnavigation: Aus Kurs, geschätzter Geschwindigkeit und vergangener Zeit wurde die Position fortgeschrieben.

Zur Versorgung gehörten Wasser, Wein, Schiffszwieback, Hülsenfrüchte, gepökeltes Fleisch, Öl, Käse und Handelswaren. Die Vorräte verdarben, Wasser wurde knapp, und eine ausgewogene Ernährung war über lange Zeit nicht möglich. Krankheiten wie Skorbut wurden damals nicht in ihrem Zusammenhang mit Vitamin-C-Mangel verstanden.


Verlauf der Expedition 1519 bis 1522


Aufbruch aus Spanien

Am 10. August 1519 verließ die Flotte Sevilla und fuhr den Guadalquivir hinab. Am 20. September 1519 brach sie von Sanlúcar de Barrameda zur eigentlichen Atlantikfahrt auf. Nach einem Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln segelten die Schiffe südwestwärts über den Atlantik.

Das Historienbild von Jan van der Straet entstand Jahrzehnte nach der Expedition. Es inszeniert die Fahrt als triumphale europäische Entdeckung. Für die Quellenkritik ist entscheidend, zwischen dem dargestellten Ereignis von 1519 und der späteren Bildproduktion zu unterscheiden.


Atlantik, Brasilien und Río de la Plata

Die Flotte erreichte im Dezember 1519 die Küste des heutigen Brasilien und hielt sich in der Bucht des heutigen Rio de Janeiro auf. Die Begegnungen mit lokalen Bevölkerungen werden vor allem aus europäischen Berichten überliefert. Solche Texte verwenden häufig pauschalisierende Begriffe, beschreiben Tauschhandel aus europäischer Sicht und überliefern indigene Stimmen nur indirekt.

Im Januar 1520 untersuchte die Expedition den Río de la Plata, fand dort jedoch nicht die erhoffte Durchfahrt zum Pazifik. Danach segelte sie weiter nach Süden. Mit sinkenden Temperaturen, schweren Stürmen und unklarer Küstengeografie wuchs die Belastung.


Überwinterung in Patagonien und Meuterei

Ende März 1520 ließ Magellan in Puerto San Julián überwintern. Mehrere kastilische Kapitäne widersetzten sich seiner Führung. In der Osternacht kam es zur Meuterei. Magellan setzte sich mit Täuschung, Entschlossenheit und Gewalt durch. Luis de Mendoza wurde getötet, Gaspar de Quesada hingerichtet, Juan de Cartagena später ausgesetzt. Zahlreiche Beteiligte wurden zunächst verurteilt, aber wegen ihrer für die Weiterfahrt benötigten Fähigkeiten begnadigt.

Die Episode zeigt die Unsicherheit von Autorität auf frühneuzeitlichen Schiffen. Magellan verfügte zwar über königliche Vollmachten, musste seine Herrschaft aber unter extremen Bedingungen praktisch durchsetzen. Die harte Bestrafung kann weder als bloß notwendige Disziplin noch ausschließlich als persönliche Grausamkeit erklärt werden; sie war Teil einer gewaltförmigen militärisch-maritime Ordnung.

Das Schiff Santiago wurde im Mai 1520 bei einer Erkundungsfahrt durch einen Sturm zerstört. Seine Mannschaft konnte sich über Land retten. Damit verblieben vier Schiffe.


Durch die Magellanstraße

Am 21. Oktober 1520 erreichte die Flotte ein Kap, hinter dem sich eine vielversprechende Wasserstraße öffnete. Wochenlang erkundeten die Schiffe ein kompliziertes System aus Kanälen, Inseln und Buchten. Die Passage erhielt später den Namen Magellanstraße.

Diese Zeichnung wird Antonio Pigafetta zugeschrieben. Sie ist besonders wertvoll, weil sie aus dem Umfeld eines Expeditionsteilnehmers stammt. Dennoch ist auch sie eine gestaltete Darstellung, die ausgewählte Informationen hervorhebt und nicht wie eine moderne Satellitenkarte gelesen werden darf.

Die Satellitenaufnahme zeigt Feuerland und die Magellanstraße aus moderner Perspektive. Der Vergleich macht deutlich, welche enorme Herausforderung die Navigation in diesem zerklüfteten Gebiet ohne präzise Karten, Funk, Motoren oder Satellitennavigation darstellte.

Während der Durchfahrt desertierte die San Antonio. Das Schiff kehrte mit einem großen Teil der Vorräte nach Spanien zurück. Die übrigen drei Schiffe erreichten Ende November 1520 den Pazifik. Magellan nannte ihn wegen des zunächst ruhigen Wetters Mar Pacífico, friedliches Meer.


Die Überquerung des Pazifiks

Die Expedition unterschätzte die Ausdehnung des Pazifiks erheblich. Rund drei Monate lang traf sie kaum auf bewohnbare Inseln mit ausreichenden Vorräten. Hunger, Skorbut und Erschöpfung prägten die Überfahrt. Pigafetta berichtete, dass die Mannschaft schließlich verdorbenen Schiffszwieback, Sägemehl und aufgeweichtes Leder aß. Solche drastischen Passagen sind wichtige Zeugnisse, müssen aber als literarisch gestalteter Erfahrungsbericht gelesen werden.

Die lange Fahrt erweiterte das europäische Wissen über die Größe des Pazifiks. Sie zeigte, dass zwischen Amerika und Ostasien ein viel größerer Ozean lag, als viele europäische Karten erwarten ließen. Diese Erkenntnis war für spätere Kartografie und Navigation von großer Bedeutung.


Guam und die Marianen

Am 6. März 1521 erreichte die Flotte Guam in den Marianen. Zwischen der Besatzung und den Chamorro kam es zu Tausch, Missverständnissen, Diebstahl und Gewalt. Europäische Berichte bezeichneten die Inselgruppe zeitweise abwertend als „Inseln der Diebe“. Diese Benennung spiegelt die europäische Perspektive und blendet unterschiedliche Vorstellungen von Eigentum, Tausch und Gastrecht aus.

Die Episode eignet sich besonders für eine multiperspektivische Analyse: Was europäische Seeleute als Diebstahl beschrieben, könnte in lokalen Austauschsystemen anders verstanden worden sein. Zugleich reagierte Magellans Mannschaft mit militärischer Strafgewalt. Der Begriff „Begegnung“ darf daher nicht verdecken, dass Macht und Waffen ungleich verteilt waren.


Ankunft auf den Philippinen

Am 16. März 1521 erreichte die Expedition die Inselwelt der heutigen Philippinen. Über Enrique von Malakka und weitere Vermittler kam es zu Gesprächen mit lokalen Herrschern. In Cebu schloss Magellan ein Bündnis mit Rajah Humabon. Es folgten Taufen und politische Vereinbarungen. Aus europäischer Sicht verbanden sich Missionierung, Diplomatie und Herrschaftsanspruch; lokale Akteure verfolgten jedoch eigene Ziele in regionalen Konflikten.

Magellan überschätzte offenbar die Stabilität des Bündnisses und die Wirkung europäischer Waffen. Er griff in den Konflikt zwischen Humabon und Lapu-Lapu, einem Herrscher auf Mactan, ein.


Schlacht von Mactan und Magellans Tod

Am 27. April 1521 landete Magellan mit einer kleinen Kampfgruppe auf Mactan. Wegen flachen Wassers konnten die Schiffe und ihre Geschütze die Kämpfer nicht wirksam unterstützen. Die Truppe traf auf eine zahlenmäßig überlegene Streitmacht. Magellan wurde verwundet und getötet. Die wichtigste ausführliche Erzählung des Geschehens stammt von Pigafetta, der Magellan als mutigen, sich für seine Männer opfernden Anführer schildert. Gerade diese heroische Darstellung verlangt Quellenkritik.

Das Bild entstand im 19. Jahrhundert, mehr als drei Jahrhunderte nach dem Ereignis. Es ist eine nachträgliche Dramatisierung und kein Augenzeugenbild.

Auf den Philippinen wird Lapu-Lapu häufig als Symbol des Widerstands gegen fremde Herrschaft verehrt, während Magellan zugleich durch Denkmäler erinnert wird. Die benachbarten Erinnerungsorte zeigen, dass historische Bedeutung nicht einheitlich ist, sondern in politischen und kulturellen Zusammenhängen entsteht.


Führungskrise und Weiterfahrt

Nach Magellans Tod übernahmen nacheinander andere Offiziere die Führung. Bei einem Gastmahl in Cebu wurden mehrere Expeditionsteilnehmer getötet. Die verbliebene Mannschaft war zu klein, um drei Schiffe zu bedienen. Deshalb wurde die Concepción verbrannt. Nur Trinidad und Victoria segelten weiter.

Die Expedition erreichte über Borneo im November 1521 die Molukken. Dort schloss sie auf Tidore Handelsvereinbarungen und lud große Mengen Gewürznelken. Damit war das ursprüngliche Reiseziel erreicht, doch die Rückkehr blieb gefährlich.


Elcano und die Vollendung der Weltumsegelung

Die Trinidad war nicht seetüchtig und blieb zur Reparatur zurück. Sie versuchte später, den Pazifik ostwärts zu überqueren, scheiterte jedoch und geriet in portugiesische Hand. Die Victoria segelte unter Juan Sebastián Elcano westwärts durch den Indischen Ozean. Um portugiesischen Stützpunkten auszuweichen, wählte Elcano eine riskante Route weit südlich der üblichen Handelswege.

Elcano war kein von Anfang an unbeteiligter Nachfolger. Er hatte an der Meuterei in Patagonien teilgenommen und war später begnadigt worden. Seine Rolle zeigt, wie stark sich Führungspositionen während der Expedition veränderten.

Die Victoria umrundete das Kap der Guten Hoffnung. Hunger und Krankheit forderten weitere Opfer. Auf den Kapverdischen Inseln bemerkte die Besatzung, dass ihre eigene Datumsrechnung um einen Tag von der lokalen Zählung abwich. Da sie immer westwärts um die Erde gefahren war, hatte sie einen Kalendertag „verloren“. Dieses Erlebnis war ein anschaulicher Hinweis auf den Zusammenhang von Erdrotation, Zeitzählung und Weltumrundung.

Am 6. September 1522 erreichte die Victoria Sanlúcar de Barrameda, am 8. September Sevilla. Nur 18 Männer kamen mit dem Schiff unmittelbar zurück. Weitere Expeditionsteilnehmer überlebten auf anderen Wegen, etwa nach Gefangenschaft oder der Rückkehr der San Antonio. Die einfache Formel „von etwa 270 kehrten nur 18 zurück“ beschreibt daher nur die unmittelbare Rückkehr der Victoria, nicht die Gesamtzahl aller späteren Überlebenden.

Die heutige Rekonstruktion der Victoria vermittelt einen Eindruck von den beengten Verhältnissen. Sie bleibt jedoch ein moderner Nachbau, weil keine vollständigen Baupläne des ursprünglichen Schiffes erhalten sind.


Quellen und Geschichtsschreibung


Antonio Pigafettas Reisebericht

Antonio Pigafetta war ein italienischer Teilnehmer der Expedition. Er führte Aufzeichnungen über Orte, Ereignisse, Sprachen, Tiere, Pflanzen und Begegnungen. Sein Bericht ist eine der wichtigsten Quellen zur Reise. Ein um 1525 entstandenes Manuskript wird heute unter anderem von der Library of Congress digital zugänglich gemacht.[2]

Pigafetta war Augenzeuge vieler Ereignisse, aber Augenzeugenschaft garantiert keine vollständige Wahrheit. Er bewunderte Magellan, schrieb aus einer europäischen, christlichen und höfisch geprägten Perspektive und gestaltete seine Erzählung für ein Publikum. Zudem sind nicht alle ursprünglichen Notizen erhalten; der Text ist in mehreren Fassungen und Abschriften überliefert.


Schritte der Quellenkritik

Bei der Analyse eines Ausschnitts aus Pigafettas Bericht solltest Du systematisch vorgehen:

  1. Äußere Quellenkritik: Wer verfasste den Text, wann entstand die erhaltene Fassung, in welcher Sprache und Überlieferungsform liegt sie vor?
  2. Innere Quellenkritik: Welche Begriffe, Wertungen, Auslassungen und Erzählmuster fallen auf?
  3. Perspektivität: Welche gesellschaftliche Stellung, religiöse Prägung und persönlichen Loyalitäten beeinflussten Pigafetta?
  4. Intention: Wollte der Autor informieren, rechtfertigen, unterhalten, ehren oder politische Unterstützung gewinnen?
  5. Kontextualisierung: Welche Ereignisse, Machtverhältnisse und Wissensbestände der Zeit müssen berücksichtigt werden?
  6. Quellenvergleich: Welche Angaben lassen sich mit Schiffslisten, königlichen Dokumenten, Karten, portugiesischen Berichten oder archäologischen Befunden vergleichen?
  7. Aussagegrenze: Worüber kann der Text zuverlässig Auskunft geben, und welche Fragen bleiben unbeantwortet?


Karten als historische Quellen

Karten dokumentieren nicht nur geografisches Wissen. Sie zeigen auch politische Ansprüche, Leerstellen und kulturelle Ordnungsvorstellungen. Die Karte von Turin von 1523 gilt als eine der frühesten erhaltenen Karten, die Ergebnisse der Expedition verarbeitet und die große Ausdehnung des Pazifiks darstellt.

Beim Kartenvergleich solltest Du Entstehungszeit, Auftraggeber, Projektion, Ortsnamen, eingezeichnete Routen, dekorative Elemente und nicht dargestellte Räume beachten. Eine moderne Routenkarten-Grafik beantwortet andere Fragen als eine handgezeichnete Weltkarte des 16. Jahrhunderts.


Begriffe kritisch verwenden

Der traditionelle Ausdruck Zeitalter der Entdeckungen stellt europäische Wahrnehmung in den Mittelpunkt. Die bereisten Regionen waren bewohnt, politisch organisiert und in Handelsnetze eingebunden. Europäer „entdeckten“ sie nicht für die dort lebenden Menschen. In wissenschaftlichen Texten sind daher präzisere Formulierungen sinnvoll: „erste dokumentierte europäische Durchfahrt“, „Ankunft der Expedition“, „europäische Kartierung“ oder „Beginn dauerhafter kolonialer Kontakte“.

Auch die Bezeichnung Magellans als „erster Weltumsegler“ ist problematisch. Er vollendete die Reise nicht. Die erste dokumentierte Weltumsegelung war eine kollektive Leistung der Expedition und wurde unter Elcanos Kommando abgeschlossen. Zugleich bleibt zu prüfen, ob einzelne Menschen wie Enrique von Malakka aufgrund früherer Reisen möglicherweise schon vor der Victoria eine persönliche Erdumrundung vollendet hatten; die Quellen reichen für einen sicheren Nachweis nicht aus.


Historische Bedeutung


Erweiterung geografischen Wissens

Die Fahrt bestätigte praktisch, dass sich die großen Ozeane zu einer globalen Seeroute verbinden ließen. Sie lieferte neue Informationen über die südamerikanische Küste, die Magellanstraße und die enorme Breite des Pazifiks. Kartografen konnten die Verteilung von Land und Meer realistischer einschätzen. Die Reise zeigte zugleich die Grenzen zeitgenössischer Entfernungsberechnungen und Navigation.

Sie bewies jedoch nicht erstmals die Kugelgestalt der Erde. Dieses Wissen war in antiken, islamischen und europäischen Gelehrtentraditionen seit Langem vorhanden. Neu war die vollständig dokumentierte praktische Umrundung durch ein Schiff und eine Besatzung.


Wirtschaftliche Folgen

Die mitgebrachte Ladung Gewürznelken war wertvoll, doch die westliche Route erwies sich für Spanien zunächst nicht als einfacher regulärer Handelsweg. Der Konflikt mit Portugal um die Molukken wurde 1529 im Vertrag von Saragossa vorläufig geregelt. Spanien konzentrierte seine koloniale Expansion später stärker auf Amerika und die Philippinen. Ab 1565 verband der Manila-Galeonenhandel über den Pazifik die Philippinen mit Neuspanien und schuf eine dauerhafte Verbindung zwischen asiatischen und amerikanischen Märkten.

Die Weltumsegelung war somit kein einzelner Beginn der Globalisierung. Sie war ein markantes Ereignis in einem viel älteren und fortdauernden Prozess globaler Verflechtung, an dem asiatische, afrikanische, amerikanische und europäische Gesellschaften beteiligt waren.


Koloniale Expansion und Gewalt

Die Expedition verband wissenschaftliche Neugier und navigatorisches Können mit Handelsmonopolen, christlicher Missionierung, königlichen Besitzansprüchen und Waffengewalt. Auf Guam, Cebu und Mactan traten Konflikte besonders deutlich hervor. Lokale Herrscher waren keine passiven Figuren, sondern verfolgten eigene Strategien, Bündnisse und Interessen.

Eine differenzierte Bewertung vermeidet zwei Verkürzungen: Die Reise war weder nur eine heroische Entdeckungsfahrt noch ausschließlich ein vollständig geplantes Kolonialunternehmen nach späterem Muster. Sie war ein riskantes frühneuzeitliches Projekt, in dem Handel, Diplomatie, Gewalt, Religion, Wissensgewinn und persönliche Ambition untrennbar miteinander verbunden waren.


Beginn einer stärker verbundenen Welt?

Historikerinnen und Historiker diskutieren, wann von Globalisierung gesprochen werden kann. Die Expedition verband erstmals in einer dokumentierten durchgehenden Schiffsreise Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean. Sie machte globale Zirkulation räumlich vorstellbar und politisch nutzbar. Dauerhafte weltweite Waren-, Menschen- und Informationsströme entstanden jedoch nicht durch diese eine Fahrt allein.

Für eine globalgeschichtliche Einordnung musst Du daher zwischen Symbolwirkung und Strukturwirkung unterscheiden. Symbolisch steht die Victoria für die Umrundbarkeit der Erde. Strukturell waren langfristige Handelsrouten, Kolonialreiche, Zwangsarbeit, Versklavung, Missionierung, Migration und Wissensaustausch entscheidend.


Erinnerungskultur und Kontroversen


Magellan, Elcano und Lapu-Lapu als Erinnerungsfiguren

In Portugal wird Magellan als portugiesischer Seefahrer erinnert, obwohl er im Dienst der kastilischen Krone segelte. In Spanien wird die Fahrt häufig als gemeinsame Leistung Magellans und Elcanos oder als erste Weltumsegelung unter spanischer Flagge dargestellt. Elcano erhielt nach seiner Rückkehr ein Wappen mit einem Globus und dem lateinischen Wahlspruch Primus circumdedisti me, „Du hast mich zuerst umrundet“.

Auf den Philippinen steht Lapu-Lapu für Widerstand gegen äußere Herrschaft. Magellans Tod wird dort nicht nur als Ende eines europäischen Helden, sondern als Sieg lokaler Kämpfer erzählt. Verschiedene Denkmäler können daher gegensätzliche Bedeutungen tragen.


Jubiläen und politische Deutung

Jubiläen wie der 500. Jahrestag des Aufbruchs 2019 oder der Rückkehr 2022 fördern Forschung, Ausstellungen und internationale Kooperation. Gleichzeitig entstehen politische Fragen: Wer wird als Hauptfigur geehrt? Welche Staaten beanspruchen das Erbe? Werden indigene Perspektiven einbezogen? Wird koloniale Gewalt benannt?

Erinnerungskultur ist nie bloß Rückblick. Sie sagt auch etwas über die Werte, Konflikte und Identitätsangebote der Gegenwart aus. Deshalb solltest Du Ausstellungen, Denkmäler, Schulbücher und Dokumentarfilme ebenso quellenkritisch untersuchen wie Texte aus dem 16. Jahrhundert.


Medienkritik: Bilder machen Geschichte

Die meisten bekannten Bilder Magellans, seines Todes oder der Victoria entstanden lange nach der Expedition. Sie prägen dennoch unser visuelles Gedächtnis. Ein dramatisches Sterbebild kann Mut und Opferbereitschaft hervorheben, während ein Denkmal Lapu-Lapus Widerstand betont. Ein Schiffsmodell vermittelt Anschaulichkeit, kann aber eine Genauigkeit vortäuschen, die aufgrund fehlender Baupläne nicht erreichbar ist.

Diese um 1700 veröffentlichte Karte verbindet Route, Schiff und Ruhmeserzählung. Sie ist ein Beispiel dafür, wie Kartografie und Erinnerung ineinandergreifen.


Chronologie

Datum Station oder Ereignis Historische Bedeutung
22. März 1518 Vertrag mit Karl I. Magellan erhält den kastilischen Auftrag für die Westfahrt zu den Molukken
10. August 1519 Abfahrt aus Sevilla Beginn der Flussfahrt nach Sanlúcar de Barrameda
20. September 1519 Aufbruch von Sanlúcar Beginn der Atlantikexpedition mit fünf Schiffen
Dezember 1519 Aufenthalt im Gebiet des heutigen Rio de Janeiro Versorgung, Tausch und Begegnungen an der brasilianischen Küste
März bis August 1520 Überwinterung in Puerto San Julián Meuterei, Hinrichtungen und Schiffbruch der Santiago
Oktober bis November 1520 Durchfahrt durch die Magellanstraße Erste dokumentierte europäische Passage vom Atlantik zum Pazifik
November 1520 Desertion der San Antonio Verlust von Mannschaft und Vorräten
6. März 1521 Guam Erste Versorgung nach der langen Pazifiküberquerung; Konflikte mit Chamorro
16. März 1521 Philippinische Inselwelt Beginn politischer und religiöser Kontakte
27. April 1521 Schlacht von Mactan Tod Magellans; Lapu-Lapus Streitmacht behauptet sich
November 1521 Molukken Erreichen des ursprünglichen Expeditionsziels und Beladung mit Gewürznelken
6. September 1522 Rückkehr der Victoria nach Sanlúcar Vollendung der ersten historisch belegten Weltumsegelung
8. September 1522 Ankunft in Sevilla Öffentliche und politische Anerkennung der Rückkehrer


Zentrale Fachbegriffe

Fachbegriff Erklärung im Kontext des Themas
Armada de Molucca Offizielle Bezeichnung der aus fünf Schiffen bestehenden Expedition zu den Molukken
Kapitulation Vertrag zwischen Krone und Expeditionsleitern über Auftrag, Rechte, Pflichten und Gewinnanteile
Koppelnavigation Berechnung der vermuteten Position aus Kurs, Geschwindigkeit und Zeit
Kosmografie Frühneuzeitliche Verbindung von Geografie, Astronomie, Kartografie und Weltbeschreibung
Molukken Inselgruppe im heutigen Indonesien, die wegen des Gewürznelkenhandels ein Hauptziel europäischer Mächte war
Weltumsegelung Vollständige Reise um die Erde, bei der zum Ausgangsraum zurückgekehrt wird
Eurozentrismus Deutung der Welt, die europäische Erfahrungen und Interessen als allgemeinen Mittelpunkt setzt
Multiperspektivität Historische Analyse, die unterschiedliche Standpunkte und Handlungsmöglichkeiten berücksichtigt
Quellenkritik Methodische Prüfung von Entstehung, Perspektive, Absicht, Aussagewert und Grenzen einer Quelle
Erinnerungskultur Gesellschaftlicher Umgang mit Vergangenheit in Denkmälern, Medien, Ritualen und Debatten


Quellen und Literaturhinweise

  1. Antonio Pigafetta: Bericht über die erste Reise um die Welt. Zentrale zeitgenössische Quelle, in mehreren Handschriften und Übersetzungen überliefert.
  2. Ferdinand Magellan: Der deutschsprachige Wikipedia-Artikel bietet einen ausführlichen Überblick mit Literatur- und Einzelnachweisen.
  3. Magellan-Expedition: Der Überblick zur gesamten Unternehmung hilft, die wechselnden Führungen und Schicksale der fünf Schiffe nachzuvollziehen.
  4. Juan Sebastián Elcano: Der Artikel ergänzt die Perspektive auf die Rückfahrt der Victoria.
  5. Lapu-Lapu und Schlacht von Mactan: Diese Themen ermöglichen eine philippinische und konflikthistorische Vertiefung.
  6. Vertrag von Tordesillas und Vertrag von Saragossa: Beide Verträge verdeutlichen die rechtlichen und geopolitischen Ansprüche der iberischen Kronen.
  7. Library of Congress: Journal of Magellan's Voyage: Digitalisat eines um 1525 entstandenen Pigafetta-Manuskripts.
  8. ARD alpha: Ferdinand Magellan und die Magellanstraße: Überblick für die historische Einordnung.
  9. Wikimedia Commons: Magellan-Elcano circumnavigation: Freie Karten, Bilder und Dokumente zur Expedition.
  1. Wikipedia: Ferdinand Magellan, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. Library of Congress: Journal of Magellan's Voyage, abgerufen am 24. Juli 2026.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Hauptziel hatte Magellans Expedition bei ihrem Aufbruch? (Einen westlichen Seeweg zu den Molukken zu finden) (!Die Antarktis zu kartieren) (!Eine dauerhafte Kolonie in Brasilien zu gründen) (!Die Kugelgestalt der Erde erstmals theoretisch zu beweisen)




Unter welcher Krone segelte der Portugiese Magellan 1519? (Unter der kastilischen Krone) (!Unter der französischen Krone) (!Unter der englischen Krone) (!Unter der osmanischen Krone)




Welches Schiff vollendete 1522 die erste historisch belegte Weltumsegelung? (Victoria) (!Trinidad) (!Santiago) (!San Antonio)




Wer führte die Victoria auf dem letzten Abschnitt zurück nach Spanien? (Juan Sebastián Elcano) (!Antonio Pigafetta) (!Rui Faleiro) (!Lapu-Lapu)




Wo starb Ferdinand Magellan im April 1521? (Auf Mactan) (!Auf Guam) (!Auf Teneriffa) (!Auf den Kapverden)




Welche Quelle ist für viele Einzelheiten der Expedition besonders wichtig? (Der Reisebericht Antonio Pigafettas) (!Ein Film aus dem Jahr 1520) (!Ein Logbuch Christoph Kolumbus) (!Ein Brief Vasco da Gamas aus Japan)




Welche Meeresstraße durchfuhr die Expedition 1520? (Die später nach Magellan benannte Meeresstraße) (!Die Straße von Gibraltar) (!Die Beringstraße) (!Die Straße von Hormus)




Warum ist die Bezeichnung Magellans als alleiniger erster Weltumsegler ungenau? (Er starb vor Abschluss der Reise) (!Er verließ die Flotte bereits auf den Kanaren) (!Er segelte ausschließlich im Atlantik) (!Er kehrte mit der San Antonio nach Spanien zurück)




Welcher wirtschaftliche Faktor trieb die Expedition wesentlich an? (Der profitable Gewürzhandel) (!Der Export europäischer Kohle) (!Der Handel mit Erdöl) (!Der Bau transkontinentaler Eisenbahnen)




Was ist bei Historienbildern von Magellans Tod besonders zu beachten? (Sie entstanden meist lange nach dem Ereignis) (!Sie wurden von Pigafetta fotografiert) (!Sie zeigen immer dieselbe Perspektive) (!Sie sind genaue technische Schlachtpläne)





Memory

Ferdinand Magellan Leitung bis Mactan
Juan Sebastián Elcano Rückfahrt der Victoria
Antonio Pigafetta Reisebericht
Lapu-Lapu Widerstand auf Mactan
Molukken Gewürznelken
Trinidad Flaggschiff
Magellanstraße Passage zum Pazifik
Tordesillas Globale Demarkationslinie





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Sanlúcar de Barrameda Atlantikaufbruch
Puerto San Julián Überwinterung und Meuterei
Magellanstraße Durchfahrt nach Westen
Mactan Tod des Expeditionsleiters
Sevilla Rückkehr der Victoria






Kreuzworträtsel

Magellan Welcher portugiesische Seefahrer leitete die Expedition bis zu seinem Tod?
Victoria Welches Schiff vollendete die Weltumsegelung?
Pazifik Welchen Ozean überquerte die Expedition nach der Durchfahrt durch Südamerika?
Pigafetta Welcher Chronist verfasste den wichtigsten Reisebericht?
Mactan Auf welcher Insel starb Magellan?
Molukken Welche Inselgruppe war das wirtschaftliche Hauptziel?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Ferdinand Magellan stammte aus

. Seine Expedition segelte im Auftrag der

Krone. Das wirtschaftliche Hauptziel waren die

. Die Flotte bestand zu Beginn aus fünf

. Das Flaggschiff trug den Namen

. Im Jahr 1520 durchquerte die Expedition die später so genannte

. Den westlich davon liegenden Ozean nannte Magellan

. Der wichtigste erhaltene Reisebericht stammt von Antonio

. Magellan starb 1521 auf der Insel

. Die Rückfahrt der Victoria leitete Juan Sebastián

. Im September 1522 erreichte das Schiff wieder

. Die Reise gilt als erste historisch belegte

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste gestalten: Erstelle eine illustrierte Zeitleiste mit mindestens acht Stationen der Expedition. Kennzeichne Ereignis, Ort, Datum und beteiligte Personen.
  2. Route kartieren: Übertrage die Route auf eine stumme Weltkarte. Markiere Atlantik, Magellanstraße, Pazifik, Guam, Philippinen, Molukken, Kap der Guten Hoffnung und Spanien.
  3. Begriffskarte entwickeln: Verbinde die Begriffe Gewürzhandel, Tordesillas, Molukken, Weltumsegelung, Kolonialismus und Quellenkritik durch beschriftete Pfeile.
  4. Historienbild untersuchen: Wähle ein Bild aus diesem aiMOOC und beschreibe Motiv, Entstehungszeit, Perspektive und mögliche Wirkung.


Standard

  1. Pigafetta analysieren: Suche einen kurzen Auszug aus Pigafettas Bericht und untersuche Autor, Situation, Adressaten, Sprache, Wertungen und Aussagegrenzen.
  2. Historischer Podcast: Produziere eine fünfminütige Audiofolge mit den Rollen Moderation, Pigafetta, Elcano und einer heutigen Historikerin oder einem heutigen Historiker.
  3. Mactan multiperspektivisch erzählen: Verfasse zwei kurze Darstellungen der Schlacht von Mactan, eine aus Sicht eines Expeditionsteilnehmers und eine aus Sicht eines Kämpfers Lapu-Lapus. Kennzeichne erfundene Elemente.
  4. Mini-Ausstellung planen: Entwirf fünf Ausstellungstafeln unter dem Titel „Erkundung, Handel und Gewalt“. Jede Tafel soll ein Objekt, eine Leitfrage und einen Erklärungstext enthalten.


Schwer

  1. Forschungsdebatte vergleichen: Vergleiche drei neuere Darstellungen der Expedition. Untersuche, wie sie Magellan, Elcano, Lapu-Lapu und indigene Gesellschaften gewichten.
  2. Digitale Quellenedition: Erstelle eine kommentierte digitale Edition einer Seite aus einem Pigafetta-Manuskript mit Transkription, Übersetzungshinweisen, Sachkommentaren und Metadaten.
  3. Denkmaldebatte führen: Entwickle ein Konzept für einen gemeinsamen Erinnerungsort zu Magellan und Lapu-Lapu. Begründe Symbolik, Inschriften, Mehrsprachigkeit und Umgang mit kolonialer Gewalt.
  4. Transferessay schreiben: Prüfe in einem wissenschaftlich aufgebauten Essay die These, die Expedition habe „die Globalisierung begonnen“. Definiere Globalisierung, unterscheide Symbol- und Strukturwirkung und beziehe Gegenargumente ein.




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Lernkontrolle

  1. Ursachennetz analysieren: Erkläre, wie Gewürzhandel, portugiesisch-kastilische Konkurrenz, nautisches Wissen und persönliche Karriereinteressen gemeinsam zur Expedition führten. Stelle keine bloße Liste her, sondern gewichte die Faktoren.
  2. Heldennarrativ prüfen: Beurteile die Aussage „Magellan umrundete als erster Mensch die Erde“. Formuliere ein Sachurteil und ein davon getrenntes Werturteil.
  3. Quelle und Darstellung vergleichen: Vergleiche einen Abschnitt aus Pigafettas Bericht mit einem Historienbild des 19. Jahrhunderts. Zeige, welche unterschiedlichen Erkenntnisse und Verzerrungsrisiken beide Medien bieten.
  4. Begegnung auf Guam deuten: Entwickle mindestens zwei plausible Deutungen des Konflikts um Eigentum und Tausch. Erkläre, weshalb europäische Begriffe allein nicht ausreichen.
  5. Handel und Gewalt verknüpfen: Untersuche, an welchen Stationen wirtschaftliche Ziele in politische Einflussnahme, Missionierung oder militärische Gewalt übergingen.
  6. Alternativverlauf reflektieren: Entwirf ein begrenztes Szenario für den Fall, dass Magellan Mactan überlebt hätte. Trenne belegbare Rahmenbedingungen von Spekulationen.
  7. Kartografische Perspektive bewerten: Vergleiche eine Weltkarte des 16. Jahrhunderts mit einer modernen Routenkarte. Erkläre, wie Auswahl, Projektion und Benennung historische Deutungen beeinflussen.
  8. Jubiläumskonzept entwickeln: Plane ein wissenschaftlich verantwortetes Jubiläumsprogramm, das nautische Leistung, kollektive Beteiligung, lokale Handlungsmacht und koloniale Gewalt gleichermaßen berücksichtigt.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Sachkompetenz: Du ordnest die Expedition korrekt in die Frühe Neuzeit, den Gewürzhandel und die Konkurrenz zwischen Portugal und Kastilien ein.
  2. Chronologie: Du rekonstruierst die wichtigsten Stationen von 1519 bis 1522 und unterscheidest Magellans Führung von Elcanos Rückfahrt.
  3. Raumkompetenz: Du erklärst die Route anhand einer Karte und beschreibst die Bedeutung von Atlantik, Magellanstraße, Pazifik, Molukken und Kap der Guten Hoffnung.
  4. Methodenkompetenz: Du analysierst mindestens eine Textquelle und eine Bild- oder Kartenquelle nach nachvollziehbaren Kriterien.
  5. Multiperspektivität: Du berücksichtigst europäische und außereuropäische Akteure und vermeidest eine ausschließlich eurozentrische Erzählung.
  6. Urteilskompetenz: Du entwickelst ein begründetes Urteil zur historischen Bedeutung der Expedition und trennst Sachurteil, Werturteil und Gegenwartsbezug.
  7. Belegpraxis: Du verwendest überprüfbare Quellen, kennzeichnest direkte und indirekte Übernahmen und führst Literaturangaben einheitlich auf.
  8. Reflexion: Du benennst Unsicherheiten der Überlieferung und erklärst, weshalb spätere Bilder, Denkmäler und Jubiläen keine neutralen Abbilder der Vergangenheit sind.

Ein möglicher Lernnachweis ist ein Portfolio aus kommentierter Karte, Quellenanalyse, kurzer Forschungsdiskussion und eigenem Urteil. Für ein Studienseminar kann zusätzlich ein Essay mit wissenschaftlichem Apparat oder eine digitale Ausstellung verlangt werden.




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