Fallanalyse in der Ethik - Ethik


Fallanalyse in der Ethik - Ethik
Fallanalyse in der Ethik - Ethik

Einleitung
Eine Fallanalyse in der Ethik untersucht eine konkrete Entscheidungssituation. Du klärst den Sachverhalt, nimmst verschiedene Perspektiven ein, erkennst Werte- und Normenkonflikte und entwickelst ein begründetes moralisches Urteil. Entscheidend ist nicht nur, was Du denkst, sondern warum Deine Begründung nachvollziehbar ist.
Eine Fallanalyse liefert selten eine einfache Musterlösung. Sie hilft Dir, zwischen Tatsachen, Vermutungen und Bewertungen zu unterscheiden, Argumente zu prüfen und Verantwortung für ein Urteil zu übernehmen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du einen ethischen Fall strukturiert beschreiben, Betroffene und Interessen erkennen, Handlungsoptionen vergleichen, unterschiedliche Ethikansätze anwenden und ein begründetes Urteil formulieren.
| Kompetenz | Das kannst Du zeigen |
|---|---|
| Wahrnehmen | Du trennst Beobachtung, Vermutung und Bewertung. |
| Perspektiven übernehmen | Du beschreibst Interessen, Bedürfnisse und mögliche Folgen für Betroffene. |
| Argumentieren | Du begründest Aussagen und prüfst Gegenargumente. |
| Urteilen | Du wägest Werte, Normen, Rechte, Pflichten und Folgen ab. |
| Handeln | Du entwickelst verantwortbare und umsetzbare Lösungen. |
Was ist ein ethischer Fall?
Ein ethischer Fall ist eine Situation, in der eine Entscheidung moralisch bedeutsam ist. Betroffen sind zum Beispiel Menschenwürde, Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung, Fürsorge, Wahrhaftigkeit oder Solidarität.
Nicht jedes Problem ist ein ethisches Problem. Die Frage „Welcher Bus fährt zuerst?“ ist zunächst sachlich. Die Frage „Wer soll den letzten freien Sitzplatz bekommen?“ kann ethisch werden, sobald Bedürfnisse, Rechte und Fairness miteinander abgewogen werden.

Moral, Ethik, Werte und Normen
| Begriff | Kurzbedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Moral | Gelebte Vorstellungen von richtigem und falschem Handeln | „Man hilft einer verletzten Person.“ |
| Ethik | Begründetes Nachdenken über Moral | „Warum besteht eine Pflicht zu helfen?“ |
| Wert | Orientierung, die als wichtig gilt | Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit |
| Norm | Konkrete Handlungsregel | „Behandle andere respektvoll.“ |
| Gewissen | Innere Prüfung des eigenen Handelns | Zweifel nach einer unfairen Entscheidung |
Ethischer Konflikt und Dilemma
Ein ethischer Konflikt entsteht, wenn moralisch bedeutsame Ziele miteinander konkurrieren. Ein ethisches Dilemma liegt im strengen Sinn vor, wenn sich starke moralische Forderungen widersprechen und keine Möglichkeit alle Forderungen erfüllt. Im Unterricht werden auch schwierige, aber möglicherweise lösbare Wertkonflikte häufig als Dilemma bezeichnet.
Beispiel: Du hast Vertraulichkeit versprochen, erfährst aber, dass eine Person ernsthaft gefährdet sein könnte. Hier geraten Vertrauen und Schutz in Konflikt.

Die Methode der Fallanalyse
Eine gute Fallanalyse folgt einer klaren Reihenfolge. So vermeidest Du vorschnelle Urteile.
| Schritt | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Sachverhalt klären | Was ist sicher bekannt, was bleibt unklar? | Neutrale Fallbeschreibung |
| 2. Betroffene bestimmen | Wer handelt, wer trägt Folgen, wer hat Rechte? | Perspektivenübersicht |
| 3. Konflikt benennen | Welche Werte, Normen oder Interessen stehen gegeneinander? | Ethische Kernfrage |
| 4. Optionen entwickeln | Welche realistischen Handlungen sind möglich? | Mehrere Alternativen |
| 5. Maßstäbe anwenden | Was sagen Pflichten, Folgen, Tugenden, Fürsorge und Gerechtigkeit? | Geprüfte Argumente |
| 6. Abwägen | Welche Gründe wiegen besonders schwer? | Begründete Gewichtung |
| 7. Urteil formulieren | Welche Option ist am besten vertretbar? | Entscheidung mit Begründung |
| 8. Urteil überprüfen | Welche Einwände, Unsicherheiten und Nebenfolgen bleiben? | Reflektiertes Schlussurteil |
Schritt 1: Den Sachverhalt klären
Formuliere zunächst ohne Wertung, was geschehen ist. Trenne drei Ebenen:
| Ebene | Beispiel |
|---|---|
| Beobachtung | „Eine Nachricht wurde an die ganze Klasse weitergeleitet.“ |
| Vermutung | „Die sendende Person wollte jemanden bloßstellen.“ |
| Bewertung | „Das Weiterleiten war respektlos.“ |
Prüfe außerdem Quellen, Zeitablauf, Regeln und fehlende Informationen. Ein moralisches Urteil ist schwach, wenn es auf ungeprüften Behauptungen beruht.
Schritt 2: Perspektiven und Betroffene
Frage nicht nur nach der handelnden Person. Berücksichtige direkt und indirekt Betroffene, Machtunterschiede und Personen, die ihre Interessen nicht selbst vertreten können.
- Perspektivwechsel: Was erlebt die jeweilige Person?
- Interesse: Was möchte sie erreichen oder vermeiden?
- Bedürfnis: Was braucht sie für Schutz, Anerkennung oder Teilhabe?
- Recht: Welche Ansprüche müssen respektiert werden?
- Verantwortung: Wer kann die Situation beeinflussen?

Schritt 3: Die ethische Kernfrage
Eine gute Kernfrage ist offen, konkret und entscheidungsbezogen. Sie beginnt häufig mit:
Soll eine Person ...? Darf man ...? Ist es gerechtfertigt, ...? Welche Handlung ist unter diesen Umständen verantwortbar?
Schwach ist die Frage „Wer ist schuld?“, wenn sie nur verurteilt. Stärker ist: „Wie sollte gehandelt werden, damit Schutz, Fairness und Verantwortung möglichst gut berücksichtigt werden?“
Schritt 4: Handlungsoptionen entwickeln
Vergleiche nicht nur „tun“ und „nichts tun“. Suche mindestens drei realistische Möglichkeiten. Dazu können ein Gespräch, eine Vermittlung, eine anonyme Beratung, eine Regeländerung oder eine Kombination mehrerer Schritte gehören.
Bewerte jede Option nach Umsetzbarkeit, Risiken, betroffenen Rechten und möglichen Nebenfolgen. Eine unrealistische Ideallösung ist noch kein gutes Urteil.
Schritt 5: Ethische Maßstäbe anwenden
Verschiedene Ethikansätze richten den Blick auf unterschiedliche Aspekte. Sie sind Prüfwerkzeuge, keine automatischen Antwortmaschinen.
| Ansatz | Leitfrage | Stärke | Mögliche Grenze |
|---|---|---|---|
| Pflichtethik | Welche Pflicht, Regel oder welches Recht muss gelten? | Schützt Personen und unverfügbare Rechte | Kann Folgen zu wenig beachten |
| Folgenethik | Welche Option bringt insgesamt die besten Folgen? | Berücksichtigt Nutzen und Schaden für viele | Minderheiten können benachteiligt werden |
| Tugendethik | Wie würde eine gerechte, mutige und besonnene Person handeln? | Verbindet Handlung und Charakter | Tugenden können unterschiedlich gedeutet werden |
| Fürsorgeethik | Welche Beziehungen, Abhängigkeiten und Bedürfnisse sind wichtig? | Nimmt Verletzlichkeit und Nähe ernst | Kann allgemeine Regeln weniger betonen |
| Gerechtigkeitstheorie | Ist die Lösung fair und auch für Benachteiligte vertretbar? | Prüft Verteilung, Gleichheit und Teilhabe | Verschiedene Gerechtigkeitsbegriffe konkurrieren |
| Verantwortungsethik | Welche vorhersehbaren Folgen muss die handelnde Person verantworten? | Verbindet Entscheidung und Verantwortung | Fernfolgen bleiben oft unsicher |
Pflichtethik
Die Pflichtethik fragt, ob eine Handlung aus einer begründbaren Regel folgt und die Würde anderer achtet. Bei Immanuel Kant ist wichtig, Menschen niemals bloß als Mittel zu benutzen.

Folgenethik
Die Folgenethik bewertet erwartbare Auswirkungen. Im Utilitarismus gilt eine Handlung als richtig, wenn sie das Wohlergehen aller Betroffenen insgesamt möglichst stark fördert. Dabei müssen Vorteile, Schäden, Wahrscheinlichkeiten und die Verteilung der Folgen geprüft werden.

Tugendethik
Die Tugendethik fragt nach Haltungen, die ein gutes und verantwortliches Leben ermöglichen. Bei Aristoteles gehören etwa Gerechtigkeit, Mut, Besonnenheit und Klugheit zu wichtigen Tugenden. Im Fall prüfst Du, welche Haltung die Situation verlangt.

Ansätze vergleichen
Dass verschiedene Ansätze zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, ist kein Fehler der Fallanalyse. Die Unterschiede machen sichtbar, welche Gründe hinter einem Urteil stehen.
Schritt 6: Abwägen statt aufzählen
Eine Abwägung erklärt, warum ein Argument stärker oder schwächer ist. Mögliche Prüffragen sind:
- Relevanz: Bezieht sich das Argument wirklich auf die Kernfrage?
- Gewicht: Geht es um Bequemlichkeit oder um ein grundlegendes Recht?
- Wahrscheinlichkeit: Wie sicher sind die erwarteten Folgen?
- Reversibilität: Kann ein Schaden rückgängig gemacht werden?
- Verhältnismäßigkeit: Ist der Eingriff angemessen?
- Verallgemeinerbarkeit: Wäre die Regel auch in vergleichbaren Fällen vertretbar?
- Fairness: Werden Lasten und Chancen gerecht verteilt?

Schritt 7: Das Urteil begründen
Ein tragfähiges Urteil enthält fünf Bausteine:
| Baustein | Formulierungshilfe |
|---|---|
| Entscheidung | „Ich halte Option B für am besten vertretbar.“ |
| Hauptgrund | „Sie schützt besonders das Recht auf ...“ |
| Abwägung | „Zwar spricht ... für Option A, stärker wiegt jedoch ...“ |
| Bedingung | „Das gilt, sofern ...“ |
| Grenze | „Unsicher bleibt ...“ |
Ein Urteil darf vorläufig sein. Neue Informationen können eine Revision verlangen.
Schritt 8: Gegenargumente und Selbstprüfung
Prüfe Dein Urteil aus einer Gegenposition. Frage, ob Du Fakten ausgelassen, Betroffene übersehen oder den bevorzugten Ansatz zu einseitig angewendet hast. Gute ethische Urteile zeigen Grenzen und Unsicherheiten offen.

Argumentieren in der Fallanalyse
Ein moralisches Argument verbindet eine Behauptung mit einem Grund. Es sollte sachlich, verständlich und prüfbar sein.
| Element | Beispiel |
|---|---|
| These | „Die Nachricht sollte gelöscht werden.“ |
| Begründung | „Die betroffene Person hat ein Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre.“ |
| Beleg | „Sie hat der Veröffentlichung nicht zugestimmt.“ |
| Folgerung | „Deshalb überwiegt der Schutz gegenüber dem Unterhaltungsinteresse der Gruppe.“ |
| Einwand | „Allerdings könnte das Löschen Beweise vernichten.“ |
| Antwort | „Darum sollte die Nachricht zuerst gesichert und dann aus der Gruppe entfernt werden.“ |
Häufige Argumentationsfehler
| Fehler | Problem | Verbesserung |
|---|---|---|
| Bauchgefühl als einziger Grund | Das Urteil bleibt privat und nicht prüfbar. | Nenne Werte, Rechte, Folgen oder Pflichten. |
| Mehrheitsargument | Viele Zustimmungen machen eine Handlung nicht automatisch richtig. | Prüfe Minderheitenrechte und Gegenargumente. |
| Persönlicher Angriff | Die Person ersetzt die Prüfung des Arguments. | Bewerte Gründe statt Eigenschaften. |
| Falsches Dilemma | Nur zwei Möglichkeiten werden zugelassen. | Entwickle weitere realistische Optionen. |
| Sichere Vorhersage | Unsichere Folgen werden als gewiss dargestellt. | Benenne Wahrscheinlichkeiten und Alternativen. |
Beispielanalyse: Ein Foto im Klassenchat
Fall: Bei einer Schulveranstaltung entsteht ein peinliches Foto von Alex. Ohne Zustimmung wird es im Klassenchat geteilt. Einige reagieren mit lachenden Emojis. Sam ist mit der Person befreundet, die das Bild geteilt hat. Alex bittet Sam, das Bild zu melden. Sam fürchtet Streit und den Ausschluss aus der Gruppe.
Sachverhalt und offene Fragen
Sicher ist: Das Foto wurde ohne erkennbare Zustimmung geteilt, Alex möchte eine Meldung, und Sam erlebt einen Loyalitätskonflikt. Offen ist unter anderem, wer das Bild gespeichert hat, ob eine akute Gefährdung besteht und welche schulischen Meldewege verfügbar sind.
Betroffene und Werte
| Betroffene Person oder Gruppe | Mögliche Interessen | Berührte Werte und Rechte |
|---|---|---|
| Alex | Schutz, Kontrolle über das Bild, Respekt | Privatsphäre, Würde, Sicherheit |
| Sam | Freundschaft, Zugehörigkeit, verantwortliches Handeln | Loyalität, Mut, Verantwortung |
| Teilende Person | Anerkennung, Spaß, Vermeidung von Konsequenzen | Freiheit, Verantwortung, Fairness |
| Klasse | Gruppenklima, klare Regeln | Respekt, Vertrauen, Gerechtigkeit |
| Schule | Schutzauftrag und Konfliktklärung | Fürsorge, Verhältnismäßigkeit |
Kernfrage und Optionen
Kernfrage: Wie sollte Sam handeln, damit Alex wirksam geschützt wird, ohne unnötig zu eskalieren?
| Option | Chancen | Risiken |
|---|---|---|
| Nichts tun | Kurzfristig kein Streit | Verletzung kann fortbestehen; Schutz bleibt aus |
| Privat um Löschung bitten | Direkte, geringe Eskalation | Reicht möglicherweise nicht; Beweise können verschwinden |
| Bild sichern, Löschung fordern und Alex unterstützen | Schutz und Nachweis werden verbunden | Konflikt mit der teilenden Person |
| Vertrauensperson oder Schule einbeziehen | Zusätzliche Unterstützung und klare Verfahren | Betroffene können Kontrollverlust empfinden |
| Gemeinsam mit Alex einen abgestuften Plan wählen | Selbstbestimmung und Schutz werden verbunden | Benötigt Zeit und verlässliche Unterstützung |
Prüfung durch Ethikansätze
Die Pflichtethik betont Alex’ Würde und das Recht, nicht bloßgestellt zu werden. Die Folgenethik vergleicht erwartbare Schäden und den Nutzen verschiedener Reaktionen. Die Tugendethik fragt nach Mut, Besonnenheit und Gerechtigkeit. Die Fürsorgeethik nimmt Alex’ Verletzlichkeit und Sams Beziehungspflichten ernst. Eine Gerechtigkeitsperspektive verlangt Regeln, die auch schwächere Gruppenmitglieder schützen.
Mögliches Urteil
Am besten vertretbar erscheint ein abgestuftes Vorgehen mit Alex: Beweise sichern, die weitere Verbreitung stoppen, die Löschung verlangen und bei fehlender Reaktion eine vertrauenswürdige erwachsene Person einbeziehen. Die Loyalität zur Freundschaft wiegt weniger schwer als der Schutz vor fortgesetzter Bloßstellung. Alex sollte möglichst an den nächsten Schritten beteiligt bleiben. Das Urteil kann sich ändern, wenn eine akute Gefahr oder weitere Verbreitung bekannt wird.
Umgang mit sensiblen Fällen
Reale Fälle können Gewalt, Diskriminierung, Selbstgefährdung, Krankheit oder familiäre Krisen betreffen. Der Unterricht darf keine Therapie und keine Ermittlung ersetzen. Persönliche Erfahrungen müssen nicht offengelegt werden. Bei möglicher Gefährdung gelten schulische Schutzwege; vertraue Dich einer geeigneten erwachsenen Person oder einer zuständigen Beratungsstelle an.
Für Lernaufgaben eignen sich anonymisierte oder erfundene Fälle. Respektiere Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und die Grenzen betroffener Personen.
Checkliste für Deine Fallanalyse
| Prüffrage | Erledigt |
|---|---|
| Habe ich Fakten, Vermutungen und Bewertungen getrennt? | □ |
| Habe ich alle wichtigen Betroffenen berücksichtigt? | □ |
| Ist die ethische Kernfrage klar? | □ |
| Habe ich mehrere realistische Optionen entwickelt? | □ |
| Habe ich mindestens zwei Ethikansätze angewendet? | □ |
| Habe ich Rechte, Pflichten, Folgen und Machtunterschiede geprüft? | □ |
| Habe ich ein Gegenargument ernst genommen? | □ |
| Ist mein Urteil begründet, verhältnismäßig und überprüfbar? | □ |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was steht am Anfang einer ethischen Fallanalyse? (Den Sachverhalt möglichst wertfrei klären) (!Sofort die beliebteste Lösung wählen) (!Nur die Gefühle der handelnden Person beschreiben) (!Zuerst eine Philosophin oder einen Philosophen zitieren)
Wann liegt ein ethisches Dilemma im strengen Sinn vor? (Wenn starke moralische Forderungen unauflösbar miteinander kollidieren) (!Wenn eine Aufgabe viel Zeit benötigt) (!Wenn zwei Personen unterschiedliche Hobbys haben) (!Wenn eine Regel unbekannt ist)
Warum werden Betroffene und ihre Perspektiven untersucht? (Damit Interessen Rechte Bedürfnisse und Folgen sichtbar werden) (!Damit die Mehrheit automatisch gewinnt) (!Damit persönliche Angriffe leichter werden) (!Damit Fakten durch Gefühle ersetzt werden)
Welche Leitfrage passt zur Pflichtethik? (Welche Pflicht oder welches Recht muss geachtet werden) (!Welche Lösung ist am unterhaltsamsten) (!Welche Meinung ist am häufigsten) (!Welche Option ist am bequemsten)
Worauf richtet die Folgenethik besondere Aufmerksamkeit? (Auf erwartbare Vorteile Schäden und deren Verteilung) (!Nur auf die Absicht einer einzigen Person) (!Nur auf alte Traditionen) (!Auf die Länge einer Begründung)
Was fragt die Tugendethik? (Welche Haltung eine gute und verantwortliche Person zeigen sollte) (!Welche Handlung gesetzlich am teuersten ist) (!Welche Person den größten Einfluss besitzt) (!Welche Entscheidung am schnellsten getroffen wird)
Was gehört zu einem tragfähigen moralischen Argument? (Eine These mit nachvollziehbarer Begründung) (!Eine Behauptung ohne Grund) (!Ein Angriff auf die Gegenperson) (!Ein Hinweis auf die Mehrheit als einziger Beleg)
Welche Aussage ist eine Bewertung? (Das Weiterleiten war unfair) (!Die Nachricht wurde um acht Uhr gesendet) (!Drei Personen erhielten die Nachricht) (!Das Bild war eine Datei)
Was macht eine gute Abwägung aus? (Sie erklärt warum bestimmte Gründe stärker wiegen) (!Sie zählt nur möglichst viele Begriffe auf) (!Sie verschweigt alle Gegenargumente) (!Sie erklärt jede Folge für sicher)
Warum kann ein ethisches Urteil vorläufig sein? (Neue Informationen können die Bewertung verändern) (!Moralische Gründe sind grundsätzlich bedeutungslos) (!Jede Meinung ist automatisch gleich gut) (!Eine Begründung darf nie überprüft werden)
Memory
| Sachverhalt | Möglichst wertfreie Beschreibung des Geschehens |
| Betroffene | Personen oder Gruppen mit berührten Interessen |
| Handlungsoption | Realistische Möglichkeit des Tuns oder Unterlassens |
| Wertkonflikt | Spannung zwischen wichtigen moralischen Orientierungen |
| Pflichtethik | Prüfung von Regeln Rechten und Pflichten |
| Folgenethik | Vergleich erwartbarer Vorteile und Schäden |
| Tugendethik | Prüfung guter Haltungen und Charaktereigenschaften |
| Abwägung | Begründete Gewichtung konkurrierender Argumente |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Sachverhalt klären | Fakten von Vermutungen und Bewertungen trennen |
| Perspektiven erfassen | Betroffene Interessen Bedürfnisse und Rechte bestimmen |
| Konflikt formulieren | Die ethische Kernfrage herausarbeiten |
| Optionen prüfen | Pflichten Folgen Tugenden und Fürsorge anwenden |
| Urteil begründen | Abwägen entscheiden und Einwände berücksichtigen |
Kreuzworträtsel
| Moral | Wie heißt die Gesamtheit gelebter Vorstellungen von richtigem und falschem Handeln? |
| Normen | Wie heißen konkrete Regeln für das Handeln? |
| Folgen | Was untersucht der Utilitarismus besonders? |
| Tugend | Wie heißt eine gute eingeübte Haltung? |
| Perspektive | Was wechselst Du, um einen Fall aus Sicht anderer zu betrachten? |
| Dilemma | Wie heißt ein Konflikt zwischen unvereinbaren moralischen Forderungen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fallkarte: Erfinde einen kurzen Schulfall mit zwei möglichen Handlungen und einer klaren ethischen Frage.
- Perspektivenspiegel: Beschreibe denselben Konflikt aus der Sicht von drei betroffenen Personen.
- Werteplakat: Gestalte ein Plakat zu fünf Werten, die in Deiner Klasse wichtig sind, und ergänze je eine passende Norm.
- Argumente sortieren: Sammle zu einem Fall Beobachtungen, Vermutungen und Bewertungen auf getrennten Karten.
Standard
- Dilemmagespräch: Führt ein strukturiertes Klassengespräch durch, in dem jede Position mit mindestens einem moralischen Grund vertreten wird.
- Ethikvergleich: Analysiere einen Fall einmal pflichtethisch und einmal folgenethisch und markiere Unterschiede im Ergebnis.
- Podcast zur Fallanalyse: Produziere eine kurze Audiofolge mit Fallbeschreibung, zwei Positionen, Abwägung und Urteil.
- Fotoethik: Entwickle mit Deiner Lerngruppe Regeln für verantwortliches Fotografieren und Teilen von Bildern im Schulalltag.
Schwer
- Fallkonferenz: Simuliert eine Beratung mit Rollen für Betroffene, Moderation, Pflichtethik, Folgenethik, Tugendethik und Fürsorgeethik.
- Urteilsrevision: Schreibe ein begründetes Urteil und verändere anschließend eine wichtige Fallinformation. Erkläre, ob und warum sich Dein Urteil ändert.
- Ethikinterview: Befrage eine geeignete Fachperson zu Entscheidungswegen in ihrem Beruf und werte die Antworten nach ethischen Maßstäben aus.
- Erklärvideo Fallanalyse: Erstellt ein Video, das die acht Schritte an einem selbst entwickelten Fall erklärt und ein starkes Gegenargument einbaut.


Lernkontrolle
- Transferfall Schulhof: Analysiere einen neuen Konflikt auf dem Schulhof. Trenne Fakten und Bewertungen, formuliere die Kernfrage und begründe eine Handlungsempfehlung.
- Ansatzwechsel: Zeige an einem Fall, wie Pflichtethik, Folgenethik und Tugendethik zu unterschiedlichen Schwerpunkten oder Ergebnissen führen.
- Gegenargument prüfen: Formuliere das stärkste Gegenargument zu Deinem eigenen Urteil und antworte darauf, ohne die Gegenposition abzuwerten.
- Informationslücke: Benenne drei fehlende Informationen, die ein Urteil verändern könnten, und erkläre jeweils ihre Bedeutung.
- Macht und Fairness: Untersuche, wie Machtunterschiede die Interessen und Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen beeinflussen.
- Verhältnismäßigkeit: Entwickle eine abgestufte Lösung und begründe, warum sie weder zu schwach noch unnötig belastend ist.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sollte Deine Fallanalyse Folgendes enthalten:
- Eine sachliche und vollständige Fallbeschreibung
- Eine klare ethische Kernfrage
- Eine Übersicht wichtiger Betroffener und Perspektiven
- Mindestens drei realistische Handlungsoptionen
- Die Anwendung mehrerer ethischer Maßstäbe
- Eine nachvollziehbare Abwägung von Rechten Pflichten Folgen Tugenden und Fürsorge
- Ein begründetes Urteil mit Bedingung oder Grenze
- Ein ernst genommenes Gegenargument
- Einen reflektierten Umgang mit Unsicherheiten und neuen Informationen
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