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Fahrrad-Führerschein

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Fahrrad-Führerschein




Einleitung

Der Fahrrad-Führerschein – meistens Radfahrprüfung genannt – gehört für viele Kinder zur Verkehrserziehung in der Grundschule. Du lernst dabei nicht nur Verkehrszeichen auswendig. Viel wichtiger ist, dass Du Dein Fahrrad sicher beherrschst, Gefahren früh erkennst, Rücksicht nimmst und Regeln richtig anwendest.

Die Radfahrausbildung findet häufig in der 3. und 4. Klasse statt und besteht meist aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Wie genau geübt und geprüft wird, kann sich von Schule zu Schule und von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Wichtig: Der sogenannte Fahrrad-Führerschein ist kein amtlicher Führerschein. Du erhältst dadurch keine besondere Fahrerlaubnis und bist nach der Prüfung auch nicht automatisch für jede Verkehrssituation vorbereitet. Die Prüfung zeigt vielmehr, was Du schon sicher kannst und was Du noch üben solltest.

Dieser aiMOOC erklärt Dir Schritt für Schritt das Wichtigste über das verkehrssichere Fahrrad, den Fahrradhelm, Verkehrsregeln, Verkehrszeichen, Vorfahrt, Ampeln, Abbiegen, Gefahrenstellen, das Verhalten bei Unfällen und die Vorbereitung auf die Radfahrprüfung.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie ein verkehrssicheres Fahrrad ausgestattet ist. Du kannst wichtige Verkehrszeichen erkennen, Vorfahrtsregeln anwenden und weißt, welche Ampel für Dich gilt. Du kannst beschreiben, wie Du sicher anfährst, abbiegst, an Hindernissen vorbeifährst und an Kreuzungen handelst. Außerdem kennst Du typische Gefahren wie den toten Winkel, plötzlich geöffnete Autotüren, schlechte Sicht und rutschige Fahrbahnen.

Besonders wichtig ist, dass Du nicht nur Regeln kennst, sondern sie in echten Situationen richtig anwendest.


Der Fahrrad-Führerschein ist kein amtlicher Führerschein

Die schulische Radfahrprüfung ist eine Lernzielkontrolle. Sie soll Dir zeigen, ob Du wichtige Regeln kennst, Verkehrssituationen einschätzen kannst und Dein Fahrrad sicher beherrschst.

Auch nach einer bestandenen Prüfung gilt: Schwierige Wege solltest Du zuerst gemeinsam mit Erwachsenen üben. Ein unbekannter Schulweg, große Kreuzungen, Baustellen oder dichter Verkehr können ganz andere Anforderungen stellen als ein Übungsplatz.

Merksatz: Eine bestandene Radfahrprüfung bedeutet nicht: „Ich kann jetzt alles.“ Sie bedeutet: „Ich habe viel gelernt und weiß, worauf ich weiter achten muss.“


Das Fahrrad muss zu Dir passen

Ein zu großes oder schlecht eingestelltes Fahrrad ist schwer zu beherrschen. Du solltest den Lenker gut erreichen, die Bremsen sicher bedienen und beim Anhalten einen sicheren Stand finden können. Besonders beim Üben ist es hilfreich, wenn Du Dich nicht strecken oder verrenken musst.

Ein Erwachsener sollte mit Dir prüfen, ob Sattelhöhe, Lenker und Bremshebel zu Deiner Körpergröße und Deinen Händen passen. Reifen müssen genügend Luft haben und dürfen keine sichtbaren Schäden zeigen. Lenker, Sattel und Räder dürfen nicht locker sein.


Das verkehrssichere Fahrrad

Ein Fahrrad, das im öffentlichen Straßenverkehr benutzt wird, braucht bestimmte Sicherheitseinrichtungen. Einige davon sind gesetzlich vorgeschrieben.

Teil Warum ist er wichtig?
Zwei voneinander unabhängige Bremsen Du musst das Fahrrad sicher abbremsen können, auch wenn eine Bremse ausfällt.
Helltönende Klingel Du kannst andere rechtzeitig warnen, ohne sie zu erschrecken oder anzuschreien.
Weißer Scheinwerfer vorne Du siehst den Weg und wirst von vorne erkannt.
Weißer Rückstrahler vorne Er wirft Licht anderer Fahrzeuge zurück.
Rotes Rücklicht hinten Andere sehen Dich von hinten.
Roter Rückstrahler hinten Er macht das Fahrrad auch sichtbar, wenn das eigene Licht nicht direkt auffällt.
Gelbe Rückstrahler an den Pedalen Die Bewegung Deiner Pedale ist im Dunkeln gut zu erkennen.
Seitliche Rückstrahler Reflektierende Reifen, Speichen oder gelbe Speichenrückstrahler machen Dich von der Seite sichtbar.

Bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechter Sicht müssen die vorgeschriebenen Leuchten funktionieren und benutzt werden. Abnehmbare Leuchten müssen dann angebracht sein.


Der Sicherheitscheck vor der Fahrt

Bevor Du losfährst, kannst Du einen kurzen Fahrrad-Check machen. Prüfe, ob Vorder- und Hinterrad fest sitzen, die Reifen genügend Luft haben und die Bremsen greifen. Teste die Klingel. Kontrolliere bei schlechter Sicht zusätzlich Vorderlicht und Rücklicht. Schau außerdem, ob Kette, Pedale, Sattel und Lenker auffällig locker oder beschädigt wirken.

Wenn etwas Wichtiges nicht funktioniert, fährst Du nicht einfach trotzdem los. Bitte einen Erwachsenen um Hilfe und lasse den Fehler zuerst beheben.


Der Fahrradhelm

In Deutschland gibt es für normale Fahrräder keine allgemeine gesetzliche Helmpflicht. Trotzdem gehört ein gut sitzender Fahrradhelm zu Deiner wichtigsten persönlichen Sicherheitsausrüstung. Er kann bei einem Sturz helfen, schwere Kopfverletzungen zu vermeiden.

Der Helm sollte waagerecht auf Deinem Kopf sitzen und die Stirn schützen. Er darf nicht nach hinten geschoben sein. Die Riemen verlaufen seitlich am Ohr vorbei und der Kinnriemen sitzt so, dass der Helm nicht verrutschen kann.

Nach einem starken Aufprall oder Unfall sollte ein Helm ersetzt werden, auch wenn außen nicht sofort ein Schaden zu sehen ist.

Achtung: Einen Fahrradhelm solltest Du beim Radfahren tragen. Beim Klettern auf Spielgeräten gehört er dagegen ab, weil sich die Riemen verfangen können.


Wo dürfen Kinder mit dem Fahrrad fahren?

Für Kinder gelten in Deutschland besondere Regeln für den Gehweg.

Alter Grundregel
Noch nicht 8 Jahre Du musst grundsätzlich den Gehweg benutzen. Einen baulich von der Fahrbahn getrennten Radweg darfst Du ebenfalls benutzen.
8 oder 9 Jahre Du darfst den Gehweg weiterhin benutzen, musst es aber nicht mehr.
Ab 10 Jahren Der Gehweg ist grundsätzlich nicht mehr zum Radfahren da, außer ein Verkehrszeichen erlaubt es.

Begleitet eine geeignete Aufsichtsperson ein Kind, das noch nicht 8 Jahre alt ist, darf diese Person ebenfalls mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren. Die Aufsichtsperson muss mindestens 16 Jahre alt sein.

Auf dem Gehweg haben Menschen zu Fuß Vorrang. Du musst langsam und rücksichtsvoll fahren und darfst niemanden gefährden oder behindern.

Besonders wichtig: Wenn Du auf dem Gehweg fährst und eine Fahrbahn überqueren willst, musst Du für die Überquerung absteigen und schieben.


Radwege erkennen

Ein rundes blaues Schild mit einem weißen Fahrrad kennzeichnet einen Radweg.

Ein gemeinsamer Geh- und Radweg wird von Menschen zu Fuß und Radfahrenden gemeinsam benutzt. Hier musst Du besonders rücksichtsvoll fahren.

Bei einem getrennten Geh- und Radweg zeigt das Schild, auf welcher Seite Du fahren sollst. Bleibe auf dem Bereich mit dem Fahrradsymbol.

Wenn Du auf einem Radweg fährst, gilt weiterhin: aufmerksam bleiben. An Einfahrten, Grundstücksausfahrten und Kreuzungen können andere Fahrzeuge Deinen Weg kreuzen.


Rechts fahren und Abstand halten

Auf Fahrbahnen gilt grundsätzlich das Rechtsfahrgebot. Fahre nicht unnötig weit in der Mitte. Gleichzeitig darfst Du aber nicht so dicht am Rand oder an parkenden Autos fahren, dass es gefährlich wird.

Besonders neben parkenden Autos brauchst Du Abstand. Eine Autotür kann plötzlich geöffnet werden. Achte auch auf Menschen zwischen parkenden Fahrzeugen, die unvermittelt auf die Fahrbahn treten könnten.

Fahre nie absichtlich Schlangenlinien. Freihändig zu fahren ist im öffentlichen Straßenverkehr nicht erlaubt.


Sicher anfahren

Bevor Du vom Fahrbahnrand oder aus einer Einfahrt losfährst, musst Du wissen, was hinter Dir passiert. Ein sicherer Ablauf ist:

Handlung Bedeutung
Umschauen Prüfe mit einem Schulterblick den Verkehr hinter Dir.
Zeichen geben Zeige deutlich an, dass Du losfahren möchtest.
Noch einmal prüfen Vergewissere Dich, dass niemand gefährdet wird.
Anfahren Fahre kontrolliert und halte Deine Spur.

Der Schulterblick ist eine der wichtigsten Übungen für die Radfahrprüfung. Du musst nach hinten schauen können, ohne dabei zur Seite zu fahren.


Handzeichen und Verständigung

Andere Verkehrsteilnehmende können Deine Gedanken nicht lesen. Deshalb musst Du Richtungsänderungen rechtzeitig und deutlich ankündigen. Beim Fahrrad geschieht das meist mit dem Arm als Handzeichen.

Ein Handzeichen bedeutet nicht, dass Du automatisch Vorfahrt hast. Du musst trotzdem prüfen, ob der Weg frei ist.

Während des eigentlichen Abbiegens brauchst Du beide Hände sicher am Lenker. Gib das Handzeichen deshalb rechtzeitig und nimm die Hand wieder an den Lenker, bevor Du die Kurve fährst.


Vorfahrt verstehen

Vorfahrt bedeutet: Wer darf an einer Kreuzung zuerst fahren? Dabei gibt es eine wichtige Reihenfolge:

Polizeizeichen gehen vor Ampeln. Ampeln gehen vor vorfahrtregelnden Verkehrszeichen. Verkehrszeichen gehen vor der allgemeinen Regel „rechts vor links“.

Wenn weder Polizei noch Ampel noch Vorfahrtsschilder die Situation regeln, gilt an vielen Kreuzungen und Einmündungen: rechts vor links.

Das bedeutet: Ein Fahrzeug, das von rechts kommt, darf zuerst fahren.


Vorfahrt gewähren

Dieses dreieckige Schild bedeutet: Du musst den Verkehr auf der bevorrechtigten Straße zuerst fahren lassen.


Stoppschild

Am Stoppschild musst Du wirklich anhalten. Gibt es eine Haltlinie, hältst Du dort. Wenn Du von dort nicht genug sehen kannst, tastest Du Dich vorsichtig weiter vor und hältst gegebenenfalls an der Sichtlinie noch einmal an.


Vorfahrt an der nächsten Kreuzung

Dieses Schild zeigt an, dass Du an der nächsten Kreuzung oder Einmündung Vorfahrt hast. Trotzdem musst Du aufmerksam bleiben.


Vorfahrtstraße

Die gelbe Raute kennzeichnet eine Vorfahrtstraße. Wer auf ihr fährt, hat an Kreuzungen und Einmündungen grundsätzlich Vorfahrt, solange keine andere Regelung gilt.


Rechts vor links richtig anwenden

„Rechts vor links“ gilt nicht einfach überall. Achte zuerst darauf, ob eine Ampel oder ein Verkehrszeichen die Vorfahrt regelt.

Besonders wichtig ist außerdem: Wer aus einem Grundstück, einer Einfahrt, über einen abgesenkten Bordstein oder aus einem verkehrsberuhigten Bereich auf eine Straße fährt, muss besonders vorsichtig sein und andere nicht gefährden. Hier kannst Du Dich nicht einfach auf „rechts vor links“ verlassen.

Merksatz: Erst schauen, ob etwas die Vorfahrt regelt. Nur wenn nichts anderes gilt, denkst Du an „rechts vor links“.


Ampeln

Rot bedeutet Halt. Grün gibt den Verkehr frei. Gelb bedeutet, dass Du vor der Kreuzung auf das nächste Signal warten musst, wenn Du noch sicher anhalten kannst.

Gibt es eine besondere Fahrradampel mit Fahrradsymbol, gilt sie für Dich. Gibt es keine eigene Fahrradampel, musst Du die für Deinen Fahrweg geltende Fahrzeugampel beachten.

Auch bei Grün gilt: Fahre nicht blind los. Prüfe, ob die Kreuzung wirklich frei ist und ob abbiegende Fahrzeuge Deinen Weg kreuzen könnten.


Polizeizeichen

Regelt eine Polizistin oder ein Polizist den Verkehr, sind diese Zeichen wichtiger als Ampeln und Schilder.

Zeigt Dir die Person die Vorderseite oder den Rücken und hält einen oder beide Arme seitlich ausgestreckt, musst Du vor der Kreuzung halten. Verkehr, der von der Seite auf die Person zufährt, darf passieren.

Hebt die Polizeiperson einen Arm nach oben, bedeutet das: Vor der Kreuzung warten und auf das nächste Zeichen achten. Wer bereits in der Kreuzung ist, soll sie räumen.


Rechts abbiegen

Beim Rechtsabbiegen musst Du früh zeigen, was Du vorhast. Schaue vor dem Abbiegen, ob neben oder hinter Dir andere Radfahrende fahren. Achte auf Menschen zu Fuß, die die Straße überqueren.

Ein sicherer Ablauf ist: Verkehr beobachten, Handzeichen geben, Geschwindigkeit anpassen, den Bereich neben Dir prüfen und kontrolliert rechts abbiegen.


Links abbiegen

Linksabbiegen ist anspruchsvoll, weil Du mehrere Dinge gleichzeitig beachten musst.

Beim direkten Linksabbiegen gehören typischerweise diese Schritte zusammen:

Schritt Was Du tust
Schulterblick Du prüfst den Verkehr hinter Dir.
Handzeichen Du zeigst deutlich nach links.
Einordnen Du ordnest Dich sicher zur Fahrbahnmitte ein, wenn die Situation das erlaubt.
Vorfahrt prüfen Du beachtest Schilder, Ampeln und rechts vor links.
Gegenverkehr beachten Entgegenkommende Fahrzeuge musst Du durchfahren lassen.
Nochmals schauen Du prüfst vor dem Abbiegen erneut die Situation.
Abbiegen Du fährst mit beiden Händen am Lenker sicher in die neue Straße.

Es gibt auch das indirekte Linksabbiegen. Dabei fährst Du zunächst geradeaus über die Kreuzung, hältst auf der anderen Seite an einer sicheren Stelle, richtest Dich neu aus und überquerst die Straße erst, wenn es sicher und erlaubt ist. Diese Möglichkeit kann bei schwierigen Kreuzungen für Kinder übersichtlicher sein.


An Hindernissen vorbeifahren

Ein parkendes Auto, eine Baustelle oder ein anderes Hindernis kann Deinen Fahrweg versperren. Fahre nicht plötzlich nach links.

Schaue zuerst nach hinten. Zeige an, dass Du Deine Fahrspur verlassen möchtest. Prüfe Gegenverkehr und nachfolgende Fahrzeuge. Fahre mit genügend Abstand am Hindernis vorbei. Bevor Du wieder nach rechts fährst, vergewissere Dich, dass Du das Hindernis vollständig passiert hast.


Kreisverkehr

An vielen Kreisverkehren stehen am Eingang die Zeichen „Vorfahrt gewähren“ und „Kreisverkehr“. Dann hat der Verkehr im Kreis Vorfahrt.

Beim Einfahren in einen solchen Kreisverkehr gibst Du kein linkes Handzeichen. Beim Verlassen des Kreisverkehrs zeigst Du rechtzeitig nach rechts. Achte beim Ein- und Ausfahren besonders auf Menschen zu Fuß und auf Radfahrende, deren Weg Deinen Fahrweg kreuzt.


Fahrradstraße

Eine Fahrradstraße ist besonders für den Radverkehr gedacht. Andere Fahrzeuge dürfen sie nur benutzen, wenn ein Zusatzzeichen das erlaubt. Für den Fahrverkehr gilt dort höchstens 30 km/h. Fahrräder dürfen nebeneinander fahren, solange die übrigen Regeln eingehalten werden.


Verkehrsberuhigter Bereich

Im verkehrsberuhigten Bereich müssen Fahrzeuge mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Menschen zu Fuß dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen. Wer fährt, muss besonders rücksichtsvoll sein und darf Fußgängerinnen und Fußgänger weder gefährden noch behindern.

Beim Herausfahren aus einem verkehrsberuhigten Bereich musst Du andere Verkehrsteilnehmende besonders beachten und darfst Dich nicht auf „rechts vor links“ verlassen.


Zebrastreifen

Ein Zebrastreifen ist ein Fußgängerüberweg. Wer auf dem Fahrrad sitzt und darüber fährt, darf nicht einfach davon ausgehen, denselben Vorrang wie ein Mensch zu Fuß zu haben.

Wenn Du absteigst und Dein Fahrrad schiebst, bist Du zu Fuß unterwegs. Für Kinder, die auf dem Gehweg fahren, ist beim Überqueren der Fahrbahn ohnehin wichtig: absteigen und schieben.


Der tote Winkel

Große Fahrzeuge wie Lastwagen und Busse haben Bereiche, die die Fahrerin oder der Fahrer trotz Spiegeln nur schlecht oder gar nicht sehen kann. Besonders gefährlich wird es, wenn ein großes Fahrzeug rechts abbiegt.

Bleibe deshalb niemals dicht neben einem großen Fahrzeug stehen, wenn es rechts abbiegen könnte. Fahre nicht schnell noch rechts daran vorbei. Wenn Du unsicher bist, bleib dahinter und warte.

Merksatz: Wenn Du den Fahrer oder die Fahrerin nicht gut sehen kannst, kann es sein, dass Du selbst auch nicht gesehen wirst.


Weitere Gefahrenstellen

An Einfahrten können Fahrzeuge plötzlich auf Deinen Weg fahren. Bei parkenden Autos können Türen geöffnet werden. Zwischen Fahrzeugen können Menschen hervortreten. Nasses Laub, Schotter, Eis und Straßenbahnschienen können Dein Fahrrad ins Rutschen bringen.

Fahre bei unübersichtlichen Stellen langsamer. Deine Geschwindigkeit muss immer so sein, dass Du Dein Fahrrad beherrschen und rechtzeitig reagieren kannst.

Bei Straßenbahnschienen ist besondere Vorsicht nötig: Ein Fahrradreifen kann in einer Rille hängen bleiben. Überquere Schienen möglichst in einem ausreichend großen Winkel und ohne hektische Lenkbewegung.


Bremsen und Anhalteweg

Je schneller Du fährst, desto länger brauchst Du zum Anhalten. Auch Nässe, Schmutz oder ein schlechter Fahrbahnbelag können den Bremsweg verlängern.

Übe das Bremsen zuerst auf einem sicheren Platz. Benutze beide Bremsen kontrolliert. Vermeide es, nur eine Bremse plötzlich mit voller Kraft zu betätigen. Dein Ziel ist, schnell und trotzdem beherrscht zum Stehen zu kommen.

Ein guter Radfahrer fährt nicht so schnell wie möglich, sondern so, dass er rechtzeitig reagieren kann.


Sehen und gesehen werden

Helle Kleidung und reflektierende Flächen können helfen, dass andere Dich früher wahrnehmen. Besonders in der Dämmerung, bei Regen oder Nebel ist Sichtbarkeit entscheidend.

Dein Licht ist nicht nur dafür da, dass Du selbst etwas siehst. Es macht Dich für andere erkennbar.


Ablenkung vermeiden

Beim Radfahren brauchst Du Augen, Ohren und Hände für den Verkehr. Das Handy gehört während der Fahrt in die Tasche. Tippe keine Nachrichten und schaue nicht auf ein Display.

Kopfhörer sind besonders riskant, wenn Du dadurch Klingeln, Motorengeräusche oder Warnsignale nicht mehr gut hörst. Für Kinder ist es deshalb am sichersten, beim Radfahren auf Kopfhörer zu verzichten.

Nimm niemals Freundinnen oder Freunde auf dem Lenker oder Gepäckträger mit. Als Grundschulkind darfst Du keine andere Person einfach auf Deinem Fahrrad befördern.


Rücksicht und gegenseitige Verständigung

Straßenverkehr funktioniert nur, wenn alle aufeinander achten. Rechne damit, dass andere Fehler machen können. Bestehe nicht auf Deinem Recht, wenn dadurch ein Unfall entstehen könnte.

Blicke andere Verkehrsteilnehmende an, wenn Du nicht sicher bist, ob sie Dich gesehen haben. Fahre berechenbar und ändere Deine Richtung nicht plötzlich.

Klingeln ist ein Warnsignal und kein Befehl nach dem Motto „Alle aus dem Weg!“. Auf gemeinsamen Wegen haben Fußgängerinnen und Fußgänger besonderen Schutz verdient.


Was tun bei einem Unfall?

Wenn Du selbst stürzt oder einen Unfall beobachtest, ist Sicherheit zuerst wichtig. Begib Dich nicht in Gefahr, um zu helfen.

Hole sofort Erwachsene dazu. Bei schweren Verletzungen oder großer Gefahr wird der Notruf 112 gewählt. Sage möglichst ruhig, wo etwas passiert ist, was passiert ist, wie viele Menschen Hilfe brauchen und warte auf Rückfragen.

Verlasse einen Unfallort nicht einfach, wenn Du beteiligt warst. Erwachsene, Polizei oder Rettungsdienst helfen Dir dabei, was als Nächstes zu tun ist.


So übst Du für die praktische Radfahrprüfung

Üben sollte auf einem sicheren Platz beginnen. Erst wenn Du Dein Fahrrad gut beherrschst, kannst Du Dich stärker auf Verkehrssituationen konzentrieren.

Typische Übungen sind gerades Fahren, langsames Fahren, sicheres Anfahren, kontrolliertes Bremsen, Schulterblick ohne Spurwechsel, Handzeichen, Kurvenfahren, Ausweichen, Vorbeifahren an Hindernissen und das richtige Verhalten an Kreuzungen.

Eine kleine Übungsstrecke mit Kreide, Hütchen oder markierten Linien kann helfen. Schwierige Übungen solltest Du mit einer Lehrkraft, der Polizei oder einer erwachsenen Begleitperson durchführen.


Theorie und Praxis der Radfahrprüfung

Im theoretischen Teil werden häufig Verkehrszeichen, Vorfahrtsregeln, das verkehrssichere Fahrrad, das Verhalten an Kreuzungen und Gefahren abgefragt.

Im praktischen Teil wird beobachtet, ob Du Dein Fahrrad sicher beherrschst und Regeln in Bewegung anwenden kannst. Dazu können Anfahren, Schulterblick, Abbiegen, Vorfahrt, Stoppschild und Hindernisse gehören.

Die genaue Durchführung ist nicht überall gleich. Deshalb solltest Du zusätzlich die Hinweise Deiner Schule, Deiner Lehrkraft und der örtlichen Polizei beachten.


Dein Prüfungs-Merksatz

Sehen – Denken – Zeichen geben – Noch einmal prüfen – Sicher handeln.

Dieser Merksatz passt zu vielen Situationen. Im Straßenverkehr geht es nicht darum, möglichst schnell zu reagieren, sondern möglichst aufmerksam und vorausschauend.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet der Fahrrad-Führerschein in der Grundschule? (Er ist eine Lernzielkontrolle und kein amtlicher Führerschein) (!Er erlaubt Dir allein das Fahren auf Autobahnen) (!Er ersetzt alle Verkehrsregeln) (!Er gilt wie ein Autoführerschein)




Wie viele voneinander unabhängige Bremsen braucht ein verkehrssicheres Fahrrad? (Zwei) (!Eine) (!Drei Rücktrittbremsen) (!Keine)




Was musst Du am Stoppschild tun? (Vollständig anhalten und die Vorfahrt beachten) (!Nur langsamer fahren) (!Immer zuerst fahren) (!Klingeln und weiterfahren)




Was gilt normalerweise, wenn keine Ampel und kein Vorfahrtsschild die Kreuzung regeln? (Rechts vor links) (!Links vor rechts) (!Das schnellste Fahrzeug fährt zuerst) (!Fahrräder fahren immer zuerst)




Was solltest Du vor dem Linksabbiegen zuerst prüfen? (Den Verkehr hinter Dir mit dem Schulterblick) (!Nur Deinen Fahrradcomputer) (!Nur die Farbe Deines Helms) (!Ob jemand klingelt)




Was bedeutet eine rote Ampel? (Halt) (!Schneller fahren) (!Nur Fahrräder dürfen fahren) (!Abbiegen ohne zu schauen)




Wie verhältst Du Dich neben einem rechts abbiegenden Lastwagen am sichersten? (Du bleibst mit Abstand dahinter und wartest) (!Du fährst schnell rechts vorbei) (!Du stellst Dich direkt neben das Fahrerhaus) (!Du hältst Dich am Lastwagen fest)




Was ist für Kinder auf dem Gehweg besonders wichtig? (Fußgänger nicht gefährden oder behindern) (!Möglichst schnell fahren) (!Immer klingeln) (!In der Mitte des Gehwegs fahren)




Was machst Du beim Verlassen eines normalen Kreisverkehrs? (Du gibst rechtzeitig ein Handzeichen nach rechts) (!Du gibst ein Handzeichen nach links) (!Du fährst ohne zu schauen hinaus) (!Du bleibst in der Kreismitte stehen)




Was ist bei einem schweren Verkehrsunfall eine wichtige Notrufnummer? (112) (!555) (!9999) (!12345)





Memory

Schulterblick Verkehr hinter Dir prüfen
Klingel Andere warnen
Stoppschild Vollständig anhalten
Fahrradhelm Kopf schützen
Rückstrahler Licht zurückwerfen
Vorfahrt Reihenfolge an Kreuzungen
Handzeichen Richtungsänderung ankündigen
Toter Winkel Bereich mit schlechter Sicht





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schulterblick Vor dem Anfahren und vor wichtigen Richtungsänderungen nach hinten schauen
Handzeichen Anderen die geplante Fahrtrichtung zeigen
Stoppschild Vollständig anhalten und Vorfahrt beachten
Fahrradampel Lichtzeichen mit Fahrradsymbol beachten
Rückstrahler Sichtbarkeit durch zurückgeworfenes Licht erhöhen
Helm Den Kopf bei einem Sturz schützen




...


Kreuzworträtsel

Klingel Womit warnst Du andere auf Deinem Fahrrad?
Schulterblick Wie heißt der Blick nach hinten vor dem Anfahren oder Abbiegen?
Radweg Wie heißt ein Weg, der für den Radverkehr vorgesehen ist?
Vorfahrt Welches Wort beschreibt, wer an einer Kreuzung zuerst fahren darf?
Reflektor Was wirft Licht zurück und macht Dich besser sichtbar?
Fahrradhelm Was schützt Deinen Kopf beim Radfahren?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein verkehrssicheres Fahrrad braucht zwei voneinander unabhängige

. Andere Verkehrsteilnehmende kannst Du mit der

warnen. Vor dem Anfahren prüfst Du mit dem

den Verkehr hinter Dir. Eine geplante Richtungsänderung zeigst Du mit einem

an. Wenn keine andere Vorfahrtsregel gilt, kann die Regel

wichtig werden. An einem Stoppschild musst Du vollständig

. Bei einer roten Ampel musst Du

. Ein gut sitzender

kann Deinen Kopf bei einem Sturz schützen. Neben einem großen rechts abbiegenden Fahrzeug ist der

besonders gefährlich. Bei einem schweren Unfall kannst Du über die Nummer

Hilfe rufen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fahrrad-Check: Untersuche gemeinsam mit einem Erwachsenen ein Fahrrad und erstelle eine Zeichnung, auf der Du Bremsen, Klingel, Licht und Rückstrahler markierst.
  2. Verkehrszeichen-Sammlung: Fotografiere oder zeichne fünf Verkehrszeichen aus Deiner Umgebung und erkläre in eigenen Worten, was sie für Radfahrende bedeuten.
  3. Helm-Check: Erstelle ein kleines Plakat mit drei Regeln dafür, wie ein Fahrradhelm richtig sitzen soll.
  4. Schulweg: Zeichne Deinen Schulweg und markiere Stellen, an denen Radfahrende besonders aufmerksam sein müssen.


Standard

  1. Fahrradparcours: Plane mit Hütchen oder Kreide einen sicheren Übungsparcours für Anfahren, Schulterblick, Handzeichen, Kurven und Bremsen.
  2. Kreuzungsmodell: Baue mit Papier oder Bausteinen eine Kreuzung und zeige verschiedene Situationen zu rechts vor links.
  3. Gefahren-Detektive: Suche auf einem begleiteten Spaziergang typische Gefahrenstellen für Radfahrende und dokumentiere sichere Lösungen.
  4. Erklärvideo Verkehrserziehung: Produziere ein kurzes Erklärvideo darüber, wie man sicher an einem Hindernis vorbeifährt.


Schwer

  1. Verkehrsbeobachtung: Beobachte gemeinsam mit einer erwachsenen Person eine Kreuzung und protokolliere, welche Regeln dort die Vorfahrt bestimmen.
  2. Sicherer Schulweg: Entwickle einen Verbesserungsvorschlag für eine gefährliche Stelle auf Deinem Schulweg und begründe ihn mit Verkehrsregeln.
  3. Interview Verkehrssicherheit: Interviewe eine Lehrkraft, eine Polizeibeamtin, einen Polizeibeamten oder eine andere Fachperson zur Radfahrausbildung.
  4. Radfahrprüfung gestalten: Entwirf eine eigene kleine Theorie- und Praxisprüfung für Deine Klasse und erkläre, welche Fähigkeiten damit überprüft werden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kreuzung analysieren: Beschreibe eine Kreuzung ohne Ampeln und Schilder, an der aus drei Richtungen Fahrzeuge kommen. Erkläre Schritt für Schritt, wie Du herausfindest, wer zuerst fahren darf.
  2. Gefahr erkennen: Ein Lastwagen steht neben Dir an einer Kreuzung und könnte rechts abbiegen. Erkläre, warum die Situation gefährlich ist und welche sichere Entscheidung Du triffst.
  3. Schulweg planen: Vergleiche zwei mögliche Fahrradwege zur Schule. Einer ist kürzer, führt aber über eine große Kreuzung. Der andere ist länger und ruhiger. Begründe, welchen Du für ein Grundschulkind wählen würdest.
  4. Fehler finden: Ein Kind fährt bei Dämmerung ohne Licht, hört Musik über laute Kopfhörer und fährt dicht an parkenden Autos vorbei. Erkläre die Gefahren und formuliere Verbesserungen.
  5. Linksabbiegen erklären: Vergleiche direktes und indirektes Linksabbiegen und begründe, wann indirektes Linksabbiegen für ein Kind übersichtlicher sein kann.
  6. Verantwortung im Verkehr: Erkläre anhand eines Beispiels, warum es manchmal sicherer ist zu warten, obwohl Du eigentlich Vorfahrt hast.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Regeln nicht nur wiedergeben, sondern in Situationen anwenden kannst.

  1. Du kannst ein verkehrssicheres Fahrrad erklären und wichtige Teile zeigen.
  2. Du kannst den richtigen Sitz eines Fahrradhelms beschreiben.
  3. Du kennst die Altersregeln für das Radfahren auf dem Gehweg.
  4. Du kannst wichtige Radweg-, Vorfahrt- und Stoppschilder erklären.
  5. Du kannst rechts vor links in einer einfachen Kreuzungssituation anwenden.
  6. Du kannst erklären, welche Ampel für Radfahrende gilt.
  7. Du kannst sicheres Anfahren, Schulterblick und Handzeichen praktisch zeigen.
  8. Du kannst einen sicheren Ablauf beim Rechts- und Linksabbiegen beschreiben.
  9. Du erkennst Gefahren durch parkende Fahrzeuge, Einfahrten und den toten Winkel.
  10. Du kannst begründen, wie Du Dich bei schlechter Sicht, Nässe oder einem Unfall verhältst.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zur Radfahrprüfung bietet weitere Hintergrundinformationen zur schulischen Fahrradausbildung.

Weitere verlässliche Informationen findest Du bei der Deutschen Verkehrswacht, in der Straßenverkehrs-Ordnung und in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung.


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