Emil und die Detektive

Emil und die Detektive
Emil und die Detektive

Willkommen bei Emils Detektiv-Abenteuer! In diesem aiMOOC lernst Du den Film Emil und die Detektive kennen. Im Mittelpunkt steht die erste deutsche Verfilmung von 1931 unter der Regie von Gerhard Lamprecht. Sie beruht auf dem Kinderroman Emil und die Detektive von Erich Kästner. Der Film ist ein früher deutscher Tonfilm, wurde in Schwarz-Weiß gedreht und zeigt an vielen Stellen das Berlin seiner Zeit.
Du brauchst für diesen aiMOOC keine Detektiv-Ausrüstung. Deine wichtigsten Werkzeuge sind Deine Augen, Deine Ohren, Dein Denken und ein gutes Team. Du lernst, wie man aufmerksam beobachtet, zwischen Beobachtung und Vermutung unterscheidet, aus Hinweisen vorsichtig Schlussfolgerungen zieht und gemeinsam Probleme löst.
Wichtig für echte Detektivinnen und Detektive: Im Film verfolgen Kinder einen verdächtigen Erwachsenen. Im echten Leben sollst Du Dich nicht selbst in Gefahr bringen. Folge niemals fremden Menschen, betrete keine fremden Orte und versuche nicht, jemanden selbst festzuhalten. Wenn Dir etwas gefährlich oder merkwürdig vorkommt, geh zu einer vertrauten erwachsenen Person oder zur Polizei. Mut bedeutet auch, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du die wichtigsten Stationen von Emils Abenteuer in eigenen Worten erzählen. Du kannst erklären, warum Zusammenarbeit für die Kinder wichtig ist, Beobachtungen von Vermutungen unterscheiden und einfache Schlussfolgerungen begründen. Du kannst außerdem Merkmale des Großstadtlebens im Berlin um 1931 mit dem Leben in einer Großstadt heute vergleichen.
Du lernst auch wichtige Kinderrechte kennen. Dazu gehören zum Beispiel das Recht auf Schutz, das Recht auf Bildung, das Recht auf Spiel und Freizeit sowie das Recht, mit der eigenen Meinung gehört und beteiligt zu werden. Die UN-Kinderrechtskonvention wurde erst viele Jahrzehnte nach der Zeit des Films beschlossen. Deshalb vergleichen wir nicht einfach „damals schlecht, heute gut“, sondern fragen genauer: Was erleben die Kinder? Wo handeln sie selbstständig? Wo bräuchten Kinder aus heutiger Sicht Schutz und Unterstützung?
Der Film
Filmwissen für junge Zuschauerinnen und Zuschauer
Emil und die Detektive kam 1931 in die Kinos. Regie führte Gerhard Lamprecht. Das Drehbuch entstand nach Erich Kästners gleichnamigem Roman; daran war auch der damals junge Billy Wilder beteiligt. Der Film gehört zu den frühen deutschen Tonfilmen. Er nutzt aber noch viele Mittel, die an den Stummfilm erinnern: deutliche Gesten, starke Hell-Dunkel-Bilder, kurze Schrifteinblendungen und eine sehr bildhafte Erzählweise.
Viele Szenen wurden außerhalb eines Studios in Berlin gedreht. Dadurch ist der Film nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch ein Fenster in die Großstadt vor fast hundert Jahren. Du kannst Straßen, Verkehr, Kleidung, Geschäfte, Bahnhöfe und Formen der Kommunikation beobachten und mit heute vergleichen.

Das Bild oben ist eine Illustration von Walter Trier aus der Buchwelt von Emil. Es ist kein Filmbild. Solche Buchillustrationen helfen uns trotzdem, darüber nachzudenken, wie eine Figur zuerst gezeichnet und später von Schauspielerinnen und Schauspielern im Film dargestellt wird.
Wer ist Emil?
Emil Tischbein lebt mit seiner Mutter in einer kleineren Stadt. Seine Mutter arbeitet viel und vertraut ihm eine wichtige Aufgabe an: Er soll allein mit dem Zug nach Berlin reisen und seiner Großmutter Geld bringen. Emil möchte zuverlässig sein und das Vertrauen seiner Mutter nicht enttäuschen.
Auf der Zugfahrt begegnet er einem fremden Mann. Emil wird schläfrig und bemerkt später, dass das Geld weg ist. Er glaubt, dass der fremde Mann es genommen hat. In Berlin versucht Emil, seine Spur nicht zu verlieren.
Schon hier entstehen wichtige Detektivfragen: Was hat Emil wirklich beobachtet? Was vermutet er? Welche Hinweise könnten seine Vermutung bestätigen? Eine Vermutung ist noch kein Beweis. Gute Detektivarbeit bedeutet deshalb, genau hinzusehen und nicht vorschnell zu behaupten, etwas sicher zu wissen.

Emil findet ein Team
In Berlin trifft Emil andere Kinder. Besonders wichtig sind Gustav mit der Hupe, der „Professor“, der kleine Dienstag und Pony Hütchen. Sie hören Emil zu, nehmen sein Problem ernst und organisieren gemeinsam Hilfe. Nicht jedes Kind macht dasselbe. Manche beobachten, manche überbringen Nachrichten, manche halten Kontakt und manche sorgen dafür, dass die Gruppe zusammenbleibt.

Das ist ein starkes Beispiel für Teamarbeit. Ein Team funktioniert nicht deshalb gut, weil alle gleich sind. Es funktioniert, wenn verschiedene Menschen ihre Stärken einbringen, sich absprechen und Verantwortung übernehmen.
Ein wichtiger Satz für unser Lernen lautet: Gemeinsam klug handeln ist besser als allein riskant handeln. Im Film wagen die Kinder Dinge, die spannend anzusehen sind. Für Dein echtes Leben gilt: Sicherheit geht vor Abenteuer.
Pony Hütchen und die Kindergruppe
Pony Hütchen gehört zu den Kindern, die Emil unterstützen. Für einen Film aus dem Jahr 1931 ist auffällig, dass Kinder nicht nur als hilflose Nebenfiguren erscheinen. Sie planen, diskutieren, widersprechen und treffen Entscheidungen. Das macht die Geschichte bis heute interessant.
Beim Zuschauen lohnt es sich, genau auf die Rollen zu achten: Wer bekommt welche Aufgabe? Wer wird gehört? Wer entscheidet? Gibt es Momente, in denen ein Kind unterschätzt wird? Solche Fragen führen direkt zu Beteiligung und zu Kinderrechten.

Detektivisch denken
Beobachten: Was sehe und höre ich wirklich?
Eine Beobachtung beschreibt etwas, das Du wahrnehmen kannst. Zum Beispiel: „Der Mann trägt einen Hut.“ Eine Vermutung geht einen Schritt weiter: „Der Mann möchte nicht erkannt werden.“ Das kann stimmen, muss aber nicht stimmen.
Für Kinder ab 6 Jahren hilft die Drei-Fragen-Regel:
- Was sehe oder höre ich?: Beschreibe nur, was wirklich wahrnehmbar ist.
- Was könnte das bedeuten?: Formuliere eine vorsichtige Idee.
- Warum denke ich das?: Nenne den Hinweis, auf den Du Dich stützt.
Du kannst diese Regel auf Filmszenen anwenden. Halte eine Szene an und beschreibe zuerst nur Kleidung, Bewegungen, Geräusche, Blicke und Orte. Erst danach darfst Du Vermutungen bilden.
Indizien und Schlussfolgerungen
Ein Indiz ist ein Hinweis, der beim Nachdenken helfen kann. Im Film wird wichtig, dass Emil das Geld vorher mit einer Nadel befestigt hatte. Dadurch haben die Scheine kleine Löcher. Solche Spuren helfen später dabei, Emils Aussage zu prüfen.
Eine Schlussfolgerung verbindet mehrere Beobachtungen zu einer begründeten Idee. Gute Schlussfolgerungen benutzen Wörter wie „weil“, „deshalb“ und „wahrscheinlich“. Sehr wichtig ist: Aus einem einzigen Hinweis folgt nicht immer nur eine mögliche Erklärung.
Beispiel: Du siehst einen nassen Regenschirm. Die Beobachtung lautet: „Der Schirm ist nass.“ Eine mögliche Schlussfolgerung lautet: „Draußen hat es wahrscheinlich geregnet.“ Es könnte aber auch eine andere Erklärung geben. Detektivisches Denken bedeutet deshalb auch, offen für andere Möglichkeiten zu bleiben.
Fair bleiben: Niemand ist nur wegen seines Aussehens verdächtig
Ein gutes Detektivteam achtet auf Handlungen und überprüfbare Hinweise, nicht auf Vorurteile. Kleidung, Hautfarbe, Sprache, Herkunft, Behinderung, Geschlecht oder Alter beweisen niemals, dass jemand etwas Verbotenes getan hat.
Für unsere Aufgaben gilt deshalb: Beobachte Situationen, nicht „verdächtige Menschen“. Erfinde bei Rollenspielen Hinweise mit Karten oder Gegenständen. Verfolge keine fremden Personen und fotografiere niemanden ohne vorher zu fragen.
Großstadt Berlin: damals und heute
Berlin um 1931
Für Emil ist Berlin groß, laut, schnell und unübersichtlich. Er begegnet vielen Menschen und Verkehrsmitteln. Straßenbahnen, Autos, Bahnhöfe, Geschäfte und Reklame machen die Stadt zu einem Ort voller Eindrücke. Gerade weil Emil die Großstadt nicht so gut kennt, braucht er Orientierung und Hilfe.

Das historische Foto zeigt den Potsdamer Platz in den frühen 1930er-Jahren. Schau genau hin: Welche Verkehrsmittel erkennst Du? Wie sehen die Gebäude aus? Welche Kleidung tragen die Menschen? Welche Schilder kannst Du entdecken?
Auch der Film nutzt echte Berliner Außenräume. Dadurch kannst Du Großstadtgeschichte nicht nur nachlesen, sondern sehen und hören.
Bahnhöfe als Knotenpunkte
Bahnhöfe sind im Film besonders wichtig. Emil kommt mit dem Zug nach Berlin, muss sich orientieren und versucht, den Mann nicht aus den Augen zu verlieren. Ein Bahnhof verbindet viele Wege: Fernzüge, Stadtverkehr, Straßen, Menschen und Informationen.

Vergleiche einen historischen Bahnhof mit einem heutigen: Heute helfen digitale Anzeigen, Lautsprecherdurchsagen, Smartphones, Apps und elektronische Fahrpläne bei der Orientierung. 1931 mussten Menschen viel stärker mit gedruckten Schildern, Fahrplänen, Zeitungen und persönlichem Nachfragen arbeiten.
Telefon, Nachricht und Smartphone
Im Film ist ein Telefon etwas Besonderes. Der kleine Dienstag übernimmt eine wichtige Aufgabe, weil er über ein Telefon erreichbar bleiben kann. Das zeigt, wie anders Kommunikation damals organisiert war.
Heute können viele Familien mit Smartphones schnell telefonieren, Nachrichten senden, Karten öffnen oder eine Route prüfen. Trotzdem bleibt eine alte Fähigkeit wichtig: klare Absprachen. Ein Team braucht auch mit moderner Technik Regeln. Wer macht was? Wo treffen wir uns? Wen informieren wir?
Alexanderplatz und die Stadt heute

Vergleichsbild: Berlin in der Gegenwart

Wenn Du die historischen und neueren Bilder vergleichst, kannst Du nach Kontinuität und Veränderung suchen. Kontinuität bedeutet: Etwas bleibt ähnlich. Veränderung bedeutet: Etwas wird anders.
Achte auf Verkehr, Gebäude, Werbung, Kleidung, Technik und die Nutzung des öffentlichen Raums. Wichtig ist: Ein einziges Foto zeigt niemals „das ganze Berlin“. Bilder zeigen immer nur einen Ausschnitt und wurden zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgenommen.
Zusammenarbeit und Mut
Was macht die Detektivgruppe stark?
Emil schafft die Aufgabe nicht allein. Die Gruppe verteilt Rollen, hält Kontakt, sammelt Hinweise und reagiert auf neue Situationen. Zusammenarbeit entsteht durch Zuhören, Absprechen, Helfen und Vertrauen.
Du kannst Teamarbeit mit fünf einfachen Regeln üben:
- Zuhören: Lass andere ausreden und frage nach, wenn Du etwas nicht verstanden hast.
- Aufgabenverteilung: Gib jedem Kind eine Aufgabe, die es übernehmen kann.
- Absprechen: Einigt Euch auf ein gemeinsames Ziel und sichere Regeln.
- Hilfe holen: Erwachsene dürfen und sollen unterstützen, wenn eine Situation schwierig oder gefährlich wird.
- Auswerten: Fragt danach gemeinsam, was gut funktioniert hat und was Ihr nächstes Mal ändern möchtet.
Was ist Mut?
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut kann bedeuten, trotz Unsicherheit etwas Sinnvolles zu tun. Mut kann auch bedeuten, „Stopp“ zu sagen, Hilfe zu holen, einen Fehler zuzugeben oder jemanden nicht allein zu lassen.
Emil zeigt Durchhaltevermögen. Seine Freundinnen und Freunde zeigen Solidarität. Gleichzeitig kannst Du kritisch fragen: Welche Handlungen sind im Film spannend, wären aber im echten Leben zu riskant? Genau diese Unterscheidung gehört zu Medienkompetenz.
Kinderrechte
Kinder haben eigene Rechte
Kinder sind nicht nur „kleine Erwachsene“. Sie haben eigene Rechte. Die UN-Kinderrechtskonvention wurde 1989 von den Vereinten Nationen beschlossen. Zu ihren zentralen Ideen gehören Schutz, Förderung und Beteiligung.
Für Emils Geschichte sind besonders diese Rechte interessant:
- Recht auf Schutz: Kinder sollen vor Gewalt, Ausbeutung und gefährlichen Situationen geschützt werden.
- Recht auf Bildung: Kinder sollen lernen und sich entwickeln können.
- Recht auf Spiel und Freizeit: Kinder brauchen Zeit zum Spielen, Erholen und für Kultur.
- Recht auf Beteiligung: Kinder sollen ihre Meinung äußern können und bei Angelegenheiten, die sie betreffen, gehört werden.
- Gleichbehandlung: Kinderrechte gelten für alle Kinder.
Wenn wir den Film mit Kinderrechten betrachten, machen wir keinen „Rechtsprozess“ gegen die Figuren. Wir stellen Lernfragen: Wo handeln Kinder selbst? Wo werden sie ernst genommen? Wo fehlt Schutz? Wann wäre die Unterstützung durch Erwachsene wichtig?
Das UNICEF-Video mit Checker Tobi erklärt Kinderrechte für Kinder. Nutze es, um zu prüfen, welche Rechte Du in Emils Abenteuer wiedererkennst und an welchen Stellen Du für die Gegenwart eine sicherere Lösung vorschlagen würdest.
Emil als Kind in einer schwierigen Situation
Emil verliert Geld, für das er Verantwortung trägt. Er ist allein in einer fremden Großstadt und glaubt, einen Dieb erkannt zu haben. Das ist eine große Belastung für ein Kind.
Heute würden wir besonders betonen: Ein Kind darf sich Hilfe holen. Es muss eine gefährliche Lage nicht allein lösen. Eine gute Lösung verbindet Beteiligung und Schutz: Kinder dürfen Beobachtungen mitteilen, Fragen stellen und ernst genommen werden, während Erwachsene Verantwortung für gefährliche Situationen übernehmen.
Mitbestimmen im Team
Die Detektivgruppe diskutiert, verteilt Aufgaben und arbeitet gemeinsam. Das passt zur Idee, dass Kinder eine Stimme haben. Beteiligung bedeutet aber nicht, dass Kinder jede Gefahr selbst tragen müssen. Erwachsene bleiben für Schutz und Fürsorge verantwortlich.
Hier steckt eine wichtige Denkaufgabe: Wie kann ein Kind mitbestimmen und gleichzeitig gut geschützt sein? Suche im Film nach Beispielen und erfinde anschließend eine sichere Lösung für heute.
Film verstehen
Schwarz-Weiß ist eine Gestaltung, kein Mangel
Weil der Film von 1931 stammt, ist er schwarz-weiß. Das kann für heutige Kinder ungewohnt sein. Aber Schwarz-Weiß-Bilder können sehr ausdrucksstark sein. Licht, Schatten, Formen und Gesichter fallen oft besonders stark auf.
Achte beim Schauen auf helle und dunkle Flächen. Wann wirkt eine Szene freundlich? Wann wirkt sie spannend? Wie verändert Musik Deine Gefühle? Solche Fragen helfen Dir, Filmsprache zu verstehen.
Ton, Musik und Geräusche
Als früher Tonfilm nutzt Emil und die Detektive gesprochene Sprache, Geräusche und Musik. Gleichzeitig erzählt der Film vieles sichtbar durch Bewegung und Schnitt. Probiere aus: Schaue eine kurze, geeignete Szene einmal mit Ton und einmal ohne Ton. Was verstehst Du nur durch die Bilder? Was erklärt der Ton zusätzlich?
Perspektive und Schnitt
Eine Kamera kann nah an ein Gesicht herangehen oder eine ganze Straße zeigen. Ein Schnitt verbindet verschiedene Einstellungen. Bei einer Verfolgung kann schneller Schnitt Spannung erzeugen.
Für junge Filmdetektive gilt: Frage nicht nur „Was passiert?“, sondern auch „Wie zeigt der Film, dass es spannend ist?“ Damit wechselst Du vom Zuschauen zur Filmanalyse.
Buch, Film und weitere Verfilmungen
Erich Kästners Kinderroman erschien vor dem Film. Die Verfilmung von 1931 ist die erste deutsche Filmadaption. Später entstanden weitere Verfilmungen, darunter eine deutsche Version von 1954 und eine moderne deutsche Verfilmung von 2001.
Ein Film muss ein Buch nicht Wort für Wort nacherzählen. Regie, Drehbuch, Schauspiel, Kamera, Ton und Schnitt verändern die Wirkung einer Geschichte. Deshalb ist es spannend, dieselbe Situation in Buch und Film zu vergleichen.

Der zweite Trailer zeigt die Verfilmung von 2001. Nutze ihn als Vergleich: Welche Kleidung, Verkehrsmittel, Geräusche, Farben und technischen Geräte unterscheiden sich von der Welt des Films von 1931? Bleiben die Themen Freundschaft, Mut und Zusammenarbeit trotzdem erkennbar?
Der Film als Zeitfenster
Ein Spielfilm ist keine neutrale Kamera in die Vergangenheit. Er erzählt eine erfundene Geschichte und wurde von Menschen gestaltet. Trotzdem kann er historische Hinweise liefern, besonders wenn echte Straßen und Alltagsumgebungen zu sehen sind.
Frage bei historischen Bildern und Filmen immer:
- Was für eine Quelle ist das?: Spielfilm, Foto, Plakat, Zeitung oder Erinnerung?
- Wann entstand sie?: Nah an der dargestellten Zeit oder viel später?
- Was zeigt sie?: Und was zeigt sie nicht?
- Warum wurde sie gemacht?: Zum Erzählen, Informieren, Werben oder Erinnern?
- Welche zweite Quelle hilft beim Prüfen?: Mehrere Quellen ergeben ein genaueres Bild.

Das Wandbild ist eine spätere Erinnerung an die bekannte Geschichte. Es zeigt, dass Figuren und Motive aus Emil und die Detektive lange nach der ersten Veröffentlichung weiterleben.
Sicherer Detektiv-Check
Bevor Du eine Detektivaufgabe im echten Leben machst, prüfe fünf Punkte:
- Sicherheit: Die Aufgabe findet an einem sicheren Ort statt.
- Erlaubnis: Eine erwachsene Bezugsperson weiß Bescheid, wenn Ihr den Klassenraum oder das Zuhause verlasst.
- Privatsphäre: Keine fremden Menschen werden verfolgt, heimlich aufgenommen oder bloßgestellt.
- Fiktive Hinweise: Verwendet vorbereitete Karten, Gegenstände oder Rätsel statt echter Verdächtigungen.
- Hilfe: Bei Angst oder Gefahr wird sofort eine vertraute erwachsene Person geholt.
So wird aus Emils Abenteuer eine sichere Lernidee.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welcher Stadt spielt ein großer Teil von Emils Abenteuer? (Berlin) (!Hamburg) (!München) (!Köln)
Was hilft Emil besonders bei der Lösung seines Problems? (Zusammenarbeit mit anderen Kindern) (!Alles allein zu machen) (!Fremden Menschen heimlich zu folgen) (!Hinweise zu erfinden)
Was ist eine Beobachtung? (Eine Beschreibung von etwas, das Du wirklich wahrnimmst) (!Eine Vermutung ohne Hinweis) (!Eine erfundene Geschichte) (!Ein Urteil über einen Menschen)
Was ist ein Indiz? (Ein Hinweis) (!Eine Strafe) (!Ein Stadtplan) (!Ein Musikinstrument)
Welche Aussage beschreibt eine gute Schlussfolgerung? (Sie wird mit Beobachtungen und Hinweisen begründet) (!Sie ist immer sofort sicher) (!Sie richtet sich nach dem Aussehen einer Person) (!Sie braucht keine Begründung)
Wie handelt ein Kind im echten Leben bei einer gefährlichen Situation am sichersten? (Es holt Hilfe bei einer vertrauten erwachsenen Person) (!Es verfolgt die Person allein) (!Es versteckt sich an einem unbekannten Ort) (!Es versucht die Person festzuhalten)
Was ist ein wichtiges Kinderrecht? (Das Recht auf Schutz) (!Das Recht auf gefährliche Mutproben) (!Das Recht auf fremdes Eigentum) (!Das Recht auf geheime Verfolgungen)
Warum eignet sich der Film zum Vergleich von damals und heute? (Er zeigt viele Orte und Alltagseindrücke aus dem Berlin seiner Zeit) (!Er wurde mit Smartphones gedreht) (!Er spielt nur in einem Fantasieland) (!Er zeigt ausschließlich heutige Gebäude)
Was kann gute Teamarbeit bedeuten? (Aufgaben verteilen und einander zuhören) (!Alle reden gleichzeitig) (!Nur eine Person darf denken) (!Niemand sagt, was er beobachtet hat)
Was ist beim historischen Vergleichen wichtig? (Mehrere Quellen und Hinweise zu betrachten) (!Ein einzelnes Bild erklärt immer alles) (!Nur Vermutungen zu benutzen) (!Unterschiede zu erfinden)
Memory
| Emil Tischbein | mutiger Junge |
| Gustav mit der Hupe | organisiert Hilfe |
| Pony Hütchen | kluge Mitstreiterin |
| Beobachtung | genaues Hinsehen |
| Indiz | hilfreiche Spur |
| Teamarbeit | gemeinsam handeln |
| Kinderrecht | Schutz und Beteiligung |
| Berlin | große Stadt |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| genau hinsehen | Beobachten |
| aus Hinweisen eine begründete Idee bilden | Schlussfolgern |
| Aufgaben verteilen und zuhören | Zusammenarbeit |
| bei Gefahr Unterstützung suchen | Sicher handeln |
| trotz Unsicherheit sinnvoll handeln | Mut |
...
Kreuzworträtsel
| Berlin | In welcher Großstadt sucht Emil nach dem verschwundenen Geld? |
| Gustav | Wie heißt Emils Freund mit der Hupe? |
| Pony | Wie heißt Emils kluge Cousine in der Geschichte kurz? |
| Beobachtung | Wie heißt genaues Wahrnehmen ohne vorschnelles Urteil? |
| Schlussfolgerung | Wie heißt eine begründete Idee aus mehreren Hinweisen? |
| Kinderrechte | Wie nennt man besondere Rechte, die für alle Kinder gelten? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Beobachtung: Suche in einer ungefährlichen Filmszene fünf Dinge, die Du sicher sehen oder hören kannst, und formuliere sie ohne Vermutung.
- Stadtgeräusche: Erstelle mit Deiner Klasse eine Geräuschliste für „Berlin damals“ und „Berlin heute“ und besprecht, welche Geräusche Ihr wirklich aus Quellen kennt und welche Ihr nur vermutet.
- Teamarbeit: Malt ein Detektivteam aus vier erfundenen Figuren und gebt jeder Figur eine sichere Aufgabe, zum Beispiel Hinweise sortieren, Karte lesen, Notizen machen oder Ergebnisse vorstellen.
- Kinderrechte: Gestalte eine Bildkarte zu einem Kinderrecht, das zu Emils Geschichte passt, und erkläre in einem Satz, warum dieses Recht wichtig ist.
Standard
- Stadtplan: Zeichne einen vereinfachten Wegplan von Emils Reise und markiere Stellen, an denen Orientierung besonders wichtig ist.
- Filmsprache: Wähle eine kurze Szene und beschreibe, wie Licht, Musik, Geräusche oder Kameranähe Spannung erzeugen.
- Damals und heute: Vergleiche ein historisches Berlin-Foto mit einem aktuellen Bild und sammle mindestens drei Veränderungen und eine Gemeinsamkeit.
- Rollenspiel: Spielt eine sichere Detektivszene mit erfundenen Hinweisen. Eine Gruppe beobachtet, eine Gruppe formuliert Vermutungen und eine dritte Gruppe prüft die Begründungen.
Schwer
- Kinderrechte: Entwickle für Emil eine heutige, sichere Handlungsalternative, in der sein Recht auf Beteiligung und sein Recht auf Schutz gleichzeitig beachtet werden.
- Quellenkritik: Vergleiche eine Filmszene mit einem historischen Foto. Erkläre, was beide Quellen über Berlin zeigen können und was nicht.
- Interview: Befrage eine ältere Person dazu, wie Kinder früher telefoniert, Wege gefunden oder sich mit Freunden verabredet haben. Bitte vorher um Erlaubnis für Notizen und vergleiche die Antworten mit Emils Welt.
- Kurzfilm: Produziert in einer Gruppe einen ein- bis zweiminütigen Detektiv-Kurzfilm ohne echte Verfolgung. Nutzt mindestens ein Indiz, eine begründete Schlussfolgerung, eine Teamentscheidung und eine sichere Hilfe-Szene.


Lernkontrolle
- Beobachtung und Vermutung: Erkläre an einem selbst erfundenen Beispiel den Unterschied zwischen einer Beobachtung und einer Vermutung. Zeige anschließend, wie Du Deine Vermutung prüfen könntest.
- Teamarbeit: Ein Teammitglied wird bei einer Aufgabe übergangen. Entwickle zwei Möglichkeiten, wie die Gruppe fairer zusammenarbeiten kann, und begründe Deine Entscheidung.
- Mut und Sicherheit: Emil verfolgt im Film einen Erwachsenen. Übertrage die Situation in die Gegenwart und beschreibe eine Lösung, die mutig und gleichzeitig sicher ist.
- Kinderrechte: Wähle zwei Kinderrechte und erkläre, wie sie bei Emils Abenteuer miteinander verbunden sind.
- Großstadtvergleich: Beschreibe, wie Smartphone, digitale Karten und heutige Verkehrsinformationen Emils Suche verändern würden. Nenne auch eine Fähigkeit, die trotz Technik weiterhin wichtig wäre.
- Quellenkritik: Ein Kind sagt: „Auf dem Foto sehe ich keine Fahrräder, also gab es damals keine Fahrräder.“ Erkläre, warum diese Schlussfolgerung unsicher ist und welche weiteren Quellen Du prüfen würdest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Namen und Ereignisse wiederholst, sondern zeigen kannst, wie Du denkst und begründest.
- Filminhalt: Du kannst Emils Ausgangsproblem und die Bedeutung der Kindergruppe in eigenen Worten erklären.
- Beobachten: Du kannst Beobachtung, Vermutung, Indiz und Schlussfolgerung unterscheiden.
- Begründen: Du kannst eine Schlussfolgerung mit mindestens einem passenden Hinweis erklären.
- Zusammenarbeit: Du kannst beschreiben, warum Aufgabenverteilung, Zuhören und Hilfeholen ein Team stärken.
- Mut: Du kannst zwischen riskantem Verhalten und sicherem, verantwortungsvollem Mut unterscheiden.
- Kinderrechte: Du kannst mindestens zwei Kinderrechte auf Situationen aus Emils Abenteuer beziehen.
- Zeitvergleich: Du kannst Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Großstadtleben um 1931 und heute erklären.
- Medienkompetenz: Du kannst zeigen, dass ein Spielfilm und ein einzelnes Foto immer nur bestimmte Ausschnitte der Wirklichkeit zeigen.
- Filmsprache: Du kannst an einem Beispiel erklären, wie Bild, Ton, Musik oder Schnitt eine Wirkung erzeugen.
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