Die nationalsozialistische Diktatur - Deutschland

Die nationalsozialistische Diktatur - Deutschland
Die nationalsozialistische Diktatur - Deutschland
Einleitung
Die nationalsozialistische Diktatur entstand nicht in einem einzigen Schritt. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg den NSDAP-Vorsitzenden Adolf Hitler zum Reichskanzler. Hitler kam damit zunächst in ein formal verfassungsgemäß gebildetes Kabinett. Innerhalb weniger Monate zerstörten die Nationalsozialisten jedoch die demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen der Weimarer Republik. Sie nutzten dabei Gesetze und Verordnungen, politischen Druck, Propaganda, Einschüchterung und offenen Terror.
Der häufig verwendete Ausdruck „Machtergreifung“ stammt aus der Sprache der Nationalsozialisten und kann den Eindruck erwecken, Hitler habe die Macht allein aus eigener Kraft erobert. Historisch genauer ist es, zwischen der Machtübertragung am 30. Januar 1933 und der anschließenden Errichtung der Diktatur zu unterscheiden. Konservative Politiker und Eliten hatten Hitler unterschätzt und glaubten, ihn politisch kontrollieren zu können.

Die NS-Herrschaft beruhte auf mehreren miteinander verbundenen Elementen: der Ausschaltung demokratischer Institutionen, der sogenannten Gleichschaltung, dem Führerprinzip, der Kontrolle von Öffentlichkeit und Erziehung, der Verfolgung politischer und gesellschaftlicher Gegner sowie der rassistischen Ausgrenzung und späteren Vernichtungspolitik. Gleichzeitig konnte das Regime zeitweise auf Zustimmung, Anpassung, persönliche Vorteile und Mitwirkung erheblicher Teile der Bevölkerung bauen. Eine Diktatur funktioniert also nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch Kontrolle, Propaganda und Beteiligung.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie aus der Weimarer Demokratie innerhalb kurzer Zeit eine Diktatur wurde. Du kannst zentrale Begriffe wie Reichstagsbrandverordnung, Ermächtigungsgesetz, Gleichschaltung, Gestapo, Schutzhaft und Konzentrationslager einordnen. Außerdem kannst Du untersuchen, wie Herrschaft, Propaganda, Zustimmung und Terror zusammenwirkten und weshalb der Schutz von Grundrechten, Gewaltenteilung und politischem Pluralismus für eine Demokratie zentral ist.
Von der Regierung Hitler zur Diktatur
Reichstagsbrand und Außerkraftsetzung von Grundrechten
Am 27. Februar 1933 brannte das Reichstagsgebäude in Berlin. Die Nationalsozialisten nutzten den Brand unmittelbar, um vor allem gegen Kommunisten und andere politische Gegner vorzugehen. Bereits am 28. Februar unterzeichnete Reichspräsident Hindenburg die Reichstagsbrandverordnung, offiziell „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“.

Mit dieser Verordnung wurden zentrale Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt. Dazu gehörten unter anderem die persönliche Freiheit, das Brief- und Fernmeldegeheimnis sowie die Presse-, Vereins- und Versammlungsfreiheit. Die Verordnung bildete eine wesentliche Grundlage für Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und die Unterdrückung der politischen Opposition.
Wichtig für die Quellenkritik ist die Unterscheidung zwischen dem Brand selbst und seiner politischen Nutzung. Über die genaue Täterschaft wurde lange gestritten. Sicher ist, dass das NS-Regime den Reichstagsbrand zum Anlass nahm, den bereits begonnenen Abbau der Demokratie massiv zu beschleunigen.
Das Ermächtigungsgesetz
Am 23. März 1933 stimmte der Reichstag in der Berliner Krolloper über das Ermächtigungsgesetz ab. Kommunistische Abgeordnete waren bereits verfolgt oder an der Teilnahme gehindert worden. Abgeordnete der SPD stimmten gegen das Gesetz; die übrigen anwesenden Parteien stimmten dafür. SA- und SS-Angehörige sorgten für eine Atmosphäre massiver Einschüchterung.

Das Gesetz erlaubte der Reichsregierung, Gesetze ohne Zustimmung des Reichstags und sogar abweichend von der Verfassung zu beschließen. Damit war die Gewaltenteilung entscheidend beschädigt. Der Reichstag blieb formal bestehen, hatte aber seine Funktion als wirksames Kontroll- und Gesetzgebungsorgan weitgehend verloren.
Die Errichtung der Diktatur erfolgte deshalb durch eine Verbindung aus formalrechtlichen Maßnahmen und Gewalt. Gesetze wurden genutzt, um rechtsstaatliche Schutzmechanismen zu beseitigen, während Gegner gleichzeitig eingeschüchtert, verhaftet oder misshandelt wurden.
Gleichschaltung: Staat und Gesellschaft unter Kontrolle
Was bedeutet Gleichschaltung?
„Gleichschaltung“ war ein Begriff der nationalsozialistischen Sprache. Er bezeichnete den Prozess, durch den politische, gesellschaftliche und kulturelle Einrichtungen dem NS-Regime untergeordnet wurden. Der Begriff klingt technisch und neutral, verschleiert aber Zwang, Ausschaltung und Verfolgung.
Die Länder des Deutschen Reiches verloren schrittweise ihre politische Selbstständigkeit. Landesparlamente wurden umgestaltet oder beseitigt, und sogenannte Reichsstatthalter setzten die Vorgaben der Reichsregierung durch. Anfang 1934 wurde der föderale Aufbau des Reiches weiter zurückgedrängt.
Auch die Parteienvielfalt wurde beseitigt. Die KPD war bereits schwer verfolgt worden, die SPD wurde im Juni 1933 verboten, andere Parteien lösten sich unter Druck auf. Mit dem Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 wurde die NSDAP zur einzigen zugelassenen Partei.
Gewerkschaften, Verbände und Arbeitswelt
Am 2. Mai 1933 wurden die freien Gewerkschaften zerschlagen. Gewerkschaftshäuser wurden besetzt, Funktionäre verhaftet und Vermögen beschlagnahmt. An ihre Stelle trat die Deutsche Arbeitsfront. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verloren damit unabhängige Organisationen, die ihre Interessen gegenüber Staat und Arbeitgebern vertreten konnten.
Die Gleichschaltung betraf außerdem Vereine, Berufsverbände, Kulturorganisationen und zahlreiche weitere Bereiche. Nicht immer erfolgte sie ausschließlich durch direkten staatlichen Zwang. Manche Institutionen passten sich selbst an, um ihre Stellung zu sichern oder weil ihre Verantwortlichen nationalsozialistische Ziele unterstützten. Historiker sprechen deshalb teilweise auch von Selbstgleichschaltung.
Medien, Kultur und Propaganda
Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels sollte Presse, Rundfunk, Film und öffentliche Kommunikation im Sinne des Regimes beeinflussen. Mit der Reichskulturkammer wurden Kulturschaffende in staatlich kontrollierte Strukturen eingebunden. Wer aus rassistischen oder politischen Gründen ausgeschlossen wurde, konnte häufig nicht mehr in seinem Beruf arbeiten.
Die Bücherverbrennungen im Mai 1933 waren ein sichtbares Symbol dieser kulturellen Ausgrenzung. Studierende, NS-Organisationen und Unterstützer verbrannten Werke von Autorinnen und Autoren, die als „undeutsch“ verfemt wurden. Betroffen waren unter anderem jüdische, sozialistische, pazifistische und regimekritische Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
Propaganda sollte nicht nur informieren, sondern Wahrnehmung steuern, Feindbilder schaffen, Hitler als angeblich überragenden „Führer“ inszenieren und die Idee einer rassistisch definierten „Volksgemeinschaft“ verbreiten. Gleichzeitig wurden unerwünschte Stimmen unterdrückt. Propaganda und Zensur wirkten daher zusammen.
Schule und Jugend
Auch Schule und Jugenderziehung wurden zunehmend nationalsozialistisch geprägt. Lehrpläne, Schulbücher und Unterricht sollten die NS-Ideologie vermitteln. Jüdische Lehrkräfte und andere als unerwünscht eingestufte Beschäftigte wurden aus dem öffentlichen Dienst gedrängt.

Die Hitlerjugend und der Bund Deutscher Mädel sollten Kinder und Jugendliche außerhalb der Schule erfassen und politisch formen. Dabei spielten Gemeinschaftserlebnisse, Sport, Lager, Rituale und ideologische Schulung eine wichtige Rolle. Die vollständige Erfassung der Jugend gelang nicht sofort; der staatliche Zwang wurde im Verlauf der Diktatur weiter ausgebaut.

Führerprinzip und Herrschaftsstruktur
Das Führerprinzip verlangte Unterordnung unter einen jeweils höheren Führer. An der Spitze stand Hitler. Nach dem Tod Hindenburgs am 2. August 1934 vereinigte Hitler die Funktionen von Reichspräsident und Reichskanzler in seiner Person. Die Reichswehr wurde anschließend auf Hitler persönlich vereidigt.
Die nationalsozialistische Herrschaft war trotzdem keine völlig einheitlich organisierte Maschine. Staatliche Behörden, Parteiämter, SS, Polizei und andere Organisationen besaßen teilweise überlappende Zuständigkeiten und konkurrierten miteinander. Für die Oberstufe ist deshalb wichtig: Die Diktatur war zentral auf Hitler ausgerichtet, konnte aber zugleich ein unübersichtliches Nebeneinander rivalisierender Machtzentren aufweisen.
Ein drastisches Beispiel für die Gewalt innerhalb des Regimes waren die Morde vom 30. Juni bis 2. Juli 1934, die von der NS-Propaganda später als „Röhm-Putsch“ bezeichnet wurden. Hitler ließ dabei Führungspersonen der SA und weitere tatsächliche oder vermeintliche Gegner töten. Nachträglich wurde die Mordaktion gesetzlich als „Staatsnotwehr“ gerechtfertigt. Das zeigt, wie weit sich das Regime bereits von rechtsstaatlichen Grundsätzen entfernt hatte.
Terror als Herrschaftsmittel
SA, SS, Gestapo und politische Verfolgung
Von Beginn an begleitete Gewalt die Ausschaltung der Opposition. Die SA misshandelte politische Gegner und beteiligte sich an Verhaftungen sowie an der Einschüchterung im öffentlichen Raum. Die SS entwickelte sich unter Heinrich Himmler zu einem zentralen Macht- und Terrorapparat.
Die Gestapo war die politische Geheimpolizei des NS-Regimes. Sie verfolgte Gegner, arbeitete mit Denunziationen und konnte Menschen ohne reguläres Gerichtsverfahren in sogenannte „Schutzhaft“ bringen. Der Begriff „Schutzhaft“ war beschönigend: Er meinte keinen Schutz der Inhaftierten, sondern die Ausschaltung rechtsstaatlicher Sicherungen.
Terror hatte mehrere Funktionen. Er traf konkrete Menschen, erzeugte aber zugleich Angst bei anderen. Wer wusste, dass Kritik Arbeitsplatzverlust, Haft oder Misshandlung nach sich ziehen konnte, passte sein Verhalten möglicherweise schon aus Furcht an.
Konzentrationslager
Bereits 1933 entstanden zahlreiche frühe Konzentrationslager. Das Konzentrationslager Dachau wurde im März 1933 eingerichtet und wurde zu einem Modell für das später ausgebaute Lagersystem der SS. Zunächst waren viele Gefangene politische Gegner, vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten. Später wurden immer mehr Menschen aus rassistischen, religiösen, sozialen und anderen von den Nationalsozialisten definierten Gründen verfolgt.

Das Bild aus Dachau ist selbst eine wichtige Quelle für Medienkritik: Es entstand im Mai 1933 als Propagandaaufnahme des Regimes. Historische Fotos zeigen deshalb nicht automatisch „die Wahrheit“, sondern müssen nach Urheber, Zweck, Auswahl und Inszenierung befragt werden.
Rassistische Verfolgung und Radikalisierung
Antisemitismus war ein Kernbestandteil der nationalsozialistischen Ideologie. Bereits 1933 wurden jüdische Menschen aus Berufen gedrängt und öffentlich ausgegrenzt. Die Nürnberger Gesetze von 1935 entzogen jüdischen Deutschen zentrale Rechte. Im November 1938 organisierte das Regime reichsweite Gewalt gegen jüdische Menschen, Synagogen, Wohnungen und Geschäfte.
Während des Zweiten Weltkriegs radikalisierte sich die Verfolgung zum systematischen Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden, zur Shoah. Auch Sinti und Roma wurden Opfer eines Völkermords. Weitere Gruppen wurden verfolgt, entrechtet, deportiert oder ermordet, darunter Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, politische Gegner und Menschen, die das Regime als „gemeinschaftsfremd“ stigmatisierte.
Propaganda, Zustimmung, Anpassung und Widerstand
Eine Diktatur lässt sich nicht allein aus ihren Polizeiorganen erklären. Das NS-Regime bemühte sich, Zustimmung zu erzeugen. Massenveranstaltungen, Rundfunk, Film, Symbole und öffentliche Rituale vermittelten ein Bild von Stärke, Einheit und nationaler Erneuerung. Wirtschaftliche Verbesserungen nach der Weltwirtschaftskrise, staatliche Arbeitsbeschaffung und außenpolitische Erfolge erhöhten bei Teilen der Bevölkerung die Zustimmung, auch wenn Aufrüstung und Kriegsvorbereitung zentrale Bestandteile der Politik waren.

Menschen verhielten sich unterschiedlich: Einige unterstützten das Regime aktiv, andere passten sich an, profitierten oder schwiegen. Wieder andere lehnten einzelne Maßnahmen ab oder leisteten Widerstand. Widerstand war besonders gefährlich, weil Polizei, Justiz und SS gegen Gegner vorgingen und das Regime öffentliche Freiräume weitgehend beseitigte.
Zu den Formen des Widerstands gehörten politische Untergrundarbeit, kirchliche Proteste, Jugendopposition, Hilfe für Verfolgte, Flugblattaktionen und Attentatsversuche. Beispiele sind die Weiße Rose, die Edelweißpiraten, Georg Elser oder der militärische Widerstand des 20. Juli 1944.
Herrschaft, Gleichschaltung und Terror im Zusammenhang
Die nationalsozialistische Diktatur lässt sich als Zusammenspiel mehrerer Mechanismen verstehen. Herrschaft bedeutete die Konzentration politischer Entscheidungsgewalt und die Ausschaltung wirksamer Kontrolle. Gleichschaltung bedeutete die Unterordnung von Institutionen und gesellschaftlichen Bereichen unter die NS-Ideologie. Terror beseitigte Gegner, bedrohte Abweichende und schuf ein Klima der Angst.
Diese Mechanismen verstärkten einander. Ohne freie Presse wurde staatliche Gewalt schwerer öffentlich kontrollierbar. Ohne unabhängige Parteien, Gewerkschaften und Verbände fehlten organisierte Gegenkräfte. Ohne unabhängige Gerichte und gesicherte Grundrechte konnten staatliche Organe Menschen leichter verfolgen. Propaganda wiederum konnte Gewalt rechtfertigen, Gegner entmenschlichen und Zustimmung erzeugen.
Gerade deshalb ist das Thema für die Gegenwart bedeutsam. Demokratien schützen sich nicht nur durch Wahlen. Sie brauchen Grundrechte, Gewaltenteilung, unabhängige Gerichte, freie Medien, oppositionelle Parteien, eine aktive Zivilgesellschaft und die Möglichkeit, staatliches Handeln öffentlich zu kritisieren.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was geschah am 30. Januar 1933? (Hitler wurde von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt) (!Hitler wurde in einer direkten Volkswahl zum Reichspräsidenten gewählt) (!Die Weimarer Verfassung wurde an diesem Tag aufgehoben) (!Deutschland trat an diesem Tag in den Zweiten Weltkrieg ein)
Welche Wirkung hatte die Reichstagsbrandverordnung? (Sie setzte zentrale Grundrechte außer Kraft) (!Sie führte freie Rundfunkanstalten ein) (!Sie stärkte die Unabhängigkeit der Länder) (!Sie verbot der Regierung den Einsatz von Notverordnungen)
Was ermöglichte das Ermächtigungsgesetz von 1933? (Die Reichsregierung konnte ohne Zustimmung des Reichstags Gesetze beschließen) (!Der Reichstag konnte den Reichskanzler jederzeit allein absetzen) (!Die Länder erhielten zusätzliche Selbstständigkeit) (!Freie Gewerkschaften wurden gesetzlich geschützt)
Was bezeichnet Gleichschaltung im Nationalsozialismus? (Die Unterordnung staatlicher und gesellschaftlicher Einrichtungen unter das Regime) (!Die Einführung gleicher Löhne für alle Berufe) (!Die Aufteilung Deutschlands in unabhängige Länder) (!Die Wiederherstellung politischer Parteienvielfalt)
Was geschah mit den freien Gewerkschaften im Mai 1933? (Sie wurden zerschlagen und durch die Deutsche Arbeitsfront ersetzt) (!Sie übernahmen die Führung der Reichsregierung) (!Sie wurden vollständig unabhängig vom Staat) (!Sie gründeten gemeinsam eine neue Oppositionspartei)
Welche Institution war ein wichtiges Organ politischer Verfolgung? (Die Gestapo) (!Der freie Reichsrat) (!Das Bundesverfassungsgericht) (!Der Alliierte Kontrollrat)
Welche Bedeutung hatte Dachau ab 1933? (Dort bestand ein frühes Konzentrationslager des NS-Regimes) (!Dort tagte dauerhaft der Reichstag) (!Dort wurde die Weimarer Verfassung beschlossen) (!Dort befand sich die Zentrale aller freien Gewerkschaften)
Welche Funktion hatte nationalsozialistische Propaganda? (Sie sollte Wahrnehmung beeinflussen Zustimmung erzeugen und Feindbilder verbreiten) (!Sie sollte eine freie und unabhängige Presse sichern) (!Sie sollte politische Neutralität in Schulen garantieren) (!Sie sollte den Wettbewerb aller Parteien stärken)
Was änderte sich nach Hindenburgs Tod im August 1934? (Hitler vereinigte die Funktionen von Reichspräsident und Reichskanzler) (!Die Monarchie wurde wieder eingeführt) (!Die NSDAP verlor ihre Regierungsmehrheit und trat zurück) (!Deutschland erhielt eine neue demokratische Verfassung)
Welche Aussage beschreibt die Stabilisierung der NS-Diktatur am besten? (Sie beruhte auf dem Zusammenspiel von Machtkonzentration Gleichschaltung Propaganda Zustimmung und Terror) (!Sie beruhte ausschließlich auf freien Wahlen) (!Sie beruhte ausschließlich auf wirtschaftlicher Unterstützung aus dem Ausland) (!Sie beruhte auf vollständiger politischer Freiheit)
Memory
| Reichstagsbrandverordnung | Außerkraftsetzung zentraler Grundrechte |
| Ermächtigungsgesetz | Gesetzgebung der Regierung ohne wirksame Parlamentskontrolle |
| Gleichschaltung | Unterordnung pluralistischer Strukturen unter das NS-Regime |
| Gestapo | Politische Geheimpolizei |
| Dachau | Frühes Konzentrationslager |
| Propagandaministerium | Steuerung öffentlicher Kommunikation |
| Führerprinzip | Hierarchische Unterordnung |
| Deutsche Arbeitsfront | Ersatz für die zerschlagenen freien Gewerkschaften |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Reichstagsbrandverordnung | Einschränkung von Grundrechten |
| Ermächtigungsgesetz | Entmachtung des Parlaments |
| Parteienverbot | Einparteienstaat |
| Gewerkschaftszerschlagung | Kontrolle der Arbeitswelt |
| Schutzhaft | Haft ohne reguläres Gerichtsverfahren |
Kreuzworträtsel
| Gleichschaltung | Welcher NS-Begriff bezeichnet die erzwungene Unterordnung von Staat und Gesellschaft unter das Regime? |
| Gestapo | Wie hieß die politische Geheimpolizei des NS-Regimes? |
| Dachau | Welcher Ort steht für eines der ersten großen Konzentrationslager des NS-Regimes? |
| Reichstag | Wie hieß das deutsche Parlament dessen Macht 1933 weitgehend ausgeschaltet wurde? |
| Propaganda | Wie nennt man gezielte politische Beeinflussung durch Medien Botschaften und Inszenierungen? |
| Diktatur | Wie nennt man ein Herrschaftssystem ohne freie politische Konkurrenz und wirksame demokratische Kontrolle? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitstrahl erstellen: Gestalte einen Zeitstrahl für die wichtigsten Schritte von Januar 1933 bis August 1934 und erkläre bei jedem Ereignis in einem Satz, wie es die Demokratie schwächte.
- Begriffskarten: Erstelle Karten zu Reichstagsbrandverordnung, Ermächtigungsgesetz, Gleichschaltung, Führerprinzip, Gestapo und Schutzhaft. Formuliere jede Erklärung in Deinen eigenen Worten.
- Historische Bilder untersuchen: Wähle zwei Bilder aus dem aiMOOC und untersuche Motiv, Entstehungszeit, Urheber, mögliche Inszenierung und Aussagegrenzen.
- Propaganda erkennen: Gestalte ein heutiges Lernplakat, das mindestens fünf typische Mittel politischer Propaganda erklärt und jeweils zeigt, wie man sie kritisch hinterfragen kann.
Standard
- Grundrechte vergleichen: Vergleiche die durch die Reichstagsbrandverordnung eingeschränkten Rechte mit heutigen Grundrechten. Erkläre, weshalb rechtsstaatlicher Schutz mehr bedeutet als nur das Vorhandensein geschriebener Gesetze.
- Alltag unter Gleichschaltung: Untersuche an Schule, Jugend, Vereinen oder Arbeitswelt, wie politische Kontrolle den Alltag verändern konnte. Erstelle dazu eine Mindmap mit Ursachen und Folgen.
- Quellenvergleich: Vergleiche eine staatliche NS-Quelle mit einer kritischen oder nachträglich entstandenen Quelle. Arbeite Perspektive, Absicht, Sprache und Informationswert heraus.
- Digitaler Gedenkort: Recherchiere eine Gedenkstätte oder einen Erinnerungsort in Deiner Region und erstelle eine digitale Kurzpräsentation über die dort dokumentierte Verfolgungs- oder Widerstandsgeschichte.
Schwer
- Demokratieabbau analysieren: Beurteile die Aussage: „Die NS-Diktatur wurde zugleich mit rechtlichen Mitteln und durch Rechtsbruch errichtet.“ Begründe Deine Position mit mindestens vier Beispielen.
- Herrschaftsmodell untersuchen: Schreibe einen Vergleich zwischen einem streng zentralisierten Diktaturmodell und der tatsächlichen Konkurrenz verschiedener NS-Behörden. Erkläre, warum beides gleichzeitig vorkommen konnte.
- Lokales Forschungsprojekt: Untersuche anhand von Stadtarchiv, Zeitungsarchiv, Stolpersteinen oder Gedenktafeln, wie Gleichschaltung und Verfolgung an Deinem Wohn- oder Schulort sichtbar wurden. Dokumentiere Deine Quellen transparent.
- Transfer in die Gegenwart: Entwickle Kriterien, mit denen Du schleichenden Demokratieabbau erkennen könntest. Prüfe Deine Kriterien an einem selbst gewählten historischen oder aktuellen Beispiel, ohne vorschnelle Gleichsetzungen mit dem Nationalsozialismus vorzunehmen.


Lernkontrolle
- Mechanismen erklären: Zeige an einem Wirkungsdiagramm, wie Grundrechtsabbau, Entmachtung des Parlaments, Gleichschaltung und Terror einander verstärkten.
- Recht und Gewalt: Erkläre, warum ein Gesetz formal beschlossen sein kann und dennoch zur Zerstörung rechtsstaatlicher Ordnung beitragen kann. Nutze das Ermächtigungsgesetz als Ausgangspunkt.
- Medienwirkung: Analysiere, warum Propaganda besonders wirksam sein kann, wenn gleichzeitig unabhängige Medien eingeschränkt werden.
- Gesellschaftliche Gegenkräfte: Beurteile, welche Bedeutung unabhängige Gewerkschaften, Vereine, Parteien, Gerichte und Medien für den Schutz einer Demokratie haben.
- Herrschaft erklären: Nimm Stellung zur Aussage, die NS-Diktatur habe sich ausschließlich durch Angst gehalten. Beziehe Terror, Propaganda, Anpassung, Zustimmung und persönliche Vorteile ein.
- Quellenkritischer Transfer: Erkläre an einem der verwendeten Fotos, weshalb Entstehungskontext und Absicht entscheidend dafür sind, was eine historische Quelle aussagen kann.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du die Entwicklung von der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler bis zur gefestigten Diktatur 1934 in ihren Zusammenhängen erklären können. Wichtig ist, dass Du nicht nur Daten auswendig kennst, sondern Ursachen, Wirkungen und Wechselwirkungen verstehst.
- Reichstagsbrandverordnung: Bedeutung für Grundrechte und politische Verfolgung erklären
- Ermächtigungsgesetz: Bedeutung für Parlament, Gewaltenteilung und Gesetzgebung erläutern
- Gleichschaltung: Beispiele aus Staat, Parteien, Arbeitswelt, Kultur, Schule und Jugend zuordnen
- NS-Terror: Rolle von SA, SS, Gestapo, Schutzhaft und Konzentrationslagern erklären
- NS-Propaganda: Zusammenhang von Medienkontrolle, Führerkult und Feindbildern analysieren
- Antisemitismus: schrittweise Entrechtung und Radikalisierung der Verfolgung einordnen
- Widerstand gegen den Nationalsozialismus: unterschiedliche Formen und Risiken beurteilen
- Demokratie: Bedeutung von Grundrechten, Gewaltenteilung, Opposition, freien Medien und Zivilgesellschaft auf die Gegenwart übertragen
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