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Die leuchtende Fassade der Allianz Arena

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Die leuchtende Fassade der Allianz Arena




Einleitung

Die Allianz Arena in München-Fröttmaning ist nicht nur ein Fußballstadion, sondern auch ein weithin erkennbares Beispiel dafür, wie Architektur, Membranbau, Lichttechnik und visuelle Kommunikation zusammenwirken. Entworfen wurde die Arena von Herzog & de Meuron. Ihr prägendes Merkmal ist die weich wirkende, rautenförmig gegliederte Außenhaut aus luftgefüllten ETFE-Folienkissen. Tagsüber erscheint sie hell und plastisch, nachts kann sie selbst zum leuchtenden Körper werden.

Dach und Fassade bestehen zusammen aus 2.784 rautenförmigen ETFE-Kissen und umfassen etwa 66.500 m². Davon können 1.056 Kissen im für Passanten sichtbaren Fassadenbereich beleuchtet werden. Die beleuchtete Fläche beträgt rund 26.000 m². Seit 2015 erzeugen mehr als 300.000 LEDs auf rund 6.500 Leuchten fein abgestufte und dynamische Lichtbilder. Das System kann nach Hersteller- und Betreiberangaben etwa 16 Millionen Farben darstellen.

In diesem aiMOOC untersuchst Du, warum die Fassade technisch funktioniert, wie aus einer dünnen Folie ein dauerhaftes Bauteil wird, wie digitale Lichtsteuerung Farben und Bewegungen erzeugt und warum die Arena dadurch zu einem Wahrzeichen geworden ist.


Architektur als Leuchtkörper

Der Entwurf von Herzog & de Meuron entstand im Wettbewerb 2001/2002; die Realisierung folgte von 2002 bis 2005. Die Architekten beschrieben drei zentrale räumliche Ideen: das Stadion als veränderlicher Leuchtkörper in der offenen Landschaft, die inszenierte Ankunft der Zuschauer über die Esplanade und den innenräumlichen Eindruck eines stadionartigen „Kraters“. Damit ist die Fassade kein nachträglich aufgesetztes Dekor, sondern Teil des architektonischen Grundkonzepts.

Die Arena wirkt aus der Ferne als kompakter, ovaler Körper. Aus der Nähe löst sich diese Gesamtform in ein regelmäßiges Netz aus schräg gestellten Rauten auf. Die weichen Wölbungen der Kissen stehen dabei im Kontrast zu den präzisen Linien der tragenden Rahmen. Genau dieser Wechsel zwischen Gesamtform und Detailstruktur macht die Fassade stark wiedererkennbar.

Die offizielle Eröffnung fand am 30. und 31. Mai 2005 statt. Schon beim ersten offiziellen Lichttest am 21. Oktober 2004 wurden 120 Membrankissen in Rot, Weiß und Blau beleuchtet. Damit war die Idee der farblich kommunizierenden Außenhaut bereits während der Bauphase sichtbar.


Membrankissen: Material, Luftdruck und Tragwirkung

ETFE steht für Ethylen-Tetrafluorethylen. Es ist ein sehr leichter, transparenter beziehungsweise transluzenter Fluorkunststoff, der sich für leichte Gebäudehüllen eignet. An der Allianz Arena ist die Folie nur etwa 0,2 mm dick und wiegt nach Betreiberangaben rund 350 g/m². Im Dachbereich ist sie transparent, im Fassadenbereich überwiegend transluzent weiß. Dadurch kann Licht in die Hülle eindringen beziehungsweise aus ihr austreten, ohne dass die Außenhaut wie klares Fensterglas wirkt.

Die Folien werden als pneumatisch gestützte Kissen in Rahmen eingespannt. Ventilatoren halten im Regelbetrieb einen leichten Überdruck von etwa 350 Pascal aufrecht; bei Bedarf kann der Druck erhöht werden. Der Luftdruck spannt die Folie, stabilisiert ihre Form und hilft, äußere Lasten aufzunehmen. Bei Schnee wird der Druck überwacht und angepasst.

Die Kissen sind nicht alle identisch. Nach Angaben des Betreibers besitzen 1.380 Kissen unterschiedliche Größen und Formen; die Einzelflächen reichen ungefähr von 7,6 bis 40,7 m². Die variierende Geometrie ermöglicht es, die doppelt gekrümmte Gesamtform des Stadions mit einem rautenförmigen Muster zu überziehen.

Merkmal Technischer Wert Bedeutung
Werkstoff ETFE-Folie Sehr leichte, lichtdurchlässige Gebäudehaut
Foliendicke ca. 0,2 mm Dünne Membran statt massiver Fassadenplatte
Gesamtzahl der Kissen 2.784 Dach und Fassade zusammen
Gesamtfläche ca. 66.500 m² Dach- und Fassadenhülle zusammen
Beleuchtbare Kissen 1.056 Sichtbarer Fassadenbereich
Beleuchtete Fläche ca. 26.000 m² Etwa 3,5 Fußballfelder nach Betreiberangaben
Regelüberdruck ca. 350 Pa Stabilisiert die pneumatischen Kissen

Merke: Eine Membran trägt anders als eine massive Wand. Sie ist besonders leistungsfähig, wenn ihre Form und Spannung kontrolliert werden. Bei der Allianz Arena bilden Folie, Luftdruck, Rahmen und Stahltragwerk deshalb ein gemeinsames System.


Warum die Kissen leuchten können

Die Fassadenkissen sind transluzent. Das bedeutet: Sie lassen Licht hindurch, zerstreuen es aber so, dass keine klare Durchsicht entsteht. Diese Eigenschaft ist für die Lichtwirkung entscheidend. Die Lichtquellen bleiben optisch im Hintergrund, während die Kissenoberfläche selbst als große leuchtende Fläche erscheint.

Dadurch entsteht kein Eindruck einzelner kleiner Lampen, sondern ein weitgehend homogenes Leuchten. Gleichzeitig bleiben die Wölbung und die Rautenstruktur sichtbar. Licht macht die räumliche Form der Kissen also nicht unsichtbar, sondern hebt sie hervor.


Beleuchtungstechnik: vom Leuchtstoffrohr zur digitalen LED-Fassade

Bis 2015 konnte die Fassade mit der damaligen Technik im Wesentlichen in Rot, Blau oder Weiß leuchten. Die Beleuchtung arbeitete mit Leuchtstoffröhren und farblich getrennten Lichtwegen. Das war für die ursprüngliche Identitätsidee wirkungsvoll, ließ aber nur ein begrenztes Farbspektrum und weniger flexible dynamische Abläufe zu.

2014/2015 wurde die Fassadenbeleuchtung grundlegend auf LED-Technik umgerüstet. Seitdem arbeiten hinter den 1.056 beleuchtbaren Kissen mehr als 300.000 LEDs in ungefähr 6.500 Philips-ColorGraze-Leuchten. Pro beleuchtbarem Kissen sind im Mittel mehrere Leuchten angeordnet. Die Steuerung koordiniert Helligkeit, Farbe und zeitliche Abläufe digital.

Die neue Anlage kann nach Herstellerangaben ungefähr 16 Millionen Farben erzeugen. Solche Farbräume entstehen durch die fein abgestufte Mischung farbiger LED-Kanäle. Entscheidend ist nicht nur, welche Farbe ein Kissen erhält, sondern auch wann, wie hell und in welcher Abfolge unterschiedliche Fassadenbereiche angesteuert werden.

Herzog & de Meuron entwickelten für spielfreie Abende zwölf dynamische Übergangsszenarien. Dazu gehören formbasierte Wellen, pixelartig wirkende Wolken, spaltenbasierte Verläufe und zeilenbasierte Umläufe. Dadurch wird die Fassade zu einer zeitabhängigen Architektur: Ihre Erscheinung verändert sich nicht durch bewegte Bauteile, sondern durch gesteuertes Licht.

Nach Angaben von Philips beziehungsweise Signify spart die 2015 eingeführte LED-Technik gegenüber der früheren Fassadenbeleuchtung rund 60 Prozent Energie und etwa 362 Tonnen CO₂ pro Jahr. Diese Zahl beschreibt eine Einsparung gegenüber dem vorherigen System; sie bedeutet nicht, dass künstliche Beleuchtung grundsätzlich ohne Umweltwirkung ist.


Farben als Information, Identität und Atmosphäre

Farben sind an der Allianz Arena nicht bloß Schmuck. Im ursprünglichen Nutzungskonzept sollte die Fassade bereits von außen anzeigen, welcher Münchner Verein im Stadion spielte: Rot stand für den FC Bayern München, Blau für den TSV 1860 München, Weiß wurde unter anderem bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft verwendet.

Der TSV 1860 München beendete 2017 sein Mietverhältnis mit der Arena. Damit ist die frühere Zuordnung „Blau = Heimspiel des TSV 1860“ heute historisch. Technisch kann die LED-Fassade jedoch weiterhin viele Farbtöne und speziell programmierte Szenarien darstellen.

Farben erfüllen mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie können Vereinsidentität ausdrücken, Ereignisse markieren, Stimmungen erzeugen und den Baukörper visuell verändern. Für die Wahrnehmung ist dabei wichtig, dass Farbe nie unabhängig vom Umfeld wirkt. Dämmerung, Nebel, Blickabstand, Helligkeit und benachbarte Lichtquellen verändern den Farbeindruck.


Licht als digitales Gestaltungsmaterial

Bei einer klassischen Fassade werden Material, Öffnungen, Relief und Farbe meist dauerhaft gebaut. Bei einer digital gesteuerten Lichtfassade kommt die Zeit als weitere Gestaltungsebene hinzu. Ein statisches rotes Bild wirkt anders als eine langsam wandernde Helligkeitswelle oder ein sanfter Farbverlauf.

Du kannst die Fassade deshalb wie ein räumliches System aus adressierbaren Bereichen verstehen. Aus vielen Einzelbereichen entsteht ein Gesamtbild. Dieses Prinzip kennst Du auch von Pixeln eines Bildschirms, allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Die Allianz Arena ist kein flacher Monitor. Jedes „Bildelement“ ist ein großes, dreidimensional gewölbtes Membrankissen, das aus unterschiedlichen Winkeln gesehen wird.

Daraus ergeben sich besondere Gestaltungsfragen: Wie schnell darf sich ein Lichtbild verändern, damit die Architektur lesbar bleibt? Wie stark müssen Helligkeitsunterschiede sein, damit eine Welle aus großer Entfernung sichtbar wird? Wie kann eine Animation spektakulär wirken, ohne die plastische Rautenstruktur zu überdecken?


Wahrzeichenwirkung: Warum erkennt man die Arena sofort?

Ein Wahrzeichen ist ein Bauwerk oder Zeichen mit besonders hoher Wiedererkennbarkeit und symbolischer Bedeutung für einen Ort. Die Allianz Arena erreicht diese Wirkung durch mehrere Merkmale zugleich.

  1. Silhouette: Die kompakte ovale Gesamtform ist bereits aus großer Entfernung erkennbar.
  2. Fassadenstruktur: Das Netz aus gewölbten Rauten erzeugt eine ungewöhnliche, eindeutige Oberfläche.
  3. Materialwirkung: Die helle ETFE-Haut wirkt tagsüber leicht und nachts wie ein diffuser Lichtkörper.
  4. Farbwechsel: Die Erscheinung kann sich je nach Anlass sichtbar verändern.
  5. Nutzung und Erinnerung: Fußballspiele und internationale Großereignisse verbinden persönliche und kollektive Erinnerungen mit dem Gebäude.
  6. Mediale Präsenz: Fotografien und Fernsehbilder der leuchtenden Arena verbreiten ihre Form weit über München hinaus.

Herzog & de Meuron wollten ausdrücklich einen Bau schaffen, der auch für Menschen interessant ist, die sich nicht für Fußball interessieren. Die wechselnde Außenwirkung erweitert das Stadion vom Funktionsbau zum städtischen Zeichen. Gleichzeitig ist die Arena ein Beispiel dafür, dass ein Wahrzeichen heute auch Marke, Medienbild und Eventarchitektur sein kann.


Nachhaltigkeit und kritische Perspektive

Die LED-Umrüstung zeigt, dass technische Modernisierung den Energiebedarf eines bestehenden Lichtkonzepts deutlich reduzieren kann. Für eine umfassende Nachhaltigkeitsbewertung reicht aber die Betrachtung des Stromverbrauchs allein nicht aus. Auch Herstellung, Wartung, Lebensdauer, Austausch von Bauteilen, Materialkreisläufe und mögliche Auswirkungen nächtlicher Beleuchtung gehören zu einer Lebenszyklusanalyse.

ETFE ist sehr leicht, witterungsbeständig und besitzt eine schmutzabweisende Oberfläche. Das kann Material- und Reinigungsaufwand reduzieren. Gleichzeitig bleibt es ein Kunststoff, dessen Herstellung und späteres Materialmanagement berücksichtigt werden müssen.

Auch Licht ist ambivalent. Es kann Orientierung, Identität und ästhetische Qualität schaffen, trägt aber bei zu hoher Intensität oder unnötig langer Betriebsdauer zur Lichtverschmutzung bei. Eine gute Lichtplanung fragt deshalb nicht nur: „Was ist technisch möglich?“, sondern auch: „Welche Lichtmenge, Dauer und Dynamik ist für den Zweck wirklich nötig?“


Bau- und Lichtgeschichte im Überblick

Zeitraum Entwicklung Bedeutung für die Fassade
2001 Bürgerentscheid und Architekturwettbewerb Der Standort Fröttmaning und das neue Stadionprojekt werden politisch und planerisch konkret.
2002 bis 2005 Planung und Realisierung Die Idee des leuchtenden, rautenförmigen Baukörpers wird konstruktiv umgesetzt.
26. Mai 2004 Erstes Membrankissen montiert Beginn der sichtbaren ETFE-Hülle.
21. Oktober 2004 Erster offizieller Lichttest 120 Kissen leuchten in Blau, Weiß und Rot.
8. März 2005 Letztes Kissen eingebaut Die Membranhülle ist geschlossen.
30. und 31. Mai 2005 Eröffnungsfeiern Die Arena nimmt den regulären Betrieb auf.
2014 bis 2015 Umrüstung auf LED-Fassadenbeleuchtung Digitale Steuerung, dynamische Szenarien und stark erweitertes Farbspektrum.
12. Juli 2017 Ende des Mietverhältnisses mit TSV 1860 München Die frühere blaue Heimspiel-Zuordnung wird historisch.


Fachbegriffe kompakt

Begriff Erklärung
ETFE Leichter Fluorkunststoff, der als transparente oder transluzente Folie eingesetzt werden kann.
Membran Dünnes, flächiges Bauteil, das Lasten vor allem über Zugspannungen trägt.
Pneumatik Nutzung von Luftdruck zur Stabilisierung oder Bewegung technischer Systeme.
Transluzenz Lichtdurchlässigkeit ohne klare Durchsicht.
LED Leuchtdiode; effiziente, gut steuerbare Halbleiterlichtquelle.
Lichtsteuerung Technisches System zur Regelung von Farbe, Helligkeit, Bereichen und zeitlichen Abläufen.
Fassade Äußere Gebäudehülle mit technischen, klimatischen und gestalterischen Aufgaben.
Wahrzeichen Stark wiedererkennbares Bauwerk oder Zeichen mit symbolischer Ortswirkung.


Quellen und Vertiefung

  1. Allianz Arena – offizielle Zahlen, Fakten und technische Informationen
  2. Allianz Arena – offizielle Bau- und Nutzungsgeschichte
  3. Herzog & de Meuron – Projektbeschreibung der Allianz Arena
  4. Signify – technische Angaben zur LED-Umrüstung von 2015
  5. Wikimedia Commons – freie Medien zur Allianz Arena

Quellenhinweis: Für die Zahl der Membrankissen folgt dieser aiMOOC der aktuellen deutschsprachigen technischen Übersicht des Betreibers mit 2.784 Kissen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Aus welchem Werkstoff bestehen die charakteristischen Folienkissen der Allianz Arena? (ETFE) (!PVC) (!Acrylglas) (!Aluminium)




Wie viele ETFE-Kissen bilden nach der aktuellen deutschsprachigen Betreiberangabe Dach und Fassade zusammen? (2784) (!1056) (!6500) (!300000)




Wie viele Kissen im sichtbaren Fassadenbereich können beleuchtet werden? (1056) (!2784) (!1380) (!120)




Wie dick ist die ETFE-Folie ungefähr? (0,2 Millimeter) (!2 Millimeter) (!20 Millimeter) (!200 Millimeter)




Welcher physikalische Effekt stabilisiert die Membrankissen wesentlich? (Luftüberdruck) (!Magnetismus) (!Unterdruck) (!Kapillarwirkung)




Welche Technik ersetzte 2015 die frühere Fassadenbeleuchtung? (LED-Technik) (!Gasbeleuchtung) (!Kerzenlicht) (!Laserprojektion)




Wie viele Farben kann die neue Fassadenbeleuchtung ungefähr darstellen? (16 Millionen) (!16) (!160) (!1600)




Wie groß ist die beleuchtete Fassadenfläche ungefähr? (26000 Quadratmeter) (!260 Quadratmeter) (!2600 Quadratmeter) (!260000 Quadratmeter)




Welches Architekturbüro entwarf die Allianz Arena? (Herzog und de Meuron) (!Foster and Partners) (!Zaha Hadid Architects) (!OMA)




Welches Merkmal trägt besonders zur Wahrzeichenwirkung der Arena bei? (Die veränderlich leuchtende Rautenfassade) (!Eine vollständig geschlossene Betonwand) (!Ein unsichtbares Dach) (!Eine Fassade ohne Wiedererkennungswert)





Memory

ETFE Fassadenfolie
Membrankissen Luftdruckstabilisiertes Hüllelement
Transluzenz Lichtstreuende Durchlässigkeit
Pneumatik Stabilisierung durch Überdruck
LED Leuchtdiode
Lichtsteuerung Programmierte Szenarien
Rautenstruktur Wiederkehrendes Fassadenmuster
Wahrzeichen Symbolischer Ortsträger





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
ETFE-Folie Membranwerkstoff
Luftüberdruck Kissenstabilisierung
Transluzente Außenhaut Lichtstreuung
LED-Leuchten Farberzeugung
Digitale Steuerung Dynamische Lichtszenarien
Rautenraster Fassadenrhythmus




...


Kreuzworträtsel

ETFE Welcher vierbuchstabige Kunststoff wird für die Folienkissen verwendet?
Pneumatik Welches technische Prinzip stabilisiert die Kissen mithilfe von Luftdruck?
Transluzenz Wie heißt Lichtdurchlässigkeit ohne klare Durchsicht?
Rauten Welche geometrische Grundform prägt das Fassadenmuster?
Herzog Welcher Nachname gehört zu einem der beiden namensgebenden Architekten?
Wahrzeichen Wie nennt man ein stark wiedererkennbares Bauwerk mit symbolischer Ortswirkung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die charakteristische Gebäudehaut der Allianz Arena besteht aus

.
Dach und Fassade werden zusammen von

Folienkissen gebildet.
Im sichtbaren Fassadenbereich können

Kissen beleuchtet werden.
Die Folie ist ungefähr

dick.
Im Regelbetrieb stabilisiert ein Überdruck von etwa

die Membrankissen.
Die beleuchtete Außenfläche umfasst rund

.
Seit 2015 arbeitet die Fassadenbeleuchtung mit

.
Das neue Lichtsystem kann ungefähr

darstellen.
Die Architekten der Arena sind

.
Die frühe rote Beleuchtung signalisierte Heimspiele des

.
Die frühere blaue Heimspiel-Zuordnung gehörte zum

.
Durch ihre veränderliche Leuchtwirkung wurde die Arena zu einem markanten

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fassadenbeobachtung: Suche drei Fotos der Allianz Arena bei Tag, Dämmerung und Nacht und beschreibe, wie sich Materialwirkung, Rautenstruktur und Silhouette verändern.
  2. Materialsteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu ETFE mit den Rubriken Materialart, typische Eigenschaften, Chancen und Grenzen im Membranbau.
  3. Farbwirkung: Gestalte drei kleine Farbentwürfe für die Arena und notiere jeweils, welche Stimmung oder Information die Farbe vermitteln soll.
  4. Begriffsnetz: Zeichne ein Begriffsnetz, das ETFE, Membran, Luftdruck, Transluzenz, LED, Lichtsteuerung und Wahrzeichen sinnvoll verbindet.


Standard

  1. Modellbau: Baue aus Folie, Papierstreifen und einem Rahmen ein vereinfachtes Membrankissen-Modell und dokumentiere, welche Formänderungen durch Spannung oder Luft auftreten.
  2. Lichtversuch: Untersuche mit einer Taschenlampe verschiedene transparente und transluzente Materialien und vergleiche Schatten, Blendung und Lichtstreuung.
  3. Lichtkonzept: Entwickle ein storyboardartiges Lichtprogramm aus mindestens sechs Zuständen für ein fiktives Ereignis und begründe Farbe, Helligkeit und Übergang.
  4. Architekturanalyse: Erstelle eine bebilderte Analyse, in der Du erklärst, wie Form, Material, Tragwerk und Licht gemeinsam die Wahrzeichenwirkung erzeugen.


Schwer

  1. Energievergleich: Entwickle ein Rechenmodell, mit dem Du den Energiebedarf zweier hypothetischer Fassadenbeleuchtungen vergleichst, und diskutiere, welche Annahmen das Ergebnis beeinflussen.
  2. Lebenszyklusanalyse: Entwirf eine vereinfachte Lebenszyklusbetrachtung für ETFE-Hülle und LED-System von Herstellung über Nutzung und Wartung bis zum Austausch.
  3. Stadtraumdebatte: Führe eine strukturierte Debatte zur Frage „Darf ein Stadion gleichzeitig städtisches Wahrzeichen und Markenmedium sein?“ und sichere Pro- und Contra-Argumente mit Quellen.
  4. Medienprojekt: Produziere ein zwei- bis vierminütiges Erklärvideo oder eine Audio-Reportage über Membrankissen, Lichtsteuerung und Wahrzeichenwirkung; trenne dabei nachprüfbare Fakten klar von Deiner eigenen Bewertung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Systemdenken: Erkläre anhand einer Ursache-Wirkungs-Kette, warum ETFE-Folie allein noch keine funktionierende Stadionfassade ergibt und welche Rollen Rahmen, Luftdruck und Lichttechnik übernehmen.
  2. Techniktransfer: Übertrage das Prinzip der transluzenten, hinterleuchteten Membran auf ein anderes Gebäude. Welche Funktionen wären sinnvoll und welche Probleme könnten entstehen?
  3. Gestaltungsanalyse: Vergleiche ein statisches weißes Lichtbild mit einer dynamischen Farbwelle. Beurteile, wie beide Varianten die Wahrnehmung von Form und Rautenstruktur verändern.
  4. Nachhaltigkeitsbewertung: Beurteile die Aussage „LED-Beleuchtung macht die Fassade nachhaltig“. Entwickle ein differenziertes Urteil, das Energie, Material, Betriebsdauer und Lichtverschmutzung berücksichtigt.
  5. Wahrzeichenanalyse: Entwickle Kriterien für ein architektonisches Wahrzeichen und prüfe damit, welche dieser Kriterien die Allianz Arena erfüllt.
  6. Kommunikationsdesign: Entwirf ein Farbsystem für drei unterschiedliche Ereignistypen und begründe, wie Missverständnisse vermieden werden können, wenn Farbe als Information dient.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Einzelzahlen wiedergeben, sondern technische und gestalterische Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Du kannst den Aufbau und die Funktion eines pneumatisch gestützten ETFE-Membrankissens erklären.
  2. Du kannst unterscheiden, welche Flächenangaben Dach und Fassade zusammen und welche nur den beleuchtbaren Fassadenbereich betreffen.
  3. Du kannst erläutern, wie Transluzenz die homogene Lichtwirkung unterstützt.
  4. Du kannst die Umstellung von der früheren Beleuchtung auf die digitale LED-Technik technisch und gestalterisch einordnen.
  5. Du kannst erklären, wie Farbe, Helligkeit und zeitliche Steuerung zu einem architektonischen Kommunikationsmittel werden.
  6. Du kannst die historische Bedeutung von Rot, Blau und Weiß korrekt einordnen und die Änderung seit dem Auszug des TSV 1860 München 2017 berücksichtigen.
  7. Du kannst begründet beurteilen, warum die Arena als Wahrzeichen wirkt.
  8. Du kannst Energieeffizienz von einer umfassenden Nachhaltigkeitsbewertung unterscheiden.




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