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Die Hanse - Geschichte

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Die Hanse - Geschichte




Die Hanse - Geschichte

Studienfach Geschichte
Zeitlicher Schwerpunkt Hochmittelalter, Spätmittelalter und Frühe Neuzeit
Räumlicher Schwerpunkt Nordsee, Ostsee und das nördliche Europa
Leitperspektiven Wirtschaftsgeschichte, Stadtgeschichte, Sozialgeschichte, Politische Geschichte, Globalgeschichte und Geschichtskultur
Geeignet für gymnasiale Oberstufe, Ausbildung, Erwachsenenbildung und Studium


Einleitung

Die Hanse war kein Staat, kein einheitlich gegründeter Bund und keine Organisation mit einer modernen Verfassung. Sie entwickelte sich vielmehr über Jahrhunderte aus den Kooperationen reisender Kaufleute, aus städtischen Bündnissen und aus einem weitgespannten Netz von Handelsprivilegien. Vom 12. bis zum 17. Jahrhundert verband dieses Netzwerk zahlreiche Städte, Märkte und Hafenplätze zwischen Nowgorod, Bergen, London, Brügge, Lübeck, Danzig, Riga und vielen weiteren Orten. Seine Akteure handelten mit Waren, Informationen, Kredit, Schutz und politischem Einfluss.

In diesem aiMOOC untersuchst Du die Hanse als historisches Phänomen. Du lernst, zwischen der frühen Kaufmannshanse und der später stärker von Stadträten getragenen Städtehanse zu unterscheiden, ohne einen scharfen Übergang zu behaupten. Du analysierst Handelsräume, Institutionen, Konflikte und soziale Ungleichheiten. Außerdem prüfst Du verbreitete Bilder von der Hanse als „Supermacht“, „Vorläuferin der Europäischen Union“ oder ausschließlich friedlichem Handelsbund.

Die Karte zeigt wichtige Hansestädte, regionale Gruppen und auswärtige Kontore um 1400. Karten sind historische Deutungsangebote: Grenzen, Mitgliedschaften und Handelsintensitäten waren in der Realität weniger eindeutig.

Leitfragen des Kurses: Wie konnte ein Netzwerk ohne zentrale Regierung über große Entfernungen handeln und politisch handeln? Wer profitierte davon, wer trug die Risiken, und warum verlor die Hanse langfristig an Bedeutung?


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du:

  1. Hanse: die Hanse als wandelbares Netzwerk von Kaufleuten, Städten und Privilegien erklären.
  2. Chronologie: zentrale Entwicklungsphasen vom 12. bis zum 17. Jahrhundert historisch einordnen.
  3. Handelsnetzwerk: wichtige Routen, Kontore, Warenströme und Transportformen beschreiben.
  4. Institution: Hansetage, Rezesse, Boykotte, Bündnisse und Finanzierungsformen analysieren.
  5. Quellenkritik: Urkunden, Ratsbeschlüsse, Kaufmannsbriefe, Rechnungen, Siegel und Sachquellen kritisch auswerten.
  6. Multiperspektivität: Kaufleute, Ratsherren, Handwerker, Seeleute, Frauen, Konkurrenten und Herrschaftsträger unterscheiden.
  7. Historisches Urteil: Erklärungen für Aufstieg, Wandel und Bedeutungsverlust der Hanse gegeneinander abwägen.
  8. Geschichtskultur: moderne Erinnerungsbilder, Stadtmarketing und politische Deutungen der Hanse beurteilen.


Begriff, Raum und Zeit


Was bedeutet „Hanse“?

Das Wort Hanse bezeichnete ursprünglich eine Schar, Gemeinschaft oder Genossenschaft. Im hochmittelalterlichen Fernhandel schlossen sich Kaufleute zusammen, um Reisen zu organisieren, Risiken zu teilen, Rechte zu sichern und Konflikte gemeinsam auszutragen. Solche Zusammenschlüsse entstanden nicht nur im Ostseeraum. Für die Geschichte der Deutschen Hanse wurden jedoch vor allem die niederdeutschen Kaufleute bedeutsam, die zwischen Nord- und Ostsee sowie in west- und osteuropäischen Märkten tätig waren.

Die Hanse hatte kein eindeutig festlegbares Gründungsdatum. Ereignisse wie das Artlenburger Privileg von 1161, die Zusammenarbeit Lübecks und Hamburgs im 13. Jahrhundert oder der erste überlieferte allgemeine Städtetag von 1356 markieren wichtige Entwicklungsschritte. Keines dieser Ereignisse war jedoch eine Gründung im modernen Sinn. Historikerinnen und Historiker sprechen deshalb von einem langen, ungleichmäßigen Entstehungsprozess.

Das älteste bekannte Lübecker Stadtsiegel von 1223 zeigt ein Schiff. Siegel beglaubigten Rechtsakte und vermittelten zugleich politische Selbstbilder.


Kaufmannshanse und Städtehanse

Die Kaufmannshanse beruhte vor allem auf persönlich verbundenen Gruppen reisender Kaufleute. Schutzgemeinschaften, Eide, Verwandtschaft, Herkunft, gemeinsames Recht und gegenseitige Hilfe reduzierten die Unsicherheit des Fernhandels. Mit dem wirtschaftlichen Wachstum norddeutscher Städte übernahmen deren Räte zunehmend Aufgaben der Interessenvertretung. Sie entsandten Gesandte, verhandelten Privilegien, organisierten Boykotte und schlossen Bündnisse. Diese Entwicklung wird als Übergang zur Städtehanse beschrieben.

Der Übergang verlief weder überall gleichzeitig noch vollständig. Kaufleute blieben die Träger des Handels, während Städte politische und rechtliche Rahmenbedingungen schufen. Auch im Spätmittelalter war die Hanse keine geschlossene Föderation. Die Teilnahme an gemeinsamen Maßnahmen hing von Interessen, Kosten, Entfernungen und lokalen Konflikten ab.


Der hansische Raum

Der hansische Raum reichte von den Niederlanden und England bis in den russischen Nordwesten sowie von Skandinavien bis zu binnenländischen Handelsstädten. Zu den häufig genannten Hansestädten gehören Lübeck, Hamburg, Bremen, Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald, Lüneburg, Braunschweig, Köln, Münster, Dortmund, Danzig, Elbing, Thorn, Königsberg, Riga, Reval und Dorpat. Die Zugehörigkeit war jedoch nicht durch ein dauerhaftes Mitgliederregister geregelt.

Historische Karte zur Ausdehnung der Hanse um 1400. Die farbigen Gruppen vereinfachen ein Netzwerk, dessen Bindungen unterschiedlich stark und zeitlich wandelbar waren.


Voraussetzungen und Entstehung


Urbanisierung, Herrschaft und Ostseeraum

Seit dem 12. Jahrhundert veränderten Urbanisierung, Ostsiedlung, Stadtgründungen und Herrschaftsausbau den südlichen Ostseeraum. Neue und ältere Handelsplätze wurden miteinander verbunden. Lübeck gewann durch seine Lage zwischen Ostsee und den Verkehrswegen nach Hamburg und in den Nordseeraum eine zentrale Stellung. Visby auf Gotland blieb zunächst eine bedeutende Drehscheibe des Ostseehandels und stand zugleich in Kooperation und Konkurrenz zu Lübeck.

Das Artlenburger Privileg von 1161 regelte Rechte gotländischer und deutscher Kaufleute. Es zeigt, wie wichtig der Schutz durch Fürsten und die rechtliche Anerkennung fremder Händler waren. In der älteren Forschung wurde das Privileg gelegentlich als „Geburtsurkunde“ der Hanse bezeichnet. Heute wird stärker betont, dass bereits vorher Handelsbeziehungen bestanden und dass die Hanse aus mehreren Entwicklungen hervorging.


Vertrauen, Recht und Kommunikation

Fernhandel war riskant. Schiffe konnten sinken, Waren verdarben, Gewalt bedrohte Reisende, Münzen und Maße unterschieden sich, und Geschäftspartner konnten Verträge brechen. Kaufleute begegneten diesen Problemen mit:

  1. Genossenschaft: gemeinschaftlich organisierten Reisen, Schutzabsprachen und gegenseitiger Hilfe.
  2. Privileg: ausgehandelten Zollvorteilen, Gerichtsrechten, Niederlassungsrechten und Schutzversprechen.
  3. Handelsgesellschaft: zeitlich begrenzten Partnerschaften, Kapitalbeteiligungen und geteilten Risiken.
  4. Kredit: Zahlungsaufschub, Schuldscheinen, Wechselbeziehungen und Vertrauensnetzwerken.
  5. Mittelniederdeutsch: einer wichtigen Verkehrs- und Geschäftssprache in weiten Teilen des hansischen Raums.
  6. Brief: regelmäßiger schriftlicher Kommunikation über Preise, Schulden, Qualität, Politik und persönliche Beziehungen.

Vertrauen entstand nicht nur durch persönliche Nähe. Es wurde durch wiederholte Geschäfte, Ruf, Verwandtschaft, städtische Gerichte, Kontorordnungen und die Drohung mit Ausschluss abgesichert. Das hansische Netzwerk verband deshalb informelle Beziehungen mit formalen Rechtsmitteln.


Schiffe und maritime Infrastruktur

Die Kogge wurde zum bekanntesten Symbol der Hanse. Ihr breiter Rumpf bot viel Frachtraum, und ihre Bauweise eignete sich für den Transport großer Warenmengen. Allerdings war die Kogge weder das einzige hansische Schiff noch eine Erfindung der Hanse. Im Laufe der Zeit kamen andere Schiffstypen wie Holk und Kraweel hinzu. Häfen benötigten Kaianlagen, Speicher, Kräne, Waagen, Lotsen, Handwerker und Arbeitskräfte.

Eine mittelalterliche Kogge auf einem Stralsunder Siegel. Das Bild ist zugleich Quelle für Schiffsdarstellung und städtische Symbolpolitik.

Die moderne Rekonstruktion „Lisa von Lübeck“ veranschaulicht Dimensionen und Segeltechnik. Rekonstruktionen sind keine unmittelbaren Überreste, sondern wissenschaftlich begründete Modelle.


Organisation und politische Praxis


Kein Staat, aber handlungsfähig

Die Hanse besaß keinen Monarchen, kein Parlament im modernen Sinn, kein dauerhaftes Zentralbudget und keine einheitliche Armee. Dennoch konnte sie in bestimmten Situationen gemeinsam handeln. Ihre politische Praxis beruhte auf Verhandlungen zwischen autonomen Städten, auf dem Einfluss mächtiger Kaufleute, auf gemeinsamen Interessen und auf der Anerkennung hansischer Privilegien durch fremde Herrscher.

Lübeck nahm häufig eine führende Rolle ein. Die Stadt lud zu Versammlungen ein, führte Schriftverkehr und bewahrte Beschlüsse. Sie war jedoch keine Hauptstadt mit rechtlicher Befehlsgewalt. Andere große Städte wie Köln, Hamburg, Danzig, Braunschweig oder Riga verfolgten eigene Interessen und konnten Lübecker Positionen ablehnen.


Hansetag und Hanserezess

Auf Hansetagen berieten Gesandte über Privilegien, Konflikte, Boykotte, Krieg, Frieden, Münzen, Handelsregeln und Beziehungen zu Herrschern. Ein Hanserezess hielt Beratungen und Beschlüsse schriftlich fest. Solche Rezesse sind zentrale Quellen der Hanseforschung.

Beschlüsse wurden möglichst im Konsens gefasst. Da viele Städte gar nicht oder nur unregelmäßig teilnahmen, mussten Ergebnisse in den einzelnen Städten angenommen und umgesetzt werden. Ein Rezess war deshalb nicht automatisch ein überall geltendes Gesetz. Die Wirksamkeit der Hanse hing von Zustimmung, Reputation, gegenseitigem Druck und der Bereitschaft zur Finanzierung ab.


Regionen, Drittel und Quartiere

Zur Koordination wurden Städte nach Regionen zusammengefasst. In Quellen und Forschung begegnen Bezeichnungen wie wendische Städte, sächsische, westfälische, preußische und livländische Städte. Auch Drittel und später Quartiere dienten der Gliederung. Diese Ordnungen waren nicht durchgehend gleich und dürfen nicht wie moderne Verwaltungsbezirke verstanden werden.

Regionale Nähe erleichterte Absprachen, doch wirtschaftliche Interessen konnten quer zu den Gruppen verlaufen. Eine Binnenstadt mit Tuchhandel hatte andere Prioritäten als eine Hafenstadt, die von Getreideexport, Fischhandel oder Schifffahrt lebte.


Finanzierung und Durchsetzung

Gemeinsame Politik kostete Geld. Der Pfundzoll war eine auf den Warenwert bezogene Abgabe, die zeitweise zur Finanzierung militärischer oder diplomatischer Maßnahmen erhoben wurde. Weitere Instrumente waren:

  1. Handelsboykott: die koordinierte Unterbrechung des Handels mit einem Markt oder Herrschaftsgebiet.
  2. Verhansung: der Ausschluss oder die Sanktionierung von Städten und Kaufleuten, die gemeinsame Regeln verletzten.
  3. Diplomatie: Gesandtschaften, Verträge und Verhandlungen mit Königen, Fürsten und Städten.
  4. Konvoi: bewaffneter Schutz von Handelsschiffen in gefährlichen Situationen.
  5. Krieg: zeitweilige militärische Bündnisse, Schiffsaufgebote und die Zusammenarbeit mit Fürsten oder Söldnern.

Die Hanse war damit weder rein friedlich noch dauerhaft kriegerisch. Handel und Gewalt waren in der Vormoderne eng miteinander verbunden.

Das Stralsunder Rathaus steht für städtische Selbstverwaltung und Repräsentation. Backsteingotik war jedoch kein exklusiver „Hanse-Stil“.


Das Handelsnetz


Hauptrouten und Knotenpunkte

Die Hanse verband Seewege, Flüsse und Landrouten. Lübeck vermittelte zwischen Ostsee und Nordsee, Hamburg erschloss die Elbe, Köln verband Rheinhandel und Englandgeschäft, Danzig den Weichselraum, Riga und Reval den östlichen Ostseeraum. Nowgorod verband hansische Kaufleute mit Märkten für Pelze und Wachs, Bergen mit dem nordatlantischen Stockfischhandel, London mit englischer Wolle und Tuchen, Brügge mit den Märkten Flanderns und dem internationalen Waren- und Finanzverkehr.

Vereinfachte Haupthandelsrouten. Tatsächliche Wege änderten sich je nach Saison, Krieg, Zoll, Nachfrage, Schiffsgröße und politischer Lage.


Warenströme

Aus dem Osten und Norden gelangten unter anderem Getreide, Holz, Teer, Asche, Wachs, Pelz, Flachs, Hanf und Stockfisch nach Westen. Aus Flandern und England kamen Tuche, aus dem Rheinland Wein, aus Lüneburg Salz, hinzu kamen Metalle, Werkzeuge und weitere Fertigwaren. Salz war besonders wichtig für Konservierung und Lebensmittelhandel.

Warenströme waren keine einfache Ost-West-Tauschlinie. Güter wurden umgeladen, weiterverarbeitet, auf Kredit verkauft und über Zwischenmärkte verteilt. Kaufleute kombinierten verschiedene Waren, um Schiffe auszulasten und Preisschwankungen auszugleichen.

Ware Wichtige Herkunfts- oder Umschlagsräume Verwendung und Bedeutung
Stockfisch Nordnorwegen und Bergen haltbares Nahrungsmittel, besonders für Fastenzeiten und städtische Märkte
Salz Lüneburg, Atlantikküsten und weitere Salzregionen Konservierung von Fisch und Fleisch sowie Handelsware
Getreide preußische, polnische und baltische Räume Versorgung wachsender Städte in West- und Nordeuropa
Tuch Flandern, Brabant und England hochwertige und massenhaft gehandelte Textilien
Wachs russische und baltische Räume Kerzen, Liturgie und Handwerk
Pelz Nordosteuropa und russischer Raum Kleidung, Luxus und Status
Holz und Teer Skandinavien und östlicher Ostseeraum Schiffbau, Bauwesen und Abdichtung
Wein Rheinregion und westeuropäische Märkte Konsumgut, Ratskellerhandel und Prestige


Kontore und Niederlassungen

Die vier großen hansischen Kontore lagen in Nowgorod, Bergen, London und Brügge. Sie waren keine Kolonien, sondern rechtlich privilegierte Niederlassungen fremder Kaufleute. Dort galten besondere Ordnungen. Ältermänner, Versammlungen und interne Gerichte regelten Alltag, Handel und Disziplin. Lager, Wohnräume, Kirche oder Kapelle, Waage und Versammlungsräume gehörten je nach Ort zur Infrastruktur.

  1. Peterhof in Nowgorod: wichtiger Stützpunkt für den Handel mit Wachs, Pelzen und weiteren Produkten des russischen Raums.
  2. Bryggen in Bergen: Zentrum des Stockfischhandels; deutsche Kaufleute bezogen Fisch aus Nordnorwegen und lieferten Getreide und andere Waren.
  3. Stalhof in London: Hauptniederlassung des hansischen Englandhandels an der Themse.
  4. Brügge: Zugang zu flandrischen Tuchen, internationalen Händlern und Finanzbeziehungen; später gewann Antwerpen an Bedeutung.

Bryggen in Bergen war über Jahrhunderte ein bedeutender hansischer Stützpunkt. Die erhaltene Architektur ist zugleich Denkmal und Ergebnis späterer Veränderungen.


Hafenarbeit und urbane Infrastruktur

Fernhandel beruhte auf der Arbeit vieler Menschen: Seeleute, Schiffer, Lotsen, Träger, Fuhrleute, Brauer, Böttcher, Seiler, Schiffbauer, Schreiber, Makler, Wirte, Dienstboten und Handwerker. Kräne, Waagen, Speicher, Märkte und Stadttore machten Warenbewegungen erst möglich. Der Reichtum einzelner Kaufmannsfamilien darf daher nicht mit allgemeinem Wohlstand verwechselt werden.

Das Krantor in Danzig verband Stadttor, Verteidigung und Hebetechnik. Solche Bauwerke veranschaulichen die materielle Infrastruktur des Handels.

Das Lübecker Holstentor und die Salzspeicher erinnern an Befestigung, Lagerung und den profitablen Salzhandel.


Gesellschaft und Alltag


Kaufleute, Rat und Bürgerschaft

In vielen Hansestädten gehörten wohlhabende Fernkaufleute zur politischen Führungsschicht. Sie saßen in Stadträten, stifteten Altäre, finanzierten Bauten und verbanden wirtschaftlichen Erfolg mit sozialem Rang. Dennoch waren städtische Eliten nicht überall gleich zusammengesetzt. Zünfte, Handwerker und Gemeindegruppen forderten politische Beteiligung und konnten in Konflikt mit ratsfähigen Familien geraten.

Der Fernkaufmann arbeitete mit Kontorbüchern, Briefen, Schuldscheinen, Warenproben und Bevollmächtigten. Er musste Sprachen, Maße, Münzen, Qualitätsstufen und Rechtsgewohnheiten kennen. Geschäftsreisen konnten Monate oder Jahre dauern.


Frauen im hansischen Wirtschaftsraum

Die Führung des großräumigen Fernhandels und die formelle Politik der Räte und Kontore waren überwiegend männlich geprägt. Frauen erscheinen in den Quellen jedoch als Erbinnen, Witwen, Kreditgeberinnen, Händlerinnen, Vermieterinnen, Produzentinnen und Verwalterinnen von Betrieben. Besonders Witwen konnten Geschäfte fortführen und Vermögen verwalten. Ihre Tätigkeiten sind in vielen Quellen weniger sichtbar, weil Schreiber und Institutionen vor allem männliche Amtsträger dokumentierten.

Eine geschlechtergeschichtliche Analyse fragt deshalb nicht nur, wo Frauen ausdrücklich genannt werden, sondern auch, welche unbezahlte Arbeit, Haushaltsführung, Versorgung und soziale Netzwerke den Handel ermöglichten.


Kontoralltag, Disziplin und Fremdheit

Kontore regelten Zusammenleben und Handel streng. Vorschriften betrafen Öffnungszeiten, Gottesdienst, Feuergefahr, Waffen, Alkohol, Glücksspiel, Kontakte zur lokalen Bevölkerung und die Wahl der Ältermänner. Solche Regeln zeigen, dass Gemeinschaft nicht selbstverständlich war, sondern immer wieder hergestellt werden musste.

Fremde Kaufleute waren zugleich willkommen und umstritten. Herrscher und Städte profitierten von Zöllen und Versorgung, fürchteten aber wirtschaftliche Abhängigkeit. Einheimische Händler konkurrierten mit privilegierten Gästen. Das Verhältnis zwischen hansischen Kaufleuten und lokalen Gesellschaften war deshalb von Kooperation, Konflikt und kulturellem Austausch geprägt.

Das Schwarzhäupterhaus in Riga erinnert an kaufmännische Bruderschaften. Solche Gebäude verbinden Handels-, Sozial- und Erinnerungsgeschichte.


Konflikte, Macht und Höhepunkte


Der Flandernboykott von 1358

1358 beschlossen Vertreter niederdeutscher Städte einen Handelsboykott gegen Flandern. Ziel war es, Rechte und Entschädigungen für Kaufleute durchzusetzen. In dem Aufruf erscheint die Selbstbezeichnung „Städte von der Deutschen Hanse“. Das Ereignis gilt deshalb als wichtiger Schritt von kaufmännischen Gruppen hin zu einer kollektiv auftretenden Städtegemeinschaft.

Ein Boykott funktionierte nur, wenn möglichst viele Städte und Kaufleute mitmachten. Abweichler konnten kurzfristig profitieren, gefährdeten aber die gemeinsame Verhandlungsmacht. Das Beispiel zeigt das Grundproblem hansischer Politik: kollektives Handeln ohne zentrale Zwangsgewalt.


Kölner Konföderation und Frieden von Stralsund

Nach Konflikten mit dem dänischen König Waldemar IV. schlossen sich 1367 zahlreiche Städte in der Kölner Konföderation zusammen. Das Bündnis finanzierte eine Flotte und führte Krieg gegen Dänemark. Der Frieden von Stralsund von 1370 bestätigte wichtige Handelsrechte und verschaffte den verbündeten Städten zeitweilig starken Einfluss im Ostseeraum.

Die Hanse wurde dadurch nicht zur Herrscherin Dänemarks. Aussagen, sie habe fortan den dänischen König bestimmt oder die Ostsee vollständig kontrolliert, übertreiben die Vertragswirkung. Der Frieden war dennoch ein Höhepunkt gemeinsamer militärischer und diplomatischer Handlungsfähigkeit.

Die Urkunde zum Frieden von Stralsund macht sichtbar, wie politische Macht in Schrift, Siegeln und ausgehandelten Rechten fixiert wurde.


England, Utrecht und konkurrierende Interessen

Im 15. Jahrhundert verschärften sich Konflikte mit England. Handelsbeschränkungen, Übergriffe auf Schiffe und Streit um Privilegien führten zum Hanseatisch-Englischen Krieg. Der Frieden von Utrecht von 1474 stellte wichtige hansische Privilegien wieder her. Besonders Städte mit starkem Englandhandel profitierten.

Solche Erfolge verdecken innere Gegensätze. Nicht jede Hansestadt war gleichermaßen am Krieg interessiert. Kosten und Nutzen waren ungleich verteilt. Hansepolitik war daher stets das Ergebnis von Aushandlung zwischen regionalen und städtischen Interessen.


Gewalt, Kaperfahrt und Vitalienbrüder

Die Vitalienbrüder werden populär häufig als einheitliche Piratenorganisation dargestellt. Historisch waren sie wechselnde Gruppen bewaffneter Seefahrer, Söldner und Kaperfahrer, die in den Konflikten des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts für unterschiedliche Auftraggeber handelten oder eigenständig Beute machten. Die Grenze zwischen legitimer Kaperfahrt und Piraterie hing von politischen Deutungen ab.

Hansestädte bekämpften Seeräuber, nutzten aber selbst bewaffnete Schiffe, Kaperbriefe und Beute. Quellenbegriffe wie „Friedebrecher“ oder „Piraten“ müssen deshalb daraufhin geprüft werden, wer sie verwendete und welche Interessen damit verbunden waren.


Wandel und Bedeutungsverlust


Kein plötzlicher Untergang

Die Hanse „ging“ nicht an einem einzigen Tag unter. Seit dem 15. Jahrhundert veränderten sich Handelsräume, politische Machtverhältnisse und Organisationsformen. Einige Städte und Kaufmannsgruppen blieben erfolgreich, während gemeinsame hansische Politik schwieriger wurde. Der Bedeutungsverlust war ein langer, regional unterschiedlicher Prozess.

Wichtige Faktoren waren:

  1. Territorialstaat: Könige und Fürsten bauten Verwaltung, Flotten und Zollpolitik aus und wollten fremde Privilegien begrenzen.
  2. Niederländischer Handel: niederländische Schiffer und Kaufleute gewannen besonders im Ostseehandel an Bedeutung.
  3. Englischer Handel: englische Kaufleute traten selbstbewusster im Export ihrer Tuche auf.
  4. Atlantischer Handel: neue Verbindungen nach Westeuropa, Afrika, Asien und Amerika verschoben wirtschaftliche Schwerpunkte.
  5. Reformation: religiöse und politische Konflikte erschwerten städteübergreifende Kooperation.
  6. Interessenunterschied: Hafen-, Binnen-, West- und Ostseestädte verfolgten zunehmend verschiedene Strategien.
  7. Militärische Kosten: dauerhafte Konkurrenz mit territorialen Mächten überstieg die Möglichkeiten freiwilliger Bündnisse.


Einschnitte vom 15. bis zum 17. Jahrhundert

1494 ließ Iwan III. den Peterhof in Nowgorod schließen und hansische Kaufleute festsetzen. Der Russlandhandel endete dadurch nicht dauerhaft, doch das Ereignis markierte einen schweren Verlust privilegierter Stellung.

In Lübeck versuchte Bürgermeister Jürgen Wullenwever während der Grafenfehde von 1534 bis 1536, die frühere Machtposition in Dänemark wiederherzustellen. Das Unternehmen scheiterte und belastete Lübeck finanziell und politisch.

1598 entzog Königin Elisabeth I. den hansischen Kaufleuten in London ihre Privilegien und ließ den Stalhof schließen. Unter Jakob I. konnten sie 1606 zurückkehren, doch die frühere Sonderstellung wurde nicht dauerhaft wiederhergestellt.

1669 fand in Lübeck der letzte allgemeine Hansetag statt. Nur noch wenige Städte nahmen teil. Lübeck, Hamburg und Bremen bewahrten gemeinsame Traditionen und diplomatische Beziehungen, doch die alte Hanse als gesamteuropäischer Interessenverband war nicht mehr handlungsfähig.

Datei:Die Hanse - Planet Wissen.webm Das Video bietet einen kompakten Überblick. Prüfe bei populären Darstellungen, ob sie die Hanse zu geschlossen, zu mächtig oder zu modern erscheinen lassen.


Erinnerung, Erbe und Geschichtskultur


Hansestädte und historische Identität

Zahlreiche Städte führen bis heute die Bezeichnung Hansestadt. Rathäuser, Speicher, Kirchen, Stadttore und Hafenanlagen werden als sichtbares Erbe präsentiert. Dabei ist zu beachten, dass viele Gebäude später umgebaut, rekonstruiert oder nach Kriegszerstörungen wiedererrichtet wurden.

Backsteingotik wird häufig unmittelbar mit der Hanse gleichgesetzt. Der Baustil verbreitete sich jedoch in einem größeren nord- und osteuropäischen Raum und wurde von kirchlichen, fürstlichen, städtischen und privaten Auftraggebern getragen. Die Verbindung von Backsteinarchitektur und „Hansegeist“ ist teilweise ein Produkt moderner Denkmalpflege und Geschichtspolitik.


Nationale Deutungen und europäische Erzählungen

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde die Hanse oft nationalistisch als Ausdruck deutscher Seemacht und Expansion gedeutet. Solche Bilder konnten mittelalterliche Vielfalt, nichtdeutsche Akteure und lokale Eigenständigkeit verdrängen. Eine kritische Geschichte der Hanse untersucht daher auch die politische Nutzung des Mittelalters.

Heute wird die Hanse häufig als frühes europäisches Netzwerk oder Vorläufer moderner Integration beschrieben. Der Vergleich kann Kooperation über Grenzen veranschaulichen, bleibt aber begrenzt: Die Hanse beruhte auf städtischen und kaufmännischen Privilegien, schloss viele Bevölkerungsgruppen von Mitsprache aus und verfolgte keine Idee allgemeiner politischer Gleichheit.


Neue Hanse und Weltdokumentenerbe

1980 wurde die Neue Hanse als freiwilliges Städtenetzwerk gegründet. Sie knüpft kulturell und touristisch an historische Beziehungen an, ist aber keine rechtliche Fortsetzung der mittelalterlichen Hanse.

2023 nahm die UNESCO siebzehn Dokumente und Dokumentengruppen zur Hanse aus Archiven und Bibliotheken in sechs nordeuropäischen Ländern in das Register Weltdokumentenerbe auf. Dazu gehören Privilegien, Boykottaufrufe, Handelsbücher und Rezesse. Die Auszeichnung unterstreicht den Wert schriftlicher Überlieferung für die Erforschung grenzüberschreitender Wirtschafts- und Politikgeschichte.


Quellen und Methoden der Hanseforschung


Quellengattungen

Hansegeschichte wird aus sehr unterschiedlichen Quellen rekonstruiert:

  1. Urkunde: Privilegien, Verträge und Rechtsbestätigungen dokumentieren ausgehandelte Ansprüche, nicht automatisch die Alltagspraxis.
  2. Hanserezess: Beratungs- und Beschlussprotokolle zeigen politische Themen, verschweigen aber häufig informelle Verhandlungen.
  3. Kaufmannsbrief: Briefe geben Einblick in Preise, Kredit, Familienbeziehungen, Nachrichten und individuelle Sorgen.
  4. Rechnungsbuch: Konten und Zollregister ermöglichen quantitative Analysen, bleiben aber durch Lücken und wechselnde Maße schwer vergleichbar.
  5. Siegel: Bild und Umschrift legitimieren Rechtsakte und zeigen städtische Selbstrepräsentation.
  6. Chronik: Erzählende Quellen ordnen Ereignisse moralisch und politisch aus einer bestimmten Perspektive.
  7. Archäologie: Schiffswracks, Keramik, Münzen, Tierknochen und Hafenfunde erschließen materielle Praktiken.
  8. Architektur: Speicher, Kontore, Rathäuser und Kirchen zeigen Ressourcen und Repräsentation, sind aber oft mehrfach verändert worden.


Quellenkritische Leitfragen

Bei jeder Quelle solltest Du fragen:

  1. Urheberschaft: Wer stellte die Quelle her, in wessen Auftrag und mit welcher Kompetenz?
  2. Adressat: Für wen war sie bestimmt, und war sie öffentlich oder intern?
  3. Intention: Welches Ziel verfolgte die Darstellung?
  4. Überlieferung: Ist das Original erhalten, eine Abschrift, Edition, Übersetzung oder Rekonstruktion?
  5. Repräsentativität: Zeigt die Quelle einen Einzelfall oder eine verbreitete Praxis?
  6. Begriffsgeschichte: Bedeuteten Wörter wie Hanse, Kontor, Pirat oder Freiheit damals dasselbe wie heute?
  7. Kontext: Welche politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen prägten die Quelle?
  8. Vergleich: Welche weiteren Quellen können Aussagen bestätigen, ergänzen oder widersprechen?


Forschungsdebatten

Die ältere Forschung suchte häufig nach festen Gründungsdaten, eindeutigen Mitgliedslisten und einer zentralen Verfassung. Neuere Ansätze untersuchen stärker Netzwerk, Kommunikation, Vertrauen, Versammlungskultur, regionale Vielfalt und situative Kooperation. Die Hanse erscheint dadurch weniger als geschlossener Städtebund und stärker als wandelbare Praxis gemeinsamer Interessenvertretung.

Auch Begriffe wie „Globalisierung“ oder „Wirtschaftsmacht“ werden diskutiert. Sie können großräumige Verflechtungen verdeutlichen, dürfen aber nicht moderne Weltwirtschaft, Nationalstaaten oder Unternehmen in das Mittelalter zurückprojizieren.


Chronologischer Überblick

Zeitraum oder Jahr Ereignis Historische Bedeutung
12. Jahrhundert Ausbau von Fernhandel, Stadtgründungen und kaufmännischen Gemeinschaften Voraussetzungen der Kaufmannshanse entstehen
1161 Artlenburger Privileg rechtliche Absicherung deutscher und gotländischer Kaufleute
um 1200 Ausbildung des deutschen Peterhofs in Nowgorod dauerhafte Organisation des Russlandhandels
13. Jahrhundert stärkere Kooperation norddeutscher Städte Übergang von persönlichen Verbänden zu städtischer Politik
1356 allgemeine Städteversammlung in Lübeck wichtiger Schritt der überregionalen Versammlungspraxis
1358 Flandernboykott gemeinsame Wirtschaftspolitik und Selbstbezeichnung der Städte von der Deutschen Hanse
1367 Kölner Konföderation militärisch-finanzielles Bündnis gegen Dänemark
1370 Frieden von Stralsund Sicherung von Privilegien und Höhepunkt gemeinsamer Macht
1474 Frieden von Utrecht Wiederherstellung wichtiger Rechte in England
1494 Schließung des Peterhofs in Nowgorod Verlust privilegierter Stellung im Russlandhandel
1534 bis 1536 Grafenfehde und Scheitern Wullenwevers Rückschlag der Lübecker Großmachtpolitik
1598 Entzug der Privilegien des Stalhofs Ende zentraler Sonderrechte in England
1669 letzter allgemeiner Hansetag symbolischer Endpunkt der historischen Hanse
1980 Gründung der Neuen Hanse moderne kulturelle und kommunale Erinnerung
2023 Aufnahme hansischer Dokumente in das Weltdokumentenerbe internationale Anerkennung der Quellenüberlieferung


Zentrale Begriffe

  1. Hanse: wandelbares Netzwerk von Kaufleuten und Städten zur Sicherung gemeinsamer Handelsinteressen.
  2. Hansestadt: Stadt, die in unterschiedlicher Intensität an hansischen Aktivitäten beteiligt war.
  3. Kaufmannshanse: frühe, vorwiegend von reisenden Kaufleuten getragene Kooperationsform.
  4. Städtehanse: stärkere Koordination durch städtische Räte und Gesandte.
  5. Kontor: privilegierte auswärtige Handelsniederlassung mit eigener Ordnung.
  6. Hansetag: Versammlung von Städtegesandten zur Beratung gemeinsamer Fragen.
  7. Hanserezess: schriftliche Aufzeichnung von Beratungen und Beschlüssen.
  8. Privileg: von einer Herrschaft gewährtes Sonderrecht.
  9. Pfundzoll: zeitweise erhobene Abgabe zur Finanzierung gemeinsamer Maßnahmen.
  10. Verhansung: Ausschluss oder Sanktion innerhalb der hansischen Gemeinschaft.
  11. Kogge: verbreiteter mittelalterlicher Frachtschiffstyp und späteres Hanse-Symbol.
  12. Kaperfahrt: staatlich oder herrschaftlich legitimierte gewaltsame Wegnahme feindlicher Schiffe und Waren.
  13. Backsteingotik: mittelalterliche Bauweise im nord- und osteuropäischen Raum, nicht exklusiv hansisch.
  14. Weltdokumentenerbe: UNESCO-Register für herausragende schriftliche und audiovisuelle Überlieferung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum lässt sich kein eindeutiges Gründungsjahr der Hanse angeben? (Weil sie sich schrittweise aus verschiedenen Kooperationen entwickelte) (!Weil alle Urkunden der Hanse verloren gingen) (!Weil die Hanse erst im neunzehnten Jahrhundert erfunden wurde) (!Weil mittelalterliche Städte keine Jahreszahlen verwendeten)




Was kennzeichnet die frühe Kaufmannshanse besonders? (Persönliche Schutz- und Handelsgemeinschaften reisender Kaufleute) (!Eine zentral bezahlte Berufsarmee) (!Ein einheitliches Parlament aller Küstenbewohner) (!Eine gemeinsame Währung für ganz Europa)




Was war ein hansisches Kontor? (Eine privilegierte auswärtige Handelsniederlassung) (!Ein Kriegsschiff mit mehreren Masten) (!Eine Steuerbehörde des Kaisers) (!Eine Handwerkerzunft innerhalb Lübecks)




Welche Bedeutung hatte der Flandernboykott von 1358? (Er zeigte koordinierte Wirtschaftspolitik und eine gemeinsame Selbstbezeichnung) (!Er beendete dauerhaft den Handel mit Westeuropa) (!Er führte zur Gründung des Königreichs Hanse) (!Er machte Brügge zur Hauptstadt Lübecks)




Wozu diente die Kölner Konföderation von 1367? (Sie bündelte militärische und finanzielle Kräfte gegen Dänemark) (!Sie schuf eine Universität für Kaufleute) (!Sie vereinigte England und Flandern) (!Sie verbot den Getreidehandel auf der Ostsee)




Was regelte der Frieden von Stralsund von 1370 vor allem? (Er bestätigte wichtige Handelsrechte und stärkte den Einfluss der verbündeten Städte) (!Er gründete einen deutschen Nationalstaat) (!Er schaffte alle Zölle in Europa ab) (!Er übertrug Lübeck dauerhaft die dänische Königskrone)




Was ist ein Hanserezess? (Eine schriftliche Aufzeichnung von Beratungen und Beschlüssen) (!Ein Speicher für Salz und Getreide) (!Ein Schiffstyp für den Flusshandel) (!Eine religiöse Bruderschaft in Bergen)




Welche Ware war für das Bergener Kontor besonders wichtig? (Stockfisch) (!Seide) (!Porzellan) (!Kaffee)




Welches Ereignis war 1494 ein schwerer Einschnitt im Russlandhandel? (Die Schließung des Peterhofs in Nowgorod) (!Die Zerstörung des Holstentors) (!Die Gründung des Stalhofs in London) (!Die Eröffnung des Suezkanals)




Welches Ereignis gilt als symbolischer Endpunkt der historischen Hanse? (Der letzte allgemeine Hansetag von 1669) (!Der Flandernboykott von 1358) (!Der Frieden von Stralsund von 1370) (!Die Gründung Lübecks im zwölften Jahrhundert)





Memory

Kogge mittelalterliches Frachtschiff
Kontor privilegierte Handelsniederlassung
Hansetag Versammlung von Städtegesandten
Rezess schriftliche Beschlussaufzeichnung
Pfundzoll Finanzierung gemeinsamer Maßnahmen
Peterhof Stützpunkt in Nowgorod
Bryggen Stützpunkt in Bergen
Stalhof Stützpunkt in London





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Historische Bedeutung
Kaufmannshanse persönliche Schutz- und Handelsgemeinschaften
Städtehanse koordinierte Politik städtischer Räte
Flandernboykott gemeinsamer wirtschaftlicher Druck
Kölner Konföderation Bündnis gegen den dänischen König
Frieden von Stralsund Bestätigung wichtiger Handelsrechte
Peterhofschließung Einschnitt im Russlandhandel
Privilegienentzug Schwächung des Stalhofs in London
Letzter Hansetag Ende regelmäßiger Gesamtversammlungen






Kreuzworträtsel

Lübeck Welche Stadt übernahm häufig eine führende Rolle in der Hanse?
Kogge Wie heißt der bekannte mittelalterliche Frachtschiffstyp?
Kontor Wie heißt eine privilegierte auswärtige Handelsniederlassung?
Rezess Wie heißt die schriftliche Aufzeichnung eines Hansetags?
Bryggen Wie heißt das historische Hanseviertel in Bergen?
Pfundzoll Wie heißt die Abgabe zur Finanzierung gemeinsamer Maßnahmen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Hanse entwickelte sich ohne ein eindeutiges

. Ihre frühe Phase wird häufig als

bezeichnet. Eine auswärtige privilegierte Niederlassung hieß

. Die Versammlung von Städtegesandten wird als

bezeichnet. Schriftliche Beratungs- und Beschlussergebnisse heißen

. Lübeck besaß oft eine führende, aber keine zentralstaatliche

. Das Bergener Kontor war besonders mit dem Handel von

verbunden. Der Peterhof lag in

. Die Kölner Konföderation richtete sich gegen den König von

. Der Frieden von Stralsund wurde im Jahr

geschlossen. Der Peterhof wurde im Jahr

geschlossen. Der letzte allgemeine Hansetag fand im Jahr

statt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte Hanse: Erstelle eine digitale oder analoge Begriffskarte mit mindestens zwölf Fachbegriffen und verbinde jeden Begriff durch einen erklärenden Beziehungssatz.
  2. Warenreise: Wähle Stockfisch, Salz, Tuch, Wachs oder Getreide und gestalte eine illustrierte Reiseroute vom Herkunftsraum bis zu einem Absatzmarkt.
  3. Bildanalyse Kogge: Vergleiche das mittelalterliche Stralsunder Siegel mit der modernen Schiffsrekonstruktion und notiere mindestens fünf Gemeinsamkeiten, Unterschiede oder Unsicherheiten.
  4. Hansestadt vor Ort: Suche in Deiner Region nach Straßennamen, Gebäuden, Wappen oder Stadtwerbung mit Hansebezug und dokumentiere, welches Geschichtsbild vermittelt wird.


Standard

  1. Quellenanalyse Privileg: Analysiere ein hansisches Handelsprivileg nach Urheberschaft, Adressat, Inhalt, Gegenleistung, Interessen und Grenzen seiner Aussagekraft.
  2. Netzwerkkarte: Erstelle eine Karte mit mindestens zehn Städten, vier Kontoren, fünf Waren und den wichtigsten Verbindungswegen; begründe Deine Auswahl.
  3. Podcast Hansetag: Produziere einen fünf- bis achtminütigen Podcast, in dem Gesandte verschiedener Städte über einen Boykott verhandeln und unterschiedliche Interessen sichtbar werden.
  4. Debatte Hanse und Europa: Führe eine strukturierte Debatte zur These „Die Hanse war eine Vorläuferin der Europäischen Union“ und formuliere anschließend ein abgewogenes Urteil.


Schwer

  1. Forschungsdesign Hanse: Entwickle eine historische Forschungsfrage zu Handel, Geschlecht, Gewalt, Kommunikation oder Umwelt und entwirf ein Quellenkorpus sowie eine methodische Vorgehensweise.
  2. Quantitative Handelsanalyse: Werte eine kleine Auswahl edierter Zoll- oder Rechnungsdaten aus, visualisiere Warenmengen oder Handelspartner und diskutiere Datenlücken und Maßeinheiten.
  3. Historiografievergleich: Vergleiche eine ältere nationalgeschichtliche Darstellung der Hanse mit einer neueren netzwerkgeschichtlichen Studie und analysiere Begriffe, Wertungen und Erkenntnisinteressen.
  4. Digitale Ausstellung: Kuratiere eine virtuelle Ausstellung mit acht Objekten aus freien Sammlungen; verfasse Objekttexte, Quellenkritik, eine Leitthese und einen Abschnitt zu problematischen Hansemythen.




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Lernkontrolle

  1. Netzwerk ohne Zentrum: Erkläre anhand von Hansetag, Rezess und Boykott, wie kollektives Handeln ohne zentrale Regierung möglich war und wo seine Grenzen lagen.
  2. Privileg und Macht: Beurteile, ob Handelsprivilegien eher Schutz, Ungleichheit oder beides erzeugten. Beziehe mindestens zwei Akteursgruppen ein.
  3. Stralsund als Wendepunkt: Entwickle Kriterien für einen historischen „Höhepunkt“ und prüfe damit, ob der Frieden von Stralsund tatsächlich als Höhepunkt der Hanse gelten kann.
  4. Kontorvergleich: Vergleiche Bergen und Nowgorod hinsichtlich Waren, lokaler Umwelt, Rechtsstellung und Beziehungen zur Bevölkerung. Erkläre Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  5. Erklärung des Wandels: Gewichte politische, wirtschaftliche, technologische und religiöse Ursachen des Bedeutungsverlusts. Begründe eine Rangfolge und benenne Wechselwirkungen.
  6. Mythenprüfung: Wähle die Aussage „Die Hanse beherrschte die Ostsee“ oder „Die Hanse war die erste Europäische Union“ und formuliere eine quellenkritisch präzisere Alternative.
  7. Gegenwartsbezug: Untersuche ein heutiges Hanse-Logo, Stadtfest oder Museumskonzept und beurteile, welche historischen Aspekte hervorgehoben, vereinfacht oder ausgelassen werden.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Sachkompetenz: Du erklärst zentrale Begriffe, Entwicklungsphasen, Handelsräume, Institutionen und Konflikte fachlich korrekt.
  2. Methodenkompetenz: Du analysierst mindestens eine schriftliche Quelle und eine Bild-, Karten- oder Sachquelle nach nachvollziehbaren Kriterien.
  3. Urteilskompetenz: Du entwickelst ein begründetes Sachurteil und ein reflektiertes Werturteil, ohne moderne Maßstäbe unkritisch zu übertragen.
  4. Multiperspektivität: Du berücksichtigst unterschiedliche Städte, Regionen, soziale Gruppen und konkurrierende Interessen.
  5. Quellenbeleg: Du unterscheidest zwischen Quelle, Forschungsliteratur und populärer Darstellung und gibst Fundstellen sauber an.
  6. Darstellungskompetenz: Du strukturierst Deine Argumentation, verwendest Fachbegriffe präzise und kennzeichnest Unsicherheiten.
  7. Eigenständigkeit: Du formulierst eine eigene Fragestellung oder These und begründest Auswahl, Methode und Ergebnis.




OERs zum Thema

  1. Hanse: Wikipedia-Überblick mit weiterführenden Verweisen.
  2. Portal:Hanse: thematischer Einstieg in Städte, Handel, Konflikte und Personen.
  3. Wikimedia Commons: freie Karten, Siegel, Stadtansichten, Urkunden und Videos zur Hanse.
  4. Europäisches Hansemuseum: forschungsnahe Informationen, digitale Vorträge und Vermittlungsangebote.
  5. Weltdokumentenerbe: Zugang zur Bedeutung der überlieferten Hanse-Dokumente.



Verknüpfte Lernbereiche


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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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