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Die DFB-Pokal-Rekorde des FC Bayern

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Die DFB-Pokal-Rekorde des FC Bayern




Die DFB-Pokal-Rekorde des FC Bayern

Der FC Bayern München ist der erfolgreichste Verein in der Geschichte des DFB-Pokals der Männer. Seine Pokalgeschichte reicht vom ersten Triumph 1957 bis zum 21. Titel im Jahr 2026. Dabei entstanden Rekorde bei Pokalsiegen, Finalteilnahmen, Toren, Serien und außergewöhnlichen Endspielen.

Dieser aiMOOC untersucht nicht nur Zahlen. Du lernst auch, wie Rekorde definiert werden, warum Elfmeterschießen bei Serien statistisch besonders behandelt werden können und wie einzelne Spiele zu festen Bestandteilen der deutschen Fußballgeschichte wurden.

Stand der Rekordangaben: 2. September 2026, vor dem Erstrundenspiel des FC Bayern beim VfL Osnabrück in der Saison 2026/27.


Einleitung

Der DFB-Pokal ist ein K.-o.-Wettbewerb. Eine einzige Niederlage kann das Aus bedeuten. Gerade deshalb ist langfristige Dominanz schwieriger zu erreichen als in einem Ligawettbewerb, in dem sich einzelne schwache Spiele über eine ganze Saison ausgleichen lassen.

Der FC Bayern gewann bis einschließlich 2026 21-mal den DFB-Pokal und erreichte 25-mal das Endspiel. Damit verlor der Verein nur vier seiner 25 Finals. Rechnerisch wurden also 21 von 25 Finalteilnahmen in einen Titel verwandelt, das entspricht 84 Prozent.

Zum Vergleich: Der zweitbeste Verein in der Zahl der Pokalsiege, Werder Bremen, kommt auf sechs Titel. Der Abstand zwischen Bayern und allen anderen Klubs ist damit außergewöhnlich groß.

Der Pokal bietet zugleich Beispiele dafür, dass selbst ein Rekordsieger verwundbar bleibt. Bayern verlor unter anderem das Finale 2012 mit 2:5 gegen Borussia Dortmund, schied 2021 mit 0:5 bei Borussia Mönchengladbach aus und musste in verschiedenen Jahrzehnten gegen deutlich niedriger eingeschätzte Gegner um das Weiterkommen kämpfen.


Rekordüberblick

Rekordbereich Bestmarke des FC Bayern Bedeutung
Pokalsiege 21 Rekord im DFB-Pokal der Männer
Finalteilnahmen 25 Mehr Endspiele als jeder andere Verein
Gewonnene Finals 21 von 25 Vier Finalniederlagen
Rekordtorschütze Gerd Müller mit 78 Toren Ewiger Rekord des gesamten Wettbewerbs
Pokalspiele von Gerd Müller 62 78 Tore in 62 Einsätzen
Höchster Bayern-Sieg im DFB-Pokal 16:1 bei DJK Waldberg Erste Runde 1997/98
Serie ohne Niederlage nach 90 oder 120 Minuten 27 Spiele Wettbewerbsrekord von 2012 bis 2017
Halbfinalteilnahmen in Folge 11 Von 2009/10 bis 2019/20
Erfolgreiche Titelverteidigungen 4 1967, 2006, 2014 und 2020
Erfolgreiche erste Pokalspiele in Folge 30 Laufender Rekord laut FC Bayern vor dem Auftakt 2026/27
Tore eines Bayern-Spielers 2025/26 Harry Kane mit 10 Höchster Wert eines Spielers in dieser Pokalsaison
Finale 2026 3:0 gegen VfB Stuttgart Harry Kane erzielte alle drei Tore

Die Tabelle zeigt, dass sich die Bedeutung des Wortes Rekord unterscheidet. Manche Bestmarken betreffen die gesamte Geschichte des Wettbewerbs, etwa Gerd Müllers 78 Tore. Andere beziehen sich auf eine bestimmte Mannschaftsserie oder auf einen einzelnen Saisonverlauf.


Pokalsiege: 21 Titel

Bayerns 21 Pokalsiege verteilen sich über sieben Jahrzehnte. Der erste Erfolg gelang 1957 gegen Fortuna Düsseldorf, der 21. im Jahr 2026 gegen den VfB Stuttgart.

Die Titeljahre lauten: 1957, 1966, 1967, 1969, 1971, 1982, 1984, 1986, 1998, 2000, 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014, 2016, 2019, 2020 und 2026.

Auffällig sind mehrere Erfolgsphasen. In den späten 1960er-Jahren gewann Bayern innerhalb von vier Austragungen dreimal den Pokal. Zwischen 1998 und 2016 kamen neun weitere Titel hinzu. Von 2019 bis 2020 folgten zwei Siege nacheinander. Nach sechs Jahren ohne Pokalgewinn gewann Bayern 2026 erneut.


Das erste Pokalzeitalter: 1957 bis 1971

Am 29. Dezember 1957 gewann Bayern sein erstes DFB-Pokalfinale mit 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Das entscheidende Tor erzielte Rudi Jobst. Zu diesem Zeitpunkt war der FC Bayern noch weit davon entfernt, die nationale Dominanz späterer Jahrzehnte zu besitzen.

1966 folgte der zweite Titel durch ein 4:2 gegen den damaligen Meidericher SV. Nur ein Jahr später verteidigte Bayern den Pokal mit einem 4:0 gegen den Hamburger SV. Gerd Müller erzielte in diesem Finale zwei Tore.

1969 gewann Bayern das Endspiel mit 2:1 gegen Schalke 04. Gemeinsam mit der deutschen Meisterschaft entstand damit das erste nationale Double der Vereinsgeschichte.

1971 folgte ein 2:1 nach Verlängerung gegen den 1. FC Köln.


Pokaldramen der 1980er-Jahre

Die 1980er-Jahre brachten drei Bayern-Siege und zwei besonders berühmte Endspiele. 1982 verwandelte die Mannschaft gegen den 1. FC Nürnberg einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Erfolg. 1984 wurde Borussia Mönchengladbach erst im Elfmeterschießen bezwungen. 1986 folgte ein 5:2 gegen den VfB Stuttgart.

Das Finale 1986 ist auch für die Torstatistik wichtig: Roland Wohlfarth erzielte drei Treffer. Damit gehört er zu den wenigen Spielern der Pokalgeschichte mit einem Hattrick in einem DFB-Pokalfinale.


Vom späten 20. Jahrhundert zur modernen Dominanz

Nach dem Titel von 1986 dauerte es zwölf Jahre bis zum nächsten Pokalsieg. 1998 setzte sich Bayern mit 2:1 gegen den MSV Duisburg durch. Zwei Jahre später wurde Werder Bremen mit 3:0 besiegt.

In den 2000er- und 2010er-Jahren folgte eine besonders erfolgreiche Phase. Bayern gewann 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014, 2016, 2019 und 2020. Mehrere dieser Pokalsiege waren Teil eines Doubles aus Meisterschaft und Pokal.

Der Erfolg 2013 hatte eine zusätzliche Bedeutung: Durch das 3:2 gegen den VfB Stuttgart machte Bayern das erste Triple aus deutscher Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal in der Vereinsgeschichte perfekt.


Der 21. Titel im Jahr 2026

Am 23. Mai 2026 traf Bayern im Berliner Olympiastadion auf Titelverteidiger VfB Stuttgart. Nach einer torlosen ersten Halbzeit erzielte Harry Kane in der zweiten Hälfte alle drei Treffer zum 3:0.

Die Tore fielen in der 55., 80. und in der Nachspielzeit per Elfmeter. Kane gelang damit ein lupenreiner Hattrick. Bayern gewann den Pokal erstmals seit 2020 wieder und erhöhte seinen Rekord auf 21 Titel.


Alle 25 Finalteilnahmen

Die 25 Endspiele zeigen sowohl Bayerns Erfolge als auch die vier Niederlagen. Ergebnisse sind aus Bayern-Sicht angegeben.

Jahr Gegner Ergebnis Ausgang
1957 Fortuna Düsseldorf 1:0 Sieg
1966 Meidericher SV 4:2 Sieg
1967 Hamburger SV 4:0 Sieg
1969 FC Schalke 04 2:1 Sieg
1971 1. FC Köln 2:1 n.V. Sieg
1982 1. FC Nürnberg 4:2 Sieg
1984 Borussia Mönchengladbach 1:1 n.V., 7:6 i.E. Sieg
1985 Bayer 05 Uerdingen 1:2 Niederlage
1986 VfB Stuttgart 5:2 Sieg
1998 MSV Duisburg 2:1 Sieg
1999 Werder Bremen 1:1 n.V., 4:5 i.E. Niederlage
2000 Werder Bremen 3:0 Sieg
2003 1. FC Kaiserslautern 3:1 Sieg
2005 FC Schalke 04 2:1 Sieg
2006 Eintracht Frankfurt 1:0 Sieg
2008 Borussia Dortmund 2:1 n.V. Sieg
2010 Werder Bremen 4:0 Sieg
2012 Borussia Dortmund 2:5 Niederlage
2013 VfB Stuttgart 3:2 Sieg
2014 Borussia Dortmund 2:0 n.V. Sieg
2016 Borussia Dortmund 0:0 n.V., 4:3 i.E. Sieg
2018 Eintracht Frankfurt 1:3 Niederlage
2019 RB Leipzig 3:0 Sieg
2020 Bayer 04 Leverkusen 4:2 Sieg
2026 VfB Stuttgart 3:0 Sieg

Vier Finalniederlagen stehen damit 21 Siegen gegenüber: 1985 gegen Bayer 05 Uerdingen, 1999 gegen Werder Bremen, 2012 gegen Borussia Dortmund und 2018 gegen Eintracht Frankfurt.

Die Finalhistorie macht außerdem sichtbar, wie häufig dieselben Gegner in verschiedenen Epochen wiederkehren. Besonders Borussia Dortmund wurde im 21. Jahrhundert zu einem wichtigen Pokalrivalen: Bayern traf im Finale 2008, 2012, 2014 und 2016 auf den BVB.


Torrekorde


Gerd Müller: 78 Tore in 62 Pokalspielen

Gerd Müller ist der Rekordtorschütze des DFB-Pokals. Der DFB führt für ihn 78 Tore in 62 Einsätzen. Damit steht ein Bayern-Spieler an der Spitze der ewigen Torschützenliste des gesamten Wettbewerbs.

Seine Bilanz ist außergewöhnlich, weil die Zahl seiner Tore deutlich über der Zahl seiner Spiele liegt. Rechnerisch entspricht das rund 1,26 Toren pro Pokalspiel.

Müllers Pokalrekord zeigt zugleich den Unterschied zwischen einem Vereinsrekord und einem Wettbewerbsrekord. Er hält nicht nur die Bayern-Bestmarke, sondern führt die gesamte DFB-Pokal-Torschützenliste an.

Zum Vergleich stehen in der DFB-Statistik auch weitere bekannte Bayern-Spieler weit oben. Robert Lewandowski erzielte in seiner DFB-Pokal-Karriere insgesamt 39 Tore, allerdings für Borussia Dortmund und Bayern zusammen. Thomas Müller kommt in der aktuellen DFB-Datencenter-Statistik auf 36 Tore.


Harry Kane und die Saison 2025/26

Harry Kane erzielte im DFB-Pokal 2025/26 zehn Tore. Nach Angaben des FC Bayern hatte seit 49 Jahren kein Spieler mehr eine Pokalsaison mit mindestens dieser Trefferzahl abgeschlossen. In der Saison 1976/77 hatte Gerd Müller elf Tore erzielt; Dieter Müller kam damals sogar auf 14.

Besonders bemerkenswert war Kanes Abschluss der Pokalsaison: Im Finale 2026 erzielte er alle drei Treffer des 3:0 gegen Stuttgart. Damit verband er eine starke Saisonquote mit einem historischen Endspiel.


Finalhattricks

Hattricks in einem DFB-Pokalfinale sind selten. Zu den Spielern, denen drei Tore in einem Endspiel gelangen, gehören Uwe Seeler, Roland Wohlfarth, Robert Lewandowski und seit 2026 Harry Kane.

Für Bayern gelang dies somit unter anderem Wohlfarth 1986 beim 5:2 gegen Stuttgart und Kane 2026 beim 3:0 gegen Stuttgart. Auffällig ist: Beide Bayern-Finalhattricks ereigneten sich gegen denselben Gegner.


Höchster Bayern-Pokalsieg: 16:1 bei DJK Waldberg

Am 15. August 1997 gewann der FC Bayern in der ersten Pokalrunde bei DJK Waldberg mit 16:1. Dieses Resultat ist der höchste Sieg des Vereins in der Geschichte des DFB-Pokals.

Ein solches Ergebnis macht einen wichtigen Aspekt des Pokals sichtbar: In frühen Runden können Profiklubs auf Mannschaften aus deutlich niedrigeren Spielklassen treffen. Die sportlichen und wirtschaftlichen Unterschiede können deshalb besonders groß sein.

Auch der 12:0-Erfolg gegen Bremer SV im Jahr 2021 gehört zu den höchsten Pflichtspielsiegen der modernen Bayern-Geschichte, blieb aber hinter dem 16:1 von Waldberg zurück.


Serien und Dauerdominanz

Ein Pokaltitel entsteht in einer einzigen Saison. Eine Serie zeigt dagegen, ob Erfolg über mehrere Jahre oder viele einzelne K.-o.-Spiele hinweg wiederholt werden kann.


27 Pokalspiele ohne Niederlage nach 90 oder 120 Minuten

Nach der 2:5-Niederlage im Finale 2012 gegen Borussia Dortmund blieb Bayern 27 DFB-Pokal-Spiele lang nach regulärer Spielzeit beziehungsweise Verlängerung ungeschlagen. Diese Serie endete im Halbfinale 2017 durch ein 2:3 gegen Dortmund.

Wichtig ist die statistische Definition: Ein Spiel, das nach 120 Minuten unentschieden steht und anschließend im Elfmeterschießen verloren wird, kann in einer solchen Statistik als Unentschieden gewertet werden. Deshalb gehörte auch das Halbfinale 2015 gegen Dortmund zur Serie, obwohl Bayern anschließend im Elfmeterschießen ausschied.

Die 27 Spiele übertrafen den früheren Bayern-Rekord von 23 ungeschlagenen Pokalpartien zwischen 1997 und 2002.


Elf Halbfinalteilnahmen in Folge

Von der Saison 2009/10 bis einschließlich 2019/20 erreichte Bayern elfmal hintereinander mindestens das Halbfinale des DFB-Pokals.

Diese Serie ist besonders aussagekräftig, weil in jeder einzelnen Saison mehrere K.-o.-Runden überstanden werden mussten. Schon acht Halbfinalteilnahmen in Folge wurden vom DFB als ausgebauter Wettbewerbsrekord bezeichnet; Bayern verlängerte diese Serie anschließend bis 2020 auf elf.

Nach 2020 riss die Serie. Die folgenden Jahre zeigten, wie schwer eine derart lange Folge zu wiederholen ist.


Vier erfolgreiche Titelverteidigungen

Bayern gelang es viermal, einen Pokalsieg in der folgenden Austragung direkt zu wiederholen:

  1. 1966 und 1967
  2. 2005 und 2006
  3. 2013 und 2014
  4. 2019 und 2020

Vor dem Pokalauftakt 2026/27 formulierte der FC Bayern das Ziel, den Titel zum fünften Mal erfolgreich zu verteidigen.


Laufender Auftaktrekord vor der Saison 2026/27

Vor dem Erstrundenspiel beim VfL Osnabrück am 2. September 2026 bezifferte der FC Bayern seine Serie erfolgreicher erster Pokalspiele auf 30 in Folge. Ausgangspunkt war das Erstrundenaus beim TSV Vestenbergsgreuth in der Saison 1994/95.

Diese Bestmarke ist ein gutes Beispiel dafür, warum bei Sportstatistiken ein Stichtag wichtig ist. Eine laufende Serie kann sich mit jedem neuen Spiel verlängern oder sofort enden. Deshalb wird sie hier ausdrücklich mit dem Stand vor dem Auftakt 2026/27 angegeben.


Legendäre Pokalspiele

Rekorde werden durch Zahlen beschrieben. Erinnerung entsteht jedoch häufig durch konkrete Spielszenen. Einige Bayern-Pokalspiele verbinden beides.


1957: Der erste Titel

Das 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf war Bayerns erster DFB-Pokalsieg. Torschütze Rudi Jobst schrieb damit einen frühen Abschnitt der Vereinsgeschichte.

Der Erfolg ist aus heutiger Sicht besonders interessant, weil Bayern damals noch nicht jene nationale Stellung besaß, die der Klub später erreichte. Der erste Pokal war deshalb kein weiterer Titel in einer langen Serie, sondern ein wichtiger Ausgangspunkt.


1982: Das Turban-Finale gegen Nürnberg

Im Finale 1982 lag Bayern gegen den 1. FC Nürnberg zur Halbzeit mit 0:2 zurück. Nach der Pause trafen Karl-Heinz Rummenigge, Wolfgang Kraus und Paul Breitner, ehe Dieter Hoeneß kurz vor Schluss das 4:2 erzielte.

Hoeneß hatte sich im Spiel eine Kopfverletzung zugezogen und spielte mit einem auffälligen Verband weiter. Sein spätes Kopfballtor mit dem blutbefleckten Verband machte das Spiel als Turban-Finale zu einem der bekanntesten Pokalbilder der Bayern-Geschichte.

Die Partie eignet sich besonders für eine Analyse von Spielverläufen: Ein Zwei-Tore-Rückstand in einem Finale wurde innerhalb einer Halbzeit vollständig gedreht.


1984: Elfmeterschießen gegen Mönchengladbach

Das Finale gegen Borussia Mönchengladbach stand nach Verlängerung 1:1. Bayern gewann das Elfmeterschießen mit 7:6.

Eine besondere historische Pointe war, dass Lothar Matthäus, damals noch Spieler von Mönchengladbach und bereits als künftiger Bayern-Spieler feststehend, seinen Elfmeter verschoss.

Das Endspiel fand in Frankfurt am Main statt. Es war das letzte DFB-Pokalfinale der Männer, das nicht in Berlin ausgetragen wurde. Seit 1985 ist das Berliner Olympiastadion der feste Finalort.


Berlin als Pokalort

Seit 1985 wird das Finale des DFB-Pokals der Männer im Olympiastadion Berlin ausgetragen. Für Bayern wurde Berlin dadurch zum wiederkehrenden Schauplatz von Triumphen und Niederlagen.

Die Bedeutung des Austragungsortes ist mehr als geografisch. Ein fester Finalort schafft Rituale, Wiedererkennungswert und eine gemeinsame Bildsprache: Mannschaften sprechen vom Ziel Berlin, Fans verbinden die Reise in die Hauptstadt mit dem Endspiel, und der Stadionraum wird Teil der Pokaltradition.

Bayerns Finalserie seit den 1980er-Jahren lässt sich daher auch als Geschichte wiederkehrender Auftritte in Berlin lesen.


2012: Die deutliche Finalniederlage gegen Dortmund

2012 verlor Bayern das Finale mit 2:5 gegen Borussia Dortmund. Robert Lewandowski erzielte für Dortmund drei Tore.

Die Niederlage war besonders einschneidend, weil sie am Ende einer Saison stand, in der Bayern auch in anderen Wettbewerben große Ziele verfehlte. Historisch interessant ist vor allem die Reaktion: Nur ein Jahr später gewann der Verein das Triple.

Damit bilden die Finals 2012 und 2013 ein starkes Gegensatzpaar für eine Lernanalyse: schwere Niederlage auf der einen, größtmöglicher Vereinserfolg auf der anderen Seite.


2013: Der Pokal vollendet das Triple

Im Finale 2013 führte Bayern gegen den VfB Stuttgart bereits mit 3:0. Stuttgart verkürzte noch auf 3:2, doch Bayern brachte den Vorsprung ins Ziel.

Nach der bereits gewonnenen Meisterschaft und dem Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund machte der Pokalsieg das erste Triple der Vereinsgeschichte perfekt.

Das Spiel zeigt, dass selbst ein scheinbar klarer Vorsprung in einem Finale wieder gefährdet werden kann. Für die Analyse lohnt sich deshalb nicht nur das Endergebnis, sondern auch der Verlauf.


2014 und 2016: Pokalduelle mit Borussia Dortmund

2014 blieb das Finale nach 90 Minuten torlos. In der Verlängerung trafen Arjen Robben und Thomas Müller zum 2:0.

2016 stand es auch nach 120 Minuten 0:0. Bayern setzte sich im Elfmeterschießen mit 4:3 durch. Dieses Finale war zugleich das letzte Pflichtspiel von Pep Guardiola als Bayern-Trainer.

Die vier Bayern-Dortmund-Finals von 2008 bis 2016 zeigen, wie sich eine sportliche Rivalität in einem K.-o.-Wettbewerb verdichten kann: Bayern gewann 2008, Dortmund 2012, Bayern wiederum 2014 und 2016.


2020: Der 20. Pokalsieg

Im Finale 2020 schlug Bayern Bayer 04 Leverkusen mit 4:2. Es war der 20. Pokalsieg des Vereins.

Das Endspiel fand wegen der COVID-19-Pandemie ohne das übliche voll besetzte Stadion statt. Dadurch besitzt es eine besondere zeitgeschichtliche Dimension. Sportlich war der Pokalsieg Bestandteil jener Saison, in der Bayern später auch die Champions League gewann und damit sein zweites Triple komplettierte.


2021: Das 0:5 in Mönchengladbach

Rekorde bestehen nicht nur aus Erfolgen. Am 27. Oktober 2021 verlor Bayern in der zweiten Runde mit 0:5 bei Borussia Mönchengladbach.

Die Partie gehört zu den deutlichsten Pokalniederlagen der Bayern-Geschichte und war ein scharfer Kontrast zu hohen eigenen Siegen wie dem 16:1 in Waldberg.

Für eine sporthistorische Betrachtung ist gerade dieser Gegensatz wertvoll: Ein Verein kann langfristig Rekordsieger sein und dennoch in einem einzelnen K.-o.-Spiel klar unterliegen.


2026: Kanes Hattrick und der 21. Pokal

Sechs Jahre nach dem 20. Titel kehrte Bayern 2026 in das Pokalfinale zurück. Gegner war der VfB Stuttgart, der als Titelverteidiger antrat.

Nach dem 0:0 zur Pause erzielte Harry Kane in der zweiten Hälfte drei Tore. Das 3:0 brachte Bayern den 21. Pokalsieg.

Der Hattrick verbindet mehrere Rekordebenen: Bayern baute seinen Vereinsrekord bei den Titeln aus, Kane setzte einen außergewöhnlichen individuellen Schlusspunkt unter eine Saison mit zehn Pokaltoren, und der VfB Stuttgart wurde erneut zum Finalgegner einer historischen Bayern-Saison.


Wie Sportrekorde richtig gelesen werden

Statistiken wirken eindeutig, sind aber nur dann sinnvoll, wenn ihre Definitionen bekannt sind.

Pokalsieg bedeutet, dass ein Verein den Wettbewerb gewinnt. Finalteilnahme bedeutet lediglich, dass der Verein das Endspiel erreicht. Deshalb hat Bayern 25 Finalteilnahmen, aber 21 Titel.

n.V. bedeutet nach Verlängerung. i.E. bedeutet im Elfmeterschießen. Bei Statistiken über ungeschlagene Spiele wird ein nach 120 Minuten unentschiedenes Spiel häufig als Remis gewertet, auch wenn anschließend ein Team im Elfmeterschießen ausscheidet.

Eine laufende Serie kann sich verändern. Die Angabe von 30 erfolgreichen ersten Bayern-Pokalspielen in Folge ist deshalb mit dem Stichtag vor der ersten Runde 2026/27 verbunden.

Ein Spielerrekord muss außerdem vom Vereinsrekord unterschieden werden. Robert Lewandowskis Pokaltore stammen beispielsweise aus Einsätzen für Borussia Dortmund und Bayern. Gerd Müllers 78 Pokaltore erzielte er dagegen für Bayern.

Beim Vergleich verschiedener Epochen musst Du zusätzlich berücksichtigen, dass sich Wettbewerbsmodus, Zahl der Runden, Gegnerstruktur, Trainingsbedingungen und Fußballtaktik verändert haben.


Rekorde im historischen Zusammenhang

Die Rekorde des FC Bayern entstanden nicht gleichmäßig. Zwischen einzelnen Titeln lagen lange Pausen, während andere Phasen von Seriensiegen geprägt waren.

Von 1957 bis 1971 entwickelte sich Bayern von einem Pokalsieger zu einer nationalen Spitzenmannschaft. Die 1980er-Jahre lieferten dramatische Finals, aber noch keine dauerhafte Pokalserie wie später.

Ab Ende der 1990er-Jahre verdichteten sich die Erfolge. Besonders zwischen 1998 und 2020 gewann Bayern den Pokal zwölfmal. Gleichzeitig erreichte der Verein von 2010 bis 2020 in jeder Saison mindestens das Halbfinale.

Die Zeit nach 2020 zeigt jedoch, warum der Pokal trotz langfristiger Dominanz unberechenbar bleibt. Bayern erreichte mehrere Jahre kein Finale. Erst 2026 gelang wieder der Titelgewinn.

Der Pokalrekord ist daher nicht nur Ausdruck sportlicher Stärke. Er ist das Ergebnis vieler einzelner K.-o.-Situationen, in denen Favoritenstatus allein keine Garantie bietet.


Quellen und Stand

Die Rekordangaben wurden mit aktuellen Veröffentlichungen des DFB, dem DFB-Datencenter und offiziellen Informationen des FC Bayern abgeglichen. Bei laufenden Serien gilt der ausdrücklich genannte Stand vom 2. September 2026 vor dem Bayern-Auftakt in der Pokalsaison 2026/27.

  1. DFB: Rekordsieger des DFB-Pokals
  2. DFB: Rekordtorjäger des DFB-Pokals
  3. DFB-Datencenter: Rekordtorschützen
  4. DFB: Finale 2026
  5. FC Bayern: Erfolge
  6. FC Bayern: Faktenlage zum Pokalauftakt 2026/27

Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons und sind als freie Medien direkt über ihre Commons-Dateinamen eingebunden. Die Videos stammen aus offiziellen Fußballkanälen und dienen der Analyse historischer Spielszenen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie oft hatte der FC Bayern den DFB-Pokal bis einschließlich 2026 gewonnen? (21-mal) (!18-mal) (!20-mal) (!25-mal)




Wie viele DFB-Pokalfinals hatte der FC Bayern bis einschließlich 2026 erreicht? (25) (!21) (!27) (!30)




Wer ist mit 78 Toren Rekordtorschütze des DFB-Pokals? (Gerd Müller) (!Thomas Müller) (!Harry Kane) (!Robert Lewandowski)




Wie hoch war der höchste DFB-Pokalsieg des FC Bayern? (16 zu 1) (!12 zu 0) (!10 zu 0) (!15 zu 1)




Gegen welchen Verein drehte Bayern im Pokalfinale 1982 einen Rückstand zum 4 zu 2? (1. FC Nürnberg) (!Werder Bremen) (!Eintracht Frankfurt) (!Hamburger SV)




Welcher Gegner stand Bayern im Pokalfinale 2013 gegenüber? (VfB Stuttgart) (!Borussia Dortmund) (!RB Leipzig) (!Bayer Leverkusen)




Wie endete das Pokalfinale 2026 aus Sicht des FC Bayern? (3 zu 0) (!2 zu 0) (!4 zu 1) (!3 zu 2)




Welche besondere Leistung gelang Harry Kane im Pokalfinale 2026? (Ein Hattrick) (!Vier Torvorlagen) (!Ein Torwartwechsel) (!Ein Eigentor)




Wie viele Pokalspiele blieb Bayern von 2012 bis 2017 nach 90 oder 120 Minuten ungeschlagen? (27) (!18) (!21) (!30)




Wie oft in Folge erreichte Bayern von 2009/10 bis 2019/20 mindestens das Pokalhalbfinale? (11-mal) (!6-mal) (!8-mal) (!15-mal)





Memory

Gerd Müller 78 Pokaltore
DJK Waldberg Höchster Bayern-Pokalsieg
Rudi Jobst Siegtor beim ersten Pokalerfolg
Dieter Hoeneß Turban-Finale
Borussia Mönchengladbach Elfmeterschießen im Finale 1984
VfB Stuttgart Finalgegner 2013 und 2026
Harry Kane Finalhattrick 2026





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
FC Bayern München Rekordsieger des Wettbewerbs
Gerd Müller Rekordtorschütze des Wettbewerbs
Dieter Hoeneß Symbolfigur des Turban-Finales
Borussia Dortmund Gegner in mehreren modernen Bayern-Endspielen
Harry Kane Schütze des Finalhattricks gegen Stuttgart
Olympiastadion Berlin Fester Austragungsort des Männerfinales





Kreuzworträtsel

Müller Welcher Nachname gehört zum Rekordtorschützen des DFB-Pokals?
Waldberg Gegen welchen Vereinsteil des Namens erzielte Bayern seinen höchsten Pokalsieg?
Nürnberg Welche Stadt gehört zum Finalgegner des Turban-Finales?
Stuttgart Welche Stadt gehört zum Gegner der Bayern-Finals 2013 und 2026?
Berlin In welcher Stadt wird das DFB-Pokalfinale der Männer seit 1985 ausgetragen?
Kane Welcher Nachname gehört zum dreifachen Torschützen des Finales 2026?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der FC Bayern gewann bis einschließlich 2026 insgesamt

DFB-Pokaltitel.
Bis zu diesem Zeitpunkt stand der Verein in

Endspielen.
Der Rekordtorschütze des gesamten Wettbewerbs heißt Gerd

.
Er erzielte im DFB-Pokal insgesamt

Tore.
Bayerns höchster Pokalsieg gelang gegen DJK

.
Im Finale 1982 drehte Bayern gegen den 1. FC

einen Zwei-Tore-Rückstand.
Der Pokalsieg 2013 vollendete das erste

der Vereinsgeschichte.
Das Finale 2020 gewann Bayern gegen Bayer 04

.
Im Endspiel 2026 erzielte Harry

alle drei Bayern-Tore.
Der feste Finalort des Männerwettbewerbs ist seit 1985

.
Die lange Serie von 2012 bis 2017 umfasste

Spiele ohne Niederlage nach 90 oder 120 Minuten.
Von 2009/10 bis 2019/20 erreichte Bayern

Pokalhalbfinals in Folge.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Pokal-Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste mit allen 21 Titeljahren und markiere drei Phasen, in denen Bayern besonders häufig gewann.
  2. Rekordtorschützen-Porträt: Erstelle ein Kurzporträt zu Gerd Müllers 78 Pokaltoren und erkläre, weshalb die Relation von 78 Toren in 62 Spielen außergewöhnlich ist.
  3. Spielplakat zum Turban-Finale: Gestalte ein historisches Spielplakat zum Finale 1982 und hebe den Spielverlauf vom 0:2 zum 4:2 hervor.
  4. Audiokommentar 2026: Schreibe oder sprich einen einminütigen Sportkommentar zu Kanes Hattrick im Finale 2026 und trenne darin beobachtbare Fakten von emotionaler Kommentarsprache.


Standard

  1. Finalquote analysieren: Berechne Bayerns Siegquote in 25 Finals und erkläre, warum diese Zahl allein noch nichts über die Schwierigkeit des gesamten Wettbewerbs aussagt.
  2. Finalvergleich 2013 und 2026: Vergleiche die eingebundenen Spielvideos. Untersuche Spielstandsentwicklung, Schlüsselmomente und historische Bedeutung der beiden Siege.
  3. Finalort untersuchen: Recherchiere, weshalb das Olympiastadion Berlin seit 1985 der feste Austragungsort des Männerfinales ist, und stelle Vor- und Nachteile eines festen Finalortes gegenüber.
  4. Fan-Interview: Interviewe eine Person, die ein älteres Bayern-Pokalfinale bewusst erlebt hat. Vergleiche ihre Erinnerung anschließend mit mindestens zwei überprüfbaren Quellen.


Schwer

  1. Serien visualisieren: Entwickle eine Grafik zu den 27 ungeschlagenen Pokalspielen und den elf Halbfinalteilnahmen in Folge. Formuliere dabei präzise, welche Definitionen für die beiden Serien gelten.
  2. Statistik kritisch prüfen: Untersuche, wie verschiedene Quellen Spiele nach Elfmeterschießen darstellen. Erkläre, warum die Begriffe Sieg, Niederlage und ungeschlagen je nach statistischer Methode unterschiedlich verwendet werden können.
  3. Mini-Dokumentation: Produziere ein Konzept für ein fünfminütiges Video mit dem Titel „Von Jobst bis Kane – Bayerns Pokalrekorde 1957 bis 2026“. Nutze ausschließlich nachprüfbare Fakten und kennzeichne freie Medien korrekt.
  4. Eigenes Lernmodul: Entwickle einen kurzen offenen Lernbaustein zu einem legendären Bayern-Pokalspiel. Kombiniere Quellenarbeit, eine selbst erstellte Visualisierung und mindestens eine interaktive Aufgabe unter Beachtung freier Lizenzen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Dominanz im K.-o.-System erklären: Begründe, warum 21 Pokalsiege anders zu bewerten sind als eine hohe Zahl an Meisterschaften in einem Ligawettbewerb. Beziehe die unterschiedliche Wettbewerbsstruktur ein.
  2. Serien kritisch deuten: Ein Team verliert nach einem Remis im Elfmeterschießen. Entscheide, ob eine Serie „ohne Niederlage nach 90 oder 120 Minuten“ fortgesetzt werden kann, und begründe Deine Entscheidung.
  3. 1982 und 2026 vergleichen: Analysiere, weshalb sowohl ein dramatisches Comeback als auch ein klarer 3:0-Finalsieg langfristig zu einem legendären Spiel werden können.
  4. Rivalität im Pokal: Vergleiche die Bayern-Dortmund-Finals von 2012, 2014 und 2016 und leite daraus ab, weshalb einzelne Endspiele unterschiedliche Phasen einer sportlichen Rivalität markieren können.
  5. Rekordvergleich entwickeln: Entwirf Kriterien, mit denen Du Pokalerfolge verschiedener Vereine fair vergleichen würdest. Entscheide, wie Titel, Finalteilnahmen, Siegquote, Serien und Torrekorde gewichtet werden sollen.
  6. Stichtagsproblem erklären: Begründe anhand der Auftaktserie vor der Saison 2026/27, warum aktuelle Sportrekorde immer mit Datum und Quelle dokumentiert werden sollten.


Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du historische Fakten nicht nur wiedergeben, sondern einordnen und prüfen kannst.

  1. Du kannst die 21 Pokalsiege von den 25 Finalteilnahmen klar unterscheiden.
  2. Du kannst Gerd Müllers 78 Pokaltore als Spielerrekord des gesamten Wettbewerbs einordnen.
  3. Du kannst mindestens zwei Bayern-Serien erklären und die jeweils verwendete statistische Definition benennen.
  4. Du kannst ein legendäres Pokalspiel anhand von Spielverlauf, Kontext und historischer Bedeutung analysieren.
  5. Du kannst zwischen Vereinsrekord, Wettbewerbsrekord, Saisonbestwert und laufender Serie unterscheiden.
  6. Du kannst Angaben aus DFB-, Vereins- und weiteren Quellen vergleichen und einen Stichtag korrekt angeben.
  7. Du kannst eine eigene Darstellung, Analyse oder Medienarbeit erstellen, in der Fakten, Interpretation und Quellen voneinander unterscheidbar bleiben.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zum DFB-Pokal bietet einen frei zugänglichen Überblick über Wettbewerb, Geschichte, Endspiele und Rekorde.



Verknüpfte Lernbereiche

Die DFB-Pokal-Rekorde des FC Bayern lassen sich mit Sportgeschichte, Statistik, Medienanalyse und Quellenkritik verbinden.


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