Deutsche Sprache und Dialekte - Deutschland

Deutsche Sprache und Dialekte - Deutschland
Deutsche Sprache und Dialekte - Deutschland
Einleitung
Deutsch klingt nicht überall gleich. Wenn Menschen in Hamburg, Köln, Dresden, Stuttgart oder München miteinander sprechen, können Unterschiede in Aussprache, Wortschatz und manchmal auch in der Grammatik auffallen. Trotzdem können sich die meisten Sprecherinnen und Sprecher mithilfe der Standardsprache überregional verständigen.
Dieser aiMOOC zeigt Dir, wie Deutsch in Deutschland zwischen Standardsprache, regional gefärbter Alltagssprache und Dialekten variiert. Du lernst außerdem, warum Dialekte keine „falsche Sprache“ sind, wie Sprachgrenzen erforscht werden und welche Bedeutung regionale Sprachformen für Identität, Kultur und Alltag haben.

Schon auf einer politischen Karte wird sichtbar, wie groß und regional vielfältig Deutschland ist. Sprachräume folgen allerdings nicht einfach den Grenzen der Bundesländer. Dialekte und regionale Sprachformen sind historisch entstanden und gehen oft über heutige Verwaltungsgrenzen hinweg.
Standardsprache, Alltagssprache und Dialekt
Die deutsche Sprache besteht aus verschiedenen Varietäten. Das bedeutet: Es gibt mehrere Formen des Deutschen, die je nach Region, Situation, sozialer Gruppe und Gesprächspartner verwendet werden.
Standardsprache ist die überregionale, weitgehend kodifizierte Form des Deutschen. Sie wird besonders in Schule, Verwaltung, überregionalen Medien und vielen schriftlichen Texten verwendet. Auch Standardsprache kann regional unterschiedlich ausgesprochen werden.
Umgangssprache ist ein Sammelbegriff für Sprachformen des Alltags. Sie liegt häufig zwischen Standardsprache und Dialekt. Ihre Grenzen sind nicht scharf.
Regiolekt bezeichnet eine regional geprägte Alltagssprache, die näher an der Standardsprache liegt als ein traditioneller Dialekt. Ein Regiolekt kann typische Wörter, Satzmelodien oder Aussprachemerkmale einer Region enthalten.
Dialekt oder Mundart ist eine regional gebundene Sprachform mit eigenen Merkmalen in Lautung, Wortschatz und zum Teil Grammatik. Dialekte sind regelhafte Sprachsysteme. Sie sind deshalb nicht einfach „schlechtes“ oder „falsches“ Standarddeutsch.
Zwischen diesen Formen gibt es meist keine harte Grenze. Eine Person kann zum Beispiel mit Großeltern Dialekt, mit Freundinnen und Freunden Regiolekt und bei einem Referat stärker standardspracheorientiert sprechen. Diesen Wechsel zwischen sprachlichen Formen nennt man je nach Zusammenhang Code-Switching oder Varietätenwechsel.
Was bedeutet „Hochdeutsch“?
Das Wort Hochdeutsch kann zwei verschiedene Dinge meinen. Im Alltag wird damit oft die deutsche Standardsprache bezeichnet. In der Sprachwissenschaft meint hochdeutsch dagegen die mitteldeutschen und oberdeutschen Dialekte, die sich historisch unter anderem durch die zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung vom Niederdeutschen unterscheiden.
Das Wort „hoch“ bezieht sich in dieser sprachgeschichtlichen Bezeichnung auf die höher gelegenen Landschaften Mittel- und Süddeutschlands. „Niederdeutsch“ bezieht sich entsprechend auf die tiefer gelegenen nördlichen Gebiete.
Diese doppelte Bedeutung ist wichtig: Standarddeutsch und hochdeutsche Dialekte sind nicht dasselbe.
Große Dialekträume in Deutschland
Die traditionellen deutschen Dialekte bilden keine Sammlung sauber voneinander getrennter Kästchen. Zwischen benachbarten Orten gibt es häufig Übergänge. Für eine grobe Orientierung werden dennoch größere Dialektgruppen unterschieden.

Niederdeutsch wird traditionell vor allem im Norden gesprochen. Dazu gehören verschiedene west- und ostniederdeutsche Sprachformen. Niederdeutsch wird in Deutschland im Rahmen der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen als Regionalsprache geschützt.
Mitteldeutsch umfasst Dialekte in einem breiten mittleren Gebiet. Zum Westmitteldeutschen gehören zum Beispiel ripuarische und rheinfränkische Varietäten; Kölsch gehört zum Ripuarischen. Zum Ostmitteldeutschen zählen unter anderem thüringisch-obersächsische Varietäten.
Oberdeutsch wird vor allem im Süden gesprochen. Dazu gehören unter anderem alemannische, schwäbische, bairische und ostfränkische Sprachformen.
Die Namen der Dialekte stimmen nicht immer genau mit politischen Regionen überein. Außerdem gibt es innerhalb jeder großen Gruppe zahlreiche lokale Unterschiede.
Die zweite Lautverschiebung und Sprachgrenzen
Ein wichtiger Schlüssel zur Gliederung der deutschen Dialekte ist die Zweite Lautverschiebung. Dabei veränderten sich im südlicheren deutschen Sprachraum bestimmte Konsonanten. Die Veränderungen verliefen jedoch nicht überall gleich stark.
Ein bekanntes Beispiel ist der Gegensatz zwischen niederdeutsch geprägtem maken und hochdeutschem machen. Die sogenannte Benrather Linie wird häufig mit diesem Unterschied verbunden. Ein weiteres Beispiel ist Appel gegenüber Apfel. Solche Grenzlinien einzelner sprachlicher Merkmale nennt man Isoglossen.

Eine Isoglosse ist keine Staatsgrenze. Sie zeigt nur, bis wohin ein bestimmtes Sprachmerkmal verbreitet war oder ist. Mehrere Isoglossen können nebeneinander verlaufen. Besonders anschaulich ist das im Rheinland.

Der Rheinische Fächer zeigt, dass Lautveränderungen nicht überall an derselben Linie enden. Dadurch entstehen Übergangsräume statt einer einzigen scharfen Dialektgrenze.
Standardsprache entstand nicht aus nur einem Dialekt
Die heutige deutsche Standardsprache entstand über Jahrhunderte. Sie entwickelte sich aus verschiedenen Schreibtraditionen und überregionalen Ausgleichsprozessen. Kanzleisprachen, Buchdruck, Schule, Verwaltung und Literatur spielten dabei wichtige Rollen.
Auch die Bibelübersetzung Martin Luthers hatte großen Einfluss auf die Verbreitung überregional verständlicher Schreibformen. Es wäre jedoch zu einfach zu sagen, Luther habe das Standarddeutsche allein „erfunden“. Die Entwicklung war länger, vielschichtiger und von mehreren Regionen geprägt.
Seit der Frühen Neuzeit wurden Schreibweisen und grammatische Formen zunehmend vereinheitlicht. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Rechtschreibung und Aussprache stärker kodifiziert. Heute gibt es eine gemeinsame Standardsprache, die in Deutschland zugleich regionale Varianten aufweist.
Regionale Unterschiede im heutigen Deutsch
Regionale Vielfalt begegnet Dir auch dann, wenn Menschen keinen ausgeprägten traditionellen Dialekt sprechen. Unterschiede können auf verschiedenen Ebenen auftreten.
- Wortschatz: Für ein kleines rundes Weizengebäck hört man je nach Region zum Beispiel Brötchen, Semmel, Schrippe, Rundstück oder Weck.
- Aussprache: Laute, Betonung und Satzmelodie können regional verschieden sein, obwohl die Wörter standardsprachlich sind.
- Grußformeln: Moin, Guten Tag, Servus oder Grüß Gott sind regional unterschiedlich verbreitet.
- Grammatik: Auch grammatische Varianten können regional geprägt sein, besonders in der gesprochenen Alltagssprache.
Ein einzelnes Wort reicht allerdings selten aus, um eine Person sicher einer Region zuzuordnen. Menschen ziehen um, übernehmen neue Sprachformen und passen ihre Sprache an Situationen an.
Dialekt, Regiolekt und Identität
Sprache zeigt nicht nur, was wir sagen, sondern kann auch etwas darüber ausdrücken, wozu wir uns zugehörig fühlen. Dialekte können Nähe, Heimatverbundenheit, Tradition oder Gruppenzugehörigkeit vermitteln. Gleichzeitig können Menschen dieselbe Mundart sehr unterschiedlich bewerten.
Sprachliche Bewertungen sind oft gesellschaftlich geprägt. Ein Dialekt ist nicht objektiv „schöner“, „klüger“ oder „richtiger“ als ein anderer. Solche Urteile entstehen durch Erfahrungen, Medienbilder, Vorurteile und soziale Machtverhältnisse.
Für die Schule ist deshalb eine doppelte Kompetenz wichtig: Du solltest Standardsprache sicher verstehen und situationsgerecht verwenden können. Gleichzeitig kann Wissen über Dialekte und Regionalsprachen helfen, sprachliche Vielfalt wertzuschätzen und Sprache genauer zu beobachten.
Sprachwandel: Bleiben Dialekte erhalten?
Dialekte verändern sich ständig. Manche sehr lokalen Merkmale werden seltener, besonders wenn Menschen mobiler werden und im Alltag häufiger überregional kommunizieren. Gleichzeitig verschwinden regionale Unterschiede nicht einfach vollständig.
Häufig entstehen neue Mischformen zwischen Dialekt und Standardsprache. Regionale Aussprache, Wortschatz und Satzmelodie können erhalten bleiben, obwohl traditionelle Dialektgrammatik zurückgeht. Auch Medien, Migration, Jugendsprachen und Mehrsprachigkeit beeinflussen die gesprochene Sprache.
Sprachwandel bedeutet deshalb nicht automatisch „Sprachverlust“. Er zeigt, dass Sprache von ihren Sprecherinnen und Sprechern immer wieder neu gestaltet wird.
Historischer Vergleich
Eine historische Dialektkarte kann zeigen, dass sich Sprachräume im Lauf der Zeit verändern. Dabei musst Du beachten, dass historische Karten politische Grenzen, Bevölkerungsbewegungen und damalige Forschungsstände widerspiegeln.

Vergleiche die historische Karte mit einer heutigen Dialektkarte. Achte besonders darauf, welche Räume ähnlich geblieben sind und wo sich die Darstellung verändert hat. Frage Dich auch, welche historischen Ereignisse und Wanderungsbewegungen eine Rolle gespielt haben könnten.
Nicht jede regionale Sprache ist ein deutscher Dialekt
Deutschland ist sprachlich vielfältiger als die deutschen Dialekte allein. Neben der deutschen Standardsprache und ihren Dialekten gibt es anerkannte Minderheitensprachen. Dazu gehören unter anderem Dänisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch, Ober- und Niedersorbisch sowie Romanes der deutschen Sinti und Roma.
Niederdeutsch besitzt in Deutschland im Rahmen der Europäischen Charta den Status einer Regionalsprache. Diese rechtliche Einordnung zeigt zugleich, dass die Grenze zwischen den Begriffen „Sprache“ und „Dialekt“ nicht nur sprachwissenschaftlich, sondern auch historisch, gesellschaftlich und politisch geprägt sein kann.
Für die Analyse solltest Du deshalb genau unterscheiden: Geht es um einen deutschen Dialekt, eine regionale Form der Standardsprache, eine Regionalsprache oder eine eigenständige Minderheitensprache?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet die deutsche Standardsprache am besten? (Sie ist überregional verständlich und weitgehend kodifiziert) (!Sie wird nur in Norddeutschland gesprochen) (!Sie besitzt keine Regeln für Rechtschreibung) (!Sie ist mit jedem Dialekt identisch)
Was ist ein Dialekt? (Eine regional geprägte und regelhafte Sprachvarietät) (!Eine absichtlich falsche Form der Standardsprache) (!Eine ausschließlich geschriebene Sprachform) (!Eine Sprache ohne Grammatik)
Was bezeichnet Regiolekt? (Eine regional geprägte Alltagssprache nahe der Standardsprache) (!Eine ausgestorbene germanische Sprache) (!Eine einheitliche Weltsprache) (!Eine amtliche Rechtschreibregel)
Welche Dialektgruppe wird traditionell vor allem im Norden Deutschlands gesprochen? (Niederdeutsch) (!Oberdeutsch) (!Bairisch) (!Alemannisch)
Welche beiden Großgruppen gehören sprachwissenschaftlich zum Hochdeutschen? (Mitteldeutsch und Oberdeutsch) (!Niederdeutsch und Friesisch) (!Dänisch und Sorbisch) (!Romanes und Niederdeutsch)
Was ist eine Isoglosse? (Eine Linie zur Darstellung der Verbreitungsgrenze eines Sprachmerkmals) (!Eine Grenze zwischen zwei Bundesländern) (!Eine Regel für Groß- und Kleinschreibung) (!Eine Liste verbotener Dialektwörter)
Welches Wortpaar veranschaulicht die Benrather Linie besonders bekannt? (maken und machen) (!Haus und Häuser) (!Tag und Tage) (!Buch und Bücher)
Welche Aussage zur Entstehung der Standardsprache ist richtig? (Sie entstand über Jahrhunderte durch mehrere Ausgleichs- und Normierungsprozesse) (!Sie wurde an einem einzigen Tag beschlossen) (!Sie stammt vollständig aus nur einem Ortsdialekt) (!Sie entstand erst durch das Internet)
Welche Aussage über Dialekte trifft zu? (Sie können eigene Regeln für Aussprache Wortschatz und Grammatik besitzen) (!Sie sind grundsätzlich sprachliche Fehler) (!Sie dürfen nur privat verwendet werden) (!Sie haben keinerlei kulturelle Bedeutung)
Welchen Status hat Niederdeutsch in Deutschland im Rahmen der Europäischen Sprachencharta? (Regionalsprache) (!Amtssprache der Europäischen Union) (!Fremdsprache ohne regionalen Bezug) (!Kunstsprache)
Memory
| Standardsprache | überregional und weitgehend kodifiziert |
| Dialekt | regional gebundene Sprachvarietät |
| Regiolekt | regionale Alltagssprache nahe am Standard |
| Isoglosse | Grenze eines einzelnen Sprachmerkmals |
| Niederdeutsch | traditionelle Sprachformen des Nordens |
| Oberdeutsch | Dialektgruppe des südlichen Sprachraums |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Standardsprache | überregionale Verständigung |
| Regiolekt | regionale Alltagssprache |
| Dialekt | lokale oder regionale Sprachform |
| Isoglosse | Grenze eines Sprachmerkmals |
| Sprachwandel | Veränderung von Sprache im Laufe der Zeit |
Kreuzworträtsel
| Dialekt | Wie heißt eine regional gebundene Sprachvarietät? |
| Regiolekt | Wie heißt eine regionale Alltagssprache nahe der Standardsprache? |
| Isoglosse | Wie nennt man die Grenze eines einzelnen Sprachmerkmals? |
| Benrather | Wie heißt die Linie, die oft mit maken und machen verbunden wird? |
| Alemannisch | Welche oberdeutsche Dialektgruppe wird unter anderem im Südwesten gesprochen? |
| Niederdeutsch | Welche traditionelle Sprachgruppe ist besonders im Norden verbreitet? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Dialektwort-Sammlung: Sammle zehn Wörter oder Redewendungen, die in Deiner Region anders gesagt werden als in anderen Teilen Deutschlands, und notiere jeweils eine standardsprachliche Entsprechung.
- Sprachkarte: Markiere auf einer Deutschlandkarte fünf Dialekträume und ergänze zu jedem Raum ein typisches Beispiel oder eine regionale Besonderheit.
- Hörvergleich: Höre zwei Dialektbeispiele aus unterschiedlichen Regionen und beschreibe Unterschiede in Aussprache, Wortschatz und Satzmelodie.
- Interview zur Sprachbiografie: Befrage eine Person aus Deinem Umfeld dazu, welche Sprachformen sie in Familie, Schule, Beruf und Freizeit verwendet.
Standard
- Regiolekt-Beobachtung: Beobachte eine Alltagssituation und untersuche, welche sprachlichen Merkmale zwischen Standardsprache und Dialekt liegen.
- Medienanalyse Dialekt: Suche einen seriösen Radio-, Fernseh- oder Onlinebeitrag mit regionaler Sprache und untersuche, welche Wirkung der Dialekt dort erzeugt.
- Sprachvergleich Brötchen: Recherchiere regionale Bezeichnungen für ein Alltagswort wie Brötchen, Kartoffel oder Pfannkuchen und stelle die Ergebnisse auf einer eigenen Karte dar.
- Vorurteile über Dialekte: Entwickle eine kurze Umfrage zu Bewertungen verschiedener Dialekte und werte kritisch aus, welche Vorurteile oder Stereotype sichtbar werden.
Schwer
- Isoglossen-Projekt: Recherchiere zwei historische Isoglossen und erkläre anhand konkreter Wortbeispiele, warum Sprachgrenzen als Übergangsräume verstanden werden sollten.
- Sprachwandel-Forschungsprojekt: Vergleiche ältere und jüngere Sprachaufnahmen aus einer Region und formuliere Hypothesen dazu, welche Merkmale stabil bleiben und welche sich verändern.
- Standardsprache und Macht: Untersuche, warum Standardsprache in Schule, Verwaltung und Medien besonderes Prestige besitzt, und diskutiere Chancen und mögliche Benachteiligungen.
- Eigener Dialekt-Podcast: Produziere einen kurzen Podcast mit Interview, Sprachbeispielen und Erklärung zur regionalen Sprachvielfalt; kennzeichne dabei klar, was Dialekt, Regiolekt und Standardsprache ist.


Lernkontrolle
- Sprachsituation analysieren: Eine Person spricht zu Hause Dialekt, in der Pause Regiolekt und bei einer Präsentation Standardsprache. Erkläre, warum dieser Wechsel sinnvoll sein kann und welche kommunikativen Ziele damit verbunden sind.
- Dialektkarte deuten: Erkläre, warum eine Dialektkarte keine politische Landkarte ist und weshalb Dialektgrenzen häufig als Übergangsräume dargestellt werden.
- Hochdeutsch erklären: Formuliere für eine jüngere Schülerin oder einen jüngeren Schüler die beiden Bedeutungen des Wortes „Hochdeutsch“ und entwickle ein Beispiel, das die Verwechslung verhindert.
- Sprachurteil prüfen: Beurteile die Aussage „Dialekt ist falsches Deutsch“. Nutze sprachwissenschaftliche Argumente und gehe auf Regeln, Funktionen und gesellschaftliche Bewertungen ein.
- Sprachwandel übertragen: Erkläre, wie Mobilität, Medien und Schule gleichzeitig zum Rückgang einzelner Dialektmerkmale und zur Entstehung neuer regionaler Sprachformen beitragen können.
- Regionalsprache unterscheiden: Begründe, warum man zwischen deutschem Dialekt, Regiolekt, Regionalsprache und Minderheitensprache unterscheiden sollte.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern sprachliche Vielfalt erklären und untersuchen kannst.
- Du kannst Standardsprache, Dialekt, Regiolekt und Umgangssprache voneinander unterscheiden.
- Du kannst die großen Dialekträume Niederdeutsch, Mitteldeutsch und Oberdeutsch grob räumlich einordnen.
- Du kannst erklären, warum die Zweite Lautverschiebung für die Dialektgliederung wichtig ist.
- Du kannst den Begriff Isoglosse an einem Beispiel erläutern.
- Du kannst die doppelte Bedeutung von „Hochdeutsch“ erklären.
- Du kannst regionale Wörter, Aussprachemerkmale oder grammatische Varianten untersuchen, ohne sie vorschnell als Fehler zu bewerten.
- Du kannst beschreiben, wie Standardsprache, Dialekt und Regiolekt je nach Situation unterschiedliche Funktionen erfüllen.
- Du kannst Sprachwandel mit gesellschaftlichen Entwicklungen wie Mobilität, Medien und Bildung in Verbindung bringen.
- Du kannst zwischen deutschen Dialekten und anerkannten Regional- oder Minderheitensprachen unterscheiden.
- Du kannst eigene Sprachbeobachtungen mit Karten, Interviews oder Hörbeispielen nachvollziehbar dokumentieren.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
NEWSLernweltNOAH fragen