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Der Kubismus - Kunst

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Der Kubismus - Kunst




Der Kubismus - Kunst

Zielgruppe: Schule, besonders Sekundarstufe I

Leitfrage: Wie kann ein Bild mehrere Blickwinkel gleichzeitig zeigen?


Einleitung

Der Kubismus entstand ab etwa 1907 in Paris. Pablo Picasso und Georges Braque entwickelten eine neue Bildsprache: Gegenstände wurden nicht mehr nur aus einem festen Blickwinkel dargestellt. Sie wurden in Flächen, Kanten und Teilformen zerlegt und neu zusammengesetzt.

Ein kubistisches Bild zeigt daher oft mehrere Ansichten zugleich. Ein Gesicht kann zum Beispiel von vorn und von der Seite erscheinen. Diese Mehransichtigkeit stellt die gewohnte Zentralperspektive infrage.


Die wichtigsten Merkmale

  1. Geometrisierung: Körper werden zu Flächen, Kanten, Bögen und Winkeln vereinfacht.
  2. Fragmentierung: Motive erscheinen in einzelne Teile zerlegt.
  3. Mehransichtigkeit: Verschiedene Blickwinkel werden in einem Bild verbunden.
  4. Flächigkeit: Vordergrund und Hintergrund greifen ineinander.
  5. Stillleben: Flaschen, Gläser, Zeitungen und Musikinstrumente sind häufige Motive.
  6. Collage: Papier, Schrift und Alltagsmaterialien werden Teil des Kunstwerks.

Betrachte das Porträt: Wo erkennst Du Profil, Vorderansicht, Linien, Flächen und Überschneidungen?


Vorläufer und Entstehung

Paul Cézanne regte Künstler dazu an, Naturformen auf grundlegende Körper und Flächen zu beziehen. Picasso und Braque beschäftigten sich außerdem mit iberischer Kunst und eigneten sich Formen aus verschiedenen afrikanischen Kunsttraditionen an. Heute wird diese Aneignung auch im Zusammenhang mit Kolonialismus und ungleichen Machtverhältnissen kritisch untersucht.

Der Kubismus wollte die sichtbare Welt nicht einfach kopieren. Er zeigte, dass ein Bild eine eigene, gestaltete Wirklichkeit besitzt.


Analytischer Kubismus

Der analytische Kubismus entwickelte sich ungefähr zwischen 1909 und 1912. Gegenstände wurden stark zerlegt und aus vielen kleinen Facetten aufgebaut. Häufig dominieren Braun-, Grau- und Ockertöne. Die Motive sind manchmal erst nach genauem Hinsehen erkennbar.

Sehauftrag: Suche die Person im Bild. Welche Formen lassen Dich Kopf, Arme, Kleidung und Umgebung vermuten?


Synthetischer Kubismus

Ab 1912 entstand der synthetische Kubismus. Formen wurden oft klarer, größer und farbiger. Mit dem Papier collé kamen Zeitung, Tapete, Etiketten und gemalte Materialtäuschungen ins Bild. Daraus entwickelte sich die moderne Collage.

Hier treffen Malerei, Zeichnung, Schrift und geklebte Elemente aufeinander. Die Frage lautet nicht nur: Was ist dargestellt? Ebenso wichtig ist: Woraus besteht das Bild?


Künstler und Erweiterungen

Neben Picasso und Braque prägten unter anderem Juan Gris, Albert Gleizes, Jean Metzinger, Fernand Léger, Robert Delaunay und Sonia Delaunay die kubistische Bewegung. Sie entwickelten unterschiedliche Lösungen für Form, Farbe, Bewegung und Raum.

Juan Gris ordnete Gegenstände häufig besonders klar. Robert und Sonia Delaunay machten starke Farbkontraste zum Mittelpunkt. Diese farborientierte Weiterentwicklung wird oft mit dem Orphismus verbunden.


Motive und Bildsprache

Ein kubistisches Stillleben eignet sich besonders gut zum Experimentieren: Ein Glas besitzt eine runde Öffnung, einen geraden Rand und eine durchsichtige Wand. Im Kubismus können diese Ansichten gleichzeitig sichtbar werden.

Musikinstrumente sind häufig, weil Saiten, Schalllöcher, Hälse und Bögen viele wiedererkennbare Formen bieten. Buchstaben und Zeitungsausschnitte erinnern zugleich an das moderne Stadtleben.


Wirkung des Kubismus

Der Kubismus veränderte die Moderne Kunst. Seine Ideen wirkten auf Futurismus, Konstruktivismus, Abstrakte Kunst, Skulptur, Grafikdesign, Architektur und Fotomontage. Entscheidend war die Einsicht, dass ein Bild nicht wie ein Fenster funktionieren muss. Es kann Raum, Zeit und Wahrnehmung neu ordnen.


Kubistische Bildanalyse

Nutze bei einer Bildanalyse diese fünf Fragen:

  1. Motiv: Was erkennst Du?
  2. Form: Welche geometrischen Flächen und Linien fallen auf?
  3. Raum: Welche Blickwinkel werden verbunden?
  4. Farbe: Ist die Farbigkeit gedämpft oder kontrastreich?
  5. Technik: Wurde gemalt, gezeichnet, geklebt oder kombiniert?


Praxis: Ein eigenes kubistisches Stillleben

Stelle Flasche, Tasse und Instrument oder Alltagsgegenstand zusammen. Zeichne jeden Gegenstand aus mindestens zwei Blickwinkeln. Zerlege die Skizzen in Flächen, verschiebe Teile und ergänze Papierstücke, Schrift oder Muster.

Sicher arbeiten: Nutze Schere und Klebstoff sachgerecht. Verwende nur Materialien, die Du bearbeiten darfst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wo entwickelte sich der Kubismus ab etwa 1907? (In Paris) (!In Rom) (!In London) (!In New York)




Welcher Künstler entwickelte den Kubismus gemeinsam mit Pablo Picasso? (Georges Braque) (!Claude Monet) (!Salvador Dalí) (!Edvard Munch)




Welches Merkmal ist für kubistische Bilder besonders typisch? (Mehrere Blickwinkel werden verbunden) (!Nur ein Fluchtpunkt wird verwendet) (!Alle Formen bleiben naturgetreu) (!Der Hintergrund bleibt immer leer)




Was kennzeichnet den analytischen Kubismus? (Stark zerlegte Formen und gedämpfte Farben) (!Leuchtende Landschaften ohne Geometrie) (!Fotografisch genaue Körper) (!Ausschließlich plastische Skulpturen)




Was kennzeichnet den synthetischen Kubismus? (Größere Formen und Collageelemente) (!Nur schwarze Tuschelinien) (!Ausschließlich Porträts) (!Vollständiger Verzicht auf Gegenstände)




Welches Motiv erscheint im Kubismus besonders häufig? (Stillleben mit Alltagsgegenständen) (!Mittelalterliche Heiligenszenen) (!Naturgetreue Tierstudien) (!Romantische Gebirgslandschaften)




Was bedeutet Papier collé? (Aufgeklebtes Papier als Bildbestandteil) (!Farbe auf feuchtem Putz) (!Druck mit einer Metallplatte) (!Formen aus gebranntem Ton)




Welcher Künstler gilt als wichtiger Vorläufer des Kubismus? (Paul Cézanne) (!Caspar David Friedrich) (!Johannes Vermeer) (!Andy Warhol)




Wie unterscheidet sich kubistischer Raum von der Zentralperspektive? (Er verbindet verschiedene Ansichten) (!Er besitzt immer genau einen Fluchtpunkt) (!Er vermeidet jede Überschneidung) (!Er zeigt nur eine Vorderansicht)




Warum war der Kubismus für die moderne Kunst wichtig? (Er behandelte das Bild als eigenständige Konstruktion) (!Er stellte nur antike Regeln wieder her) (!Er verbot neue Materialien) (!Er ersetzte Kunst durch Fotografie)





Memory

Mehransichtigkeit verbundene Blickwinkel
Analytische Phase zerlegte Facetten
Synthetische Phase klare Collageformen
Papier collé geklebtes Papier
Stillleben arrangierte Alltagsdinge
Geometrisierung Vereinfachung zu Flächen
Flächigkeit geringe Raumtiefe
Juan Gris geordnete Bildstruktur





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Mehransichtigkeit Gegenstand aus verschiedenen Blickwinkeln
Geometrisierung Formen zu Flächen und Kanten vereinfachen
Fragmentierung Motiv in Teilformen zerlegen
Collage Papier oder Material einkleben
Flächigkeit räumliche Tiefe zurücknehmen




...


Kreuzworträtsel

Braque Welcher Künstler entwickelte den Kubismus gemeinsam mit Picasso?
Collage Wie heißt eine Technik mit geklebten Bildteilen?
Stillleben Welches Bildgenre zeigt arrangierte Gegenstände?
Geometrie Welches Ordnungsprinzip nutzt Flächen, Kanten und Winkel?
Perspektive Wie heißt die Darstellung von Raum und Blickwinkel?
Facetten Wie heißen die kantigen Teilflächen vieler kubistischer Bilder?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Kubismus entstand ab etwa

in Paris. Pablo Picasso arbeitete eng mit

zusammen. Mehrere Ansichten eines Gegenstands heißen

. Die frühe Hauptphase wird

genannt. In dieser Phase wurden Motive in kleine

zerlegt. Ab 1912 gewann der

an Bedeutung. Geklebtes Papier wird als

bezeichnet. Ein häufiges Motiv ist das

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Formen-Safari: Suche in einem kubistischen Bild zehn geometrische Formen und markiere sie auf einer Kopie.
  2. Mehransichtiges Porträt: Zeichne ein Gesicht gleichzeitig von vorn und von der Seite.
  3. Stillleben: Arrangiere drei Alltagsgegenstände und fotografiere sie aus drei Blickwinkeln.
  4. Farbpalette: Stelle je eine kleine Farbskala für den analytischen und den synthetischen Kubismus zusammen.


Standard

  1. Kubistische Collage: Gestalte aus Zeitung, Verpackung und Zeichnung ein Stillleben mit klarer Flächenordnung.
  2. Bildanalyse: Untersuche ein Werk von Juan Gris mit den Begriffen Motiv, Form, Raum, Farbe und Technik.
  3. Werkvergleich: Vergleiche ein analytisches mit einem synthetischen Werk und belege drei Unterschiede am Bild.
  4. Erklärvideo: Produziere ein höchstens neunzig Sekunden langes Video zur Mehransichtigkeit.


Schwer

  1. Kulturelle Aneignung: Recherchiere, wie afrikanische Kunst im frühen europäischen Modernismus aufgenommen wurde, und formuliere eine kritische Einordnung.
  2. Transformationsreihe: Entwickle ein realistisches Stillleben in vier Schritten zu einer kubistischen Komposition.
  3. Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Schulausstellung mit sechs Werken, Wandtexten und einer begründeten Reihenfolge.
  4. Fächerverbindung: Verbinde Kubismus mit Geometrie, Musik oder Fotografie und gestalte ein dokumentiertes Experiment.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Werkzuordnung: Du erhältst zwei unbekannte Bilder. Ordne sie einer kubistischen Phase zu und begründe Deine Entscheidung nur mit sichtbaren Merkmalen.
  2. Perspektivwechsel: Erkläre an einem Alltagsgegenstand, wie Mehransichtigkeit unsere Wahrnehmung von Raum verändert.
  3. Material und Bedeutung: Untersuche, wie ein Zeitungsausschnitt die Aussage eines Bildes verändern kann.
  4. Gestaltungsproblem: Entwickle einen Entwurf, der Bewegung ohne realistische Tiefenwirkung zeigt, und begründe Deine Entscheidungen.
  5. Vergleichende Analyse: Vergleiche Zentralperspektive und kubistische Raumdarstellung hinsichtlich Wirkung und Betrachterrolle.
  6. Kritische Reflexion: Beurteile, wie Kunstunterricht kulturelle Einflüsse darstellen kann, ohne koloniale Machtverhältnisse auszublenden.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du:

  1. zentrale Merkmale des Kubismus an einem unbekannten Werk erkennen und erklären,
  2. analytischen und synthetischen Kubismus anhand sichtbarer Belege unterscheiden,
  3. Fachbegriffe wie Mehransichtigkeit, Fragmentierung, Collage und Flächigkeit sicher anwenden,
  4. eine eigene kubistische Gestaltung planen, umsetzen und dokumentieren,
  5. Deine Bildentscheidungen schriftlich oder mündlich begründen,
  6. historische Einflüsse und ihre kritische Einordnung berücksichtigen.




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