Dauerbackwaren industriell herstellen

Dauerbackwaren industriell herstellen
Dauerbackwaren industriell herstellen
Einleitung
Dauerbackwaren sind ein wichtiger Bereich der industriellen Backwarenherstellung. Sie werden so hergestellt und verpackt, dass ihre Genusstauglichkeit bei sachgerechter Lagerung über einen vergleichsweise langen Zeitraum erhalten bleibt. Zu dieser Produktgruppe gehören unter anderem Kekse, Cracker, Waffeldauergebäcke, Zwieback, Lebkuchen, Laugendauergebäck, Backoblaten, Makronen, Baiser, Löffelbiskuit und weitere Feine Backwaren.
Für die industrielle Herstellung musst Du nicht nur Rezepturen kennen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Rohstoffqualität, Dosierung, Teig- oder Massebereitung, Formgebung, Backprozess, Kühlung, Haltbarmachung, Verpackung, Hygiene und Prozesskontrolle. Schon kleine Abweichungen bei Teigtemperatur, Wasserzugabe, Mischenergie, Banddicke, Ofenprofil oder Kühlung können Form, Farbe, Bruchfestigkeit, Knusprigkeit und Haltbarkeit deutlich verändern.
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in der Lebensmittel- und Backwarenproduktion. Du lernst Fachbegriffe kennen, analysierst industrielle Prozessketten und übst, typische Produktionsfehler systematisch auf ihre Ursachen zurückzuführen.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du die wichtigsten Gruppen industriell hergestellter Dauerbackwaren unterscheiden, Rohstoffen ihre technologische Funktion zuordnen, Teige und Massen fachgerecht beschreiben, geeignete Formgebungsverfahren auswählen, Vorgänge beim Backen erklären, Maßnahmen zur Haltbarmachung begründen sowie Qualitäts-, Hygiene- und Sicherheitsanforderungen in einer Produktionslinie beurteilen.
Fachliche Grundlagen
Dauerbackwaren als Produktgruppe
Die aktuellen Leitsätze für Feine Backwaren der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission beschreiben Feine Backwaren als Erzeugnisse, die aus Teigen oder Massen insbesondere durch Backen, Rösten, Trocknen, Koch-Extrusion oder andere geeignete Verfahren hergestellt werden. Dauerbackwaren sind Feine Backwaren, deren Genusstauglichkeit bei längerer sachgerechter Lagerung nicht beeinträchtigt wird.
Für die betriebliche Praxis ist wichtig: Dauerbackware bedeutet nicht, dass für alle Produkte derselbe Wassergehalt oder dieselbe Mindesthaltbarkeit gilt. Ein Cracker, ein gefülltes Waffelgebäck und ein Lebkuchen besitzen unterschiedliche Rezepturen, Strukturen und Verderbsrisiken. Haltbarkeit muss deshalb immer produktspezifisch betrachtet und validiert werden.
Ein wesentlicher Fachbegriff ist die Wasseraktivität beziehungsweise der a_w-Wert. Er beschreibt vereinfacht, wie viel Wasser in einem Lebensmittel für chemische, physikalische und mikrobiologische Vorgänge verfügbar ist. Der a_w-Wert ist nicht mit dem Gesamtwassergehalt identisch. Für knusprige Dauerbackwaren ist zusätzlich entscheidend, dass während Lagerung und Verpackung möglichst wenig Feuchtigkeit aufgenommen wird.
Teig und Masse unterscheiden
In der Fachsprache werden Teige und Massen unterschieden.
Teige entstehen vor allem durch Mischen und Kneten von Getreideerzeugnissen oder Stärke mit weiteren Zutaten. Sie besitzen eine mehr oder weniger plastische oder elastische Struktur und können biologisch, chemisch oder physikalisch gelockert werden.
Massen entstehen vor allem durch Rühren, Aufschlagen, Mischen oder andere Bearbeitungsverfahren. Sie können schaumartig, weich, cremig oder dünnflüssig sein. Bei Waffeldauergebäcken wird beispielsweise häufig eine dünnflüssige Masse eingesetzt, die zwischen beheizten Backplatten ausgebacken wird.
Produktgruppen im Überblick
| Produktgruppe | Typische Merkmale | Häufige industrielle Verfahren |
|---|---|---|
| Kekse | Kleine bis mittelgroße Gebäcke, je nach Sorte mürbe, knusprig, weich oder stückig | Ausrollen und Ausstechen, Rotationsformen, Drahtschneiden, Dressieren |
| Cracker | Meist flach, trocken und knusprig, häufig gesalzen oder gewürzt | Teigbandherstellung, Laminieren, Kalibrieren, Stanzen, Docking, Backen |
| Waffeldauergebäck | Dünne, meist knusprige Waffelblätter oder Formwaffeln, ungefüllt oder gefüllt | Dünnflüssige Masse, Dosieren auf Backplatten, Backen zwischen Platten, Schneiden oder Sägen |
| Laugendauergebäck | Knusprige Dauergebäcke mit typischer Oberfläche und Laugencharakter | Formen, kontrollierte Laugenbehandlung, Backen und Trocknen |
| Zwieback | Trockene, knusprige Backware, die durch zweimalige Hitzebehandlung entsteht | Teigbereitung, erste Backung, Schneiden, zweite Back- oder Röststufe |
| Lebkuchen | Würzige Dauerbackwaren mit sehr unterschiedlichen Teig- und Massearten | Mischen oder Rühren, Portionieren, Backen, gegebenenfalls Glasieren oder Überziehen |
| Schaumgebäcke | Lockeres Gefüge, häufig aus aufgeschlagenen Massen | Aufschlagen, Dressieren, Backen oder Trocknen |
| Backoblaten | Sehr dünne, blattartige Erzeugnisse | Dünnflüssige Masse, Backen zwischen erhitzten Flächen |





Kekse und Cookies
Bei industriell hergestellten Keksen reicht das Spektrum von hartem, ausrollfähigem Keks-Teig bis zu weichen, fettreichen Mürbeteigen. Nach den Leitsätzen werden Kekse typischerweise aus fetthaltigen Teigen hergestellt und beispielsweise ausgerollt, geformt, dressiert oder geschnitten.
Ein Mürbekeks enthält nach den Leitsätzen eine definierte Mindestmenge an praktisch wasserfreien Fetten bezogen auf die eingesetzte Getreide- und Stärkemenge. Ein Cookie wird als runder Mürbekeks beschrieben; häufig sind grobstückige Zutaten wie Schokoladenstücke, Nüsse oder andere Einschlüsse vorhanden. Die Oberfläche ist oft gröber und poröser als bei einem klassischen glatten Keks.
Für die industrielle Verarbeitung ist die Teigrheologie entscheidend. Ein Teig für einen Rotationsformer muss plastisch genug sein, um eine Formmulde vollständig auszufüllen, sich aber auch sauber wieder aus der Form lösen. Ein Wirecut-Teig muss sich dagegen gleichmäßig durch eine Düse fördern und mit einem Draht in reproduzierbare Portionen trennen lassen.
Cracker
Cracker sind meist flache, knusprige Dauerbackwaren. In vielen industriellen Verfahren wird der Teig zunächst zu einem kontinuierlichen Teigband ausgeformt. Dieses kann durch mehrere Walzenstufen geführt, mehrfach gefaltet und damit laminiert werden. Anschließend wird die Dicke durch Kalibrierwalzen eingestellt und das Teigband mit einem Rotationsschneider ausgestanzt.
Typisch ist bei vielen Crackern das Docking. Dabei bringen Stifte oder Nadeln gezielt kleine Öffnungen in den Teigling ein. Wasserdampf und Gase können kontrollierter entweichen, sodass unerwünschte große Blasen reduziert und eine definierte Oberflächenstruktur erzeugt werden.
Je nach Produkttyp kommen fermentierte oder nicht fermentierte Crackerteige zum Einsatz. Fermentation kann Aroma, Lockerung und Teigeigenschaften beeinflussen. Die konkrete Prozessführung richtet sich nach Rezeptur, Anlagentechnik und betrieblicher Spezifikation.
Waffeln und Waffeldauergebäcke
Industrielle Waffeldauergebäcke unterscheiden sich technologisch deutlich von vielen haushaltsüblichen Waffeln. Die Masse ist häufig sehr dünnflüssig. Sie wird exakt dosiert auf eine beheizte Backplatte aufgebracht. Nach dem Schließen der Backplatten verteilt sie sich in der Form. Beim Backen verdampft ein großer Teil des Wassers, das Blatt verfestigt sich und erhält seine charakteristische poröse Struktur.
Die fertigen Waffelblätter können nach dem Öffnen der Backplatten entnommen, gekühlt, geschnitten, gesägt, gestanzt, gefüllt, geschichtet oder überzogen werden. Bei gefüllten Waffeln wird die Haltbarkeit besonders durch das Zusammenspiel von Waffelblatt und Füllung bestimmt. Unterscheiden sich deren Wasseraktivitäten stark, kann Feuchtemigration auftreten. Dann verliert das Waffelblatt seine Knusprigkeit oder die Füllung verändert ihre Konsistenz.

Weitere Dauerbackwaren
Zwieback erhält seine trockene, knusprige Struktur durch zwei Hitzebehandlungen. Bei der ersten Stufe wird ein gebackener Grundkörper erzeugt. Nach dem Schneiden folgt eine weitere Back-, Röst- oder Trocknungsstufe, die den Wassergehalt weiter reduziert und die gewünschte Knusprigkeit ausbildet.
Laugendauergebäcke werden vor dem Backen an der Oberfläche mit einer Lauge behandelt. Dadurch entstehen beim Backen die typische Farbe und das charakteristische Aroma. Natronlauge ist stark ätzend. Im Industriebetrieb darf sie nur nach den geltenden Betriebsanweisungen, mit geeigneter geschlossener oder abgesicherter Technik und vorgeschriebener persönlicher Schutzausrüstung gehandhabt werden.
Cantuccini beziehungsweise Cantucci sind ebenfalls ein Beispiel für ein Produkt mit zweistufiger Wärmebehandlung. Nach einer ersten Backung werden die Gebäckstränge geschnitten und anschließend erneut gebacken beziehungsweise getrocknet.
Auch Baiser, Makronen, Amarettini, Löffelbiskuit, Florentiner und Nussknacker gehören zu den in den Leitsätzen beschriebenen Dauerbackwaren. Ihre Herstellung kann technologisch stark von Keks- oder Crackerlinien abweichen.

Rohstoffe und ihre technologische Funktion
Mehl, Stärke und Wasser
Weizenmehl liefert Stärke und Proteine. Bei Wasserzugabe und mechanischer Bearbeitung können sich die Kleberproteine zu einem Glutennetzwerk verbinden. Wie stark dieses Netzwerk ausgebildet werden soll, hängt vom Produkt ab. Ein ausrollfähiger harter Keks- oder Crackerteig benötigt andere Dehn- und Elastizitätseigenschaften als ein mürber Rotationsformteig.
Stärke bindet Wasser, beeinflusst Viskosität und Struktur und verkleistert während des Backens abhängig von Temperatur und verfügbarer Feuchtigkeit. Bei sehr trockenen, fettreichen oder zuckerreichen Systemen laufen die Vorgänge anders ab als in wasserreicheren Teigen.
Wasser ist zugleich Rohstoff, Lösungsmittel, Reaktionspartner und Prozessmedium. Es beeinflusst Teigkonsistenz, Glutenentwicklung, Löslichkeit von Zucker und Salz, Enzymaktivität, Wärmeübertragung und Verdampfung. Bereits geringe Dosierabweichungen können die Verarbeitbarkeit verändern.
Zucker und Fette
Zucker süßt nicht nur. Er beeinflusst die Wasserbindung, Teigviskosität, Spreitung beim Backen, Oberflächenfärbung und Textur. Bei hohen Konzentrationen kann Zucker die Ausbildung des Glutennetzwerks begrenzen und die Knusprigkeit nach dem Abkühlen beeinflussen.
Fett wirkt schmierend und kann Mehlpartikel teilweise umhüllen. Dadurch wird die Ausbildung eines zusammenhängenden Glutennetzwerks beeinflusst. In Mürbegebäcken unterstützt Fett die gewünschte kurze, brüchige Struktur. Fett ist jedoch oxidationsanfällig. Sauerstoff, Licht, Temperatur, Metallspuren und Lagerdauer können die Entstehung unerwünschter Oxidationsaromen fördern.
Lockerungsmittel, Eier und Emulgatoren
Chemische Lockerungsmittel wie Natriumhydrogencarbonat oder Ammoniumhydrogencarbonat können bei geeigneten Produkten Gase bilden und die Porung beeinflussen. Ammoniumhydrogencarbonat wird besonders bei flachen, trockenen Backwaren eingesetzt, bei denen die entstehenden gasförmigen Bestandteile während des Backens gut entweichen können. Die Auswahl und Dosierung richtet sich immer nach Rezeptur und Produktspezifikation.
Eier beziehungsweise Eiprodukte liefern unter anderem Proteine, Emulgatoren, Wasser und Fett. Sie können Struktur, Farbe, Geschmack und Aufschlagfähigkeit beeinflussen.
Emulgatoren erleichtern die Verteilung von Fett- und Wasserphasen und können die Prozessstabilität verbessern. Je nach Produkt werden auch Enzyme, Backmittel, Aromen, Gewürze, Milchbestandteile, Kakao, Schokolade, Nüsse, Saaten und andere Zutaten eingesetzt.
Rohstoffkontrolle und Dosierung
Vor der Verarbeitung werden Rohstoffe nach betrieblichem Prüfplan kontrolliert. Dazu können Identität, Chargennummer, sensorische Merkmale, Feuchtigkeit, Temperatur, Partikelgröße oder weitere spezifikationsabhängige Parameter gehören.
In automatisierten Anlagen werden Schüttgüter häufig pneumatisch oder mechanisch aus Silos zu Dosierstationen gefördert. Flüssige Komponenten können aus Tanks über Pumpen und Durchflussmessung zugeführt werden. Mikrokomponenten werden separat verwogen. Eine zuverlässige Chargenrückverfolgbarkeit verbindet Rohstoffcharge, Rezeptur, Produktionszeit und Fertigwarencharge.
Industrielle Prozesskette
Ein typischer Ablauf kann so dargestellt werden:
Rohstoffannahme → Lagerung → Verwiegung und Dosierung → Teig- oder Massebereitung → gegebenenfalls Teigruhe oder Fermentation → Formgebung → Backen oder Trocknen → Kühlen → gegebenenfalls Füllen oder Überziehen → Prüfen → Verpacken → Fertigwarenlager
Nicht jede Dauerbackware durchläuft alle Stufen. Waffeln benötigen beispielsweise Backplatten und gegebenenfalls eine Cremeauftrags- und Schneidanlage. Cracker werden häufig laminiert und ausgestanzt. Wirecut-Cookies werden direkt aus einer weichen Teigmasse portioniert.


Teig- und Massebereitung
Mischen und Kneten als verfahrenstechnische Operation
Beim Mischen sollen die Zutaten möglichst homogen verteilt werden. Beim Kneten kommt zusätzlich eine gezielte mechanische Beanspruchung hinzu. Für die Prozessführung sind unter anderem Mischzeit, Knetzeit, Drehzahl, Werkzeuggeometrie, Füllgrad, Zutatenreihenfolge und Teigtemperatur relevant.
Die eingetragene mechanische Energie kann die Temperatur des Teiges erhöhen. Deshalb wird in vielen Betrieben nicht nur die Mischzeit, sondern auch die Endteigtemperatur überwacht. Eine reproduzierbare Temperatur verbessert die Konstanz der nachfolgenden Formgebung.
Harte und ausrollfähige Teige
Bei harten oder ausrollfähigen Keksteigen ist eine ausreichende zusammenhängende Teigstruktur erforderlich, damit der Teig ein gleichmäßiges Band bildet und mehrere Walzen- oder Schneidstufen durchlaufen kann. Zu starke Elastizität kann jedoch zu Rückschrumpfen nach dem Schneiden führen.
Teigruhe kann Spannungen abbauen und die Verarbeitbarkeit verbessern. Ihre Dauer und Temperatur sind produktspezifische Prozessparameter. Bei kontinuierlichen Linien müssen auch Verweilzeiten zwischen Mischer, Teigbandbildung und Ofen berücksichtigt werden.
Mürbe und weiche Teige
Bei mürben, fettreichen Teigen wird häufig eine zu starke Glutenentwicklung vermieden. Die Rohstoffreihenfolge und Mischintensität werden so gewählt, dass die gewünschte plastische, kurze Struktur entsteht. Zu warme oder zu stark bearbeitete Teige können schmierig werden, Formkonturen verlieren oder im Ofen zu stark spreiten.
Für Wirecut-Produkte muss der Teig homogen durch die Düse gefördert werden können. Stückige Zutaten dürfen die Düse nicht blockieren und müssen so verteilt sein, dass Portionen ein reproduzierbares Gewicht erhalten.
Crackerteige und Fermentation
Crackerteige müssen sich je nach Verfahren zu einem gleichmäßigen Teigband verarbeiten lassen. Bei fermentierten Crackern beeinflussen Hefen und gegebenenfalls weitere Fermentationsprozesse die Gasbildung, den Geschmack und die Teigstruktur.
Fermentation ist ein sensibler Prozessschritt. Temperatur, Zeit, Rezeptur und Teigmenge müssen im vorgesehenen Prozessfenster liegen. Eine Abweichung verändert häufig nicht nur das Volumen, sondern auch die Weiterverarbeitung beim Laminieren und Schneiden.
Waffelmassen
Waffelmassen sind im Vergleich zu klassischen Keksteigen häufig dünnflüssig. Die Aufgabe des Mischsystems besteht darin, Mehl und weitere Zutaten schnell und möglichst klumpenfrei zu dispergieren, ohne eine unerwünschte Struktur zu erzeugen. Viskosität, Temperatur und Standzeit beeinflussen das Dosierverhalten.
Bei zu hoher Viskosität kann sich die Masse schlecht auf der Backplatte verteilen. Bei zu niedriger Viskosität oder falscher Dosierung können Blattdicke, Porung und mechanische Stabilität außerhalb der Spezifikation liegen.
Formgebung
Teigband, Laminieren und Kalibrieren
Für Cracker und viele harte Kekse wird zunächst ein kontinuierliches Teigband erzeugt. Ein Laminator legt mehrere Teigschichten übereinander. Danach reduzieren Kalibrierwalzen die Dicke schrittweise und möglichst gleichmäßig.
Zu große Dickenänderungen in einer einzelnen Walzenstufe können Spannungen und ungleichmäßige Materialverteilung verursachen. Die Banddicke ist ein zentraler Parameter, weil sie Backzeit, Feuchteabgabe, Stückgewicht und Bruchverhalten beeinflusst.
Rotationsschneiden
Beim Rotationsschneiden läuft ein geformtes Schneidwerkzeug über das Teigband und trennt die Konturen aus. Gleichzeitig können Muster, Schrift oder Dockinglöcher geprägt werden. Der Restteig zwischen den Teiglingen wird häufig als Rückteig zurückgeführt.
Der Rückteiganteil muss kontrolliert werden. Zu viel oder zu lange zirkulierender Rückteig kann sich in Temperatur, Feuchtigkeit und mechanischer Beanspruchung vom Frischteig unterscheiden und dadurch die Produktqualität beeinflussen.
Rotationsformen
Der Rotationsformer beziehungsweise Rotary Moulder ist ein typisches Verfahren für weiche, plastische Keks- und Mürbeteige. Teig wird in gravierte Formvertiefungen einer Walze gedrückt. Eine Abnahmewalze beziehungsweise ein Transportband löst die geformten Teigstücke aus den Mulden und führt sie zum Ofen.
Wesentliche Einflussgrößen sind Teigkonsistenz, Walzenspalt, Fülldruck, Abnahmeverhalten und Temperatur. Fehler zeigen sich beispielsweise als unvollständig gefüllte Formen, unscharfe Konturen oder anhaftender Teig.
Drahtschneiden und Dressieren
Beim Wirecut-Verfahren wird ein weicher Teig durch eine oder mehrere Düsen gefördert. Ein bewegter Draht trennt die austretenden Teigstränge in Portionen. Das Verfahren eignet sich besonders für viele Cookie-Typen.
Beim Dressieren oder Depositing werden weiche Massen oder Teige dosiert auf das Ofenband aufgebracht. Düse, Förderdruck, Taktung und Viskosität bestimmen Form und Stückgewicht.
Formgebung bei Waffeln
Bei Waffeln übernimmt die beheizte Backplatte gleichzeitig Formgebung und Wärmeübertragung. Die Gravur bestimmt Oberflächenmuster und Blattgeometrie. Nach dem Backen können die Blätter geschnitten, gestanzt, geformt oder zu mehrlagigen Produkten zusammengesetzt werden.
Backen und Trocknen
Wärmeübertragung im Ofen
Beim industriellen Backen wirken je nach Ofensystem Wärmestrahlung, Konvektion und Wärmeleitung zusammen. In einem Tunnelofen durchläuft das Produkt mehrere Heizzonen. Die Zonen können unterschiedliche Temperatur-, Luft- und Energieprofile besitzen.
Die Prozessführung wird nicht allein durch eine einzelne Ofentemperatur beschrieben. Auch Bandgeschwindigkeit, Produktdicke, Beladung, Luftführung, Feuchteabfuhr und die Verteilung der Wärme über die Ofenbreite beeinflussen das Ergebnis.
Vorgänge während des Backens
Während des Backens laufen mehrere Vorgänge gleichzeitig oder nacheinander ab:
- Erwärmung: Wärme gelangt von Ofen und Band in den Teigling.
- Wasserverdampfung: Feuchtigkeit wandert und verlässt das Produkt als Wasserdampf.
- Gasexpansion: Luft, Wasserdampf und Gase aus Lockerungsmitteln können Poren vergrößern.
- Stärkeveränderung: Stärke nimmt unter geeigneten Bedingungen Wasser auf und verändert ihre Struktur.
- Proteinveränderung: Proteine denaturieren und tragen zur Strukturbildung bei.
- Bräunungsreaktionen: Reduzierende Zucker und Aminoverbindungen reagieren und bilden Farb- und Aromastoffe.
- Zuckerreaktionen: Bei geeigneten Bedingungen können zusätzliche Farb- und Aromakomponenten entstehen.
Bei sehr trockenen Dauerbackwaren ist die abschließende Feuchteabgabe besonders wichtig. Ein Produkt kann äußerlich bereits gebräunt sein, obwohl sein inneres Feuchteprofil noch nicht der Spezifikation entspricht.
Tunnelofen und Backprofil
In einer industriellen Linie kann die erste Ofenzone vor allem der schnellen Erwärmung und Volumenentwicklung dienen, während spätere Zonen stärker auf Färbung und Austrocknung abgestimmt werden. Das konkrete Profil ist jedoch produktspezifisch.
Ein zu aggressives Profil kann zu dunklen Rändern, heller Mitte, Oberflächenrissen oder übermäßiger Bräunung führen. Ein zu schwaches Profil kann blasse Produkte, zu hohe Restfeuchte oder eine unzureichend stabile Struktur verursachen.
Backen von Waffelblättern
Bei Waffelblättern wird die Masse zwischen zwei beheizten Flächen eingeschlossen. Die Wärme gelangt direkt über die Backplatten in die dünne Schicht. Wasserdampf muss schnell entweichen. Nach dem Öffnen der Backplatten wird das fragile Blatt entnommen und dem nächsten Prozessschritt zugeführt.
Die gleichmäßige Dosierung der Masse und der Zustand der Backplatten sind wichtig für Blattdicke, Farbe, Porung und Ablöseverhalten.
Kühlen, Füllen und Überziehen
Kühlung
Nach dem Ofen ist das Gebäck heiß und mechanisch empfindlich. Während der Kühlung gleichen sich Temperatur und Feuchtigkeit innerhalb des Produktes weiter an. Erst danach erreicht das Gebäck seine typische Knusprigkeit und Endfestigkeit.
Zu frühes Verpacken kann zu Kondensations- oder Feuchteproblemen führen. Zu lange offene Kühlstrecken können dagegen die Aufnahme von Luftfeuchtigkeit erhöhen. Deshalb müssen Kühlzeit, Raumklima und Produkttemperatur aufeinander abgestimmt sein.

Füllen und Sandwichieren
Bei Sandwichkeksen oder gefüllten Waffeln werden Cremes oder andere Füllungen dosiert zwischen Gebäckteile aufgebracht. Wichtig sind ein reproduzierbares Füllgewicht, die richtige Viskosität und eine geeignete Verarbeitungstemperatur.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Feuchtemigration. Wasser wandert in Mehrkomponentenprodukten tendenziell von einer Phase mit höherer Wasseraktivität in eine Phase mit niedrigerer Wasseraktivität. Dadurch kann ein knuspriges Gebäck weich werden. Produktentwicklung und Verpackung müssen deshalb die Wasseraktivitäten der Komponenten gemeinsam berücksichtigen.
Überziehen und Dekorieren
Schokoladen- oder Fettglasuren werden nach Produktspezifikation temperiert beziehungsweise verarbeitet und aufgebracht. Nach dem Überziehen muss die Schicht ausreichend verfestigen, bevor das Produkt verpackt wird.
Dekorationen wie Zucker, Salz, Gewürze oder Saaten können vor oder nach dem Backen aufgebracht werden. Der richtige Zeitpunkt hängt davon ab, ob die Partikel anhaften, mitbacken, schmelzen oder sichtbar bleiben sollen.
Haltbarmachung und Verpackung
Prinzipien der Haltbarmachung
Dauerbackwaren sind vor allem durch ihre geringe verfügbare Feuchtigkeit, geeignete Prozesshygiene und eine schützende Verpackung lange lagerfähig. Bei trockenen Keksen und Crackern steht häufig die Erhaltung der Knusprigkeit im Vordergrund. Bei fettreichen Produkten ist zusätzlich der Schutz vor Oxidation wichtig.
Die Haltbarkeit wird nicht durch eine einzelne Maßnahme erzeugt. Sie entsteht als Hürdensystem aus Rezeptur, Back- und Trocknungsgrad, Wasseraktivität, hygienischer Herstellung, Verpackungsbarriere, Siegelnahtqualität und Lagerbedingungen.
Wasseraktivität und Knusprigkeit
Ein knuspriger Cracker kann bereits durch die Aufnahme relativ geringer Feuchtigkeitsmengen deutlich weicher werden. Deshalb muss die Verpackung eine passende Wasserdampfbarriere besitzen. Die erforderliche Barriere hängt von Produkt, gewünschter Haltbarkeit, Packungsgröße und Lagerklima ab.
Der a_w-Wert ist ein wichtiger Prüfparameter, aber kein universeller Grenzwert für alle Dauerbackwaren. Zielwerte werden aus Produktspezifikation, mikrobiologischer Bewertung, Texturanforderungen und Haltbarkeitsversuchen abgeleitet.
Sauerstoff und Fettstabilität
Fettreiche Kekse, Nussgebäcke oder Waffelfüllungen können durch Sauerstoff oxidieren. Dabei können ranzige oder kartonartige Fehlaromen entstehen. Geeignete Verpackungsmaterialien begrenzen den Sauerstoffeintrag. Je nach Produkt kann zusätzlich eine Schutzgasatmosphäre eingesetzt werden.
Auch Lichtschutz, Lagertemperatur und Rohstoffqualität beeinflussen die oxidative Stabilität.
Verpackungssysteme
Typische Systeme sind Schlauchbeutel, Flowpacks, Trays mit Folienumhüllung, Beutel, Faltschachteln mit Innenverpackung oder Kombinationen daraus. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach:
- Wasserdampf- und Sauerstoffbarriere: Schutz vor Feuchteaufnahme und Oxidation
- Siegelbarkeit: dauerhaft dichte Packung
- Bruchschutz: Schutz empfindlicher Kekse und Waffeln
- Lichtbarriere: relevant bei lichtempfindlichen Fetten und Zutaten
- Maschinengängigkeit: sichere Verarbeitung bei der vorgesehenen Liniengeschwindigkeit
- Kennzeichnungsfähigkeit: lesbare Chargen-, Mindesthaltbarkeits- und Pflichtangaben
Eine technisch hochwertige Barriere ist wirkungslos, wenn die Siegelnaht beschädigt oder mit Krümeln verunreinigt ist. Deshalb gehört die Packungsdichtheit zur Prozesskontrolle.
Qualitätssicherung und Prozesskontrolle
Qualitätsmerkmale
Bei Dauerbackwaren werden je nach Spezifikation beispielsweise folgende Merkmale kontrolliert:
- Gewicht: Einhaltung der Sollmenge und Gleichmäßigkeit
- Länge, Breite und Dicke: Formkonstanz und Packfähigkeit
- Farbe und Bräunung: gleichmäßiges Backbild
- Feuchte und Wasseraktivität: Haltbarkeit und Textur
- Bruch- und Knusprigkeit: sensorische und mechanische Qualität
- Porenstruktur: produkttypisches Gefüge
- Geruch und Geschmack: Erkennen von Back-, Rohstoff- oder Oxidationsfehlern
- Packungsdichtheit: Schutz während Lagerung und Transport

Inline-Kontrollen
Moderne Linien können unter anderem Kamerasysteme, Checkweigher, Temperaturfühler, Feuchtemessung, Durchflussmessung und Metalldetektion enthalten. Welche Kontrolle an welcher Stelle notwendig ist, ergibt sich aus Produktspezifikation, Prozessanalyse und HACCP-Konzept.
Ein Metalldetektor ist nicht automatisch in jedem Betrieb ein kritischer Kontrollpunkt. Die Einstufung als CCP erfolgt nur auf Grundlage der betrieblichen Gefahrenanalyse und des gewählten Kontrollsystems.
Statistische Prozesskontrolle
Einzelmessungen sind nützlich, aber Trends sind häufig aussagekräftiger. Wenn beispielsweise das mittlere Stückgewicht langsam steigt, kann eine Drift im Dosiersystem vorliegen. Werden Kontrollkarten oder Prozessfähigkeitskennzahlen eingesetzt, lassen sich Veränderungen erkennen, bevor große Mengen Ausschuss entstehen.
Für Auszubildende ist besonders wichtig, zwischen Prozessparameter und Qualitätsmerkmal zu unterscheiden. Die Ofenzonentemperatur ist ein Prozessparameter. Die Farbe des fertig gebackenen Kekses ist ein Qualitätsmerkmal. Beide können miteinander zusammenhängen, sind aber nicht identisch.
Hygiene, Allergene und Arbeitssicherheit
Hygienische Produktion
Die Herstellung richtet sich nach den betrieblichen Hygienevorgaben und den Grundsätzen der Guten Hygienepraxis. Trockene Produktionsbereiche stellen andere Anforderungen an Reinigung und Feuchtemanagement als Nassbereiche.
Mehlstaub und Krümel können sich auf Anlagenflächen ablagern. Geeignete Reinigungsverfahren müssen Produkt, Anlage und Hygienekonzept berücksichtigen. Unkontrollierter Wassereinsatz kann in trockenen Bereichen zusätzliche mikrobiologische oder technische Risiken schaffen.
Allergene
Typische allergene Zutaten in Dauerbackwaren können glutenhaltiges Getreide, Ei, Milch, Soja, Erdnüsse, Schalenfrüchte oder Sesam sein. Bei Produktwechseln sind Rezepturfreigabe, Kennzeichnung, Rohstofftrennung und geeignete Reinigungs- beziehungsweise Rüstverfahren entscheidend.
Ein Allergenwechsel darf nicht nur als Reinigungsaufgabe betrachtet werden. Auch Restmaterial in Förderwegen, Trichtern, Dosierern, Rückteigsystemen oder Verpackungsbereichen muss in die Gefahrenanalyse einbezogen werden.
Arbeitssicherheit
An Knetern, Walzen, Schneidern, Förderbändern und Verpackungsmaschinen bestehen Quetsch-, Einzugs- und Schneidgefahren. Schutzhauben, Verriegelungen und Not-Halt-Einrichtungen dürfen nicht umgangen werden. Eingriffe in gefährliche Bereiche erfolgen nur nach betrieblichem Freischalt- und Sicherungsverfahren.
An Öfen und Waffelbackplatten bestehen Verbrennungsgefahren. Bei Laugendauergebäcken kommt eine chemische Gefahr durch ätzende Laugen hinzu. Mehlstaub kann unter ungünstigen Bedingungen eine Staubexplosionsgefahr darstellen. Deshalb sind Absaugung, Reinigung, Zonenkonzepte und betriebliche Explosionsschutzmaßnahmen zu beachten.
Typische Fehlerbilder und Ursachenanalyse
| Fehlerbild | Mögliche technologische Ursachen | Sinnvolle Prüfschritte |
|---|---|---|
| Keks spreitet zu stark | Teig zu warm, Fett zu weich, Wasser- oder Zuckerverhältnis verändert, Ofenprofil ungeeignet | Teigtemperatur, Verwiegung, Mischprotokoll, Ofenzonen und Bandgeschwindigkeit prüfen |
| Keks spreitet zu wenig | Teig zu fest oder kalt, Rezepturabweichung, unpassende Mischenergie | Teigkonsistenz, Temperatur, Dosierung und Rohstoffcharge vergleichen |
| Cracker bildet große Blasen | Docking unzureichend, Teigband ungleichmäßig, Fermentation oder Backprofil außerhalb des Sollbereichs | Dockingwerkzeug, Banddicke, Teigzustand und Ofenprofil prüfen |
| Cracker wird weich | Restfeuchte zu hoch, Verpackung undicht, Wasserdampfbarriere unzureichend, Lagerklima ungeeignet | Feuchte, a_w-Wert, Siegelnaht, Folie und Lagerbedingungen prüfen |
| Waffelblatt bricht stark | Blatt zu trocken oder zu dünn, Dosierung ungleichmäßig, Backbedingungen ungeeignet | Dosiermenge, Viskosität, Plattenzustand, Backzeit und Kühlung prüfen |
| Waffelblatt haftet an | Plattenzustand, Rezeptur, Dosierung oder Backbedingungen ungeeignet | Backplatten, Masseviskosität, Rezeptur und Temperaturprofil prüfen |
| Farbe über Ofenbreite ungleichmäßig | Wärmeverteilung, Luftführung oder Bandbelegung ungleichmäßig | Zonentemperaturen, Brenner oder Heizer, Luftströmung und Produktverteilung prüfen |
| Gefüllte Waffel verliert Knusprigkeit | Feuchtemigration zwischen Füllung und Waffelblatt | Wasseraktivitäten der Komponenten, Rezeptur, Lagerzeit und Verpackungsbarriere prüfen |
| Ranziger Geschmack | Fettoxidation durch Sauerstoff, Licht, Wärme oder instabile Rohstoffe | Rohstoffqualität, Sauerstoffbarriere, Lagerung und Haltbarkeitsdaten prüfen |
| Stückgewicht schwankt | Dosierer instabil, Teigkonsistenz schwankt, Taktung oder Schneidprozess unregelmäßig | Dosiersystem, Teigtemperatur, Viskosität, Geschwindigkeit und Checkweigher-Daten auswerten |
Eine professionelle Fehleranalyse beginnt nicht mit willkürlichem Nachstellen einzelner Maschinenparameter. Zuerst werden Ist-Werte, Rezeptur, Chargendaten, Prozesshistorie und Qualitätsmessungen verglichen. Änderungen werden nach Betriebsanweisung dokumentiert und kontrolliert durchgeführt.
Automatisierung und Digitalisierung
Industrielle Dauerbackwarenlinien werden häufig über SPS und Bedienoberflächen gesteuert. Rezepturdaten, Sollwerte und Prozesszustände können digital gespeichert werden. Dadurch lassen sich reproduzierbare Produktwechsel und eine bessere Rückverfolgbarkeit unterstützen.
Wichtige digitale Daten können Dosiermengen, Teigtemperaturen, Walzenspalte, Bandgeschwindigkeiten, Ofenzonentemperaturen, Produktgewichte, Ausschussmengen und Stillstandsgründe sein.
Mit Overall Equipment Effectiveness können Verfügbarkeit, Leistung und Qualitätsrate einer Anlage zusammen betrachtet werden. Für die tägliche Verbesserung ist jedoch nicht nur die Kennzahl wichtig, sondern die Ursachenanalyse hinter Verlusten wie Mikrostopps, Produktwechseln, Anfahrverlusten und Ausschuss.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Bei hoher Linienleistung wirken sich kleine Verluste stark aus. Zu schwere Kekse erhöhen den Rohstoffverbrauch. Übermäßiges Backen verbraucht Energie und kann Ausschuss verursachen. Häufige Bandstopps verringern die Anlagenleistung und können Produkte im Ofen gefährden.
Nachhaltige Maßnahmen umfassen unter anderem die Reduzierung von Anfahr- und Umrüstverlusten, kontrollierte Rückteignutzung, Wärmerückgewinnung, optimierte Ofenführung, Vermeidung von Druckluftverlusten, materialsparende Verpackungskonzepte und eine hohe Erstgutquote.
Nachhaltigkeit bedeutet jedoch nicht, Produktsicherheit oder Barrierewirkung zu reduzieren. Eine dünnere Verpackung ist nur dann sinnvoll, wenn sie das Produkt während der vorgesehenen Haltbarkeit weiterhin ausreichend schützt.
Ausbildungsbezug: Prozessdenken statt Einzelmaschine
Für die Ausbildung ist es hilfreich, jede Produktionsstufe mit drei Fragen zu betrachten:
- Was kommt hinein?: Rohstoff, Teig, Masse oder vorgeformtes Produkt
- Was verändert die Maschine?: Mischen, Verformen, Erwärmen, Trocknen, Kühlen oder Verpacken
- Was kann dadurch am Produkt verändert werden?: Gewicht, Form, Porung, Farbe, Feuchte, Knusprigkeit oder Haltbarkeit
Wenn Du diese drei Ebenen miteinander verknüpfst, kannst Du Störungen wesentlich besser analysieren als durch reines Auswendiglernen von Maschinennamen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet Dauerbackwaren fachlich besonders? (Ihre Genusstauglichkeit bleibt bei längerer sachgerechter Lagerung erhalten) (!Sie müssen grundsätzlich tiefgekühlt gelagert werden) (!Sie dürfen ausschließlich aus Hefeteig bestehen) (!Sie müssen immer luftdicht in Dosen verpackt werden)
Wodurch unterscheidet sich ein Teig typischerweise von einer Masse? (Ein Teig besitzt meist eine plastisch oder elastisch formbare Struktur) (!Ein Teig darf kein Getreide enthalten) (!Eine Masse besteht immer nur aus Ei und Zucker) (!Eine Masse kann niemals dünnflüssig sein)
Welches Verfahren ist typisch für plastische Mürbekeksteige? (Rotationsformen) (!Gefriertrocknen) (!Zentrifugieren) (!Pasteurisieren)
Welcher Prozessschritt ist bei vielen Crackern typisch? (Laminieren) (!Homogenisieren unter Hochdruck) (!Destillieren) (!Sterilisieren im Autoklaven)
Wie werden viele industrielle Waffelblätter gebacken? (Zwischen beheizten Backplatten) (!In kaltem Wasser) (!Unter Vakuum ohne Wärmeeintrag) (!In einer Tiefkühlspirale)
Warum wird Gebäck vor dem Verpacken kontrolliert gekühlt? (Um Temperatur und Produktstruktur für die Verpackung zu stabilisieren) (!Um die Backreaktionen erneut zu starten) (!Um zusätzliche Rohstoffe einzuarbeiten) (!Um das Teiggewicht zu erhöhen)
Was beschreibt die Wasseraktivität eines Lebensmittels? (Die Verfügbarkeit von Wasser für physikalische chemische und mikrobiologische Vorgänge) (!Nur die Masse des zugesetzten Wassers) (!Nur die Luftfeuchtigkeit im Lager) (!Nur die Temperatur des Produktes)
Welche Verpackungseigenschaft ist für knusprige Cracker besonders wichtig? (Eine geeignete Wasserdampfbarriere) (!Eine offene Siegelnaht) (!Eine hohe Lichtdurchlässigkeit) (!Eine gezielte Lochung der gesamten Folie)
Warum besitzt ein Tunnelofen häufig mehrere Zonen? (Um ein abgestimmtes Backprofil über die Prozesszeit zu ermöglichen) (!Um Rohstoffe automatisch zu verwiegen) (!Um das Produkt nach dem Verpacken zu etikettieren) (!Um Mehl im Ofen zu lagern)
Wie wird entschieden ob eine Kontrolle ein kritischer Kontrollpunkt ist? (Durch die betriebliche Gefahrenanalyse im HACCP System) (!Alle Messstellen sind automatisch kritische Kontrollpunkte) (!Nur durch die Farbe des Produktes) (!Nur durch die Geschwindigkeit des Förderbandes)
Memory
| Rotationsformer | Formgebung plastischer Keks- und Mürbeteige |
| Wirecut | Portionieren weicher Cookie-Teige mit einem Draht |
| Kalibrierwalze | Einstellen einer definierten Teigbanddicke |
| Docking | Gezielte Öffnungen zur Kontrolle von Gasblasen |
| Laminator | Aufbau mehrerer Teigschichten |
| Wasseraktivität | Maß für die Verfügbarkeit von Wasser |
| Waffelbackplatte | Formgebung und Backen dünnflüssiger Waffelmasse |
| Checkweigher | Automatische Gewichtskontrolle |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Rotationsformen | Mürbekeks |
| Laminieren | Cracker |
| Backplatten | Waffeldauergebäck |
| Zweifache Hitzebehandlung | Zwieback |
| Laugenbehandlung | Laugendauergebäck |
Kreuzworträtsel
| Laminator | Welche Maschine legt bei der Crackerherstellung mehrere Teigschichten übereinander? |
| Tunnelofen | Welcher Ofentyp ermöglicht eine kontinuierliche Backstrecke mit mehreren Heizzonen? |
| Drahtschnitt | Welches Verfahren portioniert weiche Cookie-Teige mit einem bewegten Draht? |
| Waffelplatte | Welche beheizte Fläche gibt Waffelblättern Form und Struktur? |
| Metalldetektor | Welches Prüfgerät kann metallische Fremdkörper in der Produktionslinie erkennen? |
| Knusprigkeit | Welche Textureigenschaft soll bei vielen Crackern und Keksen während der Lagerung erhalten bleiben? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Produktvergleich: Wähle einen Keks, einen Cracker, eine Waffel und eine weitere Dauerbackware aus dem Handel. Beschreibe Form, Oberfläche, Textur, Verpackung und vermutete Formgebung.
- Prozesskette: Zeichne für einen industriell hergestellten Keks eine Prozesskette von der Rohstoffannahme bis zum Fertigwarenlager.
- Rohstofffunktion: Erstelle eine Tabelle mit Mehl, Wasser, Zucker, Fett und Lockerungsmittel und erläutere jeweils mindestens zwei technologische Funktionen.
- Qualitätsmerkmale: Untersuche drei Dauerbackwaren sensorisch und entwickle dafür fünf objektivierbare Qualitätskriterien.
Standard
- Crackerlinie analysieren: Erstelle ein Fließbild mit Mischen, möglicher Fermentation, Laminieren, Kalibrieren, Docking, Schneiden, Backen, Kühlen und Verpacken. Beschreibe zu jeder Stufe ein mögliches Fehlerbild.
- Waffelprozess erklären: Erstelle ein Kurzvideo oder eine Animation, in der Du erklärst, warum eine dünnflüssige Waffelmasse andere Maschinen erfordert als ein Keks-Teig.
- Feuchtemigration untersuchen: Entwickle einen einfachen Versuchsplan, mit dem Du die Knusprigkeitsänderung eines Crackers bei unterschiedlichen Lagerbedingungen beobachten kannst. Beachte betriebliche Hygiene- und Sicherheitsregeln.
- Kontrollplan: Entwirf einen Kontrollplan für eine Keksanlage mit Messstelle, Prüfmerkmal, Häufigkeit, Sollbereich, Reaktion bei Abweichung und Dokumentation.
Schwer
- Störungsanalyse: Bearbeite den Fall, dass Kekse gleichzeitig dunkler, leichter und spröder werden. Formuliere mindestens fünf Hypothesen und ordne jeder Hypothese passende Messdaten zu.
- Gefahrenanalyse: Entwickle für eine vereinfachte Crackerlinie eine Gefahrenanalyse mit biologischen, chemischen und physikalischen Gefahren. Begründe, welche Präventivmaßnahmen sinnvoll sind, ohne automatisch jede Kontrolle als CCP einzustufen.
- Verpackungskonzept: Vergleiche zwei Verpackungskonzepte für einen fettreichen, knusprigen Keks. Beurteile Wasserdampfbarriere, Sauerstoffschutz, Bruchschutz, Materialeinsatz, Maschinengängigkeit und Recyclingfähigkeit.
- Linienoptimierung: Analysiere eine fiktive Linie mit hohem Ausschuss beim Anfahren. Entwickle ein Verbesserungsprojekt mit Datenerfassung, Ursachenanalyse, Versuchsplan, Kennzahlen und standardisierter Arbeitsanweisung.


Lernkontrolle
- Teigrheologie übertragen: Eine Rotationsformmaschine füllt ihre Formen morgens sauber, nach mehreren Produktionsstunden bleiben die Konturen unscharf. Erkläre, welche Prozess- und Rohstoffdaten Du vergleichst und warum.
- Ofenprofil beurteilen: Ein Cracker ist außen dunkel, im Inneren aber noch zu feucht. Erkläre, warum eine Erhöhung der gesamten Ofentemperatur nicht automatisch die beste Lösung ist und welche Parameter Du stattdessen systematisch prüfen würdest.
- Haltbarkeit bewerten: Zwei Produkte besitzen denselben Gesamtwassergehalt, verlieren aber unterschiedlich schnell ihre Knusprigkeit. Erkläre mithilfe von Wasseraktivität, Struktur und Verpackung, warum dieses Ergebnis möglich ist.
- Mehrkomponentenprodukt analysieren: Eine gefüllte Waffel ist nach mehreren Wochen weich, obwohl die Packung dicht ist. Entwickle eine plausible Ursachenanalyse unter besonderer Berücksichtigung der Füllung.
- Gefahrenanalyse anwenden: Begründe, warum ein Metalldetektor in einem Betrieb ein CCP sein kann, in einem anderen Prozess aber anders eingestuft werden könnte.
- Nachhaltigkeit abwägen: Eine dünnere Verpackungsfolie spart Material, erhöht aber die Wasserdampfdurchlässigkeit. Entwickle Kriterien, nach denen eine fachlich vertretbare Entscheidung getroffen werden sollte.
- Prozessdaten interpretieren: Das Stückgewicht steigt langsam über eine Schicht hinweg, obwohl der Dosier-Sollwert gleich bleibt. Formuliere mögliche Ursachen und nenne Messdaten, mit denen Du sie voneinander unterscheiden kannst.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du die industrielle Herstellung von Dauerbackwaren nicht nur beschreiben, sondern als zusammenhängenden Prozess beurteilen kannst.
- Produktkenntnis: Du unterscheidest Kekse, Cracker, Waffeldauergebäcke, Zwieback, Laugendauergebäcke und weitere relevante Produktgruppen anhand ihrer technologischen Merkmale.
- Rohstofftechnologie: Du erklärst die Funktionen von Mehl, Stärke, Wasser, Zucker, Fett, Lockerungsmitteln und weiteren Zutaten.
- Teig- und Massebereitung: Du begründest, warum Mischintensität, Zutatenreihenfolge, Temperatur, Viskosität und Teigrheologie produktspezifisch gesteuert werden.
- Formgebung: Du ordnest Teigbandbildung, Laminieren, Kalibrieren, Rotationsformen, Drahtschneiden, Dressieren und Waffelbackplatten den passenden Produkten zu.
- Backen: Du erklärst Wärmeübertragung, Wasserverdampfung, Strukturentwicklung und Bräunungsreaktionen und kannst ein Backprofil fachlich beurteilen.
- Haltbarkeit: Du verknüpfst Wasseraktivität, Restfeuchte, Feuchtemigration, Oxidation, Verpackungsbarriere und Lagerbedingungen.
- Qualitätssicherung: Du leitest geeignete Prüfmerkmale aus der Produktspezifikation ab und interpretierst Prozess- und Qualitätsdaten.
- Produktsicherheit: Du unterscheidest Gefahrenanalyse, Präventivmaßnahme, Überwachung und kritischen Kontrollpunkt.
- Problemlösung: Du entwickelst bei Abweichungen mehrere Hypothesen, prüfst Daten und begründest Korrekturmaßnahmen.
- Sicheres Arbeiten: Du beachtest Gefahren durch bewegte Maschinen, heiße Flächen, Laugen und Mehlstaub und hältst betriebliche Schutzmaßnahmen ein.
Fachliche Quellen und weiterführende Informationen
- Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission: Leitsätze für Feine Backwaren, Neufassung 2025
- Wikipedia: Dauerbackwaren
- Wikimedia Commons: Manufacture of cookies
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