Das Grundgesetz - Deutschland

Das Grundgesetz - Deutschland
Das Grundgesetz - Deutschland

Einleitung
Das Grundgesetz ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Es legt fest, welche Rechte Menschen gegenüber dem Staat haben, nach welchen Grundprinzipien der Staat organisiert ist und wie politische Macht begrenzt und kontrolliert wird. Es steht im Rang über den einfachen Gesetzen. Deshalb müssen sich Bundestag, Bundesregierung, Behörden und Gerichte an das Grundgesetz halten.
Für Dich bedeutet das: Das Grundgesetz ist nicht nur ein Text für Juristinnen und Juristen. Es wirkt in viele Alltagssituationen hinein – etwa bei Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Datenschutz, Schule, Demonstrationen oder dem Schutz vor willkürlichen staatlichen Eingriffen.
Für die Klassen 7–9 stehen auf dieser Seite verständliche Beispiele und zentrale Begriffe im Vordergrund. In den Klassen 10–13 kannst Du zusätzlich genauer untersuchen, wie Grundrechte begrenzt werden dürfen, wie sich Staatsorgane gegenseitig kontrollieren und warum einige Verfassungsprinzipien auch mit großen Mehrheiten nicht abgeschafft werden dürfen.
Entstehung des Grundgesetzes
Nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur und des Zweiten Weltkriegs sollte in den westlichen Besatzungszonen eine neue demokratische Ordnung entstehen. Dabei spielten die Erfahrungen mit dem Scheitern der Weimarer Republik und vor allem die Verbrechen des Nationalsozialismus eine zentrale Rolle. Der neue Staat sollte Menschenrechte schützen, Macht begrenzen und demokratische Institutionen dauerhaft sichern.
Der Parlamentarische Rat trat am 1. September 1948 in Bonn erstmals zusammen. Seine 65 stimmberechtigten Mitglieder waren von den Landtagen der westdeutschen Länder gewählt worden. Nach monatelangen Beratungen beschloss der Parlamentarische Rat am 8. Mai 1949 das Grundgesetz. Am 23. Mai 1949 wurde es ausgefertigt und verkündet; mit Ablauf dieses Tages trat es in Kraft.

Von den 65 stimmberechtigten Mitgliedern des Parlamentarischen Rates waren vier Frauen: Elisabeth Selbert, Friederike Nadig, Helene Weber und Helene Wessel. Sie werden häufig als Mütter des Grundgesetzes bezeichnet. Besonders bekannt ist der Einsatz Elisabeth Selberts für die klare Formulierung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Artikel 3 Absatz 2.

1949 wurde bewusst der Name Grundgesetz gewählt. Der westdeutsche Staat sollte wegen der deutschen Teilung zunächst einen vorläufigen Charakter haben. Trotzdem war das Grundgesetz rechtlich von Anfang an eine vollwertige Verfassung. Seit der deutschen Einheit 1990 gilt es für ganz Deutschland.
Aufbau des Grundgesetzes
Der Text des Grundgesetzes lässt sich vereinfacht in drei große Bereiche einteilen: eine Präambel, den Abschnitt über die Grundrechte und den organisatorischen Teil über Staat, Gesetzgebung, Verwaltung, Rechtsprechung und weitere Verfassungsfragen.

Die Präambel ist der Vorspruch des Grundgesetzes. Sie nennt grundlegende Ziele und den historischen sowie politischen Rahmen, darunter die Verantwortung Deutschlands, die europäische Einbindung und den Frieden.
Der erste Abschnitt trägt die Überschrift Die Grundrechte. Er umfasst die Artikel 1 bis 19. Danach folgen unter anderem Regelungen über Bund und Länder, Bundestag, Bundesrat, Bundespräsident, Bundesregierung, Gesetzgebung, Verwaltung, Rechtsprechung, Finanzwesen und den Verteidigungsfall. Das Grundgesetz beschreibt also sowohl die Rechte des Einzelnen als auch die Spielregeln des Staates.
Grundrechte: Schutz des Menschen gegenüber dem Staat
Die Grundrechte stehen am Anfang des Grundgesetzes. Das ist kein Zufall: Nach der Erfahrung einer Diktatur sollte deutlich werden, dass staatliche Macht nicht grenzenlos ist. Artikel 1 beginnt mit dem Schutz der Menschenwürde. Die staatliche Gewalt ist an die Grundrechte gebunden.

Wichtige Beispiele sind:
- Menschenwürde: Jeder Mensch besitzt einen Eigenwert, den der Staat achten und schützen muss.
- Allgemeine Handlungsfreiheit und Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit: Menschen dürfen ihr Leben grundsätzlich selbst gestalten; zugleich schützt das Grundgesetz Leben, körperliche Integrität und Freiheit.
- Gleichheit vor dem Gesetz und Gleichberechtigung: Der Staat darf Menschen nicht ohne sachlichen Grund unterschiedlich behandeln; Männer und Frauen sind gleichberechtigt.
- Religionsfreiheit: Glaube, Gewissen und religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen sind geschützt.
- Meinungsfreiheit und Pressefreiheit: Meinungen dürfen grundsätzlich frei geäußert und verbreitet werden; auch freie Medien sind für die Demokratie wichtig.
- Versammlungsfreiheit: Friedliche Versammlungen sind geschützt und ermöglichen politische Beteiligung.
- Berufsfreiheit, Eigentum und Schutz der Wohnung: Auch wirtschaftliche Betätigung und private Lebensbereiche stehen unter verfassungsrechtlichem Schutz.

Grundrechte gelten nicht immer grenzenlos. Einige können unter den im Grundgesetz genannten Voraussetzungen durch Gesetze eingeschränkt werden. Solche Eingriffe müssen verfassungsrechtlich gerechtfertigt sein. In vielen Fällen spielt dabei der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit eine wichtige Rolle: Ein staatlicher Eingriff muss einem legitimen Zweck dienen, geeignet und erforderlich sein und darf die betroffene Person nicht unangemessen belasten. Die Menschenwürde aus Artikel 1 besitzt dabei einen besonders starken, nicht abwägbaren Schutz.
Für die Oberstufe ist zusätzlich wichtig: Grundrechte sind vor allem Abwehrrechte gegen den Staat. Aus ihnen können aber auch staatliche Schutzpflichten folgen. Außerdem prägen sie als grundlegende Wertentscheidungen die gesamte Rechtsordnung.
Die Werteordnung des Grundgesetzes
Das Grundgesetz ist nicht wertneutral. Es verbindet Freiheit mit Verantwortung, Gleichheit mit dem Schutz vor Diskriminierung und Demokratie mit verbindlichen Regeln. Besonders wichtig sind die folgenden Werte:
- Menschenwürde: Jeder Mensch ist um seiner selbst willen zu achten.
- Freiheit: Menschen sollen ihr Leben grundsätzlich eigenverantwortlich gestalten können.
- Gleichheit: Gleiche Fälle sollen gleich behandelt werden; ungerechtfertigte Benachteiligungen widersprechen dem Gleichheitsgedanken.
- Demokratie: Politische Herrschaft braucht die Legitimation durch das Volk.
- Rechtsstaat: Staatliches Handeln ist an Verfassung, Gesetz und Recht gebunden und kann gerichtlich überprüft werden.
- Sozialstaat: Der Staat trägt Verantwortung für soziale Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe.
- Föderalismus: Politische Aufgaben und Macht werden zwischen Bund und Ländern verteilt.
- Frieden und europäische Zusammenarbeit: Die Verfassung ist auf friedliche internationale Zusammenarbeit und die Einbindung Deutschlands in Europa ausgerichtet.
Diese Werte können in konkreten Fällen miteinander in Spannung geraten. Beispielsweise kann Meinungsfreiheit mit dem Persönlichkeitsrecht anderer Menschen kollidieren. Dann müssen Gerichte die betroffenen Rechte anhand der Verfassung auslegen und zu einem schonenden Ausgleich bringen.
Die demokratische Ordnung
Artikel 20 und die Staatsstrukturprinzipien
Artikel 20 gehört zu den wichtigsten Bestimmungen des Grundgesetzes. Er beschreibt zentrale Grundentscheidungen der staatlichen Ordnung. Dazu gehören insbesondere Demokratie, Sozialstaat, Bundesstaat und die Bindung staatlichen Handelns an Recht und Gesetz. Zusammen mit weiteren Verfassungsbestimmungen wird auch das Republikprinzip zur grundlegenden Ordnung Deutschlands gezählt.

Demokratie bedeutet: Staatliche Herrschaft muss vom Volk legitimiert sein. Bürgerinnen und Bürger wirken vor allem durch Wahlen, Parteien, politische Diskussionen, Bürgerinitiativen, Verbände und weitere Formen politischer Beteiligung an der politischen Willensbildung mit.
Rechtsstaat bedeutet: Auch der Staat selbst ist an Regeln gebunden. Behörden brauchen für belastende Eingriffe eine rechtliche Grundlage, Gerichte müssen unabhängig sein und Betroffene können staatliche Entscheidungen gerichtlich überprüfen lassen.
Bundesstaat bedeutet: Deutschland besteht aus dem Bund und 16 Ländern. Beide Ebenen besitzen eigene Aufgaben und Zuständigkeiten. Die Länder wirken über den Bundesrat an der Gesetzgebung des Bundes mit.
Sozialstaat bedeutet: Der Staat soll soziale Sicherheit und faire Teilhabe ermöglichen. Wie dieses Ziel konkret umgesetzt wird, ist eine politische Aufgabe und kann unterschiedlich ausgestaltet werden.
Republik bedeutet: Das Staatsoberhaupt erhält sein Amt nicht durch Erbfolge wie in einer Monarchie. In Deutschland wird der Bundespräsident von der Bundesversammlung gewählt.
Gewaltenteilung und Machtkontrolle
Die Gewaltenteilung soll verhindern, dass politische Macht unkontrolliert in einer Hand liegt. Vereinfacht unterscheidet man:
- Legislative: Sie beschließt Gesetze. Auf Bundesebene sind vor allem Bundestag und Bundesrat beteiligt.
- Exekutive: Sie führt Gesetze aus. Dazu gehören Bundesregierung, Ministerien und Verwaltung.
- Judikative: Unabhängige Gerichte entscheiden Rechtsstreitigkeiten und kontrollieren die Anwendung des Rechts.

In Deutschland sind diese Gewalten nicht vollständig voneinander getrennt. Das parlamentarische Regierungssystem verbindet Bundestag und Bundesregierung eng miteinander. Deshalb spricht man auch von Gewaltenverschränkung: Die Verfassungsorgane arbeiten zusammen, kontrollieren sich aber zugleich gegenseitig.
Die wichtigsten Verfassungsorgane
Der Bundestag wird vom Volk gewählt. Er beschließt Gesetze, wählt den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin und kontrolliert die Bundesregierung.
Der Bundesrat vertritt die Länder auf Bundesebene. Je nach Art eines Gesetzes kann seine Zustimmung erforderlich sein oder er kann Einspruch einlegen.
Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt. Er hat vor allem repräsentative und verfassungsrechtliche Aufgaben.
Die Bundesregierung besteht aus Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin und den Bundesministerinnen und Bundesministern. Sie leitet die Regierungspolitik und führt zusammen mit der Verwaltung Gesetze aus.
Das Bundesverfassungsgericht wacht darüber, dass staatliches Handeln mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Es entscheidet unter anderem über Streitigkeiten zwischen Verfassungsorganen und kann unter bestimmten Voraussetzungen Verfassungsbeschwerden prüfen.

Wehrhafte Demokratie und Ewigkeitsklausel
Das Grundgesetz geht davon aus, dass eine Demokratie sich gegen Bestrebungen schützen darf, die ihre freiheitliche Ordnung beseitigen wollen. Deshalb wird die Bundesrepublik häufig als wehrhafte oder streitbare Demokratie bezeichnet.
Ein besonders wichtiger Schutz steht in Artikel 79 Absatz 3, der sogenannten Ewigkeitsklausel. Danach dürfen die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder an der Gesetzgebung und die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze nicht durch eine Verfassungsänderung beseitigt werden. Auch eine sehr große parlamentarische Mehrheit kann also den Kern der demokratischen und menschenrechtlichen Ordnung nicht legal abschaffen.
Andere Teile des Grundgesetzes können geändert werden. Dafür sind grundsätzlich Zweidrittelmehrheiten im Bundestag und im Bundesrat erforderlich. Das zeigt: Die Verfassung soll veränderbar bleiben, aber ihr grundlegender demokratischer Kern ist besonders geschützt.
Das Grundgesetz im Alltag
Das Grundgesetz begegnet Dir oft indirekt. Wenn eine Schule als staatliche Einrichtung Regeln erlässt, wenn eine Demonstration angemeldet wird, wenn eine Behörde Daten verarbeitet oder wenn ein Gericht über Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechte entscheidet, bildet die Verfassung einen wichtigen rechtlichen Rahmen.
Ein Grundrecht bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jede gewünschte Handlung erlaubt ist. In einer freiheitlichen Gesellschaft treffen Rechte verschiedener Menschen aufeinander. Demokratischer Rechtsstaat bedeutet deshalb auch, Konflikte nach Regeln auszutragen, Entscheidungen begründen zu müssen und staatliches Handeln kontrollieren zu können.
Für eine gute Fallanalyse kannst Du Dir vier Fragen stellen:
- Welches Grundrecht oder Verfassungsprinzip ist betroffen?
- Handelt eine staatliche Stelle oder besteht ein Konflikt zwischen Privaten?
- Gibt es eine verfassungsrechtlich zulässige Grundlage für eine Einschränkung?
- Ist die Maßnahme geeignet, erforderlich und angemessen?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann wurde das Grundgesetz ausgefertigt und verkündet? (Am 23. Mai 1949) (!Am 3. Oktober 1990) (!Am 9. November 1918) (!Am 1. September 1948)
Welcher Abschnitt steht am Anfang des Grundgesetzes nach der Präambel? (Die Grundrechte) (!Das Finanzwesen) (!Der Verteidigungsfall) (!Die Bundesregierung)
Was schützt Artikel 1 des Grundgesetzes besonders? (Die Menschenwürde) (!Die Erbfolge des Staatsoberhauptes) (!Die Höhe von Steuern) (!Die Mitgliedschaft in Parteien)
Welches Prinzip gehört zur staatlichen Ordnung Deutschlands? (Demokratie) (!Erbmonarchie) (!Einparteienstaat) (!Unbegrenzte Regierungsgewalt)
Wozu dient die Gewaltenteilung? (Sie verteilt und begrenzt staatliche Macht) (!Sie schafft unabhängige Gesetze für jede Person) (!Sie ersetzt demokratische Wahlen) (!Sie überträgt alle Macht auf Gerichte)
Welche Aufgabe hat das Bundesverfassungsgericht? (Es prüft verfassungsrechtliche Streitfragen) (!Es leitet die Bundesregierung) (!Es wählt alle Abgeordneten) (!Es erlässt allein Bundesgesetze)
Welche Mehrheiten sind grundsätzlich für eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich? (Zweidrittelmehrheiten in Bundestag und Bundesrat) (!Eine einfache Mehrheit nur im Bundestag) (!Eine Mehrheit nur in der Bundesregierung) (!Die Zustimmung aller Gerichte)
Was schützt die Ewigkeitsklausel? (Zentrale Grundsätze der Verfassungsordnung) (!Jede einzelne Formulierung des Grundgesetzes) (!Alle einfachen Bundesgesetze) (!Die Amtszeit jeder Bundesregierung)
Wen binden die Grundrechte unmittelbar als geltendes Recht? (Gesetzgebung vollziehende Gewalt und Rechtsprechung) (!Nur private Vereine) (!Nur politische Parteien) (!Nur ausländische Staaten)
Welches Gremium erarbeitete 1948 und 1949 das Grundgesetz? (Der Parlamentarische Rat) (!Der Europäische Rat) (!Der Bundesrechnungshof) (!Die Bundesversammlung)
Memory
| Menschenwürde | Achtung des Eigenwerts jedes Menschen |
| Demokratie | Politische Herrschaft braucht Legitimation durch das Volk |
| Rechtsstaat | Staatliches Handeln ist an Recht und Gesetz gebunden |
| Bundesstaat | Macht und Aufgaben sind zwischen Bund und Ländern verteilt |
| Sozialstaat | Staatliche Verantwortung für soziale Sicherheit und Teilhabe |
| Gewaltenteilung | Verteilung staatlicher Funktionen auf mehrere Gewalten |
| Ewigkeitsklausel | Schutz unveränderbarer Verfassungsgrundsätze |
| Verfassungsbeschwerde | Rechtsbehelf wegen möglicher Verletzung von Grundrechten durch öffentliche Gewalt |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Menschenwürde | Schutz jedes Menschen als Person |
| Meinungsfreiheit | Freiheit Meinungen zu äußern und zu verbreiten |
| Religionsfreiheit | Schutz von Glauben Gewissen und Weltanschauung |
| Versammlungsfreiheit | Schutz friedlicher gemeinsamer Zusammenkünfte |
| Gleichberechtigung | Gleiche rechtliche Stellung von Männern und Frauen |
...
Kreuzworträtsel
| Demokratie | Welche Staatsform legitimiert politische Herrschaft durch das Volk? |
| Rechtsstaat | Wie heißt das Prinzip, nach dem auch staatliche Stellen an Recht und Gesetz gebunden sind? |
| Bundestag | Welches vom Volk gewählte Verfassungsorgan beschließt auf Bundesebene Gesetze mit? |
| Bundesrat | Welches Verfassungsorgan vertritt die Länder auf Bundesebene? |
| Menschenwürde | Welcher zentrale Wert steht am Anfang der Grundrechte? |
| Föderalismus | Wie heißt die Verteilung staatlicher Aufgaben und Macht zwischen Bund und Ländern? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Grundrechte-Plakat: Wähle drei Grundrechte aus und gestalte ein Plakat mit je einem Beispiel aus dem Alltag.
- Menschenwürde im Alltag: Beschreibe eine Situation, in der die Achtung der Menschenwürde besonders wichtig ist, und begründe Deine Auswahl.
- Zeitstrahl Grundgesetz: Erstelle einen Zeitstrahl von der ersten Sitzung des Parlamentarischen Rates bis zur deutschen Einheit und erläutere vier wichtige Stationen.
- Verfassungsbegriffe: Produziere fünf Karteikarten zu Demokratie, Rechtsstaat, Sozialstaat, Bundesstaat und Gewaltenteilung.
Standard
- Grundrechte-Fall: Erfinde einen kurzen Konflikt, in dem zwei Rechte oder Interessen aufeinandertreffen, und formuliere eine begründete Lösung.
- Erklärvideo Grundgesetz: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Video, in dem Du jüngeren Schülerinnen und Schülern den Aufbau des Grundgesetzes erklärst.
- Interview Demokratie: Befrage drei Personen dazu, welches Grundrecht sie für besonders wichtig halten, und werte Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus.
- Verfassungsorgane: Gestalte eine Grafik, die zeigt, wie Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung, Bundespräsident und Bundesverfassungsgericht miteinander verbunden sind.
Schwer
- Verhältnismäßigkeit: Analysiere einen selbst gewählten staatlichen Eingriff mithilfe der Fragen nach legitimem Zweck, Geeignetheit, Erforderlichkeit und Angemessenheit.
- Ewigkeitsklausel: Entwickle ein Gedankenexperiment zu einer Verfassungsänderung, die demokratische Grundprinzipien gefährdet, und prüfe sie an Artikel 79 Absatz 3.
- Verfassungsvergleich: Vergleiche das Grundgesetz mit einer anderen demokratischen Verfassung oder der Europäischen Menschenrechtskonvention und arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
- Demokratie-Projekt: Plane eine schulische Ausstellung oder digitale Lernstation zum Thema wehrhafte Demokratie und beziehe historische sowie aktuelle Beispiele ein.


Lernkontrolle
- Grundrechte und Schulalltag: Eine Schule erlässt eine Regel, die stark in die Freiheit von Schülerinnen und Schülern eingreift. Erkläre, welche verfassungsrechtlichen Fragen geprüft werden müssten, ohne sofort ein Ergebnis vorzugeben.
- Demonstration und Sicherheit: Eine friedliche Demonstration soll wegen erwarteter Verkehrsprobleme vollständig verboten werden. Entwickle Argumente für mildere Maßnahmen und beziehe die Verhältnismäßigkeit ein.
- Mehrheit und Verfassung: Eine sehr große Parlamentsmehrheit will zukünftige freie Wahlen abschaffen. Beurteile, warum eine Mehrheit allein dafür nicht ausreicht.
- Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsschutz: Zwei Personen streiten darüber, ob eine sehr scharfe öffentliche Äußerung geschützt sein soll. Zeige, welche Rechte und Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen.
- Bund und Länder: Erkläre an einem selbst gewählten Politikfeld, warum föderale Zuständigkeiten sowohl Vorteile als auch Konflikte erzeugen können.
- Gewaltenteilung: Entwirf ein Beispiel, in dem fehlende Kontrolle zwischen staatlichen Gewalten zu Machtmissbrauch führen könnte, und zeige, welcher Kontrollmechanismus helfen würde.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- den Aufbau des Grundgesetzes mit Präambel, Grundrechten und organisatorischem Teil erklären kannst,
- zentrale Grundrechte und ihre Bedeutung an Beispielen erläutern kannst,
- Demokratie, Rechtsstaat, Sozialstaat, Bundesstaat, Republik und Gewaltenteilung voneinander unterscheiden kannst,
- die Aufgaben wichtiger Verfassungsorgane in ihren Zusammenhängen beschreiben kannst,
- bei Konfliktfällen betroffene Grundrechte erkennst und eine begründete Abwägung oder Verhältnismäßigkeitsprüfung entwickelst,
- die Bedeutung der Ewigkeitsklausel für den Schutz der demokratischen Ordnung erklären kannst,
- historische Erfahrungen mit Weimarer Republik und Nationalsozialismus als Hintergrund der Verfassung einordnen kannst,
- eigene Urteile nachvollziehbar mit Begriffen und Prinzipien des Grundgesetzes begründest.
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