Das FC Bayern Museum

Das FC Bayern Museum
Das FC Bayern Museum
Das FC Bayern Museum ist das Vereinsmuseum des FC Bayern München und befindet sich in der Allianz Arena in München-Fröttmaning. Es versteht sich nicht nur als Sammlung von Pokalen und Erinnerungsstücken, sondern als inszenierte Zeitreise durch die Geschichte des Vereins. Auf rund 3.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche verbindet das Museum historische Objekte, Trophäen, Fotos, Filmaufnahmen, Ton, interaktive Stationen und wechselnde Sonderausstellungen. Dadurch wird Vereinsgeschichte zugleich als Sportgeschichte, Stadtgeschichte, Sozialgeschichte und Erinnerungskultur vermittelt.

Das Museum wurde am 25. Mai 2012 unter dem Namen FC Bayern Erlebniswelt eröffnet. Seit 2020 trägt es den Namen FC Bayern Museum. Seine Dauerausstellung reicht von der Vereinsgründung im Jahr 1900 bis in die Gegenwart. Dabei geht es um große sportliche Erfolge, aber ebenso um Krisen, gesellschaftliche Veränderungen, Fans, Persönlichkeiten und die Frage, wie ein Verein seine eigene Vergangenheit bewahrt und erzählt.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie das FC Bayern Museum seine Dauerausstellung strukturiert, welche Rolle Pokale und historische Objekte spielen und wie Museumspädagogik aus Gegenständen, Medien und Erzählungen historische Zusammenhänge entwickelt. Du kannst außerdem zwischen Original, Replikat und medialer Rekonstruktion unterscheiden, Beispiele für wichtige Exponate nennen und die Darstellung einer Vereinsgeschichte kritisch als kuratierte Perspektive untersuchen.
Ein Museum in der Allianz Arena
Die Lage des Museums ist selbst Teil der Erzählung: Die Allianz Arena ist seit 2005 Heimspielstätte der ersten Herrenmannschaft des FC Bayern München. Das Museum befindet sich im Stadion und verknüpft damit historische Rückschau und aktuellen Spielbetrieb räumlich miteinander. Wer die Ausstellung besucht, bewegt sich an einem Ort, an dem weiterhin Sportgeschichte entsteht.

Die Idee eines Vereinsmuseums war bereits bei der Planung der Arena vorgesehen. Nach einer Bau- und Einrichtungsphase öffnete die damalige FC Bayern Erlebniswelt 2012. Zur Eröffnung hatte das Projektteam 2.606 Exponate von ehemaligen Spielern, Funktionären und Fans zusammengetragen; 424 Stücke wurden für die damalige Ausstellung ausgewählt. Dieses Verhältnis macht eine zentrale Aufgabe jedes Museums sichtbar: Ein Museum zeigt nie einfach „alles“, sondern sammelt, prüft, ordnet, wählt aus und stellt Zusammenhänge her. Diese Arbeit nennt man Kuration.
Das offizielle Video aus der Planungsphase zeigt, dass das Konzept von Beginn an über klassische Vitrinen hinausgehen sollte. Geschichten, Bilder, Filme, Klänge und räumliche Inszenierungen sollten Besucherinnen und Besucher in die Vereinsgeschichte hineinziehen.
Die Dauerausstellung: Vereinsgeschichte seit 1900
Die Dauerausstellung folgt im Kern einer chronologischen Zeitreise. Der Rundgang beginnt mit der Gründung des FC Bayern am 27. Februar 1900 und führt durch unterschiedliche Epochen bis zu aktuellen Erfolgen. Dabei werden sportliche Ereignisse nicht isoliert präsentiert. Trikots, Fotos, Spielgeräte, Dokumente, Filmausschnitte und biografische Geschichten zeigen, dass Fußballgeschichte immer mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen verbunden ist.

Historische Vereinszeichen und Trikots machen sichtbar, dass sich die äußere Identität des Klubs verändert hat. Ein Wappen ist deshalb nicht nur ein Logo, sondern auch eine Quelle für Gestaltung, Selbstbild und zeitgeschichtlichen Kontext.

Zu den großen Stationen der erzählten Vereinsgeschichte gehören die frühen Jahrzehnte, die erste Deutsche Meisterschaft 1932, die Verfolgung von Vereinsmitgliedern im Nationalsozialismus, der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, die europäische Erfolgsphase der 1970er-Jahre, spätere Meisterschaften und Pokalerfolge sowie die Triple-Spielzeiten 2013 und 2020. Auch die Entwicklung des Frauenfußballs beim FC Bayern und aktuelle Erfolge der Frauenmannschaft gehören zur fortlaufend ergänzten Vereinsgeschichte.
Das Video aus dem offiziellen FC-Bayern-Kanal führt durch die damalige Erlebniswelt und macht besonders deutlich, wie chronologische Information, Exponate und emotionale Medieninszenierung miteinander verbunden werden.
Hall of Fame und biografisches Erzählen
Ein wichtiger Teil des Museums ist die Hall of Fame. Hier stehen prägende Spielerpersönlichkeiten und ihre Leistungen im Mittelpunkt. Biografisches Erzählen hilft, abstrakte Entwicklungen anschaulich zu machen: Eine Epoche wird nicht nur über Tabellen oder Titel erklärt, sondern über Menschen, Entscheidungen, Spielstile und persönliche Erinnerungen.
Für historisches Lernen ist dabei wichtig, zwischen Erinnerung und Beleg zu unterscheiden. Zeitzeugeninterviews können wertvolle Perspektiven vermitteln, sind aber immer subjektiv. Ein Trikot, ein Spielbericht, ein Foto oder ein Brief kann eine andere Art von Quelle sein. Gute Museumsarbeit verbindet solche Quellen, statt nur eine einzige Stimme sprechen zu lassen.
Pokale und die Via Triumphalis
Pokale sind im FC Bayern Museum besonders auffällige Exponate. Die Via Triumphalis präsentiert Meisterschaften und Pokalerfolge in einer räumlich geordneten Form. Für viele historische Titel zeigt das Museum originalgetreue Replikate. Gleichzeitig werden nach aktuellen Titelgewinnen auch neu gewonnene Trophäen in die Ausstellung eingebracht. Dadurch wächst die Präsentation mit der Vereinsgeschichte weiter.

Die Deutsche Meisterschale ist das Symbol für den Gewinn der deutschen Fußballmeisterschaft. Im Museum steht sie nicht nur für einen einzelnen Gegenstand, sondern für viele Spielzeiten, Mannschaften, Trainer, Fans und historische Situationen. Eine Trophäe kann deshalb als Verdichtung von Geschichte verstanden werden.

Ähnlich funktioniert der DFB-Pokal: Der Pokal verweist auf einen Wettbewerb, zugleich aber auch auf konkrete Finalspiele, Austragungsorte, Gegner und persönliche Erinnerungen. Im Museum können Trophäen in Verbindung mit Fotos, Videos und anderen Exponaten eine ganze Ereigniskette erschließen.
Fallbeispiel 2025/26: eine Sammlung wächst weiter
Im Mai 2026 wurden nach der Saison 2025/26 vier neue Trophäen öffentlich in die Ausstellung eingebracht: je eine Meisterschale und ein DFB-Pokal der Männer- und der Frauenmannschaft. Der Anlass war das erste doppelte Double der Vereinsgeschichte, bei dem beide Profiteams in derselben Saison Meisterschaft und nationalen Pokal gewannen. Die neuen Trophäen wurden für die Via Triumphalis im Männer- und Frauenbereich vorgesehen. Dieses Beispiel zeigt, dass ein Vereinsmuseum kein abgeschlossener Speicher der Vergangenheit ist. Es dokumentiert auch Gegenwart, die später selbst Geschichte wird.
Historische Objekte: Wenn Dinge Geschichten tragen
Museumsobjekte sind besonders interessant, weil sie eine direkte materielle Verbindung zu vergangenen Ereignissen herstellen können. Im FC Bayern Museum finden sich Trikots, Schuhe, Bälle, Fotografien, Dokumente, Erinnerungsstücke und persönliche Gegenstände. Entscheidend ist nicht nur, was ein Objekt ist, sondern welche Geschichte daran nachgewiesen werden kann.
Zur Eröffnung 2012 gehörten beispielsweise das Originaltrikot von Patrik Andersson und ein Spielball aus dem dramatischen Meisterschaftsfinale 2001 in Hamburg zur Ausstellung. Auch ungewöhnliche Erinnerungsstücke wie die sogenannte Werbetonne, gegen die Jürgen Klinsmann einst trat, wurden gesammelt. Solche Objekte erweitern die Erzählung über reine Titelstatistiken hinaus und zeigen, dass Vereinsgeschichte auch aus Konflikten, Emotionen und kuriosen Momenten besteht.
Die Schuhe von Roy Makaay
Ein besonders anschauliches Beispiel kam 2026 neu ins Museum: Roy Makaay übergab die Fußballschuhe, mit denen er am 7. März 2007 gegen Real Madrid nach 10,12 Sekunden traf. Dieses Tor gilt weiterhin als schnellstes Tor der Geschichte der UEFA Champions League. Im Museum wird aus einem Paar Schuhe dadurch ein historischer Sachzeuge: Die Schuhe lassen sich mit einem exakt datierbaren Spiel, Videoaufnahmen, Statistiken und persönlichen Erinnerungen des Spielers verbinden.
Für die Quellenanalyse kannst Du bei einem solchen Objekt fragen: Ist es ein Original? Wem gehörte es? Wie ist seine Herkunft dokumentiert? Welches Ereignis belegt es tatsächlich? Welche zusätzlichen Medien braucht man, um seine Bedeutung zu verstehen?
Sonderausstellungen
Neben der Dauerausstellung zeigt das FC Bayern Museum wechselnde Sonderausstellungen. Sie erlauben es, einzelne Persönlichkeiten, Epochen oder Themen ausführlicher zu behandeln als im allgemeinen Rundgang. Zu früheren Themen gehörten unter anderem Ausstellungen über Gerd Müller, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Arjen Robben und Franck Ribéry, Jupp Heynckes, Uli Hoeneß, das Triple von 2013 sowie das Olympiastadion.
20 Jahre Allianz Arena – Luftschloss, Wohnzimmer, Opernbühne
Seit 2025 widmet sich die Sonderausstellung „20 Jahre Allianz Arena – Luftschloss, Wohnzimmer, Opernbühne“ der Geschichte des Stadions. Die drei Begriffe gliedern unterschiedliche Perspektiven:
- Luftschloss: Planung, Standortsuche, Bürgerentscheid, Architekturwettbewerb und Bau der Arena werden unter anderem mit einem Replikat des Grundsteins, einem leuchtenden Stadionmodell und einem Nachbau eines Fassaden-Luftkissens erklärt.
- Wohnzimmer: Fans, Mitarbeitende und Vereinsangehörige erzählen, wie das Stadion als sozialer und emotionaler Ort funktioniert. Gesänge und Choreografien werden medial vermittelt.
- Opernbühne: Bedeutende Spiele und Veranstaltungen werden als große Auftritte inszeniert. Zu den gezeigten historischen Objekten gehören ein Spielball aus dem Champions-League-Finale 2012 in München und weitere Erinnerungsstücke aus bedeutenden Partien.

Die Sonderausstellung ist ein gutes Beispiel dafür, dass Museumsarbeit verschiedene Ebenen verbindet: Architektur, Sport, Fankultur, Mediengeschichte und persönliche Erinnerung.
Erinnerungskultur und Nationalsozialismus
Ein Vereinsmuseum muss nicht nur Erfolge feiern. Zur historischen Verantwortung gehört auch die Auseinandersetzung mit Verfolgung, Ausgrenzung und dem Verhalten des Vereins in der Zeit des Nationalsozialismus. Das FC Bayern Museum betreibt hierzu Erinnerungsarbeit und entwickelte eine Wanderausstellung zur Rolle des Vereins im NS-Regime.
Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, wie jüdische und nichtjüdische Mitglieder vor und nach 1933 miteinander lebten, wie sich Vereinsstrukturen unter der Diktatur veränderten und was verfolgten Mitgliedern geschah. Die Ausstellung nennt Opfer, Mitläufer und Täter und macht deutlich, dass weit über hundert ehemalige oder aktive Bayern-Mitglieder politisch verfolgt wurden, fliehen mussten, deportiert oder ermordet wurden oder durch die Verfolgung in den Tod getrieben wurden.
Kurt Landauer
Eine zentrale Person der Erinnerungskultur ist Kurt Landauer, langjähriger Präsident des FC Bayern und Jude. Unter seiner Präsidentschaft gewann der Verein 1932 seine erste Deutsche Meisterschaft. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Landauer sein Amt aufgeben. Er wurde 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert und konnte später in die Schweiz fliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach München zurück und wurde erneut Präsident des FC Bayern.

Die Gedenktafel am Kurt-Landauer-Platz vor der Allianz Arena zeigt, dass Erinnerung nicht auf den Innenraum eines Museums beschränkt ist. Sie ist auch im öffentlichen Raum präsent.
Das offizielle Video dokumentiert eine Lesung zu Kurt Landauer und zeigt eine weitere Form historischer Vermittlung: Briefe und persönliche Texte können Biografien und Verfolgungsgeschichte unmittelbarer erfahrbar machen.
Wie vermittelt das Museum Vereinsgeschichte?
Das FC Bayern Museum arbeitet mit mehreren Vermittlungsformen. Erst ihr Zusammenspiel macht aus einer Sammlung eine Ausstellung.
- Originalexponate: Getragene Trikots, Schuhe, Bälle, Dokumente oder persönliche Gegenstände können materielle Zeugnisse eines konkreten Ereignisses sein.
- Replikate: Nachbildungen ermöglichen es, eine vollständige Entwicklung zu zeigen, wenn Originale nicht dauerhaft verfügbar sind.
- Multimedia: Filme, Tonaufnahmen, Interviews, Bildschirme und Musik verknüpfen Objekte mit bewegten Bildern und Stimmen.
- Szenografie: Licht, Raumgestaltung, Vitrinen, Wege und Inszenierungen beeinflussen, wie Besucherinnen und Besucher eine Geschichte wahrnehmen.
- Biografisches Erzählen: Spieler, Trainer, Präsidenten, Fans und Mitarbeitende geben historischen Entwicklungen persönliche Gesichter.
- Museumspädagogik: Aufgaben, Gespräche, Spurensuchen und Programme helfen Lernenden, selbst Fragen an Exponate zu stellen.
Information, Emotion und Interaktion
Das Museum beschreibt sein Konzept als Verbindung von Information, Emotion und Interaktion. Diese drei Ebenen lassen sich didaktisch unterscheiden: Information vermittelt überprüfbare Daten und Zusammenhänge. Emotion kann Interesse, Erinnerung und Identifikation auslösen. Interaktion fordert Besucherinnen und Besucher dazu auf, selbst zu handeln, zu suchen, zu vergleichen oder Entscheidungen zu treffen.
Für historisches Lernen ist wichtig, dass Emotion Fakten nicht ersetzt. Eine wirkungsvolle Inszenierung sollte immer mit nachvollziehbaren Quellen, Datierungen und Kontexten verbunden sein. Gerade bei einem Vereinsmuseum lohnt es sich deshalb, die Frage zu stellen, wie Stolz auf sportliche Erfolge und kritische Geschichtsarbeit miteinander ausbalanciert werden.
Museumspädagogik und Schule
Das FC Bayern Museum bietet speziell entwickelte Programme für Schulklassen. Sie wurden in Zusammenarbeit mit dem Museumspädagogischen Zentrum entwickelt und richten sich an unterschiedliche Schularten und Jahrgangsstufen. Themen sind unter anderem Vielfalt, Teamgeist, Toleranz, Fair Play, die internationale Entwicklung des Fußballs sowie der FC Bayern in der Zeit des Nationalsozialismus.
Seit 2026 verfügt das Museum im Zuge der Modernisierung über ein eigenes Klassenzimmer. Dort können Gruppen Inhalte aus der Ausstellung vertiefen. Die Programme verbinden Rundgang, Aufgaben, Dialog und teilweise praktische Elemente. So wird ein Fußballmuseum zu einem außerschulischen Lernort für Geschichte, Politik, Ethik, Sozialkunde, Deutsch und Sport.
Lernen am Objekt
Beim Lernen am Objekt untersuchst Du einen Gegenstand ähnlich wie eine historische Quelle. Ein geeignetes Vorgehen ist:
- Beschreiben: Was siehst Du, ohne bereits zu deuten?
- Bestimmen: Aus welchem Material besteht das Objekt, aus welcher Zeit stammt es und wem gehörte es?
- Kontextualisieren: Mit welchem Spiel, welcher Person oder welchem historischen Ereignis hängt es zusammen?
- Prüfen: Handelt es sich um ein Original, eine Replik oder eine Rekonstruktion?
- Deuten: Warum wurde gerade dieses Objekt ausgewählt und welche Botschaft vermittelt seine Präsentation?
- Vergleichen: Welche anderen Quellen bestätigen, ergänzen oder widersprechen der gezeigten Geschichte?
Das Museum kritisch lesen
Ein Vereinsmuseum ist zugleich Geschichtsort und Teil der Selbstdarstellung eines Vereins. Das bedeutet nicht, dass seine Inhalte automatisch unzuverlässig sind. Es bedeutet aber, dass Du die Ausstellung wie jede historische Darstellung kritisch lesen solltest.
Frage deshalb nach der Auswahl: Welche Ereignisse und Personen erhalten viel Raum, welche weniger? Frage nach der Perspektive: Wer erzählt die Geschichte? Frage nach der Quellenlage: Welche Aussagen sind durch Originale, Dokumente oder unabhängige Forschung belegt? Und frage nach der Inszenierung: Welche Wirkung erzeugen Licht, Musik, Größe, Reihenfolge und Sprache?
Diese Fragen gehören zur Quellenkritik und zur Geschichtskultur. Sie helfen Dir, zwischen Erinnerung, Identitätsbildung, Unterhaltung und wissenschaftlich überprüfbarer Geschichtsdarstellung zu unterscheiden.
Modernisierung und Gegenwart
Das Museum wird regelmäßig aktualisiert, weil sich der Verein und seine Geschichte weiterentwickeln. In den Jahren 2025 und 2026 wurde die Ausstellung umfassend modernisiert und erweitert. Die aktuelle Ausstellungsfläche wird mit rund 3.300 Quadratmetern angegeben. Stand September 2026 verweist das Museum weiterhin auf laufende Umbauarbeiten; der vollständige Abschluss der Neugestaltung war für Herbst 2026 geplant.
Ein sichtbares Ergebnis der Weiterentwicklung ist, dass neue Trophäen, aktuelle Spielerobjekte und neue Vermittlungsräume in die Ausstellung aufgenommen werden. Damit bleibt die Frage spannend: Wann wird Gegenwart zu Geschichte? In einem Vereinsmuseum kann die Antwort sehr schnell lauten: sobald ein Ereignis dokumentiert, gesammelt, beschriftet und in einen größeren Zusammenhang gestellt wird.
Besuch als Exkursion
Für eine schulische Exkursion lässt sich der Museumsbesuch mit einer Führung durch die Allianz Arena verbinden. Für das Museum allein werden ungefähr 60 bis 90 Minuten empfohlen. Regulär ist es täglich geöffnet; an Heimspieltagen gelten besondere Regelungen. Da Öffnungszeiten, Preise und Zugangsbedingungen verändert werden können, solltest Du vor einer Exkursion immer die aktuellen Angaben auf der offiziellen Museumsseite prüfen.
Eine Exkursion wird besonders ergiebig, wenn die Klasse vorab Forschungsfragen festlegt. So kann eine Gruppe die Trophäenpräsentation untersuchen, eine andere historische Trikots, eine dritte die NS-Erinnerungsarbeit und eine vierte die Wirkung der Medientechnik. Anschließend lassen sich die Beobachtungen vergleichen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Unter welchem Namen wurde das heutige FC Bayern Museum 2012 eröffnet? (FC Bayern Erlebniswelt) (!Bayern Ruhmeshalle) (!Münchner Fußballarchiv) (!Allianz Pokalwelt)
Wo befindet sich das FC Bayern Museum? (In der Allianz Arena) (!Im Olympiapark) (!An der Säbener Straße) (!Im Deutschen Museum)
Was kennzeichnet die Dauerausstellung besonders? (Eine Zeitreise von der Vereinsgründung bis zur Gegenwart) (!Nur eine Sammlung aktueller Trikots) (!Ausschließlich eine Ausstellung über Stadionarchitektur) (!Nur wechselnde Kunstausstellungen)
Was ist die Via Triumphalis im Museum? (Eine Präsentation der Meisterschaften und Pokalerfolge) (!Ein Spielertunnel für Besucher) (!Eine Trainingsfläche für Schulklassen) (!Eine Ausstellung nur über Auswärtsfahrten)
Warum sind Originalexponate für historisches Lernen besonders wertvoll? (Sie können als materielle Zeugnisse konkreter Ereignisse untersucht werden) (!Sie ersetzen jede weitere Quelle) (!Sie beweisen automatisch jede Erinnerung) (!Sie sind immer wichtiger als schriftliche Dokumente)
Welches Objekt kam 2026 als Exponat von Roy Makaay ins Museum? (Die Schuhe seines Champions League Rekordtors) (!Seine erste Trainerjacke) (!Ein Torpfosten aus Madrid) (!Seine Kapitänsbinde der Nationalmannschaft)
Welche aktuelle Sonderausstellung behandelt die Geschichte der Allianz Arena? (20 Jahre Allianz Arena Luftschloss Wohnzimmer Opernbühne) (!München im Mittelalter) (!Geschichte der Olympischen Winterspiele) (!Hundert Jahre DFB Pokal)
Welche Person steht besonders im Mittelpunkt der Erinnerung an die NS Zeit des FC Bayern? (Kurt Landauer) (!Sepp Herberger) (!Fritz Walter) (!Helmut Schön)
Was gehört zur Museumspädagogik des FC Bayern Museums? (Spurensuchen Dialog und altersgerechte Lernprogramme) (!Nur das Auswendiglernen von Tabellen) (!Ausschließlich Autogrammstunden) (!Nur der Verkauf von Fanartikeln)
Welche Haltung ist bei der Analyse eines Vereinsmuseums besonders sinnvoll? (Auswahl Perspektive Quellen und Inszenierung kritisch prüfen) (!Alle Aussagen ungeprüft übernehmen) (!Nur auf die Zahl der Pokale achten) (!Historische Kontexte grundsätzlich ausblenden)
Memory
| Via Triumphalis | Trophäenallee |
| Hall of Fame | Spielerlegenden |
| Originalexponat | authentischer Sachzeuge |
| Replikat | originalgetreue Nachbildung |
| Sonderausstellung | wechselnder Schwerpunkt |
| Zeitstrahl | chronologische Orientierung |
| Kurt Landauer | Erinnerungskultur |
| Medienstation | audiovisuelle Vermittlung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Via Triumphalis | Trophäenpräsentation |
| Hall of Fame | Spielerbiografien |
| Originalexponat | historischer Gegenstand |
| Sonderausstellung | wechselnder Themenschwerpunkt |
| Medienstation | audiovisuelle Geschichtsvermittlung |
Kreuzworträtsel
| Arena | In welchem Stadion befindet sich das FC Bayern Museum? |
| Erlebniswelt | Wie lautete der frühere Zusatz im Namen des Museums? |
| Meisterschale | Welche Trophäe steht für die deutsche Fußballmeisterschaft? |
| Landauer | Wie heißt der frühere jüdische Präsident Kurt mit Nachnamen? |
| Makaay | Welcher Spieler übergab 2026 seine Rekordtor-Schuhe an das Museum? |
| Vitrine | Wie heißt ein verglaster Ausstellungsschrank für empfindliche Objekte? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Museumsexponat: Wähle einen Gegenstand aus dem Themenfeld Fußball und schreibe eine Museumskarte mit Titel, Datierung, Material, Herkunft und einer kurzen Erklärung seiner historischen Bedeutung.
- Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste mit acht Stationen, die den Weg von der Vereinsgründung 1900 bis zum heutigen FC Bayern Museum nachvollziehbar macht.
- Trophäe: Zeichne oder fotografiere eine Sporttrophäe und erkläre in fünf Sätzen, welche Geschichten ein Pokal außer dem eigentlichen Sieg noch erzählen kann.
- Audioguide: Schreibe einen einminütigen Audioguide-Text zu einem historischen Trikot, einem Fußballschuh oder einem Spielball.
Standard
- Original und Replikat: Vergleiche die Wirkung eines Originals und einer originalgetreuen Nachbildung. Entwickle Kriterien dafür, wann eine Replik im Museum sinnvoll ist.
- Sonderausstellung: Entwirf eine kleine Sonderausstellung mit drei Bereichen, fünf Exponaten und einer zentralen Leitfrage zu einem selbst gewählten Kapitel der Vereinsgeschichte.
- Zeitzeugeninterview: Entwickle zehn Interviewfragen für einen Fan, eine frühere Spielerin, einen früheren Spieler oder eine andere Person mit Erinnerungen an den Verein und reflektiere anschließend die Grenzen von Erinnerungsquellen.
- Museumsanalyse: Untersuche anhand von Fotos oder einem Besuch, wie Licht, Wegeführung, Vitrinen und Beschriftungen die Wahrnehmung von Pokalen beeinflussen.
Schwer
- Kuration: Erstelle ein kuratorisches Konzept mit der Leitfrage „Wie erzählt man 125 Jahre Vereinsgeschichte auf begrenztem Raum?“ Begründe, welche Themen Du auswählst und welche Du weglässt.
- Erinnerungskultur: Entwickle eine Unterrichtseinheit zur Rolle Kurt Landauers und zur Verfolgung von Vereinsmitgliedern im Nationalsozialismus. Trenne dabei klar zwischen Biografie, historischem Kontext und Gedenken.
- Museumspädagogik: Konzipiere ein 60-minütiges Schulklassenprogramm, das mindestens ein Originalobjekt, eine Medienquelle und eine Transferaufgabe miteinander verbindet.
- Digitale Ausstellung: Produziere einen virtuellen Rundgang oder ein kurzes Video, das zeigt, wie dieselbe Vereinsgeschichte unterschiedlich erzählt werden kann, je nachdem ob Erfolge, Fans, gesellschaftliche Verantwortung oder Alltagsobjekte im Mittelpunkt stehen.


Lernkontrolle
- Objektanalyse: Du findest im Museum einen alten Fußballschuh mit Datierung und Spielernamen. Entwickle einen Untersuchungsplan, mit dem Du prüfst, welche historischen Aussagen sich sicher aus dem Objekt ableiten lassen und welche zusätzlichen Quellen Du brauchst.
- Museum und Perspektive: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum ein Vereinsmuseum eine bestimmte Perspektive auf Geschichte hat. Zeige zugleich, wie diese Perspektive durch Quellenkritik überprüft werden kann.
- Original und Replikat: Beurteile die Aussage „Nur Originale sind für ein Museum wertvoll“. Entwickle mindestens drei Argumente und komme zu einem begründeten Urteil.
- Trophäen als Quelle: Analysiere, wie sich die Bedeutung einer Meisterschale verändert, wenn sie allein in einer Vitrine, in einer chronologischen Reihe oder zusammen mit Videoaufnahmen eines entscheidenden Spiels gezeigt wird.
- Erinnerungskultur: Erkläre, warum die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in einem Fußballmuseum zum Verständnis der Vereinsgeschichte gehört und nicht als vom Sport getrenntes Zusatzthema behandelt werden sollte.
- Ausstellungskonzept: Plane für eine Schulklasse einen Museumsrundgang mit drei Stationen zu Erfolg, Alltagsgeschichte und gesellschaftlicher Verantwortung. Formuliere zu jeder Station eine Leitfrage und begründe die Reihenfolge.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Fakten auswendig kennst, sondern Museumsobjekte und Ausstellungsformen erklären und beurteilen kannst.
- Du kannst Entstehung, Ort und Grundidee des FC Bayern Museums beschreiben.
- Du kannst die Funktion der Dauerausstellung, der Via Triumphalis, der Hall of Fame und von Sonderausstellungen erklären.
- Du kannst Original, Replikat und mediale Darstellung unterscheiden.
- Du kannst mindestens drei historische Objekte oder Objektarten mit ihrer Bedeutung für die Vereinsgeschichte erläutern.
- Du kannst erklären, wie Pokale durch Kontextualisierung historische Aussagekraft erhalten.
- Du kannst die Rolle Kurt Landauers und die Bedeutung der NS-Erinnerungsarbeit für die Vereinsgeschichte einordnen.
- Du kannst Methoden der Quellenkritik auf ein Museumsobjekt oder eine Ausstellung anwenden.
- Du kannst beurteilen, wie Information, Emotion und Interaktion in der Geschichtsvermittlung zusammenspielen.
- Du kannst ein eigenes kleines Ausstellungskonzept oder eine museumspädagogische Aufgabe entwickeln.
Quellen und weiterführende Informationen
- Offizielle Website des FC Bayern Museums – Besucherinformationen, Programme und aktuelle Hinweise.
- Dauerausstellung des FC Bayern Museums – Überblick über Ausstellung, Trophäen, Exponate und Sonderausstellungen.
- Sonderausstellungen des FC Bayern Museums – aktuelle und vergangene Themenschwerpunkte.
- 20 Jahre Allianz Arena – Informationen zur aktuellen Sonderausstellung.
- Schulklassenprogramme – museumspädagogische Angebote für unterschiedliche Jahrgangsstufen.
- Der FC Bayern München im Nationalsozialismus – Informationen zur Wanderausstellung und Erinnerungsarbeit.
- Wikipedia: Allianz Arena – enthält einen Abschnitt zum FC Bayern Museum.
- Wikipedia: FC Bayern München – Überblick zur Vereinsgeschichte.
OERs zum Thema
Ein eigener deutschsprachiger Wikipedia-Artikel nur zum FC Bayern Museum besteht derzeit nicht. Das Museum wird im Artikel zur Allianz Arena in einem eigenen Abschnitt behandelt.
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