Aufstieg des Nationalsozialismus - Deutschland

Aufstieg des Nationalsozialismus - Deutschland
Einleitung
Der Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland war kein plötzliches Ereignis und keine zwangsläufige Folge einer einzigen Krise. Zwischen dem Ende der 1920er Jahre und dem Januar 1933 wirkten mehrere Entwicklungen zusammen: wirtschaftliche Not, politische Instabilität, der Vertrauensverlust in demokratische Institutionen, gezielte Propaganda, politische Gewalt und Entscheidungen einflussreicher Politiker. Besonders wichtig ist deshalb die Frage: Wie konnte aus einer kleinen radikalen Partei innerhalb weniger Jahre die stärkste Partei im Reichstag werden – und wie gelangte ihr Vorsitzender schließlich ins Amt des Reichskanzlers?
Die NSDAP war 1928 mit 2,6 Prozent der Stimmen noch eine kleine Partei. 1930 erreichte sie bereits 18,3 Prozent, im Juli 1932 37,3 Prozent. Im November 1932 verlor sie wieder Stimmen und kam auf 33,1 Prozent. Sie war damit weiterhin stärkste Partei, besaß aber keine absolute Mehrheit. Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.
Der oft verwendete Begriff „Machtergreifung“ kann den Eindruck erwecken, Hitler habe die Macht in einem einzigen Schritt allein an sich gerissen. Historisch genauer ist es, zwischen der Machtübertragung am 30. Januar 1933 und der anschließenden Machteroberung zu unterscheiden: Konservative Politiker halfen Hitler in das Kanzleramt; danach nutzten die Nationalsozialisten staatliche Macht, Terror, Propaganda und Gesetzesänderungen, um die Demokratie zu zerstören.
Hinweis zur Quellenarbeit: In diesem aiMOOC siehst Du historische Propagandabilder und nationalsozialistische Symbole. Sie werden ausschließlich als historische Quellen gezeigt. Untersuche sie kritisch: Wer hat sie hergestellt? Für wen? Mit welchem Ziel? Welche Gefühle oder Feindbilder sollten erzeugt werden?

Die Wahlergebnisse der Weimarer Zeit zeigen starke Verschiebungen. Eine Grafik allein erklärt jedoch nicht, warum Menschen ihre Wahlentscheidung änderten.
Voraussetzungen: Eine Demokratie unter Belastung
Die Weimarer Republik entstand 1918/19 nach dem Ersten Weltkrieg. Sie war die erste parlamentarische Demokratie auf gesamtdeutscher Ebene. Von Anfang an musste sie schwere Konflikte bewältigen: Folgen des Krieges, den Versailler Vertrag, politische Gewalt von rechts und links, Putschversuche und die Inflation von 1923.
Trotzdem wäre es falsch zu sagen, die Republik sei von Anfang an zum Untergang verurteilt gewesen. Zwischen 1924 und 1929 stabilisierten sich Wirtschaft und Politik zeitweise. Demokratische Parteien regierten, Kultur und Wissenschaft entwickelten sich dynamisch und Deutschland näherte sich außenpolitisch anderen Staaten an.
Ein grundlegendes Problem blieb jedoch bestehen: Teile der politischen Eliten, des Militärs und der Bevölkerung akzeptierten die parlamentarische Demokratie nur eingeschränkt oder lehnten sie offen ab. Hinzu kam eine Verfassung, die dem Reichspräsidenten erhebliche Macht gab. Nach Artikel 48 konnte er in Krisen Notverordnungen erlassen. Dieses Instrument war eigentlich für Ausnahmesituationen gedacht. Ab 1930 wurde es immer häufiger zum normalen Regieren eingesetzt.
Die Weltwirtschaftskrise ab 1929
Die Weltwirtschaftskrise traf Deutschland besonders hart. Die deutsche Wirtschaft war stark mit internationalen Krediten verflochten. Nach dem Börsenkrach in den USA wurden Kredite zurückgezogen, Unternehmen gerieten in Schwierigkeiten, Banken brachen zusammen und die Arbeitslosigkeit stieg massiv.
Anfang 1932 waren in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen offiziell arbeitslos. Für viele Familien bedeutete das nicht nur weniger Einkommen, sondern Angst vor sozialem Abstieg, Verlust von Sicherheit und das Gefühl, dass die politischen Parteien keine Lösung fanden.
Wirtschaftliche Not führt allerdings nicht automatisch zu einer bestimmten politischen Entscheidung. Die Krise schuf vielmehr einen Raum, in dem radikale Parteien ihre einfachen Erklärungen und Versprechen erfolgreicher verbreiten konnten. Auch die KPD gewann Stimmen. Das Parteiensystem wurde stärker polarisiert.

Die Grafik macht den starken Anstieg der Arbeitslosigkeit bis 1932 sichtbar. Überlege: Welche sozialen und politischen Folgen können hinter einer solchen Kurve stehen?
Politische Krise und Präsidialkabinette
Im März 1930 zerbrach die letzte parlamentarische Mehrheitsregierung der Weimarer Republik unter Reichskanzler Hermann Müller. Danach regierten nacheinander Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher. Ihre Regierungen stützten sich nicht dauerhaft auf eine Mehrheit im Reichstag, sondern vor allem auf Reichspräsident Hindenburg.
Damit verschob sich politische Macht vom Parlament zum Reichspräsidenten. Notverordnungen nach Artikel 48 wurden immer häufiger eingesetzt. Widersprach der Reichstag, konnte er aufgelöst und neu gewählt werden. Diese Entwicklung gewöhnte viele Menschen daran, dass politische Entscheidungen am Parlament vorbei getroffen wurden.
Besonders folgenreich war der sogenannte Preußenschlag vom 20. Juli 1932. Reichskanzler Papen setzte die geschäftsführende demokratische Regierung Preußens ab und übernahm selbst die Kontrolle über das größte deutsche Land. Damit wurde eine wichtige demokratische Machtposition geschwächt.
Die Krise der Demokratie war also nicht nur eine Folge wachsender Stimmenanteile radikaler Parteien. Sie wurde auch durch Entscheidungen politischer Eliten verschärft, die eine autoritärere Regierungsform anstrebten.
Wahlerfolge der NSDAP
Bei der Reichstagswahl von 1928 erhielt die NSDAP lediglich 2,6 Prozent der Stimmen und 12 Sitze.

Nach Beginn der Weltwirtschaftskrise änderte sich die politische Lage grundlegend. 1930 erhielt die NSDAP 18,3 Prozent. Im Juli 1932 wurde sie mit 37,3 Prozent stärkste Partei im Reichstag.

Doch ihr Aufstieg verlief nicht geradlinig. Bei der nächsten Reichstagswahl im November 1932 sank ihr Stimmenanteil auf 33,1 Prozent.

Dieser Rückgang ist wichtig: Er zeigt, dass Hitlers Ernennung zum Reichskanzler nicht einfach das unvermeidliche Ergebnis ständig wachsender Wahlerfolge war. Im Januar 1933 lag eine politische Entscheidung vor.
Propaganda, Inszenierung und politische Gewalt
Die NSDAP verband mehrere Methoden miteinander. Sie organisierte moderne Wahlkämpfe mit Plakaten, Massenveranstaltungen, Lautsprecherwagen, Flugblättern und einem starken Personenkult um Hitler. Unterschiedlichen Gruppen versprach sie Unterschiedliches: Arbeitslosen Arbeit, Bauern Schutz vor wirtschaftlichem Ruin, Unternehmern Schutz vor Kommunismus und national gesinnten Wählern eine Revision der Nachkriegsordnung.
Diese Versprechen waren häufig bewusst ungenau oder widersprüchlich. Gerade dadurch konnte sich die Partei als scheinbare „Volksbewegung“ präsentieren. Zentral waren zugleich Antisemitismus, Rassismus, extremer Nationalismus, Antikommunismus und die Ablehnung der parlamentarischen Demokratie.

NSDAP-Wahlwerbung im Jahr 1932. Achte bei der Analyse auf Größe, Wiederholung, Symbole, Blickführung und einfache Botschaften.

Ein Lautsprecherwagen im Wahlkampf 1932 zeigt, wie politische Botschaften technisch verbreitet wurden.
Ideologie und Feindbilder
Die nationalsozialistische Ideologie versprach eine angeblich einheitliche „Volksgemeinschaft“. Tatsächlich beruhte sie auf Ausgrenzung. Jüdinnen und Juden wurden durch antisemitische Verschwörungserzählungen zu Feinden erklärt. Auch politische Gegner, Menschen mit Behinderungen, Sinti und Roma und weitere Gruppen wurden aus dem nationalsozialistischen Gesellschaftsbild ausgeschlossen oder verfolgt.
Solche Feindbilder erfüllten eine politische Funktion: Komplexe Probleme wurden nicht erklärt, sondern bestimmten Gruppen zugeschoben. Das vereinfachte die Wirklichkeit und bot Anhängern klare Schuldzuweisungen.
SA, Straßenkämpfe und Einschüchterung
Zur politischen Strategie gehörte auch Gewalt. Die SA trat uniformiert auf, organisierte Aufmärsche, lieferte sich Straßenkämpfe mit politischen Gegnern und schüchterte Gegner ein. Gerade 1932 erreichte die politische Gewalt ein hohes Niveau.
Propaganda und Gewalt widersprachen sich dabei nicht. Die Partei stellte sich einerseits als Kraft für „Ordnung“ dar und trug andererseits selbst zur Eskalation des politischen Klimas bei.

SA-Aufmarsch in Berlin-Spandau. Frage Dich bei solchen Bildern immer, welche Wirkung geschlossene Formationen auf Beobachtende haben sollten.
Gegenwehr gegen den Nationalsozialismus
Die NSDAP war keineswegs die einzige politische Kraft. Sozialdemokraten, Gewerkschaften, liberale und christliche Demokraten, Kommunisten und andere Gruppen bekämpften den Nationalsozialismus auf unterschiedliche Weise. Ein gemeinsames demokratisches Bündnis entstand jedoch nicht.
Besonders schwer wog die Feindschaft zwischen SPD und KPD. Die kommunistische Führung bekämpfte die Sozialdemokratie zeitweise als Hauptgegner und unterschätzte dadurch die Gefahr des Nationalsozialismus. Gleichzeitig glaubten viele konservative Politiker, sie könnten die NSDAP für ihre eigenen Ziele nutzen.

Ein SPD-Plakat von 1932 richtete sich gegen Papen, Hitler und Thälmann. Es macht die starke politische Polarisierung sichtbar.
Politische Entscheidungen 1932–1933
Im Sommer 1932 verlangte Hitler von Hindenburg das Kanzleramt. Hindenburg lehnte zunächst ab. Nach der Reichstagswahl im November 1932 hatte die NSDAP sogar Stimmen verloren. Reichskanzler Schleicher versuchte, eine neue politische Grundlage für seine Regierung zu schaffen, scheiterte jedoch.
Nun wurde Franz von Papen entscheidend. Er verhandelte mit Hitler über eine gemeinsame Regierung. Papen und andere konservative Politiker glaubten, Hitler durch eine Kabinettsmehrheit aus konservativen Ministern kontrollieren zu können. Papen soll sich sinngemäß sicher gewesen sein, Hitler werde sich „einrahmen“ lassen. Diese Einschätzung erwies sich als katastrophaler Irrtum.
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Die NSDAP hatte zu diesem Zeitpunkt keine absolute Mehrheit der Wählerstimmen. Hitler kam durch eine Kombination aus Massenunterstützung, politischem Druck, der Krise des parlamentarischen Systems und der Entscheidung konservativer Eliten in das Kanzleramt.

Das Kabinett vom 30. Januar 1933 zeigt, warum konservative Politiker glaubten, Hitler kontrollieren zu können: Nur wenige Minister waren zunächst Nationalsozialisten.

30. Januar 1933: Die Ernennung Hitlers war ein politischer Wendepunkt, aber noch nicht das Ende aller Handlungsmöglichkeiten.

Der Fackelzug am Abend des 30. Januar wurde als öffentliche Machtdemonstration inszeniert.
Von der Regierung zur Diktatur
Nach der Ernennung nutzten die Nationalsozialisten staatliche Ressourcen sehr schnell. Am 1. Februar 1933 löste Hindenburg auf Hitlers Wunsch den Reichstag auf. Der Wahlkampf für den 5. März fand bereits unter Bedingungen statt, in denen die Regierung Gegner unter Druck setzte und ihre eigenen Möglichkeiten zur Propaganda stark ausweitete.

Hitler bei einer Rundfunkansprache am 1. Februar 1933. Nach der Regierungsbildung konnte die NSDAP staatliche Medien wesentlich stärker nutzen.
Reichstagsbrand und Grundrechte
Am 27. Februar 1933 brannte der Reichstag. Die genaue Täterschaft und Verantwortung für den Brand ist bis heute Gegenstand historischer Debatten. Entscheidend für die politische Entwicklung ist: Die Regierung nutzte den Brand unmittelbar, um Kommunisten und andere Gegner zu verfolgen.
Am 28. Februar erließ Hindenburg die Reichstagsbrandverordnung. Zentrale Grundrechte wurden außer Kraft gesetzt. Verhaftungen ohne normalen rechtsstaatlichen Schutz wurden ermöglicht, Presse- und Versammlungsfreiheit stark eingeschränkt.

Der brennende Reichstag am 27. Februar 1933. Historisch wichtig ist nicht nur die Frage nach dem Brand selbst, sondern vor allem, wie die Regierung ihn politisch nutzte.
Wahl vom 5. März und Ermächtigungsgesetz
Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 erhielt die NSDAP 43,9 Prozent. Sie erreichte also auch unter den Bedingungen staatlicher Repression keine absolute Stimmenmehrheit. Zusammen mit der DNVP verfügte die Regierungskoalition jedoch über eine Mehrheit.

Achtung bei der Interpretation: Diese Wahl fand bereits unter massiver Einschränkung politischer Freiheit statt und ist deshalb nicht mit den freien Wahlen von 1932 gleichzusetzen.
Am 23. März 1933 stimmte der Reichstag über das Ermächtigungsgesetz ab. Die KPD-Abgeordneten konnten nicht frei teilnehmen; viele waren verhaftet oder untergetaucht. Auch mehrere SPD-Abgeordnete waren verfolgt. Die anwesenden SPD-Abgeordneten stimmten gegen das Gesetz, während die anderen anwesenden Parteien zustimmten. Das Gesetz ermöglichte der Regierung, Gesetze ohne normale parlamentarische Beteiligung zu beschließen.
Damit war ein entscheidender Schritt zur Diktatur vollzogen. In den folgenden Monaten wurden Länder, Verbände und gesellschaftliche Organisationen gleichgeschaltet, Parteien verboten oder zur Selbstauflösung gezwungen und politische Gegner verfolgt.
Warum konnte der Nationalsozialismus aufsteigen?
Eine sinnvolle historische Erklärung verbindet mehrere Ebenen:
- Krise: Massenarbeitslosigkeit, Existenzangst und sozialer Abstieg verschärften politische Konflikte.
- Demokratiekrise: Seit 1930 wurde immer häufiger ohne stabile Reichstagsmehrheit und per Notverordnung regiert.
- Propaganda: Die NSDAP nutzte moderne Wahlkampftechniken, einfache Botschaften, Feindbilder und den Führerkult.
- Gewalt: SA-Aufmärsche und Straßenkämpfe erhöhten Einschüchterung und politische Unsicherheit.
- Ideologie: Rassismus, Antisemitismus und radikaler Nationalismus schufen Zugehörigkeit durch Ausgrenzung.
- Politische Entscheidungen: Hindenburg, Papen und andere konservative Eliten ermöglichten Hitler den Zugang zum Kanzleramt.
- Machteroberung: Nach dem 30. Januar nutzten die Nationalsozialisten staatliche Macht, Repression und Rechtsänderungen, um die Demokratie rasch zu beseitigen.
Kernidee: Keine dieser Ursachen allein erklärt den Aufstieg. Erst ihr Zusammenwirken macht verständlich, warum die Demokratie in dieser konkreten historischen Situation scheiterte. Geschichte war dabei nicht zwangsläufig: Menschen trafen Entscheidungen, hatten Alternativen und trugen Verantwortung.
Begriffe zum Verstehen
- Präsidialkabinett: Regierung ohne dauerhafte parlamentarische Mehrheit, die sich stark auf den Reichspräsidenten stützt.
- Notverordnung: Verordnung des Reichspräsidenten auf Grundlage von Artikel 48 der Weimarer Verfassung.
- Propaganda: Gezielter Versuch, Wahrnehmungen, Gefühle und Verhalten politisch zu beeinflussen.
- Antisemitismus: Feindschaft, Vorurteile und Diskriminierung gegenüber Jüdinnen und Juden.
- Machtübertragung: Bezeichnung für die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 unter Beteiligung konservativer Eliten.
- Gleichschaltung: Nationalsozialistische Umgestaltung von Staat und Gesellschaft zur Ausschaltung eigenständiger Organisationen und politischer Vielfalt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Krise verschärfte ab 1929 die wirtschaftlichen und politischen Probleme in Deutschland besonders stark? (Weltwirtschaftskrise) (!Ölkrise) (!Eurokrise) (!Suezkrise)
Wie hoch war der Stimmenanteil der NSDAP bei der Reichstagswahl 1928 ungefähr? (2,6 Prozent) (!18,3 Prozent) (!37,3 Prozent) (!43,9 Prozent)
Was erreichte die NSDAP bei der Reichstagswahl im Juli 1932? (Sie wurde mit 37,3 Prozent stärkste Partei) (!Sie erhielt die absolute Mehrheit) (!Sie wurde aus dem Reichstag ausgeschlossen) (!Sie verlor alle Mandate)
Was geschah mit dem Stimmenanteil der NSDAP bei der Reichstagswahl im November 1932? (Er sank auf 33,1 Prozent) (!Er stieg auf über 60 Prozent) (!Er blieb exakt unverändert) (!Er fiel unter 5 Prozent)
Welche Bedeutung hatte Artikel 48 in der Endphase der Weimarer Republik? (Er ermöglichte Notverordnungen des Reichspräsidenten) (!Er schaffte den Reichspräsidenten ab) (!Er garantierte der NSDAP eine Mehrheit) (!Er verbot Reichstagswahlen)
Welches Ziel verfolgte die NSDAP mit ihrer Propaganda? (Sie wollte Wahrnehmungen und politische Entscheidungen gezielt beeinflussen) (!Sie wollte politische Werbung vollständig abschaffen) (!Sie wollte nur neutrale Informationen verbreiten) (!Sie verzichtete bewusst auf emotionale Botschaften)
Welche Rolle spielte die SA vor 1933? (Sie trug durch Aufmärsche und Gewalt zur Einschüchterung politischer Gegner bei) (!Sie war das Verfassungsgericht der Republik) (!Sie leitete die Reichsbank) (!Sie war eine demokratische Jugendorganisation)
Wer ernannte Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler? (Reichspräsident Paul von Hindenburg) (!Der Reichstag durch absolute Mehrheitswahl) (!Der Präsident der Vereinigten Staaten) (!Der Oberbürgermeister von Berlin)
Warum ist der Begriff Machtübertragung für den 30. Januar 1933 hilfreich? (Er macht die Rolle konservativer Entscheidungsträger bei Hitlers Ernennung sichtbar) (!Er bedeutet dass die NSDAP 100 Prozent der Stimmen erhielt) (!Er behauptet dass es keine politischen Gegner gab) (!Er bezeichnet den Beginn des Ersten Weltkriegs)
Welche Bedeutung hatte das Ermächtigungsgesetz vom März 1933? (Es ermöglichte der Regierung weitgehend ohne Parlament Gesetze zu erlassen) (!Es stellte die parlamentarische Demokratie vollständig wieder her) (!Es verbot Hitler das Regieren) (!Es führte sofort freie Neuwahlen ein)
Memory
| Weltwirtschaftskrise | Massenarbeitslosigkeit |
| Artikel 48 | Notverordnungen |
| Präsidialkabinett | Regierung ohne stabile Parlamentsmehrheit |
| Propaganda | Gezielte politische Beeinflussung |
| SA | Einschüchterung und Straßenkampf |
| Hindenburg | Reichspräsident |
| Papen | Konservativer Vermittler zu Hitler |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Weltwirtschaftskrise | Soziale Not und politische Radikalisierung |
| Präsidialkabinette | Schwächung des parlamentarischen Regierens |
| NSDAP-Propaganda | Vereinfachte Botschaften und Feindbilder |
| SA-Gewalt | Einschüchterung politischer Gegner |
| Ernennung Hitlers | Entscheidung des Reichspräsidenten |
| Ermächtigungsgesetz | Ausschaltung normaler parlamentarischer Gesetzgebung |
...
Kreuzworträtsel
| Hindenburg | Welcher Reichspräsident ernannte Hitler zum Reichskanzler? |
| Reichstag | Wie hieß das deutsche Parlament? |
| Propaganda | Wie heißt gezielte politische Beeinflussung durch Botschaften und Inszenierung? |
| Arbeitslosigkeit | Welches soziale Problem verschärfte sich während der Weltwirtschaftskrise massiv? |
| Notverordnung | Welches Instrument wurde auf Grundlage von Artikel 48 häufig genutzt? |
| Präsidialkabinett | Wie nennt man eine Regierung, die sich stark auf den Reichspräsidenten statt auf eine Parlamentsmehrheit stützte? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste mit sechs wichtigen Stationen zwischen dem Beginn der Weltwirtschaftskrise und dem Ermächtigungsgesetz. Begründe bei jeder Station in einem Satz, warum sie wichtig war.
- Plakatanalyse: Wähle eines der historischen Wahlplakate aus diesem aiMOOC. Beschreibe zuerst nur, was Du siehst, und untersuche danach Zielgruppe, Botschaft und Wirkung.
- Wahldiagramm: Übertrage die NSDAP-Wahlergebnisse von 1928, 1930, Juli 1932 und November 1932 in ein eigenes Diagramm. Markiere, wo der Aufstieg nicht geradlinig verlief.
- Begriffskarten: Erstelle Lernkarten zu Weltwirtschaftskrise, Präsidialkabinett, Artikel 48, Propaganda, SA und Machtübertragung.
Standard
- Ursachennetz: Erstelle ein Schaubild, das wirtschaftliche Krise, politische Entscheidungen, Propaganda und Gewalt miteinander verbindet. Zeichne Pfeile und erkläre jede Verbindung.
- Quellenvergleich: Vergleiche ein NSDAP-Propagandabild mit dem Plakat der Eisernen Front. Welche Zukunftsbilder, Gegner und Gefühle werden jeweils angesprochen?
- Rollenrede: Schreibe aus der Perspektive eines demokratischen Reichstagsabgeordneten Anfang 1933 eine kurze Warnrede. Verwende nur Kenntnisse, die zu diesem Zeitpunkt verfügbar gewesen wären.
- Zeitzeugenrecherche: Suche in einem seriösen Archiv nach einem Tagebuch, Brief, Foto oder Interview zur Wirtschaftskrise oder politischen Gewalt um 1930–1933. Stelle die Quelle mit Herkunft, Datum und Grenzen ihrer Aussagekraft vor.
Schwer
- Entscheidungsanalyse: Rekonstruiere Hindenburgs Handlungsmöglichkeiten im Januar 1933. Entwickle mindestens drei denkbare Optionen und bewerte ihre Chancen und Risiken aus damaliger Sicht.
- Begriffsdiskussion: Untersuche die Begriffe „Machtergreifung“, „Machtübertragung“ und „Machteroberung“. Formuliere eine begründete Empfehlung, welcher Begriff für welchen Zeitraum am präzisesten ist.
- Transferprojekt: Vergleiche die Krise der Weimarer Demokratie mit allgemeinen Merkmalen demokratischer Gefährdung. Vermeide einfache Gleichsetzungen und kennzeichne historische Unterschiede ausdrücklich.
- Mini-Dokumentation: Produziere ein drei- bis fünfminütiges Video mit der Leitfrage „Warum wurde Hitler Reichskanzler, obwohl die NSDAP keine absolute Mehrheit hatte?“. Verwende mindestens drei unterschiedliche Quellenarten und nenne sie im Abspann.


Lernkontrolle
- Ursachen gewichten: Ordne wirtschaftliche Krise, Propaganda, politische Gewalt und Entscheidungen konservativer Eliten nach ihrer Bedeutung für den Aufstieg der NSDAP. Begründe Deine Reihenfolge und zeige Wechselwirkungen.
- Alternative Entscheidung: Angenommen, Hindenburg hätte Hitler im Januar 1933 nicht zum Reichskanzler ernannt. Welche Entwicklungen wären kurzfristig dennoch problematisch geblieben? Begründe ohne zu behaupten, wie die Geschichte sicher verlaufen wäre.
- Zusammenhang erklären: Erkläre, warum Propaganda in einer wirtschaftlichen und politischen Krise besonders wirksam sein kann, aber nicht automatisch jede Person überzeugt.
- Wahlergebnisse interpretieren: Begründe, warum der Satz „Hitler wurde von einer Mehrheit der Deutschen zum Diktator gewählt“ historisch falsch und irreführend ist.
- Institutionenanalyse: Zeige am Beispiel von Artikel 48, Präsidialkabinetten und Hindenburgs Ernennungsentscheidung, wie Institutionen und einzelne Entscheidungen zusammenwirken können.
- Quellenkritik: Wähle ein Bild dieses aiMOOCs und erkläre, welche Informationen es liefert, welche Fragen offenbleiben und welche zusätzliche Quelle Du zur Überprüfung heranziehen würdest.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:
- die wichtigsten Stationen von 1929 bis März 1933 zeitlich einordnen kannst,
- den Unterschied zwischen Wahlerfolg, Regierungsbildung und Aufbau einer Diktatur erklären kannst,
- wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Ursachen miteinander verknüpfst,
- die Wirkung von NS-Propaganda und politischen Feindbildern quellenkritisch analysierst,
- die Rolle von SA-Gewalt und Einschüchterung benennen kannst,
- die Bedeutung der Präsidialkabinette und des Artikels 48 erklären kannst,
- die Verantwortung von Hindenburg, Papen und weiteren konservativen Entscheidungsträgern differenziert beurteilst,
- erklärst, warum die NSDAP 1932 zwar stärkste Partei, aber keine Mehrheitspartei war,
- die Begriffe Machtübertragung und Machteroberung sachgerecht verwendest,
- historische Bilder, Statistiken und Videos kritisch auswertest und zwischen Quelle und späterer Darstellung unterscheidest.
OERs zum Thema
Ergänzend helfen Dir die Wikipedia-Artikel Weimarer Republik, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Weltwirtschaftskrise, Reichstagsbrandverordnung und Ermächtigungsgesetz bei der Vertiefung.
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