Die Gründung des FC Bayern 1900

Die Gründung des FC Bayern 1900
Die Gründung des FC Bayern 1900
Einleitung
Am 27. Februar 1900 entstand in München der Verein, der später als FC Bayern München weltbekannt werden sollte. Die Gründung war jedoch kein lange im Voraus feierlich geplanter Festakt. Sie war das Ergebnis eines Konflikts innerhalb des Männer-Turn-Vereins München von 1879, kurz MTV München. Eine Gruppe junger Fußballer wollte ihren noch neuen Sport selbstständiger organisieren, einem Fußballverband beitreten und am geregelten Wettspielbetrieb teilnehmen. Die Vereinsführung des MTV stand diesem Weg ablehnend gegenüber.
Der entscheidende Abend führte deshalb von einer Auseinandersetzung im Gasthaus Bäckerhöfl zum wenige Straßen entfernten Café Gisela. Dort gründeten elf anwesende Männer den neuen Fußballclub. Ihr Schritt lässt sich nur verstehen, wenn Du zugleich auf die Entwicklung des Fußballs, die etablierte Turnbewegung, das rasante Wachstum Münchens, die neue Vereinslandschaft des Deutschen Kaiserreichs und das kulturelle Klima in Schwabing und der Maxvorstadt blickst.

Der Odeonsplatz um 1900. Das Café Gisela lag in der nahe gelegenen Fürstenstraße, im Bereich der heutigen Kardinal-Döpfner-Straße.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum der FC Bayern am 27. Februar 1900 gegründet wurde, den Weg vom Bäckerhöfl zum Café Gisela rekonstruieren, die elf anwesenden Gründer benennen und die häufige Verwechslung von elf Gründern und 17 Namen auf der Gründungsurkunde einordnen. Außerdem kannst Du die Vereinsgründung mit gesellschaftlichen Veränderungen um 1900 verbinden und historische Quellen kritisch vergleichen.
Der 27. Februar 1900
Der Konflikt im MTV München
Die spätere Gründung des FC Bayern begann nicht im Café Gisela, sondern mit einem Streit über die Zukunft der Fußballer im MTV München. Die Fußballabteilung des MTV bestand seit 1897. Um 1900 war Fußball in Deutschland noch eine junge Sportart mit englischen Wurzeln. In vielen traditionellen Turnvereinen wurde das neue Spiel skeptisch betrachtet. Die Turner verfügten über lange gewachsene Organisationsformen und verstanden körperliche Ertüchtigung häufig anders als die Fußballer, die stärker auf Mannschaftsspiel, Wettkampf und verbandsübergreifende Begegnungen setzten.
Für die Gruppe um Franz John und Josef Pollack war besonders wichtig, dass die Fußballabteilung dem Verband Süddeutscher Fußball-Vereine beitreten konnte. Ein solcher Beitritt eröffnete den Zugang zu einem geregelteren Spiel- und Wettbewerbsbetrieb. Die MTV-Führung lehnte diesen Schritt ab. Damit wurde aus einer Sportfrage eine Organisationsfrage: Sollten die Fußballer innerhalb eines großen Turnvereins bleiben und dessen Entscheidungen akzeptieren oder einen eigenen Verein gründen?
Schon vor dem 27. Februar hatte Franz John Unterstützer gesammelt. Auf einem Blatt standen insgesamt 17 Namen. Der ursprüngliche Text formulierte noch eine mögliche Absicht, einem neuen FC Bayern beizutreten. Am Gründungsabend wurde diese Erklärung verändert und zu einer tatsächlichen Beitrittserklärung gemacht.
Die Sitzung im Bäckerhöfl
Am Abend des 27. Februar 1900 trafen sich Vertreter des MTV und die unzufriedenen Fußballer im Münchner Bäckerhöfl nahe der Frauenkirche. Die Auseinandersetzung ließ sich nicht mehr beilegen. Nach der historischen Rekonstruktion verließen die elf anwesenden Fußballer gegen 21:30 Uhr die Sitzung.
Dieser Moment war entscheidend. Die Gruppe trennte sich nicht nur räumlich vom MTV, sondern entschied sich für organisatorische Selbstständigkeit. Aus einer internen Opposition wurde die Gründung eines eigenen Clubs.
Vom Bäckerhöfl ins Café Gisela
Die elf Männer gingen nur wenige Hundert Meter weiter zum Café Gisela, das in Quellen auch als Restaurant, Gasthaus oder Weinhaus Gisela bezeichnet wird. Es befand sich in der damaligen Fürstenstraße 2 nahe dem Odeonsplatz; der Straßenbereich gehört heute zur Kardinal-Döpfner-Straße.
Dort wurde noch am selben Abend der neue Fußballclub gegründet. Franz John übernahm den Vorsitz und wurde damit der erste Vorsitzende des Vereins. Als Vereinsname setzte sich Fußball-Club Bayern beziehungsweise in zeitgenössischer Schreibweise F.C. Bayern durch. Die Gründungssitzung endete nach der Rekonstruktion des FC Bayern Museums gegen 23:15 Uhr.

Heute erinnert ein Denkmal in der Kardinal-Döpfner-Straße an den historischen Gründungsort.
Warum das Café Gisela bedeutsam ist
Das Café Gisela war nicht bloß eine zufällige Gaststätte. Kaffeehäuser, Restaurants und Vereinslokale waren um 1900 wichtige Treffpunkte des städtischen Lebens. Dort wurden politische, kulturelle und gesellschaftliche Fragen diskutiert, Kontakte geknüpft und Vereine organisiert. Für die elf Fußballer bot das Lokal einen unmittelbaren Raum, in dem sie nach dem Bruch mit dem MTV handlungsfähig wurden.
Gerade deshalb eignet sich der Ortswechsel als Symbol: Bäckerhöfl steht für den gescheiterten Versuch, die eigenen Ziele innerhalb des MTV durchzusetzen; Café Gisela steht für den Schritt in die Selbstständigkeit.
Das offizielle Video des FC Bayern führt durch die Vereinsgeschichte und beginnt mit der Gründung im Café Gisela.
Die elf Gründer
Die historische Forschung muss zwischen den Männern unterscheiden, die am Abend des 27. Februar 1900 tatsächlich im Café Gisela anwesend waren, und weiteren Namen, die auf dem überlieferten Gründungsdokument stehen. Als die elf eigentlichen Gründer des Abends gelten:
| Gründer | Einordnung |
|---|---|
| Franz John | Initiator der Loslösung vom MTV, Fotograf und erster Vorsitzender des FC Bayern |
| Josef Pollack | Enger Mitstreiter Johns bei den Unabhängigkeitsbestrebungen der Fußballer |
| Arthur Ringler | Gründungsmitglied; wurde später als Stadtbaumeister von Innsbruck bekannt |
| Otto Ludwig Naegele | Gründungsmitglied und Kunststudent; gehörte zum kreativen Münchner Umfeld |
| Albert Zoepffel | Gründungsmitglied, Spieler der frühen Mannschaft und zeitweise Zeugwart |
| Fritz Wamsler | Einer der elf anwesenden Gründer |
| Carl Wamsler | Einer der elf anwesenden Gründer; in Quellen findet sich teils auch die Schreibweise Karl |
| Georg Schmid | Einer der frühen Münchner Fußballer und anwesender Gründer |
| Paul Francke | Gründungsmitglied, Wortführer der frühen Bayern und später auch künstlerisch tätig |
| Kuno Friederich | Einer der elf anwesenden Gründer |
| Wilhelm Focke | Gründungsmitglied; später als Künstler und Flugzeugpionier tätig |
Die Gruppe war für München um 1900 bemerkenswert international beziehungsweise überregional geprägt. Mehrere Gründer waren nicht in München geboren. Franz John kam aus Brandenburg und hatte bereits in Berlin Fußball gespielt. Andere Mitglieder hatten Bezüge zu Orten wie Freiburg, Leipzig oder zum Baltikum. Der FC Bayern entstand damit in einer Stadt, die stark von Zuzug und Mobilität geprägt war.
Franz John als Schlüsselfigur
Franz John war am Gründungsabend 27 Jahre alt. Er war Fotograf, sportbegeistert und hatte bereits vor seinem Umzug nach München Fußballerfahrung gesammelt. Gemeinsam mit Josef Pollack trieb er die Loslösung vom MTV voran. John organisierte Unterstützer, verteidigte die Pläne in der Auseinandersetzung mit dem MTV und übernahm anschließend die Leitung des neuen Clubs.
Seine Bedeutung liegt deshalb nicht nur darin, dass er erster Vorsitzender wurde. Er verband eine sportliche Idee mit organisatorischem Handeln: Kontakte knüpfen, Unterstützer gewinnen, einen Namen finden, einen Verein gründen und diesen in die entstehende Fußballlandschaft einordnen.
Elf Gründer oder 17 Namen?
Eine der wichtigsten Quellenfragen lautet: Warum ist von elf Gründern die Rede, obwohl das historische Dokument 17 Namen trägt?
Nach der Forschungsdarstellung des FC Bayern Museums war das Blatt zunächst eine Art Unterstützer- oder Absichtserklärung. Schon vor dem entscheidenden Abend hatten insgesamt 17 Männer unterschrieben. Am 27. Februar waren jedoch nur elf von ihnen bei der entscheidenden Auseinandersetzung und der anschließenden Gründung im Café Gisela anwesend. Der Text des Dokuments wurde verändert: Aus einer möglichen Beitrittsabsicht wurde eine Erklärung des tatsächlichen Eintritts.
Deshalb ist es sinnvoll, präzise zu formulieren: Elf Männer gründeten den FC Bayern am Abend des 27. Februar 1900 im Café Gisela; auf dem überlieferten Dokument stehen 17 Namen. Historische Darstellungen haben diese beiden Ebenen nicht immer sauber getrennt. Gerade dieser Fall zeigt Dir, warum Quellenkritik in der Geschichtswissenschaft wichtig ist.
Fußball und Turnen um 1900
Ein neuer Sport aus England
Der moderne Fußball entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Großbritannien und verbreitete sich anschließend international. In Deutschland stieß er zunächst auf erhebliche Widerstände. Manche Vertreter der etablierten Turnbewegung sahen Fußball als fremden, englischen und wenig ernsthaften Sport. Zeitgenössische Gegner verwendeten abwertende Begriffe wie „Fußlümmelei“ oder sprachen von einer „englischen Krankheit“.
Diese Ablehnung war jedoch nicht überall gleich stark. Gerade junge Menschen, Schüler, Studenten, Künstler und städtische Sportbegeisterte interessierten sich für das schnelle Mannschaftsspiel. In den 1890er Jahren entstanden immer mehr Fußballvereine und regionale Verbände.
Der Verband als Schlüssel zur Selbstständigkeit
Der Konflikt beim MTV war deshalb Teil eines größeren Strukturwandels. Fußballer wollten nicht mehr nur gelegentlich unter dem Dach von Turnvereinen spielen. Sie wollten eigene Regeln, Spielpläne, Gegner und Wettbewerbe. Dafür waren Fachverbände entscheidend.
Der Verband Süddeutscher Fußball-Vereine war 1897 entstanden. Franz John und seine Mitstreiter wollten, dass die MTV-Fußballabteilung diesem Verband beitrat. Die Ablehnung dieses Vorhabens durch den MTV war der unmittelbare Auslöser der Trennung.
Nur einen Monat vor der Bayern-Gründung, am 28. Januar 1900, war in Leipzig zudem der Deutsche Fußball-Bund gegründet worden. Vertreter zahlreicher Vereine und Verbände wollten den deutschen Fußball organisatorisch zusammenführen.

Programm zum Ersten Allgemeinen Deutschen Fußballtag in Leipzig im Januar 1900, bei dem der DFB gegründet wurde.
Der FC Bayern entstand also genau in dem Moment, in dem sich der Fußball in Deutschland von vielen lokalen Gruppen zu einem immer stärker vernetzten Verbandssport entwickelte.
München um 1900: Gesellschaftliche Bedingungen
Eine schnell wachsende Großstadt
München veränderte sich um die Jahrhundertwende rasant. Zwischen 1885 und 1905 wuchs die Bevölkerung stark; um 1900 lebten bereits knapp 500.000 Menschen in der Stadt. Neue Stadtteile, Eingemeindungen, Wohnungsbau und technische Modernisierung prägten das Bild.
Zuzug war ein wichtiger Teil dieses Wachstums. Nach Recherchen des FC Bayern Museums war um 1900 nur etwa ein Drittel der rund 500.000 Einwohner Münchens dort geboren. Diese Mobilität hilft zu verstehen, warum auch die Gründungsgruppe des FC Bayern aus Menschen mit sehr unterschiedlichen Herkunftsorten bestand.
Urbanisierung bedeutete jedoch nicht nur Wachstum. Sie brachte soziale Gegensätze, Wohnungsnot, neue Arbeitswelten und neue Formen der Freizeitgestaltung hervor. Sportvereine wurden zu Orten, an denen Menschen Kontakte knüpften, Zugehörigkeit erlebten und eigene Interessen organisierten.
Schwabing, Maxvorstadt und das kreative Milieu
München war um 1900 zugleich ein bedeutendes europäisches Kunst- und Kulturzentrum. Besonders Schwabing und die Maxvorstadt waren mit Akademien, Ateliers, Verlagen, Gaststätten und Kaffeehäusern verbunden. Der Jugendstil erhielt sogar seinen Namen von der in München erschienenen Zeitschrift „Jugend“.
Mehrere frühe Bayern-Mitglieder bewegten sich in diesem kreativen Umfeld. Franz John arbeitete als Fotograf, Otto Ludwig Naegele studierte an der Kunstakademie, Wilhelm Focke war künstlerisch tätig und Paul Francke zeichnete beziehungsweise malte. Auch weitere Namen auf dem frühen Gründungsdokument, etwa der Bildhauer Benno Elkan, zeigen die Nähe des frühen Vereins zu Kunst und Kultur.
Diese Verbindung sollte nicht romantisiert werden: Der FC Bayern war 1900 noch kein Verein für alle gesellschaftlichen Gruppen. Die Gründungsversammlung war eine reine Männergruppe, und frühe Darstellungen charakterisieren den Club teilweise als Studenten- und Akademikermilieu. Dennoch zeigt die Zusammensetzung, dass Fußball in München eng mit einer Generation verbunden war, die neue kulturelle und sportliche Formen ausprobieren wollte.
Vereine als Form gesellschaftlicher Selbstorganisation
Um 1900 erlebte das Vereinswesen im Deutschen Kaiserreich einen starken Aufschwung. Menschen gründeten Vereine für Sport, Kultur, Bildung, soziale Reformen und zahlreiche andere Interessen. Am 1. Januar 1900 trat zudem das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft und vereinheitlichte unter anderem wichtige rechtliche Grundlagen des Vereinswesens im Deutschen Reich.
Die Gründung eines Fußballclubs war damit Teil einer größeren Entwicklung: Bürger organisierten Interessen zunehmend selbst in Vereinen. Für die Bayern-Gründer bedeutete diese Möglichkeit, dass sie bei einem unlösbaren Konflikt mit ihrem bisherigen Verein nicht auf den Sport verzichten mussten. Sie konnten eine eigene Organisation schaffen.
Zwischen Tradition und Moderne
Die Gründung lässt sich deshalb als Konflikt zwischen unterschiedlichen Vorstellungen von Sport und Organisation lesen. Die Turnbewegung war etabliert und verfügte über feste Strukturen. Der Fußball war jünger, international geprägt und stärker auf regelmäßige Wettkämpfe zwischen Vereinen ausgerichtet.
Es wäre jedoch zu einfach, die Turner nur als „alt“ und die Fußballer nur als „modern“ zu beschreiben. Auch Turnvereine entwickelten sich weiter, und nicht jeder Turner lehnte Fußball ab. Entscheidend war im konkreten Fall des MTV München die Frage, ob die Fußballer die für sie notwendige Verbandsanbindung und sportliche Selbstständigkeit erhalten sollten. Als dies nicht gelang, gründeten sie ihren eigenen Club.
Die ersten Folgen der Gründung
Nach dem 27. Februar musste aus der Idee ein funktionierender Verein werden. Eine Mannschaft brauchte Trainingsmöglichkeiten, Gegner, Ausrüstung, Organisation und einen Platz. Die erste Spiel- und Trainingsstätte war die Schyrenwiese nahe der Wittelsbacherbrücke. Im März 1900 bestritt der neue Club sein erstes überliefertes Spiel gegen den 1. Münchner FC 1896 und gewann 5:2.

Eine frühe Mannschaft des FC Bayern aus dem Jahr 1900. Das Bild zeigt den kleinen Maßstab, in dem der Verein begann.
Die Vereinsgründung war damit kein Endpunkt, sondern der Beginn praktischer Aufbauarbeit. Gerade die ersten Monate zeigen, wie wichtig städtische Freiräume, persönliche Netzwerke und freiwilliges Engagement für die Entwicklung des frühen Fußballs waren.
Historische Bedeutung
Die spätere Größe des FC Bayern darf den Blick auf das Jahr 1900 nicht verzerren. Am Gründungsabend wusste niemand, dass aus dem kleinen Fußballclub einmal ein international erfolgreicher Großverein werden würde. Historisch interessant ist gerade die Unsicherheit dieses Moments.
Die Gründung zeigt beispielhaft, wie neue Sportarten entstehen und sich institutionalisieren: Eine Gruppe entwickelt gemeinsame Interessen, gerät mit bestehenden Strukturen in Konflikt, organisiert sich neu und sucht Anschluss an überregionale Netzwerke. Gleichzeitig spiegelt der Vorgang die moderne Großstadt München mit Zuzug, Kunstszene, Vereinsleben und neuen Freizeitkulturen.
So wird der 27. Februar 1900 zu mehr als einem Vereinsgeburtstag. Er ist ein kleines Fenster in die Gesellschaft des Deutschen Kaiserreichs an der Schwelle zum 20. Jahrhundert.
Quellen und Vertiefung
- FC Bayern Museum: Exponat der Woche – Gründungsurkunde: Rekonstruktion des Weges vom Bäckerhöfl ins Café Gisela und Einordnung der elf anwesenden Gründer.
- FC Bayern Museum: Die Suche nach den Gründungsvätern: Neuere Forschung zu Franz John, den Unterzeichnern und dem Münchner Umfeld.
- Historisches Lexikon Bayerns: FC Bayern München: Historische Einordnung der Vereinsgründung und des frühen Vereins.
- DFB: Historie: Informationen zur Gründung des Deutschen Fußball-Bundes am 28. Januar 1900.
- Bundeszentrale für politische Bildung: Anfänge des modernen Fußballs: Hintergrund zu Fußball, Turnbewegung und gesellschaftlichen Konflikten im Kaiserreich.
- Landeshauptstadt München: Stadtgeschichte: Hintergrund zur Entwicklung Münchens zur Großstadt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
An welchem Tag wurde der FC Bayern im Café Gisela gegründet? (27. Februar 1900) (!28. Januar 1900) (!1. Januar 1901) (!27. Februar 1910)
Aus welchem Verein kamen die elf anwesenden Gründer? (MTV München von 1879) (!TSV München von 1860) (!Münchener Sport-Club) (!1. Münchner FC 1896)
Wo wurde der neue Fußballclub am Gründungsabend ins Leben gerufen? (Café Gisela) (!Schyrenwiese) (!Mariengarten) (!Leopoldstraße)
Welcher unmittelbare Konflikt trug zur Abspaltung vom MTV bei? (Die Ablehnung des Beitritts zum süddeutschen Fußballverband) (!Ein Streit über den Bau eines Schwimmbads) (!Ein Verbot des Trainings im Winter) (!Ein Konflikt über eine Theateraufführung)
Wer wurde erster Vorsitzender des neuen Clubs? (Franz John) (!Gustav Manning) (!Benno Elkan) (!Max Gablonsky)
Warum werden in der Forschung elf Gründer und zugleich 17 Namen auf einem Dokument genannt? (Nur elf Männer waren bei der eigentlichen Gründung im Café Gisela anwesend) (!Der Verein bestand aus elf Spielern und sechs Schiedsrichtern) (!Sechs Namen gehörten zu späteren Präsidenten) (!Die Zahl 17 bezeichnete Mannschaften des MTV)
Was geschah unmittelbar vor dem Gang zum Café Gisela? (Die Fußballer verließen eine konfliktreiche MTV-Sitzung im Bäckerhöfl) (!Die Fußballer gewannen ein Endspiel) (!Der DFB löste sich auf) (!Der Münchner Stadtrat gründete den Verein)
Welches wichtige Ereignis des deutschen Fußballs fand rund einen Monat zuvor statt? (Die Gründung des Deutschen Fußball-Bundes) (!Die Einführung der Bundesliga) (!Die erste Fußball-Weltmeisterschaft) (!Die Eröffnung des Olympiastadions)
Welche Entwicklung prägte München um 1900 besonders? (Starkes Bevölkerungswachstum und Zuzug) (!Ein Rückgang auf weniger als 100000 Einwohner) (!Die Auflösung aller Vereine) (!Der vollständige Stillstand des Städtebaus)
Welches gesellschaftliche Umfeld prägte mehrere frühe Bayern-Mitglieder? (Die Münchner Kunst- und Kulturszene) (!Die höfische Ritterkultur des Mittelalters) (!Die Filmindustrie der 1950er Jahre) (!Die Raumfahrtforschung)
Memory
| Café Gisela | Gründungsort des FC Bayern |
| Franz John | Erster Vorsitzender |
| Bäckerhöfl | Ort der vorausgehenden Konfliktsitzung |
| MTV München | Ausgangsverein der elf Fußballer |
| Süddeutscher Fußballverband | Angestrebte Verbandsanbindung |
| Schyrenwiese | Frühe Spiel- und Trainingsstätte |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung für die Gründung |
|---|---|
| Bäckerhöfl | Ausgangspunkt des entscheidenden Vereinskonflikts |
| Café Gisela | Ort der selbstständigen Vereinsgründung |
| Turnbewegung | Etablierte Sporttradition im bisherigen Verein |
| Fußballverband | Voraussetzung für geregelteren überregionalen Wettbewerb |
| Großstadtwachstum | Gesellschaftlicher Hintergrund von Zuzug und neuen Freizeitformen |
Kreuzworträtsel
| Gisela | Wie hieß das Lokal, in dem der FC Bayern gegründet wurde? |
| John | Wie lautete der Nachname des ersten Vorsitzenden? |
| Bäckerhöfl | Wie hieß das Lokal der vorausgehenden MTV-Sitzung? |
| Leipzig | In welcher Stadt war kurz zuvor der Deutsche Fußball-Bund gegründet worden? |
| Jugendstil | Welche Kunstrichtung ist eng mit München um 1900 verbunden? |
| Maxvorstadt | In welchem Münchner Stadtgebiet liegt der historische Gründungsort heute? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Historische Karte: Zeichne auf einem Stadtplan den Weg vom Bäckerhöfl zum Café Gisela ein und markiere zusätzlich den Odeonsplatz. Ergänze kurze Erklärtexte zu den beiden Stationen.
- Gründerporträt: Wähle einen der elf Gründer und gestalte eine Informationskarte mit gesicherten Angaben zu Herkunft, Beruf und Rolle im frühen Verein.
- Quellenvergleich: Stelle zwei Darstellungen der Gründung gegenüber und untersuche, wie sie mit den Zahlen elf und 17 umgehen.
- Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste vom DFB-Gründungstag am 28. Januar 1900 bis zum ersten Spiel des FC Bayern im März 1900.
Standard
- Podcast: Produziere einen kurzen Podcast aus zwei Perspektiven: Ein Vertreter der Turnbewegung und ein junger Fußballer diskutieren über den gewünschten Verbandsbeitritt.
- Historische Zeitung: Entwirf eine fiktive Münchner Zeitungsseite vom 28. Februar 1900. Trenne nachprüfbare Fakten klar von erfundenen journalistischen Formulierungen.
- Denkmalanalyse: Besuche den heutigen Erinnerungsort oder untersuche Fotografien des Denkmals und erkläre, wie Gegenwart an ein Ereignis von 1900 erinnert.
- Stadtgeschichte: Recherchiere die Bevölkerungsentwicklung Münchens zwischen 1880 und 1910 und erkläre, warum Wachstum und Zuzug für neue Vereine bedeutsam sein konnten.
Schwer
- Vereinsgeschichte: Untersuche, wie sich die Turn- und Fußballorganisationen um 1900 unterschieden, und prüfe, welche Unterschiede für den Konflikt im MTV tatsächlich relevant waren.
- Quellenkritik: Rekonstruiere anhand mehrerer Quellen, wie aus einer Unterstützerliste mit 17 Namen ein Gründungsdokument wurde. Kennzeichne sichere Befunde, wahrscheinliche Deutungen und offene Fragen.
- Ausstellung: Plane eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Eine Nacht in München 1900“. Wähle fünf Exponate oder Reproduktionen aus und begründe ihre Reihenfolge.
- Dokumentarfilm: Produziere ein fünf- bis achtminütiges Video über die Gründung, das den 27. Februar, das Café Gisela, die elf Gründer und mindestens drei gesellschaftliche Bedingungen miteinander verknüpft.


Lernkontrolle
- Ursache und Bedingung: Unterscheide zwischen dem unmittelbaren Anlass der Vereinsgründung und mindestens drei längerfristigen gesellschaftlichen Bedingungen. Begründe Deine Zuordnung.
- Konfliktanalyse: Erkläre, warum der Streit um den Verbandsbeitritt nicht nur eine sportliche, sondern auch eine organisatorische und kulturelle Frage war.
- Quellenkritik: Eine Darstellung spricht von elf Gründern, eine andere von 17 Unterzeichnern. Entwickle ein Verfahren, mit dem Du beide Aussagen prüfen würdest, ohne vorschnell eine davon als falsch abzutun.
- Transfer Vereinsgründung: Vergleiche die Situation von 1900 mit der heutigen Gründung eines neuen Sportvereins. Welche Probleme wären ähnlich, welche Rahmenbedingungen völlig anders?
- Urbanisierung und Sport: Erkläre anhand Münchens, wie Bevölkerungswachstum, Zuzug und neue Freizeitkulturen die Entstehung von Sportvereinen fördern konnten.
- Kontrafaktisches Denken: Nimm an, der MTV hätte den gewünschten Verbandsbeitritt akzeptiert. Entwickle zwei plausible alternative Entwicklungen und erkläre, warum historische Ergebnisse nie zwangsläufig sind.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Daten auswendig kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären kannst.
- Chronologie: Du kannst den Ablauf vom Konflikt im Bäckerhöfl bis zur Gründung im Café Gisela zeitlich richtig darstellen.
- Personen: Du kannst die elf anwesenden Gründer nennen und die besondere Rolle Franz Johns erklären.
- Quellenkritik: Du kannst die Differenz zwischen elf anwesenden Gründern und 17 Namen auf dem überlieferten Dokument sachlich einordnen.
- Gesellschaftlicher Kontext: Du kannst Turnbewegung, Fußballverbände, Urbanisierung, Zuzug, Vereinswesen und Münchner Kunstmilieu mit der Gründung in Beziehung setzen.
- Kausalität: Du unterscheidest zwischen unmittelbaren Ursachen, längerfristigen Bedingungen und späteren Folgen.
- Historische Darstellung: Du belegst Aussagen mit überprüfbaren Quellen und kennzeichnest Unsicherheiten, statt Lücken mit Vermutungen zu füllen.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel zum FC Bayern München bietet einen Überblick über die weitere Vereinsgeschichte und enthält einen Abschnitt zu den Gründungsjahren.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen