Entwicklungszusammenarbeit - Deutschland

Entwicklungszusammenarbeit - Deutschland
Entwicklungszusammenarbeit - Deutschland
Einleitung
Entwicklungszusammenarbeit bezeichnet die längerfristige politische, wirtschaftliche, soziale und ökologische Zusammenarbeit zwischen Staaten, internationalen Organisationen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Ziel, nachhaltige Entwicklung zu fördern. In Deutschland wird sie politisch vor allem durch das BMZ gesteuert. Sie ist von humanitärer Hilfe zu unterscheiden: Humanitäre Hilfe reagiert vorrangig auf akute Notlagen, während Entwicklungszusammenarbeit stärker auf längerfristige Strukturen, Institutionen und gesellschaftliche Veränderungen zielt. In Krisenregionen überschneiden sich beide Bereiche jedoch häufig.
Du sollst in diesem aiMOOC nicht nur lernen, wer deutsche Entwicklungszusammenarbeit gestaltet und welche Ziele sie verfolgt. Du untersuchst auch, wie Partnerschaften entstehen, wie Wirkung gemessen wird und welche politischen Konflikte dabei auftreten. Dabei ist wichtig: Entwicklungszusammenarbeit ist weder ein rein technisches noch ein unpolitisches Feld. Sie berührt Fragen von Macht, Gerechtigkeit, Menschenrechten, Klimapolitik, Welthandel, Migration, Sicherheitspolitik und internationalen Interessen.

Der erste Dienstsitz des BMZ befindet sich in Bonn. Das Ministerium formuliert politische Leitlinien, vereinbart Schwerpunkte mit Partnerregierungen und beauftragt Organisationen mit der Umsetzung. Seit 2025 wird das BMZ von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan geleitet; Stand dieses aiMOOCs ist August 2026.
Das Video des Entwicklungsministeriums stellt die eigene Sicht auf Ziele und Wirkungen deutscher Entwicklungspolitik vor. Nutze es nicht als neutrale Beweisquelle, sondern als politische Selbstdarstellung: Welche Ziele werden betont, welche möglichen Zielkonflikte bleiben unsichtbar?
Globale Ziele: Agenda 2030 und SDGs
Ein zentraler internationaler Bezugsrahmen ist die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Sustainable Development Goals (SDGs). Sie gelten für alle Staaten und verbinden soziale, ökologische, wirtschaftliche und institutionelle Ziele. Für Entwicklungszusammenarbeit besonders wichtig ist SDG 17, das globale Partnerschaften, Finanzierung, Technologie, Handel, Kapazitätsaufbau und bessere Daten betont.

Die SDGs sind bewusst miteinander verknüpft. Ein Programm für erneuerbare Energien kann etwa zugleich Klimaschutz, Beschäftigung, Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung betreffen. Umgekehrt können Zielkonflikte entstehen: Ein großes Infrastrukturprojekt kann Wachstum fördern, aber Ökosysteme belasten, Menschen umsiedeln oder Staaten stärker verschulden. Deshalb reicht es nicht, ein Projekt nur einem SDG zuzuordnen.
Der globale Fortschritt ist deutlich zu langsam. Der UN-Bericht zum Stand der SDGs 2025 bewertete bei 137 Zielen mit ausreichenden Trenddaten nur 35 Prozent als auf Kurs oder mit moderatem Fortschritt; bei 47 Prozent gab es lediglich marginalen Fortschritt oder Stillstand, bei 18 Prozent sogar Rückschritte gegenüber 2015. Für die Analyse deutscher Entwicklungszusammenarbeit folgt daraus: Globale Ziele liefern einen normativen Maßstab, garantieren aber noch keine wirksame Umsetzung.
Wer handelt? Institutionen und Ebenen
Das BMZ ist nicht alleiniger Akteur. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist ein komplexes Mehrebenensystem. Für die technische Zusammenarbeit wird häufig die GIZ beauftragt. Sie berät unter anderem Verwaltungen, Fachministerien, Kommunen und Organisationen, qualifiziert Fachkräfte und unterstützt Reform- oder Investitionsprogramme. Die finanzielle Zusammenarbeit wird besonders über die KfW Entwicklungsbank umgesetzt; sie finanziert beispielsweise Infrastruktur, Energie, Wasser, Bildung oder Gesundheitsvorhaben über Zuschüsse und Kredite.


Weitere Akteure sind das Auswärtige Amt, andere Bundesministerien, Länder und Kommunen, Kirchen, politische Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen, Hochschulen, Unternehmen und Gewerkschaften. Hinzu kommen multilaterale Partner wie die Europäische Union, die Weltbank, regionale Entwicklungsbanken und Organisationen der Vereinten Nationen.
Bilateral bedeutet, dass Deutschland direkt mit einem Partnerstaat oder über deutsche Durchführungsorganisationen zusammenarbeitet. Multilateral bedeutet, dass Mittel und politische Beiträge über internationale Organisationen gebündelt werden. Beide Wege haben Vor- und Nachteile: Bilaterale Zusammenarbeit kann politisch gezielter sein, multilaterale Zusammenarbeit kann Ressourcen vieler Staaten bündeln und gemeinsame Regeln stärken.
ODA: Wie viel gibt Deutschland aus?
Für internationale Vergleiche wird häufig die Official Development Assistance (ODA) verwendet. ODA ist eine von der OECD definierte statistische Kategorie für öffentliche Leistungen, deren Hauptziel die wirtschaftliche Entwicklung und Wohlfahrt förderfähiger Staaten ist und die bestimmte Vergünstigungsbedingungen erfüllen. Die oft genannte internationale Zielmarke liegt bei 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens.
Nach vorläufigen OECD-Daten stellte Deutschland 2025 rund 29,1 Milliarden US-Dollar ODA bereit. Das entsprach 0,56 Prozent des Bruttonationaleinkommens und lag damit erneut unter der 0,7-Prozent-Marke. Nach absolutem Volumen war Deutschland 2025 erstmals der größte ODA-Geber im OECD-DAC, beim Anteil am Bruttonationaleinkommen lag es jedoch nur auf Rang sechs. Die deutsche ODA sank 2025 real deutlich gegenüber dem Vorjahr.

Die Grafik zeigt einen historischen internationalen Vergleich und ersetzt keine aktuellen OECD-Zahlen. Gerade bei Statistiken musst Du auf Datenjahr, Definition und Bezugsgröße achten.
ODA ist außerdem nicht identisch mit dem BMZ-Haushalt und auch nicht identisch mit Geld, das vollständig ins Ausland fließt. Nach OECD-Regeln können beispielsweise bestimmte Kosten für die Aufnahme von Geflüchteten im Geberland angerechnet werden. 2024 entfielen in Deutschland rund 6,3 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 21,6 Prozent der brutto-bilateralen ODA auf solche im Geberland angerechneten Flüchtlingskosten. Deshalb ist die ODA-Quote ein wichtiger, aber begrenzter Indikator für entwicklungspolitisches Engagement.
Partnerschaften: Zusammenarbeit auf Augenhöhe?
Moderne Entwicklungspolitik betont Partnerschaft, Ownership und gegenseitige Rechenschaftspflicht. Die Paris-Deklaration über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit formulierte bereits 2005 den Anspruch, dass Partnerländer eigene Entwicklungsprioritäten bestimmen, Geber sich stärker an diesen Prioritäten orientieren und Maßnahmen besser koordinieren.
Historisch war Entwicklungszusammenarbeit jedoch häufig von einem deutlichen Gefälle zwischen sogenannten Geber- und Empfängerländern geprägt. Geld, Fachwissen und Entscheidungsmacht lagen oft stärker auf der Seite der Geber. Diese Geschichte wirkt in Debatten über Kolonialismus, Dekolonisierung und Wissenshierarchien bis heute nach. Der Begriff Globaler Süden wird deshalb oft verwendet, ist aber selbst nur ein grober Sammelbegriff: Er bezeichnet sehr unterschiedliche Gesellschaften und ist keine rein geografische Kategorie.

Das historische Foto einer Vertragsunterzeichnung zwischen Deutschland und Guinea aus dem Jahr 1986 eignet sich für eine Quellenanalyse: Wer sitzt am Tisch? Wer wird dargestellt? Welche Vorstellungen von Staat-zu-Staat-Kooperation werden sichtbar? Ein Foto allein erlaubt allerdings keine Aussage darüber, wie gleichberechtigt die Verhandlungen tatsächlich waren.

Partnerschaft kann heute sehr unterschiedlich aussehen: von Regierungsverhandlungen über kommunale Kooperationen bis zu Forschungsnetzwerken, zivilgesellschaftlichen Bündnissen oder Vorhaben mit Unternehmen. Kritisch zu prüfen ist stets, wer Ziele formuliert, wer Risiken trägt, wer über Mittel verfügt und wer bei Konflikten entscheiden kann.
Reform 2026: strategischer, fokussierter, partnerschaftlicher
Im Januar 2026 stellte das BMZ den Reformplan „Zukunft zusammen global gestalten“ vor. Die deutsche Entwicklungspolitik soll danach strategischer, fokussierter und partnerschaftlicher werden. Vier übergreifende Zielrichtungen stehen im Vordergrund: Hunger, Armut und Ungleichheit überwinden; Frieden und Stabilität stärken; wirtschaftliche Zusammenarbeit für nachhaltiges und gerechtes Wachstum ausbauen; sowie strategische Allianzen und das multilaterale System für globale Lösungen stärken.
Ein Element der Reform ist eine stärkere Differenzierung der Instrumente. Mit aufstrebenden Volkswirtschaften soll häufiger über rückzahlbare Kredite kooperiert werden, während Haushaltsmittel in Form von Zuschüssen stärker auf die am wenigsten entwickelten Länder konzentriert werden sollen. Zugleich will das BMZ die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und strategische Partnerschaften ausbauen.
Für eine kritische Analyse ist entscheidend, dass diese Reform 2026 noch in der Umsetzung ist und laut BMZ bis Sommer 2027 weiter umgesetzt werden soll. Ihre tatsächlichen Folgen können daher noch nicht abschließend bewertet werden. Prüffragen sind zum Beispiel: Werden ärmere Länder tatsächlich stärker erreicht? Bleiben Kredite tragfähig? Werden lokale Akteure früher an Entscheidungen beteiligt? Verstärkt die Orientierung an deutschen Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen die Wirksamkeit oder verdrängt sie Armutsbekämpfung und Menschenrechte?
Wirkung: Vom Projekt zum gesellschaftlichen Wandel
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, Aktivität mit Wirkung gleichzusetzen. Wenn Schulen gebaut, Kredite vergeben oder Solaranlagen installiert werden, ist zunächst nur ein Output sichtbar. Ob dadurch Einkommen steigen, Lernleistungen besser werden, Ungleichheiten sinken oder Institutionen langfristig stabiler werden, ist eine andere Frage.
Evaluationen nutzen deshalb Wirkungsketten. Vereinfacht lässt sich unterscheiden: Input sind Ressourcen wie Geld und Personal; Aktivitäten sind die durchgeführten Maßnahmen; Outputs sind unmittelbare Leistungen; Outcomes sind Veränderungen im Verhalten, in Kompetenzen oder Institutionen; Impact bezeichnet weiterreichende und möglichst kausal zurechenbare Veränderungen.
Das DEval und andere Evaluierungsakteure orientieren sich häufig an sechs OECD-DAC-Kriterien: Relevanz, Kohärenz, Effektivität, Effizienz, Impact und Nachhaltigkeit. Für Oberstufe und Studium ist besonders wichtig, diese Kriterien nicht zu verwechseln. Ein Projekt kann seine gesetzten Ziele effektiv erreichen und trotzdem wenig relevant sein, wenn es an den Prioritäten der betroffenen Bevölkerung vorbeigeht. Es kann kurzfristig Wirkung zeigen, aber nicht nachhaltig sein, wenn nach Projektende Finanzierung oder institutionelle Verantwortung fehlen.


Die beiden Bilder stehen exemplarisch für Themenfelder wie Wasser, Sanitärversorgung und Bildung. Sie sind keine Wirkungsnachweise. Ein Bild kann Bedürfnisse oder Aktivitäten sichtbar machen, aber nicht zeigen, ob eine Maßnahme dauerhaft, gerecht oder kausal wirksam war. Genau diese Unterscheidung zwischen anschaulichem Einzelfall und belastbarer Evidenz ist zentral.
Bei einer Wirkungsevaluation stellt sich die Frage nach dem Kontrafaktischen: Was wäre ohne die Maßnahme passiert? Experimentelle oder quasi-experimentelle Methoden können dafür hilfreich sein. Sie sind aber nicht für jede politische Reform oder jeden komplexen Konfliktkontext geeignet. Deshalb werden quantitative Daten sinnvollerweise mit qualitativen Interviews, institutionellen Analysen, Beteiligungsverfahren und lokalem Wissen verbunden.
Kritische Perspektiven und Zielkonflikte
1. Solidarität und Eigeninteresse: Deutsche Entwicklungspolitik begründet sich mit Armutsbekämpfung, Menschenrechten und globaler Verantwortung, verfolgt aber zugleich legitime außen-, sicherheits-, migrations-, klima- und wirtschaftspolitische Interessen. Konflikte entstehen, wenn diese Ziele nicht in dieselbe Richtung weisen.
2. Macht und Ownership: Wer Geld bereitstellt, besitzt oft strukturelle Verhandlungsmacht. „Partnerschaft auf Augenhöhe“ ist daher kein Zustand, der durch die Verwendung des Begriffs automatisch entsteht. Entscheidend sind Mitentscheidung, transparente Budgets, lokale Beschaffung, Zugang zu Informationen und die Möglichkeit, Prioritäten abzulehnen oder zu verändern.
3. Privatwirtschaft: Kooperation mit Unternehmen kann Kapital, Innovation und Technologie mobilisieren. Kritisch ist zu prüfen, ob öffentliche Mittel tatsächlich zusätzliche Entwicklungseffekte erzeugen, ob Gewinne privatisiert und Risiken sozialisiert werden und ob Arbeits-, Umwelt- und Menschenrechtsstandards gelten.
4. Verschuldung und Finanzierung: Kredite können Investitionen ermöglichen, belasten aber künftige Haushalte. Besonders in hoch verschuldeten Staaten ist zu fragen, ob ein Vorhaben genug soziale oder wirtschaftliche Erträge erzeugt und ob Zuschüsse angemessener wären.
5. Politikkohärenz: Entwicklungspolitik kann durch andere Politikfelder unterstützt oder konterkariert werden. Handelsregeln, Agrarsubventionen, Steuerpolitik, Klimapolitik, Rüstungsexporte, Rohstoffpolitik oder Migrationsabkommen können größere Wirkungen haben als einzelne Entwicklungsprojekte. Politikkohärenz bedeutet deshalb, Widersprüche zwischen Ressorts mitzudenken.
6. Wissen und Sprache: Begriffe wie „Hilfe“, „Entwicklungsland“ oder „Geber“ können Hierarchien reproduzieren. Gleichzeitig löst eine neue Sprache reale Machtungleichgewichte nicht automatisch. Entscheidend ist, welche Perspektiven in Planung, Forschung und Evaluation tatsächlich zählen.
Das Video zur feministischen Entwicklungspolitik dokumentiert einen wichtigen politischen Ansatz des BMZ aus dem Jahr 2023. Vergleiche ihn mit der Reform von 2026: Welche Ziele bleiben erkennbar, welche Begriffe und Prioritäten verändern sich, und was sagt das über den politischen Charakter von Entwicklungsstrategien aus?
Wie Du einen Wirkungsanspruch prüfst
Wenn Dir die Aussage begegnet „Deutsche Entwicklungszusammenarbeit wirkt“, solltest Du nicht nur zustimmen oder widersprechen. Prüfe zunächst die Ebene der Aussage. Geht es um ein einzelnes Projekt, einen Sektor, ein Partnerland oder die gesamte deutsche Politik? Danach brauchst Du einen nachvollziehbaren Indikator, einen Zeitraum und möglichst eine Vergleichsbasis.
Ein sinnvoller Prüfweg lautet: Formuliere zuerst das behauptete Ziel. Unterscheide anschließend Output, Outcome und Impact. Suche dann nach Gegenfaktoren wie Wirtschaftswachstum, politische Reformen anderer Akteure, Konflikte, Wetterereignisse oder globale Preisänderungen. Prüfe schließlich, ob die Bewertung auch die Perspektiven betroffener Gruppen einbezieht und ob positive Wirkungen dauerhaft sind.
So wird aus der Frage „Ist Entwicklungszusammenarbeit gut oder schlecht?“ eine wissenschaftlich und politisch ergiebigere Frage: Unter welchen Bedingungen, für wen, über welchen Zeitraum und im Vergleich zu welcher Alternative wirkt eine bestimmte Form der Zusammenarbeit?
Datenstand und Quellenkritik
Die aktuellen Zahlen in diesem aiMOOC beziehen sich auf öffentlich zugängliche Angaben von OECD, BMZ, Vereinten Nationen und DEval mit Stand 2025 beziehungsweise 2026. ODA-Daten für 2025 sind vorläufig. Politische Strategien können sich ändern, und gerade bei laufenden Reformen ist zwischen angekündigten Zielen und nachgewiesenen Wirkungen zu unterscheiden. Für eine eigene Hausarbeit solltest Du deshalb Veröffentlichungsdatum, institutionelle Interessen, Methodik und Datengrundlage jeder Quelle prüfen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bezeichnet ODA im Kern? (Öffentliche Entwicklungsleistungen nach OECD Kriterien) (!Alle privaten Spenden an Hilfsorganisationen) (!Nur den Haushalt des Entwicklungsministeriums) (!Ausschließlich humanitäre Soforthilfe)
Welche Zielmarke wird häufig für den ODA Anteil am Bruttonationaleinkommen genannt? (0,7 Prozent) (!7 Prozent) (!1,7 Prozent) (!0,07 Prozent)
Welche Institution steuert die deutsche Entwicklungspolitik politisch besonders? (BMZ) (!Bundesbank) (!Bundesrat) (!Bundesrechnungshof)
Wofür steht SDG 17 besonders? (Globale Partnerschaften) (!Militärische Abschreckung) (!Nationale Alleingänge) (!Abschaffung internationaler Organisationen)
Was ist ein Outcome in einer Wirkungskette? (Eine Veränderung bei Verhalten Kompetenzen oder Institutionen) (!Nur das eingesetzte Budget) (!Eine reine Projektankündigung) (!Die Zahl der Mitarbeitenden im Ministerium)
Welches Kriterium fragt danach ob eine Maßnahme das Richtige tut? (Relevanz) (!Werbung) (!Popularität) (!Symbolik)
Was bedeutet Ownership in der Entwicklungszusammenarbeit? (Partner bestimmen Entwicklungsprioritäten maßgeblich mit) (!Geber entscheiden allein über alle Ziele) (!Unternehmen besitzen automatisch alle Projekte) (!Nur internationale Organisationen tragen Verantwortung)
Warum ist ein gebautes Schulgebäude noch kein Beweis für langfristige Wirkung? (Weil Output und nachhaltiger Impact unterschieden werden müssen) (!Weil Gebäude nie Teil von Entwicklungsprojekten sein können) (!Weil nur Geldsummen Wirkung beweisen) (!Weil Evaluation erst nach hundert Jahren möglich ist)
Welche Aussage beschreibt Politikkohärenz am besten? (Verschiedene Politikfelder sollen Entwicklungsziele nicht gegenseitig unterlaufen) (!Jedes Ministerium arbeitet ohne Abstimmung) (!Nur Außenpolitik darf Entwicklung beeinflussen) (!Handel und Klima haben keinen Bezug zur Entwicklung)
Welche Frage ist für eine kritische Wirkungsanalyse besonders geeignet? (Für wen wirkt eine Maßnahme unter welchen Bedingungen und im Vergleich wozu) (!Ist jede Entwicklungsmaßnahme grundsätzlich gut) (!Wie viele Fotos wurden vom Projekt veröffentlicht) (!Wie bekannt ist die beteiligte Organisation)
Memory
| BMZ | politische Steuerung |
| GIZ | technische Zusammenarbeit |
| KfW | finanzielle Zusammenarbeit |
| ODA | öffentliche Entwicklungsleistungen |
| SDG 17 | globale Partnerschaften |
| Ownership | Eigenverantwortung der Partner |
| Impact | weiterreichende Wirkung |
| Kohärenz | Widerspruchsfreiheit von Politikfeldern |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Relevanz | Passung zu Bedürfnissen und Prioritäten |
| Effektivität | Erreichung gesetzter Ziele |
| Effizienz | Verhältnis von Ressourcen und Ergebnissen |
| Impact | Weiterreichende beabsichtigte und unbeabsichtigte Wirkungen |
| Nachhaltigkeit | Fortbestand positiver Wirkungen |
| Kohärenz | Zusammenspiel mit anderen Politiken |
...
Kreuzworträtsel
| Ownership | Wie heißt das Prinzip nach dem Partner eigene Prioritäten maßgeblich bestimmen? |
| Kohärenz | Welches Kriterium prüft das Zusammenspiel verschiedener Politiken? |
| Evaluation | Wie heißt die systematische Bewertung einer Maßnahme? |
| Multilateral | Wie nennt man Zusammenarbeit über internationale Organisationen? |
| Nachhaltigkeit | Welches Kriterium fragt nach dem Fortbestand von Wirkungen? |
| Effektivität | Welches Kriterium prüft die Erreichung gesetzter Ziele? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Agenda 2030: Wähle drei SDGs aus und erkläre in einem Schaubild, wie sie mit deutscher Entwicklungszusammenarbeit zusammenhängen könnten.
- ODA: Erstelle eine kurze Infografik, die den Unterschied zwischen ODA, BMZ-Haushalt und Geldtransfer ins Ausland erklärt.
- Entwicklungszusammenarbeit: Formuliere fünf Fragen, die Du an eine Person aus einer Nichtregierungsorganisation oder Kommune zur internationalen Zusammenarbeit stellen würdest.
- Medienanalyse: Vergleiche zwei der eingebetteten Bilder und notiere, welche Aussagen sie zulassen und welche nicht.
Standard
- Wirkungskette: Entwickle für ein fiktives Wasserprojekt eine Wirkungskette von Input über Output und Outcome bis Impact.
- Partnerschaft: Erstelle ein Rollenspiel für Verhandlungen zwischen einer Partnerregierung, einer lokalen Initiative, dem BMZ und einem Unternehmen. Lege Interessen und mögliche Konflikte offen.
- Politikkohärenz: Untersuche an einem selbst gewählten Beispiel, wie deutsche Handels-, Klima-, Agrar- oder Migrationspolitik ein Entwicklungsziel unterstützen oder behindern kann.
- Quellenkritik: Vergleiche eine BMZ-Darstellung mit einer OECD- oder DEval-Veröffentlichung zum gleichen Thema und markiere Unterschiede in Sprache, Daten und Bewertungsmaßstäben.
Schwer
- Wirkungsevaluation: Entwirf ein Evaluationskonzept für ein Berufsbildungsprogramm mit Forschungsfrage, Indikatoren, Vergleichsgruppe oder Alternativdesign und qualitativen Interviews.
- Dekolonisierung: Analysiere, welche Machtasymmetrien in Planung, Finanzierung, Sprache und Wissensproduktion internationaler Zusammenarbeit entstehen können und entwickle Reformvorschläge.
- Entwicklungspolitik: Schreibe ein Policy-Paper zur Reform 2026 und bewerte, ob die stärkere Orientierung an strategischen deutschen Interessen mit Armutsbekämpfung und Menschenrechten vereinbar ist.
- Forschungsprojekt: Untersuche anhand eines konkreten Partnerlandes, welche deutschen, europäischen und multilateralen Akteure aktiv sind und ob ihre Ziele kohärent oder widersprüchlich erscheinen.


Lernkontrolle
- Fallanalyse Entwicklungsprojekt: Ein Programm meldet 20.000 geschulte Personen als Erfolg. Entwickle mindestens vier zusätzliche Informationen, die Du brauchst, um Wirkung beurteilen zu können, und begründe Deine Auswahl.
- Zielkonflikt: Ein Partnerland soll einen günstigen Kredit für klimafreundliche Infrastruktur erhalten, ist aber bereits hoch verschuldet. Entwickle zwei Handlungsoptionen und bewerte sie nach Relevanz, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.
- Partnerschaft auf Augenhöhe: Entwirf Kriterien, mit denen Du prüfen würdest, ob eine Kooperation tatsächlich partnerschaftlich organisiert ist. Wende die Kriterien auf ein selbst gewähltes Beispiel an.
- Politikkohärenz für nachhaltige Entwicklung: Zeige an einem Beispiel, wie eine deutsche Politik außerhalb des BMZ die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit stärker beeinflussen kann als ein einzelnes Projekt.
- ODA-Quote: Beurteile die Aussage „Ein Land mit höherer ODA-Quote betreibt automatisch bessere Entwicklungspolitik“. Entwickle eine differenzierte Gegenposition mit mindestens drei Argumenten.
- Reform der Entwicklungspolitik: Vergleiche die Ziele Solidarität, globale öffentliche Güter und deutsches Eigeninteresse. Entwickle eine begründete Prioritätenordnung für einen konkreten Krisenfall.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe wiedergeben, sondern politische Zusammenhänge analysieren kannst.
- Du kannst Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und ODA voneinander unterscheiden.
- Du erklärst die Rollen von BMZ, GIZ, KfW, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und multilateralen Organisationen.
- Du ordnest deutsche Entwicklungspolitik in Agenda 2030, SDGs und internationale Partnerschaften ein.
- Du kannst ODA-Zahlen kritisch lesen und zwischen Volumen, Quote, Datenjahr und Anrechnungsregeln unterscheiden.
- Du wendest die OECD-DAC-Kriterien Relevanz, Kohärenz, Effektivität, Effizienz, Impact und Nachhaltigkeit auf ein Beispiel an.
- Du unterscheidest Output, Outcome und Impact und erkennst das Problem kausaler Zuschreibung.
- Du analysierst Machtasymmetrien, Ownership, koloniale Kontinuitäten und unterschiedliche Interessen in Partnerschaften.
- Du erkennst Zielkonflikte zwischen Armutsbekämpfung, Menschenrechten, Klima, Sicherheit, Migration und Wirtschaftsinteressen.
- Du kannst die Reform der deutschen Entwicklungspolitik von 2026 als laufenden politischen Prozess einordnen und zwischen Ankündigung und belegter Wirkung unterscheiden.
- Du formulierst ein begründetes Urteil, das mehrere Perspektiven und belastbare Evidenz berücksichtigt.
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