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Wasser als Ressource - Deutschland

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Wasser als Ressource - Deutschland




Wasser als Ressource - Deutschland


Einleitung

Wasser ist für Menschen, Tiere, Pflanzen, Landwirtschaft, Industrie und Energieversorgung unverzichtbar. In Deutschland wirkt Wasser im Alltag oft selbstverständlich: Du drehst den Hahn auf und sauberes Trinkwasser fließt. Aus geografischer Sicht steckt dahinter jedoch ein räumlich und zeitlich sehr unterschiedliches System aus Niederschlag, Verdunstung, Grundwasser, Flüssen, Seen, Böden, Leitungsnetzen, Wasserwerken und Regeln zum Gewässerschutz.

Dieser aiMOOC führt Dich von der Frage „Woher kommt unser Trinkwasser?“ bis zu der Frage „Wie kann Deutschland seine Wasserressourcen trotz Klimawandel, Nutzungskonkurrenz und Schadstoffeinträgen langfristig schützen?“. Die Grundgedanken sind so formuliert, dass sie ab Klasse 5 verständlich sind. Vertiefungen mit Daten, Fachbegriffen und Bewertungsperspektiven eignen sich besonders für die Sekundarstufe I und II.

Deutschland besitzt viele Flüsse, Seen und ergiebige Grundwasservorkommen. Trotzdem bedeutet „viel Wasser im Landesmittel“ nicht automatisch, dass überall und zu jeder Jahreszeit gleich viel Wasser verfügbar ist. Niederschläge sind regional verschieden verteilt, Trockenperioden können Wasserstände sinken lassen und dicht bebaute Flächen verhindern teilweise die Versickerung. Deshalb ist Wasser eine erneuerbare, aber nicht unbegrenzt verfügbare Ressource.


Lernweg für die Klassen 5 bis 13

Niveau Schwerpunkt Was Du können solltest
Klasse 5–7 Wasserkreislauf, Grundwasser, Trinkwasser Begriffe erklären, Wege des Wassers beschreiben und einfache Schutzmaßnahmen nennen
Klasse 8–10 Nutzung, Belastungen, Gewässerschutz Ursachen und Folgen verknüpfen, Daten auswerten und regionale Unterschiede erklären
Klasse 11–13 Nutzungskonflikte, Klimaanpassung, Wasserpolitik Zielkonflikte analysieren, Maßnahmen bewerten und begründete Urteile entwickeln


Wasser im geografischen Kreislauf


Wasserkreislauf und Wasserhaushalt

Wasser bewegt sich ständig zwischen Atmosphäre, Landoberfläche, Gewässern, Böden und Untergrund. Durch Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser. Pflanzen geben über Transpiration Wasser an die Luft ab. Wasserdampf kondensiert, Wolken entstehen und Niederschlag fällt. Ein Teil fließt oberirdisch in Bäche, Flüsse, Seen und schließlich ins Meer. Ein anderer Teil versickert in den Boden und kann zur Grundwasserneubildung beitragen.

Für die Geografie ist die Wasserbilanz wichtig. Vereinfacht vergleichst Du, wie viel Wasser durch Niederschlag hinzukommt und wie viel durch Verdunstung oder Abfluss wieder abgegeben wird. Hinzu kommen Speicher, etwa Bodenwasser, Seen und Grundwasser. Diese Speicher reagieren unterschiedlich schnell: Ein kleiner Bach kann nach Starkregen innerhalb von Stunden anschwellen, ein tiefer Grundwasserleiter verändert sich oft deutlich langsamer.

Das Umweltbundesamt gibt für Deutschland für die Klimaperiode 1991–2020 ein langjähriges potentielles Wasserdargebot von rund 176 Milliarden Kubikmetern pro Jahr an. Im Jahr 2022 wurden insgesamt etwa 17,9 Milliarden Kubikmeter Wasser entnommen. Das entsprach rund 10,1 Prozent des langjährigen potentiellen Wasserdargebots. Deutschland gilt damit im Landesmittel nicht als Wasserstressgebiet. Dieses Mittel verdeckt jedoch regionale und saisonale Engpässe.


Warum Wasser räumlich ungleich verfügbar ist

Deutschland reicht von niederschlagsreichen Mittelgebirgen und Alpenräumen bis zu trockeneren Gebieten im Nordosten. Auch Böden und Gesteine unterscheiden sich. Sand und Kies lassen Wasser oft gut versickern, während dichte Tonlagen oder versiegelte Stadtflächen die Versickerung hemmen können. Zusätzlich beeinflussen Vegetation, Hangneigung, Flussausbau und Landnutzung den Wasserhaushalt.

Ein wasserreiches Jahr kann Grundwasserstände erhöhen, während mehrere trockene Jahre nacheinander Speicher leeren. Deshalb ist es wichtig, nicht nur Jahresmittelwerte zu betrachten, sondern Ort, Jahreszeit und Entwicklung über mehrere Jahre.


Grundwasser: der unsichtbare Speicher


Entstehung und Bewegung von Grundwasser

Grundwasser entsteht vor allem, wenn Niederschlagswasser in den Boden einsickert und tiefer in den Untergrund gelangt. Dort füllt es Poren und Klüfte in Gesteinen. Ein Gesteinskörper, der Wasser speichern und weiterleiten kann, heißt Grundwasserleiter oder Aquifer.

Grundwasser steht nicht still. Es bewegt sich meist langsam entlang von Druck- und Höhenunterschieden. Es kann Quellen speisen, in Flüsse übertreten oder über Brunnen gefördert werden. Besonders in niederschlagsarmen Zeiten stammt ein Teil des Wassers in Flüssen aus dem Grundwasser. Deshalb hängen Grundwasser und Oberflächengewässer eng zusammen.

Das Video von planet schule zeigt am Beispiel der Oberrheinischen Tiefebene, wie ein großer Grundwasserleiter funktioniert. Für jüngere Lernende reicht zunächst die Idee: Wasser versickert, sammelt sich im Untergrund und kann dort langsam fließen. Für ältere Lernende ist zusätzlich wichtig, dass Durchlässigkeit, Schichtung und Fließrichtung des Untergrunds bestimmen, wo Wasser gespeichert wird und wie schnell sich Verunreinigungen ausbreiten.


Bedeutung für die Trinkwasserversorgung

Grundwasser ist Deutschlands wichtigste Ressource für die öffentliche Trinkwasserversorgung. Nach Angaben des Umweltbundesamtes stammen rund 70 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser. Für die großen zentralen Versorgungsgebiete lag der direkte Grundwasseranteil im Berichtsjahr 2022 bei 67,6 Prozent; weitere Anteile stammten unter anderem aus Oberflächenwasser, Uferfiltrat und künstlich angereichertem Grundwasser.

Grundwasser hat einen Vorteil: Beim Versickern wirken Boden und Gestein teilweise wie ein natürlicher Filter. Das bedeutet aber nicht, dass Grundwasser automatisch sauber bleibt. Gelöste Stoffe wie Nitrat oder bestimmte Pflanzenschutzmittel können mit dem Sickerwasser in den Untergrund gelangen. Einmal belastetes Grundwasser lässt sich oft nur langsam und mit großem Aufwand wieder verbessern.


Trinkwasser in Deutschland


Vom Rohwasser bis zum Wasserhahn

Wasser, das ein Wasserwerk aus Grundwasser, Quellen oder Oberflächengewässern gewinnt, heißt zunächst Rohwasser. Je nach Herkunft und Qualität wird es unterschiedlich aufbereitet. Grundwasser benötigt häufig weniger aufwendige Schritte als Oberflächenwasser, kann aber zum Beispiel Eisen oder Mangan enthalten, die entfernt werden müssen.

Typische Schritte in einem Wasserwerk können Belüftung, Filtration und je nach Rohwasser weitere Aufbereitungsverfahren umfassen. Welche Technik nötig ist, hängt von der örtlichen Wasserqualität ab. Danach wird das Trinkwasser gespeichert und über Leitungsnetze zu Haushalten, Schulen und Betrieben transportiert.

Die Kinder-Universität Dresden erklärt, wie Wasser bis zum Wasserhahn gelangt. Achte beim Anschauen besonders darauf, welche Stationen zwischen Wassergewinnung, Aufbereitung, Speicherung und Verteilung liegen.


Trinkwasserqualität

Trinkwasser gehört in Deutschland zu den streng kontrollierten Lebensmitteln. Die Trinkwasserverordnung legt Anforderungen und Grenzwerte fest. Nach den Berichten von Umweltbundesamt und Bundesgesundheitsministerium hielten im Zeitraum 2020 bis 2022 mehr als 99 Prozent der untersuchten Proben der großen zentralen Versorgungsgebiete die jeweiligen Grenzwerte für die meisten mikrobiologischen und chemischen Parameter ein.

Das bedeutet nicht, dass jedes natürliche Wasser sofort Trinkwasserqualität hat. Entscheidend sind der Schutz der Wasserressourcen, eine passende Aufbereitung, regelmäßige Kontrollen und ein sicheres Leitungsnetz. Besonders wichtig ist der Vorsorgegedanke: Es ist meist besser und günstiger, Schadstoffe gar nicht erst ins Grundwasser gelangen zu lassen, als sie später aufwendig zu entfernen.


Wie viel Trinkwasser nutzen wir?

Im Jahr 2022 lag die Trinkwassernutzung der privaten Haushalte und des Kleingewerbes in Deutschland nach Angaben des Umweltbundesamtes bei etwa 126 Litern pro Person und Tag. Darin steckt nicht nur Wasser zum Trinken und Kochen, sondern auch zum Duschen, Waschen, Putzen und für die Toilettenspülung.

Diese Zahl beschreibt die direkte Nutzung. Der tatsächliche Einfluss unseres Konsums ist größer, weil für Lebensmittel, Kleidung und andere Produkte Wasser benötigt wird. Dieses indirekt genutzte Wasser wird oft als Virtuelles Wasser bezeichnet. Die Summe aus direkter und indirekter Wassernutzung wird als Wasserfußabdruck beschrieben.


Regionale Besonderheiten


Süßwasser auf einer Nordseeinsel

Küsten- und Inselräume zeigen besonders deutlich, dass Grundwasser räumlich empfindlich ist. Unter Düneninseln kann sich eine Süßwasserlinse bilden, weil Süßwasser eine geringere Dichte als Salzwasser besitzt und sich über salzhaltigem Grundwasser sammelt. Wird zu viel Süßwasser entnommen, kann Salzwasser stärker eindringen.

Das Video der Sendung mit der Maus erklärt am Beispiel Langeoog, wie eine Insel trotz umgebender Nordsee über Süßwasser verfügen kann. Dieses Beispiel eignet sich gut, um die Begriffe Ressource, Speicher, Neubildung und Übernutzung miteinander zu verbinden.


Gefährdungen des Grundwassers


Nitrat und Landwirtschaft

Eine wichtige Belastung ist Nitrat. Es kann vor allem durch überschüssige Düngung und andere Stickstoffeinträge in den Boden gelangen und mit dem Sickerwasser bis ins Grundwasser transportiert werden. Für Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter.

Nach der Auswertung des Umweltbundesamtes für das EUA-Grundwassermessnetz lagen 2024 bei 15,7 Prozent der Messstellen Nitratkonzentrationen über 50 Milligramm pro Liter. 37,4 Prozent lagen zwischen 10 und 50 Milligramm pro Liter, 47,0 Prozent zwischen 0 und 10 Milligramm pro Liter. Diese Messstellen sind repräsentativ ausgewählt, aber nicht mit „15,7 Prozent der gesamten Grundwasserfläche Deutschlands“ gleichzusetzen. Für eine saubere Interpretation musst Du immer beachten, was genau gemessen und wie das Messnetz aufgebaut wurde.


Weitere Belastungen

Neben Nitrat können Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Arzneimittelrückstände, Mikroplastik, Mineralöle oder Stoffe aus Altlasten Gewässer belasten. Nicht jeder Stoff gelangt auf demselben Weg ins Wasser. Einige kommen punktuell aus Unfällen oder undichten Anlagen, andere großflächig über Landwirtschaft, Siedlungen oder Luft.

Für die Bewertung sind drei Fragen hilfreich: Wo entsteht der Stoff? Auf welchem Weg gelangt er ins Gewässer? Wie lange bleibt er dort? So kannst Du von einer bloßen Aufzählung von Schadstoffen zu einer geografischen Ursachenanalyse kommen.


Gewässerschutz


Wasserschutzgebiete

Wasserschutzgebiete sollen Wasservorkommen, die für die öffentliche Versorgung wichtig sind, vor schädlichen Einflüssen schützen. In verschiedenen Schutzzonen gelten abgestufte Regeln. Je näher ein Bereich an einer Wassergewinnungsanlage liegt, desto strenger können Einschränkungen sein.

Gewässerschutz beginnt nicht erst am Wasserwerk. Landwirtschaftliche Bewirtschaftung, Umgang mit Chemikalien, Flächenversiegelung, Abwasserentsorgung und Raumplanung beeinflussen die Wasserqualität. Deshalb ist Wasserschutz eine Querschnittsaufgabe zwischen Natur-, Gesundheits-, Landwirtschafts-, Stadt- und Wirtschaftsplanung.


Wasserrahmenrichtlinie und deutsches Wasserrecht

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie verfolgt das Ziel, Oberflächengewässer und Grundwasser in einen guten Zustand zu bringen beziehungsweise diesen zu erhalten. Gewässer werden dabei nach Flussgebieten betrachtet, weil Wasser nicht an Gemeinde-, Landes- oder Staatsgrenzen haltmacht. Deutschland ist in zehn Flussgebietseinheiten eingebunden, darunter Rhein, Elbe, Weser, Donau und Oder.

In Deutschland wird der Gewässerschutz unter anderem über das Wasserhaushaltsgesetz, die Grundwasserverordnung, die Oberflächengewässerverordnung und weitere Vorschriften umgesetzt. Die Wasserrahmenrichtlinie arbeitet mit Bewirtschaftungsplänen und Maßnahmenprogrammen, die regelmäßig fortgeschrieben werden.


Abwasserreinigung als Teil des Gewässerschutzes

Auch die Behandlung von Abwasser schützt Flüsse, Seen und Grundwasser. In Kläranlagen werden Schmutzstoffe in mehreren Stufen entfernt. Mechanische Verfahren halten grobe Stoffe zurück, biologische Verfahren nutzen Mikroorganismen zum Abbau organischer Stoffe, und weitere Verfahrensschritte können Nährstoffe oder zusätzliche Spurenstoffe vermindern.

Eine Kläranlage macht aus Abwasser nicht automatisch Trinkwasser. Ihr Hauptziel ist, gereinigtes Wasser so in den Wasserkreislauf zurückzuführen, dass Gewässer möglichst wenig belastet werden. Für höheren Schutz werden Anlagen technisch weiterentwickelt.


Renaturierung und natürlicher Wasserrückhalt

Gewässerschutz bedeutet nicht nur „Schadstoffe herausfiltern“. Flüsse und Auen können auch räumlich wieder naturnäher gestaltet werden. Renaturierung kann Gewässern mehr Raum geben, Lebensräume verbessern und den Wasserrückhalt in der Landschaft unterstützen.

Wenn Auen überflutet werden dürfen, Moore Wasser speichern, Böden weniger versiegelt sind und Städte Regenwasser vor Ort zurückhalten, kann das sowohl bei Trockenheit als auch bei Starkregen helfen. Solche Maßnahmen sind ein wichtiger Teil einer klimaangepassten Wasserwirtschaft.


Klimawandel und Nutzungskonflikte


Trockenheit, Starkregen und sinkende Speicher

Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt. Höhere Temperaturen erhöhen die Verdunstung. Niederschläge können sich zeitlich anders verteilen. Längere Trockenperioden und häufigere Hitzewellen erhöhen in manchen Regionen den Wasserbedarf, während Starkregen oft schnell oberirdisch abfließt und deshalb nicht vollständig zur Grundwasserneubildung beiträgt.

Die trockenen Jahre seit 2018 haben gezeigt, dass Deutschland trotz ausreichender Wasserressourcen im Landesmittel regionale Engpässe erleben kann. Besonders problematisch wird es, wenn mehrere trockene Sommer mit niederschlagsarmen Wintern zusammenkommen. Dann können Böden, Flüsse und Grundwasserspeicher über längere Zeit belastet sein.


Wer braucht Wasser?

Wasser wird von Haushalten, Landwirtschaft, Industrie, Energieversorgung und Ökosystemen benötigt. In trockenen Regionen können Nutzungskonflikte entstehen: Soll Wasser zuerst für Trinkwasser, Feldbewässerung, Produktion, Kühlung oder den Erhalt eines Feuchtgebiets bereitstehen? Solche Fragen lassen sich nicht allein naturwissenschaftlich beantworten. Sie betreffen auch Politik, Wirtschaft, Recht und Gerechtigkeit.

Eine gute geografische Bewertung berücksichtigt deshalb Menge, Qualität, Ort, Zeitpunkt und Zweck der Wassernutzung. Ein Liter Wasser im niederschlagsreichen Winter hat eine andere Bedeutung als derselbe Liter während einer regionalen Dürre.


Nationale Wasserstrategie

Die Bundesregierung beschloss im März 2023 eine Nationale Wasserstrategie mit einem Zeithorizont bis 2050. Sie bündelt Maßnahmen für eine klimaangepasste, sichere und nachhaltige Wasserbewirtschaftung. Dazu gehören unter anderem der Schutz des naturnahen Wasserhaushalts, Vorsorge gegen Wasserknappheit, bessere Daten, moderne Infrastruktur, Schutz vor Stoffeinträgen und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Nutzungsgruppen.

Für die Oberstufe ist besonders interessant, dass Wasserpolitik oft Zielkonflikte ausgleichen muss. Eine Maßnahme kann gleichzeitig ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich teuer und politisch umstritten sein. Gute Urteile benennen deshalb Kriterien und wägen Folgen für unterschiedliche Gruppen ab.


Nachhaltiger Umgang mit Wasser


Wassersparen und Wasser halten

Wassersparen ist sinnvoll, besonders dort und dann, wo Wasser knapp ist. Gleichzeitig geht es in Deutschland nicht nur darum, möglichst wenig Leitungswasser zu verwenden. Ebenso wichtig ist, Wasser in der Landschaft zu halten. Entsiegelte Flächen, begrünte Dächer, Mulden, Versickerungsflächen, Auen und Moore können Niederschlag zurückhalten und die Grundwasserneubildung unterstützen.

Im Haushalt kannst Du zum Beispiel unnötiges Laufenlassen von Wasser vermeiden, sparsame Geräte nutzen und Gartenbewässerung an Wetter und Tageszeit anpassen. In Städten ist das Konzept der Schwammstadt wichtig: Regenwasser soll möglichst dort gespeichert, versickert, verdunstet oder genutzt werden, wo es fällt.


Der Wasserfußabdruck

Wenn Du nur auf den Wasserhahn schaust, übersiehst Du einen großen Teil der Wassernutzung. Für Baumwolle, Fleisch, Kaffee, Obst, Elektronik und viele andere Produkte wird Wasser in den Herkunftsregionen benötigt. Deshalb verbindet der Wasserfußabdruck Deinen Konsum in Deutschland mit Wasserressourcen in anderen Teilen der Welt.

Für eine faire Bewertung reicht die Zahl „Liter pro Produkt“ allein nicht aus. Entscheidend ist auch, wo und wann das Wasser genutzt wird, ob Regenwasser oder Grundwasser betroffen ist und ob die Nutzung dort zu Wasserstress oder Gewässerverschmutzung beiträgt.


Daten im Überblick

Kennzahl Wert Einordnung
Langjähriges potentielles Wasserdargebot rund 176 Milliarden m³ pro Jahr Mittel für 1991–2020
Wasserentnahme 2022 rund 17,9 Milliarden m³ etwa 10,1 Prozent des langjährigen potentiellen Wasserdargebots
Direkte Trinkwassernutzung 2022 rund 126 Liter pro Person und Tag Haushalte und Kleingewerbe
Bedeutung des Grundwassers rund 70 Prozent wichtigste Ressource der Trinkwasserversorgung
Nitratgrenzwert im Trinkwasser 50 mg pro Liter gesetzlicher Grenzwert
Nitratmessstellen 2024 über 50 mg pro Liter 15,7 Prozent Anteil der Messstellen im EUA-Grundwassermessnetz

Die Werte helfen bei der Orientierung, aber Daten brauchen immer einen Kontext. Prüfe bei jeder Statistik Jahr, Raumbezug, Messnetz, Definition und Quelle. Das ist eine zentrale Methode der Geografie.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Wasserressource ist für die Trinkwasserversorgung in Deutschland besonders wichtig? (Grundwasser) (!Meerwasser) (!Gletscherwasser) (!Wasserdampf)




Wie entsteht Grundwasser hauptsächlich? (Durch das Versickern von Niederschlagswasser) (!Durch die Verdunstung im Meer) (!Durch das Schmelzen von Straßenbelag) (!Durch die Verbrennung von Erdgas)




Wie groß ist das langjährige potentielle Wasserdargebot Deutschlands für 1991 bis 2020 ungefähr? (176 Milliarden Kubikmeter pro Jahr) (!17 Milliarden Kubikmeter pro Jahr) (!760 Milliarden Kubikmeter pro Tag) (!1 Milliarde Kubikmeter pro Jahrzehnt)




Welchen Anteil des langjährigen potentiellen Wasserdargebots machten die Wasserentnahmen 2022 ungefähr aus? (10 Prozent) (!50 Prozent) (!75 Prozent) (!95 Prozent)




Wie hoch lag die direkte Trinkwassernutzung pro Person und Tag 2022 ungefähr? (126 Liter) (!12 Liter) (!500 Liter) (!1000 Liter)




Welcher Grenzwert gilt für Nitrat im Trinkwasser? (50 Milligramm pro Liter) (!5 Milligramm pro Liter) (!500 Milligramm pro Liter) (!5000 Milligramm pro Liter)




Wozu dient ein Wasserschutzgebiet vor allem? (Zum Schutz wichtiger Wasservorkommen vor schädlichen Einflüssen) (!Zur Förderung von Meerwasser in Binnenstädte) (!Zur vollständigen Sperrung aller Flüsse) (!Zur Erhöhung des Salzgehalts im Grundwasser)




Was ist ein wichtiges Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie? (Gewässer in einen guten Zustand zu bringen oder diesen zu erhalten) (!Alle Flüsse zu begradigen) (!Grundwasser vollständig abzupumpen) (!Jeden See in ein Trinkwasserreservoir umzuwandeln)




Welche Entwicklung kann der Klimawandel regional verstärken? (Längere Trockenperioden und Nutzungskonflikte um Wasser) (!Eine überall gleichbleibende Grundwasserneubildung) (!Das Verschwinden aller Niederschläge in Deutschland) (!Eine dauerhafte Verdoppelung aller Flusspegel)




Welche Maßnahme unterstützt den Wasserrückhalt in Städten? (Flächen entsiegeln und Regenwasser versickern lassen) (!Alle Böden asphaltieren) (!Regenwasser sofort in Rohren ableiten) (!Auen vollständig bebauen)





Memory

Grundwasser Wasser in gesättigten Bereichen des Untergrunds
Aquifer Gesteinskörper der Wasser speichern und weiterleiten kann
Rohwasser Noch nicht als Trinkwasser aufbereitetes Wasser
Uferfiltrat Wasser das aus einem Oberflächengewässer durch den Untergrund zu einer Fassung strömt
Wasserschutzgebiet Raum mit besonderen Regeln zum Schutz einer Wasserressource
Renaturierung Wiederherstellung naturnäherer Gewässerstrukturen
Nitrat Stickstoffverbindung die Grundwasser belasten kann
Wasserfußabdruck Direkte und indirekte Wassernutzung durch Konsum





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Versickerung Grundwasserneubildung
Filtration Trinkwasseraufbereitung
Schutzzone Wasserschutzgebiet
Aue natürlicher Wasserrückhalt
Düngung möglicher Nitrateintrag




...


Kreuzworträtsel

Aquifer Wie heißt ein Gesteinskörper der Grundwasser speichern und weiterleiten kann?
Nitrat Welche Stickstoffverbindung kann bei zu hohen Einträgen das Grundwasser belasten?
Trinkwasser Wie heißt Wasser das die gesetzlichen Anforderungen für den menschlichen Gebrauch erfüllt?
Renaturierung Wie heißt die Wiederherstellung naturnäherer Gewässerstrukturen?
Kläranlage Welche Anlage reinigt Abwasser bevor es in den Wasserkreislauf zurückgeführt wird?
Grundwasser Wie heißt das Wasser in gesättigten Bereichen des Untergrunds?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

In Deutschland ist

die wichtigste Ressource der Trinkwasserversorgung. Grundwasser entsteht vor allem durch die

von Niederschlagswasser. Ein wasserleitender Gesteinskörper heißt

. Wasser vor der Aufbereitung im Wasserwerk wird

genannt. Die Qualität des Trinkwassers wird durch die

geregelt. Für Nitrat gilt im Trinkwasser ein Grenzwert von

Milligramm pro Liter. Schutzgebiete sollen wichtige Wasservorkommen vor

bewahren. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie betrachtet Gewässer in ihren

. Durch den Klimawandel können regionale Trockenperioden und Nutzungskonflikte

. Eine Schwammstadt versucht Niederschlag möglichst vor Ort zu

. Renaturierte Auen können den natürlichen

verbessern. Der Wasserfußabdruck berücksichtigt auch die

Wassernutzung durch Produkte.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wasserweg: Zeichne den Weg eines Regentropfens vom Niederschlag über Boden und Grundwasser bis zu einem Wasserwerk und anschließend bis zum Wasserhahn.
  2. Wasserverbrauch: Beobachte einen Tag lang, bei welchen Tätigkeiten Du Trinkwasser nutzt, und entwickle drei realistische Möglichkeiten, unnötigen Verbrauch zu vermeiden.
  3. Wasserschutzgebiet: Suche in Deiner Umgebung nach Hinweisen auf ein Wasserschutzgebiet oder nutze eine lokale Karte und beschreibe, warum gerade dieser Raum geschützt wird.
  4. Fotodokumentation: Fotografiere oder zeichne fünf Orte in Deiner Umgebung, an denen Regenwasser versickert, gespeichert oder schnell abgeleitet wird, und ordne sie ein.


Standard

  1. Interview: Befrage eine Person aus einem Wasserwerk, einer Kommune, Landwirtschaft oder Umweltverwaltung dazu, welche Wasserprobleme in Deiner Region besonders wichtig sind.
  2. Versickerungsversuch: Vergleiche mit einem einfachen Experiment, wie schnell Wasser durch Sand, Gartenerde und verdichteten Boden sickert, und erkläre die Bedeutung für Grundwasserneubildung.
  3. Gewässeruntersuchung: Untersuche einen Bach oder Teich mit einem selbst entwickelten Beobachtungsbogen zu Uferstruktur, Nutzung, Müll, Pflanzen und möglichen Belastungen.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Video, in dem Du den Weg vom Rohwasser zum Trinkwasser und anschließend vom Abwasser zur Kläranlage erklärst.


Schwer

  1. Nitrat: Werte aktuelle Messdaten eines Bundeslandes oder einer Umweltbehörde aus und prüfe, wie räumliche Muster mit Landnutzung zusammenhängen könnten.
  2. Nutzungskonflikt: Entwickle ein Rollenspiel für eine trockene Region, in dem Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie, Naturschutz und Kommune über knappe Wasserressourcen verhandeln.
  3. Schwammstadt: Entwirf für Dein Schulgelände oder ein Stadtviertel ein Konzept mit Entsiegelung, Versickerung, Speicherung und Begrünung und begründe die räumliche Anordnung.
  4. Wasserfußabdruck: Vergleiche zwei Konsumprodukte und bewerte nicht nur deren Wassermenge, sondern auch Herkunftsregion, Wasserknappheit, Produktionsweise und mögliche Gewässerbelastung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Raumanalyse: Eine Region besitzt im Jahresmittel genug Niederschlag, erlebt aber im Sommer Wasserknappheit. Erkläre mindestens vier mögliche Ursachen und ordne sie nach ihrer Bedeutung.
  2. Ursache-Wirkungs-Kette: Entwickle eine Kette vom Düngemitteleinsatz bis zu möglichen Folgen für Grundwasser, Trinkwasseraufbereitung und Verbraucher und markiere Stellen, an denen Schutzmaßnahmen ansetzen können.
  3. Stadtplanung: Vergleiche ein stark versiegeltes Stadtviertel mit einem Schwammstadt-Quartier bei Starkregen und während einer Hitzewelle. Begründe, welches System resilienter ist.
  4. Nutzungskonflikt: Beurteile, nach welchen Kriterien Wasser in einer regionalen Dürre zwischen Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie und Ökosystemen verteilt werden sollte.
  5. Datenkritik: Erkläre, warum die Aussage „15,7 Prozent der Nitratmessstellen liegen über 50 mg pro Liter“ nicht automatisch bedeutet, dass 15,7 Prozent der gesamten Grundwasserfläche gleich stark belastet sind.
  6. Transfer: Übertrage die Erkenntnisse aus Deutschland auf eine andere Weltregion und erkläre, welche Faktoren dort ähnlich und welche grundlegend anders sein könnten.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Einzelzahlen kennst, sondern Zusammenhänge erklären und bewerten kannst.

  1. Du kannst den Wasserkreislauf mit Niederschlag, Verdunstung, Versickerung, Abfluss und Grundwasserneubildung erklären.
  2. Du kannst die Bedeutung von Grundwasser für die deutsche Trinkwasserversorgung begründen.
  3. Du kannst den Weg vom Rohwasser über Wasserwerk und Leitungsnetz bis zum Trinkwasser beschreiben.
  4. Du kannst wichtige Belastungen wie Nitrat erklären und Schutzmaßnahmen passenden Ursachen zuordnen.
  5. Du kannst Aufgaben von Wasserschutzgebieten, Abwasserreinigung und Renaturierung unterscheiden.
  6. Du kannst regionale und saisonale Unterschiede der Wasserverfügbarkeit analysieren.
  7. Du kannst Folgen des Klimawandels für Wasserressourcen und Nutzungskonflikte erläutern.
  8. Du kannst Statistiken kritisch nach Raumbezug, Zeitraum, Definition und Messmethode prüfen.
  9. Du kannst Maßnahmen für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser anhand ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Kriterien bewerten.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zur Siedlungswasserwirtschaft in Deutschland bietet zusätzliche Informationen zu Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.


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