Der Ausbildungsvertrag - Deutschland

Der Ausbildungsvertrag - Deutschland
Einleitung
Der Ausbildungsvertrag – genauer: der Berufsausbildungsvertrag – ist die rechtliche Grundlage einer betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland. Er legt fest, wer ausbildet, welchen Beruf Du lernst, wie lange die Ausbildung dauert, wie hoch Deine Vergütung ist und welche Rechte und Pflichten beide Seiten haben. Besonders wichtig ist das Berufsbildungsgesetz (BBiG). Für Auszubildende unter 18 Jahren gilt zusätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz.
Dieser aiMOOC erklärt Dir die Regeln in verständlicher Sprache. Die rechtlichen Angaben orientieren sich am geltenden BBiG und am Rechtsstand im August 2026. Bei einem konkreten Streitfall solltest Du Dich an die zuständige Kammer, eine Beratungsstelle, die Jugend- und Auszubildendenvertretung oder eine fachkundige Rechtsberatung wenden.

Ein Vertrag schafft Verbindlichkeit: Betrieb und Auszubildende wissen, was vereinbart wurde und woran sie sich halten müssen.
Was ist ein Berufsausbildungsvertrag?
Nach § 10 BBiG schließen der Ausbildende und die oder der Auszubildende einen Berufsausbildungsvertrag. Der Ausbildende ist die Person oder das Unternehmen, das Dich zur Ausbildung einstellt. Davon zu unterscheiden ist der Ausbilder oder die Ausbilderin: Diese Person führt die Ausbildung praktisch durch oder trägt dafür die fachliche Verantwortung.
Der Vertrag begründet ein Berufsausbildungsverhältnis. Sein Hauptzweck ist nicht, dass Du wie eine fertige Fachkraft möglichst viel Arbeit erledigst. Im Mittelpunkt steht, dass Du die berufliche Handlungsfähigkeit für Deinen Ausbildungsberuf erwirbst.
Seit der gesetzlichen Änderung zum 1. August 2024 gilt für die gesetzlich verlangte Vertragsabfassung Textform. Die wesentlichen Vertragsinhalte müssen unverzüglich nach Vertragsschluss, spätestens vor Beginn der Ausbildung, in Textform festgehalten werden. Eine elektronische Abfassung ist möglich, wenn Du sie speichern und ausdrucken kannst. Der Betrieb muss den Empfang nachweisen. Bei Minderjährigen werden zusätzlich die gesetzlichen Vertreterinnen oder Vertreter einbezogen.

Das Foto zeigt allgemein eine Vertragsunterzeichnung. Bei einem Ausbildungsvertrag solltest Du die Inhalte genauso aufmerksam prüfen, bevor die Ausbildung beginnt.
Die Ausbildung im dualen System
Viele anerkannte Ausbildungsberufe werden in Deutschland im dualen System erlernt. Du lernst dabei an mindestens zwei Lernorten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Der Betrieb vermittelt vor allem berufliche Praxis, die Berufsschule ergänzt fachtheoretische und allgemeinbildende Inhalte.
Das Video des Bundesinstituts für Berufsbildung erklärt das Prinzip der dualen Berufsausbildung.

Berufliche Bildung verbindet Theorie und Praxis. Die konkrete Ausstattung und Organisation unterscheiden sich je nach Ausbildungsberuf und Lernort.
Was muss im Ausbildungsvertrag stehen?
§ 11 BBiG nennt Mindestangaben. Prüfe besonders folgende Punkte:
- Vertragspartner: Name und Anschrift des Ausbildungsbetriebs und der auszubildenden Person; bei Minderjährigen zusätzlich die gesetzlichen Vertreterinnen oder Vertreter.
- Ausbildungsziel: Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung und der Ausbildungsberuf.
- Zeit und Ort: Beginn und Dauer der Ausbildung, Ausbildungsstätte, Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des Betriebs, tägliche Ausbildungszeit und Dauer der Probezeit.
- Geld und Freizeit: Höhe und Zusammensetzung der Ausbildungsvergütung, Vergütung oder Ausgleich von Überstunden sowie Dauer des Urlaubs.
- Beendigung und Regeln: Voraussetzungen für eine Kündigung sowie Hinweise auf anwendbare Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen.
- Dokumentation: Es muss festgelegt sein, ob der Ausbildungsnachweis schriftlich oder elektronisch geführt wird.
Der Ausbildende muss außerdem die Eintragung des Berufsausbildungsverhältnisses bei der zuständigen Stelle beantragen. Je nach Beruf kann dies zum Beispiel eine Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer oder eine andere gesetzlich zuständige Stelle sein.
Das Video des Berufskollegs Hückeswagen fasst wichtige Vertragspunkte sowie Rechte und Pflichten für Auszubildende zusammen.
Unzulässige Vertragsklauseln
Nicht alles, was in einem Vertrag stehen könnte, ist auch wirksam. Nach § 12 BBiG sind bestimmte Vereinbarungen nichtig. Dazu gehören insbesondere eine Verpflichtung, für die Berufsausbildung eine Entschädigung zu zahlen, Vertragsstrafen sowie bestimmte Beschränkungen von Schadensersatzansprüchen. Auch eine Bindung, die Dich nach der Ausbildung generell an einer freien Berufsausübung hindert, ist grundsätzlich unwirksam. Eine besondere Ausnahme betrifft eine Verpflichtung zu einem anschließenden Arbeitsverhältnis, wenn sie erst innerhalb der letzten sechs Monate der Ausbildung eingegangen wird.
Für Dich bedeutet das: Ein Ausbildungsvertrag darf gesetzliche Schutzregeln nicht einfach aushebeln.
Rechte und Pflichten im Überblick
Rechte und Pflichten gehören zusammen. Was für die eine Seite Pflicht ist, ist häufig zugleich ein Recht der anderen Seite.
| Ausbildungsbetrieb muss | Du als Auszubildende oder Auszubildender musst |
|---|---|
| die Ausbildung planmäßig, sachlich und zeitlich gegliedert durchführen und das Ausbildungsziel ermöglichen | Dich bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben |
| selbst ausbilden oder eine geeignete Ausbilderin bzw. einen geeigneten Ausbilder beauftragen | Ausbildungsaufgaben sorgfältig ausführen |
| notwendige Ausbildungsmittel wie Werkzeuge, Werkstoffe und erforderliche Fachliteratur kostenlos bereitstellen | Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen pfleglich behandeln |
| Dich für Berufsschule, vorgeschriebene Prüfungen und bestimmte Ausbildungsmaßnahmen freistellen | an den Ausbildungsmaßnahmen teilnehmen, für die Du freigestellt wirst |
| darauf achten, dass nur Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und körperlich angemessen sind | berechtigte Weisungen im Rahmen der Ausbildung befolgen und die Betriebsordnung beachten |
| Gelegenheit geben, den Ausbildungsnachweis am Arbeitsplatz zu führen, und ihn regelmäßig durchsehen | einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis führen |
| eine angemessene Ausbildungsvergütung zahlen | Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse wahren |

Dieses Bild dokumentiert ein Objekt, das unter anderem von Auszubildenden der Kölner Ford-Werke restauriert wurde. Es zeigt beispielhaft, dass Ausbildungsaufgaben reale berufliche Tätigkeiten sein können – sie müssen aber dem Ausbildungszweck dienen.
Berufsschule, Ausbildungszeit und Freistellung
Nach § 15 BBiG muss der Betrieb Dich für den Berufsschulunterricht freistellen. Unterrichtszeiten, Pausen und notwendige Wegezeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsstätte werden nach den gesetzlichen Regeln auf die Ausbildungszeit angerechnet. Auch für Prüfungen und bestimmte außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen gibt es Freistellungsregeln. Am Arbeitstag unmittelbar vor der schriftlichen Abschlussprüfung besteht ebenfalls ein gesetzlicher Freistellungsanspruch.
Ein Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten wird einmal pro Woche mit der durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit angerechnet. Für Blockunterricht gelten besondere Regeln.

Die historische Aufnahme zeigt Berufsschulunterricht im Jahr 1951. Sie eignet sich zum Vergleich: Lernorte beruflicher Bildung gibt es seit langem, die heutigen Rechte und gesetzlichen Rahmenbedingungen richten sich aber nach dem aktuellen Recht.
Ausbildungsvergütung und Überstunden
Nach § 17 BBiG hast Du Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Sie muss mit fortschreitender Ausbildung mindestens jährlich steigen. Für viele Ausbildungsverhältnisse gilt außerdem eine gesetzliche Mindestvergütung; Tarifverträge können die konkrete Höhe beeinflussen.
Für Ausbildungen, die im Jahr 2026 beginnen, beträgt die gesetzlich bekanntgemachte monatliche Mindestvergütung grundsätzlich 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten, 977 Euro im dritten und 1.014 Euro im vierten Ausbildungsjahr. Ob und wie diese Mindestvergütung im Einzelfall gilt, hängt unter anderem von tarifrechtlichen Regelungen ab.
Die Vergütung für den laufenden Monat muss grundsätzlich spätestens am letzten Arbeitstag des Monats gezahlt werden. Beschäftigung über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinaus muss besonders vergütet oder durch entsprechende Freizeit ausgeglichen werden.
Probezeit, Ende und Kündigung
Das Ausbildungsverhältnis beginnt nach § 20 BBiG mit einer Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate dauern. In dieser Zeit können beide Seiten das Ausbildungsverhältnis jederzeit ohne Kündigungsfrist kündigen.
Nach der Probezeit gelten strengere Regeln. Eine fristlose Kündigung ist nur aus einem wichtigen Grund möglich. Auszubildende können außerdem mit einer Frist von vier Wochen kündigen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen wollen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen; die elektronische Form ist ausgeschlossen. Nach der Probezeit müssen die Kündigungsgründe angegeben werden.
Das Ausbildungsverhältnis endet normalerweise mit Ablauf der vereinbarten Ausbildungsdauer. Bestehst Du die Abschlussprüfung früher, endet es bereits mit Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss. Bestehst Du nicht, kann sich die Ausbildung auf Dein Verlangen bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung verlängern, höchstens um ein Jahr.
Das Video erklärt typische Kündigungssituationen in der Ausbildung. Für konkrete Fälle ist immer der aktuelle Gesetzestext entscheidend.
Besonderer Schutz für Minderjährige
Bist Du noch nicht 18 Jahre alt, gilt zusätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz. Jugendliche dürfen grundsätzlich höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Es gibt gesetzlich geregelte Ausnahmen, etwa zur Verteilung der Arbeitszeit oder für bestimmte Branchen.
Auch beim Urlaub gibt es besondere Mindestregeln. Zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16-Jährige erhalten mindestens 30 Werktage, noch nicht 17-Jährige mindestens 27 Werktage und noch nicht 18-Jährige mindestens 25 Werktage Urlaub. Der Urlaub soll möglichst in den Berufsschulferien liegen.
Das Video des Berufskollegs Hückeswagen erklärt zentrale Schutzregeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes.
Der Ausbildungsnachweis
Der Ausbildungsnachweis, oft noch Berichtsheft genannt, dokumentiert, welche Tätigkeiten und Lerninhalte Du während der Ausbildung bearbeitet hast. Nach § 13 BBiG gehört das Führen des Nachweises zu Deinen Pflichten. Der Betrieb muss Dich dazu anhalten, den Nachweis regelmäßig durchsehen und Dir Gelegenheit geben, ihn am Arbeitsplatz zu führen.
Der Ausbildungsnachweis kann schriftlich oder elektronisch geführt werden. Die Form muss im Vertrag angegeben sein. Ein ordnungsgemäß geführter Ausbildungsnachweis ist außerdem für die Zulassung zur Abschlussprüfung wichtig.
Die Audiodatei von Wikimedia Commons zeigt die Aussprache des Begriffs „Auszubildende“.
Checkliste vor Ausbildungsbeginn
Bevor Deine Ausbildung startet, kannst Du Deinen Vertrag mit dieser kurzen Prüfroutine ansehen:
- Stimmen Ausbildungsberuf, Beginn, Dauer, Ausbildungsstätte und Probezeit?
- Sind tägliche Ausbildungszeit, Urlaub, Vergütung und Überstundenregelung verständlich angegeben?
- Ist klar, wie der Ausbildungsnachweis geführt wird und wer Deine Ansprechperson im Betrieb ist?
- Findest Du Hinweise auf geltende Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen?
- Hast Du eine speicherbare beziehungsweise ausdruckbare Vertragsabfassung erhalten und den Empfang bestätigt?
- Weißt Du, welche zuständige Stelle für Dein Ausbildungsverhältnis verantwortlich ist?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was muss nach § 11 BBiG spätestens vor Beginn der Ausbildung vorliegen? (Die wesentlichen Vertragsinhalte in Textform) (!Nur eine mündliche Zusage des Betriebs) (!Nur der Stundenplan der Berufsschule) (!Nur eine Liste der Arbeitskleidung)
Wie lange darf die Probezeit nach dem BBiG dauern? (Mindestens einen und höchstens vier Monate) (!Genau sechs Monate) (!Höchstens zwei Wochen) (!Mindestens ein Jahr)
Welche Vereinbarung ist nach § 12 BBiG grundsätzlich nichtig? (Eine Vertragsstrafe für Auszubildende) (!Die Angabe des Ausbildungsberufs) (!Die Festlegung der Probezeit) (!Die Angabe der Ausbildungsstätte)
Welche Pflicht haben Auszubildende? (Einen Ausbildungsnachweis führen) (!Alle Ausbildungsmittel selbst bezahlen) (!Den Ausbildungsplan des Betriebs allein erstellen) (!Auf Berufsschulunterricht verzichten)
Welche Pflicht hat der Ausbildungsbetrieb? (Notwendige Ausbildungsmittel kostenlos bereitstellen) (!Auszubildende nur für Hilfsarbeiten einsetzen) (!Berufsschulzeiten vom Urlaub abziehen) (!Den Ausbildungsnachweis für den Azubi schreiben)
Was gilt für den Berufsschulunterricht? (Der Betrieb muss Auszubildende dafür freistellen) (!Er findet nur in der Freizeit statt) (!Er ist freiwillig, wenn der Betrieb viel Arbeit hat) (!Er wird grundsätzlich nicht auf die Ausbildungszeit angerechnet)
Wann kann ein Azubi nach der Probezeit mit vier Wochen Frist kündigen? (Wenn die Berufsausbildung aufgegeben oder eine andere Berufstätigkeit erlernt werden soll) (!Immer ohne Grund) (!Nur am letzten Tag eines Monats) (!Nur mit Zustimmung der Berufsschule)
Was gilt seit der Änderung des BBiG zur Vertragsabfassung? (Eine elektronische Abfassung in Textform ist möglich) (!Nur handschriftliche Verträge sind erlaubt) (!Der Vertrag darf erst nach Ausbildungsbeginn erstellt werden) (!Der Empfang muss nie nachgewiesen werden)
Wie hoch ist die gesetzlich bekanntgemachte Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr bei Ausbildungsbeginn 2026 grundsätzlich? (724 Euro monatlich) (!500 Euro monatlich) (!1.500 Euro monatlich) (!Es gibt niemals eine Mindestvergütung)
Wann endet das Ausbildungsverhältnis bei vorzeitig bestandener Abschlussprüfung? (Mit der Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss) (!Erst ein Jahr nach der Prüfung) (!Immer am Ende des Kalenderjahres) (!Automatisch am ersten Berufsschultag danach)
Memory
| Berufsausbildungsvertrag | begründet das Ausbildungsverhältnis |
| Textform | ermöglicht auch eine speicherbare digitale Vertragsabfassung |
| Probezeit | dauert mindestens einen und höchstens vier Monate |
| Ausbildungsvergütung | steigt mit fortschreitender Ausbildung mindestens jährlich |
| Ausbildungsnachweis | dokumentiert Tätigkeiten und Lerninhalte |
| Berufsschule | führt zu gesetzlicher Freistellung und Anrechnung |
| Ausbildungsmittel | werden für die Ausbildung grundsätzlich kostenlos bereitgestellt |
| Kündigung | unterliegt nach der Probezeit besonderen Voraussetzungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Probezeit | Kennenlernphase zu Beginn des Ausbildungsverhältnisses |
| Berufsschule | Lernort mit gesetzlicher Freistellung durch den Betrieb |
| Ausbildungsnachweis | Dokumentation des Lernverlaufs |
| Vergütung | Bezahlung während der Berufsausbildung |
| Ausbildungsmittel | Erforderliche Werkzeuge, Werkstoffe oder Fachliteratur |
...
Kreuzworträtsel
| Textform | In welcher Form müssen die wesentlichen Vertragsinhalte spätestens vor Ausbildungsbeginn abgefasst werden? |
| Probezeit | Wie heißt die erste Phase des Ausbildungsverhältnisses? |
| Vergütung | Wie heißt die regelmäßige Geldleistung an Auszubildende? |
| Berufsschule | Welcher Lernort ergänzt die betriebliche Ausbildung im dualen System? |
| Kündigung | Wie heißt die einseitige Erklärung zur Beendigung eines Vertragsverhältnisses? |
| Ausbildungsnachweis | Wie heißt die Dokumentation der Tätigkeiten und Lerninhalte während der Ausbildung? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Vertrags-Check: Suche in einem Muster-Ausbildungsvertrag fünf Pflichtangaben und markiere sie. Verwende keine persönlichen Daten.
- Rechte-Pflichten-Karten: Gestalte sechs Karten, auf denen jeweils eine Pflicht des Betriebs oder eine Pflicht von Auszubildenden steht.
- Zwei Lernorte: Erstelle eine Skizze, die Betrieb und Berufsschule als Lernorte zeigt, und ergänze zu jedem Lernort zwei typische Lernformen.
- Berichtsheft-Beispiel: Schreibe einen beispielhaften Wochen-Eintrag für einen frei gewählten Ausbildungsberuf.
Standard
- Gesetz und Vertrag: Ordne acht Aussagen aus einem Mustervertrag passenden Themen des BBiG zu und begründe Deine Zuordnung.
- Vergütungsvergleich: Recherchiere für einen Ausbildungsberuf die tarifliche oder übliche Vergütung und vergleiche sie mit der gesetzlichen Mindestvergütung für den passenden Ausbildungsbeginn.
- Fall Minderjähriger Azubi: Entwickle einen Wochenplan für eine 17-jährige Auszubildende und prüfe Arbeitszeit, Berufsschule und Urlaub anhand der gesetzlichen Regeln.
- Konfliktgespräch: Entwerft zu zweit ein Rollenspiel, in dem ein Azubi Probleme im Betrieb anspricht, bevor eine Kündigung erwogen wird.
Schwer
- Vertragsfehler erkennen: Erstelle einen fiktiven Ausbildungsvertrag mit fünf rechtlichen oder inhaltlichen Fehlern und lasse eine andere Lerngruppe die Fehler begründet finden.
- Rechtsquellen vergleichen: Vergleiche BBiG, Jugendarbeitsschutzgesetz und einen passenden Tarifvertrag. Zeige, welche Regelungsbereiche sich ergänzen.
- Interview mit einer Fachstelle: Bereite ein Interview mit IHK, HWK, Gewerkschaft, Jugend- und Auszubildendenvertretung oder Ausbildungsberatung vor und dokumentiere die wichtigsten Erkenntnisse.
- Erklärvideo produzieren: Produziere ein zwei- bis vierminütiges Video zum Thema „Meine fünf wichtigsten Rechte im Ausbildungsvertrag“ und belege jede rechtliche Aussage mit einer verlässlichen Quelle.


Lernkontrolle
- Fallbeispiel Probezeit: Ein Azubi erhält in der dritten Ausbildungswoche eine Kündigung ohne Frist und ohne Begründung. Prüfe die Situation und erkläre, welche Regel anders wäre, wenn die Probezeit bereits beendet wäre.
- Fallbeispiel Berufsschule: Ein Betrieb verlangt, dass eine Auszubildende nach einem langen Berufsschultag immer noch einen vollen Arbeitstag im Betrieb leistet. Analysiere, welche Informationen Du brauchst, um die Anrechnung korrekt zu beurteilen.
- Fallbeispiel Ausbildungszweck: Ein Azubi muss mehrere Wochen fast ausschließlich private Besorgungen für die Betriebsleitung erledigen. Beurteile den Fall mit Blick auf den Ausbildungszweck und entwickle sinnvolle nächste Schritte.
- Vertragsprüfung: Du findest in einem Vertrag eine Vertragsstrafe und die Pflicht, Ausbildungsmaterial selbst zu bezahlen. Begründe, warum diese Klauseln problematisch sind, und formuliere eine rechtmäßige Alternative.
- Vergütung und Tarifvertrag: Erkläre, warum die gesetzliche Mindestvergütung nicht automatisch die tatsächliche Vergütung jedes Azubis bestimmt. Beziehe Tarifbindung und Ausbildungsbeginn ein.
- Transfer Ausbildung: Entwickle eine kurze Checkliste für einen Freund, der seinen ersten Ausbildungsvertrag erhält. Begründe die drei Punkte, die Du für besonders wichtig hältst.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern einen Ausbildungsvertrag prüfen und typische Fälle beurteilen kannst.
- Du kannst die wesentlichen Pflichtangaben eines Ausbildungsvertrags erkennen und erklären.
- Du kannst Rechte und Pflichten von Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden unterscheiden und auf Beispiele anwenden.
- Du kannst Probezeit, Kündigung, Vergütung, Berufsschulfreistellung und Ausbildungsnachweis in ihren Zusammenhängen erklären.
- Du kannst Besonderheiten für minderjährige Auszubildende benennen und das Jugendarbeitsschutzgesetz einbeziehen.
- Du kannst problematische Vertragsklauseln erkennen und mit einer gesetzlichen Schutzregel begründen.
- Du kannst aktuelle, verlässliche Rechtsquellen finden und einen konkreten Fall nachvollziehbar mit diesen Quellen prüfen.
OERs zum Thema
Aktuelle und verlässliche Rechtsquellen zur Kontrolle des Rechtsstands:
- Berufsbildungsgesetz auf Gesetze im Internet
- Jugendarbeitsschutzgesetz auf Gesetze im Internet
- BIBB: Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen der Ausbildung
- BIBB: Ausbildungsnachweis
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