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Inflation 1923 - Deutschland

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Inflation 1923 - Deutschland



Inflation 1923 - Deutschland


Einleitung

Im Jahr 1923 erlebte Deutschland eine extreme Geldentwertung. Preise stiegen nicht nur von Monat zu Monat, sondern in der schlimmsten Phase innerhalb von Tagen oder sogar Stunden. Geldscheine trugen Nennwerte von Millionen, Milliarden und Billionen Mark. Viele Menschen bekamen ihren Lohn häufiger ausgezahlt und versuchten, ihn sofort in Lebensmittel, Kleidung oder andere Waren umzutauschen, bevor die Preise weiter stiegen.

Die Krise begann jedoch nicht erst 1923. Ihre Vorgeschichte reicht bis in den Ersten Weltkrieg zurück. Der Krieg war zu einem großen Teil über Schulden und Kriegsanleihen finanziert worden. 1914 wurde außerdem die Einlösung von Banknoten in Gold aufgehoben. Nach dem verlorenen Krieg belasteten hohe Staatsschulden, politische Konflikte, Reparationsforderungen und wirtschaftliche Probleme die junge Weimarer Republik. Als französische und belgische Truppen im Januar 1923 das Ruhrgebiet besetzten und die Reichsregierung den passiven Widerstand finanzierte, verschärfte sich die bereits laufende Inflation dramatisch.

Dieser aiMOOC verbindet Geschichte und Wirtschaft. Du untersuchst, warum die Mark ihr Vertrauen und ihre Kaufkraft verlor, wie sich die Hyperinflation im Alltag auswirkte, wer besonders stark verlor oder teilweise profitieren konnte und warum die Einführung der Rentenmark im November 1923 die Lage stabilisierte.

Das Foto zeigt Menschen vor der Berliner Reichsbank im Juli 1923. Große Taschen waren nötig, um die enorme Menge an Banknoten zu transportieren. Das Bild macht sichtbar, dass ein hoher Zahlenwert auf Geldscheinen nicht automatisch hohe Kaufkraft bedeutet.


Was bedeutet Inflation?

Inflation bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau über längere Zeit steigt. Mit derselben Geldmenge kannst Du dann im Durchschnitt weniger Waren und Dienstleistungen kaufen: Die Kaufkraft des Geldes sinkt. Eine einzelne Preiserhöhung bei einem Produkt ist noch keine allgemeine Inflation. Entscheidend ist, dass viele Preise dauerhaft steigen.

Von einer Hyperinflation spricht man, wenn die Geldentwertung außergewöhnlich schnell und außer Kontrolle gerät. 1923 verlor die Papiermark so rasch an Wert, dass die normalen Funktionen des Geldes zusammenbrachen.

Geldfunktion Normalerweise Problem im Jahr 1923
Tauschmittel Geld erleichtert Kauf und Verkauf. Händler wollten teilweise lieber Sachgüter, Lebensmittel oder stabile Fremdwährungen.
Recheneinheit Preise lassen sich vergleichen. Preise änderten sich so schnell, dass Preislisten rasch veraltet waren.
Wertaufbewahrung Geld kann für später gespart werden. Ersparnisse in Mark verloren einen großen Teil ihrer Kaufkraft.

Die logarithmische Darstellung zeigt, wie stark sich die Entwertung der Mark 1923 beschleunigte. Achte darauf: Bei einer logarithmischen Skala stehen gleiche Abstände für gleiche Vervielfachungen, nicht für gleiche absolute Beträge.


Die längere Vorgeschichte seit 1914

Die Hyperinflation von 1923 war das Ergebnis einer längeren Entwicklung. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 hob das Deutsche Reich die Verpflichtung auf, Banknoten in Gold einzulösen. Zugleich finanzierte der Staat den Krieg vor allem mit Krediten und Kriegsanleihen. Die Hoffnung war, die Schulden nach einem Sieg leichter tragen zu können. Nach der Niederlage 1918 blieb jedoch ein sehr hoher Schuldenberg zurück.

In den ersten Jahren der Weimarer Republik kamen weitere Belastungen hinzu. Deutschland musste aufgrund des Versailler Vertrags Reparationen leisten. Diese Zahlungen wurden nicht einfach mit frisch gedruckten Papiermark an die Siegermächte überwiesen, sondern unter anderem in Devisen, Gold und Sachleistungen erbracht. Trotzdem belasteten Reparationen, Staatsschulden, Haushaltsdefizite, politische Unsicherheit und der sinkende Außenwert der Mark die Wirtschaft. Der Staat und die Reichsbank weiteten die Geldmenge stark aus. Dadurch verschärfte sich die Geldentwertung.

Wichtig ist deshalb eine genaue Erklärung: Nicht ein einzelner Grund verursachte die Hyperinflation. Mehrere Faktoren verstärkten sich gegenseitig. Dazu gehörten die Kriegsfinanzierung, die Folgen des verlorenen Kriegs, hohe Staatsausgaben, Reparationsprobleme, ein wachsendes Geldangebot, ein sinkender Wechselkurs und ein zunehmender Vertrauensverlust.

Das Terra-X-Video ordnet die Jahre 1920 bis 1929 in die Geschichte der Weimarer Republik ein. Achte besonders darauf, wie wirtschaftliche Krisen, politische Konflikte und das Vertrauen in die Demokratie zusammenhängen.


1923: Ruhrbesetzung und Beschleunigung der Krise

Am 11. Januar 1923 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet. Hintergrund waren Konflikte um deutsche Reparationsleistungen. Die Reichsregierung unter Wilhelm Cuno rief zum passiven Widerstand auf. Viele Beschäftigte legten die Arbeit nieder, während der Staat Löhne und Unterstützungszahlungen weiterfinanzierte. Gleichzeitig fielen im wichtigen Industriegebiet Produktion und Steuereinnahmen aus.

Für diese hohen Ausgaben nahm der Staat weiter Kredite bei der Reichsbank auf. Die Geldmenge wuchs sehr stark. Weil gleichzeitig weniger Vertrauen in die Mark bestand und wirtschaftliche Leistung ausfiel, beschleunigte sich die Inflation. Aus einer schweren Inflation wurde 1923 eine Hyperinflation.

Die Aufnahme vom Juli 1923 zeigt, dass der rasche Wertverlust der Mark selbst zur täglichen Nachricht wurde. Der Wechselkurs war für viele Menschen ein sichtbares Zeichen dafür, wie schnell die Währung an Wert verlor.


Alltag in der Hyperinflation

Für den Alltag war nicht entscheidend, wie viele Mark auf einem Geldschein standen, sondern was man dafür kaufen konnte. Unternehmen gingen teilweise von wöchentlicher zu täglicher oder noch häufigerer Lohnzahlung über. Familien versuchten, ihr Geld sofort auszugeben. Wer wartete, riskierte, dass der Lohn schon wenige Stunden später deutlich weniger wert war.

Viele Geschäfte mussten Preise ständig anpassen. Manche Händler hielten Waren zurück oder bevorzugten Tauschgeschäfte. Kommunen, Firmen und andere Stellen gaben Notgeld aus, weil es an passenden Zahlungsmitteln fehlte. Naturalien wie Lebensmittel oder Kohle konnten zeitweise wichtiger sein als Papiergeld.

Eine Menschenmenge vor einer Berliner Bäckerei um 1923 verweist auf eine zentrale Erfahrung der Krise: Geld allein garantierte nicht, dass Waren verfügbar oder bezahlbar waren.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Brotpreis. Nach Angaben des Deutschen Bundestages kostete ein Brot im Dezember 1919 etwa 0,80 Mark. Im Januar 1923 waren es bereits etwa 250 Mark, im August rund 69.000 Mark, im September ungefähr 1,5 Millionen Mark, im Oktober rund 174 Millionen Mark und im November schließlich etwa 201 Milliarden Mark. Solche Zahlen zeigen, wie schnell die Kaufkraft zusammenbrach.

Ein Fünfmillionen-Mark-Schein klingt nach Reichtum. In einer Hyperinflation kann ein hoher Nennwert aber gerade ein Zeichen dafür sein, dass die Währung stark an Wert verloren hat.


Geld wird zum Material

Wenn der Wert eines Geldscheins geringer ist als der praktische Wert des Papiers, kann Geld seine normale Bedeutung völlig verlieren. Aus dem Jahr 1923 sind Bilder überliefert, auf denen entwertete Geldscheine zweckentfremdet werden.

Auf der Aufnahme von Georg Pahl wird eine Wand mit Ein-Mark-Scheinen tapeziert. Solche Bilder sind besonders einprägsam, dürfen aber nicht missverstanden werden: Sie zeigen eine zugespitzte Situation und ersetzen nicht die Untersuchung von Löhnen, Preisen, Haushalten und Versorgungslage.


Gewinner und Verlierer

Die Folgen trafen verschiedene Gruppen unterschiedlich. Besonders hart betroffen waren Menschen mit Geldersparnissen, festen Renten oder anderen Einkommen, die nicht schnell genug an die Preissteigerungen angepasst wurden. Ersparnisse, die über Jahre aufgebaut worden waren, konnten fast wertlos werden. Das war für viele Angehörige des Mittelstands ein schwerer sozialer und psychologischer Schock.

Schuldner konnten dagegen profitieren, wenn sie alte Schulden später mit stark entwertetem Geld zurückzahlen durften. Auch Besitzer von Sachwerten wie Grundstücken, Häusern oder bestimmten Unternehmenswerten waren teilweise besser geschützt als reine Geldsparer. Das bedeutet aber nicht, dass jede verschuldete Person automatisch gewann oder jeder Betrieb problemlos durch die Krise kam. Produktionsausfälle, Versorgungsprobleme, Arbeitslosigkeit und politische Unsicherheit konnten auch vermeintliche Gewinner treffen.

Die Inflation veränderte deshalb nicht nur Preise, sondern auch Vermögensverhältnisse. Sie verteilte wirtschaftliche Lasten neu und wurde von vielen als ungerecht erlebt.


Ein Blick auf die Zahlen

Der Außenwert der Mark verfiel 1923 extrem schnell. Im Juli kostete ein US-Dollar bereits ungefähr eine Million Mark. Im November lag der Kurs zeitweise bei etwa 4,2 Billionen Papiermark für einen US-Dollar. Zahlen mit immer mehr Nullen wurden Teil des Alltags.

Der Schein vom Oktober 1923 trägt den Nennwert von 100 Billionen Mark. Er eignet sich gut für eine Quellenfrage: Was sagt der Nennwert über die Kaufkraft aus – und was gerade nicht?

Das Terra-X-Video stellt die Hyperinflation in einen größeren Zusammenhang von Wirtschaftskrisen. Vergleiche beim Anschauen Ursachen, Folgen und staatliche Reaktionen: Nicht jede Wirtschaftskrise funktioniert nach demselben Muster.


Wie endete die Hyperinflation?

Im September 1923 beendete die Regierung unter Reichskanzler Gustav Stresemann den passiven Widerstand im Ruhrgebiet. Damit fiel ein großer Ausgabenposten weg. Gleichzeitig begann eine harte Stabilisierungspolitik mit Einsparungen, Steuermaßnahmen und einer Begrenzung der weiteren Geldschöpfung.

Am 15. November 1923 wurde die Rentenmark ausgegeben. Eine Rentenmark wurde mit einer Billion Papiermark angesetzt. Die neue Währung war durch eine Konstruktion auf Basis von Grund und Boden sowie Vermögenswerten der Wirtschaft abgesichert und vor allem streng begrenzt. Entscheidend war, dass die Geldmenge nicht mehr beliebig ausgeweitet wurde und Vertrauen zurückkehrte.

Der Rentenbankschein steht für den Versuch, wieder eine glaubwürdige und knappe Währung zu schaffen.

Im November 1923 warteten Menschen in Berlin auf die Ausgabe der neuen Rentenmark. 1924 wurde die Übergangslösung durch die Reichsmark ergänzt beziehungsweise abgelöst.

Das Video erklärt die Einführung der Rentenmark. Prüfe beim Anschauen besonders die Frage, warum eine neue Währung nur dann stabil sein kann, wenn Menschen ihr vertrauen und die Geldmenge glaubwürdig begrenzt wird.


Warum die Krise politisch wichtig war

Die Hyperinflation traf eine ohnehin instabile Demokratie. Viele Menschen verloren Ersparnisse und Sicherheit. Dadurch wurde das Vertrauen in Staat, Parteien und wirtschaftliche Ordnung belastet. 1923 war zugleich ein politisches Krisenjahr mit separatistischen Bewegungen, kommunistischen Aufstandsversuchen und dem Hitlerputsch in München.

Trotzdem wäre es zu einfach zu sagen, die Inflation von 1923 habe automatisch zur nationalsozialistischen Diktatur geführt. Nach der Stabilisierung erholte sich die Weimarer Republik zeitweise. Für den späteren Aufstieg der Nationalsozialisten spielte die Weltwirtschaftskrise ab 1929 eine besonders wichtige Rolle. Historisch sinnvoll ist deshalb eine Kette von Bedingungen, Krisen und politischen Entscheidungen statt einer einzigen Ursache.


Quellen kritisch lesen

Fotos, Geldscheine, Zeitungsausschnitte und Preisangaben sind historische Quellen. Sie zeigen unterschiedliche Ausschnitte der Vergangenheit. Ein Foto vom Geldtransport beweist zum Beispiel, dass große Bargeldmengen bewegt wurden. Es erklärt aber nicht von selbst, warum die Inflation entstand oder wie alle gesellschaftlichen Gruppen betroffen waren.

Wenn Du eine Quelle untersuchst, frage: Wer hat sie erstellt? Wann und wo entstand sie? Was ist zu sehen oder zu lesen? Was fehlt? Welche Absicht könnte dahinterstehen? Welche weiteren Quellen brauchst Du, um die Aussage zu überprüfen? Gerade bei spektakulären Inflationsbildern ist diese Quellenkritik wichtig.


Zeitleiste

Zeitpunkt Entwicklung
1914 Gold-Einlösung von Banknoten wird aufgehoben; der Krieg wird stark über Schulden und Kriegsanleihen finanziert.
1918 Der Krieg endet; hohe Staatsschulden und wirtschaftliche Belastungen bleiben.
1921 Reparationsfragen verschärfen den außen- und finanzpolitischen Druck.
Januar 1923 Frankreich und Belgien besetzen das Ruhrgebiet; die Reichsregierung unterstützt den passiven Widerstand.
Sommer bis Herbst 1923 Die Inflation beschleunigt sich zur extremen Hyperinflation; Preise und Nennwerte steigen in immer kürzeren Abständen.
September 1923 Der passive Widerstand wird beendet.
15. November 1923 Die Rentenmark wird ausgegeben und die Währung stabilisiert sich.
1924 Die Reichsmark wird eingeführt; mit dem Dawes-Plan werden auch Reparationsfragen neu geregelt.


Merksätze

  1. Inflation: Wenn das allgemeine Preisniveau steigt, sinkt die Kaufkraft des Geldes.
  2. Hyperinflation: 1923 verlor die Papiermark so schnell an Wert, dass Geld seine normalen Funktionen teilweise nicht mehr erfüllte.
  3. Ruhrbesetzung: Der passive Widerstand und seine Finanzierung verschärften 1923 die bereits bestehende Krise.
  4. Alltag: Löhne mussten schnell ausgegeben werden, Preise änderten sich ständig und Tauschgeschäfte gewannen an Bedeutung.
  5. Rentenmark: Die Stabilisierung gelang durch eine neue, knapp gehaltene Währung, eine strengere Finanzpolitik und wiedergewonnenes Vertrauen.
  6. Weimarer Republik: Die Inflation schwächte Vertrauen und soziale Sicherheit, war aber nicht die einzige Ursache späterer politischer Radikalisierung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet Inflation im wirtschaftlichen Sinn? (Das allgemeine Preisniveau steigt und die Kaufkraft des Geldes sinkt) (!Nur ein einzelnes Produkt wird teurer) (!Die Geldmenge wird immer kleiner) (!Alle Löhne steigen automatisch genauso schnell wie die Preise)




Welche Entwicklung gehört zur Vorgeschichte der Inflation von 1923? (Die starke Kriegsfinanzierung über Schulden und Kriegsanleihen) (!Die Einführung des Euro) (!Der Börsencrash von 1929 als unmittelbarer Auslöser) (!Die deutsche Wiedervereinigung)




Was geschah im Januar 1923 im Ruhrgebiet? (Französische und belgische Truppen besetzten das Ruhrgebiet) (!Die Rentenmark wurde eingeführt) (!Die Reichsmark wurde abgeschafft) (!Der Erste Weltkrieg begann)




Warum verschärfte der passive Widerstand die Finanzkrise? (Der Staat finanzierte Unterstützungen bei gleichzeitig sinkender Produktion und geringeren Einnahmen) (!Der Staat senkte die Geldmenge sofort stark) (!Alle Unternehmen produzierten plötzlich mehr) (!Die Reparationsfrage war vollständig gelöst)




Welche Geldfunktion litt besonders, wenn Ersparnisse schnell ihren Wert verloren? (Wertaufbewahrung) (!Wettervorhersage) (!Grenzkontrolle) (!Wahlrecht)




Was tat man mit Löhnen in der Hochphase der Hyperinflation häufig? (Man versuchte sie möglichst schnell auszugeben) (!Man sparte sie jahrelang unverändert in Papiermark) (!Man tauschte sie automatisch in Euro) (!Man erhielt grundsätzlich nur noch Goldmünzen)




Welche Gruppe gehörte häufig zu den besonders Betroffenen? (Menschen mit Geldersparnissen und festen Einkommen) (!Alle Schuldner ohne Ausnahme) (!Nur ausländische Touristen) (!Ausschließlich Großgrundbesitzer)




Was wurde am 15. November 1923 ausgegeben? (Rentenmark) (!Euro) (!D-Mark) (!Taler)




Welches Verhältnis galt zwischen Rentenmark und Papiermark? (Eine Rentenmark entsprach einer Billion Papiermark) (!Eine Rentenmark entsprach hundert Papiermark) (!Eine Rentenmark entsprach zehn Papiermark) (!Eine Rentenmark entsprach einer Million Papiermark)




Welche Aussage beschreibt die politische Bedeutung der Hyperinflation angemessen? (Sie belastete Vertrauen und soziale Sicherheit, war aber nicht allein für spätere Entwicklungen verantwortlich) (!Sie führte automatisch und unmittelbar zur Diktatur) (!Sie hatte keinerlei politische Folgen) (!Sie beendete 1923 die Weimarer Republik)





Memory

Papiermark stark entwertete Währung
Rentenmark Stabilisierung ab November 1923
Ruhrbesetzung französisch-belgische Besetzung
Notgeld lokal ausgegebenes Ersatzgeld
Kaufkraft Menge an Waren für einen Geldbetrag
Passiver Widerstand Arbeitsniederlegung gegen die Besetzung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Kriegsfinanzierung hohe Staatsschulden und wachsende Geldmenge
Ruhrbesetzung Produktions- und Steuerausfälle im wichtigen Industriegebiet
Passiver Widerstand staatliche Unterstützung trotz Arbeitsausfällen
Hyperinflation schneller Verlust von Kaufkraft und Geldfunktionen
Rentenmark Stabilisierung der Währung im November 1923






Kreuzworträtsel

Rentenmark Welche neue Währung wurde im November 1923 ausgegeben?
Reichsbank Welche zentrale Bank gab während der Krise große Mengen Papiergeld aus?
Kaufkraft Wie heißt die Menge an Waren und Dienstleistungen, die man mit Geld kaufen kann?
Notgeld Wie nennt man zusätzlich ausgegebene Ersatz-Zahlungsmittel von Kommunen oder Unternehmen?
Ruhrgebiet Welche deutsche Industrieregion wurde im Januar 1923 besetzt?
Papiermark Wie wird die stark entwertete Markwährung der Inflationszeit häufig bezeichnet?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die extreme Geldentwertung des Jahres 1923 wird als

bezeichnet.
Mit steigenden Preisen sank die

der Mark.
Die Besetzung des wichtigen Industriegebiets betraf das

.
Die Reichsregierung unterstützte dort den

gegen die Besatzung.
Viele Menschen versuchten ihren Lohn sehr

auszugeben.
Geldersparnisse verloren während der Krise stark an

.
Im November 1923 wurde die

ausgegeben.
Eine Rentenmark entsprach einer

Papiermark.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Geldschein untersuchen: Wähle einen Inflationsgeldschein aus dem aiMOOC. Beschreibe Nennwert, Gestaltung und mögliche Aussage über die Krise. Erkläre anschließend, warum ein hoher Nennwert nicht mit hoher Kaufkraft gleichzusetzen ist.
  2. Alltag 1923: Schreibe einen kurzen Tagebucheintrag aus der Sicht einer Schülerin oder eines Schülers im Jahr 1923. Baue mindestens drei konkrete Alltagsprobleme ein.
  3. Begriffe erklären: Gestalte fünf Lernkarten zu Inflation, Kaufkraft, Papiermark, Notgeld und Rentenmark. Verwende eigene Formulierungen.
  4. Bildquelle analysieren: Wähle ein Foto aus dem aiMOOC und beantworte die Fragen Wer, wann, wo, was ist zu sehen und was bleibt offen.


Standard

  1. Preisvergleich: Erstelle aus den Brotpreisen im Text ein Diagramm. Entscheide, ob eine lineare Darstellung sinnvoll ist, und begründe Deine Wahl.
  2. Gewinner und Verlierer: Entwickle zwei fiktive Haushalte im Jahr 1923, zum Beispiel eine Sparerfamilie und einen verschuldeten Sachwertbesitzer. Vergleiche, wie die Inflation beide trifft.
  3. Nachrichtensendung 1923: Produziere in einer Gruppe eine zwei- bis dreiminütige Nachrichtensendung zum Herbst 1923. Trennt Nachricht, Erklärung und Kommentar.
  4. Geldfunktionen: Untersuche an drei Beispielen, wie Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrung in der Hyperinflation beeinträchtigt wurden.


Schwer

  1. Ursachennetz: Erstelle ein Wirkungsgefüge mit mindestens acht Faktoren von der Kriegsfinanzierung bis zur Stabilisierung. Markiere Rückkopplungen, zum Beispiel zwischen Vertrauensverlust, Wechselkurs und Preissteigerungen.
  2. Quellenvergleich: Vergleiche zwei Bilder und eine schriftliche Quelle zur Inflation. Prüfe, welche Aussagen sich gegenseitig bestätigen und wo Grenzen der Quellen liegen.
  3. Währungsreform bewerten: Verfasse ein begründetes Urteil zur Aussage Die Rentenmark allein beendete die Hyperinflation. Berücksichtige auch Finanzpolitik, Ende des passiven Widerstands und Vertrauen.
  4. Transfer Inflation: Vergleiche die Hyperinflation von 1923 mit einer späteren Inflationsphase. Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus, ohne beide Situationen gleichzusetzen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ursachen erklären: Erkläre in einer zusammenhängenden Kette, wie Kriegsfinanzierung, Staatsdefizite, Ruhrbesetzung, passiver Widerstand und Geldschöpfung zusammenwirkten. Nenne zu jedem Glied der Kette eine Wirkung.
  2. Alltagsentscheidung beurteilen: Eine Familie erhält morgens ihren Wochenlohn und überlegt, ob sie ihn bis zum Wochenende aufbewahren soll. Beurteile diese Entscheidung aus Sicht des Herbstes 1923 und nutze die Geldfunktion Wertaufbewahrung.
  3. Verteilungswirkung analysieren: Vergleiche einen Sparer mit 20.000 Mark Guthaben und einen Schuldner mit 20.000 Mark Kredit. Erkläre ohne bloße Rechenaufgabe, warum die gleiche Inflation beide unterschiedlich treffen kann.
  4. Quelle kritisch prüfen: Ein Foto zeigt einen Geldtransport mit großen Taschen. Formuliere zwei Aussagen, die das Foto stützt, und zwei Fragen, die Du nur mit weiteren Quellen beantworten kannst.
  5. Stabilisierung erklären: Begründe, warum die Einführung einer neuen Banknote allein nicht genügt hätte. Beziehe Geldmenge, Staatshaushalt und Vertrauen ein.
  6. Historisches Urteil: Prüfe die Aussage Die Hyperinflation von 1923 zerstörte zwangsläufig die Weimarer Republik. Formuliere ein differenziertes Urteil und berücksichtige die Stabilisierung nach 1923 sowie spätere Krisen.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du historische Entwicklungen erklären und wirtschaftliche Begriffe anwenden kannst.

  1. Du kannst Inflation, Hyperinflation und Kaufkraft voneinander unterscheiden und verständlich erklären.
  2. Du kannst die Ursachen der Krise als Zusammenwirken mehrerer Faktoren darstellen und vermeidest einfache Ein-Ursachen-Erklärungen.
  3. Du kannst Folgen für Alltag, Löhne, Preise, Ersparnisse, Schulden und Handel erläutern.
  4. Du kannst Gewinner und Verlierer differenziert vergleichen.
  5. Du kannst erklären, warum Geld Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel sein soll und wie diese Funktionen 1923 gestört wurden.
  6. Du kannst die Stabilisierung durch Ende des passiven Widerstands, Finanzpolitik, Begrenzung der Geldmenge und Rentenmark erklären.
  7. Du kannst historische Bilder, Geldscheine und Preisangaben als Quellen untersuchen und ihre Grenzen benennen.
  8. Du kannst die politische Bedeutung der Krise beurteilen, ohne einen automatischen Weg von 1923 zu 1933 zu behaupten.




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