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Baden-Württemberg 2050

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Baden-Württemberg 2050




Einleitung

Wie könnte Baden-Württemberg im Jahr 2050 aussehen? Diese Frage lässt sich nicht mit einer einzigen sicheren Prognose beantworten. Zu viele Entwicklungen wirken gleichzeitig: Demografischer Wandel, Migration, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, die Transformation der Industrie, neue Formen von Mobilität, der Ausbau erneuerbarer Energien, Veränderungen des Klimas, Wasserknappheit, Biodiversitätsverlust und gesellschaftliche Entscheidungen.

Dieser aiMOOC zeigt Dir deshalb nicht „die“ Zukunft Baden-Württembergs, sondern arbeitet mit Zukunftsszenarien. Ein Szenario beschreibt eine mögliche, in sich plausible Entwicklung. Es verbindet Daten, Annahmen und Wechselwirkungen. Szenarien helfen Dir dabei, Unsicherheiten sichtbar zu machen, Alternativen zu vergleichen und eigene Entscheidungen zu begründen.

Baden-Württemberg verbindet hochindustrialisierte Räume wie die Region Stuttgart oder den Rhein-Neckar-Raum mit ländlichen Gebieten, Mittelgebirgen, Waldlandschaften und bedeutenden Agrarräumen. Gerade diese Vielfalt macht das Land für Zukunftsanalysen interessant: Eine Entwicklung kann für eine Großstadt völlig andere Folgen haben als für eine Gemeinde im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb oder am Bodensee.

Der SWR-Beitrag zu zunehmenden Klimaextremen eignet sich als Medienimpuls. Prüfe beim Anschauen, welche Aussagen Beobachtungen betreffen, welche auf Modellrechnungen beruhen und welche als politische oder gesellschaftliche Bewertung formuliert sind.


Szenarien sind keine Vorhersagen

Eine Prognose versucht, auf Grundlage vorhandener Daten eine wahrscheinliche Entwicklung abzuschätzen. Ein Szenario fragt dagegen: Was könnte geschehen, wenn bestimmte Annahmen eintreten? Gute Szenarien machen diese Annahmen transparent.

Für Baden-Württemberg bis 2050 sind vor allem drei Arten von Aussagen zu unterscheiden: beobachtete Daten über die Gegenwart und Vergangenheit, Vorausberechnungen unter bestimmten Annahmen sowie politische Ziele, die erreicht werden sollen, aber nicht automatisch eintreten. Wenn das Land beispielsweise Netto-Treibhausgasneutralität bis 2040 anstrebt, ist dies ein Zielpfad und keine Garantie für den tatsächlichen Zustand im Jahr 2040.

Diese Unterscheidung ist für wissenschaftliches Arbeiten wichtig. Sie verhindert, dass politische Zielsetzungen, Modellrechnungen und sichere Fakten miteinander verwechselt werden.


Ausgangspunkt: Baden-Württemberg heute

Die amtliche Bevölkerungsvorausberechnung auf Basis des Jahres 2023 zeigt, wie stark das Ergebnis von Annahmen abhängt. Für 2050 reicht die Spannweite der Landesrechnung von rund 11,26 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern in der unteren Variante über rund 11,73 Millionen in der Hauptvariante bis zu rund 12,21 Millionen in der oberen Variante. In der Hauptvariante steigt zugleich der Anteil älterer Menschen deutlich. Das Statistische Landesamt weist für 2050 einen Anteil der Menschen ab 60 Jahren von etwa 32 Prozent aus. Migration, Geburtenentwicklung und Lebenserwartung werden damit zu zentralen Zukunftsfaktoren.

Auch wirtschaftlich startet das Land von einer besonderen Ausgangslage. Baden-Württemberg ist stark industriell geprägt. Automobilwirtschaft, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie, Medizintechnik und zahlreiche mittelständische Unternehmen sind international verflochten. 2025 wurden Waren im Wert von rund 241 Milliarden Euro exportiert. Gleichzeitig standen insbesondere wichtige Industriebranchen unter Transformationsdruck. Für 2050 ist deshalb nicht nur entscheidend, wie viel produziert wird, sondern was, mit welcher Energie, mit welchen Qualifikationen und für welche Märkte produziert wird.

Der Wandel der Automobilwirtschaft ist ein Beispiel für einen Strukturwandel, bei dem Technologie, Beschäftigung, internationale Konkurrenz, Weiterbildung, Energieversorgung und Klimapolitik eng zusammenhängen.


Gesellschaft 2050: älter, vielfältiger, anders verteilt?

Die Bevölkerungsentwicklung beeinflusst fast alle anderen Bereiche. Eine alternde Gesellschaft benötigt mehr Pflege, barrierefreie Wohnungen, Gesundheitsangebote und altersgerechte Mobilität. Gleichzeitig brauchen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen genügend qualifizierte Arbeitskräfte. Zuwanderung kann deshalb nicht nur die Einwohnerzahl verändern, sondern auch Arbeitsmarkt, Bildungssystem, Wohnungsmarkt und kulturelles Leben.

Entscheidend ist außerdem die räumliche Verteilung. Hochschulstädte und wirtschaftsstarke Regionen können weiterhin Menschen anziehen, während einzelne ländliche Räume stärker mit Fachkräftemangel, langen Wegen oder dem Erhalt von Infrastruktur kämpfen könnten. Digitalisierung kann diese Unterschiede teilweise verringern, etwa durch Telemedizin, digitales Lernen oder ortsunabhängige Arbeit. Sie kann Unterschiede aber auch verstärken, wenn Netze, Kompetenzen oder öffentliche Angebote ungleich verteilt sind.

Für Dein Szenario solltest Du deshalb nicht nur nach der Einwohnerzahl fragen. Wichtig sind auch Altersstruktur, Qualifikation, Migration, soziale Teilhabe, Wohnraum, Bildungszugang und regionale Unterschiede.


Wirtschaft 2050: Transformation statt einfacher Fortschreibung

Eine zentrale Zukunftsfrage lautet, ob Baden-Württemberg seine starke industrielle Basis erfolgreich auf neue Technologien und klimaverträgliche Produktionsweisen ausrichten kann. Bei Fahrzeugen verschiebt sich Wertschöpfung beispielsweise von Verbrennungsmotoren zu Batterien, Leistungselektronik, Software, Sensorik, Datenverarbeitung und neuen Mobilitätsdiensten. Im Maschinenbau wachsen Felder wie Automatisierung, Robotik, Ressourceneffizienz und Produktionstechnik für klimaneutrale Energiesysteme.

Künstliche Intelligenz kann Produktivität erhöhen und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Gleichzeitig verändern automatisierte Systeme Tätigkeitsprofile. Deshalb wird Weiterbildung zu einer dauerhaften Aufgabe. Nicht nur technische Berufe sind betroffen: Verwaltung, Handel, Logistik, Medien, Bildung und Gesundheitswesen verändern sich ebenfalls.

Ein erfolgreiches Wirtschaftsszenario für 2050 hängt daher von mehreren Bedingungen ab: ausreichender Energie- und Netzinfrastruktur, Forschung und Innovation, Investitionen, international wettbewerbsfähigen Unternehmen, qualifizierten Fachkräften, sozialer Absicherung und der Fähigkeit, neue Wertschöpfung im Land zu halten.


Energie und Klimaneutralität

Das Klimagesetz Baden-Württemberg sieht eine Minderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 bis 2030 und Netto-Treibhausgasneutralität bis 2040 vor. Für ein Szenario 2050 bedeutet dies: Wenn dieser Pfad erreicht wird, müsste das Energiesystem bereits vor 2050 weitgehend ohne fossile Emissionen funktionieren.

Dafür spielen Photovoltaik, Windenergie, Stromnetze, Speicher, flexible Nachfrage, Wärmenetze, Wärmepumpen, Energieeffizienz und in bestimmten Anwendungen erneuerbar erzeugter Wasserstoff zusammen. Elektrifizierung verbindet die Sektoren: Mehr Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen erhöhen zwar den Strombedarf, können aber fossile Brennstoffe ersetzen.

Bei der Bewertung von Energieszenarien solltest Du nicht nur auf die Menge erneuerbaren Stroms achten. Frage auch nach Netzausbau, Flächenkonflikten, Akzeptanz, Versorgungssicherheit, Kosten, Importabhängigkeiten und der Geschwindigkeit von Genehmigungs- und Bauverfahren.


Mobilität und Siedlungsentwicklung

Mobilität betrifft Klimaschutz, Lebensqualität und soziale Teilhabe gleichzeitig. Politische Zielpfade des Landes für 2030 sehen unter anderem mehr öffentlichen Verkehr, einen höheren Anteil des Rad- und Fußverkehrs und weniger motorisierten Verkehr vor. Ob und wie daraus bis 2050 eine neue Mobilitätskultur entsteht, hängt auch von Siedlungsstrukturen ab.

In einem verdichteten Stadtquartier lassen sich viele Wege mit Bahn, Bus, Fahrrad oder zu Fuß bewältigen. In dünn besiedelten Regionen sind flexible Busangebote, Rufsysteme, Fahrradverbindungen, Sharing-Angebote und digitale Vernetzung wichtiger. Autonomes Fahren könnte neue Angebote ermöglichen, kann aber auch zusätzlichen Verkehr erzeugen, wenn Fahrzeuge häufig leer fahren oder sehr billig nutzbar werden.

Auch Fläche ist ein begrenzter Zukunftsfaktor. Baden-Württemberg verfolgt das politische Ziel, die zusätzliche Flächeninanspruchnahme langfristig stark zu reduzieren und bis 2035 eine Netto-Null anzustreben. Für 2050 stellt sich deshalb die Frage, wie Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Energieerzeugung, Landwirtschaft und Naturschutz auf derselben begrenzten Fläche miteinander vereinbart werden.


Klima, Wasser und Gesundheit

Der Klimawandel ist in Baden-Württemberg bereits messbar. Die langfristige Jahresmitteltemperatur ist seit Beginn der Messreihen deutlich gestiegen. Klimamodelle zeigen für die kommenden Jahrzehnte weitere Erwärmung sowie veränderte Risiken durch Hitze, Trockenperioden, Starkregen und Hochwasser. Wie stark einzelne Veränderungen ausfallen, hängt vom globalen Emissionspfad und vom jeweiligen Klimamodell ab.

Niedrigwasser kann Schifffahrt, Industrie, Energieversorgung und Gewässerökologie beeinträchtigen. Gleichzeitig können Starkregenereignisse große Schäden verursachen. Das bedeutet: Klimaanpassung muss mit unterschiedlichen Extremen umgehen.

Der Masterplan Wasserversorgung Baden-Württemberg untersucht die Versorgungslage auch mit Blick auf 2050. Der landesweite Klimacheck kommt zu dem Ergebnis, dass ohne geeignete Gegenmaßnahmen bei rund der Hälfte der Kommunen während langanhaltender Hitze- und Trockenperioden signifikante Defizite bei der Deckung des Spitzenbedarfs auftreten könnten. Das ist kein unausweichliches Ergebnis, sondern gerade ein Hinweis darauf, wo Vorsorge, Verbundsysteme, Infrastruktur und sparsamer Umgang mit Wasser wichtig werden.

Hitze betrifft außerdem Gesundheit und Stadtplanung. Begrünte Straßen, Schatten, entsiegelte Flächen, Trinkwasserangebote, kühlende Freiräume und angepasste Gebäude können Risiken senken. Besonders wichtig ist dabei der Schutz von Menschen, die Hitze weniger gut ausgleichen können.


Wald, Landwirtschaft und Biodiversität

Wälder erfüllen gleichzeitig Funktionen für Biodiversität, Wasserhaushalt, Holzproduktion, Erholung und Klimaschutz. Trockenheit, Hitze, Stürme und Schädlinge verändern jedoch die Bedingungen. Die Waldstrategie Baden-Württemberg 2050 setzt deshalb auf einen langfristigen Anpassungsprozess und auf widerstandsfähige, strukturreiche und standortgerechte Wälder.

Auch die Landwirtschaft muss sich an veränderte Vegetationsperioden, Hitze, Trockenheit, Starkregen und neue Schaderreger anpassen. Gleichzeitig konkurriert sie mit Siedlung, Verkehr, Energieerzeugung und Naturschutz um Fläche. Zukunftsfähige Lösungen können deshalb nur gefunden werden, wenn Ernährung, Bodenfruchtbarkeit, Wasser, Biodiversität und wirtschaftliche Existenz landwirtschaftlicher Betriebe gemeinsam betrachtet werden.


Vier didaktische Zukunftsszenarien für 2050

Die folgenden Szenarien sind keine amtlichen Prognosen. Sie sind Lernmodelle, die aus heute sichtbaren Einflussfaktoren abgeleitet werden. Ihre Aufgabe ist es, Zusammenhänge und Zielkonflikte sichtbar zu machen.

Szenario Gesellschaft Wirtschaft Umwelt und Infrastruktur
Innovationssprung Zuwanderung, Weiterbildung und soziale Integration stabilisieren den Arbeitsmarkt. Städte und Regionen investieren stark in Bildung und digitale Daseinsvorsorge. Industrie, Mittelstand und Forschung schaffen neue Wertschöpfung in Software, klimaneutraler Produktion, Energie- und Medizintechnik. Erneuerbare Energien, Netze, öffentlicher Verkehr und Klimaanpassung werden schnell ausgebaut. Ressourcenverbrauch sinkt durch Kreislaufwirtschaft.
Technik ohne Teilhabe Hochqualifizierte Gruppen profitieren stark, gleichzeitig wachsen Unterschiede bei Wohnraum, Einkommen, digitaler Kompetenz und regionaler Erreichbarkeit. Produktivität und Automatisierung steigen, aber Teile traditioneller Beschäftigung gehen verloren und neue Chancen konzentrieren sich räumlich. Technische Klimaschutzlösungen wachsen, doch Flächenkonflikte und ungleiche Anpassung führen zu Belastungen in einzelnen Kommunen.
Regionale Resilienz Kommunen, Zivilgesellschaft und Unternehmen setzen stark auf lokale Netzwerke, Pflege, Bildung, Beteiligung und Grundversorgung. Wirtschaft wächst moderater, dafür gewinnen Reparatur, Kreislaufwirtschaft, regionale Produktion und gemeinwohlorientierte Dienstleistungen an Gewicht. Wasser, Boden, Wald und Siedlungsflächen werden vorsorgend bewirtschaftet. Mobilität wird stärker auf kurze Wege und vernetzte Angebote ausgerichtet.
Dauerstress Alterung, Fachkräftemangel und hohe Wohn- und Infrastrukturkosten verschärfen Verteilungskonflikte. Wiederkehrende globale Krisen, Investitionsschwäche und Transformationsprobleme belasten Industrie und öffentliche Haushalte. Hitze, Trockenheit, Starkregen und Sanierungsstau treffen auf verspätete Anpassung. Kosten steigen und regionale Unterschiede nehmen zu.

Ein gutes Szenario darf nicht nur positive oder negative Schlagworte enthalten. Es muss erklären, warum Entwicklungen zusammenpassen. Wenn Du beispielsweise hohe Digitalisierung annimmst, musst Du auch fragen, wie Stromnetze, Fachkräfte, Datenschutz, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe dazu passen.


Projektlernen: Das Baden-Württemberg-2050-Labor

Im Projekt arbeitest Du wie ein kleines Zukunftsforschungsteam. Wähle eine Stadt, einen Landkreis oder einen Teilraum Baden-Württembergs. Nutze möglichst aktuelle Daten und dokumentiere das Jahr jeder Quelle.

  1. Raumanalyse: Beschreibe Ausgangslage, Bevölkerungsstruktur, Wirtschaftsprofil, Mobilität und besondere Umweltbedingungen Deines Untersuchungsraums.
  2. Schlüsselfaktoren: Wähle fünf bis acht Einflussfaktoren, die für 2050 besonders relevant sind.
  3. Unsicherheiten: Unterscheide zwischen relativ stabilen Trends und besonders unsicheren Faktoren wie Migration, Weltmärkte oder technologische Durchbrüche.
  4. Szenariotechnik: Entwickle mindestens zwei deutlich unterschiedliche, aber plausible Szenarien.
  5. Indikator: Bestimme für jedes Szenario messbare Größen, an denen man bis 2030 oder 2040 erkennen könnte, ob sich der Raum in diese Richtung entwickelt.
  6. Stakeholder: Prüfe das Szenario aus Sicht von Jugendlichen, Unternehmen, Kommunen, Landwirtschaft, Umweltverbänden und älteren Menschen.
  7. Produkt: Erstelle eine digitale Karte, ein Zukunftsposter, einen Podcast, ein Erklärvideo oder eine Ausstellung.
  8. Reflexion: Zeige, welche Annahmen unsicher sind und welche Entscheidungen schon heute den Handlungsspielraum für 2050 verändern.


Datenkompetenz und Quellenkritik

Für Zukunftsprojekte reicht es nicht, eine Zahl aus dem Internet zu übernehmen. Prüfe immer, wer die Daten veröffentlicht hat, welche Bezugsjahre verwendet werden, ob es sich um Messwerte oder Modellrechnungen handelt und welche Annahmen hinter einer Vorausberechnung stehen.

Besonders nützlich sind das Statistische Landesamt, der Klimaatlas BW, die LUBW, wissenschaftliche Institute und Hochschulen. Bei politischen Zielen solltest Du zusätzlich zwischen wissenschaftlicher Analyse, Regierungsprogramm, Gesetz, Interessenposition und journalistischer Darstellung unterscheiden.

Merksatz: Je weiter ein Szenario in die Zukunft reicht, desto wichtiger wird es, Annahmen sichtbar zu machen und mehrere mögliche Entwicklungen zu vergleichen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum werden für Baden-Württemberg 2050 mehrere Szenarien verwendet? (Weil die Zukunft von unsicheren Annahmen und miteinander verknüpften Entwicklungen abhängt) (!Weil für Baden-Württemberg keine statistischen Daten vorhanden sind) (!Weil Szenarien immer exakte Vorhersagen liefern) (!Weil politische Ziele automatisch eintreten)




Was zeigt die Bevölkerungsvorausberechnung für 2050 besonders deutlich? (Dass unterschiedliche Annahmen zu unterschiedlichen Bevölkerungszahlen führen) (!Dass die Einwohnerzahl bereits heute exakt für 2050 feststeht) (!Dass Migration keinen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung hat) (!Dass sich die Altersstruktur nicht verändert)




Welches Ziel nennt das Klimagesetz Baden-Württemberg für 2040? (Netto-Treibhausgasneutralität) (!Vollständige Abschaffung des öffentlichen Verkehrs) (!Verdopplung des Flächenverbrauchs) (!Beendigung aller Industrieproduktion)




Warum ist Weiterbildung für die Wirtschaft 2050 wichtig? (Weil Digitalisierung und Transformation Tätigkeitsprofile verändern) (!Weil technischer Wandel berufliche Qualifikationen bedeutungslos macht) (!Weil nur noch ein einziger Beruf benötigt wird) (!Weil Unternehmen künftig ohne Beschäftigte arbeiten müssen)




Welche Aussage beschreibt Klimaanpassung am besten? (Sie soll Schäden durch bereits eingetretene und zukünftige Klimafolgen verringern) (!Sie ersetzt vollständig den Klimaschutz) (!Sie verhindert jedes einzelne Extremwetterereignis) (!Sie betrifft ausschließlich Wälder)




Warum ist Wasser ein wichtiger Faktor für Szenarien bis 2050? (Weil Hitze und Trockenperioden Versorgung und Spitzenbedarf belasten können) (!Weil Baden-Württemberg keinerlei Flüsse besitzt) (!Weil Trinkwasser nur für die Industrie benötigt wird) (!Weil Niederschlag bis 2050 vollständig verschwindet)




Was ist ein möglicher Zielkonflikt bei der Flächennutzung? (Wohnen, Energie, Landwirtschaft und Naturschutz benötigen teilweise dieselben Flächen) (!Jede Fläche kann gleichzeitig unbegrenzt für alle Zwecke genutzt werden) (!Flächenplanung hat keine Verbindung zum Klimaschutz) (!Nur Verkehrsflächen sind für die Zukunft relevant)




Was kennzeichnet das Szenario Technik ohne Teilhabe? (Technischer Fortschritt verbindet sich mit wachsenden sozialen oder regionalen Unterschieden) (!Technische Innovation findet überhaupt nicht statt) (!Alle Regionen entwickeln sich automatisch identisch) (!Gesellschaftliche Unterschiede verschwinden vollständig)




Welche Aufgabe hat ein Indikator im Zukunftsprojekt? (Er macht Entwicklungen anhand beobachtbarer Größen überprüfbar) (!Er ersetzt jede Begründung durch eine Meinung) (!Er garantiert das Eintreten eines Szenarios) (!Er beschreibt ausschließlich historische Ereignisse)




Welche Quellenstrategie ist für ein Zukunftsszenario besonders geeignet? (Amtliche Daten, wissenschaftliche Quellen und transparente Annahmen werden miteinander verbunden) (!Eine einzelne Social-Media-Aussage wird ungeprüft übernommen) (!Nur Quellen ohne Veröffentlichungsdatum werden verwendet) (!Politische Ziele werden als sichere Messwerte behandelt)





Memory

Szenario mögliche Zukunft unter bestimmten Annahmen
Resilienz Fähigkeit mit Störungen umzugehen und sich anzupassen
Demografie Entwicklung und Struktur einer Bevölkerung
Transformation grundlegender struktureller Wandel
Klimaanpassung Vorsorge gegenüber Folgen des Klimawandels
Kreislaufwirtschaft möglichst lange Nutzung und Wiederverwendung von Ressourcen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Bevölkerungsvorausberechnung Annahmen zu Geburten, Sterblichkeit und Wanderung
Energiewende Umbau von Erzeugung, Netzen, Speichern und Verbrauch
Klimaanpassung Umgang mit Hitze, Trockenheit, Starkregen und weiteren Folgen
Strukturwandel Veränderung von Branchen, Technologien und Tätigkeitsprofilen
Flächenkreislauf Innenentwicklung und möglichst geringe neue Flächeninanspruchnahme




...


Kreuzworträtsel

Szenario Wie heißt eine mögliche Zukunftsentwicklung unter bestimmten Annahmen?
Migration Welcher Begriff bezeichnet räumliche Wanderungsbewegungen von Menschen?
Resilienz Wie heißt die Fähigkeit eines Systems, mit Belastungen umzugehen und sich anzupassen?
Photovoltaik Welche Technik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um?
Niedrigwasser Wie heißt ein außergewöhnlich niedriger Wasserstand eines Flusses?
Biodiversität Welcher Begriff bezeichnet die Vielfalt des Lebens?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein

beschreibt eine mögliche Zukunft unter bestimmten Annahmen.
Die amtliche Bevölkerungsvorausberechnung zeigt für 2050 mehrere

.
Eine alternde Gesellschaft verändert unter anderem den Bedarf an Pflege, Wohnen und

.
Der industrielle Wandel wird häufig mit dem Begriff

beschrieben.
Baden-Württemberg strebt Netto-Treibhausgasneutralität bis

an.
Für ein klimaneutrales Energiesystem spielen erneuerbare Energien und leistungsfähige

zusammen.
Hitze, Trockenheit und Starkregen erhöhen die Bedeutung der

.
Der Masterplan Wasserversorgung untersucht die Versorgungssicherheit mit Blick auf das Jahr

.
Widerstandsfähige Wälder sind ein Beispiel für ökologische

.
Gute Zukunftsforschung macht ihre zentralen

transparent.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zukunftspostkarte: Gestalte eine Postkarte aus dem Jahr 2050 aus einer baden-württembergischen Stadt oder Gemeinde. Markiere anschließend, welche Bildideen auf Daten beruhen und welche frei erfunden sind.
  2. Medienanalyse: Wähle ein Bild oder Video dieses aiMOOCs aus und erkläre, welche Zukunftsfrage dadurch besonders anschaulich wird.
  3. Indikatoren-Suche: Finde fünf messbare Größen, mit denen Du den Wandel Deiner Region beobachten könntest, und begründe Deine Auswahl.
  4. Alltagsmobilität: Dokumentiere einen typischen Wochenweg und entwickle zwei Varianten, wie derselbe Weg im Jahr 2050 organisiert sein könnte.


Standard

  1. Kommunalprofil: Erstelle ein Zukunftsprofil für Deine Stadt oder Gemeinde mit den Bereichen Bevölkerung, Wohnen, Arbeit, Mobilität, Energie und Klima.
  2. Szenariovergleich: Vergleiche zwei der vier Zukunftsszenarien und zeige mindestens drei Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.
  3. Stakeholder-Interview: Führe ein Interview mit einer Person aus Kommune, Unternehmen, Landwirtschaft, Umweltinitiative oder Sozialbereich über die wichtigsten Herausforderungen bis 2050.
  4. Datenvisualisierung: Erstelle aus amtlichen oder wissenschaftlichen Daten ein Diagramm zur Bevölkerungs-, Klima-, Verkehrs- oder Wirtschaftsstruktur und erkläre, welche Aussagen daraus nicht abgeleitet werden dürfen.


Schwer

  1. Szenariowerkstatt: Entwickle zwei eigene, klar unterscheidbare Szenarien für einen baden-württembergischen Landkreis und lege für jedes Szenario mindestens fünf Annahmen offen.
  2. Zukunftsrat: Simuliere eine politische Beratung für 2050 mit Rollen aus Wirtschaft, Jugend, Wissenschaft, Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik. Entwickelt einen gemeinsamen Maßnahmenplan.
  3. Transformationspfad: Entwirf für eine ausgewählte Branche einen Pfad von heute bis 2050 mit Meilensteinen für Qualifikation, Energie, Technologie und Beschäftigung.
  4. Forschungsprojekt: Untersuche einen konkreten Zielkonflikt wie Wohnungsbau versus Flächenschutz oder Windenergie versus Landschaftsschutz. Entwickle Kriterien für eine nachvollziehbare Entscheidung.




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Lernkontrolle

  1. Szenarien bewerten: Begründe, warum zwei Gruppen trotz gleicher Ausgangsdaten zu unterschiedlichen, aber wissenschaftlich vertretbaren Zukunftsszenarien gelangen können.
  2. Demografie und Wirtschaft: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie Altersstruktur, Migration und Fachkräftebedarf miteinander zusammenhängen.
  3. Klimaschutz und Anpassung: Entwickle eine Maßnahme, die sowohl Treibhausgasemissionen senkt als auch die Anpassung an Hitze verbessert, und nenne mögliche Zielkonflikte.
  4. Raumkonflikt: Eine Kommune benötigt gleichzeitig Wohnraum, Gewerbeflächen, Photovoltaik und Biotopverbund. Entwickle ein begründetes Verfahren, wie die Flächenansprüche priorisiert werden könnten.
  5. Industrie im Wandel: Analysiere, welche Folgen eine starke Automatisierung für Beschäftigung haben könnte. Beziehe mindestens eine Chance und ein Risiko ein.
  6. Wasser 2050: Entwirf für eine Gemeinde mit zunehmenden sommerlichen Trockenperioden ein Maßnahmenpaket und ordne jede Maßnahme den Bereichen Vorsorge, Infrastruktur oder Verhaltensänderung zu.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu Baden-Württemberg 2050 sind besonders wichtig:

  1. Quellenkompetenz: Du unterscheidest Messdaten, Vorausberechnungen, politische Ziele und Szenarien.
  2. Systemdenken: Du zeigst Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.
  3. Szenariokompetenz: Du formulierst nachvollziehbare Annahmen und leitest daraus plausible Entwicklungen ab.
  4. Datenkompetenz: Du nutzt geeignete Indikatoren und interpretierst Zahlen mit ihren Grenzen.
  5. Urteilskompetenz: Du erkennst Zielkonflikte und begründest Entscheidungen anhand transparenter Kriterien.
  6. Projektkompetenz: Du entwickelst ein eigenständiges Produkt und dokumentierst Arbeitsprozess, Quellen und Rollenverteilung.
  7. Reflexion: Du benennst Unsicherheiten und erklärst, welche neuen Informationen Dein Szenario verändern würden.




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