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Baden-Württemberg in der Europäischen Union

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Baden-Württemberg in der Europäischen Union



Baden-Württemberg in der Europäischen Union


Einleitung

Baden-Württemberg ist ein deutsches Bundesland, aber viele politische Rahmenbedingungen, die Wirtschaft, Umwelt, Verkehr, Forschung, Landwirtschaft, Kommunen oder Verbraucherinnen und Verbraucher im Südwesten betreffen, werden zugleich auf europäischer Ebene geprägt. Das Thema lässt sich deshalb nur als Mehrebenensystem verstehen: Entscheidungen entstehen im Zusammenspiel von EU, Bund, Ländern, Kommunen und gesellschaftlichen Akteuren.

Die europäische Integration ist für Baden-Württemberg nicht nur Außenpolitik. Sie betrifft den politischen Alltag des Landes. Das zeigt schon die Präambel der Landesverfassung, die Baden-Württemberg als Teil eines vereinten Europas mit föderativen Prinzipien und dem Grundsatz der Subsidiarität beschreibt. Auch wirtschaftlich ist die Verbindung eng: 2024 gingen 47,4 Prozent der baden-württembergischen Warenexporte in Staaten der EU. Damit ist der EU-Binnenmarkt ein zentraler Absatzraum für die stark exportorientierte Wirtschaft des Landes.

In diesem aiMOOC untersuchst Du nicht nur, welche Entscheidungen auf EU-Ebene fallen. Im Mittelpunkt steht vor allem, wie Baden-Württemberg regionale Interessen in europäische Entscheidungsprozesse einbringt, welche verfassungsrechtlichen Wege dafür bestehen und wo Konflikte zwischen gemeinsamen europäischen Zielen und regionalen Interessen entstehen können.


Die EU als Mehrebenensystem

Die Europäische Union ist weder ein klassischer Bundesstaat noch eine gewöhnliche internationale Organisation. Ihre Politik entsteht durch mehrere Institutionen und politische Ebenen. Für viele EU-Rechtsakte macht die Europäische Kommission einen Vorschlag. Im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren entscheiden anschließend in der Regel das direkt gewählte Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union, in dem die Regierungen der Mitgliedstaaten vertreten sind, gemeinsam über den Rechtsakt. Der Europäische Rat legt vor allem politische Leitlinien fest, ist aber nicht der gewöhnliche Gesetzgeber.

Das Berlaymont-Gebäude in Brüssel ist Sitz der Europäischen Kommission. Für Baden-Württemberg ist die Kommission wichtig, weil regionale Interessen möglichst früh in die Phase der Vorbereitung von Vorschlägen eingebracht werden sollen.

Das Europäische Parlament tagt unter anderem in Straßburg. Gerade für Baden-Württemberg ist dieser Ort räumlich näher als viele nationale Hauptstädte Europas und zugleich Teil einer grenzüberschreitenden politischen Region am Oberrhein.

Wichtig: Die baden-württembergische Landesregierung ist kein eigenes EU-Gesetzgebungsorgan. Sie besitzt im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren also kein separates Vetorecht. Regionaler Einfluss entsteht vor allem durch politische Kontakte, Fachwissen, Koalitionen mit anderen Regionen, die Mitwirkung über den Bund und den Bundesrat sowie durch beratende EU-Gremien.


Warum europäische Entscheidungen Baden-Württemberg besonders berühren

Baden-Württemberg ist stark industrialisiert und international verflochten. Besonders bedeutend sind unter anderem Fahrzeugbau, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Pharma sowie wissensintensive Dienstleistungen und Forschung. Deshalb können EU-Regeln zu Produktstandards, Klimaschutz, Wettbewerb, Beihilfen, Daten, Energie, Lieferketten oder Handel erhebliche regionale Folgen haben.

Ein Beispiel ist die Automobilwirtschaft. EU-weite CO₂-Vorgaben verfolgen das Ziel, Emissionen im Verkehrssektor zu senken und für alle Hersteller im Binnenmarkt vergleichbare Regeln zu schaffen. Aus baden-württembergischer Perspektive berühren solche Vorgaben zugleich Arbeitsplätze, Zulieferketten, Investitionen und technologische Transformationsprozesse. Ein regionales Interesse kann daher darin liegen, ausreichend Planungssicherheit und Transformationsspielräume zu fordern. Ein europäisches Interesse kann darin liegen, gemeinsame Klimaziele verbindlich und wettbewerbsneutral umzusetzen. Politisch entscheidend ist nicht, eine dieser Perspektiven automatisch für richtig zu erklären, sondern die Zielkonflikte transparent zu analysieren.


Wie Baden-Württemberg seine Interessen einbringt


Landesregierung und Landesvertretung in Brüssel

Die Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union in Brüssel ist eine zentrale Schnittstelle zwischen Stuttgart und der EU-Ebene. Sie beobachtet europäische Vorhaben, informiert die Landesregierung frühzeitig und vertritt Positionen des Landes gegenüber EU-Institutionen und Partnern. Außerdem dient sie als Plattform für Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Kommunen und Zivilgesellschaft.

Die frühe Phase ist besonders wichtig. Ist ein EU-Gesetz bereits politisch weitgehend ausgehandelt, sind Änderungen schwieriger. Interessenvertretung beginnt deshalb oft lange vor einer formellen Abstimmung: bei Konsultationen, Fachgesprächen, Kommissionsentwürfen, Netzwerken und informellen Kontakten.


Mitwirkung über den Bundesrat

Die deutschen Länder wirken nach Artikel 23 GG über den Bundesrat an EU-Angelegenheiten mit. Die Bundesregierung muss Bundestag und Bundesrat umfassend und möglichst früh unterrichten. Je stärker Gesetzgebungsbefugnisse, Behördenstrukturen oder Verwaltungsverfahren der Länder betroffen sind, desto größer ist das Gewicht der Bundesratsposition für die deutsche Verhandlungsposition.

Baden-Württemberg verfügt aufgrund seiner Einwohnerzahl über sechs Stimmen im Bundesrat. Diese Stimmen müssen einheitlich abgegeben werden.

Besonders weit geht Artikel 23 Absatz 6 GG: Wenn im Schwerpunkt ausschließliche Gesetzgebungsbefugnisse der Länder in den Bereichen schulische Bildung, Kultur oder Rundfunk betroffen sind, werden die deutschen Mitgliedstaatenrechte im Rat auf einen vom Bundesrat benannten Ländervertreter übertragen. Dieser handelt unter Beteiligung und in Abstimmung mit der Bundesregierung. Das zeigt, dass föderale Zuständigkeiten auch auf der EU-Ebene berücksichtigt werden.


Landtag und parlamentarische Kontrolle

Auch der Landtag von Baden-Württemberg befasst sich mit europäischen Vorhaben. Der Ausschuss für Europa und Internationales behandelt EU-Themen mit besonderer Bedeutung für das Land sowie Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Damit ist Europapolitik nicht nur Aufgabe der Exekutive. Parlamentarische Öffentlichkeit und Kontrolle sind wichtig, weil regionale Interessen politisch umstritten sein können.


Europaministerkonferenz und Zusammenarbeit der Länder

Die deutschen Länder koordinieren ihre europapolitischen Positionen außerdem in der Europaministerkonferenz. Sie kann gemeinsame Anliegen bündeln und gegenüber Bund und EU sichtbarer machen. Baden-Württemberg hatte vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 den Vorsitz der Europaministerkonferenz.

Das Beispiel zeigt: Einfluss entsteht nicht nur durch formale Zuständigkeiten, sondern auch durch Koalitionsbildung. Eine einzelne Region hat auf EU-Ebene begrenzte Macht. Mehrere Länder oder Regionen mit ähnlichen Interessen können dagegen politische Aufmerksamkeit erhöhen.


Ausschuss der Regionen

Der Europäische Ausschuss der Regionen ist ein beratendes Organ der EU, in dem regionale und kommunale Gebietskörperschaften vertreten sind. Er gibt Stellungnahmen zu Gesetzgebungsvorhaben ab, die die regionale oder lokale Ebene betreffen. Baden-Württemberg wirkt dort über einen Vertreter der Landesregierung mit. Deutschland verfügt im Ausschuss der Regionen über 24 Mitglieder.

Der Ausschuss der Regionen ist kein zweites Europäisches Parlament und kann EU-Gesetze nicht allein stoppen. Seine Bedeutung liegt vor allem in Beratung, Expertise, Vernetzung und der Verteidigung regionaler und lokaler Perspektiven.


Subsidiarität: Wer soll entscheiden?

Der Subsidiaritätsgrundsatz besagt vereinfacht: In Bereichen, die nicht ausschließlich der EU zugewiesen sind, soll die Union nur tätig werden, wenn die Ziele von den Mitgliedstaaten auf zentraler, regionaler oder lokaler Ebene nicht ausreichend erreicht werden können und wegen Umfang oder Wirkung besser auf EU-Ebene zu verwirklichen sind.

Subsidiarität bedeutet also nicht: Europa soll möglichst wenig regeln. Ebenso wenig bedeutet sie: Europa soll immer einheitlich regeln. Die eigentliche Prüfungsfrage lautet, welche Ebene ein Problem wirksam und demokratisch angemessen bearbeiten kann. Bei grenzüberschreitenden Umweltproblemen, Binnenmarktstandards oder Handel spricht oft viel für gemeinsames Handeln. Bei schulischer Organisation oder kulturellen Fragen können regionale Zuständigkeiten besonders wichtig sein.

Bundestag und Bundesrat besitzen nach Artikel 23 Absatz 1a GG zudem das Recht, wegen eines möglichen Verstoßes eines EU-Gesetzgebungsakts gegen das Subsidiaritätsprinzip den Europäischen Gerichtshof anzurufen.


Fallbeispiel 1: Automobilpolitik zwischen Klimazielen und Industrieregion

Die Automobilwirtschaft eignet sich besonders gut, um europäische Entscheidungen und regionale Interessen zu untersuchen. Baden-Württemberg ist Standort großer Hersteller und zahlreicher Zulieferer. EU-Regeln zu CO₂-Flottengrenzwerten, Ladeinfrastruktur, Beihilfen, Batterien oder Fahrzeugstandards wirken deshalb unmittelbar auf Investitionsentscheidungen im Land.

2025 brachte die baden-württembergische Landesregierung Forderungen in den strategischen Dialog der Europäischen Kommission zur Zukunft der Automobilindustrie ein. Dazu gehörten unter anderem eine frühere Überprüfung bestimmter CO₂-Vorgaben, mehr Flexibilität bei der Zielerreichung und ein schneller Ausbau von Lade- und Wasserstoffinfrastruktur. Der anschließend vorgestellte EU-Aktionsplan griff einzelne dieser Anliegen auf.

Für die Analyse ist entscheidend: Die Landesregierung vertritt hier eine bestimmte politische Position. Andere Akteure können dieselben Regeln anders bewerten, etwa Umweltverbände, Gewerkschaften, Verbraucherorganisationen, andere Regionen oder konkurrierende Unternehmen. Baden-Württemberg hat deshalb nicht automatisch ein einziges objektives Regionalinteresse. Regionale Interessen entstehen durch politische Aushandlung.


Fallbeispiel 2: EU-Förderpolitik in Baden-Württemberg

Europapolitik besteht nicht nur aus Regulierung. Sie verteilt auch Fördermittel und schafft Kooperationsprogramme. In der Förderperiode 2021–2027 unterstützt der EFRE in Baden-Württemberg unter anderem Forschung, Entwicklung und Innovation, Energieeffizienz, die Verringerung von Treibhausgasemissionen, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Bioökonomie. Seit 2024 werden im Programm außerdem Vorhaben im Rahmen von STEP, der Plattform für strategische Technologien für Europa, unterstützt.

Der ESF Plus investiert in Beschäftigung, Qualifizierung, soziale Teilhabe und Bildungschancen. Für Baden-Württemberg stehen in der Förderperiode 2021–2027 rund 218 Millionen Euro aus dem ESF Plus zur Verfügung. Solche Programme zeigen ein anderes Verhältnis zwischen EU und Region: Das Land versucht hier nicht nur, europäische Regeln zu beeinflussen, sondern gestaltet die Verwendung europäischer Mittel innerhalb gemeinsam festgelegter Ziele mit.


Fallbeispiel 3: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein

Baden-Württemberg grenzt an Frankreich und an die Schweiz. Gerade am Oberrhein wird sichtbar, dass politische Probleme nicht an Staatsgrenzen enden. Pendelverkehr, Bahnverbindungen, Hochschulkooperation, Gesundheitsversorgung, Hochwasserschutz, Energie und Naturschutz benötigen grenzüberschreitende Abstimmung.

Das Programm Interreg Oberrhein 2021–2027 wird aus dem EFRE kofinanziert und verfolgt unter anderem Ziele für Klimaanpassung, Energiewende, Biodiversität, Vernetzung, soziale Zusammenarbeit, Innovation und Bürgernähe. Damit wird die Region selbst zum politischen Handlungsraum.

Auch Verkehrsprojekte zeigen, wie regionale Interessen über Grenzen hinweg koordiniert werden müssen. Die Diskussion um eine Bahnverbindung Freiburg–Breisach–Colmar ist dafür ein anschauliches Beispiel.


Demokratische Chancen und Spannungen

Europäische Mehrebenenpolitik bietet Baden-Württemberg mehrere Chancen: Das Land kann Fachwissen früh einbringen, mit anderen Regionen Allianzen bilden, föderale Zuständigkeiten verteidigen und europäische Programme regional umsetzen. Gleichzeitig entstehen demokratische Herausforderungen. Entscheidungswege werden komplizierter, Verantwortlichkeiten können schwerer erkennbar sein und gut organisierte Akteure verfügen häufig über mehr Ressourcen für Interessenvertretung als kleinere Gruppen.

Für eine politikwissenschaftliche Analyse solltest Du deshalb immer mehrere Fragen verbinden:

  1. Kompetenz: Welche Ebene darf rechtlich entscheiden?
  2. Interesse: Wer formuliert welches regionale oder europäische Interesse?
  3. Einfluss: Über welchen formellen oder informellen Kanal wird Einfluss genommen?
  4. Legitimation: Wer ist gewählt, wer wird nur angehört und wer handelt als Interessenvertreter?
  5. Folgenabschätzung: Welche sozialen, ökonomischen, ökologischen und territorialen Folgen hat die Entscheidung?

Das Beispiel Baden-Württemberg zeigt damit besonders deutlich, dass europäische Politik kein fernes „Brüssel“ ist. Europäische Entscheidungen entstehen in einem Netzwerk aus Institutionen, Regierungen, Parlamenten, Regionen und gesellschaftlichen Akteuren. Wer regionale Interessen verstehen will, muss dieses Netzwerk und seine Machtverteilung analysieren.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Über welchen verfassungsrechtlichen Weg wirken die deutschen Länder in EU-Angelegenheiten mit? (Über den Bundesrat) (!Über einen eigenen Sitz im Europäischen Rat) (!Über ein Vetorecht der Landesvertretungen) (!Über den Europäischen Gerichtshof als Gesetzgeber)




Welche Institution macht bei vielen EU-Rechtsakten den Gesetzgebungsvorschlag? (Die Europäische Kommission) (!Der Ausschuss der Regionen) (!Der Bundesrat) (!Der Landtag von Baden-Württemberg)




Welche beiden EU-Organe entscheiden im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren in der Regel gemeinsam? (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union) (!Europäische Kommission und Europäischer Gerichtshof) (!Ausschuss der Regionen und Bundesrat) (!Europäischer Rat und Landesvertretung Baden-Württemberg)




Welche Aufgabe hat die baden-württembergische Landesvertretung in Brüssel besonders? (Frühzeitige Information und Interessenvertretung) (!Eigenständige Verabschiedung von EU-Verordnungen) (!Kontrolle des Europäischen Gerichtshofs) (!Ernennung der Mitglieder der Europäischen Kommission)




Wann erhält die Länderbeteiligung nach Artikel 23 Absatz 6 GG ein besonders starkes Gewicht? (Bei schulischer Bildung Kultur oder Rundfunk) (!Bei der gemeinsamen Handelspolitik der EU) (!Bei der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank) (!Bei der Festlegung des EU-Außenzolls)




Was beschreibt der Subsidiaritätsgrundsatz am besten? (Entscheidungen sollen auf der geeigneten politischen Ebene getroffen werden) (!Alle Entscheidungen sollen auf EU-Ebene getroffen werden) (!Regionen dürfen EU-Recht grundsätzlich ignorieren) (!Nur Kommunen dürfen grenzüberschreitende Probleme regeln)




Welche Funktion hat der Europäische Ausschuss der Regionen? (Beratung und Vertretung regionaler und lokaler Perspektiven) (!Alleinige Verabschiedung des EU-Haushalts) (!Kontrolle der Europäischen Zentralbank) (!Ernennung aller Minister der Mitgliedstaaten)




Welcher EU-Fonds unterstützt in Baden-Württemberg unter anderem Innovation und Klimaschutz? (EFRE) (!NATO) (!EZB) (!Europol)




Warum ist die EU-Automobilpolitik für Baden-Württemberg ein geeignetes Fallbeispiel? (Weil EU-Klimaregeln und regionale Industrieinteressen zusammentreffen) (!Weil Baden-Württemberg allein EU-Fahrzeugnormen erlässt) (!Weil der Automobilsektor nicht vom Binnenmarkt betroffen ist) (!Weil nur Kommunen über CO₂-Flottengrenzwerte entscheiden)




Was zeigt Interreg Oberrhein besonders deutlich? (Grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit) (!Die Abschaffung aller nationalen Grenzen) (!Die alleinige Zuständigkeit des Bundesrats für Verkehr) (!Die Unabhängigkeit Baden-Württembergs von EU-Förderung)





Memory

Bundesrat Mitwirkung der Länder an EU-Angelegenheiten
Landesvertretung Schnittstelle zwischen Stuttgart und Brüssel
Subsidiarität Entscheidung auf der geeigneten politischen Ebene
Ausschuss der Regionen Beratung aus regionaler und lokaler Perspektive
EFRE Förderung von regionaler Entwicklung und Innovation
Interreg Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Europäische Kommission Häufige Initiatorin von EU-Gesetzgebung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Bundesrat Föderale Mitwirkung der Länder
Landesvertretung Interessenvermittlung in Brüssel
Europäisches Parlament Direkt gewählte EU-Volksvertretung
Rat der Europäischen Union Vertretung der Regierungen der Mitgliedstaaten
Ausschuss der Regionen Beratende Stimme regionaler und lokaler Gebietskörperschaften






Kreuzworträtsel

Bundesrat Über welches Bundesorgan wirken die Länder an EU-Angelegenheiten mit?
Subsidiarität Welches Prinzip fragt nach der geeigneten politischen Entscheidungsebene?
Kommission Welche EU-Institution legt häufig Gesetzgebungsvorschläge vor?
Interreg Wie heißt das EU-Programm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit?
Regionen Welche Gebietsebene vertritt der Europäische Ausschuss der ...?
Binnenmarkt Wie heißt der gemeinsame Wirtschaftsraum ohne nationale Binnenzölle?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Baden-Württemberg wirkt in EU-Angelegenheiten auf Bundesebene vor allem über den

mit.
Die Landesvertretung in

informiert die Landesregierung frühzeitig über europapolitische Entwicklungen.
Bei vielen EU-Rechtsakten legt die Europäische

zunächst einen Vorschlag vor.
Im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren entscheiden Parlament und

gemeinsam.
Das Prinzip der

fragt danach, ob eine politische Aufgabe auf einer niedrigeren Ebene ausreichend gelöst werden kann.
Bei schulischer Bildung, Kultur oder

können die Länder nach Artikel 23 GG eine besonders starke Rolle im deutschen EU-Handeln erhalten.
Der

unterstützt in Baden-Württemberg unter anderem Innovation und Klimaschutz.
Das Programm

fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Regionale Interessen sind nicht automatisch einheitlich, sondern Ergebnis politischer

.
Das Zusammenspiel von EU, Bund, Ländern und Kommunen wird als

beschrieben.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Institutionenkarte: Erstelle eine Grafik mit EU, Bund, Land und Kommune und ordne mindestens acht Akteure den Ebenen zu.
  2. Medienanalyse: Wähle eines der eingebetteten Videos und notiere drei Aussagen darüber, wie regionale Interessen in europäische Politik gelangen.
  3. Begriffsnetz: Verbinde die Begriffe Bundesrat, Landesvertretung, Subsidiarität, Ausschuss der Regionen und Interreg in einem Concept-Map.
  4. Lokalbezug: Recherchiere ein EU-gefördertes Projekt in Deiner Region und erkläre, welches europäische Ziel mit einem lokalen Bedarf verbunden wird.


Standard

  1. Positionsvergleich: Vergleiche zwei unterschiedliche Positionen zu einem aktuellen EU-Thema, das Baden-Württemberg betrifft, und trenne Fakten, Interessen und Werturteile.
  2. Planspiel EU-Gesetzgebung: Simuliere mit mehreren Rollen einen EU-Gesetzgebungsprozess und ergänze eine baden-württembergische Landesposition.
  3. Subsidiaritätsprüfung: Prüfe an einem selbst gewählten Politikproblem, ob EU, Bund, Land oder Kommune die geeignetste Entscheidungsebene ist.
  4. Grenzregion Oberrhein: Entwickle einen Projektvorschlag für eine grenzüberschreitende Herausforderung zwischen Baden-Württemberg und Frankreich.


Schwer

  1. Policy Paper: Verfasse ein zweiseitiges Policy Paper für die Landesvertretung in Brüssel zu einem aktuellen EU-Vorhaben und begründe eine realistische Einflussstrategie.
  2. Akteursanalyse: Untersuche zu einem EU-Dossier mindestens sechs Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft und analysiere Ressourcen, Interessen und Konfliktlinien.
  3. Föderalismusvergleich: Vergleiche die EU-Mitwirkungsrechte deutscher Länder mit den Einflussmöglichkeiten einer Region in einem weniger föderalen EU-Mitgliedstaat.
  4. Interviewprojekt: Führe ein Interview mit einer Person aus Verwaltung, Politik, Verband, Gewerkschaft, Unternehmen oder Wissenschaft über die praktische Bedeutung europäischer Entscheidungen für Baden-Württemberg.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Mehrebenenanalyse: Ein EU-Vorschlag betrifft gleichzeitig Klimaschutz und kommunale Verkehrsplanung. Erkläre, welche Ebenen beteiligt sein könnten und wo Kompetenzkonflikte entstehen können.
  2. Interessenabwägung: Entwickle Kriterien, mit denen sich eine baden-württembergische Forderung zur Automobilpolitik daraufhin prüfen lässt, ob sie regional sinnvoll und zugleich europäisch tragfähig ist.
  3. Demokratische Legitimation: Beurteile, ob die Vielzahl regionaler Einflusskanäle die Demokratie in der EU eher stärkt oder die Verantwortlichkeit unübersichtlicher macht.
  4. Subsidiaritätstransfer: Übertrage den Subsidiaritätsgedanken auf ein neues Beispiel aus Bildung, Digitalisierung oder Umwelt und begründe Deine Wahl der Entscheidungsebene.
  5. Förderpolitik: Analysiere, wie ein EFRE- oder Interreg-Projekt gleichzeitig EU-Ziele und regionale Entwicklungsinteressen erfüllen kann.
  6. Konfliktanalyse: Zeige an einem selbst gewählten Beispiel, warum es problematisch wäre, von „dem“ baden-württembergischen Interesse zu sprechen, ohne Akteure und Gegenpositionen zu benennen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Institutionen aufzählen, sondern politische Entscheidungswege analysieren kannst.

  1. Du kannst das Mehrebenensystem aus EU, Bund, Land und Kommunen erklären.
  2. Du kannst die Rollen von Europäischer Kommission, Europäischem Parlament, Rat der Europäischen Union und Ausschuss der Regionen unterscheiden.
  3. Du kannst die Mitwirkung der Länder über den Bundesrat und die Bedeutung von Artikel 23 GG erläutern.
  4. Du kannst Subsidiarität auf konkrete politische Probleme anwenden.
  5. Du kannst formelle und informelle Wege baden-württembergischer Interessenvertretung unterscheiden.
  6. Du kannst regionale Interessen als politisch umstrittene Positionen analysieren und mehrere Akteursgruppen berücksichtigen.
  7. Du kannst an einem Fallbeispiel die Verbindung von EU-Regulierung, regionaler Wirtschaft und gesellschaftlichen Zielen bewerten.
  8. Du kannst die Bedeutung von EFRE, ESF Plus oder Interreg für Baden-Württemberg an einem konkreten Beispiel erläutern.




OERs zum Thema

  1. Europapolitik des Landes Baden-Württemberg
  2. Vertretung Baden-Württembergs bei der EU
  3. Artikel 23 Grundgesetz
  4. Ausschuss für Europa und Internationales des Landtags
  5. EFRE Baden-Württemberg
  6. ESF Plus Baden-Württemberg
  7. Interreg Oberrhein


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