Ökosystem Rhein - Baden-Württemberg

Ökosystem Rhein - Baden-Württemberg
Ökosystem Rhein - Baden-Württemberg
Einleitung
Der Rhein ist für Baden-Württemberg gleichzeitig Fluss, Lebensraum, Verkehrsweg, Energiequelle und Hochwasserrisiko. Besonders am Oberrhein zwischen Basel und der Region Mannheim zeigt sich, wie eng Natur und menschliche Nutzung miteinander verbunden sind. Ein Flussökosystem besteht nämlich nicht nur aus dem Wasser im Hauptstrom. Dazu gehören auch Ufer, Kies- und Sandbänke, Altarme, Grundwasser, Auwälder, Wiesen sowie die Lebewesen, die zwischen diesen Bereichen wechseln.

In diesem aiMOOC lernst Du den Rhein in Baden-Württemberg als Ökosystem kennen. Du untersuchst, warum Auen besonders artenreiche Lebensräume sein können, welche Folgen Rheinbegradigung, Deiche, Staustufen, Schifffahrt und Landnutzung haben und wie heutiger Hochwasserschutz mit Renaturierung verbunden werden kann. Dabei geht es nicht um ein einfaches „Natur gegen Mensch“, sondern um die Frage, wie unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang gebracht werden können.
Das Video aus dem Projekt „Rheinauen bei Rastatt“ zeigt aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen, warum Auen besondere Lebensräume sind.
Der Rhein als Fließgewässer
Ein Fließgewässer ist ständig in Bewegung. Strömung transportiert Wasser, Sauerstoff, Nährstoffe, Sedimente und Organismen. Dabei unterscheiden sich schnell strömende Bereiche von ruhigeren Seitenarmen und Altgewässern. Für Tiere und Pflanzen entstehen dadurch viele verschiedene Lebensbedingungen.
Der baden-württembergische Rheinabschnitt gehört überwiegend zum Oberrhein. Der Oberrhein reicht von Basel bis Bingen. Auf großen Abschnitten bildet der Rhein die westliche Grenze Baden-Württembergs. Seine heutige Gestalt ist allerdings stark vom Menschen geprägt.
Für die Biologie sind besonders vier Eigenschaften wichtig: Strömung, Wasserstand, Gewässerstruktur und Vernetzung. Ein naturnaher Fluss verändert seine Ufer, lagert Kies und Sand ab, reißt Material mit und verbindet bei Hochwasser den Hauptstrom mit seiner Aue. Diese Dynamik schafft immer wieder neue Lebensräume.
Die Aue – Übergangsraum zwischen Wasser und Land
Eine Flussaue ist der Bereich neben einem Fluss, der durch Hochwasser, Grundwasser und Ablagerungen des Flusses geprägt wird. Eine Aue ist deshalb weder dauerhaft Land noch dauerhaft Wasser. Gerade dieser Wechsel macht sie ökologisch besonders interessant.

Bei Hochwasser können tiefer liegende Flächen überschwemmt werden. Bei sinkendem Wasserstand entstehen wieder trockene oder nur feuchte Bereiche. Pflanzen und Tiere müssen an diesen Wechsel angepasst sein. Einige Arten vertragen längere Überflutungen, andere leben nur in den höher gelegenen Teilen der Aue.
Eine natürliche Aue enthält häufig ein Mosaik aus Hauptstrom, Nebenarmen, Altarmen, Tümpeln, Röhrichten, Wiesen und Auwäldern. Dadurch liegen sehr unterschiedliche Lebensräume dicht nebeneinander. Diese Vielfalt an Strukturen ist eine wichtige Grundlage für hohe Biodiversität.

Das Panorama des Taubergießens zeigt typische Elemente einer Oberrheinaue: Restrhein, Altrheinarme, Wälder, Wiesen, Uferbereiche und Hochwasserdämme.
Weichholzaue und Hartholzaue
In großen Flussauen kann man vereinfacht zwischen Weichholzaue und Hartholzaue unterscheiden. Die Weichholzaue liegt näher am Fluss und wird häufiger oder länger überflutet. Typische Baumarten sind zum Beispiel Weiden. Die Silberweide ist besonders gut an zeitweise überflutete Standorte angepasst.

Die Hartholzaue liegt meist etwas höher. Sie wird seltener und kürzer überflutet. Dort können unter anderem Stieleichen, Ulmen und Eschen wachsen. Hartholzauwälder sind sehr strukturreich und bieten vielen Tierarten Nahrung, Höhlen, Totholz und Verstecke.
Wichtig: Die Grenze zwischen diesen Auenbereichen ist nicht überall scharf. Entscheidend sind Höhe, Dauer und Häufigkeit der Überflutung sowie der Grundwasserstand.
Leben im Rhein und in seinen Auen
Im Fluss und in der Aue sind Produzenten, Konsumenten und Zersetzer miteinander verbunden. Wasserpflanzen und Algen nutzen Licht zur Photosynthese. Insektenlarven, Schnecken und andere Kleintiere fressen Pflanzenmaterial oder Algen. Fische ernähren sich je nach Art von Pflanzen, Kleintieren oder anderen Fischen. Vögel wie der Eisvogel können wiederum Fische erbeuten. Pilze, Bakterien und Bodentiere bauen abgestorbenes Material ab und führen Nährstoffe in den Stoffkreislauf zurück.

Der Flutende Wasserhahnenfuß ist eine Wasserpflanze, die im Taubergießen vorkommt. Wasserpflanzen bieten unter anderem Lebensraum, beeinflussen die Strömung im Kleinen und sind Teil der Nahrungsnetze.

Der Eisvogel ist eine typische Vogelart strukturreicher Gewässerlandschaften. Das Foto stammt aus Baden-Württemberg. Für seine Jagd braucht er fischreiche Gewässer, Sitzwarten und geeignete Uferbereiche.
Auch die Vernetzung eines Flusses ist wichtig. Viele Fischarten bewegen sich zwischen unterschiedlichen Lebensräumen. Wanderfische wie der Atlantische Lachs benötigen eine durchgängige Verbindung zwischen Meer, Rhein und geeigneten Laichgewässern. Querbauwerke können solche Wanderungen erschweren oder verhindern.
Beispiel Taubergießen
Das Taubergießen liegt in der Oberrheinebene und gehört zu den bekanntesten Naturschutzgebieten Baden-Württembergs. Das Gebiet wurde 1979 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und umfasst nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg rund 1.682 Hektar. Es ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und des grenzüberschreitenden Ramsar-Gebiets Oberrhein.

Im Taubergießen kommen Altrheinarme, grundwassergespeiste Gießen, Auwälder, Wiesen und trockenere Standorte nebeneinander vor. Erlen, Eschen, Ulmen, Weiden und alte Eichen prägen Teile der Wälder. In den Gewässern leben unter anderem Fische, Muscheln, Krebse, Frösche, Molche und Libellenlarven. Zu den auffälligen Vogelarten gehören Eisvogel und Wasserralle.
Der Begriff Gießen bezeichnet am Oberrhein grundwassergespeiste Fließgewässer. Ihr Wasser kann klar, kühl und nährstoffarm sein. Solche Gewässer unterscheiden sich deutlich von stark erwärmten oder nährstoffreichen Stillgewässern.
Das Video der Landesregierung Baden-Württemberg zeigt ein deutsch-französisches Projekt zur ökologischen Aufwertung des Rheins und seiner Auen im Bereich Taubergießen und Île de Rhinau.
Menschliche Eingriffe in den Oberrhein
Menschen verändern den Rhein seit Jahrhunderten. Die Eingriffe hatten unterschiedliche Ziele: Schutz vor Hochwasser, Gewinn von Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen, bessere Schifffahrt, Energiegewinnung und wirtschaftliche Entwicklung. Viele dieser Maßnahmen brachten Vorteile für die Gesellschaft, veränderten aber gleichzeitig das Ökosystem.
Rheinbegradigung nach Tulla
Zwischen 1817 und 1876 wurde der Oberrhein nach Plänen des badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla und seiner Nachfolger stark begradigt. Flussschlingen wurden durchstochen, der Lauf gebündelt und durch Dämme festgelegt. Der früher über weite Bereiche verzweigte oder mäandrierende Fluss wurde dadurch kürzer und strömte in einem engeren Bett.

Die Begradigung sollte vor allem Hochwassergefahren verringern, Land nutzbar machen und die Bedingungen für Verkehr und Siedlungen verbessern. Ökologisch bedeutete sie jedoch, dass viele Seitenarme und Überschwemmungsflächen vom Hauptstrom getrennt wurden. Die höhere Fließgeschwindigkeit führte außerdem zu stärkerer Eintiefung des Flussbetts und veränderte örtlich den Grundwasserhaushalt.
Das Terra-X-plus-Video erklärt, wie die Rheinbegradigung den Oberrhein verkürzte und dauerhaft veränderte.
Staustufen, Wasserkraft und Schifffahrt
Im 20. Jahrhundert wurde der Oberrhein weiter ausgebaut. Staustufen und Wasserkraftwerke ermöglichen Energiegewinnung und beeinflussen Wasserstände und Strömung. Für die Schifffahrt ist ein ausreichend tiefer und berechenbarer Fahrweg wichtig.

Solche Bauwerke unterbrechen jedoch die natürliche Längsvernetzung des Flusses. Deshalb werden Fischaufstiegsanlagen gebaut. An der Staustufe Iffezheim können aufwärts wandernde Fische über einen Fischpass einen Höhenunterschied von rund elf Metern überwinden. Der dortige Aufstieg besteht aus vielen hintereinanderliegenden Becken.
Ein Fischpass verbessert die Ökologische Durchgängigkeit, macht ein Querbauwerk aber nicht automatisch ökologisch wirkungslos. Für viele Arten sind zusätzlich geeignete Strömungsverhältnisse, Laichplätze, Rückzugsräume und eine funktionierende Verbindung zu Nebenflüssen wichtig.
Deiche, Landwirtschaft und Siedlungen
Deiche schützen Siedlungen und Nutzflächen vor häufigen Überflutungen. Gleichzeitig trennen sie Teile der früheren Aue vom Fluss. Wo regelmäßige Überflutungen ausbleiben, verändern sich Böden, Grundwasserverhältnisse und Lebensgemeinschaften.
Auch Landwirtschaft, Straßen, Industrie und Siedlungen beanspruchen Flächen im ehemaligen Überschwemmungsraum. Stoffeinträge aus verschiedenen Quellen können zusätzlich die Wasserqualität beeinflussen. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg untersucht deshalb unter anderem Fische, Wasserpflanzen, Algen und wirbellose Wassertiere. Zusammen mit Gewässerstruktur und chemisch-physikalischen Messwerten wird daraus der ökologische Zustand beziehungsweise bei stark veränderten Gewässern das ökologische Potenzial bewertet.
Folgen der Eingriffe für das Ökosystem
Die Folgen menschlicher Eingriffe wirken zusammen. Deshalb solltest Du nicht nur einzelne Maßnahmen betrachten, sondern Ursache-Wirkungs-Ketten untersuchen.
- Auenverlust: Wird eine Aue durch Deiche oder Ausbau vom Fluss getrennt, gehen häufig überflutete Lebensräume zurück.
- Gewässerstruktur: Ein begradigter Fluss besitzt meist weniger natürliche Uferformen, Seitenarme und Kiesbänke.
- Grundwasser: Eintiefung und veränderte Wasserführung können den Grundwasserstand und damit Auenstandorte beeinflussen.
- Durchgängigkeit: Staustufen und Wehre erschweren die Wanderung von Fischen und anderen Wasserorganismen.
- Hochwasser: Wenn Überschwemmungsflächen fehlen, steht weniger natürlicher Rückhalteraum zur Verfügung.
Zwischen Breisach und Iffezheim gingen durch den Oberrheinausbau nach Angaben des Landes Baden-Württemberg etwa 130 Quadratkilometer Überschwemmungsfläche verloren. Dadurch können Hochwasserwellen schneller ablaufen. Das zeigt, dass technischer Flussausbau Probleme lösen, aber an anderer Stelle neue Herausforderungen erzeugen kann.
Renaturierung und moderner Hochwasserschutz
Heute versucht man an vielen Stellen, Hochwasserschutz und Naturschutz stärker miteinander zu verbinden. Ein wichtiges Beispiel ist das Integrierte Rheinprogramm, kurz IRP. Baden-Württemberg verfolgt damit zwei gleichrangige Ziele: Hochwasserschutz und die Erhaltung beziehungsweise Renaturierung von Auen am Oberrhein.
Mögliche Maßnahmen sind:
- Hochwasserrückhalteraum: Flächen können bei großen Hochwassern gezielt Wasser aufnehmen.
- Ökologische Flutung: Regelmäßigere Flutungen sollen auentypische Bedingungen fördern.
- Dammrückverlegung: Wird ein Damm weiter vom Fluss entfernt, kann wieder mehr Überschwemmungsraum entstehen.
- Altrheinarm: Abgetrennte oder schlecht durchströmte Gewässer können wieder besser an den Rhein angebunden werden.
- Fischpass: Querbauwerke werden für wandernde Fische durchlässiger gemacht.
Für Baden-Württemberg sind im Rahmen des IRP 13 Rückhalteräume vorgesehen. Ökologische Flutungen können hochwassertolerante Arten fördern, ersetzen aber nicht überall die vollständige Dynamik einer natürlichen Aue.

Die Rastatter Rheinaue ist ein weiteres Beispiel für eine ökologisch wertvolle Auenlandschaft am Oberrhein. Wo Überflutungs- und Grundwasserdynamik erhalten sind, können vielfältige aquatische und terrestrische Lebensräume nebeneinander bestehen.
Auen als Ökosystemdienstleister
Auen sind nicht nur für seltene Arten wichtig. Sie können auch Leistungen erbringen, von denen Menschen profitieren. Fachleute sprechen von Ökosystemdienstleistungen. Dazu gehören Lebensraum für Arten, Speicherung von Hochwasser in geeigneten Überflutungsflächen, Rückhalt von Sedimenten und Nährstoffen, Erholungsräume und Naturerleben.
Dabei ist wichtig, nicht zu vereinfachen: Eine Aue schützt nicht automatisch jede Siedlung vor jedem Hochwasser. Ihre Wirkung hängt von Lage, Größe, Anbindung, Wasserstand und dem Verlauf der Hochwasserwelle ab. Deshalb verbindet moderner Hochwasserschutz natürliche Rückhalteräume mit technischen Maßnahmen und vorsorgender Raumplanung.
Klimawandel als zusätzliche Herausforderung
Der Klimawandel verändert die Bedingungen für Flüsse und Auen. Änderungen bei Niederschlag, Temperatur, Hochwasser und Niedrigwasser können Wasserstände, Grundwasser und Lebensgemeinschaften beeinflussen. Für die Rheinauen bedeutet das, dass Schutzkonzepte flexibel sein müssen.
In der Rastatter Rheinaue untersucht die Umweltverwaltung beispielsweise, wie Auwälder langfristig auf veränderte hydrologische Bedingungen reagieren können. Besonders wichtig bleibt dabei eine möglichst gute Verbindung zwischen Fluss und Aue, weil natürliche Prozesse die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen stärken können.
So kannst Du das Thema auf verschiedenen Niveaus bearbeiten
Klasse 7–8: Konzentriere Dich auf die Grundidee: Ein Fluss ist ein Lebensraum. Hochwasser gehört natürlicherweise zu einer Aue. Begradigung und Deiche verändern diesen Lebensraum.
Klasse 9–10: Untersuche Ursache-Wirkungs-Ketten. Frage zum Beispiel, wie Rheinbegradigung, Grundwasser, Artenvielfalt und Hochwasserschutz zusammenhängen.
Klasse 11: Bewerte Zielkonflikte. Vergleiche ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen und prüfe, welche Renaturierungsmaßnahmen unter heutigen Bedingungen sinnvoll sind.
Merksatz: Ein stabiles Flussökosystem bedeutet nicht, dass immer alles gleich bleibt. Gerade natürliche Veränderungen durch Strömung, Hochwasser und Sedimenttransport erzeugen viele Lebensräume.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine Flussaue? (Ein vom Fluss und seinen Wasserständen geprägter Bereich neben dem Fluss) (!Ein ausschließlich künstlich angelegter See) (!Ein dauerhaft trockener Berghang) (!Ein unterirdischer Abwasserkanal)
Warum sind Auen häufig besonders artenreich? (Weil viele unterschiedliche Wasser- und Landlebensräume eng nebeneinander vorkommen) (!Weil dort immer genau derselbe Wasserstand herrscht) (!Weil dort keine Konkurrenz zwischen Arten vorkommt) (!Weil Auen grundsätzlich frei von menschlichen Einflüssen sind)
Welche Baumart ist typisch für häufig überflutete Weichholzauen? (Silberweide) (!Rotbuche) (!Fichte) (!Lärche)
Was war ein wichtiges Ziel der Rheinbegradigung? (Den Fluss zu bündeln und Hochwassergefahren für Siedlungen zu verringern) (!Den Rhein vollständig in einen See umzuwandeln) (!Alle Städte vom Rhein zu entfernen) (!Die Strömung überall auf null zu senken)
Welche Folge kann eine Flussbegradigung haben? (Seitenarme und Überschwemmungsflächen werden vom Hauptstrom getrennt) (!Der Fluss erhält automatisch mehr natürliche Mäander) (!Jede Fischart kann sich danach leichter ausbreiten) (!Der Grundwasserstand bleibt in jedem Fall unverändert)
Warum werden Fischpässe gebaut? (Sie sollen wandernden Fischen das Überwinden von Querbauwerken erleichtern) (!Sie sollen Schiffe schneller machen) (!Sie sollen Auwälder trockenlegen) (!Sie sollen den Fluss vollständig aufstauen)
Was verbindet das Integrierte Rheinprogramm? (Hochwasserschutz und Auenrenaturierung) (!Nur den Bau neuer Autobahnen) (!Nur die Erweiterung von Industrieflächen) (!Ausschließlich die touristische Nutzung)
Was geschieht bei einer Dammrückverlegung? (Der Damm wird weiter vom Fluss entfernt und zusätzlicher Überflutungsraum kann entstehen) (!Der Rhein wird vollständig zugeschüttet) (!Der Damm wird durch eine Straße ersetzt) (!Das Grundwasser wird vollständig abgepumpt)
Welche Organismengruppe wird in Baden-Württemberg zur Bewertung von Fließgewässern untersucht? (Fische) (!Nur Haustiere) (!Nur Vögel in Städten) (!Nur Nutzpflanzen auf Äckern)
Welche Aussage beschreibt ein natürlich dynamisches Flussökosystem am besten? (Strömung und Wasserstände verändern Lebensräume immer wieder) (!Alle Ufer bleiben dauerhaft unverändert) (!Hochwasser hat in natürlichen Auen keine ökologische Bedeutung) (!Ein Fluss besteht nur aus seinem Hauptstrom)
Memory
| Aue | Überschwemmungsraum |
| Silberweide | Weichholzaue |
| Stieleiche | Hartholzaue |
| Fischpass | Durchgängigkeit |
| Tulla | Rheinbegradigung |
| Polder | Hochwasserrückhalt |
| Eisvogel | Fischjäger |
| Taubergießen | Naturschutzgebiet |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Weichholzaue | häufig überfluteter Auwald |
| Hartholzaue | seltener überfluteter Auwald |
| Rheinbegradigung | Verkürzung und Bündelung des Flusslaufs |
| Fischpass | Hilfe für wandernde Fische an Querbauwerken |
| Dammrückverlegung | Wiedergewinnung von Überschwemmungsraum |
Kreuzworträtsel
| Auwald | Wie heißt ein Wald, der durch die Dynamik eines Flusses geprägt ist? |
| Eisvogel | Welcher auffällige Vogel jagt an Gewässern nach kleinen Fischen? |
| Silberweide | Welche typische Baumart wächst in der Weichholzaue? |
| Renaturierung | Wie heißt die ökologische Aufwertung eines stark veränderten Lebensraums? |
| Hochwasser | Welches natürliche Ereignis verbindet Fluss und Aue zeitweise miteinander? |
| Altrhein | Wie nennt man einen früheren Rheinarm, der vom heutigen Hauptlauf getrennt sein kann? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Auen-Skizze: Zeichne einen Querschnitt durch eine Rheinaue mit Hauptstrom, Ufer, Weichholzaue, Hartholzaue und Hochwasserdamm. Markiere, welche Bereiche häufiger überflutet werden.
- Artenporträt: Gestalte ein Steckbrief-Plakat zu Silberweide, Eisvogel, Lachs oder einer anderen typischen Art der Rheinauen.
- Bildanalyse Rhein: Wähle zwei Bilder aus diesem aiMOOC und beschreibe jeweils fünf sichtbare Merkmale des Lebensraums.
- Nahrungskette Rhein: Entwickle aus Produzenten, Kleintieren, Fischen und Vögeln eine einfache Nahrungskette und erkläre anschließend, warum ein Nahrungsnetz realistischer ist.
Standard
- Rhein vor und nach der Begradigung: Vergleiche historische und heutige Darstellungen des Oberrheins. Erstelle eine Tabelle mit Vorteilen und ökologischen Folgen der Begradigung.
- Modell einer Aue: Baue in einer flachen Wanne ein einfaches Modell aus Sand, Kies und Wasser. Untersuche, wie sich ein Fluss mit und ohne seitlichen Überflutungsraum verhält.
- Exkursion an ein Gewässer: Untersuche an einem Fluss oder Bach in Deiner Nähe Strömung, Uferstruktur, Pflanzen und menschliche Eingriffe. Dokumentiere die Beobachtungen mit Fotos oder Zeichnungen, ohne Tiere oder Pflanzen zu stören.
- Interview Hochwasserschutz: Befrage eine Person aus Naturschutz, Kommune, Feuerwehr, Wasserwirtschaft oder Landwirtschaft zu den Chancen und Problemen von Hochwasserrückhalteräumen.
Schwer
- Zielkonflikt Oberrhein: Entwickle eine begründete Stellungnahme zur Frage, wie Schifffahrt, Wasserkraft, Hochwasserschutz und Naturschutz am Rhein miteinander verbunden werden können.
- Renaturierungsplan: Entwirf für einen fiktiven, eingedeichten Rheinabschnitt einen Plan mit Altarmeanbindung, Rückhalteraum, Auwald und Fischdurchgängigkeit. Begründe jede Maßnahme biologisch.
- Datenprojekt Gewässerzustand: Suche öffentlich zugängliche Daten zum ökologischen Zustand eines baden-württembergischen Fließgewässers und erkläre, welche biologischen Qualitätsmerkmale für die Bewertung verwendet werden.
- Erklärvideo Rheinauen: Produziere ein drei- bis fünfminütiges Erklärvideo, in dem Du eine Ursache-Wirkungs-Kette vom menschlichen Eingriff bis zur ökologischen Folge und einer möglichen Gegenmaßnahme darstellst.


Lernkontrolle
- Ursache und Wirkung: Erkläre, warum eine Rheinbegradigung gleichzeitig Vorteile für Menschen und Nachteile für Auenlebensräume haben kann. Verwende mindestens drei miteinander verbundene Folgen.
- Vergleich von Lebensräumen: Vergleiche Weichholzaue und Hartholzaue hinsichtlich Überflutung, typischer Vegetation und ökologischer Funktion.
- Bewertung eines Fischpasses: Beurteile die Aussage „Mit einem Fischpass ist ein Stauwehr ökologisch vollständig ausgeglichen.“ Begründe Deine Antwort.
- Hochwasserschutz im Wandel: Erkläre, warum moderne Hochwasserschutzkonzepte neben Deichen auch Rückhalteräume und Auen einbeziehen.
- Planungsaufgabe: Eine Gemeinde möchte direkt hinter einem Hochwasserdamm neue Gebäude errichten. Entwickle drei Fragen, die aus ökologischer und wasserwirtschaftlicher Sicht vor einer Entscheidung geklärt werden sollten.
- Transfer auf andere Flüsse: Übertrage zwei Erkenntnisse aus dem Ökosystem Rhein auf einen anderen stark genutzten Fluss und erkläre, welche Grenzen dieser Vergleich hat.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern ökologische Zusammenhänge erklären und bewerten kannst.
- Du kannst die Begriffe Flussökosystem, Aue, Weichholzaue, Hartholzaue und Renaturierung korrekt verwenden.
- Du kannst erklären, warum wechselnde Wasserstände für natürliche Rheinauen bedeutsam sind.
- Du kannst typische Lebewesen der Aue passenden Lebensräumen zuordnen.
- Du kannst Folgen von Rheinbegradigung, Deichen und Staustufen als Ursache-Wirkungs-Ketten darstellen.
- Du kannst erklären, warum die Durchgängigkeit für wandernde Fische wichtig ist.
- Du kannst Hochwasserschutz und Auenrenaturierung miteinander in Beziehung setzen.
- Du kannst unterschiedliche Interessen von Naturschutz, Schifffahrt, Energiegewinnung, Landwirtschaft und Siedlungsentwicklung vergleichen.
- Du kannst eine Renaturierungsmaßnahme begründet bewerten und mögliche Grenzen nennen.
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