Römisches Leben im Südwesten - Baden-Württemberg

Römisches Leben im Südwesten - Baden-Württemberg
Römisches Leben im Südwesten - Baden-Württemberg
Einleitung
Vor rund 2.000 Jahren gehörten große Teile des heutigen Baden-Württemberg zum Römischen Reich. Das heutige Bundesland gab es damals natürlich noch nicht. Im Südwesten trafen römische Soldaten, Händlerinnen und Händler, Handwerker, Bauernfamilien sowie Menschen unterschiedlicher Herkunft aufeinander. Es entstanden Kastelle, Städte, Gutshöfe, Straßen, Märkte, Badeanlagen und Heiligtümer.
In diesem aiMOOC erkundest Du besonders vier Bereiche: Städte, Straßen, Handel und Alltagskultur. Dabei geht es nicht nur darum, lateinische Namen auswendig zu lernen. Du untersuchst auch, wie ein riesiges Reich organisiert wurde, wie Waren und Ideen wanderten und was archäologische Funde über das Leben verschiedener Menschen verraten.

Ein großer Teil des heutigen Baden-Württemberg lag in der römischen Kaiserzeit in den Provinzen Germania superior und Raetia. Gebiete südlich der Donau und am Hochrhein gerieten bereits in der Zeit des Kaisers Augustus unter römische Kontrolle. Später dehnte Rom seinen Einfluss weiter nach Norden und Osten aus. Im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. entstand im Südwesten ein dichtes Netz aus Siedlungen, Straßen, Gutshöfen und Militäranlagen.
Der Südwesten als Teil des Römischen Reiches
Das Römische Reich war sehr groß. Damit Menschen, Nachrichten, Soldaten und Waren zwischen entfernten Regionen reisen konnten, brauchte es Verwaltung, Verkehrswege und gesicherte Grenzen. Im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg verbanden Straßen den Rhein, den Neckarraum, die Schwäbische Alb und die Donau.
Im 2. Jahrhundert verlief der Obergermanisch-Raetische Limes durch den heutigen Nordosten Baden-Württembergs. Der Limes war nicht einfach nur eine durchgehende Mauer. Je nach Abschnitt bestand er aus Wachtürmen, Palisaden, Wall und Graben oder einer Steinmauer. Kastelle lagen in der Nähe. Die Grenze sollte Bewegungen kontrollieren, das Militär organisieren und das römische Herrschaftsgebiet markieren.

In Baden-Württemberg liegen etwa 164 Kilometer des Obergermanisch-Raetischen Limes. Seit 2005 gehört dieser deutsche Limesabschnitt zum UNESCO-Welterbe Grenzen des Römischen Reiches. Orte wie Aalen, Osterburken, Rainau und Welzheim bewahren bis heute wichtige Spuren dieser Grenzlandschaft.

Der Limes war zugleich eine Kontaktzone. Menschen lebten, arbeiteten und handelten auf beiden Seiten. Es kam zu Konflikten, aber ebenso zu Austausch und gegenseitiger Beeinflussung. Deshalb ist die einfache Vorstellung „hier Römer, dort Germanen“ zu grob.
Römische Städte im heutigen Baden-Württemberg
Römische Städte waren wichtige Zentren für Verwaltung, Handel, Religion und Handwerk. Einige heutige Städte in Baden-Württemberg besitzen eine besonders bedeutende römische Vergangenheit.
Arae Flaviae lag im Gebiet des heutigen Rottweil. Die Siedlung entwickelte sich im späten 1. Jahrhundert n. Chr. aus einem militärisch geprägten Standort zu einem wichtigen städtischen Zentrum. Arae Flaviae erhielt den Rang eines Municipiums. Das bedeutet, dass die Stadt eine besondere rechtliche Stellung im Römischen Reich besaß. Archäologische Funde zeigen Wohlstand und städtisches Leben.

Das berühmte Orpheusmosaik aus Rottweil zeigt, dass wohlhabende Gebäude mit aufwendigem Bildschmuck ausgestattet sein konnten. Ein Mosaik bestand aus vielen kleinen Steinchen, die zusammen ein Bild oder Muster bildeten.
Sumelocenna ist das römische Rottenburg am Neckar. Die Stadt wurde zum Hauptort einer Civitas, also eines regionalen Verwaltungsbezirks. Dort gab es Straßen, Wohnhäuser, öffentliche Bäder und eine Wasserversorgung. Teile der römischen Stadt können heute im Römischen Stadtmuseum Sumelocenna besichtigt werden.

Lopodunum lag beim heutigen Ladenburg. Es entwickelte sich zu einem bedeutenden Verwaltungs- und Handelszentrum am unteren Neckar. Archäologische Reste belegen unter anderem ein Forum, öffentliche Gebäude und Wohnbereiche.

Auch Orte wie Aquae im heutigen Baden-Baden, das römische Bad Cannstatt und Grinario bei Köngen gehörten zum Netz römischer Siedlungen. Sie waren unterschiedlich groß und erfüllten verschiedene Aufgaben.
Straßen: Das Verkehrsnetz des Südwestens
Römische Straßen waren für das Reich besonders wichtig. Über sie wurden Befehle übermittelt, Soldaten verlegt, Waren transportiert und Reisende befördert. Straßen verbanden Kastelle mit Städten und ländlichen Siedlungen.
Eine wichtige Verbindung führte vom Rhein durch das Kinzigtal in Richtung Rottweil und weiter zur Donau. Die heute so genannte Kinzigtalstraße wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. angelegt. Sie verkürzte Wege zwischen dem Oberrheingebiet und den östlichen Teilen des Reiches. Auch über die Schwäbische Alb verliefen wichtige römische Straßen.

Römische Straßen waren nicht überall mit großen Steinplatten gepflastert. Im Südwesten bestanden viele Straßen aus sorgfältig aufgebauten Schichten aus Erde, Kies und Schotter. Seitliche Gräben konnten Wasser ableiten. Auf geeigneten Strecken planten römische Vermesser möglichst direkte Verbindungen, doch Berge, Flüsse und Täler beeinflussten den Verlauf.
Straßen veränderten die Landschaft. An ihnen entstanden Rastplätze, Werkstätten, Höfe, kleine Siedlungen und Märkte. Ein Straßenfund ist deshalb für die Archäologie oft mehr als nur ein Stück Verkehrsweg: Er kann zeigen, wie eine ganze Region miteinander verbunden war.
Handel: Waren reisen durch das Reich
Das römische Straßennetz und die Flüsse ermöglichten Handel über große Entfernungen. Auf Märkten im Südwesten konnten Waren auftauchen, die von weit her kamen. Wein und Olivenöl wurden häufig in Amphoren transportiert. Auch Fischsaucen, Glasgefäße, Schmuck, Metalle und feines Geschirr gelangten über Handelswege in die Provinzen.
Besonders bekannt ist die rot glänzende Keramik Terra Sigillata. Solche Gefäße wurden in großen Werkstätten hergestellt und weit gehandelt. Gleichzeitig gab es im Südwesten eigene Töpfereien und andere Handwerksbetriebe.

Münzen erleichterten viele Geschäfte. Sie waren aber nicht nur Geld: Auf ihnen erschienen Kaiser, Gottheiten und politische Botschaften. Münzfunde helfen Archäologinnen und Archäologen deshalb bei der Datierung und bei Fragen zum Handel.

Nicht alles wurde importiert. Die Landwirtschaft im Südwesten versorgte Städte und Militärplätze mit Lebensmitteln. Handwerker stellten beispielsweise Keramik, Werkzeuge, Lederwaren und Baumaterial her. Handel verband somit bäuerliche Gutshöfe, Werkstätten, Städte und Militärstandorte.
Das Land: Villae rusticae und Landwirtschaft
Viele Menschen lebten nicht in Städten, sondern auf dem Land. Typisch waren römische Gutshöfe, die als villae rusticae bezeichnet werden. Zu einem solchen Hof konnten ein Wohngebäude, Speicher, Ställe, Werkstätten und manchmal ein eigenes Bad gehören.

Auf Gutshöfen wurden unter anderem Getreide angebaut und Tiere gehalten. Die Höfe waren Teil der Wirtschaft des Reiches. Sie belieferten Siedlungen und Militärstandorte und kauften zugleich Waren aus anderen Regionen. Der Gutshof von Hechingen-Stein oder Anlagen bei Bargen, Nürtingen und anderen Orten zeigen, wie dicht die ländliche Besiedlung mancher Gebiete war.
Doch eine villa rustica war nicht einfach ein „Ferienhaus“. Das lateinische Wort villa bezeichnet hier einen landwirtschaftlichen Betrieb. Größe, Ausstattung und Wohlstand konnten stark unterschiedlich sein.
Alltagskultur: Wohnen, Essen, Kleidung und Freizeit
Das tägliche Leben hing stark davon ab, ob jemand reich oder arm, frei oder versklavt, Soldat oder Zivilperson, Kind oder erwachsen war. Es gab deshalb nicht den einen römischen Alltag.
In Städten wohnten Menschen in unterschiedlich ausgestatteten Häusern. Wohlhabende Gebäude konnten Wandmalereien, Mosaikböden oder beheizte Räume besitzen. Einfachere Wohnungen boten deutlich weniger Komfort. Für Licht verwendete man unter anderem Öllampen.

Die Ernährung bestand je nach Region und Wohlstand aus Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst, Käse, Fleisch oder Fisch. Gewürze und importierte Lebensmittel konnten den Speiseplan erweitern. Archäologinnen und Archäologen untersuchen Tierknochen, Pflanzenreste, Gefäße und Küchenabfälle, um Ernährung zu erforschen.
Kleidung bestand häufig aus Wolle oder Leinen. Fibeln, also Gewandspangen, hielten Kleidungsstücke zusammen. Schuhe aus Leder sind an manchen Fundorten erhalten geblieben. Schmuck konnte zeigen, welchen Geschmack oder welchen gesellschaftlichen Status Menschen hatten.
Thermen: Baden, Körperpflege und Begegnung
Badeanlagen waren ein wichtiger Teil römischer Alltagskultur. In öffentlichen Thermen konnte man sich waschen, entspannen, Sport treiben und andere Menschen treffen. Typisch waren Räume mit unterschiedlichen Temperaturen.
Viele Bäder besaßen eine Hypokaustenheizung. Dabei strömte warme Luft unter dem Fußboden und teilweise durch Hohlräume in den Wänden. Dieses System zeigt, wie technisch aufwendig manche römischen Gebäude waren.
In Sumelocenna sind mehrere Badeanlagen nachgewiesen. Besonders eindrucksvoll sind außerdem die römischen Badruinen von Badenweiler.
Bäder waren jedoch kein Zeichen dafür, dass alle Menschen gleich lebten. Zugang, Ausstattung und Nutzung konnten sich unterscheiden. Versklavte Menschen arbeiteten beispielsweise in Haushalten, Werkstätten und Badeanlagen, ohne dieselben Rechte wie freie Menschen zu besitzen.
Religion und kulturelle Vielfalt
Im römischen Südwesten wurden viele Gottheiten verehrt. Dazu gehörten bekannte römische Götter wie Jupiter, Merkur oder Minerva. Gleichzeitig wurden ältere regionale Traditionen weitergeführt und mit römischen Vorstellungen verbunden.
Auch Kulte aus anderen Teilen des Reiches gelangten in die Region. Ein bekanntes Beispiel ist der Mithraskult. Aus Lopodunum, dem heutigen Ladenburg, stammt ein bedeutendes Sol-Mithras-Relief.

Die Bevölkerung der Provinzen war kulturell vielfältig. Soldaten konnten aus weit entfernten Gebieten stammen. Händler, Handwerker und Familien brachten Sprachen, Speisen, Kleidungsstile und religiöse Vorstellungen mit. Gleichzeitig übernahmen Menschen vor Ort römische Gewohnheiten nur teilweise oder verbanden sie mit eigenen Traditionen. Historiker sprechen deshalb heute vorsichtiger über kulturellen Wandel, statt sich eine einfache vollständige „Romanisierung“ vorzustellen.
Militär und Zivilbevölkerung
Kastelle dienten der Unterbringung von Soldaten. In ihrer Umgebung entstanden häufig zivile Siedlungen, sogenannte Vici. Dort lebten Angehörige von Soldaten, Händler, Handwerker und andere Menschen.
Das Militär benötigte große Mengen an Nahrung, Kleidung, Werkzeugen, Tieren und Baumaterial. Dadurch beeinflussten Kastelle die Wirtschaft ihrer Umgebung. Gleichzeitig verbreiteten Soldaten Techniken, Konsumgewohnheiten und religiöse Kulte.

Aalen war ein besonders wichtiger Militärstandort am raetischen Limes. Dort befand sich ein großes Reiterkastell. Heute vermittelt das Limesmuseum Aalen die Geschichte des Ortes und des UNESCO-Welterbes.
Wandel um das Jahr 260
Im 3. Jahrhundert geriet das Römische Reich in eine schwierige Phase mit inneren Machtkämpfen, wirtschaftlichen Problemen und Angriffen an mehreren Grenzen. Um 260 n. Chr. gab Rom große Gebiete rechts des Rheins und nördlich der Donau auf. Viele Orte im sogenannten Dekumatland verloren ihre bisherige römische Verwaltungsstruktur.
Das bedeutet aber nicht, dass an einem einzigen Tag „alle Römer verschwanden“. Menschen, Waren und kulturelle Traditionen blieben teilweise bestehen. Außerdem lagen südliche und westliche Gebiete des heutigen Baden-Württemberg näher an den späteren römischen Grenzlinien von Rhein, Iller und Donau und blieben länger mit dem Römischen Reich verbunden.
Für Historiker ist dieser Wandel ein gutes Beispiel dafür, dass geschichtliche Veränderungen meist länger dauern und regional unterschiedlich verlaufen.
Wie wissen wir das? Archäologische Quellen
Vieles über römisches Leben im Südwesten wissen wir durch Archäologie. Ausgegraben werden unter anderem Mauern, Straßen, Brunnen, Gräber, Keramik, Münzen, Werkzeuge, Schmuck und Tierknochen. Auch Inschriften sind besonders wichtige Quellen.
Ein Fund erklärt sich jedoch nicht von selbst. Forschende müssen fragen: Wo wurde er gefunden? In welcher Bodenschicht lag er? Welche anderen Funde lagen daneben? Wurde der Gegenstand vor Ort hergestellt oder importiert? Erst durch solche Zusammenhänge entstehen begründete Aussagen über die Vergangenheit.

Archäologische Erkenntnisse können sich verändern, wenn neue Funde auftauchen. Geschichte ist deshalb nicht nur das Lernen fertiger Antworten, sondern auch das Prüfen und Deuten von Quellen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche römische Stadt lag beim heutigen Rottweil? (Arae Flaviae) (!Lopodunum) (!Sumelocenna) (!Aquae)
Welche Aufgabe hatten römische Straßen im Südwesten? (Sie verbanden Städte, Kastelle, Siedlungen und Handelsplätze) (!Sie wurden ausschließlich für Wagenrennen gebaut) (!Sie waren nur innerhalb Roms erlaubt) (!Sie trennten jede Stadt vollständig von ihrer Umgebung)
Was war der Obergermanisch-Raetische Limes? (Ein System zur Kontrolle und Sicherung der römischen Grenze) (!Eine einzige Stadtmauer um Baden-Württemberg) (!Ein römisches Theater) (!Ein Handelsprodukt aus Ton)
Wie hieß das römische Rottenburg am Neckar? (Sumelocenna) (!Grinario) (!Lopodunum) (!Augusta Treverorum)
Was bezeichnet Terra Sigillata? (Feine meist rot glänzende römische Keramik) (!Eine römische Pferderasse) (!Eine Grenzmauer aus Holz) (!Eine Form des römischen Geldes)
Was war eine villa rustica? (Ein landwirtschaftlicher Gutshof) (!Ein ausschließlich militärischer Wachturm) (!Ein römisches Kriegsschiff) (!Ein öffentlicher Marktplatz)
Wozu diente eine Hypokaustenheizung? (Sie erwärmte Räume über warme Luft unter dem Fußboden) (!Sie pumpte Trinkwasser in Amphoren) (!Sie beleuchtete Straßen mit Feuer) (!Sie bewegte schwere Wagen)
Welche Aussage über den römischen Alltag ist richtig? (Der Alltag unterschied sich je nach Wohlstand, Herkunft und rechtlicher Stellung) (!Alle Menschen im Reich lebten gleich) (!Nur Soldaten durften in Städten wohnen) (!Alle Einwohner waren römische Bürger)
Warum sind Münzen für die Archäologie wichtig? (Sie können bei Datierung und Erforschung von Wirtschaft helfen) (!Sie beweisen immer den Namen eines Hausbesitzers) (!Sie wurden nur als Schmuck hergestellt) (!Sie zeigen niemals einen Kaiser)
Was geschah im Südwesten ungefähr um 260 n. Chr.? (Rom gab große Gebiete rechts des Rheins und nördlich der Donau auf) (!Das gesamte Römische Reich entstand erst jetzt) (!Alle römischen Straßen wurden gleichzeitig zerstört) (!Baden-Württemberg wurde als Bundesland gegründet)
Memory
| Arae Flaviae | Rottweil |
| Sumelocenna | Rottenburg |
| Lopodunum | Ladenburg |
| Limes | Grenzsystem |
| Terra Sigillata | Feinkeramik |
| Villa rustica | Gutshof |
| Hypokaustum | Fußbodenheizung |
| Amphore | Transportgefäß |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Heutiger Ort |
|---|---|
| Arae Flaviae | Rottweil |
| Sumelocenna | Rottenburg |
| Lopodunum | Ladenburg |
| Aquae | Baden-Baden |
| Grinario | Köngen |
Kreuzworträtsel
| Limes | Wie heißt das römische Grenzsystem mit Wachtürmen und Kastellen? |
| Rottweil | Welche heutige Stadt hieß in römischer Zeit Arae Flaviae? |
| Ladenburg | Welche heutige Stadt hieß in römischer Zeit Lopodunum? |
| Thermen | Wie nennt man größere römische Badeanlagen? |
| Amphore | Wie heißt ein typisches antikes Transportgefäß für Waren wie Wein oder Öl? |
| Mosaik | Wie heißt ein Bild, das aus vielen kleinen Steinchen zusammengesetzt ist? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Römerstadt: Wähle Rottweil, Rottenburg oder Ladenburg und gestalte eine Postkarte, auf der Du drei römische Spuren des Ortes erklärst.
- Römische Straße: Zeichne eine einfache Karte mit zwei römischen Orten im Südwesten und überlege, warum eine Straße zwischen ihnen nützlich gewesen sein könnte.
- Alltag im Römischen Reich: Gestalte einen Tagesablauf für ein Kind in einer römischen Siedlung und kennzeichne, welche Teile sicher belegt und welche erfunden sind.
- Archäologischer Fund: Suche Dir ein Bild eines römischen Gegenstands aus Baden-Württemberg aus und beschreibe Material, Form, mögliche Nutzung und offene Fragen.
Standard
- Handel im Römischen Reich: Verfolge den möglichen Weg einer Amphore mit Wein oder Öl von einer Mittelmeerregion bis zu einem Markt im heutigen Baden-Württemberg und stelle die Stationen als Comic dar.
- Villa rustica: Erstelle einen Grundriss eines römischen Gutshofes und erkläre, welche Gebäude für Wohnen, Landwirtschaft und Handwerk gebraucht wurden.
- Thermen: Entwickle ein Erklärplakat zur Funktionsweise einer Hypokaustenheizung und vergleiche sie mit einer heutigen Heizung.
- Limes: Plane eine kurze Exkursion zu einem Limes-Ort in Baden-Württemberg. Lege drei Beobachtungsaufträge fest, die Schülerinnen und Schüler vor Ort bearbeiten könnten.
Schwer
- Quellenkritik: Vergleiche einen archäologischen Fund mit einer modernen Rekonstruktionszeichnung. Erkläre, welche Teile direkt belegt und welche ergänzt sind.
- Kultureller Austausch: Untersuche an drei Beispielen, wie römische und regionale Traditionen im Südwesten miteinander verbunden waren. Vermeide dabei die einfache Vorstellung zweier vollständig getrennter Kulturen.
- Historische Argumentation: Beurteile die Aussage „Der Limes trennte Römer und Germanen vollständig voneinander“. Formuliere eine begründete Antwort mit Argumenten zu Handel, Militär und Alltag.
- Museumsprojekt: Entwirf eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Ein Tag im römischen Südwesten“. Wähle fünf Objekte, schreibe kurze Museumstexte und produziere dazu einen Audioguide oder ein Erklärvideo.


Lernkontrolle
- Stadt und Land: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, wie eine römische Stadt von landwirtschaftlichen Gutshöfen in ihrer Umgebung abhängig war.
- Verkehr und Herrschaft: Zeige, warum Straßen gleichzeitig für Handel und für die Kontrolle eines großen Reiches wichtig waren.
- Fundanalyse: Du findest bei einer Ausgrabung Keramik, eine Münze und Tierknochen. Formuliere für jeden Fund eine Frage, die etwas über den Alltag der Menschen verraten könnte.
- Grenzraum: Begründe, warum der Limes nicht nur als militärische Trennlinie, sondern auch als Kontaktzone untersucht werden sollte.
- Alltagsvergleich: Vergleiche eine römische Therme mit einem heutigen Schwimmbad oder Freizeitzentrum. Nenne Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Grenzen des Vergleichs.
- Historischer Wandel: Erkläre, warum die Aufgabe römischer Gebiete um 260 nicht automatisch bedeutet, dass alle römischen Lebensweisen sofort verschwanden.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- die römischen Orte Arae Flaviae, Sumelocenna und Lopodunum ihren heutigen Städten zuordnen kannst.
- erklären kannst, warum Straßen für Militär, Verwaltung, Handel und Alltag wichtig waren.
- an Beispielen beschreiben kannst, welche Waren regional hergestellt und welche über weite Strecken gehandelt wurden.
- erklären kannst, was villa rustica, Thermen, Hypokaustum, Terra Sigillata und Limes bedeuten.
- Unterschiede im Alltag verschiedener gesellschaftlicher Gruppen wahrnimmst.
- archäologische Funde als Quellen untersuchen und zwischen Fund, Deutung und Rekonstruktion unterscheiden kannst.
- den Limes sowohl als Grenze als auch als Raum für Kontakte und Austausch beschreiben kannst.
- den Wandel um 260 n. Chr. regional differenziert erklären kannst.
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