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Migration in der Frühen Neuzeit - Deutschland

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Migration in der Frühen Neuzeit - Deutschland




Einleitung

Menschen waren auch in der Frühen Neuzeit ständig unterwegs. Sie flohen vor religiöser Verfolgung, suchten Arbeit, folgten Handelswegen, zogen als Handwerker weiter oder wurden von Herrschern gezielt angeworben. Für das Thema Migration in Deutschland ist wichtig: Zwischen etwa 1500 und 1800 gab es noch keinen deutschen Nationalstaat. Das Gebiet bestand aus vielen Fürstentümern, Städten und geistlichen Territorien im Heiligen Römischen Reich. Wer von einem Territorium in ein anderes zog, konnte deshalb Grenzen überschreiten, obwohl beide Orte heute in Deutschland liegen.

Die Karte zeigt die politische Vielfalt des Reiches nach dem Westfälischen Frieden von 1648. Diese Zersplitterung ist für Migration entscheidend: Herrscher konnten unterschiedliche Regeln für Religion, Niederlassung, Handel und Handwerk festlegen.

In diesem aiMOOC untersuchst Du drei miteinander verbundene Fragen: Warum wurden Menschen zu Glaubensflüchtlingen? Warum wanderten Menschen wegen Arbeit und Ausbildung? Und wie entstanden aus Zuwanderung neue Gemeinschaften? Dabei geht es besonders um Hugenotten, Salzburger Exulanten, böhmische Glaubensflüchtlinge sowie mobile Handwerker und Arbeitskräfte.


Migration: freiwillig, erzwungen oder etwas dazwischen?

Migration bedeutet, dass Menschen ihren Lebensmittelpunkt für eine gewisse Zeit oder dauerhaft verlagern. In der Frühen Neuzeit waren die Übergänge zwischen freiwilliger und erzwungener Migration oft fließend. Wer wegen seines Glaubens verfolgt wurde, hatte vielleicht formal die Möglichkeit auszureisen, stand aber unter starkem Zwang. Wer als Geselle auf Wanderschaft ging, suchte Arbeit und Erfahrung, war zugleich aber an Regeln seines Handwerks gebunden.

Für die historische Untersuchung hilft deshalb eine genaue Frage: Welche Handlungsmöglichkeiten hatten die Betroffenen wirklich? Ein Herrscher konnte Menschen vertreiben, ein anderer konnte dieselben Menschen gezielt anwerben. Migration war damit nicht nur eine persönliche Entscheidung, sondern auch Teil von Konfessionalisierung, Wirtschafts- und Bevölkerungspolitik.

Medienimpuls: Das Terra-X-Video ordnet Fluchtbewegungen in eine längere deutsche Geschichte ein. Achte beim Ansehen darauf, welche Ursachen von Flucht genannt werden und wie sich Aufnahmebedingungen unterscheiden.


Glaubensflüchtlinge


Hugenotten aus Frankreich

Die Hugenotten waren französische Protestanten reformierter, also calvinistischer Prägung. Als König Ludwig XIV. 1685 die Rechte der Protestanten in Frankreich stark einschränkte und das Edikt von Nantes widerrief, flohen viele Hugenotten in andere Teile Europas. Zwischen 1670 und 1720 kamen Zehntausende in deutsche Territorien; etwa 20.000 fanden Aufnahme in Brandenburg-Preußen.

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg reagierte 1685 mit dem Edikt von Potsdam. Es bot verfolgten französischen Protestanten Aufnahme, Unterstützung und besondere Rechte. Dazu gehörten Hilfen bei der Reise und Ansiedlung, zeitweise Steuererleichterungen und die Möglichkeit, eigene französisch-reformierte Gemeinden zu bilden. Das war jedoch keine allgemeine Religionsfreiheit für alle: Die Politik richtete sich gezielt an eine bestimmte protestantische Gruppe.

Das Titelblatt des Edikts ist eine wichtige Quelle. Du kannst daran erkennen, dass Migration nicht nur spontan geschah. Herrscher versuchten, Zuwanderung zu steuern. Brandenburg war nach dem Dreißigjährigen Krieg in vielen Regionen geschwächt. Neue Einwohner sollten Häuser wieder aufbauen, Land nutzen, Handel fördern und Gewerbe entwickeln.


Arbeit, Wissen und Konkurrenz

Viele Hugenotten arbeiteten als Handwerker, Händler, Kaufleute oder in der Textilverarbeitung. Einige verfügten über Kenntnisse, die für neue oder wachsende Gewerbe wichtig waren. Gleichzeitig wäre es zu einfach zu sagen, die Hugenotten hätten die Wirtschaft Brandenburgs allein modernisiert. Auch einheimische Handwerker, andere Zuwanderer, staatliche Förderung, Rohstoffe, Handelswege und Nachfrage waren entscheidend.

Die Aufnahme führte außerdem zu Konflikten. Einheimische Handwerker konnten die privilegierten Neuankömmlinge als Konkurrenz erleben. Zünfte schützten ihre Mitglieder und erschwerten Fremden teilweise den Zugang zu bestimmten Gewerben. Unterschiedliche Sprachen, Gottesdienstformen und Lebensweisen verstärkten an manchen Orten das Gefühl von Fremdheit. Integration war also ein längerer Aushandlungsprozess und nicht einfach eine Erfolgsgeschichte ohne Spannungen.

Das Relief am Französischen Dom in Berlin entstand erst 1885. Es zeigt die Aufnahme der Hugenotten rückblickend als geordnetes und positives Ereignis. Gerade deshalb eignet es sich zur Quellenkritik: Wie wollte das 19. Jahrhundert an die Migration von 1685 erinnern? Historische Denkmäler erzählen nicht nur etwas über das dargestellte Ereignis, sondern auch über die Zeit, in der sie geschaffen wurden.


Neue französisch-reformierte Gemeinschaften

Hugenotten gründeten eigene Kirchengemeinden, Schulen und Nachbarschaften. In Berlin wurde die Französische Friedrichstadtkirche zu einem sichtbaren Mittelpunkt der Gemeinde. Französisch blieb zunächst in Gottesdienst und Alltag wichtig. Über Generationen nahm die Nutzung des Deutschen zu, während Familiennamen, Gemeinden, Gebäude und Traditionen an die Herkunft erinnerten.

Neue Gemeinschaften bedeuteten deshalb weder völlige Abgrenzung noch sofortige Anpassung. Menschen konnten zugleich Teil einer Minderheit und Teil ihrer neuen Stadt sein. Identitäten veränderten sich über Generationen.


Salzburger Exulanten


Vertreibung 1731 und 1732

Im katholisch regierten Erzstift Salzburg lebten trotz Verboten evangelische Christen. 1731 erließ Fürsterzbischof Leopold Anton von Firmian ein Emigrationspatent. Etwa 20.000 Protestanten mussten ihre Heimat verlassen. Die Ausweisung war ein großes europäisches Ereignis und löste besonders in protestantischen Gebieten starke Reaktionen aus.

Die Darstellung von 1732 zeigt die Ausgewiesenen aus einer zeitgenössischen protestantischen Perspektive. Bei solchen Bildern solltest Du fragen: Wer ließ das Bild anfertigen? Für welches Publikum? Welche Gefühle sollte es auslösen? Bilder von Flucht können Mitleid, religiöse Verbundenheit oder politische Botschaften transportieren.


Aufnahme in Preußen

König Friedrich Wilhelm I. erließ 1732 ein Einladungspatent für die Salzburger Protestanten. Der größte Teil zog nach Preußen, viele nach Ostpreußen. Dort sollten sie auch zur Wiederbesiedlung von Gebieten beitragen, die durch die Große Pest von 1708 bis 1714 schwere Bevölkerungsverluste erlebt hatten. Bauern erhielten Möglichkeiten zur Ansiedlung, Handwerker konnten in Städten arbeiten.

Das Gemälde von Konstantin Cretius entstand ungefähr 130 Jahre nach der Ankunft der Salzburger und zeigt den Empfang durch Friedrich Wilhelm I. am Leipziger Tor. Auch hier gilt: Das Bild ist keine Fotografie des Ereignisses, sondern eine spätere historische Vorstellung. Vergleiche es mit dem zeitgenössischen Druck und überlege, welches Bild von Herrscher und Flüchtlingen jeweils entsteht.


Religion und Bevölkerungspolitik zugleich

Die Aufnahme der Salzburger zeigt, dass sich religiöse und wirtschaftliche Motive überlagerten. Protestantische Herrscher konnten sich als Beschützer verfolgter Glaubensgenossen darstellen. Gleichzeitig hofften sie auf neue Untertanen, landwirtschaftliche Produktion, Steuereinnahmen und wirtschaftliche Belebung. Für die Geflüchteten selbst standen dagegen Schutz, Familie, Glaube und die Suche nach einer neuen Existenz im Mittelpunkt.

Diese unterschiedlichen Interessen sind wichtig: Dieselbe Migration kann aus Sicht der Betroffenen eine Flucht und aus Sicht eines Staates eine Ansiedlungs- oder Wirtschaftspolitik sein.


Böhmische Glaubensflüchtlinge und neue Dörfer


Böhmisch-Rixdorf

Auch Protestanten aus Böhmen und Mähren flohen vor religiösem Druck. 1737 wurden auf Einladung Friedrich Wilhelms I. etwa 350 evangelische Böhmen in Rixdorf bei Berlin angesiedelt. Daraus entwickelte sich Böhmisch-Rixdorf, heute Teil von Berlin-Neukölln.

An der Bebauung und an späteren Erinnerungsorten blieb die Geschichte der böhmischen Gemeinde sichtbar. Kirchen, Friedhöfe, Familiennamen und die zeitweise Verwendung der tschechischen Sprache halfen dabei, eine eigene Gemeinschaft zu erhalten. Gleichzeitig lebten die Zugewanderten in enger Nachbarschaft mit anderen Bevölkerungsgruppen.

Der Böhmische Gottesacker zeigt, wie Migration Stadtbilder über Jahrhunderte prägen kann. Grabsteine sind historische Quellen: Namen, Sprachen, Symbole und Jahresangaben können Hinweise auf Herkunft, Religion und den Wandel einer Gemeinschaft geben.


Arbeit und Mobilität


Gesellen, Dienstboten und Fachkräfte

Nicht jede Migration in der Frühen Neuzeit war Flucht. Viele Menschen zogen, weil sie Arbeit suchten oder berufliche Erfahrung sammeln wollten. Handwerksgesellen wanderten nach ihrer Lehrzeit oft von Ort zu Ort. Je nach Handwerk und Region konnte diese Wanderschaft erwartet oder vorgeschrieben sein. Sie half, neue Techniken kennenzulernen und Arbeit zu finden.

Auch Knechte, Mägde, Dienstboten, Händler, Bergleute, Bauhandwerker und andere Fachkräfte wechselten ihren Arbeitsort. Solche Bewegungen waren manchmal saisonal, manchmal mehrjährig und manchmal dauerhaft. Der moderne Begriff Arbeitsmigration muss dabei vorsichtig verwendet werden: Die Arbeitswelt der Frühen Neuzeit war anders organisiert als die Industriegesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts.


Zünfte, Manufakturen und staatliche Anwerbung

In Städten regelten Zünfte Ausbildung, Qualität und Zugang zu vielen Handwerken. Fremde Handwerker konnten deshalb auf Hindernisse stoßen. Herrscher wiederum wollten bestimmte Fachkräfte anwerben und gewährten ihnen manchmal Ausnahmen oder Privilegien. Das konnte Konflikte mit alteingesessenen Zünften auslösen.

Seit dem 17. Jahrhundert förderten manche Territorien Manufakturen. Dort wurde die Produktion in mehrere Arbeitsschritte geteilt, meist noch ohne Maschinenantrieb wie in späteren Fabriken. Besonders Textilproduktion, Glas, Metallverarbeitung und Luxuswaren konnten von mobilen Fachkräften profitieren. Migration war daher auch ein Weg, Wissen und Techniken zwischen Regionen zu übertragen.


Peuplierung: Menschen als Teil staatlicher Politik

Nach Kriegen, Seuchen und Zerstörungen versuchten einige Herrscher, die Bevölkerung ihrer Territorien zu vergrößern. Diese Politik wird häufig als Peuplierung bezeichnet. Neue Siedler sollten Ackerland nutzen, Städte beleben, Steuern zahlen und Gewerbe aufbauen. Die Aufnahme von Glaubensflüchtlingen passte teilweise in diese Ziele.

Dabei darf die Perspektive der Migrantinnen und Migranten nicht verschwinden. Menschen waren keine bloßen Werkzeuge staatlicher Wirtschaftspolitik. Sie brachten Familienbeziehungen, Religion, Sprachen, Hoffnungen und Konflikte mit. Manche konnten Chancen nutzen; andere litten unter Verlust, Armut, Krankheit oder Ablehnung.


Neue Gemeinschaften und Integration


Was bedeutet Integration in der Frühen Neuzeit?

Der heutige Begriff Integration passt nur teilweise auf die Frühe Neuzeit. Es gab keine einheitliche staatliche Integrationspolitik wie in modernen Nationalstaaten. Häufig erhielten Gruppen besondere Rechte und durften eigene Gemeinden bilden. Dadurch konnten sie Sprache, Religion und soziale Netzwerke zunächst bewahren.

Gleichzeitig entstanden Kontakte im Alltag: auf Märkten, in Werkstätten, bei Geschäften, durch Nachbarschaft und Heirat. Über Generationen veränderten sich Sprachen und Zugehörigkeiten. Manche Sonderrechte wurden aufgegeben, Gemeinden verbanden sich stärker mit ihrer Umgebung, und aus ehemaligen Flüchtlingssiedlungen wurden selbstverständliche Teile von Städten und Regionen.


Konflikte gehören zur Geschichte dazu

Aufnahme bedeutete nicht automatisch Akzeptanz. Privilegien konnten Neid auslösen, wirtschaftliche Konkurrenz konnte Spannungen verschärfen, und religiöse Unterschiede blieben wichtig. Deshalb solltest Du historische Migration weder nur als Erfolg noch nur als Konflikt erzählen. Beides konnte gleichzeitig vorkommen.

Ein sinnvoller Vergleich fragt nach vier Ebenen: Ursachen der Migration, Bedingungen der Aufnahme, Möglichkeiten zur Arbeit und Formen gemeinschaftlichen Lebens. So lassen sich Hugenotten, Salzburger Exulanten, böhmische Flüchtlinge und mobile Arbeitskräfte miteinander vergleichen, ohne ihre Unterschiede zu verwischen.


Quellenkritik: Bilder, Edikte und Erinnerung

Historische Migration kennen wir aus ganz unterschiedlichen Quellen: staatlichen Erlassen, Kirchenbüchern, Briefen, Reiseberichten, Steuerlisten, Stadtplänen, Grabsteinen, Bildern und späteren Denkmälern. Jede Quelle hat eine Perspektive.

Ein Edikt zeigt vor allem, was eine Obrigkeit wollte und regelte. Es beweist nicht automatisch, dass die Wirklichkeit genauso aussah. Ein Denkmal kann ein Ereignis idealisieren. Ein Kirchenbuch kann Namen und Familienbeziehungen zeigen, aber wenig über Gefühle verraten. Gute Geschichtsforschung verbindet deshalb mehrere Quellentypen.


Quellen- und Medienhinweise

  1. Landeshauptstadt Potsdam: Das Edikt von Potsdam von 1685
  2. Potsdam Museum: Edikt von Potsdam
  3. Berlin.de: Böhmische Dorfidylle in der Hauptstadt
  4. Brandenburgikon: Handwerk
  5. Wikipedia: Hugenotten
  6. Wikipedia: Salzburger Exulanten


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum ist der Begriff Deutschland für die Frühe Neuzeit erklärungsbedürftig? (Es gab noch keinen deutschen Nationalstaat) (!Deutschland gehörte vollständig zu Frankreich) (!Alle deutschen Gebiete hatten dieselben Gesetze) (!Es gab in Europa keine politischen Grenzen)




Welche Gruppe wurde nach 1685 besonders durch das Edikt von Potsdam angesprochen? (Hugenotten) (!Salzburger Exulanten) (!Römische Legionäre) (!Industriearbeiter)




Was war ein Ziel der brandenburgischen Aufnahme von Zuwanderern? (Bevölkerung und Wirtschaft zu stärken) (!Alle Zünfte sofort abzuschaffen) (!Die Landwirtschaft zu verbieten) (!Die französische Sprache zur einzigen Amtssprache zu machen)




Welche Aussage zu den Salzburger Exulanten trifft zu? (Sie wurden wegen ihres protestantischen Glaubens vertrieben) (!Sie flohen vor der Industrialisierung) (!Sie waren französische Calvinisten) (!Sie wurden 1500 aus Berlin ausgewiesen)




Wohin zog der größte Teil der Salzburger Exulanten? (Nach Preußen) (!Nach Spanien) (!Nach Portugal) (!Nach Island)




Was war Böhmisch-Rixdorf? (Eine Siedlung böhmischer Glaubensflüchtlinge) (!Eine französische Hafenstadt) (!Eine mittelalterliche Ritterburg) (!Eine Fabrikstadt des 20. Jahrhunderts)




Was bezeichnet die Gesellenwanderung? (Die berufliche Wanderschaft von Handwerkern nach der Lehre) (!Die Flucht von Königen aus ihren Residenzen) (!Die Reise von Pilgern nach Rom) (!Den Transport von Waren auf Flüssen)




Was war eine Manufaktur? (Eine arbeitsteilige Produktionsstätte vor der modernen Fabrik) (!Eine ausschließlich landwirtschaftliche Dorfgemeinschaft) (!Ein mittelalterliches Klostergericht) (!Eine militärische Grenzfestung)




Warum konnten Privilegien für Zuwanderer Konflikte auslösen? (Einheimische konnten Konkurrenz und Ungleichbehandlung befürchten) (!Privilegien bedeuteten immer vollständige Gleichheit) (!Zuwanderer durften grundsätzlich nicht arbeiten) (!Zünfte unterstützten jede Zuwanderung ohne Bedingungen)




Was ist bei einem später entstandenen Denkmal besonders wichtig? (Seine Entstehungszeit und Absicht kritisch zu untersuchen) (!Es wie eine fotografische Aufnahme zu behandeln) (!Nur die Kleidung der Figuren zu zählen) (!Davon auszugehen dass es keine Perspektive enthält)





Memory

Hugenotten französische protestantische Glaubensflüchtlinge
Edikt von Potsdam Einladung nach Brandenburg im Jahr 1685
Salzburger Exulanten aus Salzburg vertriebene Protestanten
Gesellenwanderung berufliche Mobilität von Handwerkern
Böhmisch-Rixdorf Siedlung böhmischer Glaubensflüchtlinge bei Berlin
Manufaktur arbeitsteilige Produktionsform der Frühen Neuzeit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Hugenotten Glaubensflucht aus Frankreich
Gesellenwanderung berufliche Mobilität
Peuplierung staatliche Ansiedlungspolitik
Böhmisch-Rixdorf neue Minderheitengemeinschaft
Salzburger Exulanten religiöse Vertreibung






Kreuzworträtsel

Hugenotten Wie nennt man die französischen Protestanten, von denen viele nach 1685 flohen?
Potsdam In welcher Stadt wurde das bekannte brandenburgische Edikt von 1685 erlassen?
Exulanten Wie lautet die historische Bezeichnung für viele vertriebene Glaubensflüchtlinge?
Rixdorf Wie heißt der Berliner Ort, an dem sich 1737 böhmische Glaubensflüchtlinge ansiedelten?
Gesellen Welche Handwerkergruppe ging nach der Lehrzeit häufig auf Wanderschaft?
Manufaktur Wie heißt eine arbeitsteilige Produktionsstätte der Frühen Neuzeit?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

In der Frühen Neuzeit bestand das Heilige Römische Reich aus vielen

. Französische protestantische Glaubensflüchtlinge wurden als

bezeichnet. Brandenburg warb viele von ihnen mit dem Edikt von

an. Die Salzburger Protestanten mussten ihre Heimat ab

aufgrund eines Ausweisungserlasses verlassen. Viele von ihnen fanden Aufnahme in

. Böhmische Glaubensflüchtlinge gründeten bei Berlin die Gemeinschaft Böhmisch-

. Handwerker konnten durch die Wanderung als

neue Arbeit und berufliche Kenntnisse finden. Eine arbeitsteilige Produktionsform der Frühen Neuzeit heißt

. Die gezielte staatliche Förderung von Ansiedlung und Bevölkerungswachstum wird oft als

bezeichnet.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kartenanalyse: Markiere auf einer selbst erstellten Karte Frankreich, Brandenburg-Preußen, Salzburg, Böhmen und Berlin. Zeichne mögliche Wanderungsrichtungen ein und erkläre sie in kurzen Sätzen.
  2. Bildquelle: Wähle eines der Bilder aus dem aiMOOC. Beschreibe zuerst nur, was Du siehst. Formuliere danach drei Fragen zur Perspektive und Absicht der Quelle.
  3. Begriffskarte: Gestalte eine Mindmap mit den Begriffen Glaubensflucht, Arbeitsmigration, Gesellenwanderung, Manufaktur, Privilegien und Gemeinschaft.
  4. Historische Perspektive: Schreibe einen kurzen Tagebucheintrag aus Sicht einer jungen Person, die mit ihrer Familie in eine neue Gemeinde zieht. Kennzeichne klar, welche Teile historisch belegt und welche erfunden sind.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche das Edikt von Potsdam mit einer Darstellung der Salzburger Vertreibung. Arbeite heraus, wie Aufnahme und Ausweisung jeweils begründet werden.
  2. Ortsrecherche: Recherchiere in Deiner Region nach Straßennamen, Kirchen, Friedhöfen oder Familiennamen, die auf frühere Migration hinweisen. Dokumentiere Deine Ergebnisse mit Fotos oder einer digitalen Karte.
  3. Berufsmigration: Erstelle ein Schaubild zur Wanderschaft eines Handwerksgesellen. Zeige Chancen, Risiken, Arbeitsorte und mögliche Formen des Wissenstransfers.
  4. Audiointerview: Führe ein Interview mit einer Person aus einem Museum, Archiv, Heimatverein oder einer Kirchengemeinde zur lokalen Migrationsgeschichte. Bereite mindestens sechs offene Fragen vor.


Schwer

  1. Digitale Ausstellung: Entwickle eine kleine Online-Ausstellung mit mindestens fünf Quellen zu Migration in der Frühen Neuzeit. Jede Quelle soll eine Bildunterschrift und eine kurze Quellenkritik erhalten.
  2. Historisches Streitgespräch: Inszeniere ein Gespräch zwischen einem zugewanderten Handwerker, einem einheimischen Zunftmeister, einem Herrscher und einer Stadtbewohnerin. Jede Figur soll nachvollziehbare Interessen vertreten.
  3. Lokalgeschichte: Plane eine Exkursion zu einem Erinnerungsort der Migration. Erstelle Route, Arbeitsaufträge, Sicherheitsregeln und eine Aufgabe zur Auswertung nach dem Besuch.
  4. Forschungsprojekt: Untersuche, wie sich eine Flüchtlingsgemeinschaft über mehrere Generationen veränderte. Nutze Hinweise auf Sprache, Religion, Berufe, Eheschließungen, Gebäude oder Vereine und stelle Deine Ergebnisse in einem Video oder Podcast vor.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Vergleich von Migration: Vergleiche Hugenotten und Salzburger Exulanten. Erkläre mindestens zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede bei Fluchtursache, Aufnahme und Ansiedlung.
  2. Interessenanalyse: Erkläre, warum ein Herrscher religiöse Flüchtlinge aus Mitgefühl aufnehmen und gleichzeitig wirtschaftliche Ziele verfolgen konnte. Zeige, warum sich diese Motive nicht ausschließen.
  3. Konfliktanalyse: Entwickle ein Beispiel, in dem Privilegien für neu zugewanderte Handwerker einen Konflikt mit einer Zunft auslösen. Schlage anschließend zwei historisch plausible Lösungen vor.
  4. Quellenkritik: Vergleiche ein zeitgenössisches Bild mit einem hundert Jahre später entstandenen Historienbild. Begründe, welche Aussagen Du aus beiden Quellen sicher und welche nur vorsichtig ableiten kannst.
  5. Transfer Migration: Übertrage das Modell Ursachen – Aufnahmebedingungen – Arbeit – Gemeinschaft auf eine andere historische Migration. Zeige, wo der Vergleich hilfreich ist und wo er Grenzen hat.
  6. Urteilsbildung: Beurteile die Aussage „Die Aufnahme von Glaubensflüchtlingen war nur eine Erfolgsgeschichte“. Formuliere ein begründetes Urteil mit mindestens drei verschiedenen Perspektiven.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Daten und Begriffe nennst, sondern historische Zusammenhänge erklären und Quellen kritisch verwenden kannst.

  1. Du kannst erläutern, warum „Deutschland“ in der Frühen Neuzeit aus vielen Territorien bestand.
  2. Du kannst Glaubensflucht, Arbeitsmobilität und staatliche Ansiedlungspolitik unterscheiden und miteinander verbinden.
  3. Du kannst die Beispiele Hugenotten, Salzburger Exulanten und Böhmisch-Rixdorf zeitlich und räumlich einordnen.
  4. Du kannst erklären, wie Arbeit, Privilegien, Zünfte und Manufakturen Migration beeinflussten.
  5. Du kannst zeigen, wie aus Zuwanderung neue Gemeinden und langfristig veränderte Städte und Regionen entstanden.
  6. Du kannst Bildquellen, Edikte und Denkmäler nach Urheber, Zeit, Absicht und Aussagekraft untersuchen.
  7. Du kannst ein begründetes historisches Urteil formulieren, das Chancen, Konflikte und unterschiedliche Interessen berücksichtigt.




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