Kubismus - Kunst


Kubismus - Kunst
Kubismus - Kunst
Zielgruppe: Schule, besonders Sekundarstufe I Fach: Kunst Thema: Formen zerlegen, Blickwinkel verbinden, Bilder neu zusammensetzen

Einleitung
Der Kubismus entstand um 1907 in Paris. Pablo Picasso und Georges Braque entwickelten eine neue Bildsprache: Gegenstände wurden nicht mehr nur aus einem Blickwinkel gezeigt. Formen wurden zerlegt, vereinfacht und auf der Fläche neu geordnet.
Du lernst, kubistische Bilder zu erkennen, zu untersuchen und selbst zu gestalten.
Lernziele
- Bildanalyse: Du erkennst typische Merkmale des Kubismus.
- Perspektive: Du erklärst die Verbindung mehrerer Ansichten.
- Collage: Du unterscheidest analytischen und synthetischen Kubismus.
- Gestaltung: Du entwickelst ein eigenes kubistisches Bild.
- Reflexion: Du begründest Deine Entscheidungen mit Fachbegriffen.
Entstehung und Idee
Vor dem Kubismus sollte Malerei häufig räumliche Tiefe möglichst glaubhaft vortäuschen. Die Kubisten stellten diese Regel infrage. Ein Gegenstand konnte gleichzeitig von vorn, von der Seite und von oben erscheinen.
Wichtige Anregungen kamen von Paul Cézanne, von geometrischer Vereinfachung und von der Auseinandersetzung mit außereuropäischer Kunst. Der neue Stil veränderte Malerei, Skulptur, Collage, Design und weitere Richtungen der Moderne.

Die Zeitungsseite zeigt, dass kubistische Kunst früh öffentlich diskutiert wurde.
Typische Merkmale
- Geometrie: Körper wirken wie Flächen, Kegel, Zylinder oder kantige Bausteine.
- Mehransichtigkeit: Mehrere Blickwinkel treffen in einem Bild zusammen.
- Fragmentierung: Motive werden in Teilformen zerlegt.
- Bildraum: Vordergrund und Hintergrund greifen ineinander.
- Farbe: Frühe Werke nutzen oft Braun-, Grau- und Ockertöne; spätere Werke werden farbiger.
- Motiv: Häufig erscheinen Porträts, Musikinstrumente und Stillleben.

Sehauftrag: Suche Gesicht, Hände, Kleidung und Hintergrund. Wo überschneiden sich die Formen?
Phasen des Kubismus
Analytischer Kubismus
Im analytischen Kubismus von etwa 1909 bis 1912 wird ein Motiv in viele kleine Flächen und Facetten zerlegt. Die Farben sind meist zurückhaltend. Der Gegenstand bleibt erkennbar, muss aber vom Auge neu zusammengesetzt werden.

Merksatz: Analytisch bedeutet hier: zerlegen, untersuchen und neu ordnen.
Synthetischer Kubismus
Ab 1912 wurden größere, klarere Formen und kräftigere Farben wichtiger. In Papiers collés und Collagen kamen Zeitung, Tapete oder bedrucktes Papier ins Bild. Gemalte und echte Materialien bildeten eine neue Einheit.

Merksatz: Synthetisch bedeutet hier: verschiedene Teile zu einem neuen Ganzen verbinden.
Künstlerinnen und Künstler
Pablo Picasso und Georges Braque gelten als Begründer. Juan Gris entwickelte besonders klare Bildordnungen. Weitere kubistische oder vom Kubismus geprägte Positionen stammen von Robert Delaunay, Sonia Delaunay, Fernand Léger, Jean Metzinger, Albert Gleizes, Roger de La Fresnaye und vielen anderen.
Das Werk von Ragnhild Keyser zeigt, wie sich kubistische Formideen international verbreiteten.

Das Selbstporträt verbindet Personendarstellung und geometrische Konstruktion.
Kubismus in der Skulptur
Kubistische Bildhauer zerlegten Körper in kantige Volumen. Licht und Schatten verändern sich an den Flächen. Dadurch wirkt eine Figur gleichzeitig geschlossen und aufgebrochen.
Sehauftrag: Vergleiche Stirn, Nase, Wangen und Hals. Welche Volumen erinnern an geometrische Körper?
Ein Bild untersuchen
Nutze bei einer Bildanalyse diese fünf Schritte:
- Beschreibung: Was ist sichtbar?
- Form: Welche Flächen, Linien und Körper erkennst Du?
- Farbe: Welche Farben dominieren und wie wirken sie?
- Raum: Welche Ansichten und Ebenen überschneiden sich?
- Deutung: Welche Wirkung entsteht durch die Zerlegung?

Kurzauftrag: Beschreibe das Stillleben in drei Sätzen und verwende die Begriffe Facette, Bildfläche und Mehransichtigkeit.
Gestaltungsprojekt für die Schule
Erstelle ein kubistisches Stillleben oder Porträt.
- Zeichne Dein Motiv aus mindestens drei Blickwinkeln.
- Wähle markante Linien und geometrische Teilformen.
- Übertrage die Ansichten überlappend auf ein Blatt.
- Ergänze Farbe, Zeitungspapier oder strukturierte Papiere.
- Prüfe, ob Teile erkennbar bleiben und zugleich neu zusammenspielen.
- Stelle Dein Werk vor und begründe zwei Gestaltungsentscheidungen.

Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage beschreibt den Kubismus am besten? (Mehrere Ansichten werden in einer Bildfläche verbunden) (!Nur ein genauer Blickwinkel wird naturgetreu wiedergegeben) (!Alle Motive werden vollständig ungegenständlich) (!Die Zentralperspektive bleibt immer unverändert)
Wer entwickelte den Kubismus entscheidend mit? (Pablo Picasso und Georges Braque) (!Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir) (!Salvador Dalí und René Magritte) (!Andy Warhol und Roy Lichtenstein)
Was ist für den analytischen Kubismus typisch? (Zerlegung des Motivs in viele kleine Facetten) (!Ausschließlich leuchtende Regenbogenfarben) (!Fotografisch genaue Raumdarstellung) (!Verzicht auf jede geometrische Form)
Was ist für den synthetischen Kubismus typisch? (Verbindung größerer Formen und verschiedener Materialien) (!Ausschließlich Bleistiftzeichnungen ohne Farbe) (!Nur Landschaften in Zentralperspektive) (!Vollständiger Verzicht auf erkennbare Motive)
Welche Technik wurde im synthetischen Kubismus wichtig? (Collage) (!Fresko) (!Radierung) (!Mosaik)
Was bedeutet Mehransichtigkeit? (Ein Motiv erscheint aus mehreren Blickwinkeln) (!Ein Motiv wird nur von vorn gezeigt) (!Ein Bild besitzt mehrere Rahmen) (!Ein Werk wird von mehreren Personen signiert)
Welche Motive kommen im Kubismus häufig vor? (Stillleben, Porträts und Musikinstrumente) (!Nur Unterwasserlandschaften) (!Nur historische Schlachten) (!Nur Schriftzeichen ohne Gegenstände)
Wie wirken Vordergrund und Hintergrund in vielen kubistischen Bildern? (Sie greifen ineinander) (!Sie bleiben immer streng getrennt) (!Der Hintergrund verschwindet vollständig) (!Nur der Hintergrund wird gestaltet)
Welche Farbwirkung ist für viele analytisch-kubistische Werke typisch? (Zurückhaltende Braun-, Grau- und Ockertöne) (!Ausschließlich Neonfarben) (!Nur reines Schwarz ohne Abstufungen) (!Nur ungemischtes Blau)
Wozu dient eine Bildanalyse? (Sie verbindet genaue Beobachtung mit begründeter Deutung) (!Sie ersetzt das Kunstwerk durch eine Kopie) (!Sie bewertet nur den Geldwert) (!Sie nennt ausschließlich den Bildtitel)
Memory
| Analytischer Kubismus | Zerlegung in viele Facetten |
| Synthetischer Kubismus | Verbindung größerer Formen |
| Mehransichtigkeit | Mehrere Blickwinkel |
| Collage | Eingeklebtes Material |
| Stillleben | Anordnung unbelebter Dinge |
| Bildraum | Verhältnis der Bildebenen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Facette | Kleine Teilfläche |
| Perspektive | Blick auf den Gegenstand |
| Fragmentierung | Zerlegung des Motivs |
| Collage | Verbindung verschiedener Materialien |
| Stillleben | Darstellung unbelebter Dinge |
Kreuzworträtsel
| Kubismus | Welche Kunstrichtung zerlegt Motive in geometrische Teilformen? |
| Collage | Welche Technik verbindet geklebte Materialien auf einer Bildfläche? |
| Facetten | Wie heißen die kleinen Teilflächen analytisch-kubistischer Bilder? |
| Geometrie | Welcher Bereich untersucht Formen wie Kreis, Dreieck und Körper? |
| Stillleben | Wie heißt eine Darstellung angeordneter unbelebter Gegenstände? |
| Perspektive | Welcher Begriff bezeichnet den Blickwinkel auf ein Motiv? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Formensuche: Fotografiere fünf geometrische Formen in Deiner Schule und ordne sie einem kubistischen Bildaufbau zu.
- Linienbild: Zeichne einen Alltagsgegenstand nur mit geraden und gebrochenen Linien.
- Drei Ansichten: Zeichne eine Tasse von vorn, von der Seite und von oben.
- Farbkarte: Stelle eine Palette für analytischen und eine für synthetischen Kubismus zusammen.
Standard
- Kubistisches Porträt: Verbinde Vorderansicht und Profil in einem Gesicht.
- Stillleben-Collage: Gestalte aus Zeichnung, Zeitung und farbigem Papier ein Stillleben.
- Bildanalyse: Untersuche eines der Kursbilder mit den fünf Analyseschritten.
- Audioführung: Nimm eine zweiminütige Erklärung zu einem kubistischen Werk auf.
Schwer
- Stilvergleich: Vergleiche Kubismus und Expressionismus anhand von Form, Farbe und Raum.
- Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Schulausstellung mit Titel, Raumfolge und Werktexten.
- Perspektivexperiment: Fotografiere ein Objekt aus sechs Richtungen und verbinde die Ausschnitte digital.
- Kunstdebatte: Diskutiere, ob ein zerlegtes Bild Wirklichkeit genauer zeigen kann als eine Fotografie.


Lernkontrolle
- Transfer Bildraum: Erkläre an einem selbst gewählten Alltagsgegenstand, wie Mehransichtigkeit seine Darstellung verändert.
- Vergleich der Phasen: Entwickle zwei Skizzen desselben Motivs, eine analytisch und eine synthetisch, und begründe die Unterschiede.
- Material und Bedeutung: Untersuche, wie Zeitung, Verpackung oder Tapete die Aussage einer Collage verändern.
- Wirkungsanalyse: Beurteile, wie eine begrenzte Farbpalette Ruhe oder Spannung erzeugt.
- Gestaltungsentscheidung: Überarbeite eine realistische Zeichnung kubistisch und dokumentiere drei bewusste Veränderungen.
- Kritisches Urteil: Nimm begründet Stellung zu der Aussage: Kubistische Bilder zeigen nicht weniger, sondern mehr vom Gegenstand.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sind wichtig:
- Du verwendest die Fachbegriffe Kubismus, Mehransichtigkeit, Facette, Bildraum und Collage korrekt.
- Du unterscheidest analytischen und synthetischen Kubismus.
- Du analysierst Form, Farbe, Raum und Wirkung an einem Werk.
- Du gestaltest ein eigenes Bild mit mehreren Blickwinkeln.
- Du dokumentierst Deinen Arbeitsprozess mit Skizzen.
- Du präsentierst Dein Ergebnis und begründest Entscheidungen.
- Du reflektierst Rückmeldungen und nimmst eine sinnvolle Überarbeitung vor.
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