Monotypie - Kunst


Monotypie - Kunst
Monotypie - Kunst
Einleitung
Die Monotypie ist ein experimentelles Druckverfahren. Du gestaltest Farbe auf einer glatten Platte und überträgst sie auf Papier. Der Abdruck ist ein Unikat: Selbst ein zweiter, schwächerer Druck sieht anders aus. Die Technik verbindet Malerei, Zeichnung und Grafik und eignet sich besonders für den Kunstunterricht.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du die Monotypie erklären, Materialien sicher verwenden, einen eigenen Abdruck planen und herstellen sowie Wirkung, Zufall und Gestaltung eines Drucks beschreiben.
Was ist eine Monotypie?
Das Wortteil mono bedeutet „einzig“. Anders als beim Holzschnitt oder Linolschnitt entsteht normalerweise keine Auflage gleicher Drucke. Farbe wird auf Acrylglas, Plexiglas, Metall oder eine andere glatte Platte aufgetragen und noch feucht auf Papier übertragen. Ein möglicher zweiter Abdruck heißt oft Geisterdruck und fällt deutlich heller aus.

Material und Sicherheit
| Material | Verwendung |
|---|---|
| Druckplatte | Stabile Acryl- oder Kunststoffplatte mit glatten Kanten |
| Druckfarbe | Wasserbasierte Linol- oder Blockdruckfarbe |
| Farbwalze | Dünnes, gleichmäßiges Ausrollen |
| Papier | Glattes oder leicht saugendes Zeichenpapier |
| Hilfsmittel | Pinsel, Wattestäbchen, Karton, Blätter, Schablonen und Lappen |
Arbeite mit Schutzkleidung und abgedecktem Tisch. Verwende nur schulgeeignete Farben nach Herstellerangaben. Glasplatten, scharfe Werkzeuge und Lösungsmittel gehören nicht in eine selbstständige Schülerarbeit.
Grundtechnik: direktes Verfahren
- Platte vorbereiten: Reinige und trockne die Fläche.
- Farbe ausrollen: Verteile eine dünne Farbschicht.
- Motiv gestalten: Male hinein oder nimm Farbe mit Wattestäbchen, Karton und Schablonen weg.
- Papier auflegen: Lege das Papier ruhig auf und reibe gleichmäßig mit der Hand oder einem sauberen Löffelrücken.
- Abzug abheben: Ziehe das Papier vorsichtig an einer Ecke hoch.
- Werk kennzeichnen: Notiere nach dem Trocknen Titel, Name, Technik und Datum.

Durchdruck und Zeichnungsmonotypie
Bei der Zeichnungsmonotypie liegt dünnes Papier auf einer eingefärbten Platte. Du zeichnest auf der Rückseite. Der Druck entsteht dort, wo der Stift das Papier gegen die Farbe drückt. Unterschiedlicher Druck erzeugt kräftige oder zarte Linien. Beachte: Der Abdruck kann seitenverkehrt erscheinen.
Gestaltungsvarianten
| Verfahren | Wirkung |
|---|---|
| Additives Verfahren | Farbe wird gezielt auf die Platte gesetzt. |
| Subtraktives Verfahren | Farbe wird aus einer eingefärbten Fläche entfernt. |
| Schablone | Klare Positiv- und Negativformen entstehen. |
| Naturmaterial | Blätter, Gräser oder Fäden erzeugen Strukturen. |
| Mehrfarbendruck | Mehrere Farbschichten werden nacheinander gedruckt. |
| Gelplatte | Weiche Druckfläche ermöglicht schnelle Schichtungen. |
Gestaltungsmittel
Achte auf Farbe, Kontrast, Form, Linie, Struktur, Hell-Dunkel, Komposition und Positiv-Negativ-Form. Zufällige Spuren dürfen sichtbar bleiben. Entscheidend ist, wie Du sie bewusst auswählst, überdruckst oder weiterzeichnest.
Kunstgeschichte in Bildern
Als früher wichtiger Vertreter der Monotypie gilt Giovanni Benedetto Castiglione im 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert experimentierte Edgar Degas intensiv mit dem Verfahren und kombinierte Drucke häufig mit Pastell. Auch Paul Gauguin und viele Kunstschaffende des 20. und 21. Jahrhunderts nutzten die Technik.






Mini-Projekt für die Schule
Gestalte eine Serie mit dem Thema „Spuren der Natur“. Drucke ein Blatt oder Gras als Negativform, ergänze eine zweite Farbe und entwickle aus einem Geisterdruck ein neues Bild. Lege beide Arbeiten nebeneinander und beschreibe, welche Wirkung durch Zufall und welche durch Deine Entscheidung entstand.
Werkbetrachtung
Nutze für ein kurzes Bildgespräch diese Reihenfolge: beschreiben – untersuchen – deuten – beurteilen.
- Beschreibung: Was siehst Du, ohne zu bewerten?
- Analyse: Wie wirken Farbe, Linie, Fläche, Kontrast und Struktur?
- Deutung: Welche Stimmung oder Idee entsteht?
- Urteil: Welche Gestaltung ist besonders überzeugend und warum?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet eine Monotypie besonders? (Sie erzeugt ein einmaliges Druckbild) (!Sie erzeugt immer hundert gleiche Drucke) (!Sie wird ausschließlich digital hergestellt) (!Sie benötigt immer einen Holzstock)
Worauf wird die Farbe bei der direkten Monotypie zuerst aufgetragen? (Auf eine glatte Druckplatte) (!Auf einen Webrahmen) (!Auf eine Leinwandrückseite) (!Auf einen Keramikofen)
Wann wird das Papier beim direkten Verfahren aufgelegt? (Solange die Farbe noch feucht ist) (!Erst wenn die Farbe vollständig ausgehärtet ist) (!Vor dem Auftragen der Farbe) (!Erst nach dem Einrahmen)
Welche Farbe ist für den Schulgebrauch besonders geeignet? (Wasserbasierte Druckfarbe) (!Lösemittelhaltiger Industrielack) (!Straßenmarkierungsfarbe) (!Druckertoner als Pulver)
Was bedeutet subtraktives Arbeiten? (Farbe wird von der Platte entfernt) (!Farbe wird nur digital verändert) (!Papier wird vollständig zerschnitten) (!Die Platte wird in Stücke gebrochen)
Was ist ein Geisterdruck? (Ein schwächerer weiterer Abdruck) (!Ein Druck ohne Papier) (!Eine Fotografie eines Drucks) (!Ein unsichtbares Wasserzeichen)
Welche Wirkung erzeugt eine Schablone häufig? (Klare Positiv- und Negativformen) (!Nur unsichtbare Linien) (!Eine vollständig dreidimensionale Figur) (!Eine Tonaufnahme)
Was kann bei Schrift auf der Druckplatte wichtig sein? (Sie kann im Abdruck spiegelverkehrt erscheinen) (!Sie wird automatisch größer) (!Sie verschwindet immer vollständig) (!Sie wird zu einer Tonspur)
Welche Verbindung ist für die Monotypie typisch? (Malerei Zeichnung und Druckgrafik) (!Architektur Tanz und Chemie) (!Fotografie Musik und Sport) (!Keramik Film und Theater)
Was gehört zu einer begründeten Werkbetrachtung? (Beschreiben analysieren deuten und beurteilen) (!Nur den Preis des Bildes nennen) (!Nur die Lieblingsfarbe aufzählen) (!Nur den Namen der Schule notieren)
Memory
| Monotypie | einmaliger Druck |
| Farbwalze | gleichmäßiger Farbauftrag |
| Schablone | klare Negativform |
| Geisterdruck | schwacher zweiter Abdruck |
| Druckplatte | glatter Bildträger |
| Abreibung | Übertragung durch Druck |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Platte reinigen | Vorbereitung |
| Farbe ausrollen | Farbauftrag |
| Motiv gestalten | Bildentwicklung |
| Papier anreiben | Übertragung |
| Abzug abheben | Ergebnis sichern |
Kreuzworträtsel
| Monotypie | Welches Druckverfahren erzeugt meist ein einmaliges Bild? |
| Unikat | Wie heißt ein einmaliges Kunstwerk? |
| Walze | Welches Werkzeug verteilt Druckfarbe gleichmäßig? |
| Abdruck | Wie heißt das auf Papier übertragene Bild? |
| Platte | Auf welchem glatten Träger wird die Farbe gestaltet? |
| Spiegelung | Wie nennt man die seitenverkehrte Umkehrung eines Motivs? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Materialkarte: Zeichne fünf Werkzeuge und schreibe ihre Funktion dazu.
- Farbspur: Erprobe drei verschiedene Walzrichtungen und vergleiche die Strukturen.
- Blattdruck: Gestalte eine Monotypie mit einem Blatt als Negativform.
- Bildtitel: Finde für Deinen Druck drei mögliche Titel und begründe Deine beste Wahl.
Standard
- Positiv-Negativ-Komposition: Entwirf ein Bild, in dem helle und dunkle Formen gleich wichtig sind.
- Geisterdruck: Entwickle den zweiten Abdruck mit Zeichnung oder Collage zu einem neuen Werk weiter.
- Zweifarbendruck: Plane zwei Druckgänge und dokumentiere die Reihenfolge mit Fotos.
- Bildgespräch: Vergleiche Deine Arbeit mit der einer Mitschülerin oder eines Mitschülers anhand von Farbe, Linie, Fläche und Struktur.
Schwer
- Druckserie: Erstelle drei verwandte Unikate mit demselben Thema, aber unterschiedlichen Verfahren.
- Kunstgeschichte: Untersuche eine Monotypie von Edgar Degas und übertrage ein Gestaltungsmittel in eine eigene Arbeit.
- Experimentierprotokoll: Verändere Papier, Farbmenge und Anreibedruck systematisch und werte die Ergebnisse aus.
- Ausstellung: Kuratiere mit Deiner Lerngruppe eine kleine Ausstellung mit Werktexten, Reihenfolge und gemeinsamem Titel.


Lernkontrolle
- Verfahrenswahl: Entscheide für ein Motiv mit feinen Linien zwischen direkter und zeichnerischer Monotypie und begründe Deine Wahl.
- Fehleranalyse: Ein Abdruck ist fleckig und an mehreren Stellen leer. Nenne mögliche Ursachen und entwickle einen verbesserten Arbeitsplan.
- Gestaltungstransfer: Übertrage die Wirkung eines starken Hell-Dunkel-Kontrasts auf ein neues Thema.
- Vergleich: Erkläre an einem Beispiel, wie sich Monotypie und Linolschnitt in Planung, Zufall und Wiederholbarkeit unterscheiden.
- Materialentscheidung: Wähle für eine Schulstunde geeignete Platte, Farbe und Papier aus und begründe Sicherheit und Funktion.
- Kuratorisches Urteil: Wähle aus drei eigenen Drucken einen für eine Ausstellung aus und belege Deine Entscheidung mit Gestaltungskriterien.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis sind wichtig:
- eine selbstständig hergestellte Monotypie
- ein dokumentierter Arbeitsprozess mit Material und Schritten
- eine sichtbare Nutzung von mindestens zwei Gestaltungsmitteln
- eine kurze Werkbetrachtung mit Beschreibung, Analyse, Deutung und Urteil
- eine Reflexion über geplante und zufällige Bildspuren
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