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Cyanotypie - Kunst

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Cyanotypie - Kunst



Cyanotypie - Kunst

Die Cyanotypie ist ein fotografisches Edeldruckverfahren. Mit UV-Licht, Wasser und lichtempfindlichem Papier entstehen Bilder in kräftigem Berliner Blau. Besonders einfach ist das Fotogramm: Du legst Gegenstände direkt auf das Papier, belichtest es und wäschst das Bild aus.


Einleitung

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Licht eine Bildfläche verändert. Du untersuchst Formen, planst eine Komposition und gestaltest eine eigene Cyanotypie. Für die Schule eignet sich vorbereitetes Cyanotypiepapier besonders gut.


Geschichte in Kürze

Der Naturwissenschaftler John Herschel stellte das Verfahren 1842 vor. Die Botanikerin Anna Atkins nutzte es ab 1843, um Algen und Pflanzen als genaue Fotogramme zu dokumentieren. Ihr Werk verbindet Kunst, Fotografie und Biologie.


So entsteht das blaue Bild

  1. Motiv wählen: Flache, interessante Formen wie Blätter, Spitze, Papier oder transparente Folien suchen.
  2. Komposition planen: Formen auf dem lichtempfindlichen Papier anordnen.
  3. Belichtung durchführen: Das Papier mit dem Motiv unter UV-Licht oder Sonnenlicht belichten.
  4. Entwicklung beobachten: Das Papier mit Wasser auswaschen.
  5. Trocknung abwarten: Das Blau wird beim Trocknen meist kräftiger.


Licht, Schatten und Chemie

Die beschichtete Fläche reagiert auf UV-Licht. Belichtete Bereiche bilden das wasserunlösliche Pigment Berliner Blau. Unter undurchsichtigen Gegenständen bleibt das Papier hell. Halbtransparente Materialien erzeugen Zwischenstufen.

Eine klassische Cyanotypie verwendet Ammoniumeisen(III)-citrat und Kaliumhexacyanidoferrat(III). Im Schulunterricht werden die Lösungen nur nach Gefährdungsbeurteilung und unter Aufsicht einer Lehrkraft eingesetzt.


Sicherheit in der Schule

  1. Schutzbrille und geeignete Schutzhandschuhe verwenden, wenn mit Lösungen gearbeitet wird.
  2. Vorbereitetes Cyanotypiepapier für jüngere Lerngruppen bevorzugen.
  3. Nicht essen, trinken, erhitzen oder Chemikalien mit Säuren mischen.
  4. Hautkontakt vermeiden, Hände waschen und verschüttete Lösung sofort nach Schulvorgabe aufnehmen.
  5. Reste und Spülwasser nach den Regeln der Schule sowie den Sicherheitsdatenblättern entsorgen.
  6. Starke UV-Lampen nur mit geeignetem Schutz und unter Aufsicht nutzen.


Bildgestaltung

Eine gute Cyanotypie lebt von klaren Silhouetten und deutlichen Hell-Dunkel-Gegensätzen.

  1. Kontrast: Helle Formen wirken stark vor dunklem Blau.
  2. Rhythmus: Wiederholte Blätter, Linien oder Kreise führen den Blick.
  3. Überlagerung: Überschneidungen erzeugen Tiefe.
  4. Negativform: Der freie Raum zwischen den Gegenständen wird Teil des Bildes.
  5. Textur: Spitze, Federn und dünne Pflanzenteile ergeben feine Strukturen.


Künstlerische Varianten

Du kannst Pflanzen, Alltagsobjekte, Schablonen oder ein ausgedrucktes digitales Negativ verwenden. Auch Stoff und Holz sind mögliche Bildträger, wenn sie geeignet vorbereitet werden. Durch Tonen lassen sich fertige Bilder farblich verändern; solche Versuche gehören wegen der zusätzlichen Stoffe in die betreute Werkstatt.


Bildbetrachtung

Betrachte eine Cyanotypie und frage Dich:

  1. Welche Formen erkennst Du zuerst?
  2. Wo entstehen starke Hell-Dunkel-Kontraste?
  3. Wirkt die Anordnung ruhig, bewegt, geordnet oder zufällig?
  4. Welche Bedeutung könnte das Blau für das Thema haben?
  5. Welche Spuren des Arbeitsprozesses bleiben sichtbar?


Schulprojekt: Blaues Naturarchiv

Sammle gefallene Blätter, Gräser oder ungefährliche Fundstücke, ohne geschützte Pflanzen zu beschädigen. Ordne sie als Bildreihe, belichte vorbereitetes Papier und beschrifte die fertigen Arbeiten. So entsteht ein gemeinsames Archiv, das Naturbeobachtung und Kunst verbindet.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Farbe ist für die klassische Cyanotypie typisch? (Berliner Blau) (!Signalrot) (!Zitronengelb) (!Violett)




Wer stellte die Cyanotypie 1842 vor? (John Herschel) (!Anna Atkins) (!Pablo Picasso) (!Louis Daguerre)




Was ist ein Fotogramm? (Ein Bild durch direkte Auflage von Gegenständen) (!Ein Gemälde mit Ölfarbe) (!Eine digitale Animation) (!Eine Skulptur aus Gips)




Welche Strahlung löst die Belichtung hauptsächlich aus? (UV-Licht) (!Infrarotstrahlung) (!Radiowellen) (!Schallwellen)




Was geschieht nach der Belichtung? (Das Bild wird mit Wasser ausgewaschen) (!Das Bild wird gebügelt) (!Das Papier wird verbrannt) (!Die Fläche wird mit Öl bedeckt)




Welche Bereiche bleiben bei einem undurchsichtigen Gegenstand hell? (Die abgedeckten Bereiche) (!Die vollständig belichteten Bereiche) (!Alle Papierränder) (!Nur die Rückseite)




Wofür ist Anna Atkins besonders bekannt? (Für botanische Cyanotypien) (!Für abstrakte Ölgemälde) (!Für Bronzeskulpturen) (!Für Trickfilme)




Welche Gestaltungsmöglichkeit verstärkt die Tiefenwirkung? (Überlagerung) (!Gleichmäßige Leere) (!Unsichtbare Linien) (!Vollständige Symmetrie)




Was ist im Schulunterricht besonders sicher? (Vorbereitetes Cyanotypiepapier) (!Unbeschriftete Chemikalien) (!Arbeiten ohne Aufsicht) (!Mischen mit Säuren)




Warum wird das Blau beim Trocknen oft kräftiger? (Das Bild oxidiert weiter) (!Das Papier wird dicker) (!Die Sonne färbt das Wasser) (!Das Motiv löst sich auf)





Memory

Cyanotypie Blaudruckverfahren
Fotogramm Direktauflage von Gegenständen
John Herschel Vorstellung des Verfahrens
Anna Atkins Botanische Bildsammlungen
UV-Licht Belichtung
Berliner Blau Typisches Pigment





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Motivwahl Geeignete Gegenstände sammeln
Komposition Formen auf dem Papier anordnen
Belichtung Papier dem UV-Licht aussetzen
Auswaschen Lösliche Rückstände mit Wasser entfernen
Trocknung Das Bild abdunkeln und stabilisieren lassen




...


Kreuzworträtsel

Herschel Wer stellte die Cyanotypie 1842 vor?
Atkins Welche Botanikerin nutzte Cyanotypien für Pflanzenbilder?
Fotogramm Wie heißt ein Bild ohne Kamera durch direkte Objektauflage?
Ultraviolett Welche Strahlung belichtet das Papier?
Kontrast Wie heißt ein starker Unterschied zwischen hell und dunkel?
Pigment Wie nennt man einen farbgebenden Stoff?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Cyanotypie wurde 1842 von John

vorgestellt. Anna Atkins nutzte das Verfahren für Bilder von

. Bei einem Fotogramm liegen Gegenstände direkt auf dem lichtempfindlichen

. Die Belichtung erfolgt hauptsächlich durch

. Undurchsichtige Gegenstände lassen helle

entstehen. Nach der Belichtung wird das Bild mit

ausgewaschen. Das typische Pigment heißt

. Für jüngere Lerngruppen eignet sich besonders vorbereitetes

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Formensammlung: Suche zehn flache Gegenstände und ordne sie nach Form, Größe oder Oberfläche.
  2. Papierkomposition: Lege aus dunklem Papier eine Probe-Komposition auf weißem Papier und fotografiere sie.
  3. Blaue Farbskala: Mische mit Deckfarbe fünf unterschiedliche Blautöne und gib ihnen passende Namen.
  4. Bildbeschreibung: Beschreibe eine Cyanotypie in fünf Sätzen mit den Begriffen Form, Kontrast und Fläche.


Standard

  1. Naturfotogramm: Gestalte mit vorbereitetem Cyanotypiepapier ein Fotogramm aus Blättern oder Gräsern.
  2. Serielle Kunst: Erstelle drei Cyanotypien mit demselben Motiv, aber unterschiedlicher Anordnung.
  3. Visuelles Tagebuch: Dokumentiere Motivwahl, Belichtung, Auswaschen und Ergebnis mit Bildern und kurzen Notizen.
  4. Kunstvergleich: Vergleiche eine Arbeit von Anna Atkins mit Deiner Cyanotypie und erkläre zwei Gemeinsamkeiten sowie zwei Unterschiede.


Schwer

  1. Digitales Negativ: Entwirf am Computer ein kontrastreiches Negativ und übertrage es als Cyanotypie.
  2. Experimentreihe: Untersuche mit identischem Motiv verschiedene Belichtungszeiten und werte die Kontraste aus.
  3. Rauminstallation: Plane eine Installation aus mehreren Cyanotypien zum Thema Natur, Erinnerung oder Schule.
  4. Ausstellungskonzept: Entwickle Titel, Reihenfolge, Wandtexte und Beleuchtung für eine kleine Schulausstellung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kompositionsanalyse: Erkläre, wie die Position eines Blattes die Blickführung in einer Cyanotypie verändert.
  2. Fehlerdiagnose: Ein Bild ist sehr blass. Entwickle drei mögliche Ursachen und passende Verbesserungen.
  3. Materialvergleich: Vergleiche Papier und Stoff als Bildträger hinsichtlich Saugfähigkeit, Schärfe und Wirkung.
  4. Kunst und Wissenschaft: Zeige an einem Beispiel, wie die Cyanotypie gestalterisches und naturwissenschaftliches Denken verbindet.
  5. Bildserie: Entwirf eine dreiteilige Serie, in der dasselbe Motiv unterschiedliche Bedeutungen erhält.
  6. Nachhaltige Gestaltung: Beurteile, wie Fundstücke, sparsamer Materialeinsatz und sichere Entsorgung das Projekt verbessern.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sind wichtig:

  1. Eine eigene, sauber ausgeführte Cyanotypie
  2. Eine erkennbare Bildidee und bewusste Komposition
  3. Eine kurze Dokumentation der Arbeitsschritte
  4. Die richtige Verwendung der Fachbegriffe
  5. Die Einhaltung der Arbeitssicherheit
  6. Eine begründete Reflexion über Wirkung, Fehler und Verbesserungen




OERs zum Thema

  1. Wikimedia Commons: Freie Cyanotypie-Medien
  2. Wikipedia: Anna Atkins
  3. Royal Society of Chemistry: The blueprint reaction



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