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Abraham Lincoln - Geschichte

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Abraham Lincoln - Geschichte




Abraham Lincoln - Geschichte

Studienfach: Geschichte Schwerpunkt: Geschichte der Vereinigten Staaten, Amerikanischer Bürgerkrieg, Sklaverei in den Vereinigten Staaten, Politische Geschichte, Erinnerungskultur Niveau: gymnasiale Oberstufe, berufliche Bildung und Studium Zentrale Leitfrage: Wie veränderten Abraham Lincolns Politik, der Amerikanische Bürgerkrieg und die Selbstbefreiung versklavter Menschen die Vereinigten Staaten?


Einleitung

Abraham Lincoln wurde am 12. Februar 1809 in Kentucky geboren und war von 1861 bis zu seinem Tod im April 1865 der 16. Präsident der Vereinigten Staaten. Seine Amtszeit fiel fast vollständig in den Amerikanischen Bürgerkrieg. In diesem Konflikt kämpfte die von Lincoln geführte Union gegen die abtrünnigen Konföderierten Staaten. Im Zentrum der Staatskrise stand die Sklaverei: Die Ausweitung und Sicherung dieses Systems war das entscheidende Motiv der Sezession der südlichen Sklavenhalterstaaten.[1]

Lincoln zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Sein politisches Handeln trug zur Bewahrung der Union, zur Emanzipationsproklamation und zur Durchsetzung des 13. Verfassungszusatzes bei. Dennoch ist eine wissenschaftliche Beschäftigung mit ihm anspruchsvoller als eine einfache Heldengeschichte. Lincoln lehnte die Sklaverei moralisch ab, vertrat aber lange keine sofortige Abschaffung in allen Bundesstaaten. Er äußerte im Laufe seines Lebens auch rassistische Vorstellungen, unterstützte zeitweise Pläne einer Auswanderung freier Schwarzer und entwickelte seine Positionen erst unter dem Druck des Krieges, der Abolitionsbewegung, Schwarzer Aktivisten, des Kongresses sowie der Flucht und Selbstbefreiung versklavter Menschen weiter.

Dieser aiMOOC untersucht Lincoln deshalb in seinem historischen Kontext. Du lernst, zwischen Biografie, Politikgeschichte, Sozialgeschichte, Militärgeschichte und Erinnerungskultur zu unterscheiden. Dabei sollst Du nicht nur Daten kennen, sondern auch Primärquellen auswerten, politische Entscheidungen beurteilen, historische Handlungsspielräume erkennen und widersprüchliche Deutungen vergleichen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. historische Kontexte: die politische Krise der Vereinigten Staaten vor 1861 erklären und die zentrale Bedeutung der Sklaverei für die Sezession beurteilen.
  2. biografische Entwicklung: Lincolns Weg vom weitgehend selbstgebildeten Juristen zum Präsidenten rekonstruieren.
  3. politische Entscheidungen: Lincolns Kriegs-, Verfassungs- und Emanzipationspolitik analysieren.
  4. Quellenkritik: Reden, Fotografien, Karten, Gesetze und Erinnerungsorte als historische Quellen untersuchen.
  5. Multiperspektivität: die Rolle Lincolns mit der Handlungsmacht versklavter Menschen, Schwarzer Soldaten, des Kongresses und gesellschaftlicher Bewegungen in Beziehung setzen.
  6. Geschichtskultur: erklären, wie und warum Lincolns Bild bis heute politisch verwendet und kontrovers diskutiert wird.


Historischer Hintergrund: Expansion, Sklaverei und Staatskrise

Die Vereinigten Staaten expandierten im 19. Jahrhundert stark nach Westen. Mit jedem neuen Territorium stellte sich die Frage, ob dort Sklaverei erlaubt sein sollte. Politische Kompromisse wie der Missouri-Kompromiss von 1820 und der Kompromiss von 1850 verschoben den Konflikt, lösten ihn aber nicht. Der Kansas-Nebraska Act von 1854 hob frühere Beschränkungen auf und überließ die Entscheidung über Sklaverei der Bevölkerung neuer Territorien. In Bleeding Kansas führte dies zu politischer Gewalt.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Fall Dred Scott v. Sandford von 1857 verschärfte die Krise. Das Gericht verweigerte Dred Scott die Anerkennung als Bürger und erklärte bundesstaatliche Beschränkungen der Sklaverei in Territorien für verfassungswidrig. Gegner der Sklavereiausweitung sahen darin den Versuch, die Macht der Sklavenhalter dauerhaft zu sichern.[2]

Im Süden bildete versklavte Arbeit die Grundlage großer Teile der Baumwollwirtschaft. Millionen Menschen wurden rechtlich als Eigentum behandelt, gewaltsam zur Arbeit gezwungen, verkauft und von ihren Familien getrennt. Die politische Forderung nach sogenannten Staatenrechten war in der Sezessionskrise eng mit dem beanspruchten Recht verbunden, Sklaverei zu erhalten und auszuweiten. Zeitgenössische Sezessionserklärungen und Reden konföderierter Politiker benannten diesen Zusammenhang ausdrücklich.[1]


Die Parteipolitik der 1850er-Jahre

Das bestehende Parteiensystem zerbrach am Streit über die Sklaverei. Die Whig Party verlor an Bedeutung. Die Republikanische Partei entstand als Bündnis gegen die Ausweitung der Sklaverei in neue Territorien. Sie war jedoch keine einheitliche abolitionistische Partei. In ihr wirkten gemäßigte Gegner der Ausweitung, radikale Sklavereigegner, frühere Whigs, Free-Soil-Anhänger und wirtschaftspolitische Modernisierer zusammen.

Die Demokratische Partei spaltete sich 1860 in einen nördlichen und einen südlichen Flügel. Dadurch traten bei der Präsidentschaftswahl vier bedeutende Kandidaten an. Die Zersplitterung der Parteienlandschaft eröffnete Lincoln den Weg zur Präsidentschaft, zeigte aber zugleich, wie tief die Union bereits politisch gespalten war.


Herkunft, Bildung und frühe Laufbahn

Lincoln wurde in einer Blockhütte nahe Hodgenville im damaligen Hardin County geboren. Seine Familie zog 1816 nach Indiana und 1830 nach Illinois. Seine Mutter Nancy Hanks Lincoln starb 1818. Seine Stiefmutter Sarah Bush Johnston Lincoln unterstützte seine Neigung zum Lesen. Lincolns formale Schulbildung war kurz und unregelmäßig. Durch selbstständige Lektüre eignete er sich Kenntnisse in Sprache, Recht, Politik und Geschichte an.

In New Salem arbeitete Lincoln unter anderem als Ladenangestellter, Postmeister und Landvermesser. Während des Black-Hawk-Krieges von 1832 diente er kurzzeitig in der Miliz und wurde von seinen Kameraden zum Hauptmann gewählt. 1834 gewann er als Mitglied der Whigs einen Sitz im Parlament von Illinois. Er studierte selbstständig Rechtswissenschaft, erhielt 1836 die Zulassung als Anwalt und zog 1837 nach Springfield. Dort wurde er zu einem erfolgreichen Prozessanwalt.[3]

1842 heiratete er Mary Todd. Das Paar hatte vier Söhne: Robert, Edward, William und Thomas. Nur Robert Todd Lincoln erreichte das Erwachsenenalter. Familiäre Verluste prägten Lincolns Privatleben, besonders der Tod seines Sohnes Willie im Weißen Haus 1862.


Lincoln als Abgeordneter und Jurist

1846 wurde Lincoln in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gewählt und gehörte ihm von 1847 bis 1849 an. Er unterstützte wirtschaftliche Modernisierungsprogramme der Whigs, kritisierte Präsident James K. Polk wegen der Begründung des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges und wandte sich gegen die Ausweitung der Sklaverei in neu erworbene Territorien. Seine sogenannten Spot Resolutions verlangten von Polk einen Nachweis dafür, an welchem Ort Mexiko angeblich amerikanisches Gebiet angegriffen habe.[4]

Nach einer einzigen Amtszeit kehrte Lincoln weitgehend in seine Anwaltspraxis zurück. Der Kansas-Nebraska Act von 1854 führte ihn wieder in die aktive Politik. Lincoln argumentierte nun zunehmend, die Gründungsprinzipien der Vereinigten Staaten seien mit der dauerhaften Ausweitung der Sklaverei unvereinbar. Er forderte zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht überall die sofortige Abschaffung.


Lincoln-Douglas-Debatten und nationaler Aufstieg

1858 kandidierte Lincoln für einen Sitz im Senat der Vereinigten Staaten gegen den Demokraten Stephen A. Douglas. In sieben öffentlichen Lincoln-Douglas-Debatten diskutierten beide vor allem über die Ausweitung der Sklaverei. Douglas verteidigte die Volkssouveränität in den Territorien. Lincoln erklärte die Sklaverei für moralisch falsch und warnte vor ihrer nationalen Ausbreitung.

Gleichzeitig vertrat Lincoln 1858 keine umfassende politische und soziale Gleichstellung Schwarzer Menschen. Seine Äußerungen zeigen die Grenzen seines damaligen Denkens und den Einfluss des rassistischen politischen Umfelds. Quellen müssen deshalb sowohl nach ihren antisklavereipolitischen Aussagen als auch nach ihren Ausgrenzungen untersucht werden.

Lincoln verlor die Senatswahl, weil die Parlamente der Bundesstaaten damals die Senatoren bestimmten. Die Debatten machten ihn jedoch landesweit bekannt. Seine Rede in der Cooper Union in New York im Februar 1860 stärkte seinen Ruf als gemäßigter, argumentationsstarker Gegner der Sklavereiausweitung.


Präsidentschaftswahl 1860 und Sezession

Die Republikaner nominierten Lincoln im Mai 1860 als Präsidentschaftskandidaten. Er erschien vielen Delegierten wählbarer als bekanntere Parteiführer. In der Wahl vom 6. November 1860 gewann Lincoln die Mehrheit der Wahlmännerstimmen, obwohl er landesweit nur knapp 40 Prozent der Wählerstimmen erhielt. Sein Sieg beruhte fast vollständig auf den freien Nord- und Weststaaten.[5]

Noch vor seiner Amtseinführung trat South Carolina am 20. Dezember 1860 aus der Union aus. Bis Anfang Februar 1861 folgten sechs weitere Staaten des tiefen Südens. Sie gründeten die Konföderierten Staaten von Amerika und wählten Jefferson Davis zum Präsidenten. Nach Beginn der Kämpfe schlossen sich vier weitere Sklavenstaaten der Konföderation an. Insgesamt umfasste sie elf Staaten.

Lincoln bestritt, dass ein Bundesstaat einseitig aus der Union austreten könne. In seiner ersten Antrittsrede vom 4. März 1861 versprach er, die Sklaverei dort nicht anzugreifen, wo sie bereits bestand. Zugleich erklärte er die Sezession für rechtlich unwirksam und kündigte an, Bundeseigentum zu behaupten. Damit versuchte er, die Union zu sichern und die Sklavenhalterstaaten Delaware, Maryland, Kentucky und Missouri in der Union zu halten.


Der Amerikanische Bürgerkrieg

Am 12. April 1861 beschossen konföderierte Truppen Fort Sumter im Hafen von Charleston. Nach der Kapitulation des Forts rief Lincoln die Bundesstaaten zur Bereitstellung von Truppen auf. Der Bürgerkrieg hatte begonnen.

Für die Union war das anfängliche offizielle Kriegsziel die Wiederherstellung der nationalen Einheit. Die Abschaffung der Sklaverei war zunächst noch kein allgemein verkündetes Kriegsziel. Im Verlauf des Krieges wurden Union und Emanzipation jedoch immer enger miteinander verbunden.[6]


Lincoln als Oberbefehlshaber

Als Präsident war Lincoln ziviler Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er musste Armeen aufbauen, Generäle auswählen, die Finanzierung organisieren, die Loyalität der Grenzstaaten sichern und mit schweren militärischen Niederlagen umgehen. Er wechselte mehrfach die militärische Führung, weil Generäle aus seiner Sicht zu langsam oder zu defensiv handelten. Im März 1864 ernannte er Ulysses S. Grant zum Oberbefehlshaber der Unionsarmeen.

Die Strategie der Union beruhte auf mehreren Elementen:

  1. Seeblockade: Die Küste der Konföderation sollte abgeriegelt und ihr Außenhandel eingeschränkt werden.
  2. Mississippi: Die Union wollte den Fluss kontrollieren und die Konföderation räumlich teilen.
  3. Landkrieg: Unionsarmeen sollten zentrale konföderierte Armeen und Verkehrsknotenpunkte besiegen.
  4. Wirtschaftskrieg: Infrastruktur und Ressourcen der Konföderation wurden zunehmend zum militärischen Ziel.
  5. Emanzipation: Die Zerstörung der Sklaverei schwächte die Arbeits- und Sozialordnung der Konföderation und stärkte die Union.


Präsidialmacht und Verfassungskonflikte

Lincoln weitete in der Notlage des Bürgerkriegs die Macht der Bundesregierung aus. Er ordnete unter anderem militärische Maßnahmen an, bevor der Kongress zusammentrat, und ließ in bestimmten Regionen das Recht auf richterliche Haftprüfung, den Habeas Corpus, aussetzen. Militärische Festnahmen von tatsächlichen oder vermeintlichen Gegnern der Union lösten heftige Kontroversen aus.

Befürworter sahen diese Maßnahmen als notwendig an, um Rebellion und Sabotage zu bekämpfen. Kritiker warfen Lincoln Machtmissbrauch und eine Gefährdung bürgerlicher Freiheiten vor. Für die historische Bewertung ist wichtig, zwischen militärischer Notlage, verfassungsrechtlichem Handlungsspielraum und möglicher Überdehnung exekutiver Macht abzuwägen.


Krieg und Staatsumbau

Während des Bürgerkriegs verabschiedete der von Republikanern dominierte Kongress Gesetze, die die Vereinigten Staaten langfristig veränderten. Dazu gehörten der Homestead Act zur Vergabe von Land im Westen, der Pacific Railroad Act zum Bau einer transkontinentalen Eisenbahn, der Morrill Act zur Förderung von Hochschulen sowie Nationalbankgesetze. Der Krieg war deshalb nicht nur ein militärischer Konflikt, sondern auch eine Phase beschleunigten Staats- und Wirtschaftsaufbaus.


Von der Union zur Emanzipation

Die Abschaffung der Sklaverei entstand nicht durch eine einzige Entscheidung. Versklavte Menschen flohen seit Kriegsbeginn zu den Linien der Union, verweigerten ihre Arbeit und zwangen Militär und Politik zum Handeln. Unionsoffiziere bezeichneten geflohene Versklavte zunächst als Konterbande. Der Kongress verabschiedete Konfiskationsgesetze, untersagte die Rückgabe bestimmter Geflüchteter und erlaubte schließlich die Aufnahme Schwarzer Männer in die Streitkräfte. Diese Entwicklungen erweiterten Lincolns politische Handlungsmöglichkeiten.[7]

Im April 1862 unterzeichnete Lincoln ein Gesetz zur entschädigten Abschaffung der Sklaverei im District of Columbia. Gleichzeitig versuchte er, die loyal gebliebenen Sklavenhalterstaaten für eine schrittweise, entschädigte Emanzipation zu gewinnen. Diese lehnten seine Vorschläge weitgehend ab.


Die Emanzipationsproklamation

Lincoln legte seinem Kabinett am 22. Juli 1862 einen Entwurf für eine Emanzipationsproklamation vor. Außenminister William H. Seward empfahl, mit der Veröffentlichung bis zu einem militärischen Erfolg zu warten, damit sie nicht wie eine Verzweiflungsmaßnahme wirke. Nach der strategisch wichtigen Schlacht am Antietam verkündete Lincoln am 22. September 1862 eine vorläufige Proklamation.

Am 1. Januar 1863 trat die endgültige Emanzipationsproklamation in Kraft. Sie erklärte versklavte Menschen in denjenigen Gebieten für frei, die sich weiterhin in Rebellion gegen die Vereinigten Staaten befanden. Sie galt nicht für die loyalen Sklavenhalterstaaten und auch nicht für bestimmte bereits von der Union kontrollierte Gebiete. Daher schaffte sie die Sklaverei nicht sofort im gesamten Land ab.[8]

Die Proklamation war zugleich eine militärische Anordnung, ein politisches Signal und ein Schritt zur rechtlichen Freiheit. Sie veränderte das Kriegsziel der Union, erschwerte eine Unterstützung der Konföderation durch europäische Mächte und erlaubte die offizielle Rekrutierung Schwarzer Soldaten. Bis zum Kriegsende dienten fast 200.000 Schwarze Männer in Heer und Marine der Union. Ihre Beteiligung war für den militärischen Erfolg und den Anspruch auf Bürgerrechte von großer Bedeutung.


Lincoln, Frederick Douglass und Schwarze Handlungsmacht

Der ehemalige Versklavte, Schriftsteller und Abolitionist Frederick Douglass kritisierte Lincoln zunächst wegen seiner Vorsicht. Später trafen sich beide mehrfach. Douglass drängte auf Emanzipation, gleiche Bezahlung Schwarzer Soldaten und eine entschlossene Bekämpfung der Sklaverei. Lincoln wiederum erkannte Douglass als politischen Gesprächspartner an.

Die Begegnungen zeigen, dass politische Veränderung nicht nur von Präsidenten ausgeht. Abolitionisten, Schwarze Gemeinden, versklavte Menschen, Soldaten, Frauenvereine, Kirchen, Zeitungen und Mitglieder des Kongresses übten Druck aus. Die Bezeichnung Lincolns als alleiniger „Befreier“ verdeckt diese kollektive Geschichte.


Der 13. Verfassungszusatz

Die Emanzipationsproklamation beruhte auf Lincolns Kriegsgewalt als Oberbefehlshaber und war räumlich begrenzt. Für eine dauerhafte Abschaffung der Sklaverei im gesamten Land war eine Verfassungsänderung erforderlich. Der Senat stimmte dem 13. Zusatzartikel im April 1864 zu. Das Repräsentantenhaus erreichte die notwendige Zweidrittelmehrheit am 31. Januar 1865. Lincoln unterstützte die politische Durchsetzung des Zusatzartikels und unterzeichnete die gemeinsame Resolution symbolisch, obwohl eine präsidiale Unterschrift für Verfassungszusätze nicht erforderlich ist.

Der Zusatzartikel wurde am 6. Dezember 1865, mehrere Monate nach Lincolns Tod, ratifiziert. Er verbot Sklaverei und unfreiwillige Knechtschaft, ließ jedoch eine Ausnahme als Strafe für eine Straftat bestehen.[9] Diese Ausnahmeklausel ist bis heute Gegenstand historischer und politischer Debatten.


Gettysburg Address: Demokratie im Krieg

Vom 1. bis 3. Juli 1863 fand die Schlacht von Gettysburg statt. Sie endete mit einem Sieg der Union und stoppte den weitreichendsten Vorstoß der konföderierten Nord-Virginia-Armee in den Norden. Am 19. November 1863 nahm Lincoln an der Einweihung eines Soldatenfriedhofs teil.

Seine nur wenige Minuten dauernde Gettysburg Address verband die Gegenwart des Bürgerkriegs mit der Unabhängigkeitserklärung von 1776. Lincoln stellte Gleichheit, nationale Einheit und demokratische Selbstregierung in den Mittelpunkt. Er deutete den Krieg als Prüfung, ob eine auf Freiheit und Gleichheit gegründete Republik bestehen könne. Die Formulierung einer „neuen Geburt der Freiheit“ gab dem Krieg eine über die bloße Wiederherstellung der Union hinausgehende Bedeutung.[10]


Quellenkritische Analyse der Gettysburg Address

Bei der Untersuchung der Rede solltest Du folgende Fragen stellen:

  1. Autor: Welche politische Funktion hatte Lincoln als Präsident und Oberbefehlshaber?
  2. Adressat: An wen richtete sich die Rede vor Ort, und welche größere Öffentlichkeit wurde durch Zeitungsberichte erreicht?
  3. Anlass: Wie beeinflussten Schlachtfeld, Friedhofseinweihung und Kriegsverlauf die Sprache?
  4. Begriffsgeschichte: Was bedeuteten „Nation“, „Freiheit“, „Gleichheit“ und „Volksherrschaft“ im Jahr 1863?
  5. Auslassung: Warum verwendet Lincoln das Wort Sklaverei nicht ausdrücklich, obwohl der Konflikt eng mit ihr verbunden war?
  6. Wirkungsgeschichte: Weshalb wurde die Rede später zu einem zentralen Text amerikanischer Demokratievorstellungen?


Wiederwahl, Kriegsende und Reconstruction

1864 war Lincolns Wiederwahl unsicher. Hohe Verluste, Kriegsmüdigkeit und politische Konflikte belasteten seine Regierung. Militärische Erfolge, besonders die Einnahme Atlantas durch General William T. Sherman, stärkten jedoch seine Position. Lincoln gewann die Wahl gegen den früheren Unionsgeneral George B. McClellan.

In seiner zweiten Antrittsrede vom 4. März 1865 deutete Lincoln die Sklaverei als Ursache des Krieges und betonte eine gemeinsame moralische Verantwortung. Er verband den Wunsch nach Versöhnung mit der Pflicht, die Folgen des Krieges zu bewältigen. Seine Reconstruction-Politik zielte auf eine vergleichsweise schnelle Wiederaufnahme der Südstaaten, blieb aber in wichtigen Fragen offen: Wie sollten ehemalige Konföderierte behandelt werden? Welche Rechte sollten befreite Menschen erhalten? Wer sollte das Wahlrecht besitzen? Wie konnte Freiheit wirtschaftlich und sozial abgesichert werden?

Am 9. April 1865 kapitulierte General Robert E. Lee mit der Nord-Virginia-Armee vor Grant in Appomattox Court House. Dies war der entscheidende militärische Zusammenbruch der Konföderation, auch wenn weitere Truppen erst später kapitulierten.


Attentat und Tod

Am Abend des 14. April 1865 besuchte Lincoln mit Mary Todd Lincoln eine Aufführung des Stücks „Our American Cousin“ im Ford’s Theatre in Washington. Der Schauspieler und konföderierte Sympathisant John Wilkes Booth drang in die Präsidentenloge ein und schoss Lincoln in den Hinterkopf. Booth vertrat rassistische und konföderierte Überzeugungen und war Teil einer größeren Verschwörung, die auch Angriffe auf Vizepräsident Andrew Johnson und Außenminister Seward vorsah.

Lincoln wurde in das gegenüberliegende Petersen House gebracht. Er starb am 15. April 1865 um 7:22 Uhr. Vizepräsident Andrew Johnson wurde Präsident. Lincolns Tod veränderte die politische Ausgangslage der Reconstruction. Die Frage, wie seine Politik sich bei längerem Leben entwickelt hätte, bleibt eine kontrafaktische und nicht endgültig beantwortbare historische Frage.[11]


Lincoln in der Geschichtswissenschaft

Historikerinnen und Historiker beurteilen Lincoln aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Forschung hat sich dabei mehrfach verändert.


Die Deutung als Retter der Union

Eine lange Tradition stellte Lincoln als Staatsmann dar, der die Union bewahrte, demokratische Institutionen verteidigte und eine zerrissene Nation moralisch führte. Seine Reden, seine Fähigkeit zur Koalitionsbildung und sein strategisches Lernen stehen in dieser Interpretation im Vordergrund.


Die Deutung als „Great Emancipator“

Die Bezeichnung „Great Emancipator“ würdigt Lincolns entscheidende Rolle bei der Emanzipationsproklamation und dem 13. Zusatzartikel. Sie kann jedoch den falschen Eindruck erzeugen, Freiheit sei ein Geschenk eines einzelnen weißen Politikers gewesen. Neuere sozialgeschichtliche Forschung betont stärker die Selbstbefreiung versklavter Menschen, die Arbeit Schwarzer Abolitionisten, die Leistungen Schwarzer Soldaten, die Gesetzgebung des Kongresses und die Dynamik des Krieges.[8]


Kritik an Lincolns Rassenvorstellungen

Lincoln glaubte an das Recht jedes Menschen auf die Früchte der eigenen Arbeit und bekämpfte die Ausweitung der Sklaverei. Zugleich vertrat er zeitweise Vorstellungen weißer Überlegenheit, grenzte sich von vollständiger sozialer Gleichstellung ab und unterstützte zeitweise Kolonisationspläne. Seine Haltung veränderte sich im Laufe des Krieges. Kurz vor seinem Tod befürwortete er ein begrenztes Wahlrecht für ausgewählte Schwarze Männer, insbesondere für gebildete Personen und Veteranen.

Eine angemessene historische Bewertung darf weder seine Entwicklung und politischen Leistungen leugnen noch problematische Aussagen ausblenden. Sie muss Wandel, Widersprüche, Machtbedingungen und die Perspektiven der Betroffenen gemeinsam untersuchen.


Handlungsspielraum und Struktur

Lincolns Geschichte eignet sich besonders zur Untersuchung des Verhältnisses von Individuum und Struktur. Ein Präsident besitzt erheblichen Einfluss, handelt aber nicht unabhängig von Verfassung, Wahlen, Parteien, öffentlicher Meinung, Militär, Wirtschaft und sozialen Bewegungen. Die Emanzipation war das Ergebnis politischen Handelns auf vielen Ebenen. Historische Erklärung entsteht daher weder durch reine Heldengeschichte noch durch die Annahme, Einzelpersonen seien bedeutungslos.


Erinnerungskultur und politischer Mythos

Nach seinem Tod wurde Lincoln rasch zu einem nationalen Märtyrer. Reden, Denkmäler, Schulbücher, Münzen, Filme und politische Ansprachen formten sein öffentliches Bild. Dabei wurden unterschiedliche Aspekte hervorgehoben: der bescheidene Aufstieg aus einfachen Verhältnissen, die Rettung der Union, die Abschaffung der Sklaverei oder die Idee demokratischer Selbstregierung.

Das 1922 eingeweihte Lincoln Memorial in Washington wurde selbst zu einem bedeutenden Ort der Bürgerrechtsgeschichte. 1939 sang Marian Anderson dort, nachdem ihr wegen rassistischer Diskriminierung ein Auftritt in der Constitution Hall verweigert worden war. 1963 hielt Martin Luther King Jr. auf den Stufen des Memorials während des Marsches auf Washington seine bekannteste Rede. Dadurch wurde Lincolns Erinnerung mit der fortdauernden Forderung nach tatsächlicher Gleichheit verbunden.[12]

Erinnerungskultur ist nie neutral. Wer Lincoln zitiert, auswählt oder darstellt, nimmt eine Deutung vor. Historikerinnen und Historiker fragen deshalb: Welche Eigenschaften werden betont? Welche Konflikte fehlen? Wer erhält Handlungsmacht? Welche politischen Ziele verfolgt die Darstellung?


Historische Quellen zu Abraham Lincoln

Die Abraham Lincoln Papers der Library of Congress umfassen zehntausende Dokumente, darunter Reden, Briefe, Entwürfe, Telegramme und Kabinettsunterlagen.[13] Für das Studium eignen sich verschiedene Quellengattungen.

Quellengattung Beispiel Erkenntnismöglichkeit Grenze
Rede Gettysburg Address politische Begriffe, Argumentation und Selbstinszenierung zeigt nicht automatisch die tatsächliche Wirkung oder private Absicht
Gesetz oder Erlass Emanzipationsproklamation rechtlicher Geltungsbereich und staatliche Zielsetzung formale Regelung ist nicht identisch mit ihrer praktischen Umsetzung
Brief Schreiben an Politiker, Generäle oder Bürger Entscheidungsprozesse und adressatenbezogene Argumente kann strategisch formuliert sein
Fotografie Gardner-Porträts Lincolns visuelle Selbstdarstellung, Technik und Öffentlichkeit eine inszenierte Aufnahme bildet Persönlichkeit nicht objektiv ab
Karte Wahlkarte von 1860 oder Sezessionskarte räumliche Muster und politische Teilung Farben und Kategorien vereinfachen komplexe Verhältnisse
Zeitung Berichte über Wahl, Krieg oder Attentat zeitgenössische Wahrnehmungen und politische Lager Parteilichkeit, Gerüchte und begrenzter Informationsstand
Denkmal Lincoln Memorial spätere Erinnerung, nationale Symbole und politische Nutzung sagt oft mehr über die Entstehungszeit als über Lincoln selbst


Methode der Quellenkritik

  1. Äußere Quellenkritik: Bestimme Urheber, Zeit, Ort, Medium, Überlieferung und Echtheit.
  2. Innere Quellenkritik: Untersuche Sprache, Begriffe, Argumente, Perspektive und mögliche Widersprüche.
  3. Adressatenanalyse: Kläre, für wen die Quelle bestimmt war und welche Wirkung sie erzielen sollte.
  4. Kontextualisierung: Ordne die Quelle in politische, soziale, militärische und rechtliche Zusammenhänge ein.
  5. Vergleich: Prüfe Aussagen anhand weiterer unabhängiger Quellen.
  6. Rezeptionsgeschichte: Untersuche, wie die Quelle später ausgewählt, zitiert oder umgedeutet wurde.


Zeittafel

Jahr Ereignis Historische Bedeutung
1809 Geburt in Kentucky Herkunft in einer ländlichen Grenzregion
1834 Wahl in das Parlament von Illinois Beginn einer dauerhaften politischen Laufbahn
1837 Umzug nach Springfield Aufbau der juristischen Karriere
1842 Heirat mit Mary Todd Beginn des gemeinsamen Familienlebens
1847–1849 Mitglied des US-Repräsentantenhauses nationale politische Erfahrung
1854 Kansas-Nebraska Act Rückkehr in die aktive Antisklavereipolitik
1858 Lincoln-Douglas-Debatten nationaler Bekanntheitsgewinn
1860 Wahl zum Präsidenten unmittelbarer Auslöser der Sezessionskrise
1861 Fort Sumter und Kriegsbeginn Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs
1862 vorläufige Emanzipationsproklamation Ankündigung eines veränderten Kriegsziels
1863 endgültige Emanzipationsproklamation Verbindung von Union und Freiheit
1863 Gettysburg Address demokratische Neudeutung des Krieges
1864 Wiederwahl politische Bestätigung der Fortsetzung des Krieges
1865 Annahme des 13. Zusatzartikels durch den Kongress Weg zur landesweiten Abschaffung der Sklaverei
1865 Attentat und Tod Übergang der Präsidentschaft an Andrew Johnson


Zentrale Begriffe

  1. Abolitionismus: Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei.
  2. Emanzipation: rechtliche und tatsächliche Befreiung aus Unfreiheit.
  3. Sezession: politischer Austritt eines Gebietes aus einem bestehenden Staatsverband.
  4. Union: die Vereinigten Staaten und die im Bürgerkrieg loyal gebliebenen Bundesstaaten.
  5. Konföderation: Zusammenschluss der elf sezessionistischen Sklavenhalterstaaten.
  6. Reconstruction: politische und gesellschaftliche Neuordnung der Vereinigten Staaten nach dem Bürgerkrieg.
  7. Habeas Corpus: Schutz vor unrechtmäßiger Inhaftierung durch richterliche Überprüfung.
  8. Primärquelle: Überrest oder Zeugnis aus der untersuchten Zeit.
  9. Historiografie: Geschichte der Geschichtsschreibung und historischer Deutungen.
  10. Erinnerungskultur: gesellschaftlicher Umgang mit Vergangenheit in Medien, Ritualen und Denkmälern.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurde Abraham Lincoln geboren? (1809) (!1776) (!1815) (!1861)




Welches Amt hatte Lincoln von 1861 bis 1865 inne? (Präsident der Vereinigten Staaten) (!Präsident der Konföderation) (!Oberster Bundesrichter) (!Gouverneur von Kentucky)




Welcher Konflikt stand im Zentrum der Sezessionskrise? (Die Erhaltung und Ausweitung der Sklaverei) (!Die Einführung des Frauenwahlrechts) (!Die Unabhängigkeit Kanadas) (!Die Abschaffung der Eisenbahn)




Welche unmittelbare politische Entwicklung folgte auf Lincolns Wahlsieg von 1860? (Die Sezession mehrerer Südstaaten) (!Die Auflösung des Kongresses) (!Der Beitritt Mexikos zur Union) (!Die Abschaffung aller Parteien)




Was war zu Beginn des Bürgerkriegs das offizielle Hauptziel der Union? (Die Wiederherstellung der Union) (!Die Eroberung Europas) (!Die Einführung einer Monarchie) (!Die Aufteilung der Vereinigten Staaten)




Für welche Gebiete galt die Emanzipationsproklamation von 1863 unmittelbar? (Für Gebiete in Rebellion gegen die Vereinigten Staaten) (!Für alle Staaten der Welt) (!Nur für die loyalen Grenzstaaten) (!Ausschließlich für Washington)




Bei welchem Anlass hielt Lincoln die Gettysburg Address? (Bei der Einweihung eines Soldatenfriedhofs) (!Bei seiner Hochzeit) (!Bei der Gründung der Republikanischen Partei) (!Bei der Kapitulation von Fort Sumter)




Was bewirkte der 13. Verfassungszusatz? (Er schaffte die Sklaverei landesweit ab) (!Er führte die Sezession ein) (!Er verlängerte die Präsidentschaft auf Lebenszeit) (!Er verbot öffentliche Wahlen)




Wer verübte das Attentat auf Lincoln? (John Wilkes Booth) (!Stephen A. Douglas) (!Ulysses S. Grant) (!Frederick Douglass)




Welche Aussage entspricht einer multiperspektivischen Deutung der Emanzipation? (Sie entstand durch das Zusammenwirken vieler Akteure) (!Sie war ausschließlich das Werk eines Präsidenten) (!Sie hatte nichts mit dem Bürgerkrieg zu tun) (!Sie wurde allein von der Konföderation beschlossen)





Memory

Abraham Lincoln Sechzehnter US-Präsident
Emanzipationsproklamation Kriegsanordnung von 1863
Gettysburg Address Rede über Freiheit und Demokratie
Fort Sumter Beginn der Kampfhandlungen
Frederick Douglass Schwarzer Abolitionist und Publizist
John Wilkes Booth Attentäter im Ford’s Theatre
Reconstruction Neuordnung nach dem Bürgerkrieg
Dreizehnter Zusatzartikel Landesweites Verbot der Sklaverei





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Historischer Zusammenhang
Frühe politische Laufbahn Parlament von Illinois und Tätigkeit als Jurist
Nationaler Aufstieg Lincoln-Douglas-Debatten und Cooper-Union-Rede
Präsidentschaftswahl Republikanischer Sieg und Beginn der Sezessionskrise
Bürgerkrieg Kampf zwischen Union und Konföderation
Emanzipation Veränderung des Kriegsziels und Befreiungspolitik
Gettysburg Address Neudeutung von Nation und Demokratie
Reconstruction Streit über die Ordnung nach der Sklaverei






Kreuzworträtsel

Kentucky In welchem Bundesstaat wurde Lincoln geboren?
Springfield In welcher Stadt arbeitete Lincoln als Rechtsanwalt?
Sezession Wie heißt der Austritt eines Bundesstaates aus einem Staatsverband?
Gettysburg An welchem Ort hielt Lincoln seine berühmte Friedhofsrede?
Emanzipation Wie heißt die Befreiung aus rechtlicher Unfreiheit?
Fordtheater An welchem Veranstaltungsort wurde Lincoln angeschossen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Abraham Lincoln wurde im Jahr

im Bundesstaat Kentucky geboren. Durch weitgehend selbstständiges Lernen wurde er Jurist und begann seine politische Laufbahn im Bundesstaat

. Die öffentlichen Debatten mit Stephen A. Douglas im Jahr 1858 machten Lincoln landesweit

. Sein Wahlsieg von 1860 beschleunigte die Krise der

. Der Bürgerkrieg begann 1861 mit dem Angriff auf

. Zu Beginn erklärte die Regierung die Bewahrung der

zum wichtigsten Kriegsziel. Am 1. Januar 1863 trat die

in Kraft. Sie galt unmittelbar für Gebiete, die sich in

befanden. In der Gettysburg Address verband Lincoln den Krieg mit einer neuen Geburt der

. Der 13. Verfassungszusatz schaffte die Sklaverei landesweit

. John Wilkes Booth schoss Lincoln im

an. Lincolns historische Bedeutung wird in Forschung und Erinnerungskultur bis heute

diskutiert.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Biografischer Zeitstrahl: Gestalte einen bebilderten Zeitstrahl mit mindestens acht Stationen aus Lincolns Leben und erkläre zu jeder Station ihre historische Bedeutung.
  2. Kartenanalyse: Beschreibe die Wahlkarte von 1860. Formuliere drei Beobachtungen und zwei Fragen, die sich aus der räumlichen Verteilung ergeben.
  3. Begriffsnetz: Erstelle ein Begriffsnetz aus Union, Sklaverei, Sezession, Emanzipation, Bürgerkrieg und Reconstruction.
  4. Porträtanalyse: Untersuche ein Lincoln-Foto von Alexander Gardner. Beschreibe Bildausschnitt, Kleidung, Körperhaltung, Licht und mögliche Wirkung.


Standard

  1. Redeanalyse: Analysiere die Gettysburg Address nach Anlass, Adressaten, Leitbegriffen, Argumentationsstruktur und politischer Funktion.
  2. Quellenvergleich: Vergleiche die Emanzipationsproklamation mit dem 13. Verfassungszusatz. Arbeite Unterschiede in Rechtsgrundlage, Geltungsbereich und Dauerhaftigkeit heraus.
  3. Historische Debatte: Führt eine strukturierte Diskussion zur Frage durch, ob Lincoln vor allem als Retter der Union oder als Emanzipationspolitiker erinnert werden sollte.
  4. Podcast: Produziere eine achtminütige Podcastfolge über die Rolle versklavter Menschen, Schwarzer Soldaten und Abolitionisten im Prozess der Emanzipation.


Schwer

  1. Forschungsessay: Beurteile die These, dass Lincolns politische Größe weniger in festen Überzeugungen als in seiner Fähigkeit zum Lernen und Koalitionsbilden lag.
  2. Verfassungskonflikt: Verfasse ein juristisch-historisches Gutachten zur Aussetzung des Habeas Corpus. Berücksichtige Kriegsnotstand, Gewaltenteilung und Grundrechte.
  3. Erinnerungskulturprojekt: Vergleiche das Lincoln Memorial mit einem anderen politischen Denkmal. Untersuche Gestaltung, Entstehungszeit, Auslassungen und spätere Nutzung.
  4. Digitale Ausstellung: Kuratiere eine Online-Ausstellung mit zehn Primärquellen. Jede Quelle benötigt eine Quellenkritik, Kontextualisierung und Begründung der Auswahl.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Handlungsspielraum: Erkläre anhand von drei Beispielen, wie Lincoln politische Entscheidungen traf, obwohl seine Möglichkeiten durch Verfassung, Krieg, Parteien und öffentliche Meinung begrenzt waren.
  2. Kausalität: Entwickle ein Wirkungsdiagramm, das die Beziehungen zwischen Sklaverei, Sezession, Krieg, Selbstbefreiung, Emanzipationsproklamation und 13. Zusatzartikel zeigt.
  3. Multiperspektivität: Beurteile die Formulierung „Lincoln befreite die Versklavten“. Formuliere anschließend eine historisch genauere Alternative und begründe sie.
  4. Kontinuität und Wandel: Vergleiche Lincolns Haltung zur Sklaverei in den Jahren 1858, 1862 und 1865. Unterscheide sprachlichen, politischen und rechtlichen Wandel.
  5. Quellenkritik: Wähle eine Rede und eine Fotografie Lincolns. Zeige, welche unterschiedlichen Erkenntnisse beide Quellen ermöglichen und welche Fehlschlüsse vermieden werden müssen.
  6. Urteilskompetenz: Verfasse ein begründetes historisches Urteil darüber, ob Lincolns Erweiterung der Präsidialmacht im Bürgerkrieg legitim war. Trenne Sachurteil und Werturteil.
  7. Transfer: Vergleiche die politische Funktion des Lincoln Memorials mit einem Erinnerungsort in Deinem Land. Prüfe, wie nationale Werte räumlich inszeniert werden.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Sachkompetenz: sichere Einordnung der Lebensstationen Lincolns und der zentralen Ereignisse von 1854 bis 1865.
  2. Zusammenhangswissen: Erklärung der Beziehungen zwischen Sklaverei, Sezession, Bürgerkrieg, Emanzipation und Reconstruction.
  3. Methodenkompetenz: nachvollziehbare Analyse mindestens einer schriftlichen und einer visuellen Primärquelle.
  4. Multiperspektivität: Berücksichtigung Schwarzer Akteure, versklavter Menschen, Abolitionisten, Soldaten, Kongressmitglieder und politischer Gegner.
  5. Urteilskompetenz: differenzierte Bewertung von Lincolns Leistungen, Grenzen, Widersprüchen und Handlungsspielräumen.
  6. Fachsprache: korrekte Verwendung von Begriffen wie Sezession, Union, Konföderation, Emanzipation, Habeas Corpus und Reconstruction.
  7. Belegführung: Aussagen werden mit geeigneten Quellen belegt und Zitate werden transparent gekennzeichnet.
  8. Reflexion: Unterscheidung zwischen historischem Lincoln, späterem Mythos und politischer Erinnerungskultur.




OERs zum Thema


Freie Quellen und Sammlungen

  1. Abraham Lincoln Papers der Library of Congress
  2. Abraham Lincoln Bicentennial Exhibition der Library of Congress
  3. Emanzipationsproklamation in den National Archives
  4. 13. Verfassungszusatz in den National Archives
  5. Ford’s Theatre National Historic Site
  6. Gettysburg National Military Park
  7. Smithsonian: The Many Faces of Abraham Lincoln
  8. Wikimedia Commons: Abraham Lincoln


Belege


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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Bremen

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  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
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Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
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Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

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Sachsen-Anhalt

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Thüringen

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