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Die Altsteinzeit - Geschichte

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Die Altsteinzeit - Geschichte




Die Altsteinzeit - Geschichte


Einleitung

Die Altsteinzeit, fachsprachlich Paläolithikum, ist der älteste und bei Weitem längste Abschnitt der Urgeschichte. Sie umfasst den größten Teil der Menschheitsgeschichte: von den frühen, systematisch hergestellten Steinwerkzeugen vor ungefähr 2,6 Millionen Jahren bis zu regional unterschiedlichen Übergängen am Ende der letzten Kaltzeit. In Europa endet das Paläolithikum ungefähr mit dem Beginn des Holozäns vor rund 11.700 Jahren; darauf folgt die Mittelsteinzeit. Diese Grenzen sind wissenschaftliche Ordnungshilfen und keine weltweit gleichzeitig eingetretenen Ereignisse.

Da es aus der Altsteinzeit keine Schriftquellen gibt, rekonstruiert die Archäologie menschliches Leben aus materiellen Spuren: Werkzeugen, Tierknochen, Pflanzenresten, Feuerstellen, Siedlungsschichten, menschlichen Fossilien, Schmuck, Kunstwerken und genetischen Daten. Du lernst deshalb nicht nur, was wir über die Altsteinzeit wissen, sondern auch, wie dieses Wissen entsteht, wo Unsicherheiten liegen und warum historische Deutungen sich verändern können.

Die Karte zeigt ein Modell früher Wanderungsbewegungen. Solche Karten verdichten viele Funde und Datierungen. Sie dürfen nicht als exakte Reiserouten einzelner Gruppen gelesen werden, sondern als wissenschaftliche Rekonstruktionen mit Unsicherheiten.

Das Video gibt einen Überblick über die Steinzeit. Achte beim Ansehen darauf, welche Aussagen speziell die Altsteinzeit betreffen und welche bereits die Jungsteinzeit behandeln.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du die Altsteinzeit zeitlich und räumlich einordnen, zentrale Formen altsteinzeitlicher Technologie erklären und die Lebensweise mobiler Jäger-und-Sammler-Gruppen differenziert beschreiben. Du kannst archäologische Quellen untersuchen, zwischen Befund und Deutung unterscheiden, Forschungsmodelle kritisch prüfen und verbreitete Klischees über „Steinzeitmenschen“ begründet hinterfragen.


Zeit, Raum und Gliederung


Der Begriff Paläolithikum

Das Wort Paläolithikum setzt sich aus den griechischen Wörtern für „alt“ und „Stein“ zusammen. Im 19. Jahrhundert wurde die Steinzeit in eine Zeit des geschlagenen Steins und eine Zeit des geschliffenen Steins gegliedert. Diese Einteilung prägte die Forschung, darf aber nicht so verstanden werden, als hätten Menschen ausschließlich Stein benutzt. Holz, Leder, Pflanzenfasern, Knochen, Geweih und Sehnen waren ebenfalls wichtige Werkstoffe. Organische Materialien erhalten sich jedoch deutlich seltener als Stein.

Die Bezeichnung ist zudem nicht weltweit einheitlich. In der afrikanischen Archäologie werden häufig die Begriffe Early Stone Age, Middle Stone Age und Later Stone Age verwendet. Für Amerika, Australien und andere Weltregionen gelten wiederum eigene Chronologien. Periodisierungen sind deshalb immer regional gebundene Forschungsmodelle.


Alt-, Mittel- und Jungpaläolithikum

Abschnitt Ungefähre Einordnung in Europa Kennzeichen Häufig verbundene Menschengruppen
Altpaläolithikum frühester Abschnitt bis ungefähr 300.000 Jahre vor heute frühe Geröllgeräte, später Faustkeile, zunehmende Beherrschung unterschiedlicher Rohstoffe unter anderem Homo erectus und Homo heidelbergensis
Mittelpaläolithikum ungefähr 300.000 bis 45.000 beziehungsweise 40.000 Jahre vor heute vorbereitete Kerntechniken wie die Levalloistechnik, differenzierte Werkzeugsätze, Jagd und soziale Fürsorge vor allem Neandertaler, regional auch frühe Vertreter des Homo sapiens
Jungpaläolithikum ungefähr 45.000 bis 11.700 Jahre vor heute Klingen, Geräte aus Knochen und Geweih, Schmuck, figürliche Kunst, Musik und weitreichende Austauschnetze vor allem Homo sapiens

Die Grenzen schwanken je nach Region, Datierung und Fachtradition. Archäologische Kulturen wie Acheuléen, Moustérien, Aurignacien, Gravettien und Magdalénien werden vor allem anhand typischer Fundkombinationen unterschieden. Sie sind keine Völker mit eindeutig bekannten Namen, Sprachen oder Grenzen.

Die Karte rekonstruiert Europa während eines kalten Abschnitts vor ungefähr 20.000 Jahren. Küstenlinien, Gletscherflächen und bewohnbare Räume unterschieden sich deutlich von heute. Auch diese Darstellung ist ein Modell, das aus geologischen und archäologischen Daten zusammengesetzt wurde.


Pleistozän, Kaltzeiten und Umweltwandel

Der größte Teil der Altsteinzeit liegt im Pleistozän. Kalt- und Warmphasen wechselten einander ab. Während besonders kalter Phasen breiteten sich Gletscher aus, Meeresspiegel sanken und offene Steppen oder Tundren prägten große Gebiete. In wärmeren Phasen wanderten Wälder, Tiere und Menschen in andere Räume zurück.

Altsteinzeitliche Gruppen lebten daher nicht in einer unveränderlichen „Eiszeitwelt“. Sie mussten sich an sehr unterschiedliche Ökosysteme anpassen: Savannen, Küsten, Flusstäler, Wälder, Steppen und Gebirge. Veränderungen des Klimas beeinflussten verfügbare Nahrung, Wanderwege, Jagdtiere und Rohstoffe. Menschen reagierten mit Mobilität, technischer Anpassung, Wissen über Landschaften und sozialer Zusammenarbeit.


Quellen und Methoden der Altsteinzeitforschung


Was ist eine archäologische Quelle?

Eine archäologische Quelle ist ein materieller Überrest oder eine vom Menschen veränderte Spur. Dazu gehören Artefakte wie Werkzeuge und Schmuck, Ökofakte wie Tierknochen oder verkohlte Samen sowie Befunde wie Feuerstellen, Pfostenlöcher, Gruben und räumliche Fundverteilungen. Ein einzelner Gegenstand erzählt keine vollständige Geschichte. Erst sein Fundzusammenhang ermöglicht belastbare Aussagen.

Dieser Chopper veranschaulicht eine frühe Form gezielter Steinbearbeitung. Entscheidend sind nicht nur Form und Material, sondern auch Abschlagspuren, Gebrauchsspuren, Fundschicht und benachbarte Knochen oder Geräte.

Quellengruppe Mögliche Aussage Grenze der Aussage
Steinwerkzeug Herstellungstechnik, Rohstoffwahl, mögliche Funktion, Weitergabe von Wissen Ein Werkzeug verrät nicht automatisch, wer es benutzte oder wofür es in jedem Einzelfall eingesetzt wurde
Tierknochen Beutespektrum, Zerlegung, Jahreszeit, Umwelt Knochen können durch Raubtiere, Wasser oder spätere Störungen verlagert worden sein
Feuerstelle Hitzeeinwirkung, Brennmaterial, Nahrungsvorbereitung, Aufenthalt Nicht jede Rötung oder Holzkohle stammt sicher von einem kontrollierten Feuer
Menschliches Fossil Anatomie, Krankheit, Verletzung, Ernährung, Verwandtschaft Ein einzelnes Individuum ist nicht automatisch repräsentativ für eine ganze Population
Schmuck oder Bild Gestaltung, Symbolgebrauch, soziale Kommunikation Die ursprüngliche Bedeutung lässt sich meist nicht eindeutig entschlüsseln


Stratigraphie und Datierung

Die Stratigraphie untersucht die Abfolge von Schichten. Vereinfacht gilt: Eine ungestörte tiefere Schicht ist älter als eine darüberliegende. In der Praxis können Tiergänge, Erosion, Frost, Wasser oder spätere Grabungen die Reihenfolge verändern.

Bei der relativen Datierung wird bestimmt, was älter oder jünger ist. Die absolute Datierung versucht, ein Alter in Jahren oder Zeitspannen zu ermitteln. Wichtige Verfahren sind die Radiokarbonmethode für geeignetes organisches Material bis ungefähr 50.000 Jahre, Dendrochronologie für erhaltenes Holz jüngerer Zeiträume, Lumineszenzdatierung für erhitzte oder zuletzt belichtete Minerale sowie verschiedene isotopische und geologische Methoden für sehr alte Schichten.

Datierungen besitzen Messbereiche und Unsicherheiten. Eine seriöse historische Aussage nennt daher nicht nur ein Datum, sondern auch Material, Methode, Fundkontext und mögliche Fehlerquellen.


Experimentelle Archäologie und Gebrauchsspuren

Die Experimentelle Archäologie stellt Werkzeuge, Feuertechniken, Behausungen oder Transportweisen unter kontrollierten Bedingungen nach. Sie zeigt, was technisch möglich ist und welche Spuren bestimmte Tätigkeiten hinterlassen können. Ein gelungenes Experiment beweist jedoch nicht, dass Menschen der Altsteinzeit exakt so handelten. Es liefert Vergleichsdaten für Hypothesen.

Die Gebrauchsspurenanalyse untersucht mikroskopische Polituren, Brüche und Kantenveränderungen. Rückstände von Blut, Pflanzen, Harz oder Pigment können zusätzliche Hinweise geben. Ergebnisse werden besonders überzeugend, wenn mehrere Methoden unabhängig voneinander zu ähnlichen Schlüssen führen.

Beobachte im Video, welche Arbeitsschritte zur Herstellung von Steinwerkzeugen nötig sind. Notiere anschließend, welche Spuren diese Schritte am Ausgangsstein, am Abschlag und am fertigen Gerät hinterlassen.


Quellenkritik: Befund ist nicht Deutung

Historikerinnen und Historiker unterscheiden zwischen dem beobachtbaren Befund und seiner Interpretation. Ein Skelett mit verheilter Verletzung ist ein Befund. Die Aussage, die Person sei über längere Zeit versorgt worden, ist eine gut begründbare Deutung. Die Behauptung, wir kennten deshalb ihre Gefühle oder ihre genaue Stellung in der Gruppe, wäre wesentlich spekulativer.

Eine überzeugende Deutung beantwortet vier Fragen: Welche Daten liegen vor? Wie wurden sie gewonnen? Welche alternativen Erklärungen gibt es? Welche Unsicherheiten bleiben? Gerade in der Altsteinzeit ist diese Form der Quellenkritik zentral, weil Schriftzeugnisse fehlen und viele Materialien vergangen sind.


Menschen in der Altsteinzeit


Menschliche Evolution ist kein gerader Stammbaum

Die Menschliche Evolution verlief nicht als einfache Leiter vom „primitiven“ zum „modernen“ Menschen. Verschiedene Menschenformen existierten zeitweise gleichzeitig, trennten sich, begegneten einander und vermischten sich teilweise genetisch. Zu den bedeutenden Gruppen gehören Homo erectus, Homo heidelbergensis, Neandertaler, Denisova-Mensch und Homo sapiens.

Die Abbildung zeigt eine wissenschaftlich-künstlerische Rekonstruktion. Knochen liefern Hinweise auf Körperbau und Muskelansatz, aber Hautfarbe, Haare, Kleidung, Mimik und persönliche Merkmale müssen ergänzt werden. Rekonstruktionen sind deshalb anschauliche Modelle, keine Fotografien der Vergangenheit.


Neandertaler

Neandertaler lebten über lange Zeit in Europa und Westasien. Sie stellten differenzierte Werkzeuge her, jagten große und kleine Tiere, nutzten Feuer, sammelten Pflanzen, verarbeiteten Häute und kümmerten sich offenbar um verletzte oder kranke Gruppenmitglieder. Hinweise auf Pigmente, Schmuck, mögliche Bestattungen und symbolisches Verhalten widersprechen dem älteren Bild eines geistig unbeweglichen „Höhlenmenschen“.

Neandertaler verschwanden vor ungefähr 40.000 Jahren als eigenständige Population. Ursachen werden weiterhin erforscht. Klimaschwankungen, kleine Bevölkerungsgrößen, Konkurrenz, Krankheiten, regionale Unterschiede und die Aufnahme in Populationen des Homo sapiens können zusammengewirkt haben. Genetische Spuren zeigen, dass Begegnungen nicht nur Konkurrenz, sondern auch Fortpflanzung einschlossen.


Homo sapiens und globale Ausbreitung

Homo sapiens entwickelte sich in Afrika. Von dort breiteten sich Populationen in mehreren Phasen aus und erreichten unterschiedliche Weltregionen. Diese Ausbreitung war kein einmaliger Marsch, sondern ein komplexer Prozess mit Rückwanderungen, Vermischungen und regionalen Anpassungen.

Die Rekonstruktion orientiert sich an einem frühen europäischen Fund von Homo sapiens. Auch hier musst Du zwischen gesicherten anatomischen Merkmalen und ergänzten Gestaltungselementen unterscheiden.

Vergleiche im Video Alt- und Jungsteinzeit. Prüfe dabei kritisch, ob „Altsteinzeit“ und „Jungsteinzeit“ ausschließlich über Werkzeuge unterschieden werden oder ob Wirtschaftsweise, Siedlungsform und Umwelt ebenfalls eine Rolle spielen.


Lebensweise: Mobilität, Ernährung und Gemeinschaft


Jagen, Sammeln, Fischen und Nutzen von Landschaften

Altsteinzeitliche Menschen werden häufig als Jäger und Sammler bezeichnet. Der Begriff umfasst eine vielfältige Nutzung wild vorkommender Ressourcen. Je nach Region und Jahreszeit wurden Tiere gejagt, Fische gefangen, Muscheln gesammelt, Wurzeln ausgegraben, Früchte, Nüsse, Samen, Eier und Honig genutzt. Die Ernährung war weder überall gleich noch ausschließlich fleischreich.

Jagderfolg verlangte Wissen über Tierverhalten, Spuren, Landschaft, Wind, Jahreszeiten und Waffen. Pflanzenwissen war ebenso anspruchsvoll: Essbare und giftige Arten mussten unterschieden, Fundorte erinnert und Verarbeitungsweisen weitergegeben werden. Die ältere Vorstellung einer überall starren Arbeitsteilung „Männer jagen, Frauen sammeln“ lässt sich aus archäologischen Quellen nicht pauschal belegen. Alter, Fähigkeit, Gesundheit, Situation und lokale Traditionen dürften Aufgaben beeinflusst haben.


Mobilität statt zielloses Umherwandern

Viele Gruppen wechselten ihre Aufenthaltsorte. Diese Mobilität war meist geplant und an Wasser, Tierwanderungen, Pflanzenreife, Brennstoff und Rohstoffvorkommen angepasst. Manche Plätze wurden nur kurz genutzt, andere über Generationen wiederholt aufgesucht.

Behausungen konnten aus Ästen, Häuten, Gras, Knochen oder Steinsetzungen bestehen. Höhlen waren nicht die einzige Wohnform. Sie sind archäologisch nur besonders sichtbar, weil sich dort Schichten und Gegenstände gut erhalten können. Freilandlager gehörten ebenso zur Lebenswelt.


Feuer als soziale und technische Ressource

Kontrolliertes Feuer spendete Wärme und Licht, schreckte Tiere ab, veränderte Nahrungsmittel, härtete manche Holzspitzen und schuf einen sozialen Mittelpunkt. Die Frage nach dem frühesten sicher beherrschten Feuer ist schwierig, weil natürliche Brände ähnliche Spuren erzeugen können. Für eine überzeugende Deutung müssen verbrannte Materialien, räumliche Konzentration, wiederholte Nutzung und geologische Prozesse gemeinsam geprüft werden.

Das Video zeigt eine mögliche Feuertechnik. Unterscheide zwischen der Frage „Funktioniert diese Technik?“ und der historischen Frage „Ist genau diese Technik für einen bestimmten Fundplatz nachgewiesen?“.


Jagdwaffen und der Fundplatz Schöningen

Die Schöninger Speere sind außergewöhnlich gut erhaltene Holzwaffen aus dem Altpaläolithikum. Sie zeigen, dass frühe Menschen hochwertige Hölzer auswählten, Schäfte planvoll bearbeiteten und komplexe Jagdtechniken beherrschten. Der Fundplatz enthält außerdem Tierknochen und weitere Holzgeräte. Gerade weil Holz normalerweise vergeht, verändert ein solcher Erhaltungsfall unser Bild altsteinzeitlicher Technologie grundlegend.

Die Darstellung dokumentiert mehrere bearbeitete Holzartefakte. Rekonstruierte Ergänzungen müssen von erhaltenen Originalteilen unterschieden werden. Das Beispiel zeigt, wie wissenschaftliche Visualisierung fehlende Bereiche kenntlich machen sollte.


Kleidung, Schutz und Körperwissen

Kleidung aus Fellen, Häuten und Pflanzenfasern ist nur selten direkt erhalten. Schaber, Ahlen, Nadeln, Schnittspuren und Darstellungen liefern indirekte Hinweise. In kalten Regionen waren Windschutz, isolierende Kleidung, Feuer und energiereiche Nahrung überlebenswichtig. Genähte Kleidung des Jungpaläolithikums konnte eng am Körper liegen und war damit technisch anspruchsvoller als lose umgelegte Felle.

Körperpflege, Wundbehandlung und Geburtshilfe hinterlassen nur begrenzte Spuren. Verheilte schwere Verletzungen belegen jedoch, dass einzelne Menschen mit Einschränkungen weiterlebten. Dies spricht in manchen Fällen für Versorgung, geteilte Nahrung und soziale Einbindung.


Soziale Gruppen und Austausch

Die Größe altsteinzeitlicher Gruppen schwankte. Kleine mobile Einheiten konnten sich zeitweise zu größeren Zusammenkünften treffen. Rohstoffe wurden über weite Entfernungen transportiert, und ähnliche Schmuckformen treten in weit voneinander entfernten Gebieten auf. Daraus schließen Forschende auf Tausch, Besuchsnetze, Partnerwahl und Wissensaustausch.

Soziale Ordnung lässt sich nicht direkt ablesen. Es ist unzulässig, moderne Familienmodelle, Eigentumsformen oder politische Hierarchien einfach in die Vergangenheit zu übertragen. Gute Rekonstruktionen bleiben offen für mehrere Möglichkeiten.


Technik und Wissen


Oldowan: Kern, Abschlag und Schneide

Das Oldowan umfasst frühe Steingeräteindustrien. Durch gezielte Schläge wurden von einem Kern scharfe Abschläge gelöst. Sowohl Kern als auch Abschlag konnten verwendet werden. Die Herstellung erforderte Auswahl geeigneter Steine, Verständnis von Bruchverhalten, Hand-Auge-Koordination und eine geplante Schlagfolge.

Die scheinbare Einfachheit eines Geräts ist kein Beweis für geistige Einfachheit. Schon die Entscheidung, einen Rohstoff zu transportieren oder ein Werkzeug an einem anderen Ort einzusetzen, verweist auf Vorausplanung.


Acheuléen und Faustkeil

Das Acheuléen ist besonders durch beidseitig bearbeitete Faustkeile gekennzeichnet. Ihre Formen reichen von oval bis tropfenförmig. Faustkeile konnten schneiden, schaben, zerlegen oder andere Aufgaben erfüllen. Nicht jedes Exemplar hatte dieselbe Funktion. Form, Kantenwinkel, Größe, Gebrauchsspur und Fundkontext müssen zusammen untersucht werden.

Die Sammlung veranschaulicht die Formenvielfalt altsteinzeitlicher Steingeräte. Typologien helfen beim Vergleichen und Datieren, können jedoch regionale Übergänge und Mehrfachfunktionen vereinfachen.


Levalloistechnik und vorbereitete Kerne

Bei der Levalloistechnik wurde ein Steinkern so vorbereitet, dass ein Abschlag mit weitgehend vorgeplanter Form abgetrennt werden konnte. Die Technik zeigt eine Abfolge aufeinander bezogener Arbeitsschritte. Sie ist besonders mit dem Mittelpaläolithikum verbunden, aber nicht auf eine einzige Menschenform beschränkt.

Ein Werkzeugtyp darf daher nicht automatisch mit einer biologischen Art gleichgesetzt werden. Technik kann gelernt, weitergegeben, verändert und von unterschiedlichen Gruppen genutzt werden.


Klingen, Knochen, Geweih und Verbundgeräte

Im Jungpaläolithikum wurden lange, schmale Klingen systematisch produziert. Aus Knochen und Geweih entstanden Spitzen, Harpunen, Ahlen und Nadeln. Mehrteilige Geräte kombinierten Steinspitzen, Holzschäfte, Birkenpech, Harz, Fasern oder Sehnen. Solche Verbundwerkzeuge verlangen Materialkenntnis, zeitliche Planung und oft arbeitsteilige Herstellung.

Technischer Wandel verlief nicht überall gleich schnell und ersetzte ältere Lösungen nicht sofort. Bewährte Geräte blieben in Gebrauch, während neue Formen hinzukamen. Geschichte ist daher eher ein Geflecht von Kontinuitäten und Veränderungen als eine Reihe plötzlicher „Erfindungen“.


Kommunikation, Kunst und symbolisches Handeln


Sprache und Wissensweitergabe

Gesprochene Sprache ist nicht fossil überliefert. Anatomie, genetische Daten, komplexe Herstellungsketten und koordinierte Jagd sprechen jedoch dafür, dass verschiedene Menschenformen leistungsfähige Kommunikationssysteme besaßen. Wie diese klangen und wie grammatisch differenziert sie waren, bleibt unbekannt.

Wissen musste über Generationen weitergegeben werden: Wo Rohstoffe liegen, wann Tiere wandern, wie Werkzeuge entstehen, welche Pflanzen heilend oder giftig sind und welche Regeln eine Gemeinschaft ordnen. Lernen durch Beobachtung, Nachahmung, Übung und Erklärung war deshalb ein zentraler Teil altsteinzeitlicher Kultur.


Höhlenkunst als Quelle

Höhlenmalereien und Gravuren zeigen häufig Tiere, Zeichen und Handabdrücke. Bekannte Fundorte sind Chauvet, Lascaux und Altamira. Die Bilder wurden mit Pigmenten wie Ocker, Holzkohle und Manganverbindungen hergestellt. Künstlerinnen und Künstler nutzten natürliche Wandformen, Licht, Gravur, Punktierung und Farbabstufungen.

Die Abbildung zeigt eine Museumsreplik nach Malereien aus Chauvet. Repliken schützen empfindliche Originale und ermöglichen Bildung, müssen aber als Nachbildungen gekennzeichnet werden.

Die Tierdarstellungen aus Lascaux gehören zum Jungpaläolithikum. Ihre Bedeutung ist nicht eindeutig bekannt. Jagdmagie, Erzählung, Erinnerung, Ritual, Lehre, soziale Identität und ästhetische Gestaltung sind mögliche Deutungsansätze. Keine einzelne Erklärung gilt für alle Bilder als bewiesen.

Nutze das Video als Ausgangspunkt für eine Quellenprüfung: Welche Originalfunde werden gezeigt? Welche Szenen sind Rekonstruktionen? Welche Aussagen sind sicher, wahrscheinlich oder spekulativ?


Mobile Kunst: Venusfigurinen und Löwenmensch

Kleine Figuren konnten transportiert werden. Zu den bekanntesten Funden gehören sogenannte Venusfigurinen. Der moderne Name „Venus“ ist eine spätere Bezeichnung und sagt nichts Sicheres über die ursprüngliche Bedeutung aus.

Die Venus von Willendorf wurde aus Kalkstein gefertigt und mit rotem Ocker in Verbindung gebracht. Deutungen als Fruchtbarkeitssymbol, Ahnin, Selbstbild, Schutzfigur oder soziale Markierung bleiben Hypothesen. Die Figur ist eine Quelle für Gestaltung und Materialwahl, nicht für eine eindeutig rekonstruierbare Religion.

Der Löwenmensch aus der Stadel-Höhle verbindet menschliche und tierische Merkmale. Die Figur aus Mammutelfenbein zeigt, dass Menschen des frühen Jungpaläolithikums Wesen gestalten konnten, die nicht einfach aus der sichtbaren Natur kopiert sind. Daraus lassen sich Vorstellungskraft und symbolische Kommunikation erschließen, nicht aber eine vollständige Mythologie.


Musik und Klang

Flöten aus Vogelknöchelchen oder Mammutelfenbein belegen Musik im Jungpaläolithikum. Musik kann Gemeinschaft stärken, Bewegung koordinieren, Rituale begleiten oder unterhalten. Die konkreten Melodien und Aufführungssituationen sind nicht erhalten.

Die Flöte vom Hohle Fels ist ein Beispiel für anspruchsvolle Bearbeitung eines empfindlichen Materials. Bohrungen, Kanten und Spielspuren können experimentell untersucht werden.


Bestattungen und der Umgang mit Toten

Einige Fundplätze enthalten menschliche Skelette in auffälliger Lage, mit Pigmenten oder Beigaben. Solche Befunde können für absichtliche Bestattungen sprechen. Doch auch natürliche Ablagerung, spätere Störung oder praktische Entsorgung müssen geprüft werden.

Die Rekonstruktion eines Grabes von Sungir zeigt, wie Schmuck und Beigaben räumlich angeordnet waren. Daraus lassen sich Arbeitsaufwand, soziale Beziehungen und symbolische Handlungen diskutieren. Aussagen über einen festen Glauben an ein Jenseits bleiben weitergehend und benötigen zusätzliche Argumente.


Fallbeispiele für historisches Denken


Schöningen: Erhaltung verändert Geschichte

Die Holzfunde von Schöningen zeigen, dass das archäologische Bild durch Erhaltungsbedingungen verzerrt ist. Wären nur Steine erhalten, könnten Forschende Jagdtechnik und Holzbearbeitung unterschätzen. Das Fallbeispiel lehrt: Was fehlt, war nicht zwangsläufig unbekannt; es kann vergangen sein.


Neandertal: Vom Fund zur Menschenart

Der Fund aus dem Neandertal wurde im 19. Jahrhundert unterschiedlich gedeutet. Einige Forschende hielten die Knochen zunächst für die Überreste eines krankhaft veränderten modernen Menschen. Erst Vergleiche mit weiteren Fossilien stärkten die Deutung als ausgestorbene Menschenform. Das Beispiel zeigt, dass wissenschaftliche Kategorien historisch entstehen und durch neue Funde überprüft werden.


Schwäbische Alb: Kunst, Musik und Welterbe

Höhlen der Schwäbischen Alb lieferten frühe figürliche Kunst und Musikinstrumente des Jungpaläolithikums. Fundschichten, Radiokarbondaten, Materialanalysen und räumliche Verteilung müssen zusammengeführt werden. Einzelne spektakuläre Objekte erhalten ihren historischen Wert erst im Kontext.


Lascaux und Chauvet: Erhalten durch Begrenzung

Atemluft, Licht, Mikroorganismen und Besucherverkehr können Höhlenmalereien schädigen. Deshalb sind viele Originalbereiche nicht frei zugänglich. Repliken und digitale Modelle ermöglichen Vermittlung, verändern aber die Begegnung mit dem Original. Hier treffen Denkmalschutz, Forschung, Tourismus und Museumspädagogik aufeinander.

Die Karte markiert Schwerpunkte paläolithischer Kunst in Europa. Fundlücken können reale Unterschiede widerspiegeln, aber auch unterschiedliche Erhaltung, Entdeckung und Forschungsgeschichte.


Forschungskontroversen und verbreitete Irrtümer


Irrtum: „Die Menschen waren primitiv“

„Primitiv“ ist kein präziser wissenschaftlicher Begriff. Altsteinzeitliche Menschen verfügten über ökologisches Wissen, technische Planung, soziale Kooperation und kulturelle Ausdrucksformen. Ihre Lebensweise war an andere Bedingungen angepasst als heutige Industriegesellschaften.


Irrtum: „Alle lebten in Höhlen“

Höhlen sind im Fundbestand überrepräsentiert. Viele Menschen lebten in Freilandlagern, saisonalen Behausungen oder unter Felsdächern. Erhaltung und Forschung bestimmen mit, welche Orte sichtbar werden.


Irrtum: „Der Mann jagte, die Frau sammelte“

Eine überall starre geschlechtliche Arbeitsteilung lässt sich nicht belegen. Bestattungen, Knochenbelastungen, Werkzeugkontexte und Vergleiche mit jüngeren Gesellschaften liefern Hinweise, aber keine universelle Regel. Moderne Rollenbilder dürfen nicht unkritisch auf die Altsteinzeit übertragen werden.


Irrtum: „Technischer Wandel war eine plötzliche Revolution“

Der Begriff einer jungpaläolithischen Revolution betont die Zunahme sichtbarer Kunst, Schmuck und differenzierter Geräte. Viele Forschende sprechen heute vorsichtiger von regionalen, schrittweisen und mosaikartigen Veränderungen. Symbolisches Verhalten und komplexe Technik traten nicht an allen Orten gleichzeitig auf und besitzen ältere Vorläufer.


Irrtum: „Fortschritt führt zwangsläufig zur Sesshaftigkeit“

Der Übergang zu Landwirtschaft und Sesshaftigkeit war kein einfacher Aufstieg. Er brachte neue Nahrungsquellen und größere Siedlungen, aber auch harte Arbeit, Infektionsrisiken, soziale Ungleichheit und Abhängigkeit von wenigen Kulturpflanzen. Mobile Lebensweisen blieben in vielen Regionen lange erfolgreich.


Zusammenfassung

Die Altsteinzeit umfasst den größten Teil der Menschheitsgeschichte. Sie war durch regionale Vielfalt, Klimawandel, Mobilität und die Nutzung wild vorkommender Ressourcen geprägt. Steinwerkzeuge sind besonders sichtbar, doch Holz, Knochen, Geweih, Pflanzenfasern, Feuer und Verbundtechniken waren ebenso wichtig.

Historisches Wissen über diese Epoche entsteht aus Archäologie, Naturwissenschaften und kritischer Interpretation. Menschliche Evolution verlief verzweigt; mehrere Menschenformen lebten zeitweise nebeneinander und begegneten einander. Kunst, Schmuck, Musik und Bestattungen belegen symbolisches Handeln, erlauben aber selten eine eindeutige Rekonstruktion von Glaubensvorstellungen.

Die wichtigste historische Kompetenz besteht darin, Befunde, Modelle und Deutungen auseinanderzuhalten. Je genauer Du nach Fundkontext, Datierung, Erhaltung und Alternativerklärungen fragst, desto besser kannst Du Aussagen über die Altsteinzeit beurteilen.

Nutze das Video zur Wiederholung. Erstelle beim Ansehen eine Tabelle mit den Spalten „Befund“, „Deutung“ und „offene Frage“.


Glossar

Begriff Erklärung
Artefakt von Menschen hergestellter oder veränderter Gegenstand
Befund räumlicher und schichtbezogener Zusammenhang archäologischer Spuren
Faustkeil meist beidseitig bearbeitetes Steingerät des Acheuléen und späterer Traditionen
Hominisation langfristiger Prozess der Menschwerdung
Jäger und Sammler Lebensweise auf Grundlage wild vorkommender Pflanzen, Tiere und weiterer Ressourcen
Paläolithikum fachsprachliche Bezeichnung für die Altsteinzeit
Stratigraphie Untersuchung der Abfolge und Beziehung von Schichten
Typologie vergleichende Ordnung von Funden nach Form, Herstellung und Merkmalen


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum ist die Altsteinzeit regional unterschiedlich abgegrenzt? (Weil Umweltwandel und kulturelle Übergänge nicht überall gleichzeitig stattfanden) (!Weil jede Fundstätte eine eigene Zeitrechnung verwendete) (!Weil Steinwerkzeuge nur in Europa bekannt waren) (!Weil schriftliche Kalender verloren gingen)




Welche Quellengruppe ist für die Altsteinzeit besonders wichtig? (Archäologische Funde und Befunde) (!Mittelalterliche Urkunden) (!Gedruckte Zeitungen) (!Römische Gesetzessammlungen)




Was kennzeichnet einen Faustkeil typischerweise? (Eine beidseitige Bearbeitung des Steins) (!Eine geschliffene Metallkante) (!Einen Griff aus gebranntem Ton) (!Eine Inschrift mit dem Namen des Besitzers)




Welche Aussage zur Lebensweise ist am besten begründet? (Altsteinzeitliche Gruppen nutzten je nach Region unterschiedliche wilde Ressourcen) (!Alle Gruppen ernährten sich ausschließlich von Mammutfleisch) (!Alle Menschen lebten dauerhaft in Höhlen) (!Überall galt dieselbe starre Arbeitsteilung)




Was leistet die Stratigraphie? (Sie untersucht die Abfolge und Beziehung von Schichten) (!Sie übersetzt altsteinzeitliche Schriftzeichen) (!Sie bestimmt die Hautfarbe eines Fossils) (!Sie rekonstruiert gesprochene Melodien)




Warum sind die Schöninger Speere wissenschaftlich bedeutsam? (Sie belegen anspruchsvolle Holzbearbeitung und Jagdtechnik) (!Sie sind die ältesten erhaltenen Metallwaffen) (!Sie enthalten die erste bekannte Schrift) (!Sie beweisen dauerhafte Landwirtschaft)




Was ist bei einer Rekonstruktion eines Neandertalers zu beachten? (Ein Teil des Aussehens wird wissenschaftlich begründet ergänzt) (!Sie ist eine unveränderte Fotografie) (!Alle Kleidungsdetails sind sicher überliefert) (!Mimik und Frisur lassen sich aus Knochen vollständig ablesen)




Welche Aussage zu Höhlenkunst ist fachlich angemessen? (Ihre ursprüngliche Bedeutung lässt sich meist nicht eindeutig bestimmen) (!Jedes Tierbild ist sicher eine Jagdanweisung) (!Alle Malereien stammen aus derselben Generation) (!Höhlenkunst belegt eine überall identische Religion)




Was zeigt die Levalloistechnik? (Eine planvolle Vorbereitung des Steinkerns) (!Die Verwendung einer Töpferscheibe) (!Den Guss von Bronze) (!Das Schleifen von Eisenklingen)




Was bedeutet Quellenkritik in der Altsteinzeitforschung? (Befund, Methode, Deutung und Unsicherheit werden getrennt geprüft) (!Nur besonders schöne Funde werden berücksichtigt) (!Jede ältere Deutung wird automatisch verworfen) (!Eine einzelne Quelle gilt als vollständiger Beweis)





Memory

Oldowan Chopper
Acheuléen Faustkeil
Levallois Präparierter Kern
Schöningen Holzspeere
Lascaux Höhlenmalerei
Hohle Fels Knochenflöte
Sungir Bestattung
Willendorf Venusfigurine





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Oldowan Frühe Geröllgeräte und scharfe Abschläge
Acheuléen Beidseitig bearbeitete Faustkeile
Moustérien Differenzierte Geräte des Mittelpaläolithikums
Aurignacien Frühe figürliche Kunst des Jungpaläolithikums
Gravettien Verbreitung zahlreicher Venusfigurinen
Magdalénien Späte Phase bedeutender Höhlenkunst






Kreuzworträtsel

Paläolithikum Wie lautet die fachsprachliche Bezeichnung für die Altsteinzeit?
Faustkeil Welches beidseitig bearbeitete Steingerät ist für das Acheuléen typisch?
Levallois Wie heißt die Technik mit einem planvoll vorbereiteten Steinkern?
Lascaux Welche französische Höhle ist für jungpaläolithische Tierbilder bekannt?
Sungir Welcher Fundplatz ist für reich ausgestattete jungpaläolithische Gräber bekannt?
Archäologie Welche Wissenschaft erforscht vergangene Kulturen anhand materieller Spuren?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die fachsprachliche Bezeichnung für die Altsteinzeit lautet

. Der größte Teil dieser Epoche liegt im Erdzeitalter des

. Materielle Spuren vergangener Lebenswelten untersucht die

. Die Abfolge von Fundschichten wird mit der

analysiert. Frühe Geröllgeräte werden häufig dem

zugeordnet. Ein beidseitig bearbeitetes Steingerät heißt

. Die planvolle Vorbereitung eines Steinkerns ist kennzeichnend für die

. Altsteinzeitliche Gruppen werden zusammenfassend als

bezeichnet. Der geplante Wechsel von Aufenthaltsorten wird als

beschrieben. Wärme, Licht und Nahrungsvorbereitung ermöglichte kontrolliertes

. Besonders gut erhaltene Holzwaffen stammen aus

. Im Jungpaläolithikum lebte in Europa vor allem der

. Tierbilder und Zeichen an Felswänden gehören zur

. In Europa endet das Paläolithikum ungefähr mit dem Beginn des

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste mit Alt-, Mittel- und Jungpaläolithikum und ergänze zu jedem Abschnitt ein Werkzeug, eine Menschengruppe und einen Fundort.
  2. Bildanalyse: Wähle ein im Kurs gezeigtes Bild aus und notiere getrennt, was Du direkt siehst, was Du erschließt und was offenbleibt.
  3. Steinwerkzeug: Zeichne einen Chopper, einen Faustkeil und einen Abschlag. Markiere mögliche Arbeitskanten und erkläre die Unterschiede.
  4. Klischee: Gestalte ein Vorher-nachher-Plakat zu einem verbreiteten Steinzeitklischee und ersetze es durch eine quellenbasierte Aussage.


Standard

  1. Fundtagebuch: Erfinde eine archäologische Grabungssituation mit mindestens sechs Funden. Dokumentiere Schicht, Lage, Material und mögliche Deutungen.
  2. Experimentelle Archäologie: Plane ein ungefährliches Experiment zur Herstellung einer Schnur aus Pflanzenfasern oder zum Transport eines Gewichts. Formuliere Fragestellung, Material, Ablauf und Auswertung.
  3. Museumspädagogik: Entwirf eine kleine Ausstellung mit fünf Stationen zur Altsteinzeit. Kennzeichne Original, Replik, Modell und spekulative Rekonstruktion.
  4. Podcast: Produziere ein fünfminütiges Gespräch zwischen einer Archäologin und einem skeptischen Schüler über die Frage, wie man ohne Schriftquellen Geschichte schreiben kann.


Schwer

  1. Forschungsdebatte: Vergleiche zwei Deutungen zur Funktion von Höhlenkunst. Prüfe Belege, Gegenargumente und unausgesprochene Annahmen.
  2. Geschlechtergeschichte: Untersuche kritisch die Behauptung einer starren geschlechtlichen Arbeitsteilung in der Altsteinzeit. Entwickle Kriterien für belastbare Aussagen.
  3. Datierung: Erstelle für einen fiktiven Fundplatz einen Datierungsplan. Begründe, welche Proben Du mit welcher Methode untersuchen würdest und wo Grenzen liegen.
  4. Digitale Rekonstruktion: Entwickle ein Storyboard für eine virtuelle altsteinzeitliche Landschaft. Markiere bei jedem Element den Grad der wissenschaftlichen Sicherheit.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Quellenkritik: Du findest einen Faustkeil ohne dokumentierten Fundort. Erkläre, welche Aussagen noch möglich sind, welche verloren gehen und warum der Fundkontext historisch entscheidend ist.
  2. Klimawandel: Eine Region wird innerhalb weniger Generationen trockener. Leite drei mögliche Veränderungen bei Mobilität, Nahrung und Technik ab und begründe jede Verbindung.
  3. Erhaltung: Vergleiche einen trockenen Höhlenfundplatz mit einem wassergesättigten Fundplatz. Erkläre, wie unterschiedliche Erhaltung zu verschiedenen Geschichtsbildern führen kann.
  4. Rekonstruktion: Bewerte eine Darstellung, die einen Neandertaler ungepflegt, gebeugt und sprachlos zeigt. Nenne sichtbare Annahmen und formuliere eine wissenschaftlich vorsichtigere Alternative.
  5. Technologischer Wandel: Erörtere, warum das Auftreten einer neuen Werkzeugform nicht automatisch das Eintreffen eines neuen „Volkes“ beweist.
  6. Kunstinterpretation: Entwickle zwei konkurrierende Deutungen für eine Tierdarstellung aus einer Höhle. Zeige, welche zusätzlichen Funde jede Deutung stärken oder schwächen würden.
  7. Epochenwandel: Beurteile die Aussage „Mit der Landwirtschaft wurde das Leben automatisch besser“. Beziehe Ernährung, Krankheit, Arbeit, Mobilität und soziale Ungleichheit ein.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Chronologie: Du ordnest Alt-, Mittel- und Jungpaläolithikum räumlich und zeitlich ein und erklärst regionale Unterschiede.
  2. Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Artefakt, Befund, Stratigraphie, Faustkeil, Levalloistechnik und Mobilität korrekt.
  3. Quellenanalyse: Du beschreibst materielle Quellen genau, bevor Du sie deutest.
  4. Methodenkompetenz: Du erklärst mindestens zwei Datierungs- oder Analyseverfahren mit ihren Grenzen.
  5. Urteilskompetenz: Du vergleichst alternative Deutungen und kennzeichnest Sicherheit, Wahrscheinlichkeit und Spekulation.
  6. Transfer: Du leitest aus Umweltveränderungen nachvollziehbare Folgen für Lebensweise und Technik ab.
  7. Medienkompetenz: Du unterscheidest Originalfund, Replik, Modell und künstlerische Rekonstruktion.
  8. Darstellung: Du belegst Aussagen, strukturierst Argumente und verwendest eine sachliche, diskriminierungsfreie Sprache.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel bietet einen weiterführenden Überblick zur Altsteinzeit:

Weitere frei zugängliche Lern- und Medienangebote findest Du in der Wikimedia-Commons-Sammlung zum Paläolithikum, bei der Deutschen Digitalen Bibliothek sowie in den digitalen Angeboten des Neanderthal Museums. Prüfe bei jedem Angebot Urheberschaft, Lizenz, Aktualität und die Trennung von Fund und Rekonstruktion.


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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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