Machtmissbrauch


Machtmissbrauch
Einleitung
Machtmissbrauch bedeutet, dass eine Person, Gruppe oder Institution ihre Macht, Autorität, ihr Amt, ihre Stellung oder ihren Einfluss nicht zum vorgesehenen Zweck nutzt, sondern andere benachteiligt, kontrolliert, einschüchtert, ausnutzt oder zum eigenen Vorteil handelt. Macht ist nicht grundsätzlich schlecht: In einer Demokratie, in einer Schule, in einem Unternehmen, in einer Familie, in einem Verein oder in einer Behörde braucht es Zuständigkeiten, Regeln und Verantwortliche. Problematisch wird Macht, wenn sie ohne Kontrolle, ohne Transparenz, ohne Rechenschaftspflicht und ohne Achtung der Menschenwürde eingesetzt wird.

Machtmissbrauch kann sichtbar oder verborgen sein. Sichtbar ist er zum Beispiel, wenn jemand offen droht, bestraft, beleidigt oder Gewalt anwendet. Verborgen ist er, wenn Entscheidungen manipuliert, Informationen zurückgehalten, Abhängigkeiten ausgenutzt oder Menschen systematisch zum Schweigen gebracht werden. In allen Fällen geht es um ein Ungleichgewicht: Eine Seite verfügt über Möglichkeiten, Ressourcen, Wissen, Kontakte, Geld, Ansehen oder Entscheidungsgewalt, die andere Seite ist davon abhängig oder kann sich nur schwer wehren.
Dieser aiMOOC hilft Dir, Machtmissbrauch zu erkennen, Ursachen und Folgen zu verstehen, Schutzmechanismen kennenzulernen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das Thema betrifft Politische Bildung, Ethik, Sozialkunde, Geschichte, Recht, Medienbildung, Arbeitswelt und das Zusammenleben in Schule und Gesellschaft.
Was ist Macht?
Macht beschreibt die Fähigkeit, das Verhalten, die Entscheidungen oder die Lebensbedingungen anderer Menschen zu beeinflussen. Macht kann auf sehr unterschiedliche Weise entstehen: durch ein offizielles Amt, durch Wissen, durch Geld, durch körperliche Stärke, durch soziale Anerkennung, durch eine berufliche Position, durch Alter, durch technische Kontrolle oder durch den Zugang zu wichtigen Informationen.
Macht ist in vielen Situationen notwendig. Eine Lehrkraft braucht pädagogische Autorität, um Unterricht zu organisieren. Ein Gericht braucht Entscheidungsbefugnisse, um Streitfälle zu klären. Eine Regierung braucht Kompetenzen, um Gesetze umzusetzen. Eltern übernehmen Verantwortung für Kinder. Eine Teamleitung koordiniert Arbeitsprozesse. Entscheidend ist, ob Macht an Regeln gebunden ist und dem gemeinsamen Zweck dient.
Macht und Verantwortung
Macht ist immer mit Verantwortung verbunden. Wer Macht besitzt, muss besonders sorgfältig handeln, weil die Folgen für andere Menschen groß sein können. Verantwortlicher Umgang mit Macht bedeutet, Entscheidungen zu begründen, Betroffene ernst zu nehmen, Grenzen zu achten und Fehler zu korrigieren. Macht darf nicht dazu dienen, persönliche Launen, Vorurteile, Rachegefühle oder private Vorteile durchzusetzen.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Macht erkennt an, dass andere Menschen Rechte haben. Dazu gehören Menschenrechte, Kinderrechte, Persönlichkeitsrecht, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Datenschutz und Schutz vor Diskriminierung. Macht wird dann legitim, wenn sie nachvollziehbar, verhältnismäßig, überprüfbar und am Wohl der Betroffenen oder der Gemeinschaft orientiert ist.
Machtmissbrauch als Grenzüberschreitung
Machtmissbrauch liegt vor, wenn Macht nicht mehr im Rahmen ihrer legitimen Aufgabe eingesetzt wird. Er kann gegen Gesetze, Regeln, Dienstpflichten, ethische Grundsätze oder gesellschaftliche Normen verstoßen. Nicht jede unangenehme Entscheidung ist Machtmissbrauch. Eine faire Sanktion nach klaren Regeln, eine begründete Note oder eine rechtmäßige Kontrolle kann legitim sein. Machtmissbrauch beginnt dort, wo Willkür, Einschüchterung, Ausnutzung, Demütigung, Manipulation oder persönliche Bereicherung ins Spiel kommen.
Formen von Machtmissbrauch
Politischer Machtmissbrauch
In der Politik kann Machtmissbrauch entstehen, wenn Amtsträgerinnen oder Amtsträger staatliche Mittel für private oder parteipolitische Vorteile nutzen, unabhängige Institutionen schwächen, Kritik unterdrücken, Wahlen manipulieren oder Minderheitenrechte verletzen. In demokratischen Staaten sollen Gewaltenteilung, Rechtsstaat, freie Medien, unabhängige Gerichtsbarkeit, Parlament und Zivilgesellschaft solchen Missbrauch begrenzen.
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Machtmissbrauch in Schule und Ausbildung
Auch in Schule und Ausbildung gibt es Machtverhältnisse. Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder, Schulleitungen oder Prüfende haben Bewertungs- und Entscheidungsmacht. Machtmissbrauch kann auftreten, wenn Lernende bloßgestellt, ungerecht bewertet, bevorzugt, benachteiligt, eingeschüchtert oder abhängig gemacht werden. Besonders problematisch sind Drohungen, sexuelle Grenzüberschreitungen, diskriminierende Behandlung, Mobbing durch Autoritätspersonen oder das Ausnutzen von Prüfungsängsten.
Gleichzeitig ist es wichtig, zwischen berechtigter pädagogischer Führung und Missbrauch zu unterscheiden. Klare Regeln, transparente Bewertungskriterien, Beschwerdewege, Vertrauenslehrkräfte und Beteiligungsrechte der Lernenden helfen, Macht fair zu gestalten.
Machtmissbrauch am Arbeitsplatz
Am Arbeitsplatz kann Machtmissbrauch durch Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, Kundschaft oder Institutionen entstehen. Beispiele sind Mobbing, ungerechtfertigte Drohungen, sexuelle Belästigung, Ausnutzen befristeter Verträge, Vorenthalten wichtiger Informationen, systematische Überlastung, ungerechte Karrierechancen oder das Erzwingen unbezahlter Arbeit. Auch wirtschaftliche Abhängigkeit kann Menschen daran hindern, sich zu wehren.

Ein fairer Arbeitsplatz braucht klare Zuständigkeiten, Mitbestimmung, Arbeitsschutz, Beschwerdestellen, Betriebsrat, transparente Verfahren und eine Kultur, in der Kritik ohne Angst vor Vergeltung möglich ist.
Machtmissbrauch in Beziehungen und Familien
In persönlichen Beziehungen kann Machtmissbrauch besonders schwer zu erkennen sein, weil Nähe, Liebe, Abhängigkeit und Vertrauen eine Rolle spielen. Formen sind emotionale Erpressung, Kontrolle von Kontakten, wirtschaftliche Abhängigmachung, Drohungen, Isolation, körperliche Gewalt, digitale Überwachung oder ständiges Herabsetzen. In Familien kann Machtmissbrauch auftreten, wenn Erwachsene ihre Stellung gegenüber Kindern ausnutzen, Grenzen verletzen oder Bedürfnisse ignorieren.
Wichtig ist: Konflikte sind nicht automatisch Machtmissbrauch. Entscheidend sind Muster von Kontrolle, Angst, Abhängigkeit und Grenzverletzung. Betroffene brauchen Schutz, Unterstützung und ernsthafte Ansprechpersonen.
Machtmissbrauch in digitalen Räumen
In digitalen Räumen zeigt sich Machtmissbrauch durch Cybermobbing, Doxing, Überwachung, Manipulation von Informationen, Ausnutzen privater Daten, digitale Erpressung oder algorithmische Benachteiligung. Plattformbetreiber, Administratorinnen, Influencer, Gruppenleitungen oder Menschen mit technischem Wissen können besondere Macht besitzen. Auch hier sind Transparenz, Datenschutz, Moderationsregeln, Meldewege und Medienkompetenz entscheidend.
Ursachen und Risikofaktoren
Machtmissbrauch entsteht selten nur durch eine einzelne Eigenschaft einer Person. Häufig treffen mehrere Faktoren zusammen: fehlende Kontrolle, große Abhängigkeit, Angstkultur, unklare Regeln, Schweigen im Umfeld, Vorurteile, fehlende Beschwerdewege oder eine Organisation, die Erfolg wichtiger nimmt als Fairness. Wenn Kritik bestraft wird, entsteht ein Klima, in dem Machtmissbrauch leichter verborgen bleibt.
Strukturelle Ursachen
Strukturelle Ursachen sind Bedingungen in Systemen, die Machtmissbrauch begünstigen. Dazu gehören starke Hierarchien ohne Kontrolle, Intransparenz, fehlende Mitbestimmung, informelle Netzwerke, ungleiche Ressourcen, Diskriminierung und Abhängigkeiten. Ein Beispiel ist eine Organisation, in der nur eine Person über Noten, Verträge, Geld oder Karrierechancen entscheidet und es keine unabhängige Beschwerdestelle gibt.
Psychologische Faktoren
Macht kann das Verhalten von Menschen beeinflussen. Wer gewohnt ist, dass andere gehorchen, kann Kritik leichter abwerten. Manche Personen rechtfertigen Machtmissbrauch mit angeblicher Sachnotwendigkeit, Tradition, Leistungsdruck oder dem Satz: „Das war schon immer so.“ Andere nutzen Macht bewusst, um Vorteile zu sichern. Deshalb brauchen auch grundsätzlich verantwortungsvolle Personen Regeln, Feedback und Kontrolle.
Schweigen und Mitläufertum
Machtmissbrauch bleibt oft bestehen, weil andere wegsehen, aus Angst schweigen oder das Verhalten normalisieren. Zivilcourage bedeutet nicht, sich selbst kopflos in Gefahr zu bringen. Zivilcourage kann heißen, Betroffene zu unterstützen, Vorfälle zu dokumentieren, Hilfe zu holen, Verbündete zu suchen oder sichere Beschwerdewege zu nutzen.
Folgen von Machtmissbrauch
Machtmissbrauch kann einzelne Menschen, Gruppen und ganze Institutionen schädigen. Betroffene erleben häufig Angst, Scham, Wut, Hilflosigkeit, Leistungsabfall, gesundheitliche Beschwerden oder Vertrauensverlust. Gruppen können sich spalten, wenn Ungerechtigkeit geduldet wird. Institutionen verlieren Glaubwürdigkeit, wenn sie Missbrauch vertuschen oder Beschwerden nicht ernst nehmen.
Gesellschaftlich gefährdet Machtmissbrauch das Vertrauen in Demokratie, Rechtsstaat, Schule, Wissenschaft, Medien, Verwaltung und andere zentrale Einrichtungen. Deshalb ist die Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch nicht nur eine private Frage, sondern eine demokratische Aufgabe.
Schutzmechanismen gegen Machtmissbrauch
Gewaltenteilung und Rechtsstaat
In der Demokratie soll Gewaltenteilung verhindern, dass Macht in einer Hand konzentriert wird. Legislative, Exekutive und Judikative kontrollieren sich gegenseitig. Der Rechtsstaat verlangt, dass staatliches Handeln an Recht und Gesetz gebunden ist. Bürgerinnen und Bürger haben Rechte gegenüber dem Staat und können Entscheidungen überprüfen lassen.
Transparenz und Rechenschaft
Transparenz bedeutet, dass Entscheidungen nachvollziehbar sind. Rechenschaftspflicht bedeutet, dass Verantwortliche erklären müssen, warum sie handeln, und für Fehler einstehen. Beides schützt vor Willkür. Beispiele sind öffentliche Entscheidungswege, Protokolle, Akteneinsicht, klare Bewertungsmaßstäbe, unabhängige Prüfungen und nachvollziehbare Begründungen.
Beschwerdewege und Whistleblowing
Beschwerdewege ermöglichen es, Fehlverhalten zu melden. Sie müssen erreichbar, sicher und vertrauenswürdig sein. Whistleblowing bedeutet, dass Menschen Missstände offenlegen, die für die Öffentlichkeit oder eine Organisation wichtig sind. Whistleblowerinnen und Whistleblower brauchen Schutz vor Vergeltung, weil sie häufig gegen mächtige Interessen handeln.
Beteiligung und Partizipation
Partizipation hilft, Macht fairer zu verteilen. In Schulen können Klassenrat, Schülervertretung und Feedbackkultur wichtig sein. In Betrieben helfen Mitbestimmung und Personalvertretungen. In der Politik stärken Wahlen, Bürgerbeteiligung, freie Medien und Zivilgesellschaft die Kontrolle von Macht.
Machtmissbrauch erkennen
Achte auf Warnsignale: Werden Menschen eingeschüchtert? Werden Regeln willkürlich angewendet? Gibt es Bevorzugung oder Benachteiligung ohne sachlichen Grund? Werden Beschwerden lächerlich gemacht? Werden Informationen zurückgehalten? Wird Kritik bestraft? Werden Abhängigkeiten ausgenutzt? Wird Verantwortung nach unten abgeschoben, während Vorteile oben bleiben?
Ein einzelnes Warnsignal beweist nicht immer Machtmissbrauch. Aber mehrere wiederkehrende Muster sollten ernst genommen werden. Wichtig ist, zwischen Gefühl, Beobachtung und Beleg zu unterscheiden: Was ist passiert? Wer war beteiligt? Wann und wo? Welche Regeln könnten verletzt worden sein? Wer kann unterstützen?
Handlungsmöglichkeiten
Wer Machtmissbrauch erlebt oder beobachtet, sollte nicht allein bleiben. Je nach Situation können folgende Schritte helfen: Vorfälle sachlich dokumentieren, Belege sichern, Vertrauenspersonen ansprechen, Beratungsstellen nutzen, Beschwerdewege prüfen, rechtliche Beratung suchen, Betroffene stärken und Risiken abwägen. In akuten Gefahrensituationen steht Sicherheit an erster Stelle.
Nicht jede Person kann sofort öffentlich handeln. Manchmal ist es klüger, zunächst Unterstützung zu organisieren. Auch kleine Schritte können wichtig sein: zuhören, glauben, nicht beschämen, Informationen sammeln und Betroffenen die Entscheidung über nächste Schritte nicht aus der Hand nehmen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Machtmissbrauch am treffendsten? (Macht wird zweckwidrig eingesetzt, um andere zu benachteiligen oder eigene Vorteile zu sichern) (!Macht wird immer demokratisch kontrolliert) (!Macht wird grundsätzlich abgeschafft) (!Macht wird ausschließlich durch Gesetze vergeben)
Warum ist Kontrolle von Macht wichtig? (Sie verhindert Willkür und schützt Rechte) (!Sie macht jede Entscheidung unmöglich) (!Sie ersetzt jede Verantwortung der Beteiligten) (!Sie sorgt dafür, dass niemand mehr führen darf)
Welches Prinzip schützt in Demokratien besonders vor politischem Machtmissbrauch? (Gewaltenteilung) (!Geheimhaltung) (!Alleinherrschaft) (!Zensur)
Was ist ein typisches Warnsignal für Machtmissbrauch? (Kritik wird systematisch bestraft oder lächerlich gemacht) (!Entscheidungen werden nachvollziehbar begründet) (!Regeln gelten für alle gleich) (!Beschwerden werden unabhängig geprüft)
Welche Rolle spielt Transparenz? (Sie macht Entscheidungen nachvollziehbar) (!Sie verhindert jede Diskussion) (!Sie ersetzt alle Gesetze) (!Sie bedeutet, dass private Daten beliebig veröffentlicht werden)
Was kann Machtmissbrauch am Arbeitsplatz begünstigen? (Abhängigkeit ohne sichere Beschwerdewege) (!Klare Mitbestimmung) (!Faire Feedbackkultur) (!Transparente Aufgabenverteilung)
Was ist bei Verdacht auf Machtmissbrauch ein sinnvoller erster Schritt? (Vorfälle sachlich dokumentieren und Unterstützung suchen) (!Alle Beweise sofort löschen) (!Nur mit der beschuldigten Person allein sprechen) (!Das Thema grundsätzlich ignorieren)
Was bedeutet Rechenschaftspflicht? (Verantwortliche müssen Entscheidungen erklären und für Fehler einstehen) (!Verantwortliche dürfen nicht kritisiert werden) (!Betroffene müssen schweigen) (!Entscheidungen müssen geheim bleiben)
Warum ist Macht nicht automatisch schlecht? (Sie kann Verantwortung, Ordnung und gemeinsames Handeln ermöglichen) (!Sie führt immer zu Unterdrückung) (!Sie ist nur in Diktaturen vorhanden) (!Sie darf niemals kontrolliert werden)
Was beschreibt Zivilcourage in diesem Zusammenhang besonders gut? (Betroffene sicher unterstützen und Hilfe organisieren) (!Gefährliche Situationen immer allein lösen) (!Machtmissbrauch verharmlosen) (!Beschwerden verhindern)
Memory
| Gewaltenteilung | Kontrolle staatlicher Macht |
| Transparenz | Nachvollziehbare Entscheidungen |
| Rechenschaft | Verantwortung für eigenes Handeln |
| Zivilcourage | Unterstützung bei Ungerechtigkeit |
| Whistleblowing | Aufdecken wichtiger Missstände |
| Diskriminierung | Ungleichbehandlung ohne sachlichen Grund |
| Partizipation | Beteiligung an Entscheidungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Gewaltenteilung | Schutz vor politischer Machtkonzentration |
| Beschwerdestelle | Anlaufpunkt bei Fehlverhalten |
| Dokumentation | Sachliches Festhalten von Vorfällen |
| Transparenz | Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen |
| Zivilcourage | Verantwortliches Eingreifen und Unterstützen |
| Rechtsstaat | Bindung staatlichen Handelns an Gesetze |
Kreuzworträtsel
| Macht | Fähigkeit, Verhalten oder Entscheidungen zu beeinflussen |
| Willkuer | Handeln ohne sachliche und faire Begründung |
| Kontrolle | Prüfung und Begrenzung von Macht |
| Recht | Grundlage fairer und überprüfbarer Entscheidungen |
| Mut | Wichtige Eigenschaft bei Zivilcourage |
| Schutz | Ziel von Beschwerdewegen für Betroffene |
| Amt | Offizielle Position mit Verantwortung |
| Fairness | Gerechtigkeit im Umgang miteinander |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Beobachten: Sammle drei Alltagssituationen, in denen Macht eine Rolle spielt, und erkläre jeweils, ob die Macht verantwortungsvoll eingesetzt wird.
- Begriffe klären: Erstelle ein kleines Glossar mit zehn Begriffen zum Thema, zum Beispiel Macht, Kontrolle, Transparenz, Verantwortung und Zivilcourage.
- Rollenkarten: Entwickle Rollenkarten für eine Schulsituation, in der eine Entscheidung unfair wirkt, und beschreibe die Sichtweisen der Beteiligten.
- Plakat gestalten: Gestalte ein Informationsplakat mit dem Titel „Macht braucht Verantwortung“.
Standard
- Fallanalyse: Analysiere einen fiktiven Fall von Machtmissbrauch in Schule, Verein oder Betrieb und unterscheide Beobachtungen, Bewertungen und mögliche Belege.
- Interview: Befrage eine Vertrauensperson, welche Beschwerdewege es an Deiner Schule, in Deinem Verein oder in Deiner Ausbildung gibt.
- Medienanalyse: Untersuche einen Zeitungsartikel, Podcast oder Erklärfilm zum Thema Machtmissbrauch und bewerte, welche Schutzmechanismen genannt werden.
- Klassenrat: Entwickle Regeln für einen Klassenrat, der Macht fair verteilt und leise Stimmen einbezieht.
Schwer
- Strukturanalyse: Erstelle ein Schaubild, das zeigt, wie Machtmissbrauch durch Hierarchien, Abhängigkeiten und fehlende Kontrolle begünstigt werden kann.
- Präventionskonzept: Entwirf ein Konzept für eine Schule oder Organisation, das Machtmissbrauch vorbeugt und sichere Beschwerdewege schafft.
- Debatte: Bereite eine Pro-und-Kontra-Debatte zur Frage vor, ob anonyme Meldesysteme in Schulen und Betrieben eingeführt werden sollten.
- Transferprojekt: Entwickle einen kurzen Videoclip oder Audiobeitrag, der Jugendlichen erklärt, wie sie Machtmissbrauch erkennen und Hilfe holen können.

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Lernkontrolle
- Fallvergleich: Vergleiche zwei Situationen, in denen Macht ausgeübt wird. Entscheide begründet, welche Situation legitim ist und welche Merkmale von Machtmissbrauch zeigt.
- Perspektivwechsel: Schreibe aus Sicht einer betroffenen Person, einer beobachtenden Person und einer verantwortlichen Leitung, welche Handlungsmöglichkeiten jeweils bestehen.
- Demokratiebezug: Erkläre, warum Gewaltenteilung, freie Medien und unabhängige Gerichte nicht nur abstrakte Prinzipien sind, sondern konkret vor Machtmissbrauch schützen.
- Prävention: Entwickle fünf Regeln für eine Organisation, die Machtmissbrauch erschweren, und begründe jede Regel mit einem möglichen Risiko.
- Dilemma: Bearbeite ein Fallbeispiel, in dem eine Person Machtmissbrauch melden möchte, aber Angst vor Nachteilen hat. Entwickle einen sicheren Handlungsplan.
- Transfer: Übertrage das Thema auf digitale Räume und erkläre, wie Plattformregeln, Moderation und Datenschutz Macht begrenzen können.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zum Thema Machtmissbrauch ist wichtig, dass Du nicht nur Beispiele aufzählst, sondern Zusammenhänge erklären kannst. Du solltest zeigen, dass Du legitime Machtausübung von Machtmissbrauch unterscheiden kannst. Außerdem solltest Du Ursachen, Warnsignale, Folgen und Schutzmechanismen darstellen können. Besonders wichtig ist die Fähigkeit, konkrete Fälle zu analysieren, Betroffene respektvoll mitzudenken und verantwortungsvolle Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Ein überzeugender Lernnachweis enthält:
- Begriffsklärung: Eine klare Erklärung von Macht, Verantwortung und Machtmissbrauch.
- Analysefähigkeit: Eine begründete Untersuchung eines Fallbeispiels mit Belegen und Perspektiven.
- Demokratieverständnis: Eine Erklärung, wie Rechtsstaat, Gewaltenteilung und Partizipation Macht begrenzen.
- Handlungsorientierung: Einen realistischen Plan, wie Betroffene unterstützt und Risiken reduziert werden können.
- Reflexion: Eine persönliche Einschätzung, wie Macht im eigenen Umfeld fairer gestaltet werden kann.
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Links
Zusammenfassung
Machtmissbrauch entsteht, wenn Menschen oder Institutionen ihre Macht zweckwidrig einsetzen, um andere zu benachteiligen, einzuschüchtern, auszunutzen oder eigene Vorteile zu sichern. Macht kann in Politik, Schule, Arbeitswelt, Familie, Beziehungen und digitalen Räumen auftreten. Sie ist nicht automatisch negativ, muss aber an Verantwortung, Regeln und Kontrolle gebunden sein. Schutz bieten Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Transparenz, Beschwerdewege, Partizipation, Zivilcourage und eine Kultur, in der Kritik ernst genommen wird. Wer Machtmissbrauch erkennt, sollte Betroffene unterstützen, Vorfälle sachlich dokumentieren und sichere Hilfewege nutzen.
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