Westturm Chortürme und Langhaus des Ulmer Münsters


Westturm Chortürme und Langhaus des Ulmer Münsters
Einleitung
Das Ulmer Münster gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Gotik in Deutschland. In diesem aiMOOC untersuchst Du drei zentrale Bauteile: den Westturm, die beiden Chortürme und das Langhaus. Diese drei Bereiche zeigen besonders gut, wie Architektur, Statik, Stadtgeschichte, Religion und Denkmalpflege zusammenwirken. Das Münster ist keine Kathedrale und war nie Bischofssitz, sondern entstand als große Pfarrkirche einer selbstbewussten Bürgerstadt. Gerade deshalb ist es ein besonders spannendes Beispiel dafür, wie eine Stadtgemeinschaft ein Bauwerk plante, finanzierte, über Jahrhunderte weiterführte und bis heute erhält.
Der Westturm prägt die Stadtsilhouette von Ulm und war mit 161,53 Metern lange Zeit der höchste Kirchturm der Welt. Heute ist er vor allem als höchster Kirchturm Deutschlands und als Meisterleistung spätgotischer Turmarchitektur bedeutsam. Die beiden Chortürme rahmen im Osten den Chor und bilden ein architektonisches Gegengewicht zum mächtigen Westturm. Das Langhaus verbindet Westbereich und Chor; es ist der große Raum der Gemeinde, in dem sich die konstruktiven Herausforderungen des mittelalterlichen Bauens besonders deutlich zeigen.
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Lernziele
In diesem aiMOOC lernst Du, den Baukörper des Ulmer Münsters bewusst zu lesen. Du kannst danach erklären, wie sich Westturm, Chortürme und Langhaus unterscheiden, wie sie zusammenwirken und weshalb der Bau nicht nur ein religiöses, sondern auch ein stadtgeschichtliches und technisches Dokument ist.
- Architekturanalyse: Du beschreibst Westturm, Chortürme und Langhaus mit passenden Fachbegriffen.
- Gotik: Du erkennst typische Formen wie Spitzbogen, Maßwerk, Fiale, Gewölbe und Strebewerk.
- Baugeschichte: Du ordnest wichtige Bauphasen vom mittelalterlichen Beginn bis zur Vollendung im 19. Jahrhundert ein.
- Statik: Du erklärst, warum Änderungen am Langhaus und am Strebewerk notwendig wurden.
- Denkmalpflege: Du beurteilst, warum ein Bauwerk wie das Ulmer Münster dauerhaft gepflegt und erforscht werden muss.
Orientierung am Baukörper
Ein gotisches Kirchengebäude lässt sich wie ein räumlicher Weg verstehen. Beim Ulmer Münster beginnt dieser Weg im Westen beim Hauptportal und beim Westturm. Von dort führt der Blick durch das Langhaus nach Osten zum Chor. Am Chor stehen die beiden Chortürme. Diese Ost-West-Achse ist nicht nur eine praktische Gliederung, sondern auch eine symbolische Ordnung: Der Westen ist der Eingang zur Stadt und zur Kirche, das Langhaus ist der Raum der versammelten Gemeinde, der Chor ist der liturgisch besonders ausgezeichnete Bereich.

Der Grundriss macht sichtbar, dass Westturm, Langhaus und Chor nicht getrennt gedacht werden dürfen. Der Westturm wirkt als vertikaler Auftakt. Das Langhaus entfaltet die Länge des Bauwerks. Die Chortürme markieren den östlichen Abschluss und geben dem Chor eine eigene architektonische Würde. Wenn Du das Münster betrachtest, kannst Du also immer fragen: Wo zieht der Bau den Blick nach oben? Wo führt er den Blick in die Tiefe? Wo zeigen Bauteile ihre konstruktive Aufgabe?
Der Westturm
Der Westturm ist das bekannteste Bauteil des Ulmer Münsters. Er steht an der Westseite über der Hauptfassade und bildet den stärksten vertikalen Akzent des Gebäudes. In der Gotik war Höhe nicht nur ein Zeichen technischer Leistung, sondern auch ein Mittel, den Blick symbolisch nach oben zu führen. Der Turm wirkt deshalb nicht wie ein schwerer Block, sondern wie ein aus vielen Linien, Öffnungen und Ornamenten zusammengesetztes Gefüge.

Typische Elemente des Westturms sind Spitzbögen, Maßwerk, hohe Fensteröffnungen, Fialen, durchbrochene Steinformen und eine nach oben immer stärker verfeinerte Turmspitze. Die Westfassade ist dadurch nicht nur Eingang, sondern auch Bildprogramm: Sie macht die Kirche von außen lesbar und zeigt, wie spätgotische Architektur mit Licht, Schatten, Linien und Ornamenten arbeitet.
Die Baugeschichte des Westturms ist besonders lang. Der Bau begann im Mittelalter, kam 1543 zum Stillstand und wurde erst im 19. Jahrhundert vollendet. Die endgültige Fertigstellung mit der Kreuzblume erfolgte 1890. Damit verbindet der Westturm mittelalterliche Planung, spätere Umdeutung und neugotische Vollendung. Gerade diese Mischung macht ihn zu einem wichtigen Beispiel dafür, dass historische Bauwerke oft nicht in einer einzigen Epoche entstehen.

Funktionen des Westturms
Der Westturm erfüllt mehrere Funktionen zugleich. Er ist ein Kirchturm, ein städtebauliches Zeichen, ein Eingangsmotiv und ein technisches Bauwerk. Für die Stadt Ulm wurde er zum weithin sichtbaren Wahrzeichen. Für die Baugeschichte zeigt er, wie ambitioniert die Planungen des Münsters waren. Für die Statik ist er ein besonders anspruchsvoller Bauteil, weil sein Gewicht sicher in den Untergrund abgeleitet werden muss.
Wichtig ist: Der Turm ist nicht nur wegen seiner Höhe bedeutend. Entscheidend ist sein Verhältnis zum ganzen Baukörper. Er zieht den Blick nach oben, während das Langhaus den Blick nach Osten führt. Er markiert den Beginn des Kirchenraums, während die Chortürme den östlichen Bereich rahmen. So entsteht ein architektonischer Dialog zwischen West und Ost.
Die Chortürme
Die beiden Chortürme stehen im Osten des Münsters und flankieren den Chor. Sie werden auch als Chorflankentürme verstanden. Mit ihrer Höhe von etwa 86 Metern sind sie deutlich niedriger als der Westturm, aber für die Gesamtwirkung des Bauwerks sehr wichtig. Sie verhindern, dass der ganze Bau nur auf den Westturm hin gelesen wird, und geben dem östlichen Abschluss Gewicht.
Bereits in der frühen Bauphase wurden Chor und untere Teile der Chortürme begonnen. Der ursprüngliche Plan des Baumeisters Heinrich Parler sah eine große Kirche mit Westturm und zwei Chortürmen vor. Damit war die Dreiturmidee früh angelegt. Im 19. Jahrhundert wurden die Chortürme vollendet. Dabei folgte man zwar der gotischen Gesamtidee, musste aber in Teilen neugotisch ergänzen, weil nicht für alle oberen Bereiche mittelalterliche Ausführungspläne vorhanden waren.
Die Chortürme zeigen besonders gut, dass Neugotik nicht einfach eine Kopie des Mittelalters ist. Sie ist eine historische Wiederaufnahme gotischer Formen, die im 19. Jahrhundert mit neuen Kenntnissen, neuen Materialien, neuen Denkweisen und neuen denkmalpflegerischen Vorstellungen verbunden wurde. Deshalb solltest Du bei den Chortürmen immer fragen: Was ist mittelalterlich begonnen? Was ist später ergänzt? Wie bleibt trotzdem ein einheitlicher Gesamteindruck erhalten?
Der Chor als Bezugspunkt der Chortürme
Der Chor ist der liturgisch besonders ausgezeichnete Raum im Osten der Kirche. Im Ulmer Münster besitzt er bedeutende Ausstattungsstücke wie Chorgestühl, Altar, Glasfenster und künstlerische Bildprogramme. Die Chortürme rahmen diesen Bereich von außen. Dadurch wird auch von außen sichtbar, dass der Chor ein besonderer Ort innerhalb des Bauwerks ist.


Das Langhaus
Das Langhaus ist der große Raum zwischen Westturm und Chor. Hier versammelt sich die Gemeinde. Architektonisch besteht es aus dem hohen Mittelschiff und den seitlichen Schiffen. Das Langhaus ist deshalb nicht nur ein Durchgangsraum, sondern der eigentliche Raum des gemeinsamen Hörens, Singens, Feierns und Betrachtens.
Ursprünglich war das Münster als Hallenkirche mit drei ungefähr gleich hohen Schiffen gedacht. Im Verlauf des Bauprozesses änderten sich jedoch die Pläne. Die Gewölbe und Mauern stellten hohe Anforderungen an die Statik. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts zeigten sich gefährliche Verformungen: Die schweren Gewölbe und die ausladenden Seitenschiffe belasteten Pfeiler und Mauern stark. Der Baumeister Burkhard Engelberg griff deshalb sichernd ein. Er verstärkte Fundamente, veränderte die Seitenschiffe und ließ leichtere Gewölbe errichten.
Das heutige Langhaus zeigt dadurch eine Baugeschichte, die man im Raum ablesen kann. Es ist nicht nur ein schönes Beispiel gotischer Raumwirkung, sondern auch ein Lehrstück darüber, wie mittelalterliche Baumeister Probleme erkannten und baulich lösten. Wenn Du im Langhaus stehst, kannst Du die hohen Pfeiler, die Bögen, die Gewölbe und das Licht als zusammenhängendes System betrachten. Nichts davon ist bloß Dekoration; vieles hat zugleich eine tragende, leitende oder stabilisierende Aufgabe.
Mittelschiff und Seitenschiffe
Das Mittelschiff ist der höchste Teil des Langhauses. Es lenkt den Blick nach Osten und nach oben. Die Seitenschiffe begleiten diesen Hauptraum und erweitern ihn seitlich. Die Gliederung in Mittelschiff und Seitenschiffe schafft Bewegung: Der Blick wandert entlang der Pfeilerreihen, über die Arkaden und hin zum Chorbogen.
Die Raumwirkung entsteht aus mehreren Kräften. Die Länge des Langhauses führt den Blick nach vorne. Die Höhe der Pfeiler und Gewölbe zieht den Blick nach oben. Das seitliche Licht lässt die Mauern weniger schwer erscheinen. Genau dieses Zusammenspiel ist typisch für die Gotik: Baukunst soll nicht nur tragen, sondern auch eine geistige und ästhetische Erfahrung ermöglichen.
Baugeschichte im Überblick
Das Ulmer Münster entstand über mehrere Jahrhunderte hinweg. Diese lange Bauzeit ist entscheidend für das Verständnis von Westturm, Chortürmen und Langhaus. Das Bauwerk ist kein einheitlicher Entwurf, der ohne Unterbrechung ausgeführt wurde, sondern ein historisch gewachsenes Projekt.
- Grundsteinlegung: Im Jahr 1377 begann der Bau des Münsters innerhalb der Stadtmauern.
- Parler: Die frühe Planung sah eine große Bürgerkirche mit Westturm, Chortürmen und einem weiten Langhaus vor.
- Michael Parler: Der Bau des Langhauses wurde weitergeführt und die große Raumidee ausgearbeitet.
- Matthäus Böblinger: Im 15. Jahrhundert wurden Turmpläne und Bauformen weiterentwickelt.
- Burkhard Engelberg: Nach statischen Problemen wurden Langhaus und Westturm gesichert.
- Baustillstand: 1543 kam der Bau für mehrere Jahrhunderte weitgehend zum Erliegen.
- Neugotik: Ab 1844 wurde der Weiterbau aufgenommen, Chortürme und Strebewerk wurden ergänzt.
- August von Beyer: Unter seiner Leitung wurde der Westturm 1890 vollendet.
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Gotische Formensprache
Die Gotik arbeitet mit Formen, die Höhe, Licht und Bewegung betonen. Am Ulmer Münster erkennst Du diese Formensprache besonders deutlich. Der Westturm zeigt die vertikale Steigerung. Die Chortürme rahmen den liturgischen Ostbereich. Das Langhaus führt den Blick in den Raum hinein und nach oben.
Wichtige Fachbegriffe sind:
- Spitzbogen: Ein Bogen mit spitz zulaufender Form, der Kräfte anders leitet als ein Rundbogen.
- Maßwerk: Steinernes geometrisches Formenwerk in Fenstern, Brüstungen und Turmöffnungen.
- Fiale: Schlanker, turmartiger Schmuck- und Gliederungsaufsatz.
- Gewölbe: Steinernes oder gemauertes Deckensystem, das Lasten auf Pfeiler und Wände überträgt.
- Strebewerk: System aus Strebepfeilern und Strebebögen, das Schubkräfte nach außen ableitet.
- Obergaden: Oberer Wandbereich des Mittelschiffs mit Fenstern über den Seitenschiffen.
- Bauhütte: Werkstatt- und Organisationsform der am Bau beteiligten Handwerker und Baumeister.
Statik und Konstruktion
Gotische Architektur wirkt leicht, ist aber konstruktiv sehr anspruchsvoll. Je höher ein Bauwerk wird, desto genauer müssen Lasten, Schubkräfte und Materialeigenschaften berücksichtigt werden. Am Ulmer Münster sieht man diese Herausforderung besonders gut. Der Westturm muss enorme Lasten nach unten ableiten. Das Langhaus musste so stabilisiert werden, dass Gewölbe, Pfeiler und Mauern dauerhaft zusammenwirken. Die Chortürme mussten in den Gesamtbau eingebunden werden, ohne den Chor zu gefährden.
Das Strebewerk spielt dabei eine besondere Rolle. Es nimmt seitliche Kräfte der Gewölbe auf und leitet sie nach außen ab. Dadurch können hohe Innenräume und große Fensterflächen entstehen. Gotische Baukunst ist also keine Trennung von Technik und Schönheit. Die Schönheit entsteht gerade daraus, dass konstruktive Lösungen sichtbar gestaltet werden.
Material und Oberfläche
Das Ulmer Münster zeigt unterschiedliche Materialien und Bauphasen. Teile des mittelalterlichen Bauwerks wurden mit Backstein errichtet, während andere Bereiche, besonders spätere Ergänzungen und feinere Gliederungen, mit Werkstein ausgeführt wurden. Diese Materialunterschiede sind wichtig, weil sie zeigen, wie stark Baugeschichte, verfügbare Rohstoffe, Kosten und technische Möglichkeiten miteinander verbunden sind.
Wenn Du Fotos des Münsters vergleichst, kannst Du Farbunterschiede, Steinstrukturen, Verwitterungsspuren und Restaurierungsbereiche erkennen. Die Oberfläche ist deshalb eine Art Geschichtsbuch. Sie erzählt von Bauhüttenarbeit, Witterung, Instandhaltung und späteren Eingriffen.
Bedeutung für Stadt und Denkmalpflege
Das Ulmer Münster ist ein religiöser Ort, ein Kulturdenkmal und ein Wahrzeichen der Stadt. Für die Bürgerinnen und Bürger Ulms war der Bau Ausdruck städtischen Selbstbewusstseins. Dass eine Pfarrkirche eine solche Größe und architektonische Qualität erhielt, zeigt die wirtschaftliche, politische und kulturelle Bedeutung der Stadt im späten Mittelalter.
Bis heute ist das Münster ein Bauwerk, das gepflegt werden muss. Denkmalpflege bedeutet hier nicht, ein Gebäude einfach unverändert stehen zu lassen. Sie bedeutet untersuchen, dokumentieren, reinigen, sichern, reparieren und verantwortungsvoll entscheiden. Besonders an Westturm, Chortürmen und Langhaus wird deutlich, dass ein großes gotisches Bauwerk nie ganz abgeschlossen ist. Es bleibt eine Aufgabe für jede Generation.
Häufige Missverständnisse
- Dom: Das Ulmer Münster wird im Alltag manchmal fälschlich als Dom bezeichnet. Es ist jedoch keine Bischofskirche.
- Höhe: Die Höhe des Westturms ist wichtig, aber nicht der einzige Grund für die Bedeutung des Bauwerks.
- Neugotik: Die Vollendung im 19. Jahrhundert ist nicht einfach mittelalterlich, sondern eine historistische Weiterführung gotischer Formen.
- Dekoration: Maßwerk, Fialen und Strebewerk sind nicht nur Schmuck, sondern Teil der architektonischen Ordnung.
- Langhaus: Das Langhaus ist nicht bloß ein leerer Innenraum, sondern der zentrale Raum der Gemeinde und ein Schlüssel zur Statik des Münsters.
Zusammenfassung
Der Westturm, die Chortürme und das Langhaus bilden gemeinsam die räumliche Grundstruktur des Ulmer Münsters. Der Westturm steht für Höhe, Stadtsilhouette und westlichen Zugang. Die Chortürme rahmen den östlichen Chor und geben dem Baukörper ein Gegengewicht. Das Langhaus verbindet beide Pole und macht die Kirche als Raum der Gemeinde erfahrbar. Zusammen zeigen diese drei Bauteile, wie gotische Architektur funktioniert: Sie verbindet Glaube, Stadtgeschichte, Handwerk, Statik, Kunst und Denkmalpflege.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Bauteil prägt die Westseite des Ulmer Münsters am stärksten? (der Westturm) (!der Choraltar) (!die Sakristei) (!das Chorgestühl)
Wo befinden sich die Chortürme des Ulmer Münsters? (am Chor im Osten) (!am Hauptportal im Westen) (!unter dem Langhaus) (!neben der Orgel)
Welche Aufgabe hat das Langhaus vor allem? (es bildet den großen Raum der Gemeinde) (!es trägt allein die Turmspitze) (!es ersetzt den Chor) (!es ist nur ein Lagerraum)
In welchem Jahr begann der Bau des Ulmer Münsters? (1377) (!1492) (!1543) (!1890)
Warum ist das Ulmer Münster keine Kathedrale? (es war nie Bischofssitz) (!es besitzt keinen Turm) (!es wurde nicht aus Stein gebaut) (!es steht außerhalb der Stadt)
Welcher Baustil prägt Westturm, Chortürme und Langhaus besonders? (Gotik) (!Romanik) (!Barock) (!Klassizismus)
Warum wurden am Langhaus Sicherungsmaßnahmen nötig? (weil Gewölbe und Mauern statisch belastet waren) (!weil der Chor zu klein war) (!weil keine Fenster vorhanden waren) (!weil die Kirche abgerissen werden sollte)
Was bezeichnet Maßwerk in der gotischen Architektur? (steinernes geometrisches Formenwerk) (!eine hölzerne Sitzbank) (!ein Glockenseil) (!eine Dachziegelreihe)
Was wurde 1890 am Ulmer Münster vollendet? (der Westturm) (!der erste Grundstein) (!der Bildersturm) (!die erste Bauhütte)
Welche Aussage beschreibt die Chortürme am besten? (sie rahmen den Chor und stärken den östlichen Abschluss) (!sie stehen frei auf dem Münsterplatz) (!sie ersetzen das Langhaus) (!sie sind niedrige Innenpfeiler)
Memory
| Westturm | westlicher Hauptturm |
| Chortürme | östliche Flankentürme |
| Langhaus | Raum der Gemeinde |
| Strebewerk | Ableitung von Gewölbeschub |
| Maßwerk | steinerne Fenstergeometrie |
| Bauhütte | Werkstatt der Baumeister |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Grundsteinlegung | Beginn des Münsterbaus |
| Parlerplan | frühe Idee mit Westturm und Chortürmen |
| Engelbergsicherung | Stabilisierung von Langhaus und Turmfundament |
| Baustillstand | lange Unterbrechung der Bauarbeiten |
| Turmvollendung | Abschluss der Westturmspitze |
Kreuzworträtsel
| Westturm | Welcher Turm steht an der Westseite des Ulmer Münsters? |
| Chor | Welcher liturgische Bereich liegt im Osten der Kirche? |
| Langhaus | Wie nennt man den großen Raum zwischen Westbereich und Chor? |
| Masswerk | Wie heißt das steinerne geometrische Formenwerk der Gotik? |
| Parler | Welche Baumeisterfamilie ist mit der frühen Planung verbunden? |
| Engelberg | Welcher Baumeister führte wichtige Sicherungen am Bau aus? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Baukörper-Skizze: Zeichne eine einfache Außenansicht des Ulmer Münsters und markiere Westturm, Chortürme, Chor und Langhaus farblich.
- Fachwort-Glossar: Erstelle ein Glossar mit zehn Begriffen zur gotischen Architektur und erkläre jeden Begriff in einem eigenen Satz.
- Fotoanalyse: Wähle ein Bild des Westturms und beschreibe, wie Linien, Spitzen und Öffnungen den Blick nach oben führen.
- Münster oder Dom: Schreibe einen kurzen Erklärungstext, warum das Ulmer Münster trotz seiner Größe keine Kathedrale ist.
Standard
- Bauphasen-Zeitstrahl: Erstelle einen Zeitstrahl zur Baugeschichte und ordne Westturm, Chortürme und Langhaus passenden Bauphasen zu.
- Architekturmodell: Baue ein einfaches Modell aus Papier oder Karton, das die Beziehung von Westturm, Langhaus und Chortürmen zeigt.
- Raumwirkung: Beschreibe in einem Hörtext oder Video, wie man sich vom Westportal durch das Langhaus zum Chor bewegt.
- Materialvergleich: Untersuche auf Bildern unterschiedliche Stein- und Mauerflächen und erkläre, was sie über Bauphasen verraten könnten.
Schwer
- Statik-Erklärung: Erkläre mit einer beschrifteten Zeichnung, wie Gewölbeschub, Pfeiler und Strebewerk zusammenwirken.
- Vergleichende Gotik: Vergleiche das Ulmer Münster mit einem anderen gotischen Kirchenbau, zum Beispiel dem Kölner Dom oder dem Freiburger Münster.
- Denkmalpflege-Konzept: Entwickle ein kleines Konzept, wie man Besucherinnen und Besuchern Restaurierungsarbeiten am Münster verständlich erklären kann.
- Digitale Ausstellung: Gestalte eine digitale Ausstellung mit Bildern, Texten und Audiobeiträgen zum Thema Westturm, Chortürme und Langhaus.

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Lernkontrolle
- Architekturzusammenhang: Erkläre, wie Westturm, Chortürme und Langhaus zusammen die Wirkung des gesamten Münsters bestimmen.
- Statik und Gestaltung: Zeige an einem Beispiel, dass gotische Formen zugleich schön und konstruktiv sinnvoll sein können.
- Baugeschichte beurteilen: Diskutiere, ob ein im 19. Jahrhundert vollendeter gotischer Bau noch als mittelalterliches Bauwerk gelten kann.
- Stadt und Kirche: Erläutere, weshalb die Finanzierung durch die Bürgerschaft für die Bedeutung des Münsters wichtig ist.
- Bildanalyse: Analysiere ein Foto des Langhauses und erkläre, wie Pfeiler, Bögen, Gewölbe und Licht zusammenwirken.
- Transferaufgabe: Übertrage Deine Erkenntnisse auf ein anderes historisches Bauwerk und prüfe, welche Bauteile dort eine ähnliche Funktion haben.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur einzelne Fakten kennst, sondern Zusammenhänge verstehst. Wichtig sind eine beschriftete Skizze des Baukörpers, eine kurze Erklärung der Baugeschichte, eine sichere Verwendung zentraler Fachbegriffe, eine Analyse mindestens eines Bildes und eine begründete Einschätzung zur Bedeutung der Denkmalpflege. Besonders gut ist Dein Lernnachweis, wenn Du Westturm, Chortürme und Langhaus nicht getrennt aufzählst, sondern ihr Zusammenspiel erklärst.
- Skizze: Westturm, Chortürme, Chor und Langhaus sind korrekt eingezeichnet und beschriftet.
- Fachbegriffe: Begriffe wie Gotik, Maßwerk, Spitzbogen, Gewölbe, Strebewerk und Bauhütte werden richtig verwendet.
- Zusammenhang: Die Beziehung zwischen Bauform, Statik, Liturgie und Stadtgeschichte wird erklärt.
- Quellenarbeit: Bilder und Informationen werden sinnvoll ausgewählt und kritisch beschrieben.
- Transfer: Erkenntnisse werden auf ein anderes Bauwerk oder eine eigene Fragestellung übertragen.
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