Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo


Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Einleitung
Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ist ein Unterrichtsthema, das Literatur, Zeitgeschichte, Medienbildung, Ethik und Suchtprävention verbindet. Im Mittelpunkt steht das 1978 veröffentlichte Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, das auf Gesprächen und Tonbandprotokollen mit Christiane Felscherinow sowie auf journalistischer Bearbeitung durch Kai Hermann und Horst Rieck beruht. Der Text schildert die Erfahrungen einer Jugendlichen in West-Berlin der 1970er Jahre, insbesondere in der Gropiusstadt und im Umfeld des Bahnhofs Zoo. Das Thema ist anspruchsvoll, weil es von Drogenabhängigkeit, Ausgrenzung, Familie, Jugendkultur, sexualisierter Ausbeutung, Medienwirkung und der Frage nach Verantwortung handelt.

Dieser aiMOOC hilft Dir, das Werk nicht sensationslüstern, sondern literarisch, historisch, sozialkritisch und präventiv zu verstehen. Du lernst, wie der Text aufgebaut ist, welche gesellschaftlichen Bedingungen sichtbar werden, welche Rolle Medien bei der öffentlichen Wahrnehmung gespielt haben und wie man über Sucht spricht, ohne Betroffene abzuwerten.
Sensibler Umgang mit dem Thema
Dieses Thema kann belastend sein. Es geht um Minderjährige, Abhängigkeit, Gewalt, Ausbeutung, Krankheit und Krisen. Wenn Dich Inhalte stark berühren, sprich mit einer vertrauten Person, einer Lehrkraft, der Schulsozialarbeit oder einer Beratungsstelle. In Deutschland erreichst Du das Kinder- und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer unter 116 111. Die TelefonSeelsorge ist unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar. Bei akuter Gefahr gilt der Notruf 112.
Wichtig ist: Das Buch ist kein Abenteuerbericht und keine Anleitung. Es zeigt, wie riskanter Konsum, Abhängigkeit und soziale Not miteinander verbunden sein können. Eine verantwortungsvolle Auseinandersetzung fragt nicht: „Wer ist schuld?“, sondern: Welche Bedingungen, Entscheidungen, Beziehungen und Hilfesysteme beeinflussen einen Lebensweg?
Basiswissen zum Werk
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ist ein biografischer Bericht beziehungsweise Tatsachenbericht. Die Geschichte wurde nicht als fiktionaler Roman erfunden, sondern beruht auf Interviews, Tonbandprotokollen, Gerichtsbezügen und journalistischer Verdichtung. Dennoch ist der Text literarisch gestaltet: Er arbeitet mit Ich-Erzählung, Rückblicken, direkter Rede, Milieuschilderung und kommentierenden Einschüben.
Autorenschaft und Entstehung
Das Buch entstand, nachdem der Journalist Horst Rieck Christiane Felscherinow 1978 im Zusammenhang mit Recherchen zur Berliner Drogenszene begegnete. Zusammen mit Kai Hermann führte er über längere Zeit Gespräche mit ihr. Aus den Protokollen entstand zunächst ein Vorabdruck im Magazin Stern und danach das Buch. Der Name Christiane F. sollte die Identität der damals Jugendlichen schützen. Später wurde die reale Person durch Buch, Film und Medienauftritte sehr bekannt.
Textsorte: zwischen Dokumentation und Literatur
Der Text ist besonders, weil er zwischen Dokumentarliteratur, Autobiografie, Reportage und Jugendliteratur steht. Christiane erscheint als erzählende Figur, doch die endgültige Textform wurde von Journalisten gestaltet. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld: Du liest eine persönliche Lebensgeschichte, aber auch ein mediales Produkt, das eine gesellschaftliche Debatte über Jugend, Drogenpolitik, Stadtsoziologie und Erziehung ausgelöst hat.
Handlungsraum: Gropiusstadt und Bahnhof Zoo
Die Gropiusstadt steht im Buch für ein Umfeld, das viele Lernende als Beispiel für moderne Großwohnsiedlungen, soziale Distanz, Einsamkeit und fehlende Orientierung untersuchen können. Der Bahnhof Zoo wird zum Symbol für Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit zugleich: Viele Menschen bewegen sich dort, aber die Not einzelner Jugendlicher bleibt oft unbeachtet.

Der Bahnhof war in der Zeit der Teilung Berlins ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im westlichen Teil der Stadt. Im Buch wird er zugleich als sozialer Treffpunkt der Drogenszene dargestellt. Dadurch wird ein öffentlicher Ort zu einem literarischen Symbol: Er steht für Bewegung, Flucht, Begegnung, Gefahr, Anonymität und die Suche nach Zugehörigkeit.

Historischer und gesellschaftlicher Kontext
Um das Werk zu verstehen, musst Du die 1970er Jahre in West-Berlin mitdenken. Die Stadt war politisch, sozial und kulturell eine besondere Umgebung. Die Berliner Mauer trennte West-Berlin von der Umgebung, Jugendkulturen suchten neue Räume, und öffentliche Debatten über Drogen, Sexualität, Familie, Schule und Autorität veränderten sich.
Jugendkultur und Ausbruchswünsche
Viele Jugendliche im Buch erleben Schule, Familie und Wohnumfeld als eng, kalt oder widersprüchlich. Diskotheken, Cliquen und Musik erscheinen zunächst als Versprechen von Freiheit. Diese Suche nach Zugehörigkeit ist ein Schlüsselmotiv. Sie ist nicht automatisch gefährlich, kann aber riskant werden, wenn Anerkennung an selbstschädigendes Verhalten, Gruppendruck oder Abhängigkeit gebunden ist.
Familie, Schule und Hilfesysteme
Das Buch zeigt, dass Sucht nicht isoliert entsteht. Es spielen viele Faktoren zusammen: familiäre Konflikte, Einsamkeit, Gewalt, fehlende Bindungen, Gruppendruck, gesellschaftliche Gleichgültigkeit, leichte Verfügbarkeit von Substanzen und mangelnde Hilfe. Für den Unterricht ist wichtig: Eine einzelne Ursache erklärt die Entwicklung nicht. Verantwortungsvolles Analysieren arbeitet mit mehreren Ebenen.
Sprache der Zeit und heutige Begriffe
Im Buch und in älteren Debatten tauchen Begriffe auf, die heute kritisch betrachtet werden müssen. Abwertende Wörter wie „Junkie“ beschreiben Menschen nur über ihre Abhängigkeit und können Stigmatisierung verstärken. Präziser und respektvoller sind Begriffe wie Abhängigkeitserkrankung, Substanzgebrauchsstörung, Betroffene, riskanter Konsum oder Suchterkrankung.
Inhaltliche Schwerpunkte
Abhängigkeit als Prozess
Das Werk zeigt Abhängigkeit nicht als plötzlichen Einzelmoment, sondern als Entwicklung. Neugier, Gruppenzugehörigkeit, Flucht aus Belastungen und der Wunsch nach Anerkennung können eine Rolle spielen. Später verändern sich Handlungsspielräume: Beschaffung, Entzug, Angst, Scham und soziale Isolation bestimmen den Alltag immer stärker. Eine wichtige Erkenntnis lautet: Abhängigkeit ist nicht einfach mangelnde Willenskraft, sondern ein komplexes körperliches, psychisches und soziales Geschehen.
Freundschaft und Gruppendruck
Freundschaften erscheinen im Buch ambivalent. Die Clique gibt Nähe, Sprache, Orientierung und ein Gefühl von Erwachsensein. Gleichzeitig verstärkt sie riskantes Verhalten. Du kannst untersuchen, wie Gruppendruck funktioniert: nicht nur durch offene Aufforderung, sondern auch durch unausgesprochene Regeln, Zugehörigkeitswünsche und Angst vor Ausschluss.
Stadt als Erfahrungsraum
Die Stadt ist im Buch mehr als Kulisse. Berlin wird als Raum gezeigt, in dem Gegensätze sichtbar werden: moderne Wohnsiedlung und soziale Kälte, öffentlicher Verkehr und private Not, Konsumwelt und Armut, Freiheit und Gefährdung. Der Bahnhof ist ein Ort, an dem viele gesellschaftliche Fragen zusammenlaufen.

Körper, Scham und Selbstbild
Ein zentrales Thema ist das Verhältnis zum eigenen Körper. Sucht, Entzug, Selbstabwertung, sexualisierte Ausbeutung und der Blick anderer Menschen prägen Christianes Selbstbild. Im Unterricht sollte dieser Aspekt besonders sensibel behandelt werden. Es geht nicht um voyeuristische Details, sondern um die Frage, wie Menschenwürde, Schutz und Selbstbestimmung verletzt oder wieder gestärkt werden können.
Verantwortung und Schuldfrage
Das Buch lädt dazu ein, einfache Schuldzuweisungen zu vermeiden. Weder allein die Familie noch allein die Clique, weder allein die Stadt noch allein die einzelne Entscheidung erklären den Verlauf. Eine differenzierte Analyse fragt nach Verantwortung auf mehreren Ebenen: persönliche Entscheidungen, erwachsene Bezugspersonen, Schule, Jugendhilfe, Politik, Polizei, Medizin, Medien und Gesellschaft.
Erzählweise und literarische Gestaltung
Ich-Perspektive und Nähe
Die Ich-Perspektive erzeugt Nähe. Du erlebst Gedanken, Gefühle und Rechtfertigungen aus Christianes Sicht. Gleichzeitig musst Du als Leser oder Leserin kritisch bleiben. Eine Ich-Erzählung ist subjektiv. Sie zeigt Innenperspektive, aber nicht automatisch die ganze Wahrheit.
Montage von Stimmen
Der Text enthält nicht nur Christianes Stimme. Erwachsene, Mutter, Journalistenperspektive und gesellschaftliche Kommentare treten indirekt hinzu. Diese Montage verschiedener Stimmen macht den Text dokumentarisch und vielschichtig. Du kannst untersuchen, wann eine Aussage bestätigt, relativiert oder in Frage gestellt wird.
Schonungslosigkeit und Wirkung
Die Sprache wirkt oft direkt, nüchtern und hart. Das kann aufrütteln, aber auch überfordern. Eine gute Analyse fragt: Welche Wirkung hat diese Darstellungsweise? Erzeugt sie Mitgefühl, Abschreckung, Verstehen, Distanz oder Sensationsinteresse? Gute Medienkritik erkennt, dass ein Werk gleichzeitig aufklären und problematisch rezipiert werden kann.
Medien, Film und Adaptionen
1981 erschien die bekannte Verfilmung Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo unter der Regie von Uli Edel. Natja Brunckhorst spielte Christiane F.; David Bowie war musikalisch und als Bühnenfigur von besonderer Bedeutung für die Wirkung des Films. Der Film machte das Thema international sichtbar, verstärkte aber auch die Frage, wie reale Leidensgeschichten in populären Medien dargestellt werden dürfen.
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Filmisches Erzählen
Ein Film arbeitet anders als ein Buch. Er nutzt Bild, Musik, Schnitt, Schauspiel, Licht und Räume. Dadurch entstehen starke Eindrücke, aber auch Verkürzungen. Beim Vergleich von Buch und Film kannst Du fragen: Welche Szenen werden hervorgehoben? Welche inneren Gedanken fehlen? Welche Rolle spielt Musik? Wie verändert die Kamera den Blick auf Christiane und ihre Umgebung?
Dokumentarische Tonquellen
Die ursprünglichen Gespräche und Tonbandprotokolle sind für das Verständnis wichtig, weil sie zeigen, wie eng journalistische Recherche und persönliche Erzählung zusammenhängen. Wer das Werk untersucht, sollte deshalb nicht nur Handlung nacherzählen, sondern auch fragen, wie aus einem Interview ein Buch, aus einem Buch ein Film und aus einem Film ein kultureller Mythos wird.
Die Fernsehserie von 2021
2021 erschien eine neue Serienadaption. Sie zeigt, dass das Thema weiterhin kulturell präsent ist. Gleichzeitig verändert jede neue Adaption die Perspektive: Sie spricht ein anderes Publikum an, nutzt andere Bilder und steht in einer anderen gesellschaftlichen Debatte über Sucht, Jugendschutz, Streaming und Medienethik.
Suchtprävention und Gegenwartsbezug
Suchtprävention bedeutet nicht, Angstbilder zu erzeugen. Gute Prävention stärkt Wissen, Selbstwert, soziale Unterstützung, Risikokompetenz und die Fähigkeit, Hilfe zu suchen. Das Werk kann Anlass sein, über heutige Formen von Druck, Flucht und Abhängigkeit zu sprechen: legale und illegale Substanzen, Medienabhängigkeit, Gaming, Social Media, Leistungsdruck oder psychische Belastungen.

Was Prävention leisten kann
Prävention wirkt am besten, wenn sie nicht moralisiert. Sie muss glaubwürdig, lebensnah und respektvoll sein. Jugendliche brauchen Räume, in denen sie Fragen stellen können, ohne beschämt zu werden. Sie brauchen Erwachsene, die zuhören, Grenzen setzen, Hilfe vermitteln und nicht erst reagieren, wenn die Krise sichtbar eskaliert.
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Medienkompetenz statt Mythos
Christiane F. wurde in der Öffentlichkeit zu einer Symbolfigur. Symbole können helfen, gesellschaftliche Probleme sichtbar zu machen. Sie können aber auch Menschen auf eine Rolle festlegen. Medienkompetenz bedeutet, Betroffene nicht auf Schlagzeilen zu reduzieren. Frage deshalb immer: Wer erzählt? Aus welcher Perspektive? Mit welchem Interesse? Was wird gezeigt? Was bleibt unsichtbar?

Unterrichtsideen
Deutschunterricht
Im Deutschunterricht eignet sich das Thema für die Analyse von Erzählperspektive, Figurenanalyse, Sachtextanalyse, Reportage, Dokumentarliteratur, Filmanalyse und Argumentation. Besonders wichtig ist die Verbindung von Textarbeit und ethischer Reflexion.
Ethik, Religion und Gemeinschaftskunde
In Ethik, Religion und Gemeinschaftskunde stehen Menschenwürde, Verantwortung, Schuld, Freiheit, Hilfe, gesellschaftliche Teilhabe und Stigmatisierung im Mittelpunkt. Lernende können diskutieren, wie eine Gesellschaft mit besonders verletzlichen Jugendlichen umgehen sollte.
Biologie und Gesundheitserziehung
In Biologie und Gesundheitserziehung kann das Thema mit Wissen über Nervensystem, Abhängigkeit, Stress, Resilienz und Prävention verbunden werden. Dabei gilt: Es werden keine Konsumanleitungen gegeben. Ziel ist Schutz, Aufklärung und Handlungskompetenz.
Wichtige Begriffe
- Dokumentarliteratur: Eine Textform, die dokumentarisches Material literarisch gestaltet.
- Tatsachenbericht: Ein Bericht, der auf realen Ereignissen beruht und journalistisch aufbereitet wird.
- Ich-Erzähler: Eine Erzählform, bei der eine Figur aus der eigenen Perspektive berichtet.
- Sucht: Eine Erkrankung, bei der Konsum oder Verhalten trotz schädlicher Folgen schwer kontrollierbar wird.
- Stigmatisierung: Eine soziale Abwertung, bei der Menschen auf ein Merkmal reduziert werden.
- Prävention: Vorbeugendes Handeln, das Risiken verringern und Schutzfaktoren stärken soll.
- Medienethik: Die Frage, wie Medien verantwortungsvoll berichten, darstellen und veröffentlichen sollen.
- Jugendschutz: Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen schützen sollen.
Quellen und weiterführende Materialien
- Wikipedia: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
- filmportal.de: Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
- Deutschlandfunk Kultur: Dokumentarhörspiel und Hintergrundinformationen
- drugcom.de: Informationen zu Heroin und Abhängigkeit
- Nummer gegen Kummer: Hilfe für Kinder, Jugendliche und Eltern
- TelefonSeelsorge: Krisenhilfe und Beratung
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist Wir Kinder vom Bahnhof Zoo hauptsächlich? (Ein biografischer Tatsachenbericht über jugendliche Drogenabhängigkeit in West-Berlin) (!Ein Fantasyroman über eine Berliner Schule) (!Ein Reiseführer über Bahnhöfe in Deutschland) (!Ein Theaterstück aus dem 19. Jahrhundert)
Wer verfasste das Buch auf Grundlage von Gesprächen und Protokollen journalistisch? (Kai Hermann und Horst Rieck) (!Uli Edel und David Bowie) (!Natja Brunckhorst und Thomas Haustein) (!Walter Gropius und Bertolt Brecht)
Warum wurde die Hauptperson im Buch als Christiane F. bezeichnet? (Zum Schutz ihrer Identität als Jugendliche) (!Weil ihr Nachname unbekannt war) (!Weil der Verlag keine vollständigen Namen drucken durfte) (!Weil alle Figuren im Buch nur Buchstabennamen haben)
Welcher Berliner Ort wurde zum zentralen Symbol des Buches? (Bahnhof Zoo) (!Alexanderplatz) (!Brandenburger Tor) (!Potsdamer Platz)
Welche Rolle spielt die Gropiusstadt im Werk? (Sie ist ein wichtiger Wohn- und Erfahrungsraum der Hauptfigur) (!Sie ist der Drehort eines Märchens) (!Sie ist ein Dorf in Schleswig-Holstein) (!Sie ist ein fiktiver Freizeitpark)
Welche Textsorte beschreibt das Werk am besten? (Tatsachenbericht) (!Märchen) (!Kriminalparodie) (!Science-Fiction-Roman)
Welche bekannte Adaption erschien 1981? (Ein Spielfilm unter der Regie von Uli Edel) (!Eine Oper von Richard Wagner) (!Eine Zeichentrickserie für Kinder) (!Ein Computerspiel über Berlin)
Was ist ein wichtiges Ziel der schulischen Beschäftigung mit dem Werk? (Ursachen, Folgen und Darstellungsweisen kritisch verstehen) (!Drogenkonsum spannend erscheinen lassen) (!Die Handlung ohne Nachdenken auswendig lernen) (!Alle Figuren moralisch verurteilen)
Was bedeutet Medienkritik in diesem Zusammenhang? (Die Darstellung realer Leidensgeschichten verantwortungsvoll untersuchen) (!Alle Filme grundsätzlich ablehnen) (!Nur die Musik eines Films bewerten) (!Bücher durch kurze Internetkommentare ersetzen)
Welche Haltung ist im Unterricht zu diesem Thema besonders wichtig? (Sensibel, respektvoll und nicht sensationsorientiert arbeiten) (!Betroffene lächerlich machen) (!Schockeffekte möglichst stark ausnutzen) (!Nur über Prominenz sprechen)
Memory
| Tonbandprotokolle | Grundlage des Buches |
| Gropiusstadt | Wohnort und sozialer Raum |
| Bahnhof Zoo | Symbolischer Treffpunkt |
| Ich-Erzählung | Subjektive Perspektive |
| Prävention | Vorbeugung durch Aufklärung |
| Adaption | Umsetzung in ein anderes Medium |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Autobiografischer Bericht | Textsorte |
| West-Berlin | Historischer Raum |
| Gruppendruck | Sozialer Einfluss |
| Abhängigkeit | Krankheitsaspekt |
| Medienwirkung | Rezeption |
Kreuzworträtsel
| Bahnhof | Welcher Ort steht im Titel des Buches? |
| Rieck | Welcher Mitautor führte Interviews und schrieb Protokolle mit? |
| Hermann | Welcher Mitautor war ebenfalls Journalist? |
| Heroin | Welche Droge prägt die Abhängigkeit im Buch? |
| Berlin | In welcher Stadt spielt ein wesentlicher Teil der Handlung? |
| Reflexion | Welche Fähigkeit hilft beim kritischen Nachdenken über Ursachen und Folgen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Figurensteckbrief: Erstelle einen sensiblen Steckbrief zu Christiane als literarischer Figur, ohne abwertende Begriffe zu verwenden.
- Ortsbeschreibung: Beschreibe die Gropiusstadt oder den Bahnhof Zoo als literarischen Raum und erkläre, welche Stimmung entsteht.
- Begriffsklärung: Erkläre fünf wichtige Begriffe wie Sucht, Prävention, Stigmatisierung, Gruppendruck und Medienethik in eigenen Worten.
- Lesetagebuch: Führe zu einem ausgewählten Kapitel ein Lesetagebuch mit Inhaltsangabe, Fragen, Gefühlen und kritischen Beobachtungen.
Standard
- Szenenanalyse: Analysiere eine Schlüsselszene und untersuche, wie Sprache, Perspektive und Umgebung zusammenwirken.
- Medienvergleich: Vergleiche eine Buchstelle mit einer Filmszene und arbeite heraus, welche Wirkung durch Bild, Musik und Schnitt entsteht.
- Präventionsplakat: Gestalte ein sachliches Präventionsplakat, das Hilfewege zeigt und keine Angstpropaganda verwendet.
- Interviewprojekt: Entwickle respektvolle Interviewfragen für eine Fachperson aus Schulsozialarbeit, Suchtberatung oder Jugendhilfe.
Schwer
- Literarische Erörterung: Erörtere, ob das Werk eher als Jugendliteratur, Reportage, Dokumentarliteratur oder Zeitdokument gelesen werden sollte.
- Medienethik: Untersuche, welche Chancen und Risiken entstehen, wenn reale Leidensgeschichten durch Buch, Film und Serien öffentlich werden.
- Sozialraumanalyse: Recherchiere zu Großwohnsiedlungen, Jugendräumen und sozialer Infrastruktur und übertrage Deine Ergebnisse auf das Werk.
- Präventionskonzept: Entwickle für Deine Schule ein Konzept, das Risikokompetenz, Hilfewege, Peer-Unterstützung und Stigmavermeidung verbindet.

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Lernkontrolle
- Ursachenanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel aus dem Werk, warum Abhängigkeit nicht durch eine einzige Ursache erklärt werden kann.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen reflektierenden Text aus Sicht einer Lehrkraft, die Warnzeichen wahrnimmt und verantwortungsvoll handeln möchte.
- Medienvergleich: Beurteile, ob die filmische Darstellung eher zur Aufklärung beiträgt oder die Gefahr von Sensationalisierung erhöht.
- Gegenwartsbezug: Übertrage die im Werk sichtbaren Mechanismen von Gruppendruck und Flucht auf ein heutiges Beispiel ohne Substanzkonsum.
- Präventionsbeurteilung: Entwickle Kriterien für gute Suchtprävention und prüfe, ob ein vorhandenes Schulmaterial diese Kriterien erfüllt.
- Ethikdiskussion: Diskutiere, wie viel Öffentlichkeit eine reale Person aushalten muss, wenn ihre Lebensgeschichte zu einem bekannten Buch geworden ist.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ist wichtig, dass Du nicht nur Inhalte wiedergibst, sondern Zusammenhänge erklärst. Du solltest Textstellen genau analysieren, Fachbegriffe korrekt verwenden, historische Hintergründe einbeziehen, respektvoll über Betroffene sprechen und eigene Urteile begründen. Ein guter Lernnachweis kann aus einer Szenenanalyse, einem Vergleich von Buch und Film, einer Erörterung, einem Portfolio, einem Präventionsprojekt oder einer Präsentation bestehen. Bewertet werden Sachkenntnis, Textbezug, Differenzierung, Medienkritik, sprachliche Genauigkeit und ethische Sensibilität.
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