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Perspektivwechsel zu einer Geschichte schreiben

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Perspektivwechsel zu einer Geschichte schreiben



Einleitung

Ein offenes Buch als Symbol für den Ausgangstext, den Du aus einer neuen Sicht erzählst.
Ein offenes Buch als Symbol für den Ausgangstext, den Du aus einer neuen Sicht erzählst.

Ein Perspektivwechsel beim Schreiben bedeutet: Du erzählst eine bereits bekannte Geschichte, Szene oder Textstelle aus der Sicht einer anderen Figur, einer anderen Erzählperspektive oder mit einem veränderten Wissenshorizont. Dadurch entsteht keine völlig neue Handlung, sondern eine neue Deutung derselben Ereignisse. Du zeigst, wie unterschiedlich eine Situation wirken kann, je nachdem, wer sie erlebt, was diese Person weiß, was sie fühlt und wie sie die anderen Figuren einschätzt.

Beim Thema Einen Perspektivwechsel zu einer Geschichte schreiben lernst Du, einen literarischen Ausgangstext genau zu verstehen und ihn kreativ, textnah und glaubwürdig weiterzuentwickeln. Das ist eine wichtige Kompetenz im Deutschunterricht, weil Du dabei Textverständnis, Figurenanalyse, kreatives Schreiben und literarisches Lernen verbindest. Du übernimmst wichtige Informationen aus dem Original, veränderst aber Blickwinkel, Sprache, Tonfall, Gedanken und Wahrnehmung.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was ein Perspektivwechsel in einer Erzählung ist. Du kannst eine geeignete Perspektivfigur auswählen, ihren Charakter, ihre Gefühle und ihr Wissen aus dem Ausgangstext ableiten und eine Szene aus ihrer Sicht neu gestalten. Außerdem kannst Du unterscheiden, ob Du aus der Ich-Perspektive, einer personalen Erzählperspektive oder einer eher beobachtenden Außenperspektive schreiben möchtest. Am Ende sollst Du Deinen eigenen Text mithilfe von Qualitätskriterien überarbeiten können.


Was bedeutet Perspektivwechsel?

Ein Perspektivwechsel verändert den Blick auf ein Ereignis. Wenn im Ausgangstext zum Beispiel eine Hauptfigur schweigend den Raum verlässt, kann eine andere Figur das als Ablehnung, Angst, Wut, Scham oder Unsicherheit deuten. Beim Umschreiben musst Du deshalb nicht nur die äußere Handlung beachten, sondern auch die Innensicht der neuen Figur gestalten.

In der Literatur ist Perspektive nie zufällig. Sie bestimmt, welche Informationen die Lesenden erhalten, wie nah sie einer Figur kommen und welche Deutung einer Situation naheliegt. Ein Erzähler kann viel wissen, wenig wissen, sich irren, Gefühle zeigen, urteilen oder scheinbar neutral bleiben. Für Deinen Perspektivwechsel ist besonders wichtig: Die neue Figur darf nur das wissen, was sie in der jeweiligen Situation wahrnehmen, erinnern, vermuten oder später erfahren kann.


Warum ist der Perspektivwechsel wichtig?

Ein gelungener Perspektivwechsel hilft Dir, literarische Figuren differenzierter zu verstehen. Du fragst nicht nur: Was passiert? Du fragst auch: Wie erlebt diese Figur das Geschehen? Dadurch trainierst Du Empathie, Interpretation und sprachliche Gestaltung. Gleichzeitig lernst Du, dass Geschichten immer ausgewählt, geordnet und bewertet werden. Die gleiche Szene kann komisch, bedrohlich, traurig oder ungerecht wirken, wenn sie von einer anderen Person erzählt wird.

Im Literaturunterricht zeigt ein Perspektivwechsel, ob Du den Ausgangstext wirklich verstanden hast. Du musst Textbelege beachten, Figurenbeziehungen erkennen, Konflikte deuten und Leerstellen sinnvoll füllen. Eine Leerstelle ist eine Stelle, an der der Originaltext etwas nicht ausdrücklich sagt. Beim Perspektivwechsel darfst Du solche Leerstellen kreativ ausgestalten, solange Deine Ergänzungen zum Text passen.


Erzählperspektiven als Werkzeug

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In der Erzähltheorie unterscheidet man häufig zwischen verschiedenen Formen des Erzählens. Für Deinen Perspektivwechsel sind diese Grundformen besonders hilfreich:

Erzählperspektive Merkmale Wirkung beim Perspektivwechsel
Ich-Erzähler Eine Figur erzählt mit ich aus eigener Sicht. Sehr starke Nähe zu Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen der Figur.
Personaler Erzähler In der dritten Person wird eng an der Wahrnehmung einer Figur erzählt. Die Lesenden erleben die Szene nah an einer Figur, ohne dass diese selbst erzählt.
Auktorialer Erzähler Eine Erzählinstanz überblickt mehrere Figuren, Zeiten und Zusammenhänge. Der Text kann ordnen, kommentieren und mehr wissen als einzelne Figuren.
Neutraler Erzähler Es wird vor allem äußerlich Beobachtbares dargestellt. Die Lesenden müssen Gedanken und Gefühle stärker aus Verhalten erschließen.


Autor, Erzähler und Figur unterscheiden

Eine häufige Schwierigkeit besteht darin, Autor, Erzähler und Figur zu verwechseln. Der Autor oder die Autorin ist die reale Person, die den Text geschrieben hat. Der Erzähler ist die Stimme, die im Text erzählt. Eine Figur ist eine Person innerhalb der erzählten Welt. Beim Perspektivwechsel schreibst Du meistens nicht als Autor des Originals, sondern Du gestaltest eine neue Erzählinstanz oder lässt eine andere Figur sprechen.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil ein Text sehr subjektiv sein kann. Eine Figur kann sich irren, etwas verschweigen, eifersüchtig sein oder andere falsch einschätzen. Gerade dadurch wird ein Perspektivwechsel spannend: Du kannst zeigen, dass eine Nebenfigur eine Situation ganz anders erlebt als die Hauptfigur.


Vorbereitung: Den Ausgangstext genau lesen

Gedruckte und digitale Texte können Ausgangspunkt für eine genaue Analyse und eine kreative Umgestaltung sein.
Gedruckte und digitale Texte können Ausgangspunkt für eine genaue Analyse und eine kreative Umgestaltung sein.

Bevor Du schreibst, brauchst Du eine sichere Textgrundlage. Lies die betreffende Szene mehrfach. Markiere, welche Figuren auftreten, wo und wann die Szene spielt, welche wichtigen Handlungen stattfinden und welche Informationen im Text sicher belegt sind. Achte besonders auf Aussagen, Gestik, Mimik, Gedanken, Bewertungen und Konflikte.

Hilfreiche Leitfragen sind: Welche Figur erzählt im Original? Welche Figur könnte eine interessante Gegenperspektive bieten? Was weiß diese Figur wirklich? Was kann sie nur vermuten? Welche Gefühle sind wahrscheinlich? Welche Interessen, Wünsche oder Ängste beeinflussen ihren Blick? Welche Wörter, Bilder oder Satzarten passen zu ihrer Stimme?


Schritt-für-Schritt: Einen Perspektivwechsel schreiben

  1. Textverständnis sichern: Kläre zuerst, was im Ausgangstext tatsächlich geschieht, damit Dein neuer Text nicht im Widerspruch zum Original steht.
  2. Perspektivfigur wählen: Entscheide, welche Figur die Szene neu erleben oder erzählen soll.
  3. Wissenshorizont bestimmen: Notiere, was die Figur weiß, sieht, hört, fühlt, erinnert, vermutet und missversteht.
  4. Erzählform festlegen: Wähle Ich-Erzählung, personale Erzählweise oder eine andere passende Form.
  5. Figurenstimme entwickeln: Passe Wortwahl, Satzlänge, Tonfall und Bewertungen an die Figur an.
  6. Handlung textnah übernehmen: Behalte zentrale Ereignisse, Ort, Zeit und Figurenbeziehungen bei.
  7. Leerstellen ausgestalten: Ergänze Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen, die im Original nicht ausdrücklich genannt werden.
  8. Überarbeitung durchführen: Prüfe, ob die Perspektive durchgehend eingehalten wird und ob der Text glaubwürdig wirkt.


Sprachliche Gestaltung

Beim Perspektivwechsel ist Sprache mehr als Verpackung. Sie zeigt, wie eine Figur denkt. Eine ängstliche Figur nimmt vielleicht Geräusche, Blicke und mögliche Gefahren besonders stark wahr. Eine selbstbewusste Figur bewertet dieselbe Situation vielleicht knapp, direkt und entschlossen. Eine unsichere Figur verwendet häufiger Fragen, Vermutungen oder abgebrochene Gedanken.

Achte auf Wortwahl, Satzbau, innere Monologe, direkte Rede, Gedankenberichte und Gefühlsdarstellungen. Ein guter Perspektivwechsel zeigt nicht nur, dass eine Figur traurig ist. Er zeigt, wie sich diese Traurigkeit äußert: in Wahrnehmungen, Körperreaktionen, Erinnerungen, Vergleichen oder Handlungen.


Beispiel: Ausgangsszene und Perspektivwechsel

Ausgangsszene in neutraler Außenansicht: Mara legte den Brief auf den Tisch. Jonas sah kurz darauf, sagte aber nichts. Dann schob er den Stuhl zurück und ging zur Tür. Mara blieb sitzen und starrte auf den Umschlag.

Perspektivwechsel aus Jonas Sicht: Ich sah den Brief sofort. Maras Hand lag noch daneben, als müsste sie ihn festhalten. Mein Name stand nicht darauf, und trotzdem spürte ich, dass er etwas mit mir zu tun hatte. Ich wollte fragen, aber meine Stimme blieb irgendwo zwischen Hals und Brust stecken. Wenn ich jetzt sprach, würde sie merken, wie sehr ich mich fürchtete. Also stand ich auf. Der Stuhl kratzte viel zu laut über den Boden. An der Tür hoffte ich, Mara würde mich zurückrufen. Sie tat es nicht.

In diesem Beispiel bleibt die äußere Handlung gleich. Neu sind Jonas Gedanken, Gefühle, Deutungen und Körperwahrnehmungen. Der Text zeigt, warum Jonas schweigt und geht. Genau darin liegt die Leistung des Perspektivwechsels.


Typische Fehler vermeiden

Ein häufiger Fehler ist ein zu freier Umgang mit dem Original. Wenn im Ausgangstext steht, dass eine Figur nicht im Raum war, darf sie die Szene nicht plötzlich vollständig beobachtet haben. Ein weiterer Fehler ist ein unpassender Wissensstand. Eine Nebenfigur kann nicht sicher wissen, was eine andere Figur denkt, außer es wird im Text begründet. Auch ein Bruch der Erzählperspektive stört: Wenn Du als Ich-Erzähler beginnst, solltest Du nicht plötzlich allwissend über alle Figuren berichten.

Vermeide außerdem moderne Umgangssprache, wenn sie nicht zur Figur, zur Zeit oder zur Textsorte passt. Ein Perspektivwechsel soll kreativ sein, aber nicht beliebig. Er ist besonders gelungen, wenn er neue Einsichten eröffnet und trotzdem eng mit dem Ausgangstext verbunden bleibt.


Qualitätskriterien für Deinen Text

Kriterium Leitfrage zur Überprüfung
Textnähe Stimmen Handlung, Ort, Zeit und Figurenbeziehungen mit dem Ausgangstext überein?
Perspektive Wird konsequent aus der gewählten Sicht erzählt?
Wissenshorizont Weiß die Figur nur das, was sie wissen kann?
Figurenstimme Passen Sprache, Tonfall und Bewertungen zur Figur?
Innensicht Werden Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen anschaulich gestaltet?
Deutung Entsteht eine neue Sicht auf Konflikt, Figur oder Handlung?
Sprachrichtigkeit Sind Satzbau, Rechtschreibung und Zeichensetzung sorgfältig überarbeitet?


Bücher, Literatur und Urheberrecht im Unterricht

Lesen und Schreiben gehören zusammen: Wer Perspektiven wechselt, liest genauer und schreibt bewusster.
Lesen und Schreiben gehören zusammen: Wer Perspektiven wechselt, liest genauer und schreibt bewusster.

Wenn Du zu einem Roman, einer Kurzgeschichte, einer Fabel oder einem Jugendbuch einen Perspektivwechsel schreibst, arbeitest Du mit einem Ausgangstext. Im Unterricht geht es dabei um Analyse, Deutung und eigene Gestaltung. Du solltest den Originaltext nicht einfach abschreiben, sondern eine eigene Szene formulieren. Nutze nur so viele direkte Bezüge, wie für die Aufgabe nötig sind, und mache deutlich, welche Szene oder Textstelle Du umgestaltest.

Besonders geeignet sind Szenen mit Konflikten, Missverständnissen, Entscheidungen, Geheimnissen oder starken Gefühlen. Dort lohnt sich eine neue Sichtweise, weil sie verborgene Motive sichtbar machen kann. Ein Perspektivwechsel kann eine Nebenfigur aufwerten, eine vermeintlich eindeutige Situation infrage stellen oder zeigen, dass eine Geschichte mehrere Wahrheiten enthalten kann.


Checkliste vor der Abgabe

  1. Ausgangstext: Ich habe die Szene verstanden und wichtige Informationen markiert.
  2. Perspektivfigur: Ich weiß, aus wessen Sicht ich schreibe und warum diese Sicht interessant ist.
  3. Erzählform: Ich halte Ich-Perspektive oder personale Perspektive konsequent ein.
  4. Wissensgrenze: Meine Figur weiß nicht mehr, als sie wissen kann.
  5. Innensicht: Ich zeige Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen und Deutungen.
  6. Textnähe: Die neue Version passt zur Handlung des Originals.
  7. Sprache: Wortwahl, Tonfall und Satzbau passen zur Figur.
  8. Überarbeitung: Ich habe meinen Text auf Verständlichkeit, Spannung und sprachliche Richtigkeit geprüft.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet ein Perspektivwechsel beim Schreiben einer Geschichte? (Eine bekannte Szene wird aus einer anderen Sicht erzählt) (!Eine Geschichte wird ohne Figuren geschrieben) (!Eine Handlung wird vollständig gelöscht) (!Ein Sachtext wird in eine Tabelle umgewandelt)




Welche Grundlage brauchst Du zuerst für einen gelungenen Perspektivwechsel? (Ein genaues Verständnis des Ausgangstextes) (!Eine möglichst freie Fantasie ohne Textbezug) (!Eine neue Überschrift ohne Inhalt) (!Eine Liste zufälliger Wörter)




Was beschreibt der Wissenshorizont einer Figur? (Das, was eine Figur wissen, wahrnehmen oder vermuten kann) (!Die Anzahl der Seiten eines Buches) (!Die Rechtschreibung im letzten Satz) (!Die Länge eines Kapitels)




Warum ist die Innensicht beim Perspektivwechsel wichtig? (Sie zeigt Gedanken und Gefühle der gewählten Figur) (!Sie ersetzt alle äußeren Handlungen) (!Sie macht jeden Dialog überflüssig) (!Sie verhindert jede Spannung)




Welche Aussage passt zur Ich-Perspektive? (Eine Figur erzählt mit ich aus eigener Sicht) (!Ein Erzähler weiß immer alles über alle Figuren) (!Es werden nur Überschriften wiedergegeben) (!Die Handlung wird ohne Wahrnehmung dargestellt)




Was ist ein typischer Fehler beim Perspektivwechsel? (Die Figur weiß plötzlich Dinge, die sie nicht wissen kann) (!Die Handlung bleibt mit dem Original verbunden) (!Die Sprache passt zur Figur) (!Die Szene wird aus einer klaren Sicht erzählt)




Was sollte beim Umschreiben einer Szene erhalten bleiben? (Zentrale Fakten der ursprünglichen Handlung) (!Alle Wörter des Ausgangstextes) (!Jeder Satz in derselben Reihenfolge) (!Die Seitenzahl des Buches)




Was macht eine Figurenstimme glaubwürdig? (Wortwahl, Tonfall und Gedanken passen zur Figur) (!Alle Figuren sprechen gleich) (!Die Sprache widerspricht immer der Situation) (!Der Text enthält keine Gefühle)




Welche Szene eignet sich besonders für einen Perspektivwechsel? (Eine Szene mit Konflikt oder Missverständnis) (!Eine reine Wörterliste ohne Handlung) (!Ein Inhaltsverzeichnis) (!Eine leere Buchseite)




Woran erkennst Du einen gelungenen Perspektivwechsel? (Er eröffnet eine neue Sicht und bleibt textnah) (!Er ignoriert den Ausgangstext vollständig) (!Er nennt keine Figur) (!Er besteht nur aus einer Überschrift)





Memory

Innensicht Gedanken und Gefühle einer Figur
Außenperspektive Sichtbares Verhalten ohne Gedanken
Ich-Erzähler Erzählen mit ich
Personaler Erzähler Nähe zu einer Figur in der dritten Person
Auktorialer Erzähler Überblick über mehrere Figuren
Tonfall Sprachliche Haltung der Figur
Wissenshorizont Das, was eine Figur wissen kann
Textbeleg Hinweis aus dem Ausgangstext





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Leitfrage
Ausgangstext lesen Was geschieht wirklich?
Perspektivfigur wählen Wer erlebt die Szene neu?
Wissenshorizont klären Was kann die Figur wissen?
Figurenstimme gestalten Wie klingt diese Figur?
Text überarbeiten Ist die Perspektive konsequent?




...


Kreuzworträtsel

Perspektive Aus welchem Blickwinkel wird die Szene erzählt?
Erzähler Wer vermittelt die Handlung in einer Geschichte?
Figur Wer handelt oder erlebt etwas in einer Geschichte?
Konflikt Welches Problem treibt eine Handlung oft voran?
Innensicht Wie nennt man den Blick auf Gedanken und Gefühle?
Tonfall Wie nennt man die sprachliche Haltung einer Figur?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Beim Perspektivwechsel erzählst Du eine bekannte Szene aus der Sicht einer anderen

. Vor dem Schreiben musst Du den Ausgangstext genau

. Die neue Perspektive verändert vor allem Wahrnehmung, Wissen und

. Eine glaubwürdige Figur kann nur das wissen, was sie in der Szene selbst

. Gedanken, Gefühle und Körperreaktionen machen die

sichtbar. Dialoge dürfen erweitert werden, müssen aber zur ursprünglichen

passen. Ein guter Text übernimmt wichtige Fakten aus dem Original und setzt neue

. Am Ende prüfst Du, ob Sprache, Tonfall und Wissen zur gewählten

passen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Perspektivfigur finden: Wähle aus einer bekannten Märchen-, Fabel- oder Kurzgeschichtenszene eine Nebenfigur aus und notiere fünf Dinge, die diese Figur wahrnimmt.
  2. Gefühle sammeln: Schreibe zu einer Figur eine Liste mit passenden Gefühlen, Körperreaktionen und Gedanken während einer wichtigen Szene.
  3. Ich-Form üben: Formuliere einen kurzen neutralen Absatz in fünf bis acht Sätzen in die Ich-Perspektive einer Figur um.
  4. Sprechweise erkennen: Sammle typische Wörter oder Satzanfänge, die zu einer schüchternen, mutigen, wütenden oder unsicheren Figur passen.


Standard

  1. Perspektivwechsel schreiben: Schreibe eine Szene aus einem Jugendbuch oder einer Kurzgeschichte aus der Sicht einer Nebenfigur neu und achte auf Textnähe.
  2. Innerer Monolog gestalten: Verfasse einen inneren Monolog einer Figur unmittelbar vor einer wichtigen Entscheidung.
  3. Dialog erweitern: Ergänze einen Dialog so, dass die neue Perspektivfigur ihre Gedanken nicht offen ausspricht, die Lesenden sie aber verstehen können.
  4. Textvergleich durchführen: Vergleiche Original und Perspektivwechsel in einer Tabelle und erkläre, welche Wirkung sich verändert.


Schwer

  1. Unzuverlässiges Erzählen: Schreibe eine Szene aus der Sicht einer Figur, die sich selbst besser darstellt, als sie handelt, und markiere anschließend Hinweise auf ihre Unzuverlässigkeit.
  2. Mehrstimmiges Erzählen: Gestalte dieselbe Szene dreimal kurz aus drei verschiedenen Figurenperspektiven und vergleiche die Deutungen.
  3. Literarische Leerstelle füllen: Wähle eine offene Stelle in einer Geschichte und schreibe eine textnahe Ergänzung aus der Sicht einer Figur, die im Original kaum zu Wort kommt.
  4. Reflexion verfassen: Begründe in einem kurzen Kommentar, welche sprachlichen Mittel Deinen Perspektivwechsel besonders glaubwürdig machen.



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Lernkontrolle

  1. Perspektive begründen: Du erhältst eine Szene mit zwei Figuren. Wähle die interessantere Perspektivfigur aus und begründe, welche neue Deutung dadurch möglich wird.
  2. Wissenshorizont prüfen: Untersuche einen Schülertext darauf, ob die erzählende Figur zu viel weiß, und überarbeite problematische Stellen.
  3. Textnähe bewerten: Vergleiche einen Perspektivwechsel mit dem Ausgangstext und entscheide, welche Ergänzungen gut begründet sind und welche dem Original widersprechen.
  4. Figurenstimme analysieren: Erkläre, wie Wortwahl, Satzbau und Tonfall zeigen, dass der Text aus der Sicht einer bestimmten Figur geschrieben ist.
  5. Konflikt umdeuten: Schreibe zu einer Konfliktszene eine kurze Deutung, wie sich Schuld, Verantwortung oder Mitgefühl durch die neue Perspektive verändern.
  6. Überarbeitung reflektieren: Beschreibe, welche zwei Änderungen Deinen eigenen Perspektivwechsel verbessert haben und warum sie die Wirkung verstärken.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur eine kreative Szene abgibst, sondern Deine Entscheidungen erklären kannst. Dein Lernnachweis sollte zeigen, dass Du den Ausgangstext verstanden hast, eine passende Perspektivfigur gewählt hast und die Grenzen ihres Wissens beachtest.

  1. Textgrundlage: Benenne die ausgewählte Szene, die beteiligten Figuren und den zentralen Konflikt.
  2. Planung: Erstelle eine kurze Übersicht zu Perspektivfigur, Gefühlen, Zielen, Ängsten, Wissensstand und Beziehung zu anderen Figuren.
  3. Schreibprodukt: Verfasse einen ausformulierten Perspektivwechsel mit klarer Erzählform und passender Figurenstimme.
  4. Textnähe: Markiere oder erläutere mindestens drei Stellen, an denen Dein Text bewusst an den Ausgangstext anschließt.
  5. Reflexion: Erkläre, welche neue Sicht auf Handlung oder Figuren durch Deinen Perspektivwechsel entsteht.
  6. Überarbeitung: Reiche eine überarbeitete Fassung ein und beschreibe, welche sprachlichen oder inhaltlichen Änderungen Du vorgenommen hast.




OERs zum Thema


Weitere freie Lernmedien

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Links


Zusammenfassung

Ein Perspektivwechsel ist eine kreative und analytische Schreibform. Du übernimmst die Grundhandlung einer Geschichte, erzählst sie aber aus einer anderen Sicht. Dabei musst Du den Ausgangstext genau kennen, die gewählte Figur verstehen und ihren Wissensstand beachten. Besonders wichtig sind Textnähe, Innensicht, Figurenstimme und eine konsequente Erzählperspektive. Ein guter Perspektivwechsel macht sichtbar, dass literarische Ereignisse je nach Blickwinkel unterschiedlich gedeutet werden können.

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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

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Hamburg

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

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  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
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Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

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  2. Woyzeck - Georg Büchner
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  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

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