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Figuren in literarischen Texten untersuchen

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Figuren in literarischen Texten untersuchen



Figuren in literarischen Texten untersuchen - Literatur und Bücher


Einleitung

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du Figuren in literarischen Texten untersuchst. Gemeint sind literarische Figuren in Romanen, Erzählungen, Novellen, Kurzgeschichten, Dramen und anderen literarischen Texten. Eine Figurenuntersuchung ist mehr als eine Beschreibung von Aussehen und Eigenschaften: Du beobachtest genau, deutest vorsichtig, belegst Deine Aussagen am Text und erklärst, welche Bedeutung eine Figur für Handlung, Thema, Konflikt, Erzählperspektive und Interpretation hat.

Eine gute Figurenanalyse beantwortet nicht nur die Frage, wie eine Figur ist, sondern auch, wodurch dieser Eindruck entsteht und warum die Figur für den Text wichtig ist. Du arbeitest dabei wie eine Detektivin oder ein Detektiv: Du sammelst Hinweise, ordnest sie, prüfst Widersprüche und formulierst eine begründete Deutung.

Die Untersuchung von Figuren hilft Dir, literarische Texte genauer zu verstehen. Figuren tragen Wünsche, Ängste, Werte, Konflikte und Entscheidungen in den Text hinein. Durch sie werden Themen wie Freundschaft, Liebe, Macht, Ausgrenzung, Identität, Mut, Schuld, Freiheit oder Verantwortung erfahrbar. Wer Figuren sorgfältig untersucht, erkennt oft auch, welche Haltung ein Text zu einer gesellschaftlichen Frage entwickelt.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du literarische Figuren systematisch untersuchen, Aussagen über Figuren mit Textbelegen stützen und eine eigene Charakterisierung oder Figurenanalyse schreiben. Du lernst außerdem, zwischen Beobachtung und Deutung zu unterscheiden, Figurenbeziehungen zu visualisieren und zu erklären, wie eine Figur zur Gesamtbedeutung eines literarischen Textes beiträgt.

  1. Beobachtung: Du erkennst Informationen über Aussehen, Verhalten, Sprache, Gedanken, Gefühle und Beziehungen einer Figur.
  2. Deutung: Du leitest aus Textstellen nachvollziehbare Aussagen über Eigenschaften, Motive und Entwicklungen ab.
  3. Textbeleg: Du belegst Deine Aussagen mit passenden Zitaten, Zeilenangaben oder genauen Textverweisen.
  4. Figurenkonstellation: Du erklärst, wie Figuren zueinander stehen und welche Konflikte daraus entstehen.
  5. Interpretation: Du verbindest die Figurenuntersuchung mit Thema, Handlung, Erzählweise und Aussage des Textes.


Was ist eine literarische Figur?

Eine literarische Figur ist eine durch Sprache gestaltete, meist erfundene Gestalt innerhalb eines literarischen Textes. Sie kann realistisch wirken, märchenhaft überzeichnet sein, symbolische Bedeutung tragen oder bewusst rätselhaft bleiben. In einem Drama wird eine Figur zusätzlich durch Rede, Bühnenanweisungen und mögliches Spiel auf der Bühne geprägt. In epischen Texten wird sie vor allem durch Erzählen, Beschreiben, Figurenrede, Gedankenwiedergabe und Handlungen vermittelt.

Wichtig ist: Eine literarische Figur ist nicht einfach eine reale Person. Auch wenn sie Ähnlichkeiten mit Menschen aus der Wirklichkeit haben kann, ist sie Teil eines gestalteten Textes. Deshalb untersuchst Du nicht nur, was die Figur angeblich denkt oder fühlt, sondern auch, wie der Text diesen Eindruck erzeugt.

Eine Figur kann unterschiedliche Funktionen erfüllen. Sie kann die Handlung vorantreiben, einen Konflikt auslösen, eine andere Figur spiegeln, eine bestimmte Weltsicht verkörpern oder Lesende emotional einbeziehen. Manche Figuren verändern sich stark, andere bleiben gleich. Manche sind vielschichtig und widersprüchlich, andere erfüllen vor allem eine klare Rolle, zum Beispiel als Gegenspielerin, Helfer, Warnfigur oder Symbolfigur.


Beobachten, deuten, belegen

Die wichtigste Regel bei der Figurenuntersuchung lautet: Erst beobachten, dann deuten, dann belegen. Eine Aussage wie „Die Figur ist mutig“ reicht allein nicht aus. Du musst zeigen, woran Du das erkennst. Vielleicht stellt sich die Figur einer Gefahr, widerspricht einer mächtigen Person oder hilft jemandem trotz eigener Nachteile. Erst durch solche Hinweise wird Deine Deutung überzeugend.


Untersuchungsfelder

Untersuchungsfeld Leitfrage Mögliche Deutung
Aussehen Wie wird die Figur äußerlich beschrieben? Kleidung, Körperhaltung oder Mimik können soziale Lage, Stimmung oder Selbstbild andeuten.
Verhalten Was tut die Figur in wichtigen Situationen? Handlungen zeigen Werte, Ziele, Mut, Angst, Egoismus oder Verantwortung.
Sprache Wie spricht die Figur? Wortwahl, Satzbau, Dialekt oder Schweigen können Bildung, Herkunft, Stimmung oder Machtverhältnisse sichtbar machen.
Gedanken Was denkt, wünscht oder befürchtet die Figur? Innere Vorgänge zeigen Motive, Konflikte und Widersprüche.
Gefühl Welche Gefühle werden deutlich? Gefühle können Handlungsmotive erklären oder eine Entwicklung vorbereiten.
Beziehung Wie steht die Figur zu anderen Figuren? Beziehungen zeigen Nähe, Abhängigkeit, Rivalität, Vertrauen oder Ausgrenzung.
Entwicklung Verändert sich die Figur im Verlauf? Veränderungen zeigen Lernprozesse, Scheitern, Reifung oder innere Konflikte.
Funktion Welche Rolle erfüllt die Figur im Text? Die Figur kann Thema, Konflikt, Spannung oder Aussage des Textes tragen.

Eine solide Figurenanalyse verbindet diese Felder miteinander. Besonders stark sind Aussagen, wenn Du mehrere Hinweise zusammenführst: Eine Figur wirkt zum Beispiel nicht nur wegen einer einzelnen Aussage unsicher, sondern weil sie ausweicht, kurze Sätze benutzt, Blickkontakt meidet und sich in entscheidenden Momenten nicht festlegt.


Formen der Charakterisierung

Unter Charakterisierung versteht man die Darstellung einer Figur. Diese Darstellung kann direkt oder indirekt erfolgen. Beide Formen kommen oft gemeinsam vor.


Direkte Charakterisierung

Bei einer direkten Charakterisierung wird eine Eigenschaft ausdrücklich genannt. Das kann durch den Erzähler, durch eine andere Figur oder durch die Figur selbst geschehen. Beispiel: „Mara war ungeduldig.“ Solche Aussagen sind leicht zu erkennen. Trotzdem solltest Du prüfen, ob sie zuverlässig sind. Eine andere Figur kann voreingenommen sein, ein Erzähler kann ironisch erzählen und eine Figur kann sich selbst falsch einschätzen.


Indirekte Charakterisierung

Bei einer indirekten Charakterisierung musst Du Eigenschaften aus Hinweisen erschließen. Dazu gehören Handlungen, Sprache, Gestik, Mimik, Entscheidungen, Reaktionen, Gedanken oder wiederkehrende Verhaltensmuster. Beispiel: Eine Figur hilft heimlich einer Mitschülerin, ohne Dank zu erwarten. Daraus lässt sich möglicherweise Hilfsbereitschaft, Verantwortungsgefühl oder Bescheidenheit ableiten. Entscheidend ist, dass Du Deine Deutung mit Textsignalen begründest.


Selbstbild, Fremdbild und Erzählerperspektive

Eine Figur kann sich selbst anders sehen, als andere sie sehen. Deshalb unterscheidest Du zwischen Selbstbild und Fremdbild. Das Selbstbild zeigt, wie eine Figur sich selbst beschreibt oder versteht. Das Fremdbild entsteht durch Aussagen und Reaktionen anderer Figuren. Zusätzlich spielt die Erzählperspektive eine große Rolle: Wird aus der Nähe einer Figur erzählt, erfährst Du viel über deren innere Sicht. Wird distanziert erzählt, musst Du stärker aus äußerem Verhalten schließen.


Figurenarten und Figurenentwicklung

Figuren können auf verschiedene Weise angelegt sein. Die Begriffe helfen Dir, Deine Beobachtungen präzise zu ordnen. Sie sind aber keine starren Schubladen: Eine Figur kann zum Beispiel Hauptfigur, dynamische Figur und zugleich Symbolfigur sein.

  1. Hauptfigur: Eine Figur, die im Zentrum der Handlung steht und besonders wichtig für Konflikt und Entwicklung ist.
  2. Nebenfigur: Eine Figur, die weniger Raum erhält, aber Handlung, Atmosphäre oder Hauptfigur beeinflusst.
  3. Protagonist: Die zentrale handelnde Figur, deren Ziel oder Konflikt den Text stark prägt.
  4. Antagonist: Eine Gegenkraft oder Gegenspielerfigur, die Ziele der Hauptfigur erschwert oder in Frage stellt.
  5. Statische Figur: Eine Figur, die sich im Verlauf kaum verändert.
  6. Dynamische Figur: Eine Figur, die eine erkennbare Entwicklung durchläuft.
  7. Flache Figur: Eine eher einfache Figur mit wenigen Merkmalen oder einer klaren Funktion.
  8. Runde Figur: Eine vielschichtige Figur mit Widersprüchen, Entwicklung und innerer Komplexität.
  9. Typus: Eine Figur, die eine wiedererkennbare Rolle oder soziale Gruppe verkörpert.
  10. Symbolfigur: Eine Figur, die über ihre Handlung hinaus eine abstrakte Idee, Haltung oder gesellschaftliche Frage sichtbar macht.

Eine Figurenentwicklung erkennst Du, wenn sich Verhalten, Sichtweisen, Beziehungen oder Entscheidungen im Verlauf des Textes verändern. Dabei ist wichtig, ob diese Veränderung überzeugend vorbereitet wird. Frage Dich: Was löst die Veränderung aus? Welche Situationen sind Wendepunkte? Wird die Entwicklung von anderen Figuren erkannt? Bleibt die Veränderung stabil oder wird sie wieder in Frage gestellt?


Figurenkonstellation

Eine Figurenkonstellation zeigt, wie Figuren miteinander verbunden sind. Sie macht sichtbar, wer mit wem verbündet ist, wer wem widerspricht, wer abhängig ist, wer Macht ausübt und welche Konflikte bestehen. Eine Figurenkonstellation ist besonders hilfreich, wenn ein Text viele Figuren enthält oder wenn Beziehungen sich im Verlauf verändern.

Beim Erstellen einer Figurenkonstellation kannst Du mit Namen, Pfeilen, Farben, Symbolen und kurzen Beziehungsbegriffen arbeiten. Wichtig ist nicht die dekorative Gestaltung, sondern die Erklärung: Warum ist diese Beziehung wichtig? Wie beeinflusst sie Entscheidungen? Welche Werte oder Interessen prallen aufeinander?


Methode: Schritt für Schritt zur Figurenanalyse

Eine überzeugende Figurenanalyse entsteht in mehreren Arbeitsschritten. Du kannst diese Methode bei fast allen literarischen Texten verwenden.

  1. Erster Leseeindruck: Notiere spontan, wie die Figur auf Dich wirkt, ohne schon endgültig zu urteilen.
  2. Textstellen markieren: Markiere Aussagen über Aussehen, Verhalten, Sprache, Gedanken, Gefühle und Beziehungen.
  3. Belege sammeln: Sammle wichtige Zitate oder genaue Textverweise mit Seiten- oder Zeilenangaben.
  4. Eigenschaften ableiten: Formuliere Eigenschaften nicht nur als Adjektive, sondern als begründete Aussagen.
  5. Widersprüche prüfen: Achte auf Brüche zwischen Selbstbild, Fremdbild, Verhalten und Erzählerkommentar.
  6. Entwicklung untersuchen: Vergleiche Anfang, Wendepunkte und Ende der Figurendarstellung.
  7. Beziehungen ordnen: Zeichne eine Figurenkonstellation und erkläre zentrale Konflikte.
  8. Funktion deuten: Erkläre, welche Bedeutung die Figur für Thema, Aussage, Spannung und Aufbau des Textes hat.
  9. Analyse schreiben: Ordne Deine Ergebnisse logisch, belege sie sorgfältig und schreibe im Präsens.
  10. Überarbeitung: Prüfe, ob jede Deutung durch einen Textbeleg abgesichert ist.


Schreibgerüst

Ein gutes Analyseergebnis verbindet Behauptung, Beleg und Deutung. Du kannst Dich an folgenden Formulierungen orientieren:

  1. Einleitung: In dem Text wird die Figur ... als ... dargestellt.
  2. Beobachtung: Auffällig ist zunächst, dass ...
  3. Textbeleg: Dies zeigt sich an der Textstelle ..., in der ...
  4. Deutung: Daraus lässt sich schließen, dass ...
  5. Beziehung: Im Umgang mit ... wird deutlich, dass ...
  6. Entwicklung: Während die Figur am Anfang ..., zeigt sie später ...
  7. Funktion: Für den Gesamttext ist die Figur wichtig, weil ...
  8. Schluss: Insgesamt erscheint die Figur als ..., wobei besonders ... bedeutsam ist.

Achte beim Schreiben auf das Präsens, eine sachliche Sprache und genaue Verben. Statt „Die Figur ist nett“ kannst Du schreiben: „Die Figur unterstützt andere auch dann, wenn ihr daraus kein Vorteil entsteht.“ Solche Formulierungen sind präziser und leichter zu belegen.


Beispielhafte Mini-Analyse

Beispielauszug: „Lina blieb vor der Tür stehen. Ihre Hand lag schon auf der Klinke, doch sie zog sie wieder zurück. Drinnen lachten die anderen. Als Tom neben ihr auftauchte, sagte sie leise: ‚Geh du zuerst. Ich komme gleich.‘ Erst als die Stimmen verstummten, öffnete sie die Tür.“

Eine einfache Beschreibung wäre: Lina ist ängstlich. Eine bessere Figurenanalyse fragt genauer: Woran erkennt man das? Lina zögert vor der Tür, zieht die Hand zurück, spricht leise und möchte nicht zuerst hineingehen. Diese Hinweise zeigen Unsicherheit und möglicherweise Angst vor der Gruppe. Zugleich öffnet sie am Ende doch die Tür. Deshalb ist sie nicht nur ängstlich, sondern ringt mit sich selbst. Die Szene kann als Moment innerer Spannung gedeutet werden, in dem Lina zwischen Rückzug und Mut steht.


Typische Fehler vermeiden

Beim Untersuchen literarischer Figuren passieren häufig ähnliche Fehler. Du kannst sie vermeiden, wenn Du langsam, genau und belegorientiert arbeitest.

  1. Nacherzählung: Erzähle nicht nur die Handlung nach, sondern erkläre, was die Handlung über die Figur zeigt.
  2. Unbelegte Behauptung: Schreibe keine Eigenschaften ohne Textbeleg.
  3. Vorschnelles Urteil: Vermeide moralische Schnellurteile wie „gut“ oder „böse“, wenn der Text komplexere Hinweise bietet.
  4. Autor-Figur-Verwechslung: Setze die Meinung einer Figur nicht automatisch mit der Meinung der Autorin oder des Autors gleich.
  5. Einseitigkeit: Beachte auch widersprüchliche Hinweise, damit Deine Analyse differenziert bleibt.
  6. Zitat ohne Erklärung: Ein Zitat ersetzt keine Deutung; erkläre immer, was der Beleg zeigt.
  7. Gegenwartsbezug ohne Textgrundlage: Aktuelle Bezüge sind sinnvoll, müssen aber vom Text ausgehen.


Medien zur Vertiefung

Die folgenden Lernvideos können Dir helfen, die Methode der Charakterisierung und Figurenanalyse zu wiederholen und zu vertiefen.

{{#ev:youtube| https://www.youtube.com/watch?v=ajbvqNPNRAw |500|center}}

{{#ev:youtube| https://www.youtube.com/watch?v=tMQ1xbN_05s |500|center}}


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist eine literarische Figur? (Eine erfundene Gestalt in einem literarischen Text) (!Eine reale Person aus der Klasse) (!Ein gedrucktes Buchformat) (!Ein Reimschema in einem Gedicht)




Was gehört zu einer guten Figurenanalyse? (Beobachtung, Deutung und Textbeleg) (!Nur eine Nacherzählung der Handlung) (!Nur die eigene Meinung ohne Begründung) (!Nur eine Liste äußerer Merkmale)




Was bedeutet direkte Charakterisierung? (Eine Eigenschaft wird ausdrücklich genannt) (!Eine Eigenschaft muss nur aus Handlungen erschlossen werden) (!Eine Figur kommt nicht im Text vor) (!Ein Text enthält keine Figurenrede)




Was bedeutet indirekte Charakterisierung? (Eigenschaften werden aus Hinweisen erschlossen) (!Eigenschaften stehen immer in einer Überschrift) (!Die Figur wird nur vom Autor fotografiert) (!Die Handlung wird vollständig ausgelassen)




Was ist eine Figurenkonstellation? (Ein Überblick über Beziehungen zwischen Figuren) (!Eine Sammlung aller Kapitelüberschriften) (!Ein Wörterbuch schwieriger Begriffe) (!Eine zufällige Reihenfolge von Zitaten)




Welche Frage passt besonders zur Untersuchung der Figurensprache? (Wie spricht die Figur in wichtigen Situationen) (!Wie viele Seiten hat das Buch) (!Welche Farbe hat der Buchumschlag) (!Wann wurde die Schule gebaut)




Woran erkennst Du eine dynamische Figur? (Sie verändert sich im Verlauf des Textes) (!Sie kommt nur einmal kurz vor) (!Sie hat immer dieselbe Meinung) (!Sie wird ausschließlich äußerlich beschrieben)




Was ist ein Protagonist? (Die zentrale handelnde Figur) (!Der Verlag eines Buches) (!Eine Nebenbemerkung im Text) (!Ein anderes Wort für Kapitel)




Warum sind Textbelege wichtig? (Sie machen Deutungen nachvollziehbar) (!Sie ersetzen jede Erklärung) (!Sie machen die Handlung länger) (!Sie verhindern das Lesen des Textes)




Was solltest Du bei Aussagen anderer Figuren beachten? (Sie können voreingenommen oder unzuverlässig sein) (!Sie sind immer objektiv und vollständig) (!Sie haben nie Bedeutung für die Analyse) (!Sie ersetzen die gesamte Interpretation)





Memory

Protagonist zentrale handelnde Figur
Antagonist Gegenkraft im Konflikt
Selbstbild Sicht einer Figur auf sich selbst
Fremdbild Sicht anderer auf eine Figur
Textbeleg Nachweis für eine Deutung
Figurenkonstellation Beziehungsnetz der Figuren
indirekte Charakterisierung Erschließen aus Verhalten
dynamische Figur erkennbare Entwicklung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Sprache Wortwahl, Satzbau und Sprechweise
Verhalten Handlungen und Reaktionen
Selbstbild eigene Sicht der Figur
Fremdbild Sicht anderer Figuren
Entwicklung Veränderung im Verlauf
Funktion Bedeutung für Thema und Handlung






Kreuzworträtsel

Charakterisierung Wie nennt man die Darstellung einer Figur durch direkte oder indirekte Hinweise?
Protagonist Wie nennt man die zentrale handelnde Figur eines literarischen Textes?
Antagonist Wie heißt eine Gegenfigur oder Gegenkraft im Konflikt?
Konstellation Wie nennt man das Beziehungsgefüge der Figuren?
Perspektive Welcher Begriff bezeichnet die Sichtweise, aus der erzählt wird?
Entwicklung Was zeigt, dass eine Figur sich im Verlauf verändert?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine

ist eine durch Sprache gestaltete Gestalt in einem literarischen Text. Bei der Figurenanalyse untersuchst Du zuerst genaue

. Danach formulierst Du eine begründete

. Jede wichtige Aussage sollte durch einen

abgesichert werden. Direkte Charakterisierung liegt vor, wenn eine Eigenschaft ausdrücklich

wird. Indirekte Charakterisierung entsteht, wenn Du Eigenschaften aus Verhalten, Sprache oder Gedanken

. Das

zeigt, wie eine Figur sich selbst sieht. Das

entsteht durch Aussagen und Reaktionen anderer Figuren. Eine

macht Beziehungen und Konflikte zwischen Figuren sichtbar. Eine dynamische Figur durchläuft im Verlauf des Textes eine

. Am Ende erklärst Du, welche

die Figur für Handlung, Thema und Aussage des Textes hat.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Figuren-Steckbrief: Wähle eine Figur aus einem gelesenen Text und erstelle einen Steckbrief mit Aussehen, Verhalten, Sprache, Beziehungen und drei passenden Textbelegen.
  2. Textdetektiv: Markiere in einer Szene alle Hinweise, die etwas über eine Figur verraten, und ordne sie nach Aussehen, Verhalten, Sprache, Gedanken und Beziehungen.
  3. Zitatkarte: Sammle fünf kurze Textstellen zu einer Figur und schreibe zu jeder Textstelle einen Satz, was sie über die Figur zeigt.
  4. Figurenwortschatz: Erstelle eine Wortliste mit zwanzig treffenden Eigenschaftswörtern und formuliere zu fünf Wörtern jeweils einen Beispielsatz mit Beleg.


Standard

  1. Charakterisierung schreiben: Verfasse eine zusammenhängende Charakterisierung einer Figur und achte darauf, jede wichtige Aussage mit einem Textbeleg zu begründen.
  2. Figurenkonstellation zeichnen: Erstelle ein Schaubild zu den Beziehungen in einem literarischen Text und erkläre die drei wichtigsten Beziehungen schriftlich.
  3. Selbstbild und Fremdbild vergleichen: Untersuche, wie eine Figur sich selbst sieht und wie andere Figuren sie wahrnehmen. Erkläre Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  4. Szenenanalyse: Analysiere eine Schlüsselszene und erkläre, wie Verhalten, Sprache und Gefühle einer Figur zur Spannung der Szene beitragen.


Schwer

  1. Figurenentwicklung untersuchen: Vergleiche eine Figur am Anfang, in der Mitte und am Ende des Textes. Erkläre, welche Wendepunkte ihre Entwicklung beeinflussen.
  2. Erzählperspektive prüfen: Untersuche, wie die Erzählperspektive Deine Wahrnehmung einer Figur steuert. Formuliere auch, welche Informationen unsicher bleiben.
  3. Gegenfigur analysieren: Vergleiche Protagonist und Antagonist oder zwei gegensätzliche Figuren. Erkläre, welche Werte, Ziele oder Konflikte durch den Gegensatz sichtbar werden.
  4. Interpretationsaufsatz: Schreibe einen kurzen Interpretationsaufsatz, in dem Du zeigst, wie eine Figur die zentrale Aussage des Textes verdeutlicht oder in Frage stellt.



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Lernkontrolle

  1. Transferanalyse: Wende die Methode der Figurenanalyse auf eine neue, unbekannte Textstelle an und erkläre, welche Hinweise besonders aussagekräftig sind.
  2. Deutung prüfen: Erhalte drei mögliche Deutungen zu einer Figur und entscheide, welche am besten durch den Text gestützt wird. Begründe Deine Entscheidung.
  3. Konflikt erklären: Beschreibe nicht nur, welche Figuren streiten, sondern erkläre, welche Werte, Interessen oder Ängste hinter dem Konflikt stehen.
  4. Perspektivwechsel: Schreibe eine Szene aus der Sicht einer Nebenfigur um und reflektiere anschließend, wie sich die Wahrnehmung der Hauptfigur verändert.
  5. Belegqualität bewerten: Vergleiche mehrere Textbelege und entscheide, welcher eine bestimmte Deutung am überzeugendsten stützt.
  6. Gesamtdeutung: Erkläre, wie eine Figur zur Aussage des gesamten Textes beiträgt und welche Wirkung sie auf Leserinnen und Leser haben kann.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Figuren in literarischen Texten untersuchen sind folgende Punkte wichtig:

  1. Textkenntnis: Du zeigst, dass Du die Handlung und die zentrale Situation der Figur verstanden hast.
  2. Systematische Untersuchung: Du berücksichtigst Aussehen, Verhalten, Sprache, Gedanken, Gefühle, Beziehungen, Entwicklung und Funktion.
  3. Textbelege: Du stützt zentrale Aussagen durch genaue Textstellen, Zitate oder Zeilenangaben.
  4. Differenzierte Deutung: Du vermeidest einfache Urteile und beachtest Widersprüche, Perspektive und Entwicklung.
  5. Figurenkonstellation: Du kannst Beziehungen, Konflikte und Abhängigkeiten zwischen Figuren erklären.
  6. Schreibkompetenz: Du formulierst sachlich, geordnet, im Präsens und mit passenden Fachbegriffen.
  7. Reflexion: Du erklärst, was die Figurenuntersuchung zum Verständnis des gesamten Textes beiträgt.




OERs zum Thema



Links


Zusammenfassung

Beim Untersuchen von Figuren in literarischen Texten geht es darum, genaue Beobachtungen mit begründeten Deutungen zu verbinden. Du achtest auf Aussehen, Verhalten, Sprache, Gedanken, Gefühle, Beziehungen und Entwicklung einer Figur. Direkte Charakterisierung nennt Eigenschaften ausdrücklich, indirekte Charakterisierung verlangt Schlussfolgerungen aus Textsignalen. Mit einer Figurenkonstellation erkennst Du Beziehungsnetze und Konflikte. Eine gelungene Figurenanalyse bleibt immer am Text, nutzt passende Belege und erklärt, welche Bedeutung die Figur für Handlung, Thema und Aussage des literarischen Textes hat.


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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
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Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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