Märchen als Textsorte erkennen


Märchen als Textsorte erkennen
Einleitung
Märchen als Textsorte erkennen bedeutet, typische Merkmale eines Märchentextes zu finden, zu benennen und von Merkmalen anderer Textsorten zu unterscheiden. Ein Märchen ist ein erzählender Prosatext, der von wundersamen Begebenheiten berichtet. Häufig begegnen Dir darin Zauber, sprechende Tiere, Hexen, Riesen, Feen, Könige, Prinzessinnen, arme Kinder, mutige Heldinnen und Helden oder geheimnisvolle Aufgaben. Viele bekannte Märchen wurden lange mündlich weitergegeben, bevor sie gesammelt und aufgeschrieben wurden.
Wenn Du ein Märchen erkennst, achtest Du nicht nur auf einzelne Wörter wie „Hexe“ oder „Zauberstab“. Entscheidend ist die Verbindung mehrerer Merkmale: eine unbestimmte Zeit, ein oft unbestimmter Ort, klare Gegensätze wie Gut und Böse, eine einfache Handlung, wundersame Ereignisse, wiederkehrende Zahlen und eine gerechte Lösung am Ende. In diesem aiMOOC lernst Du Schritt für Schritt, wie Du Märchen sicher als Textsorte bestimmst, untersuchst und selbst kreativ weiterentwickelst.

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Was ist ein Märchen?
Ein Märchen ist eine kurze bis mittellange Erzählung, in der die Wirklichkeit mit dem Wunderbaren verbunden wird. In einem Märchen können Tiere sprechen, Gegenstände zaubern, Menschen verwandelt werden oder scheinbar unmögliche Aufgaben gelöst werden. Für die Figuren im Märchen ist das Wunderbare meist selbstverständlich. Niemand wundert sich lange darüber, dass ein Frosch spricht, eine Spindel einen hundertjährigen Schlaf auslöst oder ein Zauberwald plötzlich undurchdringlich wird.
Der Begriff Märchen hängt mit dem mittelhochdeutschen Wort „mære“ zusammen, das etwa „Kunde“, „Bericht“ oder „Nachricht“ bedeutet. Märchen erzählen also ursprünglich etwas, das weitergegeben wird. Viele Märchen entstanden nicht als Schultexte oder Kinderbücher, sondern wurden mündlich erzählt, verändert, weitererzählt und später aufgeschrieben. Deshalb gibt es von vielen Märchen unterschiedliche Fassungen.
Märchen als erzählende Textsorte
Märchen gehören zur Epik, also zu den erzählenden Texten. Wie andere epische Texte haben sie eine Handlung, Figuren, einen Erzähler und meist eine zeitliche Abfolge von Ereignissen. Anders als ein Bericht will ein Märchen aber nicht sachlich informieren. Anders als eine Sage ist es meistens nicht an einen nachprüfbaren Ort oder eine geschichtliche Person gebunden. Anders als eine Fabel enthält es nicht immer eine ausdrücklich formulierte Lehre, obwohl viele Märchen eine moralische Ordnung zeigen.
Ein Märchen erzählt meist im Präteritum. Typisch sind Sätze wie „Es war einmal“, „Da ging das Mädchen in den Wald“ oder „Der Königssohn ritt davon“. Die Sprache ist oft einfach, bildhaft und wiederholend. Gerade diese Wiederholungen helfen beim mündlichen Erzählen und beim Wiedererkennen der Textsorte.
Volksmärchen und Kunstmärchen
Bei Märchen unterscheidet man besonders zwischen Volksmärchen und Kunstmärchen. Ein Volksmärchen ist mündlich überliefert und lässt sich nicht eindeutig auf eine einzelne Autorin oder einen einzelnen Autor zurückführen. Bekannte Sammlungen von Volksmärchen stammen zum Beispiel von den Brüdern Grimm. Ihre Sammlung Kinder- und Hausmärchen erschien erstmals 1812 und prägte im deutschsprachigen Raum stark, wie Märchen bis heute wahrgenommen werden.
Ein Kunstmärchen dagegen wurde bewusst von einer bekannten Autorin oder einem bekannten Autor geschrieben. Beispiele findet man unter anderem bei Hans Christian Andersen oder E. T. A. Hoffmann. Kunstmärchen können märchentypische Elemente verwenden, sind aber oft sprachlich kunstvoller, psychologisch genauer oder weniger eindeutig als Volksmärchen.
| Merkmal | Volksmärchen | Kunstmärchen |
|---|---|---|
| Überlieferung | meist mündlich weitergegeben | von einer bekannten Person geschrieben |
| Autor | meistens unbekannt | bekannt |
| Sprache | eher einfach, formelhaft und wiederholend | oft kunstvoller und individueller |
| Ort und Zeit | häufig unbestimmt | teilweise genauer gestaltet |
| Figuren | oft Typen wie König, arme Tochter, Hexe oder jüngster Sohn | oft stärker ausgestaltet und innerlich komplexer |
Typische Merkmale von Märchen
Damit Du ein Märchen als Textsorte erkennst, kannst Du einen Merkmalkatalog verwenden. Kein einzelnes Merkmal allein beweist immer, dass ein Text ein Märchen ist. Sicherer wird Deine Entscheidung, wenn mehrere Merkmale zusammen auftreten.

Unbestimmte Zeit und unbestimmter Ort
Viele Märchen beginnen mit einer Anfangsformel wie „Es war einmal“. Dadurch wird deutlich: Die Handlung spielt nicht an einem genauen Datum. Auch der Ort bleibt häufig allgemein. Es heißt zum Beispiel „in einem großen Wald“, „in einem fernen Königreich“ oder „hinter den sieben Bergen“. Solche Angaben machen die Geschichte allgemein gültig. Sie soll nicht wie ein Zeitungsbericht überprüft werden, sondern eine beispielhafte Erzählwelt eröffnen.
Typische Hinweise sind:
- Zeitlosigkeit: Der Text nennt kein genaues Jahr und keinen historischen Zeitpunkt.
- Ortlosigkeit: Der Text nennt eher allgemeine Orte wie Wald, Schloss, Hütte oder Königreich.
- Formelhaftigkeit: Der Anfang und das Ende klingen wie feste Erzählformeln.
Wunderbare Elemente
Ein wichtiges Merkmal ist das Wunderbare. Im Märchen können Dinge geschehen, die in der wirklichen Welt unmöglich sind. Zauberhafte Gegenstände, Verwünschungen, Verwandlungen oder sprechende Tiere gehören zur Märchenwelt. Die Figuren nehmen diese Ereignisse meist hin, ohne sie naturwissenschaftlich zu erklären. Dadurch entsteht eine eigene märchenhafte Logik.
Beispiele für wunderbare Elemente sind:
- Zauber: Eine Hexe verflucht, eine Fee hilft oder ein Gegenstand erfüllt Wünsche.
- Verwandlung: Ein Tier wird zum Menschen oder ein Mensch wird verzaubert.
- Sprechende Tiere: Tiere geben Rat, warnen oder helfen.
- Magischer Gegenstand: Ein Ring, Spiegel, Kamm, Mantel oder Schwert besitzt besondere Kräfte.
Einfache Figuren und klare Gegensätze
In vielen Märchen sind Figuren nicht psychologisch ausführlich erklärt, sondern als Typen gestaltet. Sie heißen zum Beispiel „der König“, „die Stiefmutter“, „das Mädchen“, „der jüngste Sohn“, „die Hexe“ oder „der arme Müller“. Häufig stehen sie für bestimmte Eigenschaften: gut, böse, listig, neidisch, mutig, treu, hilfsbereit oder grausam.
Ein besonders wichtiges Merkmal ist der Gegensatz zwischen Gut und Böse. Gute Figuren werden oft belohnt, böse Figuren werden bestraft oder verlieren ihre Macht. Märchen zeigen dadurch eine klare moralische Ordnung. Diese Ordnung ist manchmal sehr streng, aber für die Textsorte typisch.
Wiederholungen, Zahlen und Aufgaben
Märchen verwenden häufig Wiederholungen. Eine Figur muss dreimal klopfen, drei Aufgaben lösen, drei Nächte durchhalten oder drei Brüdern begegnen. Besonders bekannte Märchenzahlen sind Drei, Sieben und Zwölf. Wiederholungen machen die Handlung leichter verständlich und steigern die Spannung. Beim dritten Versuch gelingt häufig, was vorher misslungen ist.
Typische Aufgaben sind:
- Prüfung: Die Hauptfigur muss Mut, Treue, Klugheit oder Geduld beweisen.
- Suche: Eine Figur sucht einen Menschen, einen Gegenstand oder einen Weg.
- Verbot: Eine Figur darf etwas nicht tun, bricht aber das Verbot oder hält es ein.
- Hilfe: Eine gute Tat wird später durch einen Helfer belohnt.
Formelhaftes Ende und gerechte Lösung
Viele Märchen enden mit einer Schlussformel oder einer gerechten Lösung. Eine arme Figur findet Glück, eine unschuldige Person wird gerettet, eine böse Macht wird überwunden oder eine Hochzeit schließt die Handlung ab. Typisch ist die Formel „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“. Nicht jedes Märchen verwendet genau diese Formel, aber ein runder, abschließender Schluss ist häufig.

Der typische Aufbau eines Märchens
Ein Märchen hat meist einen klaren Aufbau. Dieser Aufbau hilft Dir, die Textsorte zu erkennen und einen Märchentext zu untersuchen.
| Abschnitt | Funktion im Märchen | Erkennungszeichen |
|---|---|---|
| Ausgangssituation | Die Figuren und ihre Lage werden vorgestellt. | Es war einmal, arme Familie, Königreich, Wald, Schloss |
| Problem | Eine Schwierigkeit, ein Mangel oder ein Unrecht entsteht. | Verbot, Fluch, Verlust, Hunger, Ungerechtigkeit |
| Aufbruch | Die Hauptfigur macht sich auf den Weg. | Wanderung, Suche, Auftrag, Flucht |
| Prüfung | Die Hauptfigur muss Aufgaben bestehen. | drei Aufgaben, gefährliche Begegnungen, Helferfiguren |
| Lösung | Das Problem wird durch Mut, Hilfe oder Zauber gelöst. | Rettung, Entzauberung, Sieg über das Böse |
| Schluss | Die Ordnung wird wiederhergestellt. | Hochzeit, Belohnung, Heimkehr, gerechte Strafe |
Beispiel: Rotkäppchen als Märchen erkennen
Das Märchen Rotkäppchen lässt sich gut als Märchen erkennen. Der Ort ist allgemein: ein Haus, ein Wald, das Haus der Großmutter. Die Zeit bleibt unbestimmt. Es gibt eine einfache Figurenkonstellation: das Kind, die Mutter, die Großmutter, der Wolf und der Jäger. Der Wolf spricht und handelt listig wie ein Mensch. Dadurch entsteht ein wunderbares und zugleich gefährliches Element. Die Handlung folgt einem klaren Verlauf: Auftrag, Weg durch den Wald, Begegnung mit dem Wolf, Gefahr, Rettung und Warnung.
An diesem Beispiel siehst Du: Ein Märchen wird nicht nur durch Zauber erkannt. Auch ein sprechendes Tier, ein klarer Gegensatz, eine einfache Handlung und eine deutliche moralische Ordnung können märchentypisch sein.
Beispiel: Dornröschen als Märchen erkennen
Dornröschen zeigt viele typische Märchenmerkmale. Es gibt ein Königspaar, eine Prinzessin, übernatürliche Frauenfiguren, einen Fluch, einen hundertjährigen Schlaf und eine Dornenhecke. Die Zahl der guten Wünsche, der Fluch und die spätere Erlösung machen die Handlung märchenhaft. Ort und Zeit bleiben unbestimmt. Die Erzählung führt von einem Mangel über eine Störung zu einer Erlösung und endet mit einer wiederhergestellten Ordnung.

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Märchen von anderen Textsorten unterscheiden
Märchen werden manchmal mit anderen erzählenden Textsorten verwechselt. Der Vergleich hilft Dir, die Unterschiede genauer zu erkennen.
| Textsorte | Typisch | Unterschied zum Märchen |
|---|---|---|
| Sage | knüpft häufig an Orte, Personen oder historische Ereignisse an | wirkt stärker an Wirklichkeit und Geschichte gebunden |
| Legende | erzählt oft von Heiligen, religiösen Vorbildern oder Wundern | besitzt meist einen religiösen Bezug |
| Fabel | Tiere handeln wie Menschen und am Ende steht oft eine Lehre | ist meist kürzer und stärker auf eine Moral zugespitzt |
| Fantasy | erschafft oft umfangreiche Welten mit eigenen Regeln | ist meist moderner, länger und detailreicher |
| Kurzgeschichte | erzählt eine knappe Alltagssituation mit offenem oder überraschendem Schluss | enthält meist keine märchentypischen Formeln und Zauberelemente |
Prüffragen zur Textsortenbestimmung
Wenn Du einen unbekannten Text untersuchst, kannst Du Dir diese Fragen stellen:
- Anfang: Beginnt der Text mit einer formelhaften Einleitung oder einer unbestimmten Zeitangabe?
- Ort: Ist der Ort allgemein oder genau historisch festgelegt?
- Figuren: Sind die Figuren eher Typen als ausgearbeitete Persönlichkeiten?
- Wunderbares: Gibt es Zauber, Verwandlungen, sprechende Tiere oder übernatürliche Wesen?
- Handlung: Gibt es eine Aufgabe, eine Prüfung, eine Suche oder einen Fluch?
- Sprache: Werden Wiederholungen, einfache Sätze und feste Formeln verwendet?
- Schluss: Wird am Ende eine gerechte Ordnung hergestellt?
Je mehr Fragen Du mit „ja“ beantworten kannst, desto wahrscheinlicher handelt es sich um ein Märchen.
Sprache und Erzählweise
Die Sprache vieler Märchen wirkt einfach, aber sie ist sehr wirkungsvoll. Sie verwendet kurze Sätze, klare Gegensätze und wiederkehrende Formulierungen. Dadurch kann man Märchen gut erzählen, hören, nacherzählen und behalten. Märchen wurden lange in mündlicher Form weitergegeben. Deshalb sind Wiederholungen und klare Muster besonders wichtig.
Erzählform und Zeitform
Märchen werden meist von einem Erzähler in der dritten Person erzählt. Die Erzählform ist häufig auktorial oder neutral: Der Erzähler berichtet, was geschieht, ohne die Gedanken der Figuren sehr ausführlich zu erklären. Als Zeitform ist das Präteritum typisch. Direkte Rede kommt oft vor, damit Figuren lebendig wirken und wichtige Begegnungen deutlich werden.
Beispiele:
- „Da sprach der Wolf zu Rotkäppchen ...“
- „Der Königssohn ritt durch den Wald ...“
- „Die alte Frau öffnete die Tür ...“
Märchenhafte Wörter und Formeln
Bestimmte Wörter und Formeln helfen Dir beim Erkennen:
- Anfangsformel: „Es war einmal“, „Vor langer, langer Zeit“, „In einem fernen Land“
- Schlussformel: „Und wenn sie nicht gestorben sind ...“, „Da lebten sie glücklich“
- Märchenzahlen: drei, sieben, zwölf, hundert
- Figurenbezeichnungen: König, Königin, Prinzessin, Prinz, Müller, Hexe, Riese, Zwerg
- Orte: Schloss, Wald, Hütte, Brunnen, Turm, Königreich
- Handlungsmotive: Fluch, Verbot, Prüfung, Belohnung, Verwandlung, Rettung
Märchen untersuchen: Schritt-für-Schritt-Methode
Wenn Du in der Schule ein Märchen als Textsorte erkennen und untersuchen sollst, hilft Dir eine feste Methode.
Schritt 1: Ersteindruck sichern
Lies den Text einmal vollständig. Markiere Wörter oder Stellen, die Dir märchenhaft vorkommen. Achte besonders auf Anfang, Figuren, Ort, Zeit und Schluss. Schreibe eine erste Vermutung auf: „Ich vermute, dass es sich um ein Märchen handelt, weil ...“
Schritt 2: Merkmale belegen
Suche im Text konkrete Belege. Ein guter Beleg ist eine genaue Textstelle, die ein Merkmal zeigt. Es reicht nicht zu schreiben: „Der Text ist märchenhaft.“ Besser ist: „Der Text beginnt mit der Formel ‚Es war einmal‘. Dadurch wird eine unbestimmte Zeit eröffnet.“ So verbindest Du Merkmal und Textbeleg.
Schritt 3: Aufbau erklären
Teile die Handlung in Abschnitte ein: Ausgangssituation, Problem, Aufbruch, Prüfung, Lösung und Schluss. Nicht jedes Märchen hat alle Abschnitte ganz deutlich, aber viele folgen diesem Muster. Erkläre, welche Aufgabe oder welcher Konflikt die Handlung antreibt.
Schritt 4: Wirkung deuten
Überlege, welche Wirkung die Märchenmerkmale haben. Wiederholungen schaffen Spannung. Zauberelemente eröffnen eine wunderbare Welt. Klare Gegensätze machen die moralische Ordnung verständlich. Ein gerechter Schluss kann Hoffnung geben oder zeigen, dass gutes Handeln belohnt wird.
Schritt 5: Vergleich nutzen
Vergleiche den Text mit einer anderen Textsorte. Wenn ein Text zum Beispiel Tiere enthält, frage: Ist es eher eine Fabel oder ein Märchen? Enthält der Text eine ausdrückliche Lehre? Ist er sehr kurz? Gibt es eine Moral am Ende? Oder gibt es eine märchenhafte Welt mit Prüfungen, Zauber und unbestimmter Zeit?
Merkkasten
Ein Text ist wahrscheinlich ein Märchen, wenn mehrere dieser Merkmale auftreten: formelhafter Anfang, unbestimmte Zeit, allgemeiner Ort, wunderbare Elemente, einfache Figuren, klare Gegensätze, Prüfungen, Wiederholungen, typische Märchenzahlen, gerechte Lösung und oft ein formelhafter Schluss. Entscheidend ist immer, dass Du Deine Beobachtungen am Text belegst.
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Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Woran erkennst Du häufig den Anfang eines Märchens? (An einer Formel wie Es war einmal) (!An einer genauen Quellenangabe) (!An einer Überschrift mit Datum) (!An einer sachlichen Definition)
Welche Angabe fehlt in Volksmärchen oft? (Ein genauer Ort und eine genaue Zeit) (!Der Name jeder Figur) (!Eine Handlung) (!Ein Ende)
Welche Figuren kommen in Märchen häufig vor? (Hexen Riesen sprechende Tiere oder Zauberwesen) (!Polizisten Reporter und Nachrichtensprecher) (!Astronauten Computerprogramme und Roboterarme) (!Richter Aktenordner und Gesetzestexte)
Welche Zeitform ist in Märchen meist vorherrschend? (Präteritum) (!Futur zwei) (!Plusquamperfekt als einzige Zeitform) (!Imperativ)
Was ist typisch für die Figurenzeichnung vieler Märchen? (Figuren sind oft klar gut oder böse dargestellt) (!Figuren werden immer wissenschaftlich erklärt) (!Figuren haben immer vollständige Lebensläufe) (!Figuren sprechen nie miteinander)
Was bedeutet Volksmärchen? (Ein mündlich überlieferter Märchenstoff ohne bekannten Einzelautor) (!Ein Zeitungsartikel über ein Volk) (!Ein Märchen mit genauem Erscheinungsdatum) (!Ein Text der immer von einer berühmten Autorin stammt)
Was unterscheidet ein Märchen häufig von einer Sage? (Das Märchen ist meist nicht an einen konkreten Ort gebunden) (!Das Märchen enthält immer Fußnoten) (!Das Märchen ist immer ein Gedicht) (!Das Märchen beschreibt immer ein historisches Ereignis genau)
Welche Funktion hat die Zahl drei in vielen Märchen? (Sie ordnet Wiederholungen Prüfungen und Aufgaben) (!Sie ersetzt die Hauptfigur) (!Sie beweist die Wahrheit der Geschichte) (!Sie macht den Text zu einem Bericht)
Welche Struktur ist für viele Märchen typisch? (Ausgangslage Problem Prüfungen Lösung Schluss) (!Einleitung These Beweis Quellenverzeichnis) (!Datum Ort Augenzeugen Wetterbericht) (!Adresse Anrede Hauptteil Grußformel)
Woran erkennst Du ein Kunstmärchen besonders gut? (Es hat meist einen bekannten Autor) (!Es ist immer mündlich anonym überliefert) (!Es darf keine Fantasie enthalten) (!Es besteht nur aus einer Moral am Ende)
Memory
| Anfangsformel | Es war einmal |
| Schlussformel | Und wenn sie nicht gestorben sind |
| Zauberfigur | Hexe |
| Helferfigur | sprechendes Tier |
| Prüfung | schwierige Aufgabe |
| Märchenzahl | sieben |
| Volksmärchen | mündliche Überlieferung |
| Kunstmärchen | bekannter Autor |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Textsortenmerkmal |
|---|---|
| Anfangsformel | Beginn des Märchens |
| Schlussformel | Ende des Märchens |
| Zauberwesen | wundersame Figur |
| Prüfung | Aufgabe der Hauptfigur |
| Belohnung | gerechter Ausgang |
| Präteritum | typische Erzählzeit |
Kreuzworträtsel
| Zauber | Was macht viele Märchenhandlungen wunderbar? |
| Präteritum | In welcher Zeitform werden Märchen meist erzählt? |
| Grimm | Welcher Nachname ist mit der Sammlung Kinder und Hausmärchen verbunden? |
| Hexe | Welche Gegenspielerin kommt in vielen Märchen vor? |
| Aufgabe | Was muss die Hauptfigur oft lösen oder bestehen? |
| Volksmärchen | Wie nennt man ein überliefertes Märchen ohne bekannten Einzelautor? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Märchenmerkmale: Sammle aus einem bekannten Märchen fünf Merkmale und schreibe zu jedem Merkmal eine passende Textstelle auf.
- Märchenanfang: Erfinde drei verschiedene Anfangsformeln und erkläre, welche am märchenhaftesten wirkt.
- Figurenkarte: Zeichne eine Figurenkarte zu einem Märchen und ordne die Figuren den Gruppen gut, böse, Helferfigur und Hauptfigur zu.
- Märchenzahlen: Suche in Märchen nach den Zahlen drei, sieben oder zwölf und erkläre, welche Rolle sie für die Handlung spielen.
Standard
- Textsortenvergleich: Vergleiche ein Märchen mit einer Fabel und erstelle eine Tabelle mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
- Märchenanalyse: Untersuche ein Märchen Deiner Wahl nach Anfang, Ort, Zeit, Figuren, Aufgabe, Zauber und Schluss.
- Nacherzählung: Erzähle ein Märchen aus der Sicht einer Nebenfigur nach und behalte trotzdem wichtige Märchenmerkmale bei.
- Märchenwerkstatt: Schreibe ein eigenes kurzes Märchen mit mindestens sechs typischen Merkmalen und markiere diese farbig oder mit Randnotizen.
Schwer
- Märchenkritik: Untersuche, welches Bild von Gut und Böse ein Märchen vermittelt, und bewerte, ob diese Darstellung heute noch überzeugend ist.
- Märchenmodernisierung: Übertrage ein altes Märchen in die Gegenwart, ohne die Textsorte Märchen zu verlieren, und begründe Deine Entscheidungen.
- Volksmärchen und Kunstmärchen: Vergleiche ein Volksmärchen mit einem Kunstmärchen und erkläre Unterschiede in Sprache, Figuren und Aufbau.
- Märchenprojekt: Erstelle ein Audio-Märchen oder ein kurzes Video, in dem Du durch Stimme, Musik, Bilder und Sprache typische Märchenmerkmale sichtbar machst.

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Lernkontrolle
- Textsortenentscheidung: Du erhältst einen unbekannten erzählenden Text. Begründe mit mindestens fünf Merkmalen, ob es sich um ein Märchen handelt oder nicht.
- Belegarbeit: Markiere in einem Märchentext konkrete Textstellen zu Ort, Zeit, Figuren, Zauber, Prüfung und Schluss und erkläre jeweils die Wirkung.
- Vergleichskompetenz: Vergleiche ein Märchen mit einer Sage und zeige, wie unterschiedlich Wirklichkeit, Ort und übernatürliche Elemente eingesetzt werden.
- Transferaufgabe: Schreibe einen sachlichen Bericht in ein Märchen um und erkläre anschließend, welche Änderungen die Textsorte verändert haben.
- Deutung: Erkläre, welche Werte ein Märchen vermittelt, und diskutiere, ob diese Werte für heutige Leserinnen und Leser noch wichtig sind.
- Gestaltung und Reflexion: Verfasse ein eigenes Märchen und schreibe danach eine Reflexion, in der Du mindestens acht verwendete Märchenmerkmale nachweist.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Märchen als Textsorte erkennen solltest Du zeigen, dass Du Märchenmerkmale nicht nur auswendig kennst, sondern auf Texte anwenden kannst.
- Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Anfangsformel, Schlussformel, Volksmärchen, Kunstmärchen, Präteritum, Märchenzahl, Prüfung und Wunderbares richtig.
- Textbelege: Du belegst Deine Aussagen mit passenden Textstellen.
- Analyse: Du erklärst Aufbau, Figuren, Sprache und Wirkung eines Märchens.
- Vergleich: Du unterscheidest Märchen begründet von Sage, Fabel, Legende, Fantasy oder Kurzgeschichte.
- Transfer: Du kannst selbst einen märchenhaften Text gestalten und Deine Entscheidungen reflektieren.
- Präsentation: Du stellst Deine Ergebnisse verständlich, geordnet und mit passenden Beispielen vor.
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