KI-gestützte Whiteboards im modernen Unterricht


KI-gestützte Whiteboards im modernen Unterricht
Einleitung
KI-gestützte Whiteboards im modernen Unterricht verbinden interaktive digitale Tafeln, Künstliche Intelligenz, Medienbildung, Didaktik und Lehrerfortbildung. In diesem aiMOOC lernst Du, wie Lehrkräfte KI-Funktionen an digitalen Tafeln verantwortungsvoll einsetzen können: zur Visualisierung, zur Unterrichtsplanung, zur Aktivierung von Lernenden, zur Differenzierung, zur gemeinsamen Ergebnissicherung und zur kritischen Reflexion von KI-Ausgaben.
Der Kurs eignet sich besonders als Lehrerfortbildungssnack: Er ist so angelegt, dass Du in kurzer Zeit zentrale Ideen kennenlernst, direkt eine kleine Unterrichtssituation planst und anschließend reflektierst, welche Chancen und Grenzen KI-gestützte Whiteboards in Deiner Schule haben.
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Was ist ein KI-gestütztes Whiteboard?
Ein Whiteboard ist zunächst eine Fläche zum Schreiben, Skizzieren und Ordnen von Gedanken. Ein interaktives Whiteboard erweitert diese Fläche durch digitale Funktionen: Inhalte lassen sich speichern, verschieben, vergrößern, verlinken, gemeinsam bearbeiten und mit Multimedia verbinden. Wenn zusätzlich KI genutzt wird, kann das Whiteboard Lernprozesse unterstützen, indem es zum Beispiel Ideen clustert, Begriffe erklärt, Fragen generiert, Tafelbilder strukturiert, Lernstände zusammenfasst oder alternative Darstellungen vorschlägt.
Wichtig ist: Ein KI-gestütztes Whiteboard ist kein Ersatz für gute Pädagogik. Es ist ein Werkzeug. Die Lehrkraft entscheidet über Lernziel, Methode, Sozialform, Datenschutz, fachliche Qualität und Reflexion. KI kann Vorschläge machen, aber die pädagogische Verantwortung bleibt beim Menschen.

Warum ist das Thema für Schule wichtig?
Künstliche Intelligenz verändert bereits viele Bereiche des Lernens und Arbeitens. Schülerinnen und Schüler begegnen KI in Suchmaschinen, Übersetzungsdiensten, Bildgeneratoren, Lernapps, Textassistenten und Chatbots. Schule hat deshalb die Aufgabe, KI nicht nur als Werkzeug zu verwenden, sondern auch als Gegenstand von Medienkompetenz, digitaler Bildung, Ethik, Datenschutz und Urheberrecht zu behandeln.
KI-gestützte Whiteboards sind dabei besonders interessant, weil sie KI aus der Einzelarbeit am Gerät in den gemeinsamen Raum der Lerngruppe holen. Alle können sehen, was die KI vorschlägt. Alle können gemeinsam prüfen, ergänzen, korrigieren und umformulieren. Dadurch wird KI nicht heimlich genutzt, sondern sichtbar, diskutierbar und lernwirksam.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was ein KI-gestütztes Whiteboard ist und welche Rolle es im Unterricht spielen kann. Du kannst sinnvolle Einsatzszenarien für verschiedene Fächer entwickeln, einfache Prompts für Whiteboard-Aktivitäten formulieren, KI-Ausgaben kritisch prüfen und zentrale Risiken wie Datenschutz, Bias, Urheberrecht und mangelnde Transparenz berücksichtigen. Außerdem kannst Du einen kurzen Fortbildungssnack planen, in dem Kolleginnen und Kollegen KI-gestützte Whiteboard-Methoden praktisch erproben.
Grundlagen
Whiteboard, interaktives Whiteboard und KI-Whiteboard
Ein klassisches Whiteboard dient der schnellen Visualisierung. Ein interaktives Whiteboard macht die Tafel digital und ermöglicht das Speichern, Verschieben, Einfügen und Präsentieren von Inhalten. Ein KI-gestütztes Whiteboard ergänzt diese Funktionen durch algorithmische Unterstützung. Die KI kann zum Beispiel Textvorschläge liefern, Übersichten erzeugen, Arbeitsaufträge vereinfachen, eine Diskussion zusammenfassen oder Begriffe in einer Mindmap ordnen.
Der didaktische Mehrwert entsteht nicht automatisch durch Technik. Er entsteht, wenn das Whiteboard mit einer klaren Lernabsicht eingesetzt wird. Gute Fragen lauten deshalb: Welches Lernziel verfolge ich? Was sollen die Lernenden selbst denken, tun, vergleichen oder begründen? Wo hilft KI beim Strukturieren? Wo würde KI das Denken der Lernenden zu stark abkürzen?
Typische KI-Funktionen am Whiteboard
KI-gestützte Whiteboards können je nach System unterschiedliche Funktionen bieten. Häufig geht es um Textgenerierung, Zusammenfassung, Clustering, Übersetzung, Bildgenerierung, automatische Vorschläge für Aufgaben, Gliederungen, Feedback oder Reflexionsfragen. In der Schule sollten solche Funktionen immer transparent eingeführt werden: Die Lernenden müssen wissen, wann KI genutzt wird, wofür sie genutzt wird und wie die Ergebnisse überprüft werden.
- Ideensammlung: Lernende sammeln Vorwissen, die KI schlägt Oberbegriffe oder Cluster vor.
- Tafelbild: Aus Stichworten entsteht eine strukturierte Übersicht, die gemeinsam überarbeitet wird.
- Differenzierung: Ein komplexer Text wird in mehreren Schwierigkeitsstufen erklärt.
- Feedback: Eine KI formuliert Rückfragen zu einem Entwurf, die Lernenden entscheiden, was davon hilfreich ist.
- Mehrsprachigkeit: Begriffe werden übersetzt oder sprachlich vereinfacht, ohne die fachliche Prüfung zu ersetzen.
Pädagogischer Kern: Sichtbares Denken
Ein großer Vorteil des Whiteboards liegt in der gemeinsamen Sichtbarkeit. Wenn Lernende Ideen an die Tafel bringen und KI diese Ideen ordnet, entsteht ein Gespräch über Denkwege. Du kannst fragen: Welche Vorschläge sind sinnvoll? Was fehlt? Welche Begriffe passen nicht zusammen? Welche Formulierung ist zu ungenau? So wird KI nicht als fertige Autorität behandelt, sondern als Anlass zur Reflexion.
Damit unterstützt das Whiteboard besonders Formen des kollaborativen Lernens. Lernende sehen nicht nur ein Ergebnis, sondern auch die Entstehung eines Ergebnisses. Das passt zu Unterrichtsformen wie Think-Pair-Share, Gruppenarbeit, Projektunterricht, Lernbüro, Stationenlernen und Flipped Classroom.
Didaktische Einsatzszenarien
Einstieg in ein neues Thema
Zu Beginn einer Unterrichtsstunde kann ein KI-gestütztes Whiteboard Vorwissen aktivieren. Die Lernenden notieren Begriffe, Fragen oder Vermutungen. Anschließend kann die KI Vorschläge für Kategorien machen. Die Klasse prüft, ob diese Kategorien sinnvoll sind. Dadurch entsteht ein erstes Ordnungssystem, das später erweitert oder korrigiert wird.
Beispiel: In Biologie sammeln Lernende Begriffe zum Thema Ökosystem. Die KI schlägt Kategorien wie Lebewesen, Lebensraum, Nahrungskette und menschlicher Einfluss vor. Die Klasse diskutiert, ob Begriffe wie Klima, Müll oder Artensterben richtig eingeordnet sind.
Gemeinsame Ergebnissicherung
Nach einer Arbeitsphase kann das Whiteboard helfen, Ergebnisse sichtbar zusammenzuführen. Die KI kann aus Stichpunkten einen Entwurf für eine Zusammenfassung erstellen. Diese Zusammenfassung ist aber nur ein Rohentwurf. Die Lernenden markieren unklare Stellen, ergänzen Beispiele und korrigieren Fehler. So wird Ergebnissicherung zu einer aktiven Lernhandlung.
Beispiel: In Geschichte werden Ursachen einer Revolution gesammelt. Die KI ordnet politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ursachen. Die Lernenden prüfen, ob die Gewichtung stimmt und ob wichtige Akteure fehlen.
Differenzierung und Sprachbildung
KI kann helfen, Materialien in unterschiedlichen sprachlichen Zugängen anzubieten. Das ist besonders nützlich für Deutsch als Zweitsprache, Inklusion und heterogene Lerngruppen. Ein Fachbegriff kann einfach erklärt, mit Beispielen versehen oder in eine andere Sprache übertragen werden. Trotzdem muss die Lehrkraft prüfen, ob die Erklärung fachlich korrekt, altersangemessen und diskriminierungsfrei ist.
Beispiel: In Politischer Bildung wird der Begriff Gewaltenteilung am Whiteboard in Alltagssprache erklärt. Danach vergleichen die Lernenden die einfache Erklärung mit einer fachsprachlichen Definition und entwickeln eine eigene Formulierung.
Kreative Produktion
KI-Whiteboards können kreative Prozesse unterstützen, indem sie Ideenvarianten, Bildimpulse, Rollen, Perspektiven oder Storyboards vorschlagen. Im Kunstunterricht, in Deutsch, Musik, Theater oder Medienbildung kann das hilfreich sein. Entscheidend ist, dass die Lernenden ihre eigene gestalterische Entscheidung begründen und nicht nur KI-Vorschläge übernehmen.
Beispiel: Eine Gruppe plant ein Erklärvideo zum Thema Klimawandel. Die KI schlägt eine Szenenfolge vor. Die Lernenden bewerten, welche Szene verständlich ist, welche vereinfacht werden muss und welche Bildsprache angemessen ist.
Feedback und Reflexion
Ein KI-gestütztes Whiteboard kann Reflexionsfragen erzeugen oder Feedbackkriterien visualisieren. Lernende können damit ihre eigenen Ergebnisse überprüfen. Besonders sinnvoll ist ein Vergleich zwischen menschlichem Feedback und KI-Feedback. Die Klasse erkennt, dass KI-Feedback nützlich sein kann, aber nicht immer kontextsensibel, gerecht oder vollständig ist.
Beispiel: In Deutsch wird eine Argumentation am Whiteboard gezeigt. Die KI schlägt Verbesserungen vor. Die Lernenden prüfen, ob die Argumente wirklich stärker werden oder ob nur die Sprache glatter klingt.
Unterricht konkret planen
Der Dreischritt: Vorbereiten, Durchführen, Nachbereiten
Für den Einsatz KI-gestützter Whiteboards eignet sich ein einfacher Dreischritt. In der Vorbereitung klärst Du Lernziel, Tool, Datenschutz, Aufgabenstellung und erwartete Produkte. In der Durchführung moderierst Du die Interaktion zwischen Lernenden, Whiteboard und KI. In der Nachbereitung sicherst Du Ergebnisse, dokumentierst Entscheidungen und reflektierst, ob die KI den Lernprozess wirklich unterstützt hat.
Phase 1: Vorbereiten
Vor dem Unterricht solltest Du festlegen, welche Daten eingegeben werden dürfen. Personenbezogene Daten, sensible Informationen, Leistungsbewertungen einzelner Lernender oder private Details gehören nicht ungeschützt in KI-Systeme. Außerdem solltest Du überlegen, ob die KI-Ausgabe live erzeugt werden soll oder ob Du einen geprüften Entwurf vorbereitest. Für jüngere Lerngruppen ist oft ein stärker gelenkter Einsatz sinnvoll.
Ein guter Plan enthält ein klares Ziel, eine kurze Anleitung, eine geprüfte Prompt-Vorlage, eine Sicherungsform und eine Reflexionsfrage. So bleibt die Technik dem Lernen untergeordnet.
Phase 2: Durchführen
Während der Durchführung ist die Lehrkraft Moderatorin oder Moderator. Du entscheidest, wann die KI eingeschaltet wird, wann die Klasse selbst arbeitet und wann Ergebnisse geprüft werden. Es ist sinnvoll, KI-Ausgaben nicht sofort als Lösung zu präsentieren, sondern als Material für gemeinsames Denken.
Hilfreiche Moderationsfragen sind: Was überzeugt Euch? Was fehlt? Welche Annahme steckt dahinter? Wo könnte ein Fehler liegen? Wie würden wir das für eine andere Zielgruppe erklären? Welche Quelle könnten wir zur Prüfung nutzen?
Phase 3: Nachbereiten
Nach der Stunde sollte sichtbar bleiben, was die Lerngruppe erarbeitet hat. Ein gespeichertes Tafelbild kann als Lernprotokoll dienen. Wichtig ist aber, dass gekennzeichnet wird, welche Teile von Lernenden stammen, welche von der KI vorgeschlagen wurden und welche gemeinsam überarbeitet wurden. Diese Transparenz stärkt Wissenschaftspropädeutik, Medienkompetenz und Prüfungskultur.
Prompt-Kompetenz für Whiteboards
Was ist ein Prompt?
Ein Prompt ist eine Eingabe oder Arbeitsanweisung an ein KI-System. Ein guter Prompt beschreibt Ziel, Kontext, Rolle, Format, Kriterien und Grenzen. Für den Unterricht bedeutet das: Die KI muss wissen, für welche Klassenstufe, welches Fach, welches Vorwissen und welches Lernziel sie Vorschläge machen soll. Je genauer der Prompt, desto besser kann die Ausgabe zum Unterricht passen.
Prompt-Bausteine
- Ziel: Beschreibe, was entstehen soll.
- Kontext: Nenne Fach, Thema, Klassenstufe und Vorwissen.
- Rolle: Lege fest, aus welcher Perspektive die KI antworten soll.
- Format: Bestimme, ob eine Tabelle, Mindmap, Liste, Frage oder Zusammenfassung entstehen soll.
- Kriterien: Nenne Anforderungen wie fachlich korrekt, kurz, altersgerecht, inklusiv und überprüfbar.
- Grenzen: Verbiete personenbezogene Daten, unbelegte Behauptungen oder fertige Lösungen, wenn die Lernenden selbst denken sollen.
Beispiel-Prompt für ein Whiteboard
Prompt-Beispiel: Erstelle aus den folgenden Schülerideen eine übersichtliche Clusterung für eine 8. Klasse im Fach Biologie. Verwende maximal fünf Oberbegriffe. Formuliere keine endgültige Musterlösung, sondern schreibe zu jedem Cluster eine prüfende Rückfrage. Achte darauf, keine Namen oder personenbezogenen Daten zu verwenden.
Dieser Prompt ist für den Unterricht geeignet, weil er die KI nicht als Lösungsmaschine nutzt. Stattdessen erzeugt er eine Struktur und Fragen, die Lernende weiterdenken lassen.
Qualitätssicherung
KI-Ausgaben prüfen
KI-Systeme können überzeugend klingende, aber falsche oder unvollständige Aussagen erzeugen. Deshalb braucht jede KI-Ausgabe eine fachliche Prüfung. Besonders wichtig sind Fakten, Quellen, Definitionen, Beispiele, Wertungen und sprachliche Vereinfachungen. Eine Regel für den Unterricht lautet: Erst prüfen, dann übernehmen.
Die Prüfung kann gemeinsam am Whiteboard stattfinden. Lernende markieren unsichere Aussagen, suchen Belege, vergleichen mit Schulbuch oder Fachtext und formulieren eine verbesserte Version. Dadurch wird die Schwäche der KI zur Lernchance.
Bias und Perspektiven
Bias bedeutet Verzerrung. KI-Systeme lernen aus Daten, in denen Vorurteile, Ungleichheiten oder einseitige Perspektiven enthalten sein können. Im Unterricht solltest Du deshalb fragen: Wer kommt in Beispielen vor? Wer fehlt? Werden Rollen stereotyp dargestellt? Welche Sprache wird verwendet? Gibt es kulturelle, soziale oder geschlechtliche Verzerrungen?
Gerade am Whiteboard kann diese Prüfung sichtbar und gemeinsam erfolgen. Lernende können alternative Beispiele ergänzen und KI-Ausgaben umformulieren.
Transparenz und Kennzeichnung
Wenn KI im Unterricht genutzt wird, sollte die Nutzung transparent sein. Lernende sollten erkennen, welche Inhalte von Menschen stammen, welche Inhalte von KI vorgeschlagen und welche Inhalte gemeinsam bearbeitet wurden. Transparenz schützt vor Täuschung und fördert eine ehrliche Lernkultur.
Für Unterrichtsprodukte kann eine einfache Kennzeichnung helfen: Idee der Gruppe, KI-Vorschlag, gemeinsam geprüfte Fassung. Dadurch wird nicht nur das Ergebnis bewertet, sondern auch der Prozess.
Datenschutz, Recht und Ethik
Datenschutz im Unterricht
Beim Einsatz von KI-Tools gelten die Grundsätze des Datenschutzes. Besonders wichtig sind Datensparsamkeit, Zweckbindung, Transparenz und Schutz personenbezogener Daten. Namen, Leistungsdaten, Gesundheitsdaten, private Konflikte, Fotos von Lernenden oder individuelle Förderinformationen dürfen nicht unbedacht in KI-Systeme eingegeben werden.
In der Schule sollten nur Tools genutzt werden, die durch Schule, Schulträger oder zuständige Stelle freigegeben sind. Außerdem sollten Lehrkräfte dokumentieren können, wofür ein Tool genutzt wird und welche Daten verarbeitet werden.
Urheberrecht und Quellen
KI kann Texte, Bilder oder Aufgaben erzeugen, doch das bedeutet nicht automatisch, dass alles frei nutzbar oder fachlich belegt ist. Bei Unterrichtsmaterialien ist zu prüfen, ob Quellen angegeben werden müssen, ob fremde Werke verwendet wurden und ob Lernende eigene Leistungen erbringen. OER sind besonders hilfreich, weil sie freie Bildungsnutzung ermöglichen, sofern die Lizenzbedingungen eingehalten werden.
Verantwortung der Lehrkraft
Die Lehrkraft bleibt verantwortlich für Lernziele, Aufgabenqualität, Bewertung und pädagogische Angemessenheit. KI kann entlasten, aber nicht entscheiden, was gerecht, lernwirksam oder pädagogisch sinnvoll ist. Besonders bei Bewertungen, Förderempfehlungen und sensiblen Entscheidungen muss der Mensch verantwortlich bleiben.
Lehrerfortbildungssnack: 45-Minuten-Modell
Ziel des Fortbildungssnacks
Ein Lehrerfortbildungssnack soll niedrigschwellig, praxisnah und direkt erprobbar sein. Ziel ist nicht, alle KI-Fragen vollständig zu klären. Ziel ist, dass Lehrkräfte ein konkretes Einsatzszenario ausprobieren, Chancen und Risiken erkennen und mit einer kleinen umsetzbaren Idee aus der Fortbildung gehen.
Ablaufvorschlag
- Ankommen: Kurze Frage am Whiteboard: Wo nutzt Du heute schon digitale Tafeln oder KI?
- Impuls: Das eingebundene Video ansehen oder in Ausschnitten nutzen.
- Demonstration: Ein Beispiel-Prompt wird am Whiteboard gezeigt und gemeinsam verbessert.
- Mini-Lab: Lehrkräfte entwickeln in Fachgruppen ein eigenes Whiteboard-Szenario.
- Reflexion: Jede Gruppe benennt einen Mehrwert, ein Risiko und eine Regel für den verantwortungsvollen Einsatz.
Mini-Lab-Auftrag für Lehrkräfte
Entwickle eine 15-minütige Unterrichtssequenz, in der ein KI-gestütztes Whiteboard das Denken der Lernenden sichtbar macht. Beschreibe Fach, Klassenstufe, Lernziel, Eingabe an die KI, geplante Prüfung der KI-Ausgabe und Form der Ergebnissicherung. Achte darauf, dass die Lernenden nicht nur konsumieren, sondern aktiv vergleichen, begründen und verbessern.
Praxisbeispiele nach Fächern
Deutsch
In Deutsch kann ein KI-gestütztes Whiteboard beim Sammeln von Argumenten, beim Überarbeiten von Texten oder beim Analysieren von Figurenkonstellationen helfen. Die KI kann Vorschläge für Gegenargumente machen, sprachliche Alternativen anbieten oder eine Gliederung erzeugen. Die Lernenden prüfen anschließend, ob die Vorschläge zum Text passen und ob die eigene Aussage erhalten bleibt.
Mathematik
In Mathematik kann das Whiteboard Lösungswege sichtbar machen. Die KI kann typische Fehlvorstellungen sammeln oder alternative Erklärungen vorschlagen. Wichtig ist, dass Rechenwege und Begründungen nicht ausgelagert werden. Die Lernenden müssen nachvollziehen, warum ein Schritt gültig ist.
Naturwissenschaften
In Biologie, Chemie und Physik kann KI beim Strukturieren von Hypothesen, beim Planen von Experimenten oder beim Formulieren von Beobachtungen unterstützen. Die Lehrkraft muss besonders auf fachliche Genauigkeit und Sicherheit achten. Experimente dürfen nicht allein auf KI-Vorschlägen beruhen.
Gesellschaftswissenschaften
In Geschichte, Geographie und Politischer Bildung kann die KI Perspektiven sichtbar machen, Begriffe ordnen oder kontroverse Fragen strukturieren. Lernende sollten Quellenkritik üben und prüfen, ob Darstellungen ausgewogen sind. Gerade hier ist die Reflexion von Bias besonders wichtig.
Fremdsprachen
In Fremdsprachen kann das Whiteboard Wortfelder, Dialoge, Schreibimpulse und Feedback unterstützen. KI kann Sprachvarianten vorschlagen, aber Lernende müssen entscheiden, was zur kommunikativen Situation passt. Dabei kann auch über Sprachregister, Höflichkeit und kulturelle Angemessenheit gesprochen werden.
Checkliste für den verantwortungsvollen Einsatz
- Lernziel: Ist klar, was die Lernenden am Ende können sollen?
- Mehrwert: Hilft KI wirklich beim Lernen oder ist sie nur ein technischer Effekt?
- Datenschutz: Werden keine personenbezogenen oder sensiblen Daten eingegeben?
- Transparenz: Ist sichtbar, wann KI beteiligt ist?
- Prüfung: Werden KI-Ausgaben fachlich kontrolliert?
- Aktivierung: Denken die Lernenden selbst weiter?
- Differenzierung: Unterstützt das Whiteboard unterschiedliche Lernwege?
- Dokumentation: Werden Ergebnisse sinnvoll gespeichert und gekennzeichnet?
- Ethik: Werden Bias, Fairness und Verantwortung thematisiert?
- Transfer: Können Lernende das Gelernte auf andere Situationen übertragen?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Hauptaufgabe hat ein KI-gestütztes Whiteboard im Unterricht? (Lernprozesse visualisieren und durch KI sinnvoll unterstützen) (!Lehrkräfte vollständig ersetzen) (!Noten automatisch ohne Prüfung vergeben) (!Persönliche Daten der Lernenden sammeln)
Was bleibt trotz KI-Einsatz Aufgabe der Lehrkraft? (Pädagogische Verantwortung übernehmen) (!Alle Antworten der KI ungeprüft übernehmen) (!Den Unterricht vollständig automatisieren) (!Lernende vom Denken entlasten)
Was ist ein Prompt? (Eine Arbeitsanweisung an ein KI-System) (!Ein Kabel für das Whiteboard) (!Eine Note im digitalen Klassenbuch) (!Ein Ersatz für Datenschutzregeln)
Warum sollten KI-Ausgaben am Whiteboard gemeinsam geprüft werden? (Weil KI Fehler und Verzerrungen enthalten kann) (!Weil KI immer rechtlich verbindlich entscheidet) (!Weil Lernende keine eigenen Ideen einbringen sollen) (!Weil Whiteboards nur für fertige Lösungen geeignet sind)
Welche Daten gehören nicht unbedacht in ein KI-System? (Personenbezogene Daten von Lernenden) (!Fiktive Beispielsätze ohne Bezug zu Personen) (!Allgemeine Fachbegriffe) (!Anonyme Stichworte zu einem Thema)
Welcher Einsatz fördert besonders sichtbares Denken? (Gemeinsames Prüfen und Überarbeiten von KI-Vorschlägen) (!Verstecktes Kopieren einer KI-Lösung) (!Automatisches Bewerten ohne Gespräch) (!Ausschalten jeder Reflexion)
Was bedeutet Bias bei KI-Systemen? (Verzerrung durch einseitige Daten oder Annahmen) (!Eine besonders sichere Quelle) (!Eine Whiteboard-Marke) (!Ein fertiges Unterrichtsziel)
Welche Frage passt zur Qualitätssicherung von KI-Ausgaben? (Welche Aussagen müssen wir belegen oder korrigieren) (!Wie übernehmen wir alles möglichst schnell) (!Wie vermeiden wir jede Diskussion) (!Wie ersetzen wir das Schulbuch vollständig)
Was ist ein sinnvoller erster Schritt bei der Unterrichtsplanung mit KI-Whiteboard? (Das Lernziel klären) (!Sofort ein beliebiges Tool starten) (!Alle Schülerdaten eingeben) (!Die Ergebnissicherung weglassen)
Was zeichnet einen guten Lehrerfortbildungssnack zu KI-Whiteboards aus? (Praxisnahe Erprobung mit kurzer Reflexion) (!Eine reine Produktwerbung ohne Unterrichtsbezug) (!Eine lange Theoriephase ohne Anwendung) (!Ein Verbot aller Fragen)
Memory
| Prompt | Arbeitsauftrag an die KI |
| Datenschutz | Schutz personenbezogener Informationen |
| Bias | Verzerrung in Ergebnissen |
| Tafelbild | Sichtbare Struktur des Lernprozesses |
| Feedback | Rückmeldung zur Verbesserung |
| Differenzierung | Anpassung an unterschiedliche Lernstände |
| Transparenz | Offenlegung der KI-Nutzung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Unterrichtsziel | Erst das Lernen klären |
| Prompt | Dann die KI gezielt anweisen |
| KI-Ausgabe | Danach den Vorschlag sichtbar machen |
| Prüfung | Anschließend Fehler und Lücken suchen |
| Sicherung | Zum Schluss das Ergebnis festhalten |
Kreuzworträtsel
| Whiteboard | Wie heißt die interaktive digitale Tafel im Unterricht? |
| Prompt | Wie heißt eine Arbeitsanweisung an ein KI-System? |
| Datenschutz | Welcher Schutz ist bei personenbezogenen Daten besonders wichtig? |
| Feedback | Wie nennt man eine Rückmeldung zur Verbesserung? |
| Moderation | Welche Aufgabe übernimmt die Lehrkraft beim gemeinsamen Prüfen? |
| Reflexion | Wie nennt man das Nachdenken über Vorgehen und Ergebnis? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte zu KI-gestütztes Whiteboard mit mindestens acht zentralen Begriffen und kurzen Erklärungen.
- Unterrichtseinstieg: Entwirf einen fünfminütigen Einstieg, bei dem Vorwissen am Whiteboard gesammelt und anschließend durch KI geordnet wird.
- Prompt verbessern: Schreibe einen einfachen Prompt für Dein Fach und verbessere ihn so, dass Ziel, Klassenstufe und Format klar erkennbar sind.
- Ampelreflexion: Entwickle eine Ampelkarte mit Grün, Gelb und Rot für Chancen, Unsicherheiten und Risiken beim KI-Einsatz.
Standard
- Tafelbildanalyse: Vergleiche ein klassisches Tafelbild mit einem KI-gestützten Tafelbild und beschreibe, welches den Lernprozess besser sichtbar macht.
- Datenschutzcheck: Prüfe ein geplantes Whiteboard-Szenario darauf, welche Daten eingegeben werden dürfen und welche nicht.
- Fachbeispiel: Plane eine 20-minütige Unterrichtsphase in Deinem Fach, in der Lernende eine KI-Ausgabe prüfen und verbessern.
- Feedbackdialog: Entwickle eine Aufgabe, in der Lernende menschliches Feedback und KI-Feedback zu einem Arbeitsergebnis vergleichen.
Schwer
- Fortbildungskonzept: Erstelle einen vollständigen 45-minütigen Lehrerfortbildungssnack zu KI-gestützten Whiteboards mit Ziel, Ablauf, Material und Reflexion.
- Ethikdebatte: Plane eine Diskussion zur Frage, ob KI im Unterricht eher Lernchancen vergrößert oder Abhängigkeiten verstärkt.
- Bewertungsraster: Entwickle ein Raster, mit dem nicht nur das Endprodukt, sondern auch der Umgang mit KI, Prüfung, Transparenz und Eigenleistung bewertet wird.
- Schulentwicklung: Formuliere fünf Regeln für eine schulinterne Vereinbarung zum verantwortungsvollen Einsatz von KI-Whiteboards.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe: Erkläre an einem selbst gewählten Unterrichtsthema, wann ein KI-gestütztes Whiteboard einen echten didaktischen Mehrwert bietet und wann nicht.
- Fallanalyse: Eine KI erstellt eine scheinbar perfekte Zusammenfassung, enthält aber zwei fachliche Fehler. Beschreibe, wie Du die Klasse zur Prüfung und Korrektur anleitest.
- Methodenvergleich: Vergleiche Einzelarbeit mit KI am Laptop und gemeinsame KI-Nutzung am Whiteboard. Beurteile, welche Lernprozesse jeweils sichtbar oder unsichtbar werden.
- Datenschutzentscheidung: Entscheide in drei Beispielsituationen, welche Informationen in ein KI-System eingegeben werden dürfen. Begründe Deine Entscheidung.
- Prompt-Revision: Überarbeite einen ungenauen Prompt so, dass er Lernziel, Fach, Klassenstufe, Rolle der KI und Grenzen klar benennt.
- Ethiktransfer: Entwickle Kriterien, mit denen Lernende Bias in KI-generierten Beispielen erkennen können.
- Fortbildungsreflexion: Begründe, welche drei Inhalte in einem kurzen Kollegiumsimpuls zu KI-Whiteboards unverzichtbar sind.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen verantwortungsvollen Einsatz planen und begründen kannst. Dein Lernnachweis sollte ein konkretes Unterrichtsszenario, einen passenden Prompt, eine Datenschutzprüfung, eine Strategie zur Qualitätssicherung, eine Form der Ergebnissicherung und eine Reflexion über Chancen und Grenzen enthalten. Besonders überzeugend ist ein Lernnachweis, wenn sichtbar wird, welche Teile von Lernenden stammen, welche Teile KI-gestützt entstanden sind und wie die Ergebnisse gemeinsam geprüft wurden.
OERs zum Thema
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